168» Dienstag den 8. September Rr. 208 Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringeti*» Durch btt Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint ttgliO mit **0n«$me b* BtÄTMWt vchulchr-he 7. English? ihl 1 '20 4 geb. • ^aae. 1 aus 13. ™d leicht lieh V-? (Fran,.) ießener Knjkijpr Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. n Etz,. N .72'42 Der Karolinenstrcit. Wie immer es sich auch mit den von der spanischen Regierung behaupteten Rechten Spaniens aus die Karolinen-Inseln verhalten mag, jedenfalls liegt in dem bisherigen Verholten der deutschen Reichsregierung Nichts, was ter* nünfliqer Weise als eine Verletzung der sog. „Ehre" ober der Rechte Spaniens betrachtet werden könnte. Daß sich bezüglich der Rechts- und Vesitztttel aus überseeische Länder Meinungs-Verschiedenheiten erheben, ist am Ende nicht verwunderlich, es ist das sogar die auch an dieser Stelle früher hervorgehobene, hauptsächlichste Schattenseite der „Colonialpolitik." Wenn dann aber der Eine der beiden Streitenden seine beste Absicht, die etwaigen Rechte des Andern aus's Sorgfältigste zu respectiren, in so unzweifelhafter Weise kundgiebt, wie dies von Seiten der deutschen Regierung in diesem Karolinenhandel geschehen, dann heißt es doch gerade frivol und leichtsinnig fein, wenn der Andere einen Spectakel ousschläat, wie der jetzt in Madrid ausgesührte, der leider nach den neuesten Nachrichten eher zu- als abnimmt. Die deutsche Reichsregierung hat, wie jetzt auch dem englischen auswärtigen Amt osficiell angezeigt worden ist, sich bereit erklärt, die Angelegenheit dem Schiedsspruch einer befreundeten, d. h. Deutschland sowohl wie Spanien befreundeten Macht zu unterbreiten, womit selbstverständlich gleichzeitig der Wille ausgesprochen ist, sich diesem Schiedsspruch zu unterwerfen. Mehr kann die Reichsregierung nicht thun und wenn Spanten in knabenhaftem Uebermuth diesen Vorschlag von der Hand weisen wollte, so wurde rs sich die etwaigen Folgen selbst zuzuschreibcn haben. Betrachtet man die deutschfeindlichen Demonstrationen, die jetzt Tag um Tag in der spanischen Hauptstadt wie in der Provinz stattfinden, und wollte man nach der tollhäuslerischen Sprache mancher Blätter urtheilen, so mochte man fast annehmen, daß in der Thal die letzterwähnte Möglichkeit eintreten und daß der deutsche Schiedsspruchvorschlag werde zurückgewiesen werden. Indessen sind diese Dinge nicht so ernst zu nehmen. Zunächst kommt in Betracht, daß t)ie spanische Regierung selbst neuerdings bei dem Rummel, den sie Anfangs als em willkommenes Mittel, die öffentliche Aufmerksamkeit von den miserablen inneren Verhältnissen abzulenken, kräftigst gefördert hatte, nicht mehr mitthut, son- Dern im Gegentheil, soweit es in ihren Kräften steht, den Hetzereien entgegentritt. Sodann aber muß im Auge behalten werden, daß der ganze Lärm im Grunde genommen sozusagen unter falscher Flagge geht. Die republikanischen Blätter sind es nämlich in erster Linie, welche die Bewegung hervorgerusen haben und diesen ist es dabei weit weniger um die Karolinen-Inseln, als um ihre politischen Zwecke zu thun. Auf die Deutschen schlägt man und die eigene Regierung, Die Monarch e, den angeblichen Freund Deutschlands, König Alfons meint man. Es laßt sich in der That nicht leugnen, daß die Karolinenfrage der republikanischen Partei ein ganz vortreffliches Agitationsmittel in die Hand gegeben und daß diese von demselben einen nicht ungeschickten Gebrauch gemacht hat. Denn nach Allem, was man neuerdings hört, steht die Frage nicht mehr: Deutschland contra Spanien, sondern spanische Republik gegen spanische Monarchie, und wer wollte, da es sich um Spanien handelt, vorauszusagen wagen, welche Antwort Die Zeit auf diese Frage geben wird. Die leichtfertige Art und Weise, in welcher die spanischen Republikaner die Karolinenfrage zu einer Aufhetzung des Volkes gegen uns Deutsche benutzt haben, legt übrigens auch Denjenigen, welchen die Rolle eines Verlheidigers der Alsonistischen Monarchie meilenweit fern liegt, die Verpflichtung auf, ihren sonst vielleicht vorhandenen Sympathieen für die republikanifche Partei Spaniens Schweigen zu gebieten. , Der Karolinenstreit wird trotz aller großmäuligen Prahlereien spanischer Komödien-Generale ohne Blutvergießen seine Erledigung finden; das deutsche Volk aber wird sich noch lange der sehr lehrreichen Bereitwilligkeit erinnern, mit welcher sich das spanische Volk von gewissenlosen Subjecten gegen uns auf- hchen ließ, die wir den Herren am Manzanares sicher nichts zu leide gethan haben. (Mainzer Anz.). Aufruhr in Spanien. Während alle Welt glaubte, die Korottn-n-Affair- neige ihrem Ende zu und die spanischen Hitzköpfe würden zur Ruhe gelangen, ist dar gerade Gegen« theil eingetroffen. Am Samstag spät Nachmittags erhielten wir nachstehende Depeschen, welche wir nur einem