Nr. S Mittwoch den 7. Januar 188 S Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. . '. . _ , . . — " _ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf mit Brinqerlotzn. V«reau: Schulstraß- 7. Srfchrmt togU* mtt W*neX>me befl Montag». Durch bu Post bezogen vierteljährlich 2 Mark M Pk. Politische Uebersicht Gießen, 5. Januar. Die Neujahrs-Empfänge an den europäischen Höfen haben diesmal in politischer Beziehung nichts besonders BemerkenSwertheS zu Tage gefördert. Am Berliner Hofe vollzog sich der Neujahrs-Empfang in der üblichen Weise; der Kaiser, welcher die Gratulation».Cour in bestem Wohlsein abhielt, hielt nur kurze Ansprachen und trugen seine Aeußerungen einen durchaus friedlichen Charakter. — Der ungarische Ministerpräsident, Herr Tisza, betonte beim Empfange der Gratulations-Deputation der liberalen Partei, daß dieselbe an den Principien der früheren liberalen Partei sesthalte und die Kräftigung de» ungarischen Staatswesens, die Erhebung desselben aus die höhere Stufe, aus welcher sich die andern europäischen Culturstaaten befänden,, sowie die Fortentwickelung der liberalen Richtung al» ihre Ausgabe betrachte. Das Ergebniß der jüngst stattgehabten Wahlen mache es zur Pflicht, unbedingt jene Fahne hochzuhalten, unter welcher die verschiedenen Klassen der Bevölkerung zu einer Nation geworden seien und nicht zu gestatten, daß die einheitliche Nation in verschiedene Kasten zerfalle. Zum Schluß erklärte Tisza noch, daß er an den Grundprincipien der Oberhaus-Resorm unbedingt sesthalte. Der Präsident der französischen Republik, Herr Gr6oy, wie» beim Empfange de» diplomatischen Corps auf die freundschaftlichen Beziehungen hin, in denen Frankreich zu allen Mächten stehe und die e» hauptsächlich den Botschaftern und Gesandten der fremden Mächte zu verdanken habe. Da» dem Fürsten Bismarck von verschiedenen Seiten gemachte patriotische Anerbieten, ihm au» Privathänden die für die neue Directorstelle im auswärtigen Amte geforderten Mittel zur Verfügung zu stellen, ist von demselben dankend abgelehnt worden. Herr Lüderitz ist in voriger Woche, von Afrika kommend, in Berlin eingetroffen und dürste mittlerweile den Reichskanzler in Stand gesetzt haben, sich über die deutschen Unternehmungen in Südafrika und speciell über die Angelegenheit der Santa-Lucia-Bucht ein Uriheil zu bilden. E» steht alsdann wohl auch eine energische diplomatische Action zu erwarten, doch ehe dieselbe zu einem Resultat gelangt ist, wird in der Oeffentlichkeit schwerlich etwas Weiteres über die deutsch - englischen Verhandlungen in diesem Betreff verlauten. Man darf aber heute bereit» der Erwartung leben, daß es nicht wieder 8 Monate dauern werde, bi» England zu der Einsicht kommt, daß der Versuch seiner südafrikanischen Organe, die englische Souverainetät über ein im deutschen Besitze befindliches Territorium zu proklamiren, als ein rechtswidriges abzuweisen fei Der Verzicht aus Santa Lucia wird den Engländern allerdings schwer genug fallen, denn die genannte Bucht bildet den natürlichen Hasen für Zulutand und ist handelspolitisch von großer Wichtigkeit, da sie mit dem See- und Flußsystem, welche» in ihr mündet, eine der besten Verbindungen der Transvaal-Republik und des Oranje-Freistaates mit der Außenwelt darstellt. Nachdem nun aber bekannt geworden ist, daß sich die Santa - Lucia - Bai schon seit vorigem November im rechtmäßigen Besitz der Firma Lüderitz befindet, während die Aushiffung der englischen Fahne erst im December erfolgte, wird man englischerseits wohl kaum dabei verharren, das