SsisoriNt Mai. ra' Üzschlirf, 12,1 Ws üeften imf*1 »I L«°PdKi h«. I ru PermietbeR. ' Wm, WallU ulervnmieD " alfttfjlleuenw(g jj, [ ineinanbergc^nbj'jm- W' bel /Ne, J vermietben. WLEstnA WEnMSTSj, un|^ auch einjtlo, rj !9|fr. 63 lRiegelD^ i-möblirte JwEJi nfmrterftr. 40,111,& Zimmer zu vemich , Ecke der BahnW Zimmer zu oermifc 57, Anfrage 11. Qd ibltrtt Zimmer müde: Schüler zu vermiß enstraße 30. , hön möblirte Zimmn zi! Seltersrnez A.' Zimmer zu oennitfc ___LudwigstraM: mit Wohnung, gro.ü, Wettergaße 51; Hamborg. Hoose, »JE*9* ■ ?« D^W "MW BÄfC' r r(ip. -K krkäckr für ««ff“' ’&l an Private, M “in !*S «s® erffl^K jie Mzeizm. seüe erhält Arbeit.' ‘ad, SchreimrmM öittiver, in geord«' M Om W Ott Mr, M LckenUHrtin,Ä ibent liebevoll Mädchen ober jedoch nicht B: > auf dieses e* । kingehen roM ; Hier Angabe tw? Misse unter 0.L- A zu wenden.» it" und zuE-r Str. 107. SamstaMden 9. Mai 1885 idiener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. r r, . , .. Brei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlytzn» Dmresttr Schulst raße 7. Erschemt täglich tmt RnSnshme des Montag-. Kurth die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Iheit. Gießen, am 7. Mai 1885. Betreffend: Gesetzentwurf, die Abänderung der Artikel 45 bis 50 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 betreffend. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglicken Bürgermeistereien und Loealpolizeibeamten des Kreises. Einem Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz entsprechend sehen wir binnen acht Tagen der Mittheilung Ihrer Erfahrungen darüber entgegen, ob Oeffnungen an den Mauern der Stallgebäude zur Weiterverbreitung eines ausgebrochenen Feuers mehr beigetragen haben, als Oeffnungen an den Mauern der Scheuern und ähnlicher landwirthschastlicher Gebäude. v Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Gießen, 8. Mai. Die Kaiserin hat nunmehr ihre gewohnte Frühjahrskur in Baden- Baden angetreten, wo die hohe Frau in der Nacht vom Montag zum Dienstag wohlbehalten eingetroffen ist. . Im Reichstage wie im preußischen Abgeordnetenhause wird jetzt förmlich mit Dampfkraft gearbeitet, um ein baldiges Ende der beiderseitigen Arbeiten herbeizusühren. Wie die „Kreuz-Zlg." erfährt, würde denn auch der Schluß der Landtagssesston bereits an diesem Samstag erfolgen und Wzlich des Reichstages verlautet mit Bestimmtheit, daß derselbe noch vor Pfingsten geschlossen werden solle, und zwar womöglich am Samstag, den 16. Mai. Hreilrch müßte der Reichstag in diesem Falle auf die Erledigung verschiedener Vorlagen verzichten, von denen es anfänglich hieß, daß sie ebenfalls noch das Parament beschäftigen würden, wie z. B. das Militär-Relictengesetz, die Aus- -behnung der Unsallverstcherung aus die land- und forstwirthschastlichen Arbeiter, das Arbeiterschutz-Gesetz u. s. w. Jndeffen, nach Pfingsten wäre der Reichstag unter keinen Umständen in Halbwegs beschlußfähiger Zahl mehr zusammenzuhalten und die Regierung wird froh sein müssen, Kenn der Reichstag nach der Lefinitiveu Annahme der Zolltarif-Novelle und der'Vorlage, betr. die Ausdehnung ler Unfallversicherung aus die Transportgewerbe, sich noch mit den dritten Lesungen einiger minder bedeutenderer Vorlagen besaßt. Was nun den Börsen- steuer-Gesetzentwurf anbelangt, mit dessen zweiter Lesung sich der Reichstag in dieser Woche vornehmlich beschäftigte, so ist dessen endgültiges Schicksal noch et-vas ungewiß. Bekanntlich ist der springende Punkt der Vorlage, deren Vater cherr v. Wedell-Malchow ist, die von der Commission vorgeschlagene pro- c-ntuale Besteuerung der Börsengeschäfte, sobald der Werth der gehandelten Gegenstände 600 «A übersteigt, während im Gegensatz hierzu die National- liberalen die Einführung eines abgestuften Fixstempels beantragt haben. Von allgemeinerem Interesse war es nun, daß der Reichskanzler am Montage, dem eisten Verhandlungstage über die Börsensteuer, seine Bedenken gegen den Börsen- fluer-Gesetzentwurf in der Fassung, welche demselben von der Commission gegeben mrden ist, nicht verhehlte, indem er besonders betonte, wie wenig durch den Versuch, das Waarengeschäst in zwei Theile zu zerlegen, je nachdem es em nach Msengewohnheiten betriebenes ist oder nicht, die Absicht, den Landroirth, den Handwerker von der Steuer zu befreien, erreicht werde. Fürst Bismarck will mir das eigentliche Börsengeschäft getroffen wissen, unter Freilassung der ubrv gilt Geschäfte. Dagegen schien er sich allerdings dem procentualen Besteuerungs- Mus zuzuneigen und äußerte hierbei nur bezüglich des Arbitrage-Geschäfts Bedenken. Er lieh dem Gedanken Ausdruck, ob man den Ansprüchen des Mitrage-Geschäfts nicht durch die Freilassung der Wechsel von der geplanten Gebühr gerecht werden könne, um dann das Geschäft mit den übrigen Papieren Wcentual zu belassen. Im Allgemeinen ging aber aus den Ausführungen des Kmlers hervor, daß er über verschiedene wichtige Punkte des Börsensteuer- Wtzes sich als noch nicht genügend orientirt erachtet und sich hierüber nocy Miier zu insormiren wünscht. Daß er aber nicht gesonnen ist, dem Zustande- ilAmen des Entwurfes irgendwelche Hindernisse in den Weg zu legen, ging aus feiner am Dienstag gehaltenen Rede zur Evidenz hervor, in welcher der Kanzler feine entschiedene Zuversicht aussprach, daß die Sache zur Durchführung kommen metbe. Er drückte hierbei die Hoffnung aus. daß zwischen der zweiten und LAen Lesung des Gesetz-Entwurfes eine solche Verständigung innerhalb des gmfeä