180 rasialschülrr finbtn g April. Reflcc, schriftlich unter d. d- Äl- wenden. atdematik- fct». 172 Bl- abzugeben. s Flaschmblcr- >libtr und zumr^ Kutscher gesucht, fi gute Zeugnch der Erpco. d. AI- Nanu mit besten qen-Vie Seschäs- KMtttvird niM »Ian. iehen »ach' s» 6«, 818*, 11", ju, 8’, F*, H“. ^8° 9-'. 11», 9« W s Dich). •“ M», 9«, 12'. * 1 2 * 4 *"- ,5 (j)i§ B-tzd-r». 5, W 45, 939* H”/ 1 ' IO50/ ß» 4$1» I» 11«,4". 6 * 8"‘' ,, 7S0 (gon y 3«, W«’ e 3Mi6'6,8TC''11U' 429 10. , Ö56* 6 Donnerstag den 8. Januar 1885 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Pret» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf mit Bringerin Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pt. Erscheint täglich mit «v-nechme des «sntagl. V»re««: Schulstraße 7. bat da» Panzerschiff „Hmabeut* nach Tripolis bestimmt sei, um fich bort mit dem Panzer „Dandolo" zu einer Schiffsdiviffon zu vereinigen, die im jonischen und ägäischen Meere kreuzen solle, al» völlig unbegründet. In den englischen Kolonien Australien» ist die Ausregung wegen der deutschen Annexionen in der Südsee im Wachsen begriffen. Die Entrüstung der Australier richtet sich vorzugsweise gegen die Schwäche und Un> fähigk.it der englischen Colonial-Regterung und wird durch die BesÜrchlung noch mehr genährt, daß do» Beispiel Deutschlands die Franzosen zur Occupatio» der neuen Hebriden veranlassen werde. Mr, Smith, der Generalagent für Victoria, in London, ist autorisirt worden gegen die Anerkennung der deutschen Ansprüche auf einen Theil New Guineas, die Admiralität»,Inseln u. s, w, zu protestirrn. Politische Uebersicht. Gießen, 7. Januar, Da, gleichzeitige Tagen von Reichrtag und preußischem Abgeord- netenhau» wirb stch in den nächsten Wochen nicht vermeiben lassen. Beide Körperschaften haben die unabweisbaie Pflicht, vor bem April den Etat durch, ruberathen Vor Vollendung dieser Arbeit, die noch weit im Rückstände ist, kann an eine längere Vertagung der Reichstages nicht gedacht werden. Man rechnet, baß immerhin noch drei Wochen oder mehr vergehen werden, also der Februar herankommen wird, bi» der Reichrhaurhalt unter Dach ist. Alsdann könn e der Reichstag allerding» bis zum Früh,ahr dem preußischen Abgeordnetenh-wse da« Feld allein Überlaffen, und es erhält sich die Annahme, daß dies geschehen werde — Daß die vor einiger Zeit angeordnete schärfere Controlirung und Ahndung der dänischen Agitationen in NordschleSwig nach Lage der Umstande ge- rabezu geboten ist, wird fortwährend durch zum Theil recht drastische Beispiele erhärtet. So benutzten in HaderSlcben die Danomanen da» Werhnachtrfest, um durch Ausschmückung der Christbäume mit an» Papier gefertigten Danebrog,- Fahnen au demonstnreri, ja die dänische Zeitung „Modersmaalet empfahl tiefe »ähnlein „»um Schmuck der Weihnachtsbäume", was d,e deutsche Zeitung „Mfeblabet" zu der berechtigten Erwiderung veranlaßte, daß den dänischen Agitatoren nicht einmal da» Weihnachtrsest zu heilig sei, dasselbe in dieser Weise iu einer politischen Kundgebung zu benutzen, Fn den höchsten Verwaltung».Stellen Bayern» gehen nut Neujahr einige wichtige Veränderungen vor sich. Der bisherige Direttor der Kammer ve» Innern bei der oberbayerischen Kreisregierung, v. Braunwart, tritt als Direclor zum obersten Verwaltungs-Gerichtshöfe über und feine ^elle bei der Kreisregierung übernimmt der bisherige Perfonal-Referent und Rath im Ministerium des Innern, v. Kopp. Der Verwaltung-'Gerichtshof besteht erst seit w.nigen Jahren, erhält aber in Herrn v. Braunwart bereit» dm dritten Direclor. Der erste, v. Hutter, wurde ihm durch ,rllhen Tod, sein Rachsolger, Frhr. v. Russin, durch Kränklichkeit und dadurch veranlaßte Ruhe- standSversetzung^entzogen Demission de» Kriegsminister» Campenon da» politische Tage»qespräch. Verschiedene Versionen Über den Rücktritt Cam- venon's sind im Umlauf. Reben den üblichen Gesundheit»,Rücksichten tritt be- sonders die Meinung hervor, Campenon habe sich zurückgezogen, weil er mit der von der Kammer geforderten Politik einer energischen Action in Tongkmg nicht einverstanden sei, welche Ansicht gerade nicht unwahrscheinlich klingt Wenn Campenon ein energischeres Vorgehen der Franzosen in Tongkmg gewollt hatte, so wäre ein solches schon längst erfolgt und durch die Meinungs-Verschiedenheiten zwilchen Campenon und Ferry hierüber erklärt sich die bisherige, zögernde und schwankende KriegSführung Frankreichs in Ostasten. Au Stelle Campenon S ist der DivistonS'General Lewal zum Kriegsminister ernannt worden- Gleichzeitig mit seinem Chcs demisstonirte auch der bisherige Unterstaatssecretär im Kriegsministerium, Pvrier, über dessen Nachfolger jedoch noch nichts bekannt ist. Als ein günstiges Omen für den neuen französischen Kriegsminister mag es betrachtet werden, daß gerade jetzt wieder