Theil unserer Leser leider zugehen laffen konnten. Wir reproduciren solch- nochmals und laffen die weiter eingelaufenen im Nachstehenden folgen: . Madrid, 5. September. Ein osficieller Telegramm von den Philippinen ineldete gestern Abend, daß der Dampfer San Quintin daselbst von der Insel Pap angekommen und die Nachricht überbracht habe, daß der Dampfer „Manilla am 24. August, Abends, di- Besetzung der Insel „vorbereitet" habe, als em deutsches Kanonenboot eintraf, Abends 7 Uhr des genannten Tages Mann- schasten ausschiffte, die deutsche Flagge aufhißte und die Insel im Namen des deutschen Reiches besetzte. Angesichts dieser Thatsachen legten die Commandanten der spanischen Kriegsschiffe Widerspruch ein. (Es ist somit endlich der Thatbe- stand festgestellt. Als die Spanier erfahren hatten, daß Deutschland die Karolinen befetzen wolle, suchten sie ihm zuvorzukommen, kamen aber — ob einige Stunden ober einige Tage, ist einerlei — zu spät und beschränkten sich darauf, Widerspruch anzumelden.) Nach Bekanntwerden dieser Nachricht zogen große Menschenmassen durch die Straßen der Hauptstadt; es drohte em n Glas, PorMarnc, er Garantie übernommen ich bei eintretendem w "^Hochachtungsvoll H.Weidenhau^ bei dem Mi«»' * Aufruhr auszubrechen. Die Generäle waren beisammen, die Garnison unter Waffen. Auf einem öffentlichen Platze verbrannte man angeblich ein deutsches sogenanntes Gesandtschafts-Wappen. Die militärischen Cirkel wurden geschlossen. — Gestern Abend herrschte hier große Ausregung. Ein Volkshause zog vor die deutsche Gesandtschaft, riß das deutsche Wappen lammt den Fahnenstangen herunter und verbrannte beide öffentlich aus der Puerta del Sol unter den Rufen: „Nieder mit Deutschland 1" Später zog der Pöbel vor das Haus des Generals Salamanca, um ihn wegen feines Auftretens gegen Deutschland zu beglückwünschen. Mehrere Generäle hatten Besprechungen mit Canovas. 60 Personen wurden wegen aufrührerischer Rufe verhaftet. Die Polizei war aber der VolkSmasse gegenüber zu schwach unb mußte einen Gefangenen wieder Herausgebern Es wurde Befehl gegeben, gegen die Aufwiegler mit Waffengewalt einzuschreiten. — Der Tumult ist vorüber. Der Osficier, welcher einen Gefangenen fteiließ, ist seines Amtes entsetzt worden. — In der Provinz Cadix rottete sich gestern ein Hause von etwa 300 Socialisten unter dem Befehl des Schmugglers Tuerta unter dem Rufe: „Es lebe Zorillazusammen. Nach 6 Stunden waren die Aufrührer genöthigt, vor der feindlichen Haltung der Bevölkerung zurückzuweichen. . . — Die Minister machten gestern dem in La Granja weilenden König telephonische Mittheilung von den Vorgängen in Yap. Der König wird einem heute stattsindenden Ministerrath Vorsitzen. Der deutsche Gesandte, Graf Solms, welcher sich in La Granja aushielt, ist heute Vormittag von dort hierher zurück- gekehrt. Er wurde bis zum Gesandtschafts-Hotel von Mitgliedern der Behörden mit einer starken Escorte begleitet. Volks-Demonstrationen fanden nicht statt. Zu diesen Meldungen wird der „Köln. Ztg." aus Berlin geschrieben: Die gestrigen Austritte in Madrid erheischen zunächst eine Gcnugthuung für das Herabreißen und Beschimpfen des deutschen GefandtfchaftSwappens. So gern man auch in Deutschland anerkennt, daß die Stellung des Königs Alfons eine sehr schwierige ist und so sehr man bestrebt ist, die aufgeregten spanischen Masten auf den einzig fruchtbaren Weg der diplomatischen Verhandlungen-zu ketten, selbst unter Beizicht- leiftur. mit sonst übliche Förmlichkeiten, so wenig kann gleichwohl Deutschland sich gefallen lassen, daß seine nationale Ehre im Auslande, wenn auch nur äußerlich, außer Achtung gebracht wurde. Die Urheber der gestrigen Straßenscenen zu bestrafen, kann und wird übrigens der spanischen Negierung nicht schw^ werden, und so wird an diesem Punkte die von Deutschland vorgeschlagene friedliche Verständigung sicher nicht scheitern. Was man aber hier noch immer vermißt, das ist eme klare Kilndgebung der spanischen Negierung an die aufgeregte Bevölkerung, das; die Ebbende Frage nach Necht und Gerechtigkeit entschieden werden solle. Die Besetzung der Insel /)ap ist, beiläufig bemerkt, durch S. M. Kauonenboot „Hyäne erfolgt und steht "i vollem Einklang mit den durch die letzte Berliner Eonferenz anerkannten volkerrech licken Grundsätzen. Es wird sich jetzt zeigen, inwieweit Komg Alfons Herr. ^uies Landen ist. Hat Spanien den Muth, die Karolinen ohne Prüfung der Rechtsfrage De tsch land abnehmen zu wollen, so mag König Alfons die Cortes berufen und den Krieg beschließen lassen. Stehen die Vertreter des Landes erst vor der ernsthaften Ent- sckeidung, so werden sie wohl auch Vcrnunstgründen zugänglich werden und es wird sich klar Herausstellen, daß das Ministerium Canovas durch Gewahrenlassen und vielleicht Begünstigen der Umtriebe gegen Deutschland Niemand genutzt hat ab ben