erzielt werde, daß der Bundesrath dem Entwürfe ohne Bedenken feine Zustimmung geben und mit demselben den Reichstag noch in diesem Monat ver- vWieden könne. Außerdem präcisirte der Reichskanzler nochmals seinen Stand- Mkt bezüglich des Arbitrage-Geschäfts dahin, daß er empfahl, der Arbitrage feuch differenzielle Behandlung, resp. durch Freilassung der Wechsel, entgegenzu- !Minen. Vorher hatte sich Namens der Socialdemokraten Abg. Kayser für feie Börsensteuer und für Aushebung der Salzsteuer erklärt und von den Con- iervaäiven gab Abg. v. Helldorf die Erklärung ab, daß seine Partei in gelten: Lesung für den Commissions-Entwurf stimmen werde, sich jedoch für die britte. Lesung einige redactionelle Abänderungen vorbehalte. Von deutschfrei- Finnicger Seite erklärten sich die Abgg. Dr. Bamberger und Dr. Meyer QnQie) entschieden gegen den Commissions-Entwurf, während der nationalliberale 'Antrag nochmals vom Abg. Dr. Buhl vertheidigt wurde. Bei den nun schniden Abstimmungen lehnte das Haus zunächst den Antrag der National- 1-taten auf Einführung des abgestuften Fixstempels mit großer Majorität ab m nahm die Tarifnummer 4 im § 1 nach den Commissions-Vorschlägen gegen die Stimmen der beiden liberalen Fraktionen und dann den gesammten $ 1 an. Ebenso wurden auch die übrigen Paragraphen des Gesetz-Entwurfes bis § 30 fast durchweg nach den Beschlüssen der Commission angenommen. Am Mittwoch berieth der Reichstag u. A. über die Anträge Richter (Aushebung des Petroleumzolles) und Kayser (Verwendung der Erträgnisse der Börsensteuer zur -Bildung eines Arbeiter-Jnvalidenfonds). Beide Anträge wurden abgelehnt. Nachdem der Antrag Huene im preußischen Abgeordnetenhause mit dessen am Montag in dritter Lesung erfolgten Annahme seine definitive Erledigung gefunden hat, mindert sich zusehends das Interesse an dm ferneren Verhandlungen des Hauses. Dasselbe beschäftigte sich am Dienstag und Mittwoch lediglich mit Petitionen und Interpellationen und verdient aus der Dienstagssitzung nur die Ablehnung der von polnisch-klerikaler Seite aus der Provinz Posen eingegangenen Petitionen um Aufhebung der Schulverordnung vom 27. October 1873 hervorgehoben zu werden. Der Bundesrath hat am Dienstag die Vorlage, betr. bie Abänderung und Ergänzung des Gerichtsverfaffungs-Gesetzes und der Stras- proceß-Ordnung nach den Ausschuß-Anträgen genehmigt. Es ist demnach die von Preußen befürwortete Herabsetzung der Zahl der Geschworenen von zwölf M sieben angenommen worden. Das deutsche Reich hat den plötzlichen Tod eines seiner thätigsten Beamten im Consulardienste und zugleich eines der hervoragendsten Afrika- reisenden zu beklagen. Dr. Gustav Nachtigal, der bisherige deutsche General- Consul in Tunis, ist am 20. April an Bord des Kanonenbootes „Möwe", aus welchem er nach Deutschland zurückzukehren gedachte, um demnächst in einen andern Wirkungskreis einzutreten, an einem perniciösen Wechselfieber gestorben und wurde Tags darauf auf Cap Palmas begraben. Der Verewigte war einer der glänzendsten Vertreter der deutschen Asrikaforschung, der sich namentlich um die Erforschung der Länder Inner-Afrikas, Wadai, Bornu, Darfur, die höchsten Verdienste erworben hat, während er anderseits als deutscher General-Consul in Tunis, welche Stellung er seit 1882 bekleidete, seinem Vaterlande die ersprießlichsten Dienste leistete. Die Trauerkunde von dem Ableben Dr. Gustav Nachtigall wird daher in den weitesten Kreisen aufrichtige Theilnahme erregen. Die französischen Kammern sind am Montag zu einer Schluß- session zusammengetreten. In der Deputirtenkammer übernahm hierbei der neue Präsident derselben, Herr Floquet, definitiv sein Amt mit einer Ansprache, in welcher er um die Unterstützung der Kammer bat. Es ist dies die letzte Session der gegenwärtigen Kammer, da bekanntlich im Laufe des Herbstes die Neuwahlen zur Deputirtenkammer auf Grund des ListenscrutiniumS stattfinden werden; ob dieselben zur Stärkung des Cabinets Brisson-Freycinet beitragen werden, ist zwar wahrscheinlich, aber immerhin noch nicht gewiß. Vorläufig hat dasselbe durch die im Sinne Frankreichs erfolgte Beilegung des Conflictes mit Egypten wegen des „Bosphore Egyptien" einen nicht zu unterschätzenden Erfolg in der auswärtigen Politik errungen. Zwar hat der diplomatische Agent Englands in Kairo gegen das für den 4. Mai vereinbart gewesene Wieder- erscheinen des „Bosphore Egyptien" Protest erhoben, indessen wird Frankreich diesem Proteste gegenüber schwerlich nachgeben und darf man im Uebrigen erwarten, daß es in dieser Affaire zu einet Verständigung auch zwischen Frankreich und England kommt. — In der Dienstagssitzung wählte die Kammer d^n Candidaten der äußersten Linken, Delasorge, mit 146 gegen 129 Stimmen, welche Develle, der Candidat der Opportunisten, erhielt, zum 1. Vicepräsidenten, was beweist, in rote bedenklicher Weise das radikale Element in der französischen Deputirtenkammer bereits das Uebergeroicht erlangt hat. Die am vorigen Sonntag in Spanien stattgefundenen Gememde- rathsroahlen sind vollständig im Sinne des conservativen Ministeriums Canovas del Castillo ausgefallen. Ungeachtet, daß sich die verschiedenen republikanischen Parteien mit der Partei Sagosta's und der sog. dynastischen Linken verbündet hatten, wurden bei den municipalen Wahlen in Madrid mehr Regierungs- Anhänger, als Candidaten anderer Parteien gewählt und dasselbe gilt in noch größerem Maße von den Provinzen. Ob freilich das Cabinet Canovas del Castillo hierbei