keii »‘ Dirnen uZecke," ro M.| Preise, kein! ^°rf in obigen 'N, welche ich 8765 ör Abends 7387 ) ) MW .05. e2 1. April eint 'N litat o : - p - 5^ c ' ' !Z^ *«? V= M ÄJ p in Giessen. । »«ww8toW rt a- ®* ., kifftr Saison-, in dtt!" fijr nie srfN1*' , * Äx-rkr »D 1 Nx. 28§. Erstes Blatt. Donnerstag den 10. December 1885 ieszcner Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. V«reavr Echulstraße 7. Erschein. tWi* mtt Ausnahme des Mon.ags. M»rVW! LLLL' 2"1»T Hesterreich. Wien, 8. December. Gegenüber den jüngsten Ausführungen einiger russischer Blätter weist das „Fremdenblatt" durch Thatsachen nach, daß nur die persönliche Entsendung Khevenhueller's auf den anderen diplomatischen Einwirkungen unzugänglich gewordenen Fürsten Alexander eine Pression ausüben konnte, welche allein Erfolg versprach. Die Misston Khevenhueller's entsprach, so heißt es im „Fremdenblatt", lediglich den Wünschen der übrigen Mächte, die Feindseligkeiten sofort zu ststiren und jeden weiteren Zusammenstoß absolut zu verhindern. Diese Bemühüngen würden um so erfolgreicher sein, je weniger der Glaube erschüttert werde, daß die drei Kaisermächte fest in ungestörter Einigkeit zu einander stehen. Was die Bemerkungen des „Journals de St. Pckersbourg" angehe, daß man die Ausführungen gegen den Chauvinismus nicht nur nach Sofia, sondern besser nach Belgrad und Nisch adreiftre, so hat Oesterreich in umfassendster Weise seine Pflichten als Nachbarmacht und europäische Friedensmacht. sowie seine Pflichten innnerhalb des Drei-Kaiser-Bundes auj's Loyalste und Rückhaltloseste erfüllt. Rußland. Moskau, 8. December. Anläßlich der Aeußerung des „Pesther Lloyd", Oesterreich müsse um jeden Preis eine Entschädigung Serbiens verlangen, sei es auch außerhalb des Drei-Kaiser-Bundes, bemerkt die „MoSk. Ztg.", es sei nicht zu vergessen, daß nicht Alles, was der Phantaste ungarischer Politiker gefällig auch Oesterreich selbst wünschenswerth sein könne. Man könne überzeugt sein, daß die höheren leitenden Kreise der habsburgischen Monarchie die Dinge von einem anderen Gefichtspunkte aus betrachten. Wenn im Rathe jenes Reiches ein gesunder staatsmännischer Geist herrsche, dann müsse dasselbe vor Allem gute Beziehungen zu Rußland schätzen. Rumänien. Bukarest, 8. December. Die nationalliberale Partei, vertreten durch Demeter Bratiano, General Faralambi und Kogalniceano, sowie die liberal- conservative Partei, vertreten durch Calange und Bermesco, veröffentlichen ein gemeinsames Manifest, worin sie das politische Programm und die Wünsche der Opposition formuliren. Türkei. Konstantinopel, 8. December. Die Berufung Lebib Effendi's nach Adrianopel wurde dadurch veranlaßt, daß die Pforte bisher keine Berichte über die Situation in Ost-Rumelien erhalten konnte. In Erwartung des Eintreffens dieser Berichte ist die Abreise des Commiffars für Ost-Rumelien vertagt. Telegraphische Depesche«. Wolff'S teLrgr. Eorrespondenz - Brreears. Berlin, 8. December. Bei der im englischen Hause stattgehabten Menzel-Feier waren außer dem Jubilar selbst der Minister v. Goßler, Vertreter der übrigen Ministerien, der Hochschulen, sowie Vertreter aus Wien, Breslau, Düsseldorf, München, Weimar und Kassel anwesend. Minister v. Goßler brachte einen Toast auf den Kaiser, Professor Jordan auf Menzel als die Verkörperung des patriotischen Empfindens und des hohenzollern'schen Geistes aus. Berlin, 8. December. Um 11 Uhr Vormittags hat die Eröffnung der Ausstellung der Werke Adolf Menzels in der