Ziehen *89e,N Mort -äS 7175 a^6ah”“g*lli("1 »?ilt L Wiener tzLrj^7 n-. faÄ [a6trei'-!tr«Ä lchter chrank nU"bb« greife* 00 m der Erped. Wb in beit®* ,trb6*lcn in »der- Lr Erped. d^. llnterriihs ! und Ena- Wß ertheilr. Md. 657ß W als Hans, U. A. »tisch enuig Harms, und Gaßwirth. \to ^ngros-WW 'eb. b- Ll. Mark , 1. Januar 1886 re Auskilnst in ber 7030 tinn loiinidjt feint! ’iiil'djen nnb ion> en nusjufüllen, Expee. b- Bl. Set tüchtiger wird in ein egcschäft Oct. 1885. $c* GyiniiaU^ . £ er obtt. omptoir ein^^,en^r ann Ä,isx xsZB peb- D‘ Erp, d. B>. ' ingBüT Sngliidl Wtii- Auinahme in «wr b zu rinden, m brr lsch erlernen fonnlt ejelbt bezahlen. B. poste restsu LLÄÄÄW imermann chmidt *(♦' Mr. Wi Donnerstag den 8. October 166» ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau: Sch ulst raße 7. Erscheint tä^Ud) mit Ausnahme des Montags Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. 5urd) die Past bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Theis. Betreffend: Den Rundgang der Feldgeschworenen. Gießen, am 5. October 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Sie wollen veranlassen, daß der vorgeschriebene Rundgang der Feldgeschworenen behufs Besichtigung der Gemarkungs-, Flur- und Gewanngrenzen und Ausnahme der Mängel im Lause dieses Monats voraenommen wird. Bor der Besichtigung ist unser Ausschreiben vom 29. Januar l. I. (Anzeiger Nr. 27) den Feldgeschworenen durch Sie zur Einsicht und pünktlichen Nachachtung zu behändigen. Daß dies geschehen, ist in Ihren Begleilberichten bei Vorlage der Abschrift der Protokolle über die Grenzbegehung zu bescheinigen. Dieser Vorlage sehen wir längstens bis zum 10. November L I. entgegen. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat September veröffentlicht. Hafer dt. 13.30, Heu JL 4.30, Stroh JL 3.50 pro 100 Kilogramm. Gießen, am 5. October 1885. " Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. il„ii,„iiiiifWiui । । «■■'!!■ «mihi । ' mrim-mmi........................... i um« rrniTWiimn.i ■■ ][ Darmstadt, 6. October. Nach einer Abwesenheit von 11 Wochen ist der Erbgroßherzog Ernst Ludwig heute Nachmittag aus Schottland wieder hierher zurückgetehrt. Der Großherzog ist gestern Abend aus der Bukowina in Pesth eingetroffen und im Europäischen Hose abgeftiegen. Der Großherzog reift incognito als Graf von Starkenburg; sein Oberstallmeister Frhr. v. Nordeck zur Rabenau ist ihm nach Pesth entgegengereift und wird nun für den Rest der Reise in seinem Gefolge sein. Die Tochter des deutschen Kronprinzen, Charlotte, Erbprinzesstn von Sachsen-Meiningen, ist heute Vormittag von hier nach Meiningen abgereist. Die hohe Frau kam von einem Besuch, welchen sie ihrer kaiserlichen Großmutter in Baden-Baden abgestattet, und hielt sich hier zwei Tage als Besuch in ber Großh. Familie aus. Vor ihrer Abreise hat sie sich mit ihren sämmtlichen zur Zeit hier anwesenden Verwandten im Atelier.des HosiPhotographen Karl Backofen photographisch aufnehmen lassen. Der Herzog und die Herzogin von Edinburgh, welche sich seither in Mecklenburg aufh'ielten, sind gestern zu Besuch der gräflichen Familie auf Schloß Schönberg eingetroffen. Sie wurden auf ber Durchreise hier im Bahnhose von ihren Verwandten begrüßt. _________________ Telegraphische Depeschen. Wolst'S telegr. «orrefpondenz - Bureau. Berlin, 6. October. Die „Colonialpolitischc Correspondenz" meldet