betr. Gebiet auch ferner für sich zu reclamiren. Die asrikanische Cenferenz wird im Lause dieser Woche ihre Arbeiten wieder ausnehmen. Die erste Commissionssitzung zur Berathung der in der letzten Plenarsitzung vom 22. December an die Commission überwiesenen Fragen wurde aus Montag den 5. Januar anberaumt. Nachdem nunmehr in Frankreich die Kammersession geschloffen worben ist, wird da» Cabinet Ferry die Lösung der ostasiatischen Frage ohne Zweifel mit verdoppelter Energie in die Hand nehmen. Dasselbe hat bereits vier Privatdampser zum Truppentransport nach Tongking gemiethet, zugleich ist dem Marineminister die telegraphische Meldung von dem Eintreffen des großen Transportdampfers „Bien-Hoa" in Saigun zugegangen. Immerhin erscheint es aber besremdlich, daß man noch immer nichts von der Ankunft der schon im vorigen November von Algier nach Tongking abgesandten Verstärkungen an ihrem Bestimmungsorte vernimmt und es werden daher in sranzösi- schen Blättern Besorgnisse laut, daß die betr. Schiffe vielleicht von chinesischen Kreuzern genommen worden seien, welche Besorgnisse der osficiöse „Temps" srellich zu zerstreuen sucht. Dagegen sind der „Times" Mitthellungen aus Hongkong zugegangen, denen zusolge die chinesische Flotte, welche nach Korea bestimmt war, von französischen Kreuzern genommen worden fein soll. Die Agitation, welche von einem Theile der australischen Colonien gegen die deutschen Gebiets - Erwerbungen in der Südsee in Scene gesetzt worden ist, kommt dem Londoner Cabinet gerade nicht sehr gelegen. Es muß sich von den Australiern sagen lassen, daß seine Politik der Unthätigkeit, durch welche Deutschland in den Besitz der betr. Territorien gelangt ist, in Australien gar böses Blut mache und daß man es dort übel vermerke, daß sich in der australischen Inselwelt fremde Machteinflüffe immer mehr geltend machten. Uebrigens erscheint es bemerkenswcrth, daß es die Regierungen von Südaustralien und Neusüdwales vorläufig abgelehnt haben, sich an der von Victoria, Queensland und Tasmania beabsichtigten Protestaction gegen die deutschen Annexionen in der Südsee zu betheiligen. Dieser Umstand wird in englischen Blättern dahin erklärt, daß in Südaustralien viele reiche und angesehene Deutsche lebten, aus welche die Regierung Rücksicht nehmen müsse und Neusüdwales sei, obwohl ein heftiger Gegner der deutschen Besitz-Ergreifungen, eifersüchtig auf das nach einer leitenden Stellung strebende Victoria und lehne es daher ab dessen Führung zu folgen. Die erschütternden Elementar-Ereignisse, von denen da» südliche Spanien noch in den letzten Tagen des alten Jahres heimgesucht worden ist, haben leider auch im neuen Jahre ihre Fortsetzung gesunden. Eine Madrider Depesche meldet, daß am Donnerstag in der schon schwer heimgesuchten Stadt Torrox (Provinz Malaga) wiederum ein Erdbeben stattgesund-n hat, wobei ein heftige» unterirdische» Nollen gehört wurde. In Albunuela» (Provinz Granada) spaltete sich der Erdboden und die Kirche versank bi» zur Spitze bet Thurme«; Menschen und Vieh versanken in den Erdrissen. Dem gegenüber dürste die Zahl von 2000 Menschen, welche nach neuerlichen Schätzungen bei dem Erdbeben in Südspanien umgekommen sein sollen, noch zu niedrig gegriffen sein; allein in dem eben erwähnten Städtchen Albunuelas, welches 1900 Einwohner zählt, sind gegen 1000 Personen getödtet worden. E» wird eine» energischen Eingreifen» der Regierung bedürfen, ehe die unglücklichen Provinzen nur in etwa» die Folgen dieser Katastrophe überwunden haben werden und tritt unter diesen