Nr. es. Samstag den 11. April 1885 ers - fänimt:» (lud) l lag nid« t r i* 2411 rath^ stai Frank- Ildung. 30. Mrz W in-Entwurj. Wg. beweiben bi! tretet mit’ nbeif tzrbrüu, bnverstthmB die. - e. J ß ich * Hätte feiten beb'. bas VeckB n. w* s Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. eitfreAtl t Schulfiraße 7. Erscheint töglich mit Ausnahme des Montags. ”™®?”0.etl^tv Amtlicher Hßeil. Nr. 11 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 7. l. M., enthält: (Nr- 1594.) Gesetz, betreffend den Beitrag des Reichs zu den Kosten des Anschlusses der freien Hansestadt Bremen an das deutsche Zollgebiet- Vom 31. März 1885. (Nr. 1595.) Gesetz, betreffend Aenderung des Reichs-Militärgesetzes vom 2. Mai 1874. Vom 31. März 1885. (Nr. 1596.) Bekanntmachung, betreffend die Zulassung als Schiffer auf kleiner Fahrt mit Hochsee-Fischereifahrzeugen. Vom 12. März 1885. Gießen, den 10. April 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Uebersicht. Gießen, 10. April. Der Quell der politischen Neuigkeiten fließt, wenigstens, was die innere Politik anbelangt, noch sehr spärlich, da die Osterseiertage ihren Einfluß noch immer geltend machen. Erst die am kommenden Dienstag erfolgende Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten im Reichstage wie im preußischen Abgeordnetenhause wird der österlichen Ruhepause ein Ende bereiten, bis dahin müssen sich die Blätter in ihren politischen Betrachtungen mit dem vorliegenden mageren Stoff behelfen, so gut es eben geht. Fürst Bismarck hat die Osterseiertage zur Besichtigung des :hm von der deutschen Nation zum Geschenk gemachten Gutes Schönhausen oerweüdet. Der älteste inactive General der preußisch-deutschen Armee, Vogel von Falckenstein, ist am Ostermontag im Alter von 88 Jahren verschieden. Der Verewigte machte die Feldzüge gegen Frankreich in den Jahren 1813—1815 mit und errang sich in denselben durch seine außerordentliche Bravour das Eiserne Kreuz und das Premier-Lieutenants-Patent. Ja den folgenden Friedensjahren war er meist beim Berliner topographischen Bureau beschäftigt' am 18. März 1848 commandirte er im Straßenkampf zu Berlin das 2. Bataillon des Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiments und machte im folgenden Jahre den Feldzug gegen Dänemark mit. Im Kriege von 1864 gegen Dänemark befehligte Vogel von Falckenstein die in Jütland ein» dringenven preußischen Truppen und ward nach Abschluß des Feldzuges mit dem Commando des 7. Armee-Corps betraut. 1866 zum Oberbefehlshaber der preußischen Main-Armee ernannt, hatte er, nachdem die Hannoveraner bereits am 28. Juni bei Langensalza capitulirt, bedeutende Erfolgö gegen die süddeutschen Bundestruppen zu verzeichnen, ward aber, da er mehrfach gegen die Absichten des großen Hauptquartier handelte, am 19. Juli vom Öbercommando über die Main-Armee entbunden und zum Obercommandirenden in Böhmen ernannt. 1866 noch erhielt er das Commando des 1. Armee - Corps, wurde aber schon 1868 dieser Stellung enthoben und 1870 zum General-Gouverneur der deutschen Küsten-Provinzen ernannt, kam jedoch nicht zu kriegerischer Action, ward bann Gouverneur von Königsberg und 1873 zur Disposition gestellt. Seitdem lebte er auf seinem Gute Dölzig hi Schlesien. In Frankreich ist nun endlich Die achttägige Ministerkrisis durch die Bildung des neuen Cablnets Brisson beseitigt worden. Brisson, der bisherige Kammerpräsident, hat im neuen Cabinet außer dem Vorsitz noch das Portefeuilles des Justizministers übernommen; von anderen hervorragenderen Portefeuilles haben Freycinet das Auswärtige, Campenon das Kriegsministerium, 21 Hain Targö das Innere, Clamagöran die Finanzen und Goblet den Unterricht übernommen. Das Cabinet Brisson, dessen Mitglieder zum großen Theil schon früheren Ministerien angehört haben, muß als die einzig mögliche Lösung bec Krisis bezeichnet werden, feine politischen Grundsätze sind natürlich diejenigen ber republikanischen und radikalen Linken und so wird ihm die Unterstützung ber republikanischen Kammer-Mehrheit nicht fehlen. Das neue Ministerium bebütirfe am Dienstag vor der Deputirtenkammer mit einer Erklärung, welche den festen Entschluß desselben ausdrückt, die Rechte Frankreichs aus Tongking nölhigenfalls auch weiter mit Waffengewalt zu behaupten, die aber im Hebrigen 'ehr gemäßigt und vorsichtig klingt. Schließlich forderte das Cabinet durch Bewilligung der noch restirenden 150 Millionen für Tongking ein Vertrauensvotum, welches ihm die Kammer auch ertheilte, indem sie den 150 Millionen- Kredit mit 373 gegen 92 Stimmen genehmigte. Vorher war ein Antrag der Eßersten Linken, Tongking zu räumen, abgelehnt worden, nachdem sich Brisson Men denselben, als unvereinbar mit der Wurde und Ehre Frankreichs, ent- )Wen erklärt hatte. Als ein günstiges Omen für das neue französische Cabi- tiet mag es betrachtet werden, daß gerade jetzt die allerdings noch nicht verbürgte Nachricht von der Unterzeichnung der Friedens-Präliminarien zwischen Frankreich wrt China eintrifft; in Peking soll ein Edict publicirt worden sein, welches den chinesischen Truppen die Räumung TongkingS anbefiehlt. — Neuerliche Depeschen aus Peking bestätigen die sriedliche Wendung der Dinge in Ostasien. Ein Telegramm des französischen Gesandten in Peking, Patenötre, bestätigt, daß China die am 3. d. Mts. in Paris durch Billot und Campbell unterzeichneten Frie- d^s-Präliminarien ratificirt habe. Allerdings läuft zu gleicher Zeit noch eine lliiegerische Meldung ein, indem General Briöre de l'Jsle depeschrrt, daß die