Feinden des Königs und der Monarchie überhaupt ^.eden^lls durfte der Ausschreitung, wie sie gestern in Madrid vorgekommen ist, die Ernüchterung auf dem ^uße folgen unb das Ministerium Canovas genöthigt werben, offen Aarbe zu bekennen ober bie8(?ntfd)eibunfl der Volksvertretung anheim,«stellen. Wir in Deutschland können> dm wahnwitzigen Kuubgebungen ruhig zusehen; wrr haben das Recht auf umcicr ^Clte und wir haben die Macht, es zu vertheidigen. Spanien ist and) außerhalb Europas nid)t unverwundb^ar^cht i)em Angriff eines Pöbelhaufens in Madrid auf das deutsche Gesandtschastsgebäude mußte um so mehr überraschen, al^ ollem Anscheine nach die künstlich erregte Stimmung in Spanien ruhigerer ErwägungPlatz zu inachen schien und ein erneuter Ausbruch her Volksleidenschaft in feiner Weise begründet war Die Wuth des Madrider Pöbels wird durch die Nachricht erregt worben fein, daß auf der Insel Vap burch ein deutsches Schiff die deutsche Flagge gehistt worben fei. Selbst unter der Voraussetzung der Nichtigkeit dieser Nachricht lag zu einer Entrüstung überhaupt kein Grund vor, da bekanntlich schon vielfach sowohl im amtlichen Verkehr wie in der Presse betont worden ist, daß die Hissung der Flagge nur eine vorläufige Maßregel sei welche der endgiltigen Regelung der Besitzergreifung durchaus nicht vorgreift ^Jedenfalls bedarf es keines besonderen Hinweises darauf, derartige prägen nicht durch Sckiffscapitäne, sondern durch die Regierungen entschieden werden. Aber auch durch Pöbelausbrüche werden dergleichen Strettpunkte nicht ousgeglichen, vielmehr würde eine Ueberhandnahme der Straßentumulte nur ben Crfolq eiaenen Regierung Verlegenheiten zu bereiten. Es kann aber keinem «o^eisel unter, liegen daß^dieser ganze Aufruhr nur ein Ausbruch der Unzufriedenheit gewisser republikanischer Clemente war, welche ben Anlaß zum Beweis ihres ^^"£>011* emfm unwesentlichen Punkte der auswärtigen Politik entnommen durch einen solchen Volksauflauf in Mabrld um so weniger berührt, je weniger Die spanische Regierung in ber Lage ist, dieses Tumultes Herr zu werden« — Die Nordd Allg Itg." sagt: „Es kann kaum ausblerben, das; die ^/ack- rickten Übe? die^Scenen deren Iielpunkt d e deutsche Botschaft war,.eine gewisse Er- regunß bei de« 3 XXUufcn, vor Allem eintreten, da in ben Augen jedes Unbefangenen b^J^erlauf bCT ÄwoIinen^n^eflenljcit bisher kein Moment bot, um das zügellose Treiben der Madrider^uniMtua ite zu erklären Derlei Vorgänge sind aber nicht nach dem ersten Eindruck zu Deurthetlen, FS im oXn sfr Spr 91uaenblicfe wo selbst eine kräftige Regierung, beispiels- es gibt tm Leben der Volker Stande sehen könnte, Ausschreitungen, weise die preußische, fuh vo . AÄ .u verhüten. Im vorliegenden Falle wird ®l.c. Smnbftiftung und tb 9cart.Ul50^ )rtuguez? (Portug.) de Hollandache H.) 2. Aufl. Geh 3k? (Dän) 2. Aufl ö" enska? (Schwed.) 50 4 arul? (Ung.) Geh. )o polsku? (Po)n.) icbe. Geb 2 JL usaisch? Mit Aus- ufl. Geb. 2^ 50 4 ?misiniz? 1 , i ka? ^eugh=z6.)l 0 I,. 1 dtIi’n Veriag ' Revanche gegen Deutschland. Die liberalen Blätter fordern einstimmig die Kriegserklärung an Deutschland. ™ , n . Mckdrid, 6. September. Gestern Abend fand vor dem königlichen Palafte nne ^Kundgebung statt unter den Rufen: „Es lebe Spanien! Es lebe König Alfons!" Die Haltung der an der Manifestation theilnehmenden Menge war eine ruhigere. Deutschland. Darmstadt, 5. September. Se. Kömgl. Hoheit der Großherzog haben Mergnädigst geruht: Am 24. August den Revisor 2. Klaffe, Karl Schmidt, zum Revisor 1. Klaffe bei den Oberhesfischen Eisenbahnen, an Demi. Tage die provisorischen Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz, Dr- Alexander Hammes fahr und Friedrich Kies er zu Lehrern an dieser Anstalt, . . am 4. September den Notar mit dem Amtssttze m WormS, Friedrich Keller, zum Notar mit dem Amtssttze in Mainz zu ernennen. Wilhelmshaven, 5. September. Die auf hiesiger Werft erbaute Kreuzer-Fregatte, Ersatz für Victoria, erhielt bei heutigem Stapellauf den Namen Charlotte. Den Tausact vollzog die Erbprinzesstn Charlotte von Meiningen. IrauLreich. Marseille, 5. Septbr. Heute kamen hier 11 Cholera-Todesfälle vor. Kugkand. Cardis, 5. September. An Bord des hier vor Anker liegenden, von Barcelona gekommenen Dampfers „Craindau" ist gestern Abend ein Arbeiter, der gestern Nachmittag zum Einladen von Kohlen gedungen worden war, innerhalb 9 Stunden an der Cholera gestorben. Durch die ärztliche Untersuchung ist sestgestellt, daß es sich um einen Fall der astatischen Cholera handelt. Die Leiche wurde in's Meer versenkt, der Dampfer wurde nach der Quarantäne gebracht und dort desinficirt. Die Mannschaft Des Schiffes wurde bei der vorgenommenen ärztlichen Untersuchung gesund befunden. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. «orrespondenz - Burea«. Berlin, 6. September. Dem in der Sitzung der internationalen Telegraphen- conferenz vom 3. September in letzter Lesung gefaßten Beschluß der Annahme des ein- beitlichen Tarifsystems für Europa ist inzwischen auch Schweden, welches sich das Protokoll offen gehalten hatte, definitiv beigetreten, so daß die vertragsmäßig noth- wendige Einstimmigkeit nunmehr erzielt ist. Von den außereuropäischen Staaten erklärten Japan und Brasilien ihre Bereitwilligkeit, unter gewissen Bedingungen eine Ermäßigung ihrer Telegraphentarife um 25pCt. eintreten zu lassen. Die definitiven Erklärungen der Kabel-Gesellschaften für den großen oceanischen Verkehr dagegen stehen im Wesentlichen immer noch aus. Wien, 6. September. Das „Fremdenblatt" erklärt gegenüber den Versuchen einzelner russischer Blätter, namentlich der „Petersburger Zeitung", der Monarchen- zusammenkunft in Kremsicr eine feindliche Spitze gegen die einzelne Macht zu imputiren, die Argumentation des gedachten Blattes sei eine vollständia rinbegründete, das Drei- kaiserverhältniß sei kein Eomplot gegen irgend eine dritte Macht, sondern ein Bündniß, das den Frieden wolle. r , , ., . Paris, 6. September. Die Pariser Zeitungen bezeichnen eine Einigung Deutschlands und Spaniens als wünschenswerth, glauben aber voraussehen zu sollen, daß die Sache schwierig sei. Das „Journal des Debats" betrachtet die spanische Regierung als vor die Alternative eines diplomatischen Bruches oder einer Inneren ftrifij 6. September. Eine Depesche des Generals Courcy vom heutigen Tage meldet, daß General Prudhomme nach dreitägigen Operationen, bei denen er auf den Widerstand eines zahlreichen, aber schlecht bewaffneten Feindes stieß, vor der Citadelle von Pintinh eintraf, welche ihre Thore öffnete. Die französischen Truppen haben ^"e^erlnste.,nd Toulon 11, im Departement Hörault 5 Choleratodesfälle vorgekommen, davon in Cette 2. Kopenhagen, 6. September. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland find heute Mittag aus dem „Danebrog", auf welchem König Christian, der König von Griechenland und der Kronprinz der kaiserlichen Yacht „Derschawa" entgegeiigefahren waren, hier eingetroffen. Bei der Landung wurde das kaiserliche Paar von den übrigen Mitgliedern der königlichen Familie, den Ministern, dem russischen Gesandten und dessen Familie, sowie von den übrigen Mitgliedern des diplomatischen Corps und den Spitzen der Civil- und Militärbehörden empfangen. Die überaus zahlreich zusammengeströmte Bevölkerung begrüßte die hohen Gäste mit eiithusiastischen Zurufen, eine Abtheilung der Garde und eine solche der „Waffenbrüder" waren in Parade aufgestellt, alle Schiffe im Hafen hatten geflaggt. Die königliche Familie mit ihren hohen Gästen fuhr in offenem Wagen, überall von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt, durch die festlich geschmückten Straßen nach dem Bahnhofe und sodann mit Extrazug nach Schloß Fredensborg. Petersburg, 6. September. Der Kriegsminister Wannowsky wird sich zum Gebrauch einer Kur demnächst ins Ausland begeben. — Wie einige Blätter wissen wollen, märe die Erhöhung des Einfuhrzolls für Kupfererz von 4 Kopeken auf 1 Rubel beabsichtigt. — Am Freitag wurden in der Reichsbank 20 Millionen außer Cours gesetzte Papierrubel verbrannt. Konstantinopel, 6. September. Die gestrige Conferenz des türkischen Ministers mit Drummond Wolff dauerte zwei Stunden. UiriverfitätS - Chronik. — Die Ernennung des ordentlichen Professors der medicinischen Fakultät zu Erlangen, Dr. Olivier Leube, zum ordentlichen Professor der speciellen Pathologie und Therapie, sowie der Klinik zu Würzburg ist erfolgt; demselben ist zugleich die Stelle eines Oberarztes für die interne Krankenabtheilung im Juliusspitale daselbst übertragen worden. — Privatdocent Dr. Mathias zu Erlangen hat einen Ruf als außerordentlicher Professor nach Rostock erhalten und wird demselben Folge leisten. — Die Ernennung des außerordentlichen Professors der deutschen Literatur an der deutschen philosophischen Fakultät in Prag, Dr. Minor, für dieselbe Lehrkanzel an der Universität Wien, ist bereits erfolgt. Seine Stelle in Prag soll vorläufig nicht wieder besetzt werden. — Der fast 70jährige ordentliche Professor der Staatswissenschaften, Lorenz v. Stein in Wien, tritt in den wohlverdienten Ruhestand. Vermischtes. Vilbel. Dem Caroussellbesitzer Eckart aus Osthofen wurden gelegentlich unseres Nachmarktes am 30. v. M. durch Einsteigen in seinen Wohnwagen ca. 1300 JL gestohlen. Eine weitere Summe von 800 JL in Gold entging dem Diebe. Am Montag wurde dann in Bornheim ein Individuum verhaftet, welches im Besitze von 176 war und das Zugeständniß machte, er habe das Geld bei Eckart in Vilbel aus dem Wagen geholt. Auf weiteres Eindringen in den Verhafteten gestand derselbe, das noch fehlende Geld vergraben zu haben. Am Dienstag begab sich die Behörde an die von dem Verhafteten bezeichnete