Umständen die Politik jenseits der Pyrenäen einstweilen vor den dringenderen Pflichten der Hülseleistung und Wieberaufrichtung der betroffenen Provinz-Bevölkerungen zurück. Langsam, aber stetig, dringt die zum Entsätze Khartums abgesandte englische Expedition vor und wahrscheinlich wird der englische Voitrab noch im Januar vor der „Mausefalle" Gordon'» eintreffen. Die Hauptfrage ist nur, ob der tapfere General sich bis zum Eintreffen der ersehnten Hülse wird halten können; eine jüngst von Gordon eingetroffene Notiz läßt hierüber aber keinen Zweifel. Derselbe hat dem General Wolseley einen Zettel mit der lacomschen Bemerkung zukommen lassen: „Khartum all right. C. Gordon, 14. December." E» steht also Alles wohl in Khartum und berechtigt diese» Lebenszeichen Gor- tzon's zu der Erwartung, daß die englische Expedition noch zur rechten Zeit in Khartum eintreffen werde. Darmstadt, 3. Januar. (Zum neuen GemeindeumlagenGesetz j Scho» bet ben langwierigen Berathungen der Factoren brr hessischen Gesetzgebung Über bte neue Ettrkvmmenftruer stellte bte Regierung einen Gesetzentwurf über bte anderweitige Re- flultrung der Communalsteuer in Aussicht. Derselbe ist in ben letzten Tagen bt8 December eingelaufen und beantragt u. a. die Befreiung der Actien-Gesellschaften und Commanbit Gesellschaften auf Actien von berjenigen Communalsteuer, welche sich au» der Einkommensteuer berechnen würbe. Wenn schon bte Heranziehung der Aetten- Gesellschaften, welche kein Einkommen im gesetzlichen Sinne hoben, sondern nur ein solches für ben Actionär probudren und diesem zum Consumiren abgeben, ein Experiment ist, welches bis jetzt kein anderer deutscher Staat gemocht und Preußen sofort abgelehnt hat, so würde die Veranschlagung des EtnkommensteuerertrSgnisseS zur Communalsteuer umsomehr ein Absurdum sein, als dem Begriff Steuer doch auch eine Leistung gegknüberstehen muß. Eine juristische Person nimmt aber die Leistungen de» Staate«, wie auch diejenigen der Gemeinde in der Regel gar nicht in Anspruch. Sie existüt nur in der Idee und bedarf deßhalb weder der Schule und Kirche, noch der sonstigen auf die personelle Sicherheit und Wohlfahrt gerichtete Organe. ES ist deßhalb wohl anzunehmen, daß die Vorlage der Regierung nach dieser Seite allgemein angenommen wird. Berlin. Eine bemerkenswerthe Adresse an den Reichskanzler Fürsten Bismarck haben 230 deutsche Retchsangehörtge in Riga beschlossen und abgefandt. Die- selbe lautet: ,Ew. Durchlaucht! Beim hiesigen Generalconsolat wird ein Schreiben aufbewahrt, welches Ew. Durchlaucht am 3. November 1860 aus Petersburg nach Riga schrieben. Fünf arme deutsche Bergleute, von Ew- Durchlaucht mtt dem nöthigen Reisegeld versorgt, sollten über R'ga nach Hause. AIS preußischer Gesandter schrieben Ew. Durchlaucht ausführlich eigenhändig hierher, wann jene Leute hier eintreffm müßten, daß Consulat unb deutsche Colonie sich ihrer annehmen möchten, und wie und wo man nach ihnen forschen möge, träfen sie nicht pünktlich ein, denn keinenfallS sollten dieselben auf der langen Landreise im fremden Lande hüif- und schutzlos bleiben. Mit solcher Umsicht nahmen Ew. Durchlaucht alS Gesandter sich armer Landsleute an. Damals war Preußen klein, die letzte Großmacht, und wer von Deutschland sprach, dem antwortete man hi-r: ,WaS ist Deutschland? Wir kennen es nicht. Sind Sie auS Bayern, Hoffen, Preußen ober Anhalt? Ein Deutschland gibt c8 nicht.