fta.nzösischen Truppen die zwischen Chu und Dongsonq gelegenen Anhöhen von Deavan und Deognan wieder genommen hätten, indessen wird dieser vereinzelte Vorgang den Abschluß des Friedenswerkes zwischen Frankreich und China ichnerlich verhindern. Die Zuversicht auf eine gütliche Beilegung des afghanische» Streitfalles ist durch den kriegerischen Zwischenfall, von welchem ein gestrige» Privat-Telegramm aus Petersburg, sowie telegraphische Nachrichten im heutige» Blatte melden, wieder in weite Ferne gerückt- Zwar lautete die Antwort Rußlands aus die Note Lord Granvilles in friedlichem Sinne und die Londoner Blätter betonen auch den friedlichen Charakter der Antwort, sind aber zum Theil der Ansicht, daß sie doch noch nicht genüge und sie werden wohl nach obigem Zwischenfall recht kriegerisch in die Lärmtrompete blasen. In diesen Tagen trifft das schwedische Königspaar in Konstantinopel ein, wo der dritte Söhn desselben, Prinz Karl, schwer darnieder- liegt. Prinz Karl hatte in Begleitung des Prinzen Eugen von Schweden dem Sultan den ihm von König Oscar H. verliehenen St. Olaf-Orden zu überreichen; aber Prinz Karl erkrankte noch vor Ueberreichung des Ordens in bedenklicher Weise. Wie lange die schwedischen Majestäten die Gäste des Sultan» sein werden, ist unter diesen Umständen noch unbestimmt. Eine merkwürdige Scene spielte sich zufolge der herrschenden Finanz- noth letzten Montag in Konstantinopel ab. Eine ungeheuere Menge erboster Weiber schaarte sich um das Finanzministerium zusammen und bahnte sich trotz des Wid-"^ondes der Wachen einen Weg in das Gebäude. Diejenigen, welche sich zuerst Eingang verschafft hatten, stürmten kreischend und gestikulirend in da» Bureau des Ministers und forderten von ihm, zu seiner großen Bestürzung, unter lauten Drohungen, den rückständigen Gehalt ihrer Männer. Inzwischen strömten die übrigen der rasenden Weiber in das Ministerium und die Lage des Ministers würbe mit jedem Augenblick eine kritischere. Eine starke Abthei- lung von Polizisten, welche aufgeboten worben, versuchte das Gebäude von ben Weibern zu säubern; alle Anstrengungen jeboch blieben vergeblich, und die Polizei mußte sich schließlich zurückziehen und ben Amazonen bas Feld überlassen, während es dem Minister, nachdem er den wüthenben Frauenzimmern einige annehmbare Versprechungen gemacht hatte, gelang, durch eines der Hinteren Fenster zu entschlüpfen. Viel rascher, als man hoffen konnte, hat der Krieg ber central amerikanischen Republiken ein Enbe gefunben. Der Präsident von Guatemala General Barrios, der mit seinem Unionsdecret den ganzen Conflict vom Zaune gebrochen hat, ist in der Schlacht von Chalchuapa gegen die Truppen von San Salvador gefallen, wie sich nunmehr bestätigt, und der Wiederherstellung des Friedens steht so nichts mehr im Wege. Auch in Panama ist die Ruhe zum Theil wenigstens wiederhergestellt und ist so die beabsichtigte bewaffnete Intervention der Nord-Amerikaner überflüssig geworden. Es ist dies auch recht gut, denn der Clayton-Bulwer-Vertrag untersagt ben Nord-Amerikanern jede alleinige Einmischung in die Angelegenheiten der anderen amerikanischen Staaten und ein kriegerisches Auftreten derselben in Mittel-Amerika würde die nordamerikanische Union jedenfalls in Verwickelungen mit England, dem Mitcontrahenten des erwähnten Vertrages, gebracht haben. Telegraphische Depeschen. Wolss'S lelegr. Correspondenr»Birrearr. Berlin, 9. April. In der Stadtverordnetensitzung wurde eine Anfrage des Stadtverordneten Pest mitgetheilt, ob es Tharsache sei, daß der Magistrat seine Glückwunsch-Adresse an Bismarck durch einen Nuntius habe überreichen lassen. Die Anfrage wurde dem Magistrat abschriftlich zugestellt. München, 9. April. Der König genehmigte das Entlassungsgesuch des Directors des bayerischen Nationalmuseums, v. Hefner-Alteneck, und ernannte zu dessen Nachfolger den Professor Riehl. Brüssel, 9. April. Als das Königspaar mit Gefolge zu dem Tedeum anläßlich des 50jährigen Geburtstags des Königs sich in die Kirche begab, stürzte ein Mann auf den Wagen der Königin zu und zerbrach die scheibe. Der' Mann wurde festgenommen; es scheint ein Wahnsinniger zu sein. — Der wegen seines Angriffs auf den Wagen des Grafen von Flandern heute Verhaftete leidet an religiöser Monomanie. Derselbe hatte schon vor der That unzusammenhängende Reden geführt und mußte nach seiner Verhaftung wegen ungeberdigen Wesens gefesselt werden. — Der König wohnte mit dem österreichischen Kronprmzenpaar Abends der Gala - Theater - Vorstellung bei und wurde von der Bevölkerung in den Straßen enthusiastisch begrüßt. Paris, 9. April. Eine Rote der „Agence Havas" sagt, Depeschen aus Peking meldeten vor einigen Tagen, daß der Friede zwischen Frankreich und China geschlossen sei, seitdem seien oft widersprechende Angaben und Commentare über das getroffene Arrangement veröffentlicht worden; richtig sei, daß in Folge von Besprechungen mit Delegirten der chinesischen Regierung vier Tage nach dem Sturze des Ministeriums Fcrry und am Tage vor der Bildnng des gegenwärtigen Cabinets, d. i. am 4 d. M., Friedenspräliminarien in Paris unterzeichnet worden seien. Damit dieser Act Gültigkeit habe, müsse derselbe durch ein kaiserliches Decrct, welches die Convention vom morgen publiciren. . , . , . , M t . London, 9 April. Die „Times" bringt in einer besonderen Ausgabe em Telegramm aus Grilran vom 3. d. M., in welchem es heißt: Die russischen Truppen arif^n am 30 Dlärz unter dem Vorwande, daß die afghanischen Borposten ihre Stellung verändert