Stelle und fand man in einem blutigen Tuche eingebunden rund 1100 JL in einem Kartoffelacker vergraben. Frankfurt a. M., 3. September. Das „Jntelligenzblatt" berichtet: Ein junget Mädchen hatte die Bekanntschaft eines hiesigen Bankiers gemacht und dessen Versicherungen von Liebe und Treue vollen Glauben geschenkt. Nach einer kurzen Ac Ei n Ei 6378 11 28 8 19 5 ita" Aiisv SSSSj «>K'tz flkrftt \ 21.00, 6" »«'■' "7*»«' iS bri ' "jlmit 5«' 'Äfe SsS SSe-1 Abwesenheit von Frankfurt kehrte sie vorgestern wieder hierher zurück und scheint nun Dinge erfahren zu haben, die ihr eine bittere Enttäuschung bereiteten. Sie schrieb sofort an den Geliebten einen Brief, in welchem sie ihm drohte, ihn zu tödten, wenn er sie nicht mehr liebe und verlaffen wolle. Der Bankier nahm die Drohung ernst und beeilte sich, ihr ein vorläufiges Schmerzensgeld von 10,000 X zu übermitteln. Das Mädchen fand darin eine „Unverschämtheit" und theilte ihre Entrüstung darüber in keineswegs schmeichelhaften Ausdrücken einigen Bekannten des Bankiers mit. Dieser ließ nun die ehemalige Geliebte vor den L-chiedsmann laben, wo nach längerer erregter Verhandlung ein Vergleich dahin zu Stande kam, daß das Mädchen gegen sofortige Zahlung von 40,000 JL auf alle weiteren Ansprüche verzichtet und Schweigen gelobt. Leipzig, 3. September. Ein schreckliches Ereigniß ist gestern Abend wahrend der Fahrt des um 6 Uhr aus Dresden nach Riesa abgehenden Zuges vorgefallen. Ein Menageriebesitzer, welcher nach dem Städtchen Lommatsch fahren wollte, hatte in Dresden seinen Menageriewagen auf eine offene Lowry laden lasten. Er selbst war alsdann mit seinem Sohne in den Menageriewagen eingestiegen und hatte sich, da er kränklich ist, in das in diesem Wagen stehende Bett gelegt. Die Fahrt ging Anfangs ruhig von Statten; da plötzlich zwischen Coswig und Priestewitz macht sich ein Geräusch bemerkbar. Kaum daß man es hört, so stürzt sich auch schon ein Wolf, welcher aus einem Käfig des Wagens ausgebrochen war, auf den schlafenden Mann los und beißt ihm die Kehle durch. Der Sohn rettet sich gerade noch auf die Lowry, ein Schaffner bemerkt es, läßt augenblicklich den Zug halten und man bemerkt mit Entsetzen, daß sich die wüthende Bestie fest verbissen hat. Ein Zufall fügte es, daß ein Gensdarm in der Nähe war, welcher das Thier erschoß. — Einen Mäusekrieg führen die Landwirthe in der Provinz Sachsen. Hinter jedem Pfluge gehen Schulkinder her, schlagen die Mäuse tobt unb erhalten für je 3 Stück 1 H. Das Geschäft ist trotz bes niebrigen Preises ein lohnendes. Ein Knabe erschlug an einem Tage auf bem Rittergute Nimberg bei Halle 370 Mäuse, die anderen etwa 70 Stück weniger. — Auf der Flur in Seligenstadt wurden 20,000 Mause getöbtet. — Im Kreise Halberstadt ist den Sperlingen der Tod geschworen. Aus der Amtskaste wird für jeden getöteten Sperling 2 H unb für jcbes Ei 1 H gezahlt. — Ein seltener Fall hat sich nach Bericht ber „Ger. Ztg." in ben jüngsten Tagen in einem Gehöft in Mylau ereignet. Von einem ber sich überall an- fammelnben Schwalbenschwärme hatten sich an bieiem Tage einige biefer Thiere in gebautem Gehöfte, Aetzung suchenb, niebcrgelaffen. Plötzlich sprang eine hinter Fässern versteckt gewesene Katze hervor unb erhaschte eines biefer Thierchen. Bevor jedoch die Katze mit ihrer ängstlich schreienden Beute das Weite suchen konnte, eilte eine Bruthenne, wahrscheinlich in der Meinung, das Geschrei rühre von einem ihrer Jungen her, welche noch nicht längst ber mütterlichen Fürsorge entlaufen sind, hinzu unb zwang burch kräftige Schnabelhiebe die Katze, ihre Beute fahren zu lassen, die sich nun auch aus das nächste Dach emporflüchtete. — Am 1. September vor 75 Jahren brachte eine fürchterliche Explosion ein ungeheures Unglück unb schweren Verlust über bie Stabt Eisenach. Abenbs gegen 3/<9 Uhr gerietp mitten in ber Stabt burch Selbstentzünbung einer Achse ein in einem Transport von 13 Wagen enthaltener französischer Puloerwagen in Branb und entzündete im Augenblick 3 andere mit Patronen, Bomben unb Granaten beladene Wagen. Die Wirkung war eine entsetzliche. Die wie auf einem Schlachtfelde herumfliegenden Bomben und Granaten setzten 24 Häuser in Flammen; 47 Menschen verloren ihr Leben, viele wurden schwer verletzt. In der Chronik Eisenachs ist diesem Tage ein unvergängliches Gedächtniß begründet und in der lleberlicferung lebt der entsetzliche Vorgang von Geschlecht zu Geschlecht fort, und wenn hier am 1. September jedes Jahr zur 9. Abendstunde Chorgesang und Glockengeläute ertönen, bann erzählen bie Eltern ihren Kinbern, welche Bebcutung biete öffentliche Anbacht hat. — [Sin bebeutsames Zeichen ber Zeit.) Die Berliner „Innere Mission" ver- öffenllicht folgenbe Zahlen über bie Reichshauptstabt: In einem Jahre finb 600 Ehescheidungen erfolgt, dabei existirten noch 10,400 Ehen, in welchen die Frau nicht mit dem Manne zusammenlebte; es wurden ca. 30,000 Prostituirte, über 70,000 in ber Stabtvogtei Jnhaftirte unb über 32,000 aufgegriffene Bettler gezählt. 