Kunstakademie, woselbst Menzels Büste bekränzt aufgestellt ist, stattgefunden. Anwesend waren das Kronprinzenpaar, v. Goßler, Vertreter der übrigen Ministerien, Koryphäen der Kunst und Wissenschaft, eine Deputation aus Breslau, welche den Ehrenbürgerbrief für Menzel überbringt. Das Kronprinzenpaar verweilte eine Stunde. Bei dem Rundgang im Geleite des Directors Werner und des Professors Hertel sprach der Kronprinz seine Zufriedenheit darüber aus, daß die Werke Menzels in dieser Ausstellung so übersichtlich zur Ansicht gelangen. Berlin, 8. December. Der Kaiser übersandte Herrn Professor Menzel ein huldvolles Glückwunschschreiben mit eigenhändiger Unterschrift. Der Kronprinz stattete demselben Vormittags persönlich einen Besuch ab. Der Reichskanzler folgte Nachmittags ' einer Einladung des kronprinzlichen Paares zum Diner. Berlin, 8. December. Der Kaiser nahm heute die Vorträge Albedyll's wie des Grafen Monts entgegen, empfing Nachmittags den Geheimen Commerzienrath Bleichröder und später den russischen Botschafter Schuwalow, der hierauf auch vom Kronprinzen empfangen wurde. . __ — In der heutigen außerordentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde an Stelle des verstorbenen Dr. Straßmann Dr. Stryck zum provisorischen Stadtverordneten- Vorsteber gewählt. Dresden, 8. Decbr. Die Königin ist unter ziemlich heftigen Fiebererscheinungen an einer katarrhalischen Mandelentzündung erkrankt. Paris, 8. December. Der Consul in Barcelona, Partiot, wurde zum Gesandten in Mexiko und der Consul in Amsterdam, Saintfoix, zum Gesandten in Montevideo ernannt. London, 8. December. Wahlresultat. Bis heute Nachmittag 4 Uhr waren als gewählt bekannt: 321 Liberale, 248 Conservative und 76 Parnelliten. — Das an der hiesigen Börse heute Nachmittag verbreitete Gerücht von dem Rücktritt Salisbury's ist vollständig erfunden. London, 8. December. Drei Bataillone Infanterie sind nach Egypten zur Verstärkung der dortigen britischen Truppen beordert. General Stephenson begibt sich am Freitag nach Wady Halfa, um die Operationen gegen die vordringenden Auf- ständ'sch g0G Hamilton, Chef der Admiralität, ist in Ealing (Middlesex) gewählt. Petersburg, 8. December. Anläßlich des Georgsfestes ist das Kaiserpaar aus Gatschina hier eingetroffcn. Heute findet eine große Auffahrt im Winterpalais statt. — Die russische „St. Petersb. Ztg." bringt die Anwesenheit der Gouverneure der drei baltischen Provinzen und des Dorpater Universitätskurators Kapustin in Petersburg damit in Verbindung, daß dieselben zu einer Specialcommission unter dem Vorsitze Durnowo's, welche die Entwürfe zu einer Reform der Gerichtsinstitutionen jener Provinzen auszuarbeiten hat, hinzugezogen werden sollen. — Der Generalmajor Kantakusen (der frühere bulgarische Kriegsminister) und der Generalconsul Kojander (russischer Generalconsul in Sofia) sind dieser Tage hier eingetrosten. Kopenhagen, 8. December. Prinz und Prinzessin Waldemar von Dänemark sind heute Mittag um IVa Uhr in Fredensborg eingetroffen. Washington, 8. December. Eine an den Congreß gerichtete Botschaft des Präsidenten enthält folgenden Passus: Unsere mäßige und gerechte Haltung gegenüber den Maßnahmen, welchen die nach Deutschland zurückkehrenden, hier naturaüfirten Deutschen daselbst begegnen, wird zweifelsohne zu einer befriedigenden Verständigung führen. Obwohl der Frage der Eigentumsrechte Deutschlands und Spaniens betreffs der Karolineninseln fernstehend, erwarten wir, daß sich nichts ereignen werde, was