hätten, die Afghanen in Pendjeh an und vertrieben sie ans dicfcr Stadt Die Afghanen schlugen sich mit Erbitterung, aber bei dem herrschenden Regenwetter versagten ihre Gewehre. Zwei Compagnien verteidigten eine Stellung bis am den letzten Mann. Tie Afghanen zogen sich in vollkommener Ordnung nach Meruchar zurück, ohne vom Feinde verfolgt zu werden. Die Sarakhs verhielten sich neutral, plünderten aber das afghanische Lager. Die Verluste der Runen sollen beträchtliche sein. Englische Officiere blieben beim Kampfe gegenwärtig, bis die Afghanen den Rückzug anlraten, und kehrten alsdann in das Lager des Grenz - Commifsars Bielefeld, 7. April. Wie dem .B D" berichte, wird ist eine Eimgum zwischen den strikenden Arbeitern und den Besitzern bei oon .Jodi • ?fvcl Stande gekommen. Am Donnerstag dieser Woche^werden die ift wied<- Bedingungcn die Arbeit wieder aumebmen. Fn .rolge dleiei ' ü allgemeine Beruhigung eingckebrt. die sich auch außerlid) bann baiurf °d(i'b(15 bereits drei Militärwachen wieder eingezogen sind. — Neber den Brand seiner Besitzungen in der Gemarkung beizuttagen. Der Umstand, daß cs seither anders gehalten worden ist, ändert an dem Rechts Verhältnisse nichts. Die Nichtgeltendmachung hat den Verlust des Rechts nicht zur Folge. r. . ... Daß der fragliche Vertrag für die Nachfolger im Besitz der Hofe keine Wirk samkeit hat, ist nach Vorstehendem nur die Folge der Veränderung in der Gesetz gebung, nickt des Wechsels in der Person der Besitzer. Waren auch die ursprünglichen Eonttahenten noch im Besitz der .Höfe, io würde doch die Gemeinde Walleriihausen ihnen gegenüber nicht mehr gebunden fein. Hiernach mußte so, wie geschehen, erkannt werden." Gegen diese Entscheidung verfolgte der Fiscus den Rccurs an den Provinzial ausschuß. Derselbe erkannte: daß der Recurs als unbegründet zu üerroerfen ist unter Verurtheitung des Recurrenten in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Avcrsionalbetrages von 50 in die Provinzialkasfe. Die Entscheidungsgriüide lauten: „Die Frage, ov die Verwaltungsgerichte zur Entscheidung des vorliegenden Rechtsstreites conipetent sind, ist weder von einer der Parteien noch von der ersten Instanz erörtert worden und zwar augenscheinlich mit Rücksicht auf die Thatsacke, daß in dem vorausgegangenen Eivilproceßvcrfahreii sowohl Großherzogliches Landgericht der Provinz Oberhessen als auch Großherzogliches Oberlandesgericht die Unzulässigkeit dieses Rechtsweges ausgesprochen haben. Da jedoch selbstverständlich diese (y.nt scheidungen der Eompetenzfrage durch die Eivilgerichte für die Verwaltungsgcrichte nicht maßgebend sein können, weil ja im Falle des Nichteinverständnist'eS ein Eompeleui conflict erhoben werden könnte, so kann hier nicht von der ausdrücklichen Zustimmung zu den Ausführungen des Großherzoglichen Landgerichts der Provinz Oberhcfsen ab gesehen werden. Die Eompetenz der Verwaltungsgerichte wird begründet durch Bezugnahme am $ 13 des Gerichtsverfassungsgesetzes, nach welchem vor die ordentlichen Gerichte alle bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und Strafsachen gehören, für welche nicht entweder die Zuständigkeit von Verwaltungsbehörden oder Veiivaltungsgerichten begründet ist oder reichsgesetzlich besondere Gerichte bestellt oder zngelassen sind und auf AN. 48 II 5 der Kreisordnung, nach welchem der Kreisausschuß zu entscheiden Hal über Be schiverden wegen Zuziehung zu den Umlagen ober Ausschlägen jeder Art der politischen Gemeinden, mag die Beschwerde gegen die Erhebung der Umlage oder des Auszchlags selbst oder gegen die Beittagspflicht oder gegen das angenommene Beittagsverhaltnty des Einzelnen gerichtet fein. „ „ In formeller Beziehung ist zu beanstanden, daß vor der mündlichen Verhau o lung ein förmliches schriftliches Verfahren eingclcitet worden ist. Jtad) An. ;>9 der I .Kreisordnung beschränkt fid) das schriftliche Verfahren darauf, daß bei der Ladi ng jur mündlichen Verhandlung die Klageschrift der Gegenpartei zur Nachridn nutgetbeiU wird. Der im ersten Absätze enthaltene Ausdruck „beziehungsweise der Erklärung bezieht sich auf den im ersten Absätze des AN. 56 erwähnten Fall. In materieller Beziehung kann von Prüfung der Frage, ob der Vertrag vorn 12 August 1841 sich innerhalb des Rahmens der alten Gememordnung lewegte, mit die Gemeinde, Großherzogliches Laudgencht, Großherzogliches Oberlandesgerickt und die erfte Instarz annehmen, ober ob dieser Vertrag eine Abänderung der Bestimmungen der alten Gemeindeordnung begründen sollte, wie Kläger behauptet, abgesehen werden \m ersteren Falle mußte der Verttag mit Einführung Hes Gesetzes vom 22. Ao veniber 1872, die Gemeindeausgaben betrestend, und rcip. der neuen Gemeliideerdiiung I seine Gültigkeit verlieren; im zweiten Falle aber war der Vertrag von Anfang an I ungültig, da Bestimmungen des öffentlichen Reckts durch Prioatverträge in feiner I Weife mobificirt werden können. Daß die Bestimmungen des Art. .8 der alten Gemeindeordnung, welche die Grundsätze feststellen, nach welchen die Gemeinde I angehörigen zu den Steilerausschlägen zugezogen werden sollen, dem öffentlichen Ked)U I angehören, bedarf keiner weiteren Ausführung. Die hiernach allein nodi verbleibende in erster Instanz nicht erörterte Frage, ob Bestimmungen des öficntlichcn Rechts öurd) I Prioatverträge abgeändert werden können, ist durch die Enisdieidung bteiei ^nftan« vom 14. October v. I. in Betreff der Klage des Simon Leopold und des Wolf I Leopold II. zu Gettenau wegen der Allmendnutzung verneint, und