aus Zanzibar: Lieutenant Schmidt erwarb die Landschaft Usarmo durch Vertrag für die deutsch-ostafrikanische Gesellschaft. Damit ist die wichtige Küstenlandschaft südlich von Useguha ebenfalls deutsch und der ganze Lauf des Rusidji im Besitz der Gesellschaft. Der vorzügliche Hafen von Daresalam, der beste der gesammten Ostküste Centralafrikas, gehört dieser Landschaft au. Es wird zu untersuchen sein, wie weit der Sultan von Kanzibar an einem oder dem andern Küstenpunkt Usarmos Anrechte hat. Durch die Schmidt'sche Erwerbung dieser Provinz von 400—500 deutschen Quadratmeilen gewinnt die Erwerbung von Chutu erst vollen Werth. Wien, 6. October. Dem Diner bei Kalnoky zu Ehren Nobilants wohnten Taaffe, Kallay, die Botschafter Deutschlands, Englands, Frankreichs, Rußlands, der Türkei und mehrere Gesandten, sowie das Personal der italienischen Botschaft bei. Paris, 6. October. Rach den bisherigen Wahlresultaten sind in 89 Departe- ntents 135 Republikaner, 174 Conservative gewählt und 226 Stichwahlen sind erforderlich. Es fehlen nur noch die Wahlen des Seine-Departements. In 473 Pariser Sectionen, wo 229,000 Wähler sind, erhielten Lockroy und Floquet je 148,000, Dcla- sorge 123,000, Brisson 116,000, Borodet und Allein-Targe 112,000, Maret, Revillon, Lacrois-und Clemenceau 110,000—100,000, Dreyfus und Bert je 86,000, Rochefort 73,000, Pichon und Michelin 65,000, Calla, Hervu und Cassagnac 53,000—50,000, Ranc, Spuller je 54,000 Stimmen. — Grevy wird Abends zurückerwartet. — Der Senator Rane, Mitglied des Instituts, ist gestorben. — „Temps" bespricht die letzten Depeschen aus Tongkrng und glaubt, daß ein - ernster Widerstand zu erwarten sei, da die schwarzen Flaggen unter der Führung eines -Chinesen sich neu formirt und starke Stellungen inne hätten. — „Liberte" schreibt, der Kriegsminister bereite Creditforderungen für Madagaskar, Obock und Tongking vor. Paris, 6. October, früh. Rach den bisherigen Wahlergebnisten sind in 81 Departements 165 Conservative und 141 Republikaner aller Schattirungen gewählt. Die Conseroativen gewinnen 93 und verlieren 5 Sitze. Stichwahlen haben 202 statlzufinden. Cs fehlen noch die Resultate der Departements Seine, Oise, Haute-Garonne, Rhone, Tarn-et-Garonne und Loire. Paris, 6. October. Dem Vernehmen nach wird die neue Kammer Mitte November einberufen. Rom, 6. October. An Cholera sind in der Provinz Palermo gestern 163 Personen erkrankt und 61 gestorben, davon fallen auf die Stadt Palermo 135 Erkrankungen .und 51 Todesfälle. In den Provinzen Massa, Modena und Parma sind je 7 Personen erkrankt und gestorben. c . Kopenhagen, 6. October. Die bulgarische Deputation reift heute Abend via Korsör_a . Fglkething brachte der Finanzminister die Budgetvorlage für 1886—87 ein. Die Einnahmen sind auf 55Vr Millionen, die Ausgaben auf 65 Mill. Kronen Uollendete Thatsachen. Die in Konstantinopel zu einer Conserenz vereinigten Botichaftcr müssen vollendeten Thatsachen gegenüber Stellung nehmen. Gewöhnlich bequemt ninir sich nun lieber, diese anzuerkennen, als sie zu andern, wav selten ohne Anwendung von Gewaltmitteln geschehen kann. Diese Erfahrung durfte sich auch hier wieder emmal bewahrm.