Siegesnachrichten aus Tongkmg eingetroffen sind. t x Auf das Verhältniß zwischen Deutschland und Italien werfen die Ausweisung des Correspondenten des „Diritto", also eines hoch- ojficiösen Organs des römischen CabinetS aus Berlin, wie auch der Umstand, daß Genua allem Anschein nach Triest gegenüber den Kürzeren bei der Bewerbung um den Ausgangspunkt für die deutschen Dampserlinien nach Ostasien und Australien gezogen hat, ein gerade nicht allzusreundliches Licht. Die Ausweisung des Herrn Cirmeni, so heißt der betr. Correspondent, soll erfolgt fein, weil derselbe angeblich' gehässige Artikel im „Diritto" gegen Deutschland ver- öffentlicht hat; freilich erklärt Herr Cirmeni, daß diese Artikel nicht von ihm herrührten. Jedenfalls ist die Ausweisung des Herrn Cirmeni in Anbetracht seiner Stellung als Berichterstatter eines italienischen Regierungsblattes für die augenblicklichen Beziehungen zwischen den Cabineten von Berlin und Rom von nicht zu unterschätzender Bedeutung und die Vermuthung erscheint daher nicht unberechtigt, daß im vorliegenden Falle ein diplomatischer Zweck mit im Spiele ist. Was weiter die Nachricht anbelangt, daß Triest gegenüber Genua zum Ausgangspunkte der deutschen subventionirten Dampferlinien nach Ostasien und Australien gewählt worden sei, so liegt hierüber allerdings noch keine Bestätigung vor. Sollte dieselbe aber erfolgen, so dürste jedenfalls die deutsche Entscheidung für Triest und gegen Genua nicht unbeeinflußt von politischen Erwägungen geblieben fein. Hoffentlich wird aber hieidurch das seitherige gute Einvernehmen zwischen Deutschland und Italien keine dauernde Trübung erfahren. . Die Annahme, daß die italienische Congo-Expedition unter Kapitän Cecchi auch politische Zwecke verfolge, wird durch das entschiedene Dementi, welches die „Agenzia Stesani" einer betr. Notiz des „Esercito" zu Theil werden läßt, widerlegt. Das genannte osficiöse Organ erklärt, Cecchi habe einfach eine Handelsinspection vorzunehmen und zu diesem Behuse den Congo und dessen Nebenflüsse zu befahren. Bezüglich der weiteren Meldung des „Esercito", daß in Spezzia eine Landungs-Compagnie gebildet werde, deren Bestimmung unbekannt sei, schreibt die „Agenzia Stesani", daß es sich einfach um die Erhöhung der Mannschaften des Stationsschiffes „Dedetta" in Assab handle. Endlich bezeichnet das letztere Blatt die Nachricht der „Riforma", Darmstadt, 6. Januar. Das Großherzogl. Regierungsblatt Nr. 2 enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, betr. die Ausführung der Uebereinkunft zwischen Deutschland und Italien über den Schutz an Werken der Literatur und Kunst. 2. Bekanntmachung desselben Ministeriums, betr. die Amtstitel der Gerichtsschreiber bei dem Großh. Oberlandesgerichte und den Großh. Land- ^"^Nachdem des Grobherzogs Äönigl. Hoheit durch Allerhöchste Entschließung vom heutigen Tage Allergnädigst zu bestimmen geruht haben, daß die Gerichtsschreiber bei dem Großh. Oberlandesgericht und bei den Großh. Landgerichten, soweit ihnen nicht ein höherer Titel ertheilt ist, inskünftig die AmtStitel „Ober* landesgerichtS-Secretär", bezw. „Laudgerichts-Secretär" zu führen haben, so wird solches hierdurch zur Nachachtung bekannt gemacht. Grünberg. Auf daS unttrm 26. Decewber von den h csigen Nattonallideratrn ap den Re,chSkauzler Fürsten v. BtSmarck abgcsavdte Telegramm ist folgendes Ant- p o ,,dyygt^*tI”|€l5e6t9ietd)etO68Detum6 vorn 15 d. M find mir anS allen TheUea deS Reichs so zahlreiche Kundgebungen zugegavgen, daß Ich außer Stande bin, eine lebe ^"^^^Dem^MchtrauenSvotum^weichcS die Mehrheit deS Reichstag« durch Ablehnung dirnstlich unentbehrlicher Mittel mir ertheilt hat. stehen zahlreiche Beweise de« Ber- irauenS gegenüber, mit welchem da« Deutsche Volk die von mir vertretene auswärtige Politik Seiner Majestät deS Kaiser« zu unterstützen bereit ist. In den Kundgebungen der im Volke lebenden nationalen Gesinnung finde ich die Ermuthigung, auch bet ab- nehmenden Kosten auSzuharren im Kampfe gegen die Parteien, deren Unverträglich- fett unter einander und deren Einmüthigkeit im Widerstande gegen jede staatliche Leitung die Entwickelung deS Reiche« hemmen und unsere mit schweren Opfern von der Nation erkämpfte Einheit gefährden. - r. a .kr «Ile Diejenigen, welche mir in der gegenwärtigen Phase diese« Kampfes ihr Einverständnitz kundgegebeu und ihren Beistand zugesagt habe, bitte meinen verbindlichsten Dank auf diesem Wege entgegennehmeo zu wollen. ___ v BiSmar cr. Berlin, 5. Januar. Unter ben Mitgliedern der Congo Conserenz be- sprach man heute auch die Bestrebungen, bem künftigen Congostaat eine monarchische Spitze ju geben, und stand nicht an, diese Pläne al» wenig aussichtsvoll darzustellen. Immerhin ist es bezeichnend, daß Frankreich und Nordamerika von solchen Plänen durchaus