diefe Entzcheidung I ist durch Urtheil Großherzoglichen Verwaltungsgericktshofes vom 28 v Mts bestati-i I worden. Es kann deshalb hier lebiglidi auf die in Nr. 275 des „Gießener Anzeiger von 1884 enthaltene eingehende Mvtivirung Bezug genommen und nur noch hervor I gehoben werden, daß in diefevi Falle das östentliche Interesse augenidietnlidi vu weniger in Frage stand, als in dem vorliegenden. In ersterem Falle handelte es nd I iiämlid) um die Frage, ob ein nutzungsbcrecktigtei Ortsbürger im Voraus auf W I Gemeindeniltzung verzichten könne, und diese Frage ist verneint worden. in ’oldxi I Verzicht kann aber selbstverständlidi nur das Interesse des verzichtende» ortsbürger'. I schädigen, während er das Interesse der Gemeinde und der übrigen Ortsbürger fordert I in dem vorliegenden Falle aber schädigt der fragliche Vertrag ohne Zweifel das unterem I der Gemeinde wie der andern Steuerpflichtigen. Bei dieser Sachlage erscheint es kaum noch als erforderlich, darauf hi» zuweilen I daß na di Art. 8 der Lanogemeindeordnung die Gemeinde selbst mit Genehmigung d<> I Ministeriums nur über solche Angelegenheiten statutarische Anordnungen trenen kann I hinsichtlich deren die Gemeindeordnung Verschiedenheiten gestattet und die dem (*eie* I nicht widersprechen. Daß aber dasjenige, was selbst nicht durch ein förmliches otarn I angeordnet werden darf, nicht in Form eines Vertrages eingeführt werden kann, deiai feiner Ausführung. Da die Großherzogliche Oberförsterei Ortenberg nickt als e,ne Beboioe i” Sinne des Art. 71 der Kreisordnung erscheint, sondern nur das n> I des Fiscus vertritt, so durfte vom Aniatze eines Avenionalbettagcs nicki werden. Der Kreisausschuß bat augenscheinlich in irriger Auslegung bieicj untre I auf Zahlung eines Avernonalbetrages nicht erkanni, er kann lebodi gelegen l I nach Art. 70, letzter Absatz, zu erlassenden besonderen Vernig.mg das 1 ermninte I nachbo'.en ______- Lumsden zurück. n London, 9. April. Der Regierung ging gestern eine Depesche Lumsden s zu, in Folge deren der Eabinctsrath auf heute zusammenbernfen wurde. Tie Tepesdic meldet, daß eine größere russische Truppenabtheilung einen heftigen Angriff auf Pendjeh machte. Man glaubt, daß Lumsden sich gegenwärtig in Gulran befinde, wo er bleiben werde, um das Tefilä von Rabat auf dem Wege nach Herat zu beobachten. 4.ie Depesche Lumsden's bricht plötzlich an einer wichtigen Stelle ab, man vermuthet, daß die telegraphische Verbindung unterbrochen wurde. „ Petersburg, 9. April. ^Ausführliche Meldung.^ Ter „Regierungs-Anzeiger schreibt: Ter General Komaroff berichtet, daß er in Folge der proüoeuenben und sichtlich feindseligen Aktionen der Afghanen genöthigt worden war, am 18. Marz die befestigten Positionen derselben an beiden Ufern des Kuschksluiies anzugreifen. Ein afghanisches Tetachement von 4000 Mann mit 8 Geschützen wurde empfindlich geschlagen und zerstreut; dasselbe verlor 500 Tobte, die gesammte Artillerie, zwei Hahnen, das gesammte Lager mit dem Fahrpark und den Vorräthen. Auf russischer eeite wurde ein turkmenischer Offizier getöbtet, brei anberc Offiziere ücrrounbct, zehn Kosaken und Turkmenen getöbtet, 29 ornuunbet.. Jlad) Beendigung bes Kampfes ging General Komaroff wieber über ben Kuschkfluß in seine frühere Position zurück. Als die englischen Offiziere, welche Augenzeugen bes Kampfes gewesen waren, aber Nicht an demselben Theil nahmen, sahen, daß die Afghanen geschlagen wurden,, baten sie die Russen um Schutz; leider aber konnte eine sofort von Komaroff abgesandte Eskorte die afghanische Eavallerie nicht mehr einholen, welche die englischen Offiziere bei ihrer Flucht mit fortgerissen hatte. .t . Qf. , London, 9. April, lieber den Zusammenstoß der Russen nut den Afghanen sagt die „St. James Gazette", wie sehr auch die englische Negierung geneigt sein möchte, selbst im Falle einer birecten Provocirung, von Feinbscligkeiten abzusehen, so könne sie boch Zwischenfälle, wie bas Gefecht am Kuschkflusfe nicht als bebeiitnngslos ansehen, da sonst bie Ehre ber Regierung unb bie Wohlfahrt bes Reiches schwer beeinträchtigt würde. Der „Globe" hält den Angriff des Generals Komaroff fm' einen Bruch des englisch-rnfsischen Uebereinfommenö. England habe jetzt die Pflicht, sein den Afghanen in Bezug auf die Vertheidigung Afghanistans gegebenes Versprecken einzulösen, ein längeres Zögern sei unmöglich. Die „Pallmall Gazette", welche m der afghanischen Frage bisher mehr für Rußland, als für bie Afghanen Partei genommen hatte, bezeichiiet bie Situation als sehr gespannt, empfiehlt indes; kaltes Jölut und eine ruhige Feststellung des Thatbestandes, bevor man etwa einen Beschluß fasse, butd) ben ber Krieg unvermeidlich würde. Das Blatt ivünscht. daß man Rußland Gerechtigkeit ui Theil werden lasse, wenn aber das Vorgehen ber Russen gegen Pendjeh so nn- provicirt sei, wie es scheine, werde es sich ber Kriegspartei anschlietzen. OeffenMche Sitzung deS ProvinzialauSschuffes der Provinz Ober- helfen vom 23. und 24. Mär, 1885?) Zur Verhanblung bes ersten Gcgenstanbes der Tagesordmmg, Reclamation der Großh. £)berförfterei Ortenberg wegen Zuziehung des Großh. EameralfiScus zu sämmtlichen Umlagen ber Gemeinde Wallernhausen, waren als Vertreter des Fiscus Rechtsanwalt Dr. Muhl, als Vertteter der Gemeinde Rechtsanwalt Metz erschienen. Das sowohl in thatsächlicher wie in rechtlicher Beziehung interessante i-rach- verhältnitz ergibt sich ans den Entscheidungsgründen des Kreisausschusses, benen nur vorauszuschicken ist, baß in bicser Angelegenheit