nicht einen Druck auf die Wähler ausgeübt hat, steht dahin. Nachdem nunmehr Rußland den englischen Vorschlag, die Frage, ob Rußland in der Pendjeh-Affaire correct gehandelt habe, dem Schiedsspruch eines befreundeten europäischen Souveräns zu unterwerfen, genehmigt hat, kann der friedliche Ausgang des englisch-russischen Conflictes kaum mehr bezwei- feit werden. Daß der Meinungsaustausch über die Hauptpunkte der asghanischew Grenzsrage in London stattfinden wird, darf als ein Zugeständmß Rußland» "betrachtet werden; zu den bezüglichen Verhandlungen ist Lumsden, der englische Grenzcommiffar in Afghanistan, nach London berufen worden. Anderseits hat England seinen Entschluß kundgegeben, Port Hamilton nicht zu besetzen, da der Friede jetzt gesichert sei. Das osficiöse „Journal de St. Pstersbourg" consta- lirt auch mit Genugthuung, daß in den jüngsten parlamentarischen Debatten in London die militärische Frage unberührt blieb. Die Nachrichten aus Tongking lauten fortdauernd beruhigend. Der vollständige Abmarsch der Chinesen in der Richtung nach Langson bestätigt sich und auch die Schwarz-Flaggen am Rothen Fluffe befinden sich seit einigen Tagen aus dem Rückzüge nach Laokai hin._________________ —1. Darmstadt, 7. Mai. (Zweite Kammer' der Landstände.j Heute Mittag 4 Uhr eröffnete der Präsident die Sitzung mit der Mittheilung, daß die erste Kammer Hinsichtlich des Gesetzentwurfs, die Heranziehung der Actiengesellschaften zu den Com- : munallasten, den Beschlüssen der zweiten Kammer beigetteten, also die Sache erledigt fei. Bezüglich der Recommunication, Verwaltungsgesetze betr., trat weiterhin die zweite Kammer den redactionellen Abänderungen einstiinmig bei. c Bei der Recommunication, den Gesetzesentwurf, die Kosten des Unterhaltes der Sträflinge im Landeszuchthause und in den Gefängnissen betr., beschloß die erste Kammer zu Art. 2 die Bestimmung in den Gesetzesentwurf aufzunehmen: „Das Ministerium des Innern ist ermächtigt, den zu Freiheitsstrafen Verurtheilten, wenn ihre Vermögens-, Erwerbs- oder Familienverhältnisse hierzu Veranlassung bieten, dir Kosten der Strafvollstreckung ganz oder theilweise zu erlassen", um auf diese Weise dre Härten zu vermeiden, welche darin bestehen, daß der Verbrecher in erster Linie für dre Unkosten, die sein Verbrechen dem Staate bereitet, aufzukommen hat. Die Kammer trat auch dieser Zusatzbestimmung bei und nahm den Gesetzentwurf in dieser Fassung einstimmig an. , t t , Bei dieser Gelegenheit ergriff Abg. Vogt (Butzbach) das Wort und wres mrt Entschiedenheit die seiner Zeit vom Abg. Büchner erhobenen Beschwerden über die Zustände am Landeszuchthause Marienschloß zurück, indem auf Grund eingezogener Erkundigungen auch nicht eine der Anschuldigungen auf Wahrheit beruhe und der betreffende Herr Abgeordnete von seinem Gewährsmanne schlecht informirt sei. Weder Muckerthum noch allzu große Strenge herrsche an der Anstalt. Auch vom Ministertifche wurde nunmehr diesen Anschuldigungen entschieden ent- gegengetteten und versichert, wie es undenkbar sei, daß die geschilderten Vorgänge sich auf die jetzige Direction beziehen könnten, da die Regierung nach jeder Richtung hm von der Vorzüglichkeit der Leitung überzeugt sei. Ein Antrag des Abg. Haas wegen Stellungnahme der Regierung zu der von Reichswegen in Aussicht genommenen Besteuerung der Phosphordünger wurde noch Großh. Regierung zur Beantwortung mitgetheilt und die Session hierauf bis Herbst geschlossen.______ _______________________ E. R. Berlin, 7. Mai. sReichstag.j Dem Reichstage ist heute der Auslieferungsvertrag mit Rilßland zugegangen. Ob er noch zur Berathimg kommt, wird, wie man glaubt, davon abhängig sein, ob der Reichskanzler ein Interesse daran hat, unter jetzigen Umständen eine Verhandlung über die Beziehungen des Reiches zu Rußland herbeizuführen und der russischen Regieruna seinen guten Willen selbst für den mehr als wahrscheinlichen Fall zu beweisen, daß die Vorlage abgelehnt wird; dagegen ist die Verständigung über die Amendirung der in zweiter Lesung angenommenen Börsensteuer so weit vorgeschritten, daß die Annahme eines Gesetzentwurfes, dem die Reichsregierung zustimmen wird, jetzt für unzweifelhaft gilt. Zu der Berathung der Abänderung des Zollvereinigungsvertrages, nach welcher die Bestimmung, daß von einem Staate oder einer Commune von solchen Conspm- artikeln, die mit mehr als 3 pro 100 Kilogramm verzollt werden, keine weiteren Abgaben erhoben werden dürfen, aufgehoben werden soll, waren einige Abänderungen vorgeschlagen worden, die indessen nach längerer Debatte, an der sich die Abgeordneten Halben, Graf Bismarck, Struckmann, Broemel und Klemm beteiligten, abgelehnt' wurden, Anttäge, die den Zweck verfolgen, daß auch denjenigen Commumn unb Corporationen, welchen bisher das Recht der Auferlegung einer Abgabe auf Branntwein, sowie auf Malz und Bier, die gleiche Berechtigung verliehen werde, wurden zur Vorberathung an eine Commission verwiesen. Eine längere Erörterung knüpfte sich an die Besprechung zahlreich vorliegender Petitionen, bei Denen es sich um Ansprüche solcher Invaliden handelt, die durch eine Versäumniß der Präklusivfrist für ihre Meldungen rechtlich nicht mehr berücksichtigt ^Demgemäß mußte fick das Haus formell für eine Ablehnung dieser Ansprüche aussprechen, indessen lassen die seitens der Militärverwaltung in der Commission wie auch heute abgegebenen Erklärungen es erhoffen, daß die Petenten eine gerechte Würdigung ihrer Ansprüche zu erwarten haben werden, die in der Zubilligung der de jure ihnen nicht mehr zukommenden Pension und Entschädigung befteht. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz - Burea«. Berlin, 7. Mai. Der Bundesrath nahm den Antrag Bayerns, betteffend den Entwurf des Gesetzes über Unzulässigkeit der gerichtlichen Beschlagnahme von Eisen- bahn-Fahrbetriebsmaterial in erster Lesung an und genehmigte den Handels- und Schifffahrts-Vertrag mit der südafrikanischen Republik und die Meistbegünstigungs- Convention mit Birma. Ferner stimmte er dem Gesetzentwurf wegen des Nachtrags- Etats zu. Berlin, 7. Mai. Das Abgeordnetenhaus erledigte heute eine Reihe von Petitionen nach den Anträgen der Commission. — Für die morgen früh 10 Uhr anberaumte Sitzung wurde das Lehrer-Pensionsgesetz auf die Tagesordnung gestellt. — Das Herrenhaus nahm in seiner heutigen Sitzung nach unerheblicher Debatte die Consolidationsordnung für Rheinland und Westfalen und den Gesetzentwurf über Ablösung der Servituten 2c. in den Hohenzollern'schen Landen in der Fassung des Abgeordnetenhauses an. Das Gesetz, betreffend die Kantongefängnisse in den Rheinlanden, wurde unter Verwerfung des § 5, welcher die Strafgelder der Staatskasse überweist, angenommen. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. — Tagesordnung: Kleinere Vorlagen und Petitionen. Wien, 7. Mai. Die Leiche Karageoraievic's ist auf dem Nordbahnhofe ein- gettoffen, von den Söhnen des Verstorbenen und dem Vertreter des Fürsten von Montenegro empfangen und in der griechischen Kirche aufgebahrt worden. — Der Erb- großherzog von Baden kehrt morgen Abend nad) Karlsruhe zurück. Kronstadt, 7.JDtai. Der Seeverkehr mit dem Auslande ist heute eröffnet, auch ist bereits ein schiff im Ansegeln. — Das Gerücht von der beabsichtigten Schließung des Handelshafens stellt sich als unbegründet heraus, im Handelshafen sind .«lle Vorkehrungen zur Aufnahme der Kauffahrteischiffe im Gange. London, 7. Mai. Die „Daily News" erfährt, die russische Regierung habe sich bereit erklärt, die positive Versicherung zu geben, daß sie nicht die Absicht habe, jetzt oder später von Herat Besitz zu ergreifen. Newyork, 7. Mai. Die Jury erklärt Richard Short, welcher Thomas Phelan, den Aufseher des Arbeitshauses in Kansas City (Missouri) im Bureau O'Donovan Rossa's Hierselbst mit einem Dolche verwundet hatte, für nichtschuldig. Lokales. Gießen, 8. Mai. (Circus Lorch., Es giebt doch noch eine Kunst, welche im Stande ist, das Publikum schaarenweise heranzuziehen und die Zweifel, zu denen die Erfahrungen der letzten Wintersaison berechtigten, sind gehoben, seitdem Herr Director Lorch sein luftiges Zelt am Neustädter Thor aufgeschlagen hat. Natürlich liegt die Ursache des zahlreichen Besuchs in erster Linie darin, daß ein Circus in Gießen zu den Seltenheiten gehört und nicht nur auf ein gewisses Publikum angewiesen ist, wie andere Stätten der Kunst. Im Circus kann sich Jedermann, ob alt oder jung, amüsiren, man braucht nur Lingen zu haben, um all das Wechselvolle sehen zu können, und daß Niemand unbefriedigt nach Hause geht, dürfte auch gewiß sein, da Herr Lorch wirklich das Beste zu bieten bestrebt ist. Die Leistungen haben von anderen Seiten bereits so eingehende Besprechungen und gerechte Würdigungen gefunden, daß wir dem kaum noch etwas hinzufügen können. Die Pferdedressur erweckte auf der einen Seite das höchste Interesse, während auf der andern Seite den Elephanten, „die ihre Kunsfftücke hier grad so gut machten, wie sie ihre phlegmatischen Gewohnheiten auf den heimatlichen Kukurutzfeldern ausübten", eingehendes Lob gespendet ward; nur die menschlichen Künstler wurden bisher etwas stiefmütterlich behandelt und darum wollen wir für diese heute eine Lanze brechen. Fangen wir mit der uns angeborenen Galanterie bei den Damen an, so sind wir fast im Zweifel, wer am meisten das Recht hat, unsere Anerkennung zu beanspruchen, da von dem kleinen 5jährigen Fräulein Amalie Lorch an bis hinauf zu den größten Balletproductionen der Fräuleins Rosa und Anna Lorch alles ganz vortrefflich war und das „gar zu liebe Lächeln", welches kürzlich in einem hiesigen Blatte hervorgehoben wurde, kleidet alle Ballerinen und Kunstreiterinnen nicht übel, in Folge dessen wird es ihnen auch leicht, ein feuriges Jünglingsherz in Hellen Flammen emporlodern zu lassen. Neben diesen einnehmenden Vorzügen finden sich aber bei den Damen der Gesellschaft Lorch hoch beachtenswerte künstlerische, welche in den mannigfaltigsten Gestaltungen zur Geltung kommen. Besonders hervorragend ist ferner Herr Hundini in seinernervenerschütterndcn Luftgymnastik, die wir selten in solcher Vollendung gesehen haben, während Herr Mach an durch seine eigenartigen Leistungen ebenfalls hohes Interesse erweckt. Herr Geny zeigte sich als eleganter und flotter Reiter auf ungesatteltem Pferde und die Familie Brunner, lauter jugendfrische Gestalten, bot durch ihre Kunstproductionen eine hübsche Abwechslung. Die Pantomime „Das chinesische Fest" läßt an Großartigkeit und Vielseitigkeit nichts zu wünschen übrig. —k. Vermischt es. Worms, 4. Mai. Gestern tagte hier der Delegirtentag der Krieger-Kamerad-1 schäft „Hassia". Die Stadt hatte zu Ehren des Tages Flaggenschmuck angelegt. Prinz Heinrich, der seinen Besuch in Aussicht gestellt hatte, war durch Unwohlsein am Erscheinen verhindert. Bei der Vormittags in der Ebertsburg abgehaltenen Delegirten- Versammlllng ergab die Feststellung der Präsenzliste, daß alle Vereine