Erstes Blatt Sonntag den 7. Juni 188» Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brirr-erkotz*. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf Erscheint tLgttch mit Ausnahme d«S Mont«--. bei Jnty $o«61 )r. Straä, Vorsitzender F i Leib -ahier c. peiseo kohle« »nt 1 | mutigen des Schulgesetzes in der hier fraglichen Beziehung sich wohl bewährt haben und ein Bedürfniß zur Aenderung in keiner Richtung vorliegt. Es ist durch dieses Gesetz insbesondere auch ein Boden geschaffen, auf dem Kirche und Schule, Geistliche und Lehrer in friedlicher und einträchtiger Arbeit zu „religiössittlicher und nationaler Bildung" der Jugend mit segensreichem Erfolg Zusammenwirken können. ? m «nffonftbi Gefunden: 1 Kleiderbürste, 1 Eiswolltuch, 1 Kännchen, 1 Kinderschürze, 1 Kinderschuh, 1 Kinderkragen, einige Pfennige, 1 Quaste, 1 Militär- Ngetr. Gelwft t Halsbinde, 1 Theil eines Messingkrahnens, 1 Bleifederhalter, 1 Armband, 1 Fingerring, 1 Handschuh. ujsichtsrathes: 1 Gießen, am 6. Juni 1885. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. .in, I. V.: Kraemer. «30^ Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correfpondenz-Bnreau. Berlin, 5. Juni. Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz ist heute Nachmittag 2 Uhr mittelst Extrazugs nach Sigmaringen abgereist, um im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen Fürsten von Hohenzollern beizuwohnen. Berlin, 5. Juni. Der Director im Auswärtigen Amt, Graf Berchem, wurde zum preußischen Bundesbevollmächtigten ernannt. Der „Voss. Ztg." wird aus Petersburg gemeldet: „Der „^taatsauzeiger" publicirt eine Zollerhöhung auf Metallerze, Eisen, Stahl, Kupfer, Metall-Erzeugnisse, Draht-Fabrikate und landwirthschaftliche Maschinen. Der Einführungslermin ist wahrscheinlich der 1./13. Juni. Königsberg i. Pr., 5. Juni. Die Ansprache, welche der Kronprinz bei der Begrüßung seines Regiments an dasselbe gerichtet, hatte folgenden Wortlaut: „Ich stehe beute an der Stelle, wo vor 25 Jahren Se. Majestät die Gnade hatte, mir mein Regiment zu verleihen. Es war im Augenblick tiefen Friedens, wo wir nur Gelegenheit hatten, auf große Zeiten hinter uns zurückzublicken. Seit der Zeit, daß ich das - Regiment das meinige nenne, sind große Thaten unvergänglichen Ituhmes uns be- schieden worden. Wie in den früheren Zeiten wir gewöhnt waren, mit dem Regiment an fast allen Schlachten Theil nehmen zu können, die unserem Heere beschieden waren, so in den letzten 25 Jahren abermals. In den entscheidungsreichen Zeiten der Jahre 1866, 1870 und 1871 habe ich mein Regiment stets gefunden, wo seine ruhmreiche Vergangenheit ihm seinen Platz anwies und wenn es auch nicht immer unter meinem Oberbefehl stand, so mußte ich, was es leistete. Deshalb danke ich den Offizieren^ denen, welche früher bei dem Regiment gestanden und denen, die ich in deii Reihen des Regiments noch erblicke, besonders denen, die während der ruhmvollen Ereignisse, der letzten Zeit ihm angehört haben, für die Hingebung und Pflichtttene im König» e. f. ihschild, Bekanntmachung. ''M ,, , ®em£6jeit des § 9 der Gesetzes vom 13. Februar 1375 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hierinit ke nachstehende Durchjchmttsmarktpreise vom Monat April veröffentlicht: ——-_____ . Hafer JL 16.75, Heu 4.70, Stroh 4 pro 100 Kilogramm. ©lefeex, den 5. Juni 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. -bähe. iuni | jur ein Lehrer oder sind zwar