die friedlichen Handel treibenden oder dort wohnhaften Amerikaner ungünstig berühren werde. Wir haben uns Spanien und Deutschland gegenüber in diesem Sinne ausgesprochen. Washington, 8. December. Die Botschaft des Präsidenten besagt weiter: Der Präsident nehme Abstand davon, die Sanction des Senats für die Congo-Acte einzuholen. Die amerikanische Regierung sei nicht der Ansicht, daß die Unterschrift des amerikanischen Delegirten unter die Akte im Stande sei, ihre früheren Vorbehalte aufzuheben; sie könne nicht die Verantwortlichkeit und die Verpflichtung theilen, dem Congogebiet Neutralität aufzuerlegen. Die Botschaft gedenkt sodann der Erhaltung der guten Beziehungen zwischen England und Amerika. Der Präsident spricht sich ferner in Anbetracht des Umstandes, daß die Einnahmen die Bedürfnisse des öffentlichen Dienstes überschreiten. zu Gunsten der Herabsetzung der Einfuhrzölle auf Bedürfnißgcgenstände ans und empfiehlt nachdrücklich die Einstellung der obligatorischen Silberdollars-Ausprägung nach dem Gesetz vom Februar 1878 und constatirt die Noth- wendigkeit der Vermehrung der Kriegsmarine. Der Präsident tadelt lebhaft die Polygamie und empfiehlt die Annahme eines Gesetzes, welches die Einwanderung der Mor- monen verbietet. Den Vertrag wegen des Nicaragua-Canals beabsichtigt der Präsident dem Senat nicht vorzulegen. Der Bericht des Schatzsecretärs schätzt die Einnahmen des laufenden Jahres auf 315, die Ausgaben auf 2903/4 Millionen. Für 1887 sind die Einnahmen gleichfalls auf 315 Millionen veranschlagt, die Ausgaben auf 339 Vs Millionen einschließlich der Amortisationskasse. Der Schatzsecretär unter- ■ stützt die Ansicht des Präsidenten über die schlechten Wirkungen der fortgesetzten Silberausprägung. Der Umschwung in der orientalischen Krage. Seit den bedeutenden Erfolgen der Bulgaren gegen die Serben hat die orientalische Sphynx wieder ein drohendes Gesicht bekommen und oer Gegensatz der Interessen der indirect vornehmlich betheiligten Mächte sich noch mehr zugespitzt. Wenn nun auch ber Schwerpunkt der Krise in Serbien lag, wo die Verhandlungen über den Waffenstillstand mit Bulgarien trotz der Vermittlung Oesterreichs zu keinem gedeihlichen Abschlüsse gelangen wollten, so bildete die Frage der Union in Bulgarien doch ein kaum minder schwieriges Problem. Alle Berichte aus Belgrad ließen erkennen, daß die Regierung König Milan's mit ihrer Weisheit zu Ende ist. Man zog bereits die Verhängung des Belagerungszustandes über das ganze Land in Erwägung, man sprach gleichzeitig von der Einberufung der Notablen-Versammlung, man hielt einen Kriegsrath und trug die kampflustigste Stimmung in jeder Weise zur Schau, während es doch eine ausgemachte Sache ist, daß die serbische Armee in ihrer jetzigen Perfassung den Feldzug nicht mit Aussicht auf Erfolg erneuern konnte; kurz, aus Allem ging hervor, daß die Regierung eine Katastrophe ohne Fortsetzung des Kampfes befürchtete. Anstatt mit möglichster Beschleunigung die Hand zum Frieden zu bieten, erhebt man in Belgrad ein ganz übel angebrachtes Waffengerassel, das nur einen widerlichen Eindruck zu erregen vermag. Dadurch compromittirt Serbien im höchsten Grade die Unterstützung, welche Oesterreich dem Lande in seiner tiefsten Bedrängniß zukommen ließ. Befremdend bleibt zugleich, daß selbst die wuchtigste Moral der letzten Kriegsereignisse die Nation nicht energischer an die Pflichten der Bescheidenheit gemahnt hat. Diese Thatsacke ist es auch, welche noch immer alle