^ Alexander von Bulgarien aus eigene Faust in Scene setzte, indem er die Vereinigung Bulgariens und Rumel.ens Proklam.rte berettete den Staatsmännern Europas eine osficielle Ueberraschung. Es gehörte Muth dazu, das veranschlagt, so daß sich ein Deficit von 9% Millionen Kronen ergibt. Das Deficit entsteht durch Vorlagen für verschiedene, von Jahr zu Jahr aufgeschobene wichtige Bedürfnisse, ist jedoch nach Ansicht des Finanzministers ohne Bedeutung, da der Ueber- schuß für spätere Jahre auf ca. 16 Millionen jährlich veranschlagt wird. Der Kassen- bcstand beträgt 58 Millionen. Wie verlautet, wird die Linke eine Diskussion des Budgets ablehnen. .1 ' — Giers reist heute Abend, dem Vernehm-m nach zunächst nach Friedrichs- ruh, ab. London, 6. October. Gestern fand in Wicklow unter dem Vorsitze Parnell's eme national-irische Convention behufs Aufstelluna von Unterhaus-Candidaten für die 'Wafschaft Wicklow statt. Es wurden zwei Candidaten ernannt und formell verpflichtet, Mrnell unbedingt zu folgen, auf ihre Deputirtensitze zu verzichten, sobald die Parnellitische Ärlei es verlangt. Diese Convention soll als Muster für alle weiteren in Irland Mn-m. Parnell hielt eine Rede, worin er sein Vertrauen aut die Zukunft Irlands uS:;.x einer unabhängigen Regierung aussprach und hervorhob, daß die Irländer, wenn man sie nicht befriedigte und versöhnte, schon Gelegenheit finden würden, wenn das britische Reich in Gefahr sei, sich für die Unterdrückung des Landes zu rächen. Petersburg, 6. October. Das „Journal de St. Petersbourg" bespricht ein Wiener Telegramm des „Temps", welches über eine Unterredung mit einem Diplomaten berichtet, der gesagt haben soll, der Berliner Vertrag sei von den Mächten nicht garantirt. Das „I. d. St. P." bemerkt dazu, der Vertt'ag sei allerdings nicht im buchstäblichen Sinne des Wortes garantirt, aber er sei abgeschlossen, um einer schweren Krise vorzubeugen, nicht minder aber, um schwere Verwickelungen zu verhindern. Diese Anschauung theilten auch jetzt noch alle Cabinette. Die Viächte seien einig in dem Wunsche der Aufrechthaltung des Status quo. Es sei wünschenswert!), daß dieses Einvernehmen fortdauere und daß man dadurch dahin gelange, jeder Ausdelnnmg der Derivicklungen vorzubeugen und die Wirkung der unerwarteten bulgarischen Bewegung auf die engsten Grenzen zu beschränken. Petersburg, 6. October. In Cbarkoiv brach gestern 'Abend in den sogenannten Susdalschen Kaufhallen Feuer aus. 9iach den hier vorliegenden Nachrichten sind 13 Magazine niedergebrannt. Die Waaren sind theilweise gerettet. Der Schaden wird auf mehrere hunderttausend Rubel geschätzt. Konstantinopel, 6. October. Halil Khaliv Bey, gegenwärtig Gesandter tn Belgrad, ist für Teheran und Zia Bey zum Gesandten in Belgrad ernannt. — Dem Vernehmen nach bezeichneten die Botschafter in ihrem vereinbarten, den Mächten vorzulegenden Memorandum die Haltung, welche der Pforte und Bulgarien gegenüber behufs Vermeidung eines Conflictes seitens der Mächte anzunehmen wäre, ohne daß sie einen Lösungsvorschlag unterbreitet hätten. .... . Sofia, 5. October, s.ftavasmeldung.