mehrere Lehrer, aber keine verschiedenen Con- ß|| Asgns- (Religions-) Gemeinden vorhanden, so sind die Lehrer aus der Confession l| 4 entnehmen, zu welcher sich die Gesammtheit oder Mehrzahl der Einwohner br Gemeinde bekennt. Sind mehrere Lehrer und verschiedene Confejsions- BrrWeligions-) Gemeinden vorhanden, so können die Lehrer an den gemeinsamen ßentlichen Volksschulen aus jeder solchen Confession entnommen werden, zu Mer sich die bei den Schulen beteiligten Confessions- (Religions-) Gemeinden »kennen. Dabei ist auf die Größe der einzelnen Confessions- (Religions-) Ge- »emden wesentlich Rücksicht zu nehmen. ,, c.A 56, Bei dem Unterricht in der Religion sind die Kinder stets con- SflhWfr™ ' ffionell getrennt und wird dieser Unterricht — soweit derselbe nicht nach • ' i'lroffener Vereinbarung zwischen den oberen Schul- und Kirchenbehörden von 0 -t geHy'in betr. Geistlichen oder einem besonderen Religionslehrer übernommen ist — ie-cr./ gast-jn dem oder den Lehrern der betr. Confession ertheilt. Es ergiebt sich hieraus, daß das hessische Volksschulgesetz auf den Prim 'M der gemeinsamen Schulen beruht, gleichzeitig aber bei der Anstellung rr Lehrer auf die Confession der Gemeinden entschiedene Rücksicht nimmt ben Religionsunterricht getrennt eonfessionell ertbeilen läßt Die V^eini- jjrnii 9jing eonfessionell getrennter in gemeinsame Schulen ist m ähnlicher, die Rechte Consessions-Gemeinden wahrender Werse durch das Schulgesetz geordnet. ss Nachdem die Schwierigkeiten des Uebergangs in die Verhältniffe . M' ßMg ausgeglichen worden sind, darf man mit Grund sagen, daß dre Bestrm- I OliSla ■ Darmstadt, 4. Juni. In den Verhandlungen der allgemeinen deutschen ■ Hrerversammlung Hierselbst über die Simultanschulen und die Ertheilung des Reli- ^^ch^-RkÄionsunterrichtes sind die Grundsätze nicht zur Sprache gekommen, auf welchen Mkl tu der hier fraglichen Beziehung unser hessisches Volksschulgesetz vom 16. Juni * * «874 beruht. Die „Dannst. Ztg." findet sich deshalb veranlaßt, daraus hin- tMisen, daß nach Art. 4 des gedachten Gesetzes die öffentlichen Volks- . MEteur- chulen gemeinsame Schulen, d. h. für die Kinder sämmtlicher An- ehörigen einer politischen Gemeinde bestimmt sind. Ist in einer Gemeinde Betreffend: DaS Ober-Ersatz»Geschäft für 1885. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1885. wird im Kreise Gießen Mittwoch den 1. Juli im Rathhause zu Lich, Vormittags 9 Uhr, Donnerstag den 2. Juli in dem alten Rathhause zu Gießen, Vormittags 8 Uhr, Freitag den 3. Juli daselbst, Vormittags 8 Uhr, SamStag den 4. Juli im Gasthaus zum Rappen zu Grünberg, Vormittags 8 Uhr, i, eingetragene GenoffenWattfinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commisston im Wtlhfl 8 M Bezirk der 49. Infanterie-Brigade in sämmtlichen AuShebungSorten zu gestellen: (AVUIV9 0 W a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpftichtigen ' r . b. die zur Ersatz-Reserve II. Klaffe in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen/sowelt denselben noch eine besondere Ladung zugeht; c. die zur Ersatz-Reserve I. Klaffe in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigeü; die von der Ersatz-Commission als tauglich und einstellungsfähig erkannten MilitärpflichUgen, 'einschließlich derjenigen aus ftüheren Jahrgängen; ■ die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlaßenen Soldaten; die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 