von bem Fiscus ber Rechtsweg beschritten, baß derselbe aber sowohl von Großh. Landgericht der Provinz Oberhessen, als and) Großh. Oberlandesgericht als unziilässig erklärt worden war. Der Kreisansschiiß des Kreises Büdingen hatte am 29. November v. dahin | entschieden, . _ . , daß bie von Großh. Oberförsterei Ortenberg "Namens des Großh. Eameral- fiscus wegen dessen Zuziehung zu sämmtlichen Umlagen, der Gemeinde Wallei-nhausen erhobene Reclamation als unbegründet abzuweisen sei, unter Verurtheilung des Klägers in die Kosten des Verfahrens. Die Entscheibilngsgründe lauten: Von Großh. Oberförstcrei Ortcnderg ist Namens bes Großh. EameralfiScus gegen dessen Zuziehung zu t ä m m 111 d) e n Umlagen der Gemeinde Wallernhausen iinterm 14. Juni b. I. innerhalb ber gesetzlichen Frist reclamirt worben. „Gestützt wirb biese Reclamation auf eine zwischen ben Bestandern des zur Gemarkung Wallernhausen gehörenden Hofes Finkenloch, den sJlcd)t5Dorgängern des EameralfiScus, und dein Ortsvorstande zu Wallen.iiausen mit Genehmigung der damaligen Verwaltungsbehörde iinterm 12. August 1841 getroffene Uebcreinfunft, wonach bie elfteren bezüglich der in dem Vertrage näher bezeichneten Gemeindeausgaben von einem Beitrag zu den Eommunalumlagen befreit fein sollten. Die Behauptung der Beklagten, daß der hier in Rede stehende Vertrag in Folge ber durch das Gesetz vom 22. November 1872, die Gemeindeausgaben betreffend, ver- änberten Gesetzgebung hinfällig geworden fei, muß aber für begründet erkannt werden^cvtTaflC Dom p2. August 1841 liegt die Bestimmung des Art. 78 der Gemeindeordnung vom 30. Juni 1821 zu Grunde. 'Nach dieser soll bei ber Bezeichnung des Maßstabes zur Bestreitung der Gemeinbebedürsiiisse im Allgemeinen von bem Grundsätze ausgegangen werden, baß bie in einer Gemeinde Wohnenden ober Begüterten zu ben Gemeindebedürfnisfen unb zu ben baburd) veranlaßten Steueraus- fdüngen nur insofern beizuttagen haben, als sie an ben Nutzungen des Gemeinde vermögens Theil nehmen, ober von dem Zweck ber Steuerausschlage Portheil genießen. Es sollte nun burdi ben Vertrag von 1841 in Ausführung dieser Vorschrift der früheren Gemeindeorbnumz nur die, kraft des Gesetzes bestehende Beitragspflicht der Hofbeständer zu den Eoinmunalbedürfnifsen der Gemeinde Wallernhausen nach den in ber genannten Gesetzesstelle vorgesckriebenen Grundsätzen näher präciftrt und mit Zn- grunblcgung des Voranschlags der Gemeinde feftgeflclh werden, von welchen ber in diesem Voranschläge ausgeführten einzelnen Gemeindeausgaben 1., 2. u. 3. Elaste die Hofbeständer Vortheil genießen unb bei welchen dies nicht ber Fall ist. Keineswegs aber sollte durch diesen Vertrag eine Abänderung der den Hofbestgndern obliegenden geseylidien Eommunalfteuerpfiidit herbeigesiihrt werden. lieber diesen Zweck der Uebereinhmft lassen die Rubrik und der Satz in den'elbcn, „daß die .s?ofbcHänl)er zu allen Verhältnissen Beitrag leisten fpllten, wovon sie Nutzen ziehen", keinen Zweifel zu. ♦) Nachdruck streng untersagt. 11 M-i 1834 bestätige, bekannt gemacht werden, - ein Teeret, welches dem , Ter Bcbanptung. dast der Vertrag -en 1*41 nur ein- ZIMübrun» der allre. tran.ösiichcn Konsul in Tientsin notisicirt werden mässe. Bis Heute Mittag sei nicht memen Beftrnunung des «n. «b der tzememdeardouug von 1>>l ... liebt» die bekannt daß das Teeret vollzogen und notisicirt an das Ministerium des Auswärtigen | speciellen Beuimmungen in ben .Irt. le8 '' Zuckl uuaegen. D npfrtnat Iri Tie Finkcnlöcher vofbeftander waren, da die Hofe in der Otanarfuna Wallern tn 4UI lui't iu verreichnen Von Ehu und «ep wird nichts Neues gemeldet. Gemeinde speciell »ormirt. letztere GetetzcSstellc i|i aber durch Art. - de? welche» lüft -Jiott der „Agcnce Savas" bctressS der Friedens- von, 22. Nooeu.der 1872, die Grn,e.nd.-°»sgaden berrctsend. welche, wclcntl.ch andere vraliininarien rwischcn .Frankreich und Ehina ist ,urückge;ogcn worden, weil die Re- Grundlage über dre Bciteucrung auistellt. au,gehoben tvorde» aierunä NachmMags^^ eiu Telegramm aus Peking erhielt, worin °nge,-igt wird, da« Nach diesem Geictzc rorrd jnr Beltrertung der Gemen.deausgaKn ,una»u de. ?ie chinesische Regierimg den am 4. d. M. unter,eicht.eien Friedenspräliminarien ihre I Ertrag deS GemeindevermögenS verwendet unb das »chlende nach Art. 6 au, baialltc»crkap,tal ber t« der Gerne,nde Wohnenden Ke,w. dar.,. Pe- ,>5uitinimung eripeu y . I ßäterten, soweit folches auf ihrem Eliikommen bezw. au» ihren in ber Gemarkung Die Times" bringt in einer besonberen Ausgabe ein gelegenen Immobilien ruht, umgelegt InArt.- 88 derLanbgenieindeordnuiig ist noch ~ 1 mals ausbrücklid) ausgesprochen worben, daß hiiificktlich der Bcfugniß zur Eibebung von Umlagen bie Bestimmungen bes Gesetzes vom 22. November 1872 Anwendung finden sollen. Art. 100 der Landgemeiiideorbnung hat die ganze Gemeindeordnung von 1821 aufgehoben unb nach Art. 8 dieses Gesetzes sind den bestehenden ("Menen widersprechende Anordnungen bezüglich der Besteucriing unzulässig. Mit dem Art. 78 der Gemeindeordnung von 1821 ist bie Vorausfetzung, auf welcher die Uebcreinfunft vom 12. August 1841 beruhte, rocggefaUen und letztere hiermit nnw.rksam geworden. Nad) ben vorerwähnten Bestimmungen hat der Fiscus jetzt zu sämmtlichen Ausgaben der Gemeinde Wallernhaufen nach Maßgabe des StenercapitalS W- id) :..s« i« W- Niid6!. 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März 1885 an Stelle des aus dem Vorstand ausgeschiedenen B a l t h a s e r Burk II. von Watzenborn der «althaser Hirz IV. von da gewählt und ein- gttreten ist. Gießen, den 8. April 1885. Großh. Amtsgericht Gießen. Aeilg?