« In Deutschland weiß man'daS nicht mehr — auch politisches Wohlleben läßt schlimme Tage schnell vergessen. UnS aber kltngt'S noch deutlich tn ben Ohren und noch zuckt das „Wir kennen Deutschland nicht" um manches Fremden Lippe, nur baß er'S nicht mehr auszusprechen wagt; zu strahlend flammt seit jenem 18. Januar 1871 ber Name „Deutschland- auf den Tafeln ber Geschichte, als baß noch Jemand blinzelnd stch an ihm vorheischleichev könne. O, große Zett, die wir im Felde theilS, thetl« tn brr Heimath miterlebt, wie stolz hat sie unS gemacht, Deutsche zu sein! Wie schmolz in ihr Ew. Durchlaucht Name mtt dem deS theuren großen Vaterlandes so zusammen, daß wir bte Heimath nicht mehr nennen formten, ohne Ew. Durchlaucht in Bewunder- rung und Danfbarkeit zu gedenfenl Entschlossen, rastlos haben Sie seitdem deS Vaterlandes Ansehen und seine innere Wohlfahrt Zoll um Zoll gehoben. Durch die Erfolge unbeirrt, Körperletden und den Jahren trotzend, arbeiteten Sie, auf Gott und Recht vertrauend, an Deutschlands und oer Deutschen Wohl, tn pfUcbttreuer Hingabe an Kaiser unb Vaterland jedem Deutschen ein l-uchtend-Ä Vorbild. Wenn während dieser langen FrledenSarbeit Ihre schlichte Größe dem Verständnisse eines Thetls der Nation entwuchs, einem andern die Begeisterung erlahmte und Sie nm, zu oft in Kämpfen mit Vertretern des eigenen VolfeS die Blüthen der Vaterlandsliebe und -Treue retten mußten vor dem Überwuchern durch kurzsichtige, kleinliche Selbstsucht und bewußte Feindseligkeit - wir Deutsche im Auslande haben Immer treu zu Ihnen gestanden und Ihrer nie anders alS in dankbarer Verehrung gedacht. Die Weisheit und Größe Ihrer Politik erschloß sogar den mittleren unb unteren Schichten fremder Völker bas Verständniß unb zwang die Widerwilligen mit unerbittlicher Logik, Ihres NamenS Glanz zu bewundern und Deutschland zu preisen ob der großen Zett, die eS unter und Dank Ihrer Leitung durchlebt. Heute dürfen wir tn freud gem Sto ze, Deutsche m sein unter ßaupt da erheben, wo man — noch ist es rem halbes Menschen- rÄ’- ”ÄruS?g auf deutsche Kat-onaltttt belSchette, und aus der Erd. weiter Runde fühlt heute der Deutsche sich geachtet und geschätzt, weil Ihre-und Ihre» Auswärtigen Amtes umsichtige Fürsorge ihn so bewahrt, wie Sie vor Jahrm dieS mit den armen hülslosen Landsleuten geihan. Da kam daS Votum vom 15. De- mit oben Gesagtem darauf Hinweisen. —a — Sin deutscher Jubel-Geburtstag. (Originalbericht des »Gießener Anzeiger".) Hanau, 4. Januar. Ich habe eine alte Tante gehabt. Die war in Wahrtmt eine echte, rechte »Märchentante", und ihr Schatz von Grschichten, in denen es von Riesen, feuer- speiendkn Drachen, Zwergen, Zauberern und Zauberinnen. Hexen und Elfen nur so wimmelte, war ein schier unerschöpflicher. Durch sie habe ich zuerst die Bekanntschaft mit der phantastischen, übersinnlichen Märchenwelt gemacht! Abends in der „Dämmerstunde" saßen wir Kinder zu den Füßen der guten Alten und horchten mit angeholtenem Athem auf.alle ihre schönen Geschichten, und war cs gar in rauher Herbstzeit, wenn der Regen an die Fensterscheiben schlug und der Sturmwind über das Dach fegte und auf demselben die rostige Windfahne um und um trieb, oder wenn von Zeit zu Zett ein Windstoß durch den Schornstein herniederfuhr und allerlei seltsam-unheimliche Töne hervorbrachte, dann überkam uns wobl das „Gruseln" und wir glaubten steif und fest an all die phantastischen Geschichten, die uns die alte Tante erzählte. Etwas später, als ich Gedrucktes zu lesen vermochte, da fand ich unter den Geschenken vom heiligen Christkindchen auch ein Buch mit buntem Umschläge und auf dem Titel stand: „Grimm's Kinder- und Hausmärchen". Und dieses Buch hat