8 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen sind außerdem anzuweisen, ihre Loosungsscheine n g: mit zur Stelle zu bringen. $4. Die zur Beurtheilung von Reclamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. , AuMsrathes; Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem ' ^esMmg m Msherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. „ «Xifpnbe Marge; Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober-Ersatzgeschäfte selbst anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Mllitärpflichtigeu “ ikchtzeitig zur Stelle sind. Gießen, am 6. Juni 1885. Der Civil:Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. von Bechtold, Regierungsrath. , SamStag ben 13. l. Mts., Bormittag» 11 Uhr, findet eine außerordentliche Sitzung de» Kreistages be» Kreises 2 Üst^Eeßen im Regrerungsgebäude dahier statt. ressest m der Kirck/ T a g e S o r d.n u n g: e des Vereins Md-« t ' Berathung und Beschlußfassung über definitive Anstellung des Herrn Kreisingenieurs Gnauth. ls W den 1 ©regen, am 5. Juni 1885. Der Vorsitzende des Kreistages des Kreises Gießen. &EÄ--------------------“U£Ü!*S peifliq. sab s Aüntz 6diu(fttat, 7. lieben Dienst und ferner spreche ich dem Regiment die Zuversicht aus, daß es stets das Vertrauen seines Kriegsherrn rechtfertigen wird, wie es seit 200 Zähren immer der Fall gewesen. In diesem Sinne bringe ich Seiner Majestät dem Kaiser, dem ich das Regiment verdanke, ein Hoch. , Königsberg i. P., 5. Juni. Nach der Rückkunft aus der Flora nahm der Kronprinz am Oberpräsidialgebäude ein Ständchen der Liederfreunde entgegen und begab sich hierauf zum Officierdiner im Casino. Um 8 Uhr erschien der Kronprinz unerwartet im Theater und wohnte einem Acte des „Eingebildeten Kranken" bet Hiernach Fahrt nach der Kaserne des Kronprinzenregiments, wo in festlich geschmücktem Hofe Die Mannschaft das Fest feierte. Die Mitte des Hofplatzes nahm ein offenes Zelt für den Kronprinzen und dessen Begleitung ein; zu beiden Seiten waren Tanzboden und mächtige Speisetafeln mit Bänken für die Mannschaften. Sofort nach Eintreffen des Kronprinzen nebst dem Prinzen Wilhelm, Oberpräsidenten Schlickmann u. A. begann der Tanz der Mannschaften. Nachdem der Kronprinz eine Zeit lang hochbefriedigt zu- gesehen, verabschiedete er sich auf's Herzlichste vom Regiment und fuhr, begleitet von dem Hurrahrufen der Mannschaft, zum Commers der Nichtcouleurs in der Bürgerressource , wo er um 9 Uhr 40 Min. mit Prinz Wilhelm, dem Oberpräsidenten, Polizeipräsidenten, dem Commandirenden Kleist v. Kloeden rc. eintraf und an der Ehrentafel Platz nahm. Nach dem Gaudeamus und dem Salamander nahm der Kronprinz das Wort. Donnernde Hochs auf den Kaiser durchbrausten den Saal, worauf Sind. Brosien ein Hoch auf den Kronprinzen ausbrachte, dem ein kräftiger Salamander folgte. Nach Absingung eines Festliedes begab sich der Kronprinz zum Commers der Couleurstudenten in der Börse, wo er gegen 10 Uhr eintraf. Sobald die erste Strophe der Nationalhymne verklungen war, erhob sich der Kronprinz und sagte, er freue sich, die Cives Academiae begrüßen zu können, too oft er sie sehe und unter ihnen verweile, erfülle ihn ganz der Gedanke an die eigene Jugend,. zugleich auch an Den, dem er verdanke, heute Rector magnificentissimus Albertinae zu sein; hieran knüpfe sich ferner die Erinnerung an die große und schwere Zeit, welche Deutschland bedroht habe und die Namen der Krieger, welche