bis auf einen vertreten waren. Nach der Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden, Herrn 1 Oberst Gerlach, hielt der Vorsteher des Bezirksverbandes Worms, Herr Premier- Lieutenant d. L. Gernsheim, die Begrüßungsrede und schloß Redner mit dem Wunsche, daß der heutige Tag ein Tag wahrer echter Kameradschaft sein möge und daß die Kameraden, wenn sie Worms wieder verließen, mit aller Befriedigung auf den heutigen Tag zurückblicken möchten. Hierauf wurde der Vorstand durch, Acclamation unter lebhafter Anerkennung seiner Verdienste wiedergewählt. Für den nächsten Delegirtentag wurde Butzbach als Versammlungsort bestimmt. In Bezug auf diejenigen Soldaten, i welche nach 1870/71 gedient haben und die von einzelnen Localvereinen nur als passive Mitglieder ausgenommen werden, wird auf Antrag des Präsidiums beschlossen, diese - Mitglieder, sofern sie wirklich Soldaten waren, der „Hassia" gegenüber als vollberechtigte active anzuerkennen. Die Bestimmungen der Lokalstatuten werden durch diesen Beschluß nicht berührt. Auf Antrag des Verbandes Butzbach werden die Verbandsstatuten in § 18, der die Localvereine schon nach einjähriger Dauer der „Hassia" gegenüber zur Unterstützung berechtigt, dahin abgeändert, daß diese,Bestimmung künftig nur für neu sich bildende Vereine in Kraft bleibt; die alten Vereine dagegen, die ja lange schon der „Hassia" hätten beitreten können, sollen fortan die ged. Berechtigung erst nach drei Jahren erlangen. Dem Anträge des Verbandes Mainz, den Delegirtentag künftig nicht mehr im Mai, sondern im Juni abzuhalten, wurde zugestimmt. An dm für den Nachmittag in den prächtig decorirten Worret'schen Sälen cirrangirten Banker beteiligten sich außer den Mitglieoern eine große Zahl von Ehrengästen. Nach dm Toaste des Herrn Oberst Gerlach auf Se. Majestät den Kaiser brachte Herr Kreisrath von Gagern das Hoch auf Se. Königliche Hoheit den Großherzog aus. Diesen officiellei! Toasten folgte noch eine Reihe anderer, unter denen die des Herrn Major M Bürgermeister Küchler und des Vorstehers des Verbandes, Premierlieutenant o. k. Gernsheim, ganz besonderen Enthusiasmus hervorriefen. Unter den Klängen Kapelle des 118. Regiments verlief das Mahl in ungetrübter Heiterkeit. Erst M trennten sich die Festgenossen. Frankfurt, 30. April. Der Pfarrer in einer unserer Nachbargemeinden besitz! einige Fässer ausgezeichneten Weines. Der geistliche Herr befand sich vor einigen Tagen in seinem Keller, um den Wein zu probiren; da ertönte von oben herab bit Stimme des Küfermeisters, der in dem Keller seinen Gehülfen und nicht den Herrn Pfarrer vermuthete. Der Küfer rief hinunter: „Adam! Gieb mir einmal von dm Pfarrer seinem guten Wein, der Pf . . . braucht ihn nicht allein zu trinken!" Da Herr Pfarrer nahm die Aeußerung von scherzhafter Deite auf und reichte dem banati Lechzenden, ohne sich erkennen zu geben, ein Glas des edlen Stoffes heraus., 91m weitere Anforderungen erfolgten neue Zusendungen von unten aus, auf welche imnici anzüglichere Reden auf den Herrn Pfarrer antworteten. Als Letzterer nun benied«, daß sein Küfermeister bedenklich redselig wurde, erschien er in höchsteigener Person am Kellerhals. Man kann sich den Schrecken des Küfermeisters denken! Der Herr Pf,am ignorirte indessen das Vorkommniß und ging lächelnd an dem zerknirschten Sünde! vorüber. . . Lahr, 5. Mai. (Die Eröffnung des ersten deutschen Reichswaisenhauses m Lahr.j So ist er denn endlich herbeigekommen der Tag, an welchem ein Unternehmen ins Leben tritt, das seit einer Reihe von.Jahren das Interesse nicht nur von goitz Deutschland, sondern auch des Auslandes, da wo deutsche Herzen schlagen, erregt unu die tatkräftige Theilnahme unzähliger edler Seelen wachgerufen hat; ein Werk, W dazu bestimmt ist, die nationale Zusammengehörigkeit aller Deutschen auf einem jf weihten Boden, auf dem werktätiger Menschenliebe, zum Ausdruck zu bringen^ *1( zahlreichen Mitarbeiter an dem schönen Werke werden an diesem Tage die ersten Fruon und den Erfolg ihres opferfreudigen Schaffens sehen. Am Pfingstfeste soll das er« deutsche Reichswaisenhaus Hierselbst eröffnet und seiner Bestimmung übergeben weröim Kein schönerer Tag konnte wohl für die Feier einer so wahrhaft nationalen Schöpf gewählt werden. Der Verwaltungsrath für den Reichswaisenhausfonds und ij Vorstand der deutschen Generalfechtschule haben bereits das Fest-Programm feftgefieu Laut demselben findet am Sonntag den 24. Mai Empfang ankommender Feftgästec^ Bahnhofe, Nachmittags um 3 Uhr Generalversammlung und Ausschußsitzung Deutschen Generalfechtschule in der Aula des Stadtschulgebäudes; von Abends 8 U-- beginnend gesellige Unterhaltung statt. Am Montag den 25. Mai: VormE Empfang ankommender Festgäste. Um 11 Uhr: Aufstellung des Festzuges beim Hauses. Zug nach dem Waisenhause. Um 11 Vr Uhr: Eröffnungsfeier, für rvttchl ^ besonderes Programm am Festtage selbst ausgegeben werden wird. Darauf BesichNA^! des Reichswaisenhauses ^und der Anlagen. Nachmittags l1/» Uhr: Festessen; 4 Uhr: Gemeinsamer Spaziergang in der Umgebung der Stadt. Abends 8 M- Großes Bankett mit Musik- und Gesangsvorträgen. Am Dienstag den 26. Mm V bei günstigem Wetter eine Ausfahrt über den Gaisberg nach dem im schonen ■ der Kinzig überaus anmutig gelegenen Zell gemacht werden, wobei die Rückkehr J Lahr vorbei an der prachtvollen Burgruine Hohengeroldseck über den romonttM Schönberg erfolgen wird. Die Stadt Lahr wird es sich zur Ehre rechnen, ben OM aus dem ganzen weiten