Zweifel an die künftige Stellung des König Milan heftet. Würde sich das serbische Volk ehrlich und offen entschließen, den ihm zukommenden Theil der Verantwortung für den Ausbruch und die Folgen des Krieges dem Könige abzunehmen, so wäre auch den Abdankungsideen des Letzteren eine Schranke gezogen. In diesem Sachverhalt dürfte die Veranlassung zu den Verhandlungen Tisza'S mit Kalnoky in Wien zu suchen sein, denen auch die fremden Botschafter nicht fern blieben. Die Numelioten halten inzwischen an der Union fest und auf demselben Standpunkte beharrt der Bulgarenfürst mit seinem siegreichen Heere, roofür die unzweideutigsten Kundgebungen den Beweis lieferten, wenn auch Fürst Alexander als Diplomat der Pforte gegenüber nur die Anforderung stellte, die Absendung des türkischen Com- missars nach Rumelien bis nach dem Friedensschlüsse zu verschieben. So war es denn ganz natürlich, daß dieser Commissar bei den Rumelioten auf vassiven Widerstand stieß. Sollte deshalb ein Einmarsch der Türken stattfinden, so würde dies die Friedensaussichten in bedenklichster Weise trüben. Ebenso würde dieser Schritt sich nun den Bulgaren gegenüber um so weniger rechtfertigen lassen, welche so unleugbare Beweise ihrer starken nationalen Lebensfähigkeit gegeben haben. Schließlich rieth England der Pforte trotz ihrer formellen Berechtigung von einem solchen Schritte ab, welcher für dieselbe nur Nachtheile in Aussicht stelle und zu einem ernstlichen Conflicte mit Rußland führen könnte. Und gerade die ganz veränderte Stellung Rußlands ist es, welche hier besonders schwer in's Gewicht fällt. Vor mehreren Wochen kannte der Zorn der Petersburger Negierungskreise gegen die unbotmäßigen Bulgaren und deren Herrscher keine Grenzen. Kürzlich lobte nun der Czar in einem Tagesbefehle an seine Truppen die Tapferkeit der Vulgaren in höchst anerkennender Weise. Früher erteilten die offiziösen russischen Organe dem Fürsten Alexander höhnend und spottend den Rath, sich bei Zeiten in Sicherheit zu bringen; heute wird derselbe in denselben Blättern als ein Held gefeiert und ein Petersburger Blatt rückte sogar mit dem Vorschläge hervor, die Regierung möge die über den Fürsten eingegangenen Nachrichten, die seine Streichung aus den russischen Armeelisten zur Folge hatte, einer Prüfung auf ihre Richtigkeit unterziehen. Vielleicht könnte es sich da Herausstellen, daß der Fürst abscheulich verleumdet worden und daher wieder in Gnaden aufgenommen werden müsse! Auch sonst fehlte es nicht an sehr deutlichen Zeichen eines Umschwungs der öffentlichen Meinung Rußlands betreffs der Bulgaren und ihres Fürsten. Die deutsche Presse, welche natürlich großentheils bei der strengen Censur nur ein Echo der in der russischen Gesellschaft herrschenden Meinungen über die politischen Angelegenheiten sein !onn, hat gerade als solches einen um desto größeren Werth. Wenn nun in der „Deutschen Petersburger Zeitung" lebhaftes Wohtwolten für die Bulgaren und Abneigung und Mißtrauen gegen Oesterreich, den Beschützer der Serben, zu Tage trat, so war damit die allgemeine Stimmung in Rußland gewiß richtig gekennzeichnet Die General-Versammlung des slavischen Wohlthätigkeitsoereins in Petersburg, an welcher unter Anderen auch Jgnatiew und Tschernajew Theil nahmen, lieferte dafür einen neuen Beweis. Der Enthusiasmus für die Bulgaren, welcher sich in mannigfacher Weise bekundete, erreichte bei der Erklärung des Präsidenten seinen Höhepunkt, daß die kaiserlichen Worte des Tagesbefehls nicht