dieselbe zum Abschluß gebracht habe. Die glorreichen Siege, die errungen wurden, seien auf ehernen Tafeln verzeichnet.. Dem aber, welcher in der letzten für Deutschland so ereignißreichen folgenreichen Zeit die Heere geführt, dem Kaiser Wilhelm, gebühre die höchste Ehre. Darum fordere er die Bürger der Universität auf, mit ihm auf das Wohl des Kaisers Wilhelm einen kräftigen Salamander zu reiben. Ein Masure kommandirte den Salamander. "Nach Absingung des Liedes: „Stoßt an, Albertina", hielt Studiosus Juris Krüger (Littauer) eine kurze wirkungsvolle Ansprache an den Kronprinzen, worauf ein Salamander folgte. Stud. Gotsheim brachte ein Hoch auf den vor 6 Jahren immatrikulirten Prinzen Wilhelm aus, welche hohe Ehre die Studentenschaft voll zu würdigen wisse. In einer Erwiderung sprach Prinz Wilhelm die Hoffnung aus, daß alle Commilitonen ihr Lebensziel in ernster Mitarbeit am Wohle des Vaterlandes erblicken möchten. In diesem Sinne bringe er ein Hoch auf die Albertina aus. Der hierauf von dem Prinzen Wilhelm selbst commandirte Salamander sand außergewöhnlich exacte Ausführung und wurde von stürmischen Hochrufen begleitet. 9iad) kurzem Verweilen erfolgte die Abfahrt nach dem Bahnhofe durch die prächtig iUunünirten Straßen, die von der jubelnden Bevölkerung gefüllt waren. Nachdem der Kronprinz den Oberbürgermeister beauftragt hatte, der Bürgerschaft für den warmen Empfang feinen besonderen Dank auszusprechen, verabschiedete er sich in kurzen Worten von den Anwesenden, Schlieck- mann, Selke, Oberst Barttenwerffer, Regierungspräsident Studt rc. Die Abfahrt erfolgte Punkt 11 Uhr. Oberbürgermeister Selke veröffentlicht in den Zeitungen, er sei beauftragt, der Einwohnerschaft den Dank des Kronprinzen für die von allen Seiten betätigte freundliche Aufnahme auszusprechen. Der Kronprinz habe besonders hinzugefügt, er habe es stets in Königsberg so gefunden. Stuttgart, 5. Juni. Der „Staatsanzeiger" meldet: Der König empfing den Dr. Marc aus Wildungen, welcher im vergangenen Herbste den König behandelte. Derselbe conftatirte einen günstigen Stand des Befindens, betont aber die Nothwendig- feit besonderer Ruhe und Schonung. Wien, 5. Juni. Der mederöfterreichische Großgrundbesitz wählte in den Reichsrath die Liberalen Gudenus mit 94, Ludwigstorff mit 92, Dobbhosf mit 91, Pirquet mit 90, Kielrnansegge mit 89 von 172 abgegebenen SUmrnen. In die engere Wahl kommen die Liberalen Breuer (86), Eltz (86), Suttner (86) und die Conservativen Kueffstein (83), Fürst Croz (83) und Bösbauer (82). Wien, 5. Juni. Bei den ^tädtewahlen in Schlesien wurden 3 Deutschliberale und 1 Deutschnationaler, bei den Städtewahlen in Kärnthen 3 Liberale gewählt. Bern, 5. Juni. Per Ständerath nahm heute den Antrag auf Maßregeln gegen die Schutzzollpolitik fremder Staaten an, lehnte aber als inopportun den Antrag ab, den Bundesrath aufzufordern, noch in dieser Session über die Thunlichkeit der Kündigung des Handelsvertrags mit Deutschland Bericht zu erstatten. Paris, 5. Juni. Ferry ist wieder hier eingetroffen. Madrid, 5. Juni. Gestern kamen in Valencia 8 Erkrankungen und 2 Todesfälle an der Cholera vor. In den anderen Provinzen und in Madrid ist der Gesundheitszustand ein guter. London, 5. Juni. Unterhaus. Hartington erklärte, die Regierung habe allen Grund, zu hoffen, daß es nicht nöthig sein werde, die Garden noch lange in Alexandrien zurückzuhalten. Das genaue Datum der Zurückziehung