^ Die Garnison von Wlddm i)t hier eingetroffen und nach Küstendil wciterbefördert worden. Gegenüber anderweitigen Behauptungen, daß die bulgarischen Truppen demoralistrt seien, muß die Drsciptm als musterhaft bezeichllet und hervorgehoben werden, daß in der Arniee volles Vertraiien herrscht. Die Ruhe an der bulgarischen Grenze ist gesichert. Serbische Geheimagenten suchen, von serbischen Grenzbeamten unterstützt, die bulgarische Bevölkerung zu Gunsten Serbiens aufzuregen, jedoch sind strenge Maßregeln ergriffen worden, um Aufregungen zu verhindern. r .. zr, , , Bukarest, 6. October. Der König wird morgen die Garnison von Galatz, sodann jene von Bukarest inspicireir und hierauf zur Truppeninspection sich nach Kra- jova begeben. Rio de Janeiro, 6. October. Der brasilianische Gesandte stt von Petersburg abberufen und in den Militärliften gestrichen worden. Athen, 6. October. sHavas-Meldung.j Ein russisches Geschwader von drei Schiffen und ein österreichisches von vier Schiffen werden demnächst in griechischen Gewässern erwartet. Das englische Geschwader bleibt bei Korfu. .... r , — In Folge der Wiederherstellung des Zwangscurses auf den lonnchen ^nieln, in Epirus und Thessalien gab die jonische Bank der Otegierung ein Darlehen von 4 Millioneii Drachmen und die epiro-thessalische Bank ein solches von zwei j.mlione» Drachmen. Die Negierung bestellte für niehrere Millionen Drachnren Kriegomaterrat im Auslande. Werk des Berliner Kongresses einfach umzuftoßen und die Türkei herauszufordern. Diese hat nicht nur das unbestreitbare Recht, in Rumelien einzurücken, sondern auch irotz ihrer verlotterten Wirthschaft die Macht, in der kürzesten Zeit den ganzen Aufstand niederzuschlagen. Das wäre ebenfalls eine vollendete Thatsache gewesen, die freilich zu mancher weiteren Verwicklung hätte führen können; allein die hohe Pforte blieb bei den Ereignissen in Philippopel viel ruhiger, als die öffentliche Meinung in Westeuropa, welche durch die Unthätigkeit der türkischen Regierung nicht weniger überrascht wurde als durch die Thaten in Rumelien. Der Sultan faßte diese natürlich ganz anders auf, als die westlichen Diplomaten. Was konnte er auch durch ein rasches Einrücken und die vielleicht sehr leicht zu bewerkstelligende Unterdrückung des Aufstandes gewinnen? Auf keinen Fall mehr, als das Recht, den Gouverneur der Provinz von fünf zu fünf Jahren zu ernennen; mehr erlaubte ihm der Berliner Vertrag nicht. Rumelien kann nicht wieder ein türkisches Paschalik werden und der Sultan darf die Autonomie der Provinz nicht verletzen. Für ein so mageres Resultat, wie das Ernennungsrecht des Gouverneurs, der überdies ein Christ sein muß, fand es der Großtürke nicht für gerathen, die Möglichkeit eines russischen Dazwischentretens hervorzurufen; ihm ist es ja ziemlich gleich- giltig, ob der Mann, der in Rumelien regiert, Gabriel oder Alexander heiße, da Einer wie der Andere es gleichmäßig versäumen wird, den Tribut in Konstantinopel abzuliefern. Der Sultan hat ja vor sieben Jahren selbst den Frieden von San Stefano unterschrieben, durch welchen ein noch größeres Bulgarien geschaffen wurde, als das jetzige, so schwer ihm dies auch gefallen war; es waren aber die europäischen Großmächte, welche in dieser Ausdehnung Bulgariens eine Gefahr nicht nur für die Türkei, sondern auch für den Frieden Europas erblickten. Sie waren es, die in der Trennung Ru- meliens von Bulgarien eine Garantie fanden, es ist daher ihre Sache, jenen Zustand herzustellen, den sie vor sieben Jahren geschaffen haben. So urtheilt der Türke, der Rumelien längst nicht mehr für eine türkische Provinz ansieht, andererseits aber sich hütet, Anlaß zu geben, daß Gladstone wieder über bulgarische Gräuel ein Zetergeschrei erhebe und Rußland Gelegenheit erhalte, nochmals im Interesse seiner Glaubensgenossen einen Krieg zu beginnen, welcher