nichts wissen wollen, während anderseits Deutschland der Sache bis jetzt durchaus theilnahmlos gegenübersteht. Jedenfalls lag eine solche Wendung bisher völlig außerhalb aller Berechnungen der deutschen Politik in der Congosrage und man ist in diplomatischen Kreisen der festen Ueberzeugung, daß Fürst Bismarck einer solchen Frage wegen die Uebereinstim- mung der Conferenzmächte entschieden nicht aus's Spiel stellen wird. — Ein Bittgesuch des Comitös in Alexandria wegen der Entschädigung der bei dem dortigen Bombardement Heimgesuchten an die Congo-Conferenz ist als mit derselben nicht in Zusammenhang stehend zurückgewiesen worden^ Inzwischen hat man aber von hier aus Anlaß genommen, die Bittsteller wissen zu lassen, daß die Entschädigungsfrage von den europäischen Mächten lebhaft betrieben werde und daß Alles geschehe, um dieselbe einer baldigen Erledigung ent* gegenzusühren. Deutschland und Oesterreich haben seit längerer Zeit in dieser Richtung Vereinbarungen getroffen und den übrigen Mächten Vorschläge unter* breitet, welche augenblicklich ben Gegenstand bet Verhandlung bilden. — Die Fraclions-Vorstänbe im Reichstage haben an die Mitglieder die dringende Aufforderung gerichtet, sich sofort mit dem Wiederbeginn der Anetten im Reichstage möglichst vollzählig einzufinden, und hierbei aus die wichtigen Verhandlungen in der nächsten Zeit hingewiesen. Schon die entejsifcung am 8. Januar wird den Nachtrags-Etat (Beschaffung eines Dampfschiffes für den künftigen Gouverneur von Kamerun) auf der Tagesordnung finden. Balo darauf erfolgen die ersten Lesungen über das Postsparkassengesetz und über bie Ausdehnung der Unfallversicherung auf Transportgewerbe, sowie °uf landwirth. schaftliche und Forstbetriebe, welche Vorlagen fämmtlich an noch zu bildende be- sondere Commissionen gehen sollen. - Die Besserung in dem Befinden des Staatssecretar» im auswärtigen Amte, Grasen Hatzseldt, schreitet zwar fort, jedoch nicht in dem Maße, um al», bald eine Fortführung seiner Geschäfte erwarten zu lasse«. C« heißt, der Gra werde zu seiner Erholung, sobald er reisefähig sei, sichuu feiner gamihe begeben, welche sich auf seinem Gute in der Nähe von Koblenz befindet. - In der heutigen Commissions-Sitzung der Congo-Conferenz wurde der Declarations-Entwurf, betr. den Sclavenhandel, festgestellt der heute den Mit- gliedern der Conferenz überreicht werden wird. In demselben(verpflichtensich die Mächte, welche im Congobecken Hoheitsrechte oder emen Einfluß ausüben, iort weder einen Sclavenhandel noch eine Durchfuhr von Sclaven, gleichviel welcher Rasse, zu dulden. Telrgrgphische DrpeZchrA. Wsrst'L rel-Ä«- UsrresporLdSKrrBÄLLSLL. Berlin, 6. Januar. JH'L Majestät»N der Ka s.r und die Kaiserin haben dem hiesigen Magistrate auf dis be'm Jahreswechsel an Allerböchftd.-sckd'N gerichteten Glückwunsch Adress-n die nächst henden Aniworlschretbrn zukommen lassen: «Dmch dir Aorisse, welche ker Magistrat aus A.latz des Jzyretzwrchstts an Mich gerichtet hat, bin Ich roitbtrum hoch erfreut worden. Ihre Glückwünsche zum nullen Jahre, welche Mir an diesem Zeitabschnitt zum Bedürsnitz ge-rorbtn sind, haben dm in einen Taimen Ausdruck gesunden; JÄ fühle M'ch gedrungen, sie mit den: aufrichtigsten Danke zu erwidern. Mt ungehüotcm Bl ck schaue Ich in bas vergangene Jahr zurück, das sich tn Meinem Hause und für das grfammt? Land als ein gesegnetes erraltfen hat. Wie Ich des Allmächtigen Gnade preise, welche die Kaiserin, Meine Gemahl^ nut neuer Stacke zu serner-m Wirken ausrüstct, so c:k nne Ich dankerfüllt an M r selbst das Walten der göttlichen Vorsehung, wiche Mich un Meinem Lebensabend durch Erhaltung Meiner K äste zu pflichtircuer Ausübung des fückll'Len Berufes befähigt. W^nn Ich darin selbst Anstr:ngun'rn und 93e|d)rrerben nicht scheue, so finde Ich außer der eigenen Befriedigung, welche jede ernste Ärvett im Vollbringen gewählt, Ermuthigunq dazu in b?m B wvtz sein, daß ft.* der Förde«.u.ig nationaler Wohlfahrt gewidmet sind und durch treue Lt be Meines Vo.keS re d) vergolten werden, ©'tragen von solchem Vertrau n, gereicht es Mtt zur besond-'-m Freude, daß Mein Bemühungen um die Brfeft'guNg des Friedens durch die p.ifön; ltche B gegnung mit den beiden Herrsch'rn unf-r<-r g-oß n Nachbarstaaten von glück- ltchfm Erfolge begleitet gewesen sind. In der Bürgschaft drs äußeren Fr-edens liegt zugleich die Gewähr für eine segensreiche Entwick lung der inneren Verhülta sse. Bet der Lösung bteffr zwar umfassend n ober auch dankbaren Ausgabe wird der Magistrat in der Fürsorge fü- d«e zunehmenden Erfordern ss d.r R^ckshauptstadt nicht zu ück- bleibkn. Ick werde sein Bestreben, daL gemeinsame Interesse drr M t L ger zu fort in und mtt bessernder Hand für das vittgestaltete Gemetnwisen Berlins neue durchgreifende Einrichtungen zu treffen, stets