mir nachhaltige Freuden bereitet und ich spann mich derart in seinem Inhalt ein, daß ich oft in meinen Träumen ein Zauberprinz zu sein wähnte, der daS schlummernde Dornröschen mit einem Kusie auf die rotben Lippen weckt, dann Hockzeit macht und in dulci iubilo lebt bis an sein seliges Ende. Aber ich wurde größer und älter — wie jeder Mensch. Und auch mit der Zeit gescheidter — wie mancher Mensch. »Grimm's Kinder- und Hausmärchen" standen längst nicht mehr auf meinem Bücherregal, aber dafür allerlei dickleibige Werke über Sprachen, deren Inhalt mir zwar auch daS „Gruseln" abnöthtgte, die mich aber doch in Ehrfurcht versetzten — in solche Ehrfurcht und solchen Respect, daß ich sie oft tagelang unberührt stehen ließ. Und auf ihren Titelblättern erschien häufig der Name Grimm. Ich lernte den Namen boch- schätzen als den zweier Brüder, die zu den Zierden der deutschen Gelehrtenwelt gehörten und wesentlich mit beigetragen haben zum Ruhme des deutschen Namens, als den zweier Brüder, die echt deutsche Männer waren. Gießen, 6. Januar. In den letzten acht Tagen haben nicht weniger denn 4 Zimmerbrände, veranlaßt durch leichtfertigen Umgang mit Feuer und Licht in hiesiger Stadt staltgtfunden. In allen Fällen war rasche Hülfe zur Hand, so daß ein größerer Schaden nicht angerichtet wurde. — Ein total betrunkener Soldat verursachte gestern Nachmittag qcgfn 5 Uhr einen Heidenlärm in der Schramm'schen Wirthschaft in der Wolkengasse. Nachdem er aus derselben ausgewüsm und die Hausthüre verschlossen worden, drang er durch ein Fenster tn die WtrthSstube ein, dort Tische und Bänke zerschlagend. Der Hausknecht wurde von ihm malträttrt und einem hinzugerufenen Schutzmann widersetzte er sich derart, daß cs erst mit Hülfe eines zweiten gelang, den sich wie einen Wilden Ge- berdenden nach der Caserne der 11. Compagnie zu bringen. Der betreffende Soldat soll schon öfter derartige Scenen aufgesührt haben. — Seit dem 1. Januar d. I. ist am Seltersthor eine Polizeistation m't Tag- und Nachtdienst eröffnet worden, so daß im gegebenen Falle zu jeder Tageszeit dieselbe in Anspruch genommen werden kann. Telegraphische Depeschm. Wolff'S TsLresvEder^D-areeaV. Berlin, 5. Januar. Der heutigen Gedächtnißseier Lasker's wohnten zahlreiche Parteifreunde bei. Rabbiner Frankl hielt bte Gedächtnißrede, woran sich kurze Ansprachen von Rickert und Baumbach anschlosien. — Dem Vernehmen nach wurde heute der Student Holzapfel von hier in einem Pistolenduell im Grünewald erschossen. — Der „Reichs-Anz." veröffentlicht eine königliche Verordnung, wonach beide Häuser des Landtags auf den 15. d. Mts. einberufen werden. Neustrelitz, 5. Januar. Nach einer hier eingetroffenen Nachricht ist der Reichstags-Abgeordnete für den 4. mecklenburgischen Wahlkreis (Malchm- Waren), Rittergutsbefitzer v. Maltzahn auf Marxhagen, gestern Nacht auf feinem Gute plötzlich gestorben. . m f, — Die mecklenburgische Südbahn wird am Id. d. Mts. dem Verkehr übergeben werden. , , , L . London, 5. Januar. Das Kanalgeschwader hat den Befehl der Aomt- ralität erhallen, sich zum sofortigen Auslaufen bereit zu halten — Die ,Daily News" schreiben, der dem Kanalgeschwader ertheilte Be- fehl, sich zum Auslaufen fertig zu halten, sei nichts Außergewöhnliches, es werde damit nur der Urlaubsertheilung an Osficiere und Mannschaften ein -3^l gesetzt, das Geschwader werde sich nach der Arosabay und sodann nach Vigo, Madeira und Gibraltar begeben. L, m . — Ein Artikel der „Times" spricht sich gegen die Politik der Regierung in Egypten mit Entschiedenheit aus und