der türkischen Herrschaft in Europa leicht ein Ende machen dürfte. Im civilisirten Westen sah man freilich die bulgarischen Ereignisse von einer anderen toeite an; cs war ja der Umsturz der Principien des Congresses von Berlin und man konnte nicht begreifen, wie der Fürst von Bulgarien es wagen dürfe, den feierlichsten Vertrag der letzten Jahre, den alle Großmächte Europas unterzeichnet hatten, ganz einfach zu zerreißen. Niemand ließ sich durch das Versprechen der Loyalität täuschen, welches der Bulgarenfürst nicht ermangelte, der hohen Pforte zu erneuern; da aber der Sultan keine Miene macht, rasch in die aufständische Provinz einzumarschiren und sich damit begnügt, die Abhilfe von den europäischen Großmächten zu verlangen, schwindet die Besorgniß eines orientalischen Krieges umsomehr, als andererseits der Fürst Alexander strenge darüber wacht, daß der Aufstand sich nicht nach Macedonien verbreite und dadurch ein Anlaß zu mehrfachen Interventionen gegeben werde. Auf diese Art bleibt die Erledigung der rumelischen Frage, trotz der Mobili- sirung Serbiens und Griechenlands, der Diplomatie Vorbehalten.^ Das Einverständ- niß der Großmächte soll den rumelischen Knoten lösen, da der Sultan versäumt hat, ihn mit dem Schwerte zu lösen oder vielmehr zu zerhauen. Die Aufgabe ist jedenfalls eine schwierige, denn es handelt sich nicht nur darum, eine vollendete Thatsache anzuerkennen, einen Vertragsbruch zu sanctioniren; die Diplomatie muß auch dafür sorgen, daß der rumelische Aufstand nicht als ein Präzedenzfall gelte und den Königen von Rumänien, Serbien und Griechenland zum Vorwand eigenmächtiger Occupationen diene, durch welche auf der Balkanhalbinsel ein allgemeiner Brand entstünde, der dem europäischen Frieden gefährlich würde. Hier ist wieder eine Gelegenheit, bei welcher der ganze Scharfsinn und das Ansehen des Fürsten Bismarck in Anspruch genommen wird, um den Frieden Europas auch in den Balkanländern zu erhalten, wobei das Gleichgewicht der Balkanmächte und die Abgrenzung der Interessensphäre des Wiener und des Petersburger Cabinets in Betracht zu ziehen ist. Es ist dies eine schwere Aufgabe, die nicht auf kurzem Wege erledigt werden kann; je länger aber die Verhandlungen sich hinziehen, umsomehr gewöhnt man sich an den bestehenden Zustand. Die Philosophie der vollendeten Thatsachen bewährt sich wieder einmal gegenüber der pessimistischen Auffassung, welche im rumelischen Aufstande schon den unmittelbaren Zerfall und die Theilung der Türkei voraussah. UniverfitätS - Chronik. — Vor Kurzem ging die Nachricht, daß der hochverdiente Director der Kinderklinik in der Berliner Charit«, Geheimerath Professor Dr. Henoch, zurückzutreten beabsichtige und bereits seinen Abschied eingereicht habe, weil die Verleihung einer ordentlichen Professur an denselben abgelehnt worden sei. Zu allseitiger Freude ist der Rücktritt Professor Henoch's nicht zu befürchten. Die Frage wegen Begründung einer ordentlichen Professur der Kinderheilkunde an der Berliner Universität ist noch nicht zum Abschluß gekommen, bildet vielmehr den Gegenstand der weiteren Erwägung des Cultusministers, der es dem Vernehmen nach an Beweisen wärmster Anerkennung der Wirksamkeit Henoch's nicht hat fehlen lassen und überhaupt der ganzen Angelegenheit eingehendes Interesse widmet. — Der außerordentliche Professor der Chirurgie und Vorstand