mit d m lebhaftesten Artheil beritten. Berlin, den 5. Januar 1885 (§.ez.) Wilhcl m" »Mit aufrichtigem Donk beantworte Ick den Glückwunsch des Magistrats, indem Ich der Freude über die an der «Lockwelle des neuen Zeitabschnitts Mir triebe:um gewidmete Begrüßung heizl'chcn Ausdruck verleihe. Mene schwant tt-Le Gesundheit hat es Mtt seither nicht gestattet, den Verpflichtungen Mernes hoh n Berufes tn dem früheren Umfange zu erusprecken und doch gewähren d'e 'n dem Schreiben ausg - sp-ockenen Morte Mir die Grr.ugthuung, daß Me ne Bemühungen in diesem Sinne verständn'ßvoller Thellnahme begegnen. Diese werde ich ouck im beginnenden Jahre für jedes Streben erwidern und betätigen, welckes di? ©eaer.fafe? unserer Z it zu Imbem, barmherzige 6 lbr zu untecktütz*.! und qem ii'NÜtzigr Werke zu fö be:n oemüht ist. Möchte, wie im v rganaenkn Iihre, so auch in der nächsten Zukunft, Gottes Hand über dem Kaiser, über der Hauptstadt, wie über dem gesammien deutschen Vater lande schützend eusgebrettei sein. B-rlin, den 4. Januar 1885. (grz) Augusta- Elberfeld, 6 Januar. Der erste Direcior der B rg'sck - ML k scben Bar k und Mitglied dis Stadtverordneten r Collegiums, August de W srtb, ist h-ute grftorben. Wien, 6. Januar. Der Präsident des obersten R chnungshoss, Fürst Ado'f von Auersperg, ist auf feiner B-sitzung Goldegg in Folge eines Herzschlags p'ögl ch gestorben. London, 6. Januar. Der Bischof von London ist beut.' plotzl ch gestorben. Paris, 6. Januar. (Telegramm der „Agence Havas.") Aus Hastol vom 5. ds. wird gemeldet: In Folge des bereits gemeloeten Gefechtes östlich von Chu kehrten die Chinesen in einer Stärke von ca. 12,000 Mann zurück, um die Offensive zu ergreifen. General Negrier durchbrach ihre Positionen, obwohl dieselben durch Forts, aus welchen etageweise Feuer gegeben wurde, ver- theidigt wurden. Die Chinesen wurden vollständig zurückgeworfen, nach heftigem Widerstand verließen sie ihre sämmtlichen Stellungen unter Zurücklassung von 2 Batterien, Gewehren, Munitionsvorräthen, Lebensmitteln, Fahnen und des ganzen Wagenparks. Der Verlust der Chinesen beträgt ca. 600 Todts und zahlreiche Verwundete. Die Franzosen hatten 3 Officiere leicht verwundet, 19 Todte und 65 Verwundete in beiden Gefechten. Lokales. G. Gießen, 7. Januar. sSterblichkeit tn Gießens Die Sterblichkeit war in der letztverflosienen Woche eine geringe, es ereigneten sich tm Ganzen nur 4 Todesfall-' Von 3 erwachsenen Personen starb eine an Herzkrankheit, eine an Krebs, eine an Lungenschwindsucht. Ein Kind im ersten Lebensjahre erlag einer Bronchten- entzündung. vermischtes. Friedberg. Die Neujahrsnacht verging wieder nicht, ohne daß nicht verschiedene Unglücke durch das leidige Schießen entstanden wären. Hier schoß sich ein junger Mensch die Hand durch und durch, ein anderer, der mitten in einen Häufln Menschen schoß, wurde in flagranti ertappt und durfte für den Rest der Neujahrsnacht »tn der Heck" Über die Wechsel deö menschlichen Schicksals nachdenken. Von Fauerbach wurde schon am Abend ein junger Bursche in'S Hospital etngclkfert, der sich zwei Finger abgeschossen hatte und in Bad Nauheim soll Emem durch die Gensdarmerie klar gemacht worden zu sein, daß man überhaupt nicht, namentlich aber in der Stad: nicht, mtt scharf geladenen Gewehren schießt. Mainz, 3. Januar. In dem bekannten Vroceß, daß ein hier wohnender Kaufmann seine ehemalige Braut die ihm den Lauio ch gab, wegen gehabter Auslagen verklagte, wurde heute von der Civtlkammer des Landgerichts das Unheil gesprochen und die Braut zur Zahlung einer Summe von 7000 JL und 4/s der Kosten und der Bräutigam zu Ve der Kosten verurtheilt. — In Nürnberg saß ein Bettler auf der Anklagebank. Unter großer Heiterkeit legitimirte er sich als „Reichsfechtschüler", wurde aber trotzdem verurtheilt, weil er das Gesammelte nicht zum Besten der Fechtschule, sondern seiner eigenen Person verwendet habe. Frankfurt a. M., 4. Januar. Der Inhaber eines größeren Handlungshauses erwartete am NeujahrSmorgen Gratulationsbesuche und hatte sich mit seiner Gattin zum Empfange bereit gemacht. Die Dame des Hauses war gerade tm Begriff, die letzte Haarnadel tn ihren Chtgnon zu schieben, als ein Wagen vorfuhr, dem eine tief verschleierte Dame «tstieg. Der Diener empfing sie und geleitete sie in's Empfangszimmer, wo er sie mit der Versicherung, daß die Herrschaft alsbald kommen werde, zu warten bät. Es dauerte auch nicht lange, bis die letztere etntrat. Knixe auf beiden Seiten. „Mit wem haben wir die @&re?M fragte Der Herr vom Hause, der b ößeren Städte Andalusiens scheinen gar nicht ober nur wenig gelitten zu hab n; tn Sevilla j doch sind mehrere Gebäude ganz ober rhctlwetse zerstört. Besonders schwer ist Antequero, nördl ch von Malaga, heimgtsucht worben. E n Kauffechaus, welches von Menichm