deutschen Vaterlande, die sich an der Feier zu beteilig^, denken, den Aufenthalt in ihren Mauern so angenehm als möglich zu machen- ~ Zahl der Festtheilnehmer wird schon nach den vorläufigen Mitteilungen eine p außerordentliche sein und dürfte sich die Feier allem Anscheine nach zu ,dem gelte*' was sie ihrem eigensten Wesen nach ist, zu einem wahrhaft nationalen iw, Allen, die sich daran beteiligen, fei schon im Voraus ein herzliches „Willkomm zugerufen. , o a Bensberg, 4. Mai. Bei dem schweren Gewitter, ba£ heute zwischen ij < 1 Uhr Mittags über unfern Ort dahin zog, fuhr ein Blitzstrahl in ein Haus tödtete von Drei in der Stube am Tische sitzenden Personen (Mutter und zwe . wachsenen Söhnen) eine, nämlich den älteren Sohn. Das ganze Haus bietet em völliger Verwüstung. Im Stalle wurde ein Schwein vom Blitze erschlagen. Paris, 4. Mai. In Dover wurde vorgestern der Eingang |u bem u^g; seeischen Tunnel, der im vorigen Jahre begonnen und etwa anderthalb Knomeler « gebohrt worden ist, zugemauert. Es wurde zuvor festgestellt, daß nirgenDö Tunnel Wasser durchgesickert war. — Die Stadt Paris hat in dem Jayr - j EAthie« J Mer § a ehie Äs« n u'tb. *. PG s,’t 2tav'-, 26. ® ?£ien^aö StzK v: 'ÄA MV 1 213,450 Ochsen, Kühe und Stiere, 1,041,932 Hammel, 142,600 Schweine und 10,651 Pferde, Maulthiere und Esel verzehrt. — sWer ist strafbar?) Vor dem Schöffengericht in Karlsruhe kam am Mittwoch eine Anklage gegen Ottmar Fischel, Lampenfabrikant von Bruchsal und dessen Buchhalter Helft zum Austrag. Im December v. I. hatte der Procurist Baumer der Firma Kunz u. Pfändler in Olten (Schweiz) den Versuch gemacht, von einem Commis des Herrn Fischel durch Bestechung ein vollständiges Verzeichniß der Kundschaft seines Prinzipals zu erlangen, war dann von Herrn F., der hiervon Kenntniß erhalten, nach Karlsruhe in den Gasthof „Zum Geist" bestellt und dort nach Gebühr durchgebläut worden. Vor diesem Akt der Selbsthülfe war jedoch Herr F. bei der Staatsanwaltschaft gewesen, um die strafrechtliche Verfolgung des Baumer zu erwirken und hatte sich erst dann zu der den Gegenstand der Anklage bildenden Handlung entschlossen, als ihm der Bescheid geworden war, daß die bestehenden Gesetze leider noch keine Handhabe dazu bieten. Auf diese Tbatsache nahm, wie die „Bruchs. Ztg." berichtet, in der Verhandlung der Vertreter oer Staatsanwaltschaft, Referendar Dr. Jollyim Eingang seines Plaidoyers sofort Bezug und sprach sein Bedauert: aus, daß die Staatsanwaltschaft durch das rührige und rachsüchtige Betreiben des Baumer in die Lage versetzt Morden sei, gegen die Herren Fischel und Helft Klage zu erheben, während von Rechtswegen der Kläger selbst auf die Anklagebank gehöre, es handle sich deshalb auch in diesem Falle weniger darum, dem verletzten Rechtsbewußtsein Genugthuung zu verschaffen, als vielmehr nur darum, dem Buchstaben des Gesetzes sein Recht werden zu lassen und aus diesen Gründen beantrage er die niedrigste zulässige Strafe. Der Ver- theidiger der beiden Angeklagten, Dr. Binz, erklärte, daß er diesen Ausführungen des Vertreters der Staatsanwaltschaft nichts mehr hinzuzufügen habe, als höchstens den Wunsch, daß ähnliche Individuen, wie der Zeuge Baumer, in Zukunft für ihre Niederträchtigkeit nicht nur tüchtige Prügel bekommen, sondern auch gehöria eingesperrt werden möchten. Das Urtheil des Gerichtshofs lautete, dem Anträge oer Staatsanwaltschaft entsprechend, gegen beide Angeklagte auf eine Geldstrafe von 5 Mark und die Kosten. — sWas des Einen Unglück, ist des Andern Glück.) Ein Arzt in Manitoba geriet!) — so erzählen amerikanische Blätter — in diesem schneereichen Winter auf die Idee, bei der Verschneitheit der dortigen Landstraßen seine verstreut wohnenden Patienten auf Schneeschuhen zu besuchen. Ein Abenteuer, welches dabei dem gewissenhaften und unternehmenden Aeskulap zustieß, wird vom „Pembina Sentinal" wie folgt erzählt: „Dr. Mansor, der bekanntlich diesen Winter seine Krankenbesuche auf Schneeschuhen ausführt, hatte neulich das Unglück, mit den Schneeschuhen so heftig in eine üb er schneite Kreuzdornhecke zu fahren, daß er sich selbst nicht daraus zu befreien vermochte und anderthalb Tage zu warten hatte, bis endlich ein glücklicher Zufall ein Paar Männer vorbeiführte, welche den bereits recht Erschöpften aus seiner gefährlichen Lage retteten. Obgleich die Gefangenschaft Dr. Manson's nur sechsunddreißig Stunden dauerte, war diese Zeit noch lang genug, um von fünf seiner Patienten benutzt zu werden, völlig zu gesunden, so daß der aus dem Abenteuer für den geschätzten | Arzt erwachsende Verlust ungleich größer ist, als es auf den ersten Blick scheinen ! möchte." — sZur Warnung.) Die Mode bringt jetzt wieder einmal etwas Gefährliches und Gesundheitsschädliches. Wir meinen die jetzt von Damen und Kindern viel gebrauchten Goldkanten und vergoldeten Metallschnüre an Halskragen und Kleidereinfassungen. Es sind bereits mehrere Fälle bekannt geworden, in denen die leichtvergoldeten Kupferdrähte nach rascher Abscheuerung des echten Niederschlages eine Röthung und Entzündung ier Halshaut mit Pickeln und Ausschlag hervorgebracht haben. Also Vorsicht im Gebrauch dieser modernen Goldkanten und Goldschnüre? Auf keinen Fall bringe ment dieselben in direete Berührung mit der Haut. Kirchliche Anzeigen der Stadt Giesten. Evangelische Gemeinde. G o t t e s d i e n st. Samstag den 9. Mai. Nachmittags 4 Uhr: Beichte, Pfarrer Dingeldey. Sonntag Rogate, 10. Mai. Vormittags 9^2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Feier des heiligen Abendmahls- Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche: fällt aus. Montag, den 11. Mai, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, letzte Bibel- stunde vor Pfingsten, Philipperbrief Kap. 4, 10—23. Pfarrer Dr. Naumann. Am Himmelfahrttag, 14. Mai, wird der Nachmittagsgottesdienst um 2 Uhr in der Friedhofskapelle gehalten werden. Am Sonntag Exaudi, 17. Mai, findet im Nachmittagsgottesdienst die Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden Mädchen statt- Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 10. bis 16. Mai besorgt Pfarrer Schlosser- Katholische Gemeinde. 