nur eine offene Bestätigung der Solidarität Rußlands mit allen Slaven ohne Unterschied seien, sondern daß sie auch den Beginn einer neuen Aera für die slavischen Stäinme eröffneten. Der Präsident schloß mit einein Appell an die Versammlung, auf den Ruf des Czaren Vermögen, Leben und Blut gleich den Vorfahren von 1812 zu opfern. Als symptomatisches Zeichen für den Umschlag der öffentlichen Meinung auch bei uns mochten wir nur auf das Gerücht verweisen, wonach Kaiser Wilhelm beabsichtige, dem bulgarischen Herrscher den Orden pour le mdrite zu verleihen was wir natürlich unter aller Reserve wiedergeben. So häufen sich die Anzeichen der starken Sympathien des officiellen und nicht- ofsicrellen Rußlands mit den Bulgaren ganz ähnlich wie vor Ausbruch des Krieges 1876 Und welche Bürgschaft haben wir, daß die letztere Strömung das officielle Rußland nicht nochmals im Nothfalle zum Einschreiten für die bedrängten Brüder zwinget Und wenn sich auch die erste Aufregung über die Mission Khevenhüller's in der russischen Presse gelegt hat, so ist doch ein Bodensatz von Verstimmung und Mißtrauen zurückgeblieben. Es läßt sich eben nicht leugnen, daß das freundschaftliche Verhältniß Oesterreich-Ungarns zu Rußland, so sorgfältig dasselbe auch von den Staatsmännern der beiden Reiche gepflegt werden mag, noch sehr wenig Tiefe in den Volksgesinnungen selbst gefunden hat. u Die Stimme der tatsächlichen Interessen läßt sich ja nicht völlig zum Schweigen bringen. Und hierin liegt nun allerdings eine ungleich größere Gefahr als in den Vorgängen auf der Balkanhalbinsel. Man kann ja wohl die Behauptung aufstellen daß nichts bei den Letzteren an sich gut und böse fei; erst die politischen Gedanken der großen Eoncur-renzmächte des Orients machen es dazu. Die Aufgabe aber, die dabei hervortretenden Jnteressen-Gegensätze zu versöhnen, spotteten bisher noch jeder Lösung wenn nicht durch das Schwert. Kirchliche Antigen der evsngel. Gemeinde. Donnerstag, den 10. December, Abends 7*/2 Uhr, Erbauungsstunde in der Kirche: „David Lwmgstone, der Bahnbrecher in Afrika", Pfarrer Schlosser. nach akuten Jnfections-Krankheiten (Typhus, Schar- Lungenentzündung re.) empfiehlt sich an Stelle des Kaffees und Thees der Gebrauch des reinen entölten Cacaos, der einmal die schädlichen narkotischen Wirkungen jener nicht hat, anderseits aber wegen seines hohen Gehaltes an Drotein- ftoffen gerade für Schwachezustande von nicht zu unterschätzendem Nährwerth ist Der ÄÄ Unb D°n feinftem Geschmacks, und AsoKe"-Buseck, 8. December. Heute Nacht wurde beim Nachbauseaeben ana ^^tl^bause neben seiner Wohnung der Ackersmann Joh. Wagner III von Rodgen von Burschen uberfalleii und derart mit einem vorder im 'TMrfhaFinnfo »eftta Messerm ben ®opf'gefloßen, daß das Srn Se™»urte ©tunbeu der ob emtrat. Der Messerheld hat sich dem Gerichte gestellt. Auch die Fran welche ihrem Manne zu Hilfe eilte, wurde am Kopfe mißhandelt Die ^hat geschah dem Vernehmen nach ohne alle äußere Veranlassung. — Die Diphtberitis- epldemle Hierselbst ist immer noch nicht erloschen und erkranken täglich einige Kinder daran ~ December. Heute fand im hiesigen 5 Laubach, ältesten Tochter des Grafen zu Solms - Laubach ?fboreue Gräfin zu Stolberg - Wernigerode, mit dem Prinzen &Ä ff“ Zurich und dessen GeV» Ztanley und Peschuel- Lösche über den Congostaat, über Colonisten- und Negerwohl. Es kann bei den überschwänglichen Hoffnungen, welche man von Colonien, namentlich für das Mutterland selbst hegt, nicht