ungefüllt war, ist hier zusammen- gis1Ü5zt und Hot alle Jnsass n unter den Trümmern begraben. Wegen des Feiertages war fast die ganze Bevölkerung auf den Straß.n ober tn Ball- und Concertfälm. Bittn Erdbeben bemächtigtr sich Aller eine unbeschreibliche Angst; Männer, Frauen und Kinder warfen sich auf die Kme, um zu Gott und den Heiligen zu flehen. W e alle alten Städte Spaniens war Ant quera stolz auf die große Zahl seiner Kirchen; von lateren sind nun 7 zerstö t worden; bis j tzi hat man etwa 300 Tobte aufgefunben. Ruch nrutftfn Meldungen aus Albniy benagt auch boit die Zahl der Tobten gegen 300. In Parianas si. b 750 Hauser zerstört worben. B^hättnißmatz'g am schli-nmsten ist Albaqu.ro bei Granada betroffen worden, hier sind f-ifl alle Häuser gänzlich zerstört und 200 Bewohner umgekommen. Fast ebenso tst Vrlez Malaga, 13 Km östlich toi Malaga, mit 30.000 Einwohnern, ver» b?ert roorber. Etwa die Hälfte der Stadt liegt in Trümmern. Die Zahl der Tobten ist roch n'ckt bckannt; man fürcht t j doch, daß diese mehrere Hundert betragen wird. Arenas bei Rey ist beinahe ganz zerstört. E n großer The 1 der Bevölkerung ist unter den 2:Ammern der Hauser begraben worden; dis jetzt bat man etwa 40 Leichen gefunden. In Alfarent-jo, Provinz Malaga, sind gegen 200 Häuser etngeftürzt. Da die Telegraphenletlungen giößtenthetls zerstört sind, tnffen die Nachrichten nur spärlich und langsam ein; drßhalb lassen sich die Folgen des Erdbebens noch nicht übersehen. Es ist,jedoch zu befürchten, daß nur ein kleiner Thrll der Verluste an Menschenleben und Eigenthum bekannt geworden tst. Die Erderschütterung hat sich über alle 8 Provinzen Andalusiens, über etwa den scchsti« Theil von ganz Spanien ausgedehnt. 40 bis 50 Städte haben mehr ober m‘nber gelitten; aus vielen anderen Ott.n, die mit dem Telegraphennetz nicht verbunden sind, werden die Nachrichten noch zu erwarten sein. Wie gewöhnlich, war das Erdbeben von heftigem ©iurmroetttr begleit. Die Bodenbewegung fand tn der R chtung von West nach Ost statt. ES wurden biet besonders heftige Siößc verspürt; zum Glück war der erste oerhältnißmaßig roWg gefährlich und wurde hierdurch die Bevölkerung auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Manche konnten noch rechtzeitig aus den Wohnungen flüchten, d e nach wenigen Sekunden zusammenstürzfen. Die Zeitdauer der Erderschütterung wird, wahrschetnl ch übertrieben, auf 50 Sekunden, von andern auf 80 Sekunden angegeben. — sBacante Stellen für Militäranwarter im Bereiche des 11. Armee-Corps.) Ober-Postdttrctionsbezilk Kassel, 2 Postverwalter, Anfangs 2.50 JL Tagegelber, bet definitiver Anstellung 1000 Gehalt jährlich und Wohnungsgeldzuschuß; daselbst, Postamt, $oftaffiftt widerstrebenden Gefühlen käripfenbe Faust, welcher endlich durch Meptzisto'S Höll sche Macht verjüngt, tn bin Taum l bis LedenS hinrivger ssen wird und nachdem er daS tugendsame kindliche Gretchen kennen gelernt, sich zu der höchsten Seligkeit der Liede ousschwingt, erfordert eine so fdne künstlerische AuSarbeituns. eiren so geistvoll durchg-arbetteten Charakter, doh ich schon manchen hervorragenden Darsteller trotz Fletß und Strebsamkttt nur eine unzureichende Skizze liefern geseden habe. Daß nun Herr Halm dieser Riesenaufzabe nicht gewachs n mar, wird sich derselbe bet einiger Utberlegung selbst emgestehen müssen; wenn eS auch Anfangs schien, alS hätte er seinen Part richtig erfaßt, so fiel er doch immer mehr und mehr in einen ganz merkwürdigen und nichtssagenden Conversationston zurück und somit gänzlich ouS der Rolle, daß ich nicht umhin kann, seine Leistung elS eine total verfehlte zu bezeichnen- Anders war eS mit dem MephssiopheleS diS Herrn Hendrtch, w.lLer feine wohl noch bei Weitem schwierto.ere Partie mit Fleiß studirt hatte und du ck sein gewandtes, sicheres Spiel dem Publikum allgemeines Interesse abgewann. Die Scene mit dcm Schüler, sowie die mit der Marthe machten einen besonders günstigen Eindruck. Fräulein Belgrad bewies als Gretchen, daß sie eine strebsame Schauspielerin ist, d«e für da« Fach der Tragödinnen ganz geeignet unb durch Innigkeit im Vortrog wahrhaft hinr'ß. Hätte sie als Gretchen eine weniger falonmäßige Haartracht gehabt, so würde man die Erscheinung alS eine in jeder Hinsicht entsprechende bzetchnen können; wir wollen eS der jungen Dame nicht Übel nehmen wenn sie sich frtsicm läßt, wie eS am kleidsamsten ist, aber bet einem Gretchen muß die Stirn frei sein. — Ihr Spiel war recht gut, die Scene vor der mater dolorosa ergreifend unb die Kerk^r- scene. einige Fehler abgerechnet, treffend gezeichnet. Ihr Organ klar.g tn der l tzteren biSwetlm -n gesund und ließ den Wahnsinn deßhalb mcht zur vollen Geltung kommen. mt—"t~m—f—«yr-*—■■—f»1»—■■■ ■■ Vnn den übrigen hielt sich Herr Schwarz al-Valent n ganz wacker, besonder« tn