sei indessen noch nicht bestimmbar. — Childers erklärte, falls die jetzigen Zuständechie Einstellung der getroffenen Vorbereitungen gestatteten, würden von dem Elfmillionencredit nur neun Millionen verausgabt werden. Der Minister schlug vor, die neuerdings eingeführte Erhöhung der Spritsteuer um einen Schilling zu ermäßigen und zu beschließen, daß die erhöhte Biersteuer nunmehr bis zum 31. Mai 1886 in Kraft bleibe. Eine Veränderung der Weinzölle wurde nicht vorgeschlagen. — Oberhaus. Granville hoffte, die Verhandlungen der Suezkanal-Commisfion würden vor Ablauf der nächsten Woche beendet, lieber die Verhandlungen aber, welche auf seinem Circular von 1883 bafirten, könne er noch keine Details geben. Einige Paragraphen seien in den Vertragsentwurf ausgenommen, welche eine Discufsion darüber veranlaßten, ob dieselben nicht die Grenzen des Circulars überschritten. Die britischen Commissarien hätten alle nöthigen Vorbehalte gemacht. Lokales. Gießen, 6. Juni. sTurnerisches.j Zu der morgen stattfindenden 7. Turn- sahrt des Gaues Hessen, verbunden mit Vvlksturnsest nach dem Bad-Nauheimer Hochwald haben sich zum Wettturnen 80 Turner aus den verschiedenen Vereinen des Gaues Hessen, angemeldet. Sollte der Himmel, wie es allen Anschein hat, recht freundlich sein, so verspricht das Fest ein in jeder Beziehung gelungenes zu werden. Gießen, 6. Juni. Die Großh. Direction der Oberhessischen Eisenbahnen hat mit zu Dank verpflichtender höherer Genehmigung den Theilnehmern am VII. Kirchen- flefangfefte des evangelischen Kirchengesangvereins für Hessen und an der vorausgehenden --Generalversammlung zu Lich, sosern sich dieselben durch Karten als Mitglieder irgend eines .Kirchengesangvereins zu legitimiren vermögen, die freie Rückfahrt auf ein am 9. oder 10. d. Mts. gelöstes einfaches Billet bis zum 10. d. Mts. Abends gewährt. Von dem Vorstande des Hessischen Kirchengesangvereins ist Veranstaltung getroffen, daß die Legitimationskarten in Lich durch Vermittelung der einzelnen Vereinsvorstände zur Austheilung an die Mitglieder gelangen. Verwischte». Aus Ober Hessen. Von einer einfachen, aber erhebenden Feier, die sich kürzlich in "Nieder-Weisel vollzog, berichtet das „Wochenblatt der Johanniter-Ordens- Ballei Brandenburg" Folgendes: Am 20. v. M. fand aus Anlaß des zu Nieder-Weisel abgehaltenen Rittertages die llcbcrgabc der gemäß vorjährigem Beschlüsse den Ehrenrittern Albert von Grol- man und Konrad Freiherr van der Hoop gewidmeten Denksteine an die Genossenschast statt. Die ehrwürdige romanische Ordens-Kapelle ist seinerzeit derart hergestellt worden, um für solche Erinnerungszeichen einen angemessenen und gesicherten Aufbewahrungsort zu bieten, Der Denkstein für den Ehrenritter von Grolman zeigt unter dein Ordenskreuze den Bibelspruch Joh. XV. 13 (Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde), dann das mit Palmen verzierte Wappen unb die Schrift: Albert von Grolman, Ehrenritter des Johanniter-Ordens, Großherzog, lich Hessischer Major, erlag als Opfer treuen Ritterdienstes im Feld« 10. October 1870. Der zweite Stein zeigt mit gleicher Anordnung die Stelle 2. Tim. IV. 7 (Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten), ferner die Inschrift: Konrad Freiherr van der Hoop, Ehrenritter des Johanniter-Ordens, Großherzoglich Hessischer Major im 2. Reiter-Regiment, starb den Heldentod im Gefecht bei Briare, 14. Januar 1871. Beide Steine sind in Sandstein