5. Sonntag nach Ostern- (Rogate ) Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Com- munion. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt- Um 2 Uhr: Maigebet. Christi Himmelfahrt- Von 6 Uhr an: Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl- Commu- nion. Um V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. Um 2 Uhr: Festandacht. Am Freitag um 6 Uhr: Maigebet- Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 7 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 825 Uhr- OimheWe GseMhmn. Wir bringen hierdurch zur Kenntniß des Publikums, daß der Bundesrath Abänderung und Ergänzung des § 48 des Betriebsreglements für die Eisenbahnen Deutschlands und der Anlage D zu diesem Paragraphen beschlossen bat. Unsere sämmtlichen Expedrtlonen er- theilen nähere Auskunft- _ 3568 Gießen, den 4- Mai 1885- Großherzogliche Direktion- Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Hermann Karbe von Lick wird, auf dessen Antrag — da derselbe bescheinigt hat, daß die Schulden sein Vermögen übersteigen, heute, am 7. Mai 1885, Nachmittags 43/4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Vorschußkasserechner Kämmerer von hier wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 8. Juni 1885 bei den: Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus- fchusses und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Mittwoch den 17. Juni 1885, Vormittags 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 8. k. M Anzeige zu machen. Lich, den 7. Mai 1885. Großherzogliches Amtsgericht zu Lich. gez.: Langermann, Veröffentlicht: Bauer, Gerichtsschreiber-Aspirant, i* V. des Gerichtsschreibers des Gr. Amtsgerichts Lich. 3582 Allgemeiner Anzeiger. Aufgebot. Anna Maria Weidenhaus, geb. am 25. November 1807, und Sophie Weidenhaus, geb. am 19. April 1815 —, Töchter des Friedrich Weidenhaus und dessen Ehefrau Johannette Margarethe, geb. Heller, von Grüningen — haben sich vor länger als 50 Jahren nach England begeben und sind seitdem verschollen. Nach dem Tode seiner Ehefrau ist im Jahre 1837 — Friedrich Weidenhaus mit seinem großjährigen Sohne Gottfried Weidenhaus nach Russisch-Polen ausgewandert; Beide sind ebenfalls verschollen. — Das mütterliche Vermögen der Anna Maria Weidenhaus und der Sophie Weidenhaus wurde seither curatorisch verwaltet und beträgt dermalen ungefähr 2000 Da dieselben das 70. Lebensjahr zurückgelegt haben, so ist von den Curatoren Jacob Wilhelm Engel und Christian August Jsheim von Grüningen der Erlaß eines Aufgebots beantragt worden. Es werden hiernach Anna Maria Weidenhaus und Sophie Weidenhaus resp. deren Leibes- oder Testamentserben aufgefordert, spätestens im Termin — Mittwoch foen 15» Juli l. IS., Vormittags 9 Uhr, ihre Rechte an das fragliche Vermögen vor dem unterzeichneten Gericht anzumelden und zu begründen, als sonst Anna Maria und Sophie Weidenhaus für todt erklärt und das Vermögen den nächsterbberechtigten Verwandten ausgeliefert werden würden. Zugleich ergeht an alle Diejenigen, welche Erbansprüche an das fragliche Vermögen zu haben vermeinen, die Aufforderung, diese Ansprüche spätestens in dem oben anberaumten Aufgebotstermin geltend zu machen, als sonst Verzicht unterstellt und das Vermögen als bonum vacans dem Fiskus überwiesen werden würde. Lich, den 3. Mai 1885. Großherzogliches Amtsgericht Lich. Langermann. 3559 Eine Partie Stoffe für Damen- und Kiuderkleider sowie Stoffreste habe ich in meinem Laden zum Ausverkauf ausgelegt. Ich empfehle solche zu außergewöhnlich billigen Preisen. 3191 J. Os. Heiter« Einem geehrten Publikum hierdurch die ergebene Anzeige, daß mein Eiswagen von Sonntag den 3. Mai ab wieder täglich, die ganze Saison hindurch, fährt. Vorrath ca. 8000 Gentner nur Lahneis. Behufs größerer Abschlüsse bitte ich ergebenst, sich mit mir persönlich ins Benehmen setzen zu wollen. Achtungsvoll 3436_____________ Jacob Helfenbein. Co Heyer, Mechaniker, Neue Bäue Burckhardt'sches Haus empfiehlt sich zu Anlagen von 1820 Elert. Haus- und Hotel-Telegraphen, Schellen, Telephons etc. Die für das Rechnungsjahr 1884/85 rückständigen Kapitalzinsen, sowie die für ersteigerte Früchte des landwirth- schaftlichen Versuchsfeldes noch nicht berichtigten Beträge sind innerhalb der nächsten 14 Tage zur Universitätskasse zu bezahlen. Gießen, den 8. Mai 1885. Großherzogl. Universitäts-Rentamt. __________Schmidt. 3579 Donnerstag den 18. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hos- raithe des Konrad Krairsch Flur 1/824 531 Meter Hofraithe in der Schloßgasse, „ I 825 362 Meter Grabgarten das. meistbietend versteigert werden. Gießen, den 8. Mai 1885. Großherzogltches Ortsgericht. 3573__Müller.