entschieden genug betont werden daß die Colonien in erster Linie den Colonisten gehören unb nicht dem Mutterlande daß man nur durch energische Colonisationsarbeit Früchte ernten kann und daß das Streben nach Verbesserung des Looses der in fernen Welttheilen wohnenden ober dorthin auswanbernben Menschen allein eine Besitznahme und schützende Hoheitsrechte rechtfertigt, während die Sucht, nicht nur die tropische Statur, sondern womöglich auch die dort wohnenden Menschen mit den Hilfsmitteln einer höheren Cultur schonungslos und rasch auszubeuten, sich früher ober später an ben Ausbeutern selbst oder ihren Beschützern rächen wird. Wir schätzen daher an Stanley und auch an seinem ihm soeben scharf antwortenden Gegner Peschuöl-Lösche vor Allem, daß ihnen die Verbesserung des Looses der Reger selbst am Herzen liegt und daß sie es für die wichtigste Aufgabe erklären, den Afrikaner zur Arbeit zu erziehen. Nur wenn dieser hohe Cnlturzweck dauernd im Auge behalten und unerbittlich eine Vergiftung der Neger und anderer fremder Völker durch Branntwein und andere Laster einer alten Cultur abgewehrt wird kann man auf ein Aufblühen von Colonien und auf einen zukünftigen Handel mit ihnen rechnen. Wir halten es zunächst für geboten, uns mit dem Gründer des „unabhängigen Congostaates" zu beschäftigen. Henry W. Stanley, 1840 zu Derby, Wales, geboren hieß ursprünglich James Rowland, nahm aber den Namen seines Adoptivvaters Stanley in New-Orleans an. Den dritten Namen, Bula Matari, Felsenbrecher Laben ihm die Congoneger gegeben. Dieser Ehrentitel ist jetzt sogar auf den neuen Gouverneur des Congostaates übergegangen. Stanley begann seine Laufbahn, nachdem er vom dritten bis dreizehnten Jahre in einem englischen Armenhause zugebracht, als Schiffsjunge. Im Jünglingsalter verlor er seinen Wohlthäter, nahm Kriegsdienste im Heere der Verbündeten, gerieth in Gefangenschaft und wurde der Marine der Vereinigten Staaten zugetheilt. Nach dem Frieden bereiste er die Türkei und Kleinasien, begleitete als Berichterstatter des „New York Herald" das englische Heer in Abessymen und erlangte 1871 durch Auffindung Livingstone's Weltruf. Mehr als allen seinen kühnen Vorgängern ist ihm, unterstützt vom König der Belgier, Leopold II., und der Internationalen Afrikanischen Gesellschaft, die Erschließung des „dunklen Welttheils" zu danken. Mit welchen ungeheuren Mühen, Gefahren und Leiden er auf seinen weiten Entdeckungsreisen in Jnnerafrika zu ringen hatte, welche Ausdauer, findige Gewandtheit und unerschütterlichen Muth er dabei entwickelte, welche Dienste er der Wissenschaft und der Civtlisation. leistete und wie sehr ihm auch eine Verbesserung des Looses der Neger am Herzen liegt, kann hier nicht erörtert, mag in feinen Schriften selbst'oder in oolksthümlichen Bearbeitungen und Auszügen nachgelesen werden. Noch fesselnder vielleicht als alle darin aufgespeicherten Einzelheiten der Völkerkunde, der Erdbeschreibung und anderen Naturwissenschaften wird dem größeren Publikum die daraus zu schöpfende Bekanntschaft mit dem Geistesleben und der Willenskraft eines so bedeutenden Mannes sein, welcher alle Schwierigkeiten der Oert- lichkeit. des Klimas, ebenso Unverstand, Unbotmäßigkeit, Schwäche seiner weißen und farbigen Untergebenen siegreich zu bekämpfen wußte. Das erste seiner Werke ist: „Wie ich Livingstone fand", 1872; ihm folate* „Durch den dunklen Welttheil", 1878, deutsch von C. Böttger (u. A. von B Volz Ar weitere Kreise bearbeitet); endlich 1885: „Der Congo und die Gründung des Congostaates", deutsch von H. v. Wobeser, 2 Bände mit vielen Abbildungen und jvflrtcn* — Nach Stanley ist das afrikanische Tropenklima nicht in dem bisher allgemein angenommenen Grade „mörderisch", fordert aber sehr viel körperliche Fähigkeit und noch mehr moralische Festigkeit von Jedem, der dort seinen Aufenthalt nehmen und am Ausbau einer der wichtigsten künftigen Welthsndelsstraßen helfen will. Das dürfte namentlich zum Besten jugendlicher „Colonialschwärmer" dienen, welche ohne diese Ausrüstung das Wagstück unternehmen möchten. Wie daheim so ist auch drüben Sorgfalt in Bezug auf Nahrung, Kleidung, Leibesbewegung und Ruhe viel wesentlicher als ärztliche Behandlung. Dr. Martin (Influences of tropioal Chmates) sagt und Stanley bestätigt es, daß „Verringerung der Hitze und strengste Mäßigkeit" obenan stehen und Ausschweifungen noch verderblicher ü b 4n Guropa Zu meiden ist viel thierische und fette Nahrung, soweit als thunlich Sonnenbrand, Abend- und Nachtkühle, Rebel, Thau. Rach starker Ermüduna des Körpers oder Geistes ist ein kaltes Bad der Tod. „Leider werden ftorfe tranfe, bcr Fluch von Westafrika, in falschverstandener Gastfreundschaft vielfach in verführerischer Welse angeboten.". Selbst leichter Wein darf nur bei der abendlichen Hauptmahlzeit und nur sehr mäßig genossen werden. $ Den Stanley'schen Angaben tritt neuerdings u. A. besonders Dr. PeschM-Lösche — ein angesehener wissenschaftlicher Forschungsreisender, der auch als Chef einer früheren Congo-Expedltion gewirkt hat — in der „Gartenlaube" und einer Broschüre schroff entgegen, vertheidigungs- und angriffsweise. Seine Anschauungen gipfeln in ber Versicherung, unser gegenwärtiges Wissen berechtige unb verpflichte uns, bie Idee JÄ“?' bie ihre Felder selbst bestellen sollen, mit ihren Familien im Congostaate anzusiedeln, entschieden zu bekämpfen. Dern Kaufmanne unb dem Pflanzer, im Bunde mtt Missionar und dem Forscher, liege die wichtigste Aufgabe ob: Den Afrikaner AU r-2,e^enarunb die Hilfsquellen des Landes zu entwickeln. Dr. Peschuöl- Losche beruft sich u. auf den amtlichen Bericht des Staatssecretärs der Union „Congo Reports of W. P. Fisdel. Washington 1885." Auch was Mönckemener in h.-r „(Solonialjeitunfl" vorn 15. November mittheilt, spricht mehr für Peschuel-Lösche's als fuv bie Stanley-schm Ansichten. Außer bem Klima sieht Manckemeyer auch n ch araße s" b«r„arte‘terfrafle, d H. Anstellung van Negern, bie Badenbeschaffen- beit, bie Wahl ber Culturpflanzen unb bie Transportmittel seien weitere heikle Punkte L L°Lahme k°7nm^' ,,Ur bQm' °ufblüh°n, wenn nEbm Wanta^audÄ lokale-. ließen, 9. December. (Sterblichkeit in Gießen.s Die Zahl der Todesfälle stieg in der Woche vom 29. November bis 5. December auf 10 im Ganten non den-n sich 7 bet Erwachsenen, 3 bei Kindern ereigneten. Bei ben Lachsenm wirb Sllib^kiL^° bezeichnet: Lungenschwindsucht, Branchicnentzünbung, Schlags!üß » h nÄn orfln,",d’c Herzkrankheit, Knochenfraß, Altersschwäche je einmal Ell! Kinb von o ^.agen starb an angeborener Schwäche. Von 2 Kindern im 4 siebens- hJnnrf,?,1 7 cms brCu!».to*ArIa^' ba8 °udere der Diphtherie. Letzteres war aus einem benachbaUeu pieuß,scheu Dorfe zu ärztlicher Behandlung hierher gebracht raorbeii. Gießen, 9. December. (Tur nerlsches.f Der im vorigen Monate entstandene Manner-Turnverein hat mit dem gestrigen (Dienstag) Abende feine Uebunaen in degonnen. Der Verein soll bereits eine stattliche Anmbl allen Altersklassen