der chirurgischen Universitäts-Poliklinik zu München, Dr. Heinrich Helferich, hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Chirurgie an die Universität Greifswald erhalten und angenommen. — Dr. W aan er in Erlangen ist zum außerordentlichen Professor in der philo- sophischen Fakultät der Universität Göttingen ernannt. Lokales. G. Gießen, 7. October. (Sterblichkeit in Gießen.j Die Zahl der Sterbfälle während der Woche vom 27. September bis 3. October betrug im Ganzen 10, davon kamen 2 bei Kindern vor. Bei den 8 erwachsenen Personen war Todesursache: Lungenerweiterung zweimal, Lungenödem, organische Herzkrankheit, Schlagfluß, eingeklemmter Bruch, Rückenmarksleiden, chronische Trunksucht je einmal. Von den Kindern starb eins im ersten Lebensjahre an Magencatarrh, das andere, welches von auswärts hierhergebracht worden war, im 8. Lebensjahre an Diphtherie. Vermischtes Berlin. Für die Infanterie soll eine Aenderung der Ausrüstung in Aussicht genommen sein, welche sich hauptsächlich auf die Anordnung des Gepäcks ersttecken wird. Das Bestreben ist darauf gerichtet, das Gepäck für den Fußsoldaten möglichst zu erleichtern und durch eine günstige Vertheilung der Lasten das Tragen derselben möglichst bequem zu machen. Besonders gilt dieses hinsichtlich des Mantels und des Schanzzeugs; ersterer wird um den Tornister gewickelt, letzteres am Seitengewehr in einer besonderen Lederschlaufe getragen. Patrontaschen, Brotbeutel und Feldflasche haben für das neue Gepäck ebenfalls eine Abänderung erfahren; zu dem Gepäck tritt für jeden Mann noch ein Zelttheil hinzu, deren mehrere zu einem Zelt zusammengeknüpft werden können. Die Einführung eines Zeltes für unser Heer hat sich nachgerade als ein dringendes Bedürfniß herausgestellt, da die Anforderungen an den Soldaten bei der heutigen Marsch- und Kampfweise sich derartig gesteigert haben, daß man auf eine erhöhte Schonung der Kräfte bedacht sein muß. Eine solche wird nun vermittelst der Zelte erreicht, da auf diese Weise die Truppen im Biwak den Unbilden der Witterung nicht gänzlich ausgesetzt sind. Es sei hier schließlich noch erwähnt, daß die Abschaffung des weißen Lederzeuges und die Einführung von schwarzem Lederzeug für die gescuumten Fußtruppen beabsichtigt wird. Mainz, 6. November. Ein großes Vermächtniß ist dieser Tage der Stadt Mainz zugefallen. Der in Wiesbaden verstorbene Rentner Herr Anton Gröser, der letzte 'Jiad)fommc einer hochangesehenen hiesigen Familie, hat fein ganzes 2—300,000 betragendes Vermögen den bürgerlichen Hospitien in Mainz vermacht und zwar soll von den Zinsen de^ .Kapitals eine Kinderheilanstalt ins Leben gerufen werden. Eine Auzahl nicht erheblicher Legate find außerdeiit daran geknüpft. Herr Anton Gröser hatte aber auch die Nutznießung des von seinem Bruder Jakob hinterlassenen Ver- anogens im Betrage von 219,730 ihres Aufenkhaliö ;Mt des Wassers i in der Tiefe aus: mabzesenkl worden, chien Schrauben ha! sefe halten können, lortbewegt durch die I Geschwindigkeit von I Grad. Man kann von 12 Meilen wird ! i Äoote erreicht hat, j liier ging inan stets welche dasselbe als 'urchlansen hat, ist : erbrechungen sivegnr iburg. Revier' Heinrichs: eoßer Theil des Re- i Thiere, ca. fünfzig eiber. Bei der nir id anderen schwcw . ' einem Hirsch üb ]lci: ünfpectors W. tyung in folgenbtv r bei Treptow ge-1 'fett. Das Heine | tzlich einen