öotenes. Aechte Franks. Würstchen, Fst. Golhaer Cermlalwurst, Fst. kieräuch. Leberwurst 2636) Frühkartoffeln, weiße, sowie Kornstroh bei Carl Malkomesius, Neuenw. Verurteilung Zahlung eines ' vorliegenden von der ersten Thatsache, datz es LllndgeriL! ' Unzulässigkeit ich diese (int- iQltung^eridjK einfeompeteni ii Buftimmur; Oberhesjen c iezugnahiin.?: ii Gericht'eile nicht cnSedn i begmki ch nb auf fct $ ' fjat iibttfy Die Zusammenkunft ist V-9 Uhr im Distrikt Langenbruch an dem neuen Pflanzgarten. Allertshausen, den 8. April 1885. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. Die Union versichert Feldfrüchte zu festen Prämien ohne Nachzahlung. Bei Versicherung auf mehrere Jahre wird ein namhafter Prämien - Rabatt gewährt. Die Vergütung der Schäden gelangt spätestens binnen Monatsfrist, in der Regel aber früher, zur vollen und baaren Auszahlung. Weitere Auskunft wird ertheilt und Versicherungen werden vermittelt durch die unterzeichneten Agenten. 2630 Louis Wittich, Kaufmann in Bekanntmachung. Die am 8. u. 9. d. M. abgehaltenen Holzversteigerungen sind ge- nebrnigt. Die Ab fuhr scheine hierüber können von Samstag den 18. d. Mts. an bei Großherzoglichem Rentamt Gießen in Empfang genommen werden und erfolgt die Holzüberweisung Montag den 20. d. Mts, Morgens 7 Uhr, wobei Holzabfuhr stattfinden kann. Treis a/L-, den 10. April 1885. Großh. Oberförsterei Treis a/L. Länge, Nadel-Derbstangen von 8 — 13 Ctm. Durchm. und 7—11 Mtr. Länge, Nadel - Reisstangen von 3—7 Ctm. Durchm und 4—8 Mtr. Länge, Rm. Buchen-Scheiter, . 7,528,500 Mark emittirt sind. . 1,285 „ Die Union, Allgemeine Deutsche Haget-Vkrfichenlngs-Gescllschsst, ----- gegründet im Jahre 1853 ----- mit einem Grundkapitale von 9 Millionen Mark, Holz - Versteigerung. Freitag den 11 d. Mts., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll in dem Allerts Häuser Gemeindewalde, Distrikte Hofstätte, Buchkopf u. Langenbruch nachverzeichneteS Hol; zur Versteigerung kommen: 91 Eichen-Stämme von 17 bis 44 Ctm- Durchm. und 3—17 Mtr. Länge, 13 Radel-Stämme von 15 bis 26 Ctm. Durchm. und 6—12 Mtr. Ein schönes Pferd, zu jedem Zweck tauglich, 7 Jahr alt, preis- würdig abzugeben. Von wem? sagt die Erped- d. Bl- 254t> Großh. Rkälgymniifium und Realschule zu Gießen. Die Anmeldungen neuer Schüler werden am 13. April von 8—1 Uhr im Schulgebäude entgegengenommen. Die Ausnahme-Prüfungen finden am 14. April Vormittags von 8 Uhr an statt. Der Unterricht beginnt am 15. April Vormittags 7 Uhr. •M ii •ÄS «4.: sowie alle andern Qualitäten, Weiten und Fayons, Damen- Corfetten schon von 90 Pfg. an. Besondere Weiten und FarBestiminuiM bgeMw^ g vom 22. lemeindcordmil von Anfang ci riräjt in !-« 78 der all« di- iffeittWen* , dl »erbl* « i>i*r und des jiefeBn** o ffita. wik i Voraus «JL ft s» ,»l ** litogc* förmlw^ 5 it »K«"" Gießen, I Secretär Gros in Lich, -Linden, I Hrch. Volzel II, Kaufmann in Wieseck, (vier entnehmen wir westphälischen Blättern noch das Folgende: Innerhalb dreier Tage brach um Donnerstag Abend zum zweiten '.Wale auf den Anstalten des Herrn Pastors v. Bodelschwingh Feuer aus. Die Anstalten lagen schon in tiefer Ruhe, als gegen 9V- Uhr in dem nach dem Sparrenberge zu bclegcnen Anbau von Eben-Ezer, 'wo die Grundlage der ganzen epileptischen Anstalt gelegt wurde, Feuer ausbrach. In dem Gebäude war unten im Parterre ein Schlafsaal, in dem blödsinnige und schwer- kranke Epileptische schliefen, während auf dem Boden Heu und Stroh lagerte. In einem Angenblicke stand der ganze Dachstuhl in Flammen, und cs galt zunächst^die armen Kranken zu retten. Mit großer Energie wurde die erste Hülfe geleistet. Diakonen und Diakonissen wetteiferten in dem Wetterdienste, so daß es gelang, alle Kranken in Sicherheit zu bringen. Es kam zunächst darauf an, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, das Hauptgebäude von Eben-Ezer und Zoar zu sichern. Das Hauptgebäude hatte auf dem Dache schon Feuer gefangen, doch energisches Einschreiten vermochte dasselbe bald wieder zu dämpfen, während das im rechten Winkel au das brennende Gebäude stoßende Haus auch bald in Flammen stand. Auf diese beiden Gebäude wurde dann auch das Feuer localisirt, es wurden ungeheure Wassermcngen ' in die Flammen gesandt mit) gegen IV/a Uhr war die Gefahr für die übrigen Gebäude beseitigt. Ob eine Brandstiftung in beiden Fällen vorliegt, wird die Uuteriuch- ung ergeben; einstweilen wird es von den Behörden als gewiß angenommen. Bis jetzt sind zwei Leute als der Brandstiftung verdächtig verhaftet worden, einer auf der Straße in der Nähe der Brandstelle, ein anderer im „Tivoli", wo er von einer militärischen Patrouille gegen 11 Uhr aus dem Bette geholt wurde. Die letztere Persönlichkeit sott namentlich dringend verdächtig sein. Pfungstadt, 7. April. Die Firma I. Hildebrand hier ließ dieser Tage die erste Sendung feinsten Erportbieres nach dem Kamerungebiet abgehen. (D.Tgbl.) — sDas Gießwasser.f Die „Landw. Zeitung des Hamb. Eorr." weist darauf hin, daß zum Begießen stets sogenanntes verschlagenes Wasser anzuwenden ist, und zwar für alle Pflanzen, gleichviel, ob sich dieselben im Freien, im Gewächshause oder im Zimmer befinden. Welche Vortheile das Begießen mit derartigem Wasser bietet, zeigen u. a. die Eulturen des Besitzers einer Badeanstalt in der Nähe von Acqui in Italien, der das Wasser, welches ihm eine warme Quelle liefert, in ausgedehntestem Maße zum obigen Zwecke