einfach, aber edel, dem Stile der Kapelle entsprechend ausgefiihrt und an der nördlichen Wand in derselben angebracht. Der Commendator betonte bei dem Acte der Uebergabe mit schlichten Worten den Text jener Schriftstellen und fügte den Wunsch hinzu, daß, ebenso wie die Verewigten ihre höchsten Güter freudig eingesetzt, so auch die überlebenden Mitglieder der Genossenschaft, wenn es von ihnen erfordert werde, bereit fein möchten, ihre Ritter- psticht unter Gottes Beistand mit gleicher Hingebung zu erfüllen. Der Feier wohnten als gebetene Gäste die nächsten Angehörigen, Generallieutenant und Oberkammerherr Eduard von Grolman, Amtmann Konrad von Grolman, sowie Freiherr Wilhelm van der Hoop bei. Bingen, 2. Juni. Die Freimaurerlogen von Alzey, Bingen, Darmstadt, Friedberg, Gießen, Mainz und Worms veranstalten am 7.Juni einFrühlingssest in den neu hergerichteten Räumen des Hotel Wilhelm auf dem Rochusbcrge dahier. Kassel, 3. Juni. Im Saale des „Palais Restaurant" dahier wurde heute unter dem Vorsitz des Directors des hiesigen Creditvereins, Herrn Diehls, und im Beisein des Genossenschastsanwalts, Herrn Schenk, der 23. Verbandstag des Unter; Verbundes der hessischen Vorschuß- und Creditvereine abgehalten. Aus dem von Herrn Diehls entworfenen Rückblick auf die Gesammtthätigkeit des Unterverbandes geht hervor, daß von den 15,009 Mitgliedern 3928 Landwirthe sind, also 26 pCt. Ter Kassenumsatz im verflossenen Geschäftsjahr beziffert sich zusammen auf 103,677,634 A gegen 100 Millionen X im Vorjahre. An Vorschüssen wurden gewährt circa 32 Mill. .X; der Reservefonds stieg von 4 pCt. auf 41/» pCt. des gefammten Betriebskapitals. Die meisten Vereine hatten Geldüberfluß aufzuweifen, was die Geschäftsführung stellenweise erschwert. Herr Diehls betonte, daß es nicht Ausgabe der Creditvereine sein könne, hohe Dividenden zu erzielen, diese bestehe vielmehr hauptsächlich in der Beschaffung billigen Geldes. Die Verwaltungskosten betrugen 118,894 «X. — Aus der hieraus folgenben Rechnungs-Ablage über die Einnahmen und Ausgaben der Verbandskasse bleibt zu erwähnen, daß dieselbe mit einem Kassebestand von 1140 X abschließt. Kassel, 2. Juni. An die Bahnhofsrestaurateure des EisenbahndirectionsbezirkS Elberfeld ist Seitens der Betriebsämter infolge höherer Anordnung die Weisung ergangen, vom 15. d. Mts. ab in den Wartesälen 3. und 4. Classe zu jeder Zeit guten warmen Kaffee zum Preise von 10 Pfg. pro Tasse ohne, resp. von 15 Pfg. mit Milch und Zucker zum Verkause bereit zu halten. Gleichzeitig ist denselben untersagt, vom gleichen Zeitpunkte ab geringwerthigen Branntwein (Fusel) ober an Nichtreisende (über die Straße) Branntwein überhaupt zu verkausen. Zugelassen ist nur noch guter ent« fufelter Branntwein zum Minimal-Verkaufspreise von 10 Pfg. pro Gläschen. Zu- widerhandlungen gegen diese Anordnung, als deren Zweck ausdrücklich angegeben wird, „die niederen Volksklassen dem Genüsse des schlechten Branntweins zu entfremden und mehr und mehr dem Kaffec-Genussc zuzuwenden", sollen mit empfindliche» Ordnungsstrafen geahndet werden. Hiergegen wollen die meisten Bahnhofs-Restaurateure mit der Motivirung vorstellig werden, daß diese sie finanziell erheblich schädigende Anordnung das erstrebte Ziel verfehlen und in das gerade Gegentheil Umschläge, da das niedere Publikum, darunter speciell auch die Eifenbahnunterbeamten, fortab erst recht den gewöhnlichen Kneipen zugeführt werden, woselbst