der Sterbescene. Di Martha der Frau Größer trof n'Lt immer daS Richtige. — Die Scene in Auerbachs K.Uer war nicht tm M ndesten nach unserem Geschmack, da die Uebertreibung hier selbst da« Possenhafte überschritt und Herr Voigt als Siebe! se'n Möglichstes dazu bdtrup. Daß Orchester hielt sich recht wacker unb find sich mit ben veisänglichsien Stellen anerkcnrcnSwerth ob. D'.e Cbö^e klang:n oder durchaus nicht gut und wäre n der kurzen Zeit feine« Bestehens einer solchen Verbreitung zu ctfreuen, so daß eS nicht ollem tn ganz Europa Eingang gefunden hat, sondern auch bei allen großen Ausstellungen mit bin höchsten Anerkinnurgin ausgezeichnet worden ist. Im obgilaufenen Jahre 1884 waren die Fabrikate her Herren W lh. B nger Söhne: Norm l Himden, Jacken und Hosen, sowie Leibbinden, bei der hygienischen Welt-Ausstellung in London und bet der Industrie-Ausstellung m Bubaweitz auSqelegt und erhielten bet beiden Ausstellungen die go'dene Mcdatlle Genannte Fabrik steht unter der fyrctcCcn Lestung deS Herrn Prof. Dr Jäger und ist allein conceffiontrt und '_n den meisten Staaten Eu'opaS pitentirt. Verschiedene sächsische und rheinische Fabrikanten ahmen bie wollenen Unterkleider unter der Benennung .System Jäger- noch und ist daS echte Fabrikat durch die im Stempel angeführte Untirschrift deS Herrn Prof. Dr. Jäger erkenntlich. Kirchliche An^ngkn der eoangcl. Gemeinde. Donnerstag, 8. Januar, Abends 6 Uhr, in her Kirche. Missions- flunbc, die Mission in Indien, Missionar Thumm aus Frankfurt a. M. Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leibkasse angelegten Kapitalen am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: Donnerstag den 8. Januar 1885, Samstag „ Ist. „ „ Dienstag * 13. * „ Mittwoch „ 14. m h Donnerstag * 15. „ w Samstag w 17- „ « Die Interessenten werden daher aufg-'- fordert. die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hiertu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu le- gitimiren. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, am 27. November 1884. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. ______________Kehr.______________ Samstag den 10. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in der Bramm'schen Hofraithc sNeustadt) dahier werden gegen Vaarzahlung versteigert : 1 Garnitur Polstermöbel, einige Kommoden, Spiegel, 1 Regulateur. sodann 4 Mille Eigarren, ein Kleiderschrank, 2 Küchenschränke, 1 Sopha rc. Gießen, den 7. Januar 1885. Engel, 202 Gr. Gerichtsvollzieher. AeisgrSotencs. 205 Frische süße Butter, das Pfund 80 Pfennige-______________Neustadt 51. Gießener Actienbier 23 H Frankfurter Bier 23 „ Krofdorfer Bier 12 „ § liefert bei Abnahme von 6 Flaschen frei in's Haus 133 Fhil. Bob, Bahnhofstraße 11, Ecke der Kavlansgasse. Vorstiglichts Cello Z U^erkaufen^Wo^foa^i^Er^d^Dsi Nur echt mit dieser Schutzmarke: HusleNicht Mal^Ertract u. Enrameilen*) v. L. H. Pietsch L Co., Breslau. Herren L H. Pietsch L Co. in Breslau bittet Unterzeichneter um weitere gefällige Sendung rc. gegen Posiuachuahme und bezeuge der Wahrheit gemäß, daß meine Frau, welche schon etliche Jahre an einem sehr starken reizbaren Husten gelitten bat. und alle seither angewandten Mittel keinen Erfolg gehabt baden, bei Gebrauch der mir unter dem 16. d. M- gesandten Flasche Ihres „Huste-Nicht" große Linderung gefunden hat- Sentza, 31. Januar 1834. 195 Ohm, Bauaufseher. *) Extract ä Flasche 1 Jf, 1,„ u. 2,50. Earamellcn k Beutel 30 u. 50 — Zu haben in Gießen bei Ferd. Drcbes, Dorrn. Gg. Will). Weidig- Allgemeiner Anzeiger. In Folge eines Gelegenheitskaufes offerire eine große Parthie hochfeiner lÄH-Zng-1 KnopfWel in Chevream, yachette, Kid dr. zu ganz außergewöhnlich billigen Preisen und mache besonders darauf aufmerksam, daß solche sämmtlich bester Qualität sind. A. Sch Warnschild, 203__6 Neustadt 0._____________________ EisenbahB-fiesellschafis-VereiiL Samstag den 10. Januar 1885 I. Stiftungsfest mit Tanz - Unterhaltung im Saale des Hd tel Einhorn. Anfang 8 Uhr Abends. Karten sind an der Kaffe und durch die Mitglieder zu haben. 190 Der Vor »land» Generalversammlung des Mumlicn - Anlerstützungs - BunÖcs her Scfineiber (6. [). Jlr-18) Montag den 12. Januar er, Abends 8 XJhr, in der Restauration Bramm. Tagesordnung: 1) Vorstandswahl, 2) Aufnahme neuer Mitglieder. 3) Verschiedenes. Eintrittsberechtigt sind auch Kürschner, Kappenmacher, Posamentirer, Schirin- und Handschuhmacher. NB. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. 19$ Der Vorstand. Metallarbeiter-Kranken- und Sterbekassß(E.H.29j. SamStag den 10. Januar, Abends 8V2 Uhr, Restauration Bramm, Neustadt: Generalversammlung. Tagesordnung: Vorstandswahl. Das Stiftungsfest findet Sonntag den 18. Januar auf Lony's Bierkeller statt. 