verwendet. Die Erhöhung der Erträge, welche derselbe aus seinem'Küchengarten erzielt, sind sehr bedeutend; alle Arten von Gemüse werden mehr oder weniger in ihrem Wachsthum gefördert und erzielen einen höheren Verkaufspreis; ganz besonders tritt der Nutzen dieser Bewässerung jedoch hervor bei den Melonen-, Spargel- und Tomatenkästen, deren Erträge weit frühzeitiger und in Folge dessen auch bedeutend theurer verkauft werden können, als cs früher möglich war. Diese An- gcleaenheit verdient mithin beachtet zu werden und es möge nochmals wiederholt werden, daß das Begießen mit angcwärmtem Wasser auf alle Gewächse einen günstigen Einfluß ausübt, eine Erscheinung, die leicht begreiflich ist, wenn man in Betracht zieht, daß das natürliche Wafj, welches unsere Gewächse während ihrer Vegetationsperiode tränkt, Regen und Thau, einen weit höheren Temperaturgrad besitzt, als Brunnen- und Quellwasser. Wn bit i feinen behandeln jur andere wlächst btt /,°uf Morin Bt- ' Fortuna WMtnod): uJ.Mebunfl .'^tnbiina e*rbnimq Gesetzen Kung, ans Gere hiermit jetzt zu 'teuercapitals u dein Rechte Rechts nicht e feine Wirk- u der Gesetz- Ksprünglichen Vallernhausen — Eine drollige Verwechselung gibt gegenwärtig in Düsseldorf viel Stoff zum Lacken. Vor kurzer Zeit kamen in einem Hause der dortigen Q.-Straße gleichzeitig Mutter und Tochter mit je einem Mädchen nieder. Man hatte nun leider die Unklugheit begangen, beide Kinder gleich zu kleiden und legte sie beide in eine Wiege. Mit dem Besehen und Bewundern der Kinder, Austiehmen und Hinlegcn sind die Kinder vcrivccks.11 worden und nun iveiß man nicht, wer 7 rne mit Wichte ist. Hamburg. Fischhandlung. Lebendfrische Schellfische Pr. Pfund 25 Pf. Frische große Braffen, Karpfen, Hechle, Zander, Schotten, Rhein- falm, Backstsche, feinste Kieler Sprotten, Fett-Bücklinge, Gratbücklinge, ger. Speckflundern, pr. Stück 30 Pf., ger. Speck-Aale, Feinste Delicateß-Bratheringe, Stück 10 H, ff. marin. Heringe, Stück 6 Rufs. Sardinen, Rollmöpse, 3 Stück 20 H, Original-Tönnchen 2 X, Sardellen rc. empfiehlt 2644 A. Koch. Rm- Bucheu-Stöcke, „ Eichen- „ Kaffee roh und gebrannt, in garantirt reinschmeckender Waare empfiehlt 2616 L. Kalkhof. Dung-Gyps offerirt in Waggonladung billigst 2618 Emil Burckhart, Gyps- u. Knochenmühle, Limburg a/L- Buchen-Reisig, Birken- „ Eichen- „ Radel- „ Weichholz-Reisig, Extraseine Wiener Marrarom do. do. Gemüsenudeln, Aechte ital. Marraroni, Prima Gemüsenudcln pr. Pfund 40 empfiehlt 1460 Emil Fischbach. n- ii „ Eichen- „ Radel- Kirchliche Anzeigen der Stadt GieGen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag den 11. April. Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Dingeldey. Sonntag Quasimodogeniti, 12. April. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dingeldey. Konfirmation der Gymnasiasten und Stadtschüler und Feier des heiligen Abendmahls. o2)ie Gemeinde wird gebeten, die ersten zehn Bankreihen vom Altar der Kirche aus für die Angehörigen der Confirmanden frei zu lassen. Nachmittags 2Vr Uhr: Piarrassiftent Knoll. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde. Montag, den 13. April, Abends 8 Uhr, in der Kleinkmderschule, Bidelstunde, Philipperbrief, Kap. 3, 1—11. Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag, den 19. April, findet im Nachmittagsgottesdienste die Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden Realschüler statt. Die am 1. Osterfeiertag für die Armen unserer Gemeinde erhobene Kirchenkollekte betrug 42 X 45 H. Für den Kirchen baufonds gingen in den Monaten Januar, Februar und März d. I. ein: durch die Opferbüchsen in der Kirche 14 86 und als besondere Gabe von Frl. C- H. 5 X Gesammtbetrag bis jetzt 61t7 X 29 Die Pfarrge schäfte in der Woche doiu 12. bis 18. April besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Weißer Sonntag. (Qousimodogeniti.) Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h Com- munion. Um '/zlO Uhr: Hochamt und Predigt; darunter Erstcommunion der Kinder. Um 3 Uhr: Andacht und Erneuerung der Taufgelübte Seilens der Erstcommunikanten. Nach dem Gottesdienste Eollecte für das St. Marien-Waisenhaus zu Neustadt i. O. Gottesdienst in der Iynagoge. Freitag Abend 6 0 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 73ü Uhr. in allen Qualitäten mit Firmendruck empfiehlt zu billigen Preisen Brühl’sche Druckerei. Die besten Uhrfeder-Corsetts Kleiderstoffe! Kleiderstoffe! Kleiderstoffe! absugeben. 2631 !! wirklich staunend billigen Preisen !! Hermann Katz, früher Hei chel heim sches Geschäft. MM" Neuheiten der Saison. Durch Zlebernahme eines großen Pollens » Damenkleiderstoffe ca. 300 Stück, nur feine moderne Sachen, bin ich in der T'age bicfelbcn zu Vcrmietßimgen. 2625 Ein nut möbl. Zimmer zu nen miethen. 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Strauch. 2640 Ein gut erzogenes Mädchen wird tagsüber zu einem kleinen Kinde gesucht. ________________________Seltersweg 26. Pensionäre finden Aufnahme, gründliche Nachhilfe. 2642___________________Löberstraße 3 II. 2629 Einen tüchtigen Mctalldruckcr suchen Kauffmann & Eie. JLiederkrwnis. Die nächste Singstunde findet SamStag den 11. April statt- 2617 _________________________Iler Vorstand. Kauftnäiiii. kranken- o. Begräbnisskasse zu Giessen. Samstag den 11. April er., Abends 8V2 Uhr, im Frankfurter Hof Oessentliche Versammlung behufs Gründung. Tagesordnung: 1) Verlesung des Protocolls über die Versammlung vom 30. März und Bericht der eingesetzten Commission. 2) Vorlage, Berathung und Abstimmung über den Statuten-Entwurs. 