besitzen, denn seinen Satzungen entsprechend nimmt derielbe auch junge Leute von 14 bis 18 Jahren als Turnzöglinge auf HandeL rrnd Werketzr. ™ c lKettenschiffsahrt auf dem Main.f Bereits vor zwei Jahren wurde diese Gesellschaft un er der Firma „Mainkette" mit dem Sitze in Mainz geßrüSibet u b baren wir letzt baß bie Emission von 1000 Stück Actien h 500 ^schonbnnen Kurzem burch bas Bankhaus A. Merzbach in Frankfurt a. M. zum Course von 101 bewerkstelligt werden wird, wobei die 5% Zinsen bis 31. December er. vom Käufer CnJUlb,ff ?'5Actw" haben Dividendenscheine per 1886 unb sollen an ben Börsen von Frankfurt, Dresben und Leipzig notirt werden Das Actien der Gesellschaft beträgt ! Million^, zur einen Hälfte in Wien A l welche vollgeza ll fmb, jur anderen Halste in Actien A 2 mit nur 2 o/o Einzahlung. Die Fttma ^h. Elimeyer in Dresden hat die Actien A 1 übernommen; nach den contractlichen Bestimmungen werden dieser Firma bei ber Uebernahme 100 Gewinn - AntheUschZue sCm ganzen Reingewinnes erhalten, bcr nach Vertheilung ber o o Divibende erübrigt, lieber bie Vertheilung ber reftirenben % 6ewmnes entscheidet bie Generalversammlung. Die Großherzoglich hessische Ireaieruua garantirt für zehn Jahre einen jährlichen Beitrag bis 3 o/o bei benötbiaten^unb SS Ianc?C n^t 5o/gDivibenbe erzielt sind; bas Maximum d eser Leistung ist 30 000 per Jahr. Würde demnach die Gesellschaft aus dem Betriebe einen Verlust von 10,000 JL erleiden, so käme den Actionären non b J ©arantie nur -0,000 JC. zu gute, während andererseits bei Betrieb mit Gewinn nur tn^oroetrt Zuspruch genommen werden kann, als nothwendig ist um Dividende auf 5 % zu complettiren. — Die unter analogen Verbältuissk'n op- ? «"^^QQ^^Ppfahrt - Gesellschaft auf dem Neckar hat an Dividenden öertbeHt 1879 '• 1880: 1881:6o/o, 1882: 5%, 1883: 6°/o, 1884: &/Q Sb aXbcm 18^ 1881 unb 18b3jufammen ca. 34,000 Jt Gewinn - Antheile an Sie babische Regierung roCC^ar : ^bsellschaft ist nicht einmal in bie Lage gekommen bie chr von ber badischen Regierung garauhrten Zuschüsse in Anspruch zu nehmen. 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Gießen, im December 1885. 8784 Der Vorsitzende der Section Gießen: L. Petri II., Ludwigstraße. r&T- pAncnk prt? ul Bant-, Fraaen- u. Ge- l>r. LrCIiSCn. schlochtskrankhelten (Syphilis)eto. Frankfurt a. m. o ’ Stiftstr. 22, fr. Assist. Pric Verlobung der Solms - Laubach mit dem Prinzen dessen Gemahlin, PU1'9' .Schlagsluü Lebens mo^ene,nem »'S «ÄS »erb MS ■Mig Dr &ncr Petars k»n, r auch n'T5 als ' B°denL^-°^ tere heik Julius Schulse9 Sonnenstraße 20, empfielt als paffende Weihnachtsgeschemke: ^ine Rüschen in CartonS, Schürzen in Atlas. Panama re. re., Krnderkraaen, Chenilletücher, Schleier, seidene Ballhand- schnhe, Uhrseder-Corsetten, Herrenkragen, Shlipse, Hosenträger, feine Kaputzen und Tücher u. s. w. zu bekamit billigen Preisen. 87891 3u Meihnachls - Einkäufen empfehle mein reich assortirtes Lager von Sopha-Teppichen in allen Größen, Zimmer - Teppichen, Fult- und Bettvorlagen, Angorafellen, Linoleum zum Belegen ganzer Zimmer. Tischdecken und Commodedecken, Fngl. 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Amtsgerichts. _________Neidhart. 8778 Unter Bezugnahme auf Vorstehendes mache bekannt, daß der zur Verthei- lung verfügbare Maffebestand Jl. 583 39 die Forderungen JL10239.64 H betragen. Die Schlußrechnung liegt an Großh. Amtsgericht zur Einsicht der Betheiligten offen. Gießen, 7. December 1885. F. Hoffmann^ 8779 Konkursverwalter.