152__________Der Vorstand. Ein Lehrling 181 gesucht von Herrn. Koch, Schreiner. ohne Hungerkur, ohne Störung der Berufsthätigkeit etc. etc. Näheres gegen 30 H Postmarken. Dr. Hartmann. Berlin S. ' Prinzenstrasse 47. unter Garantie Heilung la. frische Putter pr. Pfund 80 Pfa. empfiehlt 200 Fr. Seibel. Hamburger .fifcflOdllhfilllij. Heute und morgen große Sendung 1000 Ffd. lebendfrischer Schellfische per Ffund 20 Fig, Hechte, Karpfen, Eabliau, grüne Häringe zum Braten, Backfische per Pfund 20 H. Prima Kieler Sprotten pr. Pfund 60 Nuss. Sardinen pr. Pfund 50 Aal in Geläe pr. Pfund JL 1,10, Eaoiar, Sardellen rc. empfiehlt 197 rl. Koch. Nanarien-Hähne zu verkaufen h Stück 3 JL 20 H. PH. Brand, Grünbergerstr. Nr. 1 Safforöeii jeder Art empfiehlt 114 PH. Lüdeking, Seltersweg 5. Ein jähr. Jassrlochs Rehschäckiger Berner, zu verkaufen bei 183 E. Türmer in Birklar. Die Dampf-Kaffee-Brennerei von A. Zuntz sel.Wwe., bringt ihre Spezialitäten Gebr. Java-Kaffee’s Bonn Berlin, Qegr. 1837. Gegr. 1837. Hoflieferant, in empfehlende Erinnerung. Alleinige Niederlage in Giessen bei Herrn J. M. Schulhof, in Lieh bei Herrn H. Zimmer VII,, in Fronhausen bei Herrn M- Loe- wenstein I , in Gladenbach bei Herrn J. Schles- singer, 34 in Londorf bei Herrn 6. Braun, Bettwerk und billige Kedern empfiehlt Louis Rothenberger, 13 Neuenweg 22. Verehrt. Publikum! Mit Nachstehendem erlaube ich mir, Interessenten über den Schluß meines Etablissements näheren Aufschluß zu geben. Also doch! sind die geflügelten Worte, welche rch mir Zurufen kann. Also doch! Nach einem schweren Kampfe von fünfzehn langen Jahren, nach Abnutzung der besten Manneskrast, mit Verlust des eigenen Vermögens, stehe ich an einem anderen Abschnitte eines sturmbewegten Lebens. — Es ist bitter und zu gleicher Zeit Ironie des Schicksals, wenn ein Mann in feiner Vaterstadt, nachdem was er geboten, geleistet, aus diese Art semen Dank, feine Anerkennung sich suchen mufe. Me eine anägebrudte Citrone über Bord geworfen, kann der Mohr geh'n, er hat seine Schuldigkeit gethan. Er geht, wenn auch arm, aber ehrlich! Mit Stelz kann Gietzen, mit Stolz kann auch ich auf Das zurückblicken, was ich gefchanen. All dl. unendlich vielen Kunstgenüsse, welche ich nicht allem durch pecumare, sondern auch durch persönliche Opfer gebracht, sind Mellich verklungen, verrauscht, wurden jedoch durch mich mit einer Kühnheit nach Gießen gebracht, daß die kleine Stadt, ohne zu prahlen, Namen in der künstlerischen und mustkaliichen Welt bekommen, daß ein Etablissement geschaffen worden ist, welches Mm anderen, selbst in der größten Stadt, würdig, ja impomrend zur Seite gestellt 106 Durch die erdrückende Steuerlast, durch die kaum zu erschwingenden Gasrechnungen, Heizung, Bedienung 2c. ic. kann und konnte ein Etablissement wie das meinige nur dann bestehen, wenn die Betheiliqung stets eine rege war. Leider muß ich das Gegentherl behaupten. Leider kann ich nicht umhin, der Verehr,. Bürgerschaft den Vorwurf zu machen, daß durch die Gleichgültigkeit, die sie mir entgegengebracht, nut Schuld, an diesem für mich f° schweren Schritte Theil hat. Was am schwersten aber m die Waagschale fällt, ist, daß ein Verein aus gleichem Standpunkte mit uns Steuerzahlern angekommen ist, und regelrecht Restauration betreibt, was diesem Verein in früheren Zeiten niemals eigen gewesen ist- - Ist es gerecht, daß dieser Verein (noch einige mehr) 3 H per Liter Wein-Steuer bezahlt und wir gewöhnlichen Restaurateure zahlen 7 H per Liter . . Ist e§ gerecht, daß dem Steuerzahler durch Casinos, Cautmen, Consum-Ver- eine 2c. sein Unterhalt für die Familie crfchwert wird? Ist es gerecht, wenn man Kaiser-Essen, Hochzeiten, ja sogar Bier-Concerte bei freiem Entröe für circa 1200 Mitglieder bei billiger Restauration, von dem Verein aus geleitet, gegen die Steuerzahler in Scene fetzt? (Verweise auf die letzten Abonnemeuts- eoncerte.) Man verkauft Wein, Bier über die Straße, m mau geht so weit, daß in ärztlichen Kreisen Kranken nur der Wem des Vereins als Vmum bonum empfohlen wird. . , Durch dieses Vorgehen wurde namentlich mein Geschäftsgang aus das Empfindlichste berührt und überlasse einem Verehrl. Pnblikum hierüber das Urtheil. . _ , Allen, welche es gut mit mit gememt, herzlichsten Dank. Willi. Wenzel im Garten, 204 Vermischte Anzeigen. Asterweg 23. miethen- 194 Unterricht in der holländischen Sprache wird ertheilt. Mäßiges Honorar. Näß. in der Exped. d. Bl. Hdtel Bellevue. Gießen, im Januar 1885. _____ Toves-Anzeige. Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser innigft geliebtes Töchterchen Auguste 1 Jahr alt, gestern Abend 10>/2 Uhr sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten 2U1 Carl Grün nebst Iran. Gießen, den 7. Januar 18? 5. 