empfiehlt den Ministern, lieber ihre Entlassung zu geben, als ein gegen das Cabinet gerichtetes Votum des Unter- Hauses abzuwarten. , , , c — Von Seiten der Admiralität wird bekannt gegeben, die hier umlaufenden Gerüchte, das anbefohlene Auslaufen des Kanalgeschwaders geschehe zu einem Specialdienst, sind unrichtig. Das für den 8. d. Mts. in Aussicht genommene Auslaufen des Geschwaders ist lediglich aus Gründen der Verwaltung auf den 6. ds. anberaumt worden. — Hiesigen Blättern ist ein Communiquö der Admiralität zugegangen, m welchem es heißt, daß hinsichtlich der Bewegungen des Kanalgeschwaders keinerlei anderweitige Bestimmung erlassen sei; die Ordre, sich segelsertig zu halten, sei dem Geschwader bereits vor 3 Wochen gegeben worden, damit dasselbe in der Lige. sei, bereits am 7. d. Mts. zu der gewöhnlichen Wtnterreise in See Spfalti Gießen, 6. Januar. sMusikj Das erste Concert im neuen Jahre und gleichzeitig da« dritte Abonnements-Conccrt unseres Concertvereins In der Saison 1884/85 findet am Sonntag den 11. d. M. im Saale deS Gesellschaftshauses statt und wird außer diversen Occheftervorträgen zwei interessante Künstler bringen, welche tn der musikalischen Welt einen guten Namen haben. rw In erster Linie wird unS Herr Tivadar Nachsz genannt, der den Musik- freundtnnen und Freunden von den Btlse-Concerten her noch in guter Erinnerung steht, da er bet den letzteren durch seine Solovorträge reiche Anerkennung erwarb und sich als Violinvirtuose bet unserem Publckum vortrefflich einführte. Der zweite Gast, Herr Ritter, ist für den vocalen Thetl deS Concerts gewonnen worden und gehört zu den seltenen Besitzern einer schönen Tenorftimme, eS seht ihm deshalb ebenfalls ein ehrenvoller Ruf voran, sodaß man dem Mustkabend bas beste Vertrauen entgegenbringen darf, besonders da gediegenes Violinsptcl im Wechsel mit guten Gesangsvorträgen stets die willkommensten Gaben im Concertsaal find. Wir kommen im Laufe der Woche nochmals auf das Coae^rt zurück und wollen heute nur cember 1884 und durchflog die Presse der Welt- Wir können, Ew. Durchlaucht, Me Konstellationen deutscher Parteien den Ausländern nicht erklären. Wir können ihnen nicht begreiflich machen, daß es sich um einen Act hämischer Se‘nMcligreit Handelt, um eine Ablehnung tn zweiter Lesung - mit der fast ausgesprochenen Ab- ssicht, tn dritter Lesung zu bewilligen. Dergleichen klingt Ausländern nicht glaublich von ernsten Männern, welche die deutsche Nation in ihr Parlament entsendet und bte sie zu ihren Ersten zählt. Das Ausland wägt nur das höhnende persönliche Mißtrauensvotum deS deutschen Parlamentes an den Manm dessen genialer Polttck Deutschland so unendlich viel verdankt - uns steigt die Schamröthe tn s Gesicht ob der Schmach, bte jenes Votum über unser Volk gebracht. Doch wir verzagen nicht. Gesellt zu den Millionen unserer LandSlkUte, die mit ihrer Zett gewachsen sindund heute fest entschlossen zu Ew. Durchlaucht stehen, versichern auch wir Ew. Durchlauch unseres unentwegten dankbaren Vertrauens. GotteS Vorsehung hat Deutschlands Ge schick zu wunderbar gelenkt, als daß eß zerfahrenen Parteien, berenEtz^SmuSnach völliger Entwicklung sich selbst vernichten muß Vorbehalts situ kön" e das herrlich Gefügte so bald zu lockern. W:e damals der Ruf »zum Rhein Deutschland» Kräfte rusammenschloß, so wird auch das Drohen innerer Gefahr nur die Gluth sttn dürfen, tn der alle Gutgesinnte sich stählen in der Treue zu unserem erhabenen Kaiser und zum theureu Vaterlande!" tonte sind hundert Jahre vcrfloffen, seit Jacob Ludwig