sie sich mit billigerem und schlechtem Branntwein in größeren Quantitäten für die Eisenbahnfahrt versehen dürften. Nizza. Der „A. Post. Ztg." schreibt man: In Monte Carlo entleibte sich am Donnerstag ein preußischer Hauptmann v. d. W., der früher in Diedenhofen stand, durch einen Revolverschuß in's Herz. W. besaß ein ansehnliches Vermögen, hatte aber alles im Spiel verloren. In seinen Taschen sand man 20 Centimes. — Ein junger Coulissenengel eines kleinen Stadttheaters war in den beidm ersten Acten eines Dramas entsetzlich gewesen. Nach dem drittten — wo das Dämchen gar nichts zu thun hatte — tritt ein College an sie heran und raunt ihr sarkastisch zu: „Reizend, ganz himmlisch! Dein dritter Act hat Alles wieder gut gemacht." HaudeL und Verkehr. Gießen, den 6. Juni. Aus dem heutigen Markt kostete' Butter ver Pi und X. 0.70—0.80, Hühnereier pr. St. 5—0 4, Enteneier St. 5—6 4, Gänsccier 00—00 4 Käse pr. Stück 4—9 4, Kasematte 3—0 4, Erbsen pr. Liter 20 4, Linsen 32 4 Tauben per Paar 0,60—0,80 4, Hühner per Stück «X 1.00—1.50, Hahnen pr. StlU X 1.00—1.70, Enten per Stück X 2.00—2.50, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 4 Kuh- und Rindfleisch 56—60 4, Schweinefleisch 50—60 4, Hammelflesich 64—70 4 Kalbfleisch 50—54 4, Kartoffeln per 10-9 Kilo X 3.00—4.00, Milch per Liter 12—16 4 Zwiebeln per Gentner x 9.00—10.00, Kirschen per Pfund X 0.45—0.50. Hicht als Heilmittel sondern als Universalmittel zum täglichen Gebrauche im Interesse für,Ä denen an Erhaltung emes schönen natürlichen Haupthaares u. immer reiner thätiger Kopfhaut etwas gelegen ist, empfiehlt man statt Oel ob- Pomade C Retter s Haarwasser (München) welches durch die ehrendsten Zeugnisse erster Autoritäten ausgezeichnet, besonders and für Institute eindringlichst zu empfehlen ist. Zu haben um 40 4 und X 1,10 bei C. Merkel, Gießen, Marktstraße. 124? Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 31. Mai. Dem Kaufmann Max Hochftätter ein Sohn, Friedrich Wilhelm Max, geboren den 17. April. Denselben. Dem Arbeiter Wilhelm Bergen eine Tochter, Marie Josephitt Katharine Elise, geboren den 16. April. Denselben. Dem Bauunternehmer Georg Koch eine Tochter, Käthe Charlotü Anna Elisabeth, geboren den 24. April. Denselben. Dem Dienstmann Jakob Ferber eine Tochter, Anna Marie Katharina geboren den 24. April. , Denselben. Dem Professor Dr. Karl Friedrich Eichbaum eine Tochter, Marü Anna, geboren den 28. April. Den 3. Juni. Dem Taglöhner Ludwig Ferber Zwillinge, eine Tochter, Amr Margarethe und ein Sohn, Ludwig, geboren den 26. Mai. Beerdigte. _ . „ Den 31. Mai. Marie Schneider, geb. Reichardt, Ehefrau des Weichensteller Gotthard Schneider, alt 45 Jahre, gestorben den 29. Mai. Den 2. Juni. August Weidig, Restaurateur, alt 44 Jahre, gestorben der 30. Mai. Denselben. August Adolf Stief, lediger Sohn des Stadtbaumeisters ^ohamik- Stief, alt 17 Jahre, gestorben den 31. Mai. . Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaurnnr gemessen am 6. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 18°, Luft im Schatten 24°. L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Kirchliche Anzeigen der cvangei. Gemeinde. Sonntag ben 7. Juni, Vormittags 8 Uhri Katechismuslehre für die Mädche» F. Hofmann. oerfteigert. KcilgeLolene troffen bei 4241 3611 Selters weg- Ein Uelociped zu verkaufen.' 4249 Empfiehlt 4223 M56 Klein-Linden. Ferd. 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