lauten ) nechrn ;n können. I lngrlhaken tV\ x\\ | ttU herdngernsenen I it Procedur chloro- f n tiefsten JncoM | nlsach vorfuhr, um I lnerschaft mit eimm -ast vor dem Regca rprinzen wollte bo^ Hand den kleittn •n freien Hand m Hegend erscheiiiM> artni- lag«! man dW°s ibüig nachMft * aber womöglich nutz. ! Laub haben, durch schlechte Bäume a^' Ich Ende des Mon°k> Z» der BaumsA ]beni man vorher . dm Winters *aVs SP'"«* » lumcnbeete sele^'^ ^luincn'^ k- it irrn (cb5 and •Jiatur nA MM nercultu^ n i|Ul ^^^bbild-6^ pfir?,8frankflirt 8/ and,rra Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Großherzoglichen Orts-Polizeibehörden werden hierdurch unter Bezugnahme auf die Vorschriften im $ 45 des Unsallverffcherungsgesetzes vom Juli 1884 benachrichtigt, daß zum Zweck der Theilnahme an den im Kreise Gießen vorkommenden Untersuchungen über Unfälle im Post- und Telegraphenbetrieb der Privat-Postunterbeamte Schmalz in Hungen zum Bevollmächtigten und der Privat-Postunterbeamte Schäfer in Lich, sowie der Privat - Post- unterbeamte Rohrbach in Lollar zu Ersatzmännern gewählt worden sind. Darmstadt, am 30. September 1885. Der Vorstand der Post-Krankenkaffe für den Bezirk der Kaiserlichen Ober-Postdirection in Darmstadt. Weberstedt. Lieferung. Für das Großh. academische Hospital in Gießen sollen nachstehende Victualien im Wege der Submission beschafft werden, und zwar: 1. circa 460 Ctr. Speisekartoffeln, 2. „ 10 „ Salatkartoffeln (sog. gelbe Mäuschen), 3. „ 10 Ctr. gelbe Rüben, 4. „ 4 „ weiße 5. „ 1 „ rothe 6. „ 10 „ untererdige gelbe Kohlrabi, 7. „ 10 „ Zwiebeln, 8. „ 600 Stück Weißkraut, 9. „ 100 „ Rothkraut, 10. „ 400 „ Wirsing, 11. „ 350 „ Lauch, 12. „ 350 „ Sellerie, 13. „ 1 Ctr. Meerrettig, 14. „ 15 „ Aepfel. Schriftliche Offerten mit der Aufschrift „Lieferung von Küchenbedürs- nissen" sind bis zum 12. Oktober 1885, Nachmittags 4 Uhr, auf das Verwaltungsbureau portofrei einzusenden. Die Bedingungen liegen daselbst zur Einsicht offen. Gießen, den 5. October 1885. Großh. Direction des acad. Hospitals. __Riegel._______7144 Zur Verdingung der Ausführung von Fußboden-Dielungen in den Neubauten des Infanterie-Kasernements zu Gießen Loos 1, veranschl. zu 26680 JC. 82 H „ 2, „ „ 27887 „ 58 „ ist ein unbeschränkter Submisfions- termin aus Mittwoch den 14, Oktober, Vormittags 10V2 Uhr, in dem Baubureau, Restauration Germania hier, anberaumt. Qualificirte Unternehmer werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß die Bedingungen und Kostenanschlagsauszüge in dem Bureau der untengenannten Verwaltung zur Ein- sichtnahme ausliegen, von wo dieselben gegen Erstattung der Copialienkosten auch in Abschrift bezogen werden können. 6797 Gießen, den 22. September 1885. Großh. Garnison-Verwaltung. Bekanntmachung. Freitag den 9« ds. Mt-., . Vormittags 9 Uhr, soll das auf der Schanz, an der Staatsstraße zwischen Lollar und Kirchberg liegende Eichen-Stammholz und Linden-Stangenholz nochmals versteigert werden. Sodann kann das auf den 1. Oc- tober fällige Holzgeld aus dem Strake- loh bis zum 20. d. M. ohne Kosten bezahlt werden. Staufenberg, am 6. October 1885. Der Bürgermeister. 7203 Vogel. 7192 Ein gebrauchter Kassenschrank zu kaufen gesucht. Gest. Offerten mit Angabe der Größe und des Preises bittet man sub L. 100 in der Exped. b, Bl. niederzulegen. Keilgeöotenes. 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