191 Ein Schwein zugelaufen. Näheres bei .H. DebuS, Schiffevberger Thal. 157 Ein ordentliches Lausmädchen gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl- 11 Durch die Uebersiedelung meiner Frau Schwägerin nach Darmstadt ist die Parterre-Wohnung meines Hauses, Grünbergerstraße 47: o Zimmer, 2 Kammern, Trocknenspeicher, 2 Keller und Gartenan- theil, vom 1. Mai 1885 ab anderweit zu oermiethen. Mittler, Postsecretär. W Eine Wohnung im 1. Stocks 3 Zimmer u. s. w-, an ruhige Leute zu oermiethen. ______________Ederstraße 3. “124 Zu oermiethen auf 1- April eine schöne Wohnung von 6 Zimmern nebst allen Erfordernissen. Alicestraße 25. 4 Frankfurterstr. 10 ist die von Frau Advokat Frank seither bewohnte, geräumige Mansardenwohnung bis 1. April 1885 an eine ruhige Familie zu vermiethen. 32 Der seither von Herrn Wol Katz bewohnte Laden mit Logis ist pr. 1. April 1885 anderweitig zu oermiethen. L. Tcrtor, im Darmstädter Haus. ». 72 Der 2. Stock zu vermiethen. ___________Grünberger Straße 44. 12 Ein kleines Familienlogis zu oer- Iermietfiungen. 207 Bleichstraße 21, am Wieseck- übergang, mövlirteS Zimmer zu ver- mietyen. ________________________ 208 Elegant rnöblirtes Zimmer mit Schlafzimmer, zusammen oder getrennt, per 1. Februar zu vermiethen. Bahnhofstraße 12, II. Stock. "196 Gut rnöblirtes Zimmer zu ver- miethen.__Steinstraße 53. 192 Eine Wohnung im zweiten Stock, vier Rimmer und Zubehör, zu oermiethen vom 1. April an. ______ Helm, Bismarcksti aße. 189 Logis, sow. einz. Zimmer, neu ber- ger-, gl. beziehb., zu verm. Neuen Bäue 20. 132 "Zwei kleine Familienlogis sofort zu vermiethen. Bahnhofsstraße jt2L 81 Ein Logis, 3 Zimmer nebst Zubehör pr. 1. Februar zu vermiethen. Sonnenstraße Nr. 14. 69 L^rdwigSplatz 6 ist der 3. Stock, 8 Zimmer nebst Zubehör, an eine ruhige Familie zu vermiethen___ 68 Ein gut möbl. Zimmer zu ucr- nnethen.Mäusburg 15. Zießeuer Loncerl-Uerein. Orittes Coocert (im 93. Vercinsjahr) am Sonntag den 11. Januar 188S. Abends präcis 5 Uhr, im grossen Saale des Gesellschaftsvereins unter Leitung des Grossh. Universitäts - Musikdirectors Herrn Adolf Felchner und unter gütiger Mitwirkung des Concer tsängers Herrn Georg Ritter (Tenor), des Kammervirtuosen Herrn Tivadar Nachez (Violine),, und des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereins- Orchesters. PROGKAMM. 1. Symphonie Nr. 3 in Es-dur a) Adagio, Allegro vivace, b) Adagio. c) Menuette, Allegretto. d) Vivace. 2. Arie aus der Oper „Don Juan“: „Thränen vom Freunde getrocknet“, mit Orchester- begleitung...... 3. Concert für die Violine mit Orchesterbegleitung (D-dur) . . . • • a) Allegro ma non troppo. b) Larghetto. c) Rondo. Ifi. 4. Symphonie in H-moll (unvollendet), zwei Sätze 5. Zwei Lieder mit Clavierbegleitung: a) Zigeunerlied . b) Wanderlied . . • . 6. a) Variationen auf der G-Saite 1 für Violine b) Elegie ! und c) Träumerei 1 Clavier 7. Zwei Zigeunertänze, für Violine mit Orchesterbegleitung . von Jos Haydn. , W. A Mozart. „ L. van Beethoven^ » Franz Schubert. „ Anton Dvorak. , Rob. Schumann. „ N Paganini. „ H. Ernst. „ R. Schumann. „ Tivadar Nachez. Der Concertflügel von Blüthner ist aus dem Pianofortelager von Herrn Wilh. Rudolph in Giessen. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind in der Ricker’schen Buchhandlung (Sonntags nur bis 12 Uhr) und in der W. Rudolph scheit Musikalienhandlung ä dl. 2,50 (Sperrsitz ä dl 3,50) zu haben.160 Die Beerdigung findet Donnerstag den 8. Januar, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus (Neustadt 71) aus statt. 206 Todes-Anzeige. Allen Freunden und Bekannten statt besonderer Anzeige die traurige Mittheilung von dem heute Mittag 1 V< Uhr nach langen, schweren Leiden erfolgten sanften Hinscheiden unseres lieben Gatten und Vaters Johannes Koerner, Geometer, im Alter von 63 Jahren. Gießen, Großlichterfelde b. Berlin, Ludwigshafen a.Rh., Frankfurt a. M., den 6. Januar 1885. Katharina Koerner, geb. Borngesser. Agathe Koerner. Theodor Koerner, Premierlieutenant im Cadettencorps. Dr. Georg Koerner, Lieutenant a. D. Fridolin Koerner. Minna Koerner. Marie Koerner, geb. Grebe. Helene Koerner, geb. Hermes. 158 Für ein hiesiges Flaschenbier- Geschäft wird ein solider und zuverlässiger Bursche als Kutscher gesucht Nur solche, welche sehr gute Zeugnisse haben, wollen sich bei der Exped. d. Bl. melden. 156 Ein gewandter, kräftiger junger Mensch, der mit Pferden umgehen kann wird bei gutem Lohn gesucht. Näheres bei Abraham Stein, Bleich - straße 5. Iran?. Sprachunterricht. Zu Kursen (Tag- und Abendkursen) in der frz. Sprache (bcs. auch Conversalion n. Handelskorrespon-enz) werden noch einige Theilnehmer gesucht. Näh. in der Exped. d. Bl.193 199 Einen tüchtigen Direktor auf sofort sucht Gesangverein Germania Alten- Buseck. Näheres ertheilt Herr Gastwirth Wilhelm Körber daselbst. ckedactiov: A. Scheyda. — Druck und Äerlag der Brübl'schen Druckerei (Fr. Ebr. Pietsch) in Gießen.