___________ Ausverkauf von Klein-Eisenwaaren im W. Seibert'schen Laden Dtarktstraße 21 wobei insbesondere Acker und Gartengeräthe, Sense«, Sicheln, Kochgeschirr, Eisenwerk für Schreiner, Glaser k., Grabkreuze, Oefen re. bei billigsten Preisen. Hoffmann 3584________Concursverwalter. Dienstag den 16. Juni, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Lorenz Stender Flur XXXV/38/io 129 Meter Grabgarten auf der Grünberger Chaussee und die Professorstücke, „ XXXV/48/io 463 Mtr. Hofraithe das., „ XXXV/2645/io 690 Mtr. Grabgarten das-, _ „ XXXII1/185 1000 Mtr. Acker am Nahrungsberg, hinter dem Trechselischen Garten meistbietend versteigert werden. Gießen, den 8. Mai 1885. Großberzogliches Ortsgericht. 3572__________ Müller.________ Heute, SamStag, den 9. d., Vormittags 10 Uhr, lasse ich auf meiner Baustelle eine Parthie alte Falzziegel, Fenster, Thüren re. meistbietend versteigern. ISk Euter, 3583 Mäusburg. »1°8 Vollständiger Ausverkauf echu 3486 Mein Haus in bester Geschäftslage mit schönem, großem Laclexi wegen Geschäftsaufgabe fertiaer Herren- und Knnben-Kleider. ’ Wegen Aufgabe meines Ladengeschäftes verkaufe ich, um möglichst rasch zu räumen, sämmtliche Herren- und Knaben-Klerver unter Selbstkostenpreis. ■ Beti D. O. NB. Set Gugl. TüA-Gardinen, '825 Kesselschmied pi Herborn. 3361 Ö Mäusburg. 3563 Vermischte Anzeigen. Anstricken von Strümpfen nnd NedactiDn: A. Schepda. — a o o Gefu 2 Bücher. Gieß« Druck und Verlag der Brühl'scken Druckes (Kr. Ebr. ®l etbf _ b 1 »klarte Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. 3562 Unseren lieben Sanges- Freunden vom Hinterhause, den Es wir auf eigene Koste erhöht worben i| Gieße 3578 Ein Kegeljunge wird gesucht. Cafe Ebel. Anfertigung aller Arten Strümpfe, Socken, Beinlüngen, Jacken, Kniewärmer, Damenwesten, wollene^ Zur Bel Ihnen daher auf, 10. Juni L Z- z> genügt die Bezugr Ichl-g gebr°-hU- Vorschla, Maschinenstrickei ei von Carl Pietsch II. steht unter günstigen Zahlungsbedingungen zu verkaufen oder Laden zu vermrethen. M. Weiner, Giessen, Ecke der Marktstraste und Wettergafse ■ I । ui • l versd. Anweisung z- Unentgeltlich “««« Wissen vollst, z. beseitigen. M. C. Falkenr berg, Berlin C., Rosenthalerstr. 62. [3483 3571 Eine Wohnung von 4—3 Zimmern m. Zub , im Freien gel., auf sofort oder später gesucht. Näheres i. d. Exp. d. Bl. 3575 Lehrling z- sof. Eintritt gesucht. Lodneifter, Schuhm-Mstr., Bellersheim- 3581 Auf dem Wege von Londorf nach Gießen ein Gewerbeschein mit der Anschrift „Maria Butz, Händlerin von Karls- berg" verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, denselben ber J. Klein, Gasthaus z Stadt Berlin, abzugebew— 3580 Ein ordentliches Dienstmädchen wird gesucht.___________Gartenstraße 3^_ sH — Darwst MergnädW ger, «m 29,1 . ^.atlßanbgraj Damstal Är. 7) enW: 1. Beimtu bringung des N 1884 betreffend. Gemäß Bei 37. April 1885 Halber Pfennig । Schluffe des Iah in de in dt in de betragt, gedeckt m Danzig Tagen de 2. Ueberfid: * Mj Hei, ■m . Übersicht b^Provinz H 3565 Wer ertheilt Unterricht in Latein und Griechisch für die höheren Gymnasialklassen? Offerten unter P. an die Exped.-d^ Bl-^erbeten.______ " 3566 Im Bügeln in und außer dem Hause empfiehlt sich Frau Wagner, wohnhaft^bei^Herrn Dr. Weber. aoüöööWDiroöööüooa Auf meine werthen Kunden im Anfertigen nach Maß hat vorstehender Ausverkauf keinen Bezug. Circus Adolf Lorch. Heute Abend 8 Uhr: Grosse Brillant-Vorstellung mit neuem Programm. Samstag, den 10. Mair % Vorstellungen. , Nachmittag 4 Uhr r Extra-Rinder-VorBtelliing bet ermäßigten Preisen. Abends 8 Uhr: Gala-Parade-Vorstellung. 3574 Achtungsvoll Adolf Lorch, Director. Jute-Gardinen empstehlt in reichhaltigster Auswahl zu enorm billigen Preisen Emst Btiiilner 3560 Ein junges anständiges Mädchen, welches mehrere Jahre gedient hat m allen häuslichen, sowie in Handarbeiten wohl erfahren ist, sucht Stelle. Zu erfragen in der Exped.^Bl^___ 3570 Austausch des am Samstag in der Rest. Schneider, Seltersw., verwechselten Hutes heute, Samstag Abend, dorts. erb. Carl Anselm jun. Fabrik Stolzenberg bei Salmünster (Frankfurt-Bebraer Bahn) 2706 Parkettenfabrik, Eichenholzproduktion, Sägewerke empfiehlt für Neubauten und auf alte Fußböden eichene mafsive, sonne eingelegte Zu beziehen durch ~ Herrn S. Hataeustam, Holchandlung in Gießen, bei welchem Originalmuster ausliegen und illustrirle Preislisten zu haben sind. Todes-Anzeiqe. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die trmrrige Nachricht, daß unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater und Groß- vater HB Johannes Bornträger, Postconducteur i. P., heute Morgen um 10 Uhr nach langem, fchwerem Leiden sanft ver- schieden ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 7. Mai 1885. Die Beerdigung findet Samstag den 9. Mai, Nachmittags um 2 Uhr vom Sterbehaus (Ludwigsplatz 13) aus statt. Herren ö M..... u. W...... g zu ihrem Samstag stattfinden- gj den Wiegenfeste die besten Gluck- Q wünsche! _ w O Ihre Sanges-Genossen. Restauration Immel» 8te Sehlangen-Gnrken in Oxhoft, Tonnen und „kleinen Gebunden, empfiehlt in fchöner fester Waare ,3öbl Louis Scharmann jr. ^UimHarWe^ alles Holz wird täglich von mir abgegeben. H. Eul^r, Mermielhungen. 3569 Möblirtes Zimmer zu vermiethen- Alicestraße 18. ^3567 Ein schön möblirtes Zimmer zu n-rmiethen. Grünbergerstraße 31. "3564 Ein schön möblirtes Zimmer zu i^mifthen, Bismarckstraße 14 lli. "Mssll^milienlogis: 3 Zimmer und Küche -e., zu Socken.- 3541 Einen Schreiner sucht K. Bern- üardl, Schreinermstr., Rodheim a/Bieber Seltkrswrg 71. Pli. li@r SeUersweg 71. 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