3) Nach eventueller Genehmigung schriftliche Beitrittserklärung. 4) Wahl eines provisorischen Ausschusses und Befugnisie desselben bis zur ersten Generalversammlung. Da die Genehmigung von der Zahl der bei Gründung Beitretenden mit* abhängt, werden im Interesse der Sache alle Geschäftsinhaber und Handlungs* beflissene zu reger Betheiligung eingeladen und erstere insbesondere gebeten, ihr Personal aus die Versammlung und den 'Nutzen der Krankenversicherung aufmerksam zu machen. 2596 Da* Comitr. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß Frau Auguste Kreiling, geb. pelri, gestern Abend um ‘/a7 Uhr nach langem Leiden gestorben ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 10. April 1885. 2632 Die Beerdigung findet Sonntag den 12. April, Nachmittags P/2 Uhr vom Sterbehause (Aus der Bach 4) aus statt. Aus sofort rort nach Barmen eine gesunde Amme gesucht. Guter Gehalt, Reise wird ertra vergütet; ärztliches Zeugniß über Gesundheit erforderlich. Briefe zu richten an Heinr. Würzinger, Barmen, Louisenstraßc. ISW Ltcllensuchendc jeden Berufs olacirt schnell Reuter» Bureau in Dresden, Reitbahnstr- 25. 2624 262^ Ein tüchtiges Dienstmädchen und ein Kindermädchen fofort gesuck:. H. Kühn, SelterSwcg 36. 2595 Ein junges Mädchen sucht in einem Geschäft eine Stelle als Verkäuferin. Die besten Zeugniffe stehen \u Diensten. Offerten beliebe man euh- S. H. 90 an die Expcd. d. Bl. zw r ichten.________________________________ Maschinenstrickerei von Carl Pietsch II. Anfertigung aller Arten Strümpfe, Locken, Beinlänge«, Zacken, Kniewärmer, Damenwesten, wollener u. baumwollener Zerren - Unterhosen, Damen- und Mädchen-Unterröcke. 2l«stricken von Strümpfen und Locken. ____ 2620 Mk. 7000 auf 1. Hvpotbek gesucht pr. 1 Mai Offerten nimmt die (^xped. d. Bl- entgegen. 2613 Ein solider Bäcker, der am Ofen arbeiten kann, gesucht Earl Lteinbergrr. 2614 Einen Bäckerlehrling sucht _________________Earl Steinberger. , > LahnkieS 1. und 2. Sorte stets auf meinem Lagerplatz am Nodberg vorräthig. 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Neuen-Geheeg) lagernden Eichen-Stämme, H über Gesm tonne das in dieser Abth fitzende Brennholz bei der Versteigerung nicht vor- zu richten er ^eigt werden können, vielmehr in Abth. 9 b versteigert werden. Steiglieb- ^er sollen sich daher wegen vorheriger Einsicht dieser Hölzer an den Freiherr!, l-e jeden 8p schwart Herber in Allertshausen wenden. uter's Bureau - ~ Buche 463 Eiche 11 — Die Zusammenkunst findet Vormittags 9 Uhr im Farmen ein M Burghain" statt. Mk ~ ..... » n 'ommen zur Versteigerung: Cü Hi !• Montag den 13 April, Dormittag- 10 Uhr, Geschäfts« nzeis^e. C__7 Einer geehrten Bewohnerschaft Giessens und Umgegend mache ich hiermit die ergebene Anzeige," dass ich mein seit einer langen Reihe von Jahren an hiesigem Platze, Seltersweg Nr. 39, betriebenes Detailgeschäft in Lack-, Firniss- Material- und Farbwaaren -h™ Otto Schaaf unter Heutigem pachtweise übertragen habe. — Mit dem besten Danke für das mir in so reichem Maasse geschenkte Vertrauen und Wohlwollen, bitte ich dasselbe auch Herrn Schaaf zu Theil werden zu lassen. Meine ganze Aufmerksamkeit werde ich nunmehr ausschliesslich meiner Lack- und. Firniss-Fabrik und. Farbengrossh.and.el zuwenden. Hochachtungsvoll Wilhelm Zur buche Auf Vorstehendes Bezug nehmend, knüpfe ich hieran die ergebenste Mittheilung, dass ich das von Herrn VVilhdm Zürbach pachtweise übernommene Geschäft in unveränderter Weise mit vollster Aufmerksamkeit weiterführen werde. Meine seither Seltersweg Nr. 25 betriebene Handlung von Drogen und Chemikalien Apothekerwaaren, Thee, medicinische Weine, Verbandstoffe, Parfümerien und Toilettenmittel, verbunden mit Fabrikation chemisch- technischer Präparate für Haushaltung, Landwirtschaft und Gewerbe erleidet durch die Zusammenlegung mit obigem Geschäfte keinerlei Beeinträchtigung. Ich bitte das mir seither so vielseitig bewiesene Wohlwollen auch fernerhin bewahren zu wollen. Giessen, 1. April 1885. 2356 Mit aller Hochachtung Otto Schaaf. Aermietyungerr. 1454 Eine schöne Parterre-Wohnung von 4 Zimmern und Gartenantheil zu vermiethen bei Z. Georg Unverzagt, Steinstraße. _ 2314 Ein kl. Mansardenloais an ruhige Leute billig zu vermiethen. 2v. Derrliirg. 2294 Der von Herrn Dr. Haupt bewohnte mittlere Stock meines Hauses ist per 15. Juli zu vermiethen. _________A. Wallenfels Wwe. 2309 Zwei Wohnungen, mit 2 und 3 Zimmern, Küche, Keller u. 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Cursus: Sticken, Platt- und Hochstickerei im Rahmen und in der Hand auf Battist, englische Stickerei, Spitzenstiche und sein Stopfen, Filiren :c. 6 Stunden wöchentlich. IV. Cursus: Kleidermachen, Fach- und Freihandzeichnen. 16 Stunden wöchentlich. V. Cursus: Buchführung. 2 Stunden wöchentlich. Sechswöchentlicher Cursus: Putzmachen. 6 Stunden wöchentlich. Anmeldungen nimmt entgegen Der Vorstand. Gießen, im April 1885. 2418 Schwarze Cacliemire per Mtr. doppelbreit von Mk. 1,20 on. Mache besonders auf einen Double Cache- unre per Mtr. Mk. 2,60 prima (Qualität aufmerksam. F. Dolberg 1755 Kirchenplatz. 2256 Einen Lehrling sucht | 1547 Ein Schüler kann Kost u. Logis Ar. Weinhardt, Schreincrmeister. ’ erhalten Ludwigsplatz 4, parterre. Laden geräumig, mit 2 großen Schamensteni und großem Eompwir, etxnL auch mit Wohnung, sofort zu vermiethen. 2557 Reichensand-Bahnhofstraße 10. Laden LelterSweg 25 wegen GeschäftSverlegun- zu vermiethen.__________Otto Lchaas. 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