14O,OOO Personen fanben in bleiern einen Jahre Aufnahme im Asyl für Obbachlose und über 10,000 Menschen lebten in Wohnungen ohne Oefen. — (Von Indianern gekreuzigt.) Ein Deutscher, Namens Albrecht Unruh, welcher erst vor Kurzem nach Amerika auswanderte, ist im Jndiancrgebiet regelrecht gekreuzigt worden. Nachdem die Schurken ihn seiner Habe beraubt, nagelten sie die Hände und Füße des Unglücklichen an einen dicken Baum unb überließen ihn bann seinem Schicksal. Erst vor Kurzem wurde die Leiche desselben, schon stark in Verwesung übergegangen, aufgefunden. In einem seiner Stiefel befanden sich noch 500 Doll, in Banknoten, welche den Augen der Raubmörder entgangen waren. — sVacante Stellen für Militäranwärtcr im Bezirke des 11. Armee-Corps.f Bingen, mit dem Wohnsitz in Nüdesheim (Rheinhessen), Postamt, Landbriefttäger, 500 JL Gehalt und 60 JL Wohnungsgeldzuschuß. — Mainz, Postamt I., zwei Postschaffner, je 800 «X Gehalt und 80 JL Wohnungsgeldzuschuß. — Wiesbaden, Amtsgericht, Canzleigehilfe, circa 720 JL jährlich, pro Seite zu 6 Schreiblohn berechnet.______________________ 900 Wellen 9. 185 „ @i Sa i» Eichm-StL Ange, mit 86 Nndel-StM „ Ange, mit ‘ Wn-Dech » RciH SA H °>ird, S 1? P-°beh l •AM» ®»rob A1 Die landwirthschastlichen Winterschulen. Bei jeder Gelegenheit wird darauf hingewiesen, daß zu denjenigen Mitteln, welche der gedrückten Lage, in welcher sich unsere Landwirthschaft befindet, aufzuhelfcn im Stande sind, in erster Linie eine bessere Berufsbildung gezählt werden muß. Zu bedauern ist es daher, daß die betheiligten Kreise, die Landwirthe selbst, so schwer von ber Richtigkeit biefer Ansicht zu überzeugen sind. Ihre Kinder werden es ibnen dereinst nicht danken, denn die Anforderungen, die an die Landwirthe in geistiger und materieller Beziehung gestellt werden, werden mit der Zeit nicht kleiner werden, sie werden noch mehr wachsen. Die Cultur mit ihren riesigen Fortschritten macht größere Ansprüche an die Leistungsfähigkeit des einzelnen Menschen und auch der Landwirt!) wird erfahren müssen, daß, wenn er denselben nicht gewachsen ist, er den Verhältnissen unterliegen muß. Vergleicht man den heutigen Werth der Güter mit demselben vor 50 Jahren, übersieht man die Vermehrung Der Ausgaben in Bezug auf die Arbeiter- und Handwerkerlöhne, Steuern und Abgaben, für die eigene Person unb Familie, vergleicht man dieselben mit den heutigen Getreidepreisen, so erhellt ohne Schwierigkeit, daß der Land- wirth, wenn er wie früher wirthschaften will, bezüglich seiner wirthschaftlicken Verhältnisse in ein Mißverhältniß kommen, daß er in seinem Vermögensstand zurückgehen muß. 9tur dilrch eine vermehrte Production, durch eine rationellere Bewirthschaftung kann er diesem Mißverhältniß mit Erfolg entgegentreten. Der Landwirtb von heute und früher unterscheidet sich dadurch, daß der frühere fein Gewerbe handwerksmäßig betrieb, daß der heutige die Erfahrungen seiner Berufsgenossen, die Forschungen und Entdeckungen der Wissenschaft zu 5)ilfe nehmen muß. Wird er diesen Forderungen nicht gerecht, so kann man bei feinem wirthschaftlichen Rückgang wohl Mitleid mit demselben haben, aber Helsen kann man ihm nicht. Die landwirthschastlichen Winterschulcn sollen nun nach dem von Großh. Ministerium des Innern für dieselben erlassenen Unterrichts-Plan in erster Linie die Aufgabe haben, jungen angehenden Landwirthen, welche zur Bewirthschaftung bäuerlicher Güter bestimmt sind, diejenigen Fachkenntnisse zu lehren, welche zur Bewirthschaftung solcher Güter erforderlich erscheinen. In zweiter Linie ist die Vervollständigung der Elementarkenntnisse und die Erweiterung der allgemeinen Bildung ins Auge zu fasten. Jede Schule besteht aus zwei getrennten Abheilungen, einem unteren unb einem oberen Cursus, von denen der erstere die Vorbereitung zum letzteren bietet. Jeder Cursus beschränkt sich auf die Dauer eines Winterhalbjahres. 9Zur ältere Landwirthe können als Hospitanten, ober jüngere Landwirthe, welche den Nachweis über den Besitz der Kenntnisse, welche in dem unteren Cursus erworben werden, erbringen, können sofort in den oberen Cursus ausgenommen werden. Sonst genügt für die Aufnahme der Schüler in die Anstalt Die Beibringung eines Attestes der Großh. Bürgermeisterei über seitherige tadellose Führung unb bie Bekanntschaft mit den gewöhnlichsten technischen Verrichtungen der Landwirthschaft, sowie der Besitz derjenigen Kenntnisse, welche der Besuch der Volksschule einschließt. Ein besonderes Examen findet vorläufig nicht statt. Das Alter der aufzunehmenden Schüler soll in ber Regel nicht unter 16 Jahren sein. Die lanbwirthschaftliche Winterschule Alsfeld beginnt ihren diesjährigen Curius am 2. November. m nt Mwot dtl Mchnutta« bei Wirth Waltei veckigert- , Treis a/L., den. Großh. Oderfors Ame Gl ntrfieii Dienstag den Vormittags 8 jil das diesjährig den dem Mari sichenden circa 1 - in den Gemarkui Lderdejsingen, ve Ter Anfang i; fiof an ber Strafe Lrch ben 1. Se 6331____________ Wech Donnerstag, 1 von Vvrmitto soll im Änneröi Disirict Köpsel u. neteö Holz versteic Stet 3 Rmtr. Ei( «en, niw MtrfM in •Ä ?sÄ«fc» -hren jlW IöÜen. (sre\ klte ’n Zrtzs ?26%i 'ia6"»M«m DZ WD jejJä Mm«n. r M b-[? ’u* l ch ubmll an: W. hieftr W« in ««ne hinter jäffern »■ Stoor ledsch üe *1 «He eine 8nit= Mtn «Han4'v'mw unil p btt sich nun tbMfy ©iplofion ein ÜSL’W** ner.W rm in einem eu ln Brand und ent mb Granaten beladene m Echlachtfelde fauir ien; 47 Menschen w ck Eisenachs ist dim irlieferung lebt der «- hier am 1. Septeiter ertönen, dann eiMm idacht hat. „Innere Mission' ver- m Jahre sind 600 Ehe- hen die Frau nicht mit e, über 70,000 in der äblt. 140,000 fyrfonn (oft unb über 10,000 >ens \\nruj, diannMü xqtfa# :aubt, nagelten in die b überliefen ihn dann n, schon stark in nben sich noch 500 DL raren. des 11. Armee-Corps.! ostaint, LandbriesttW, ainz, Postamt L, iwd Muß. - Wiesbaden, ,te zu 6 Schreiblobn iu denjenigen Mein, lajt befindet, auszuhW eriihlt werden mug. 5“ he selbst, so schwer von ^,rdm-s'hMd-r->s rf «wMaÄ' her Landwirth w’ro ben Lerhaltnchen unter- mMben oor 50 Jahren, A beiter-und Hack h ^amÜie, vergleich’nian M ■ iS daN der Lack « "bl r L”rfSmiS ^"^Forschungen uni sen, ForderE äsw«'" nach LÄxS ren, "Ä^ollstiiudiglU' ieiftbie ^^a W" ntn ®lS untereiij tunfi , Ä 31ut * 3,1116 w «fg > nS',rf rf** . Handel «nd Berkebr. @rinberg, 5. September. (Fruchtpresse.) Weizen .* 16.40, Korn X 14.40, Gerste X 12.90, Hafer ►* 12.00, Erbten *X 00.00, Linsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 21.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 00.00. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müstercheu des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunllicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig rotrb und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert) uyd hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur achten Seide nickt kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seiden-Fabrik- D^pöt von ü. Henneberg (Königl. Hoflieferant) in Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei in's Haus, ohne Zollberechnung. Ein Brief nach der Schweiz kostet 20 H Porto. __ Für 2 Pfennige entfernt man durch W. Engeljohann'S Tinkalin jeden Zahnschmerz sofort. Allein echt äh belieben acaen Einsendung von IX u. 10 H Porto durch den Erfinder W. Erigcljohann, Berlin, Lindenstrahe 20. 4310 Kepertoir dn vereinigten Itadttheater pi Frankfurt a. M. Opernhans. Dienstag den 8. September: Mignon. Mittwoch den 9. September: Undine. Außer Abonnement. Donnerstag den 10. September: Freischütz. Freitag ben 11. September: Lohengrin. Äußer Abonnement. Samstag den 12. September: Barbier von Sevilla. Eoppelia. (2.SIcLj Sonntag den 13. September: Carmen. Schauspielhaus. Dienstag den 8. September: Arria und Messalina. Mittwoch den 9. September: Die Schauspielerin. Er muß aufs Land. Donnerstag den 10. September geschlossen. Freitag ben 11. September: Esther. Ein vornehmer Schwiegersohn. Samstag ben 12. September: Gastspiel bcs Herrn Roll vom Königl. deutschen Theater in Prag. Don Carlos. (Philipp: Herr Roll.) Sonntag ben 13. September: Esther. Die Schauspielerin. So fein s e! Montag ben 14. September: Die Leibrente. Kirchliche Anzeigen der evsngei. Gemeinde. Heute, Montag, Abenb 8 Uhr, Bibelstunbe in ber Kleinkinberschule, Joh. Kap- 14, von Vers 7 an, Pfarrer Dr. Naumann- Das Grummetgras von der cameralfiscalischen Sorau- roiefe wird Mittwoch den 9. d. MtS., Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Walter zu Daubringen versteigert. Treis a/L., den 5. September 1885. Großh. Oberförstern Treis a/L. _________ Amendt.______6371 Gras- versteigeruug. DienStag den 8. d4. MtS., Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das diesjährige Grummetgras von den dem Marienstift Lich zu- stehenden circa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- u. Oberbessingen, versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, den 1. September 1885. 6331 ___________Winheim. Holzversteigerung. Donner-tag, 10. September, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald, District Köpsel u. s. w. nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Brennholz. 3 Nmtr. Eichen-Scheitholz, 11 „ Nadel- 28 „ h Knüppel, 8 „ Eichen- 19 „ Nadel-Stöcke, 5 „ Eichen- „ 900 Wellen 'Nadel-Reisholz, 185 „ Eichen- „ Bauholz. 55 Eichen-Stämme bis zu 13 Mtr. Länge, mit 16 Festm., 86 Nadel-Stämme bis zu 17 Mtr. Länge, mit 34 Festm., 7 Eichen-Derbstangen m. 0,46 Fm. 55 Nadel- „ „ 6,90 „ 7 „ Reisstangen „ 0,17 „ Bemerkt wird, daß vorstehendes Holz zu Probeholz gefällt worden und erster Qualität ist. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße, am Müllerweg. Annerod, am 3. September 1885. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Engelhardt. 6309 Ieugeßotenes. Nur noch kurze Zeil Ausverkauf des Nestes von Messern, Scheeren u Bandagen 6378 Mäusburg 1, Allgemeiner Anzeiger. Vergebung von Straßcnbauarbeiten. Die nachstehenden, zum Neubau btt KreiSflraße von Grüningeu nach Laug-VönS erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen Freitag den 11. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, auf dem Gemeindehause zu Grüningen loosweise im Wege mündlichen Abstrichs vergeben werden: JL 1) Liefern von 1140 cbm Chaussirsteinen ä v4L 2.30 . . 2622.— 2) Zerkleinern von 60 cbm Decksteinen ä 3 «X .... 180.— 3) Herstellen von 6920 cbm Chaussirung ä 30 ... 2076.— 4) Liefern und Einbringen von 200 cbm Sand ä 2.50 JL 500.— Desgleichen sollen die nachstehenden, zum Ausbau der Kreisstraße von Steinberg nach Leihgestern erforderlichen Arbeiten und Lieferungen Freitag den 11. d. M., Nachmittags zM/2 Uhr, auf dem Gemeindehause zu Watzenborn loosweise im Wege mündlichen Abstrichs vergeben werden: vH. 1) Herstellen von 432 lfde. Meter Planiz ä 1 4. ... 432.— 2) Maurerarbeiten, veranschlagt zu........151.50 3) Liefern von 518,4 cbm Chaussirsteinen ä 2 40 vH. . . 1244.16 4) Zerkleinern von 172,8 cbm Decksteinen ä 3 4 ... 518.40 5) Herstellen von 1728 qm Chaussirung ä 30 ^ . . . . 518.40 6) Liefern und Einbringen von 52 cbm Sand ä 2 20 vH. . 114.40 Nähere Auskunft ertheilt Bezirksbauaufseher Nohrer in Gießen. Gießen, am 5. September 1886. Der Kreisingenieur: 6375 Gnauth. Verkauf von Brauerci-Utenstlicn. Von der Concursmasse des Georg Collmaun zu Alsfeld sollen Montag den 14. d. Mts., von Morgens 10 Uhr an, öffentich versteigert werden: 1 kupferner Braukessel, 35 Hektoliter «roß (*/* Jahr alt). 1 kupferne Dickmaischpumpe am Kessel, 1 Maischbottig von Eisen (64 Hektoliter groß) mit Patentsenkboden (neu), 1 Heißwasserreserooir (28 Hektl. groß), 1 Berieselungsapparat von Neubecker in Offenbach, 1 Hopfenpresse, 2 Steinacker'sche Läuterapparate, 2 Kühlschiffe (neu), 24 und 20 Hektoliter groß, 1 Spähnewaschmaschine, 1 Luftpumpe, 1 Flaschenschwenkmaschine, 2 Verkorksmaschinen, 12 Stück Brenneisen, 1 Gerstenreinigungsmaschine, 43 Lagerfaß verschiedener Größe, circa 900 Stück Transportfaß, worunter eine Anzahl Pressionsfaß, 7 Gährbottige, 1 Stellfaß und sonstige verschiedene Fässer und Bütten, 3 vollständige Pferdegeschirre, 7 Gentner prima Saazer Bezirkshopfen (188lr Gewächs), 2 Gentner Spalter Landhopfen, 1 Gopirpresse. Sämmtliche Jnventarstücke befinden sich in gutem Zustande. Ferner soll aus freier Hand verkauft werden die zur Gollmann'schen Brauerei gehörigen Felsenkeller, sehr nahe an Stadt und Bahnhof an der Staatsstraße gelegen, woraus eine schöne Faßhalle mit Wirthszimmer sich befindet und mit großer Geländefläche umgeben ist. Hier ist ein sehr guter Brunnen vorhanden und der Platz zur Erbauung einer Brauerei und Anlage von Gartenwirthschaft sehr geeignet. Jede weiter gewünschte Auskunft wird gerne ertheilt. Alsfeld, den 2. September 1885. Eberhard Wollrab, Goncur§üerr,alter. 6317 F. H. üissel & Pröll, Dortmund, erste u. größte Pelociped-Iabrik Deutschlands, mit Dampfbetrieb, Hammerwerk, Schleiferei, Polireinrichtung und Vernickelungs-Anstalt. Wir fabriciren alle Arten — auf größeren Ausstellungen mit ersten Preisen prämiirten — Zwei- und Dreiräder (letztere auch für an Füßen Gelähmte) in anerkannt vorzüglichster Ausführung. Preise niedrigst. — Auch Rohmaterial für Selbstfabrikanten, Ausrüstungsstücke rc. 6373 Complette Anzüge von Mk. 15 bis Mk. 30 bei Louis Rothenberger, ! 6392 Neuenweg 22. 6365 100 schöne Einmachbüchsen billig. I. Rothenberger, Lindenplatz. 6361 Von 3 Wiesen in der Wiesecker Au verkaufe ich das Gras aus freier Hand. August Noll, Rittergasse 23. Pumpernickel wieder frisch eingetroffen bei 6382 Ferd. Drebes, vorm. Gg. Wilh. Weidig Rothkohl, Nvi,n. K. Wogenaor Gz , 6376 Brock a/L., Holland. Allerseinsten, wirklich ächten Emmenthaler Schweizerkäse, Holländer-, Edamer- und Rahmkäse, Neue ruff. Kron-Sardinen, „ Berliner Rollmöpse, ,, Holl. Vollhäringe I. ff., Fst. Sardellen und Caviar, Vorzügl. Salz- und Effig- Gurken, Cervelatwurst, Zungenwurst Zunaen, Leberwurst, LachS- und Blasen-Schinken in bekannter vorzüglichster Qualität empfiehlt 6391 e8 Garde«Corps bei ^nung — im heften ^gab sich sodann bei Tti^walf, von denen «ton Tagen dieser 2 ^Qben abzureisen, un *en; derselbe roh de- Württemberg Da der greise Monat . -^ie somme Sie 'M dmch roemg, ■ anguen gebauert 1 iai »enn die S ®W”, ihren föt die i”1 » man nun ■ Ä» 6at ■ ^eralit § " Äjfinijii, S ei( ■wtaeit (ei ® lk t •‘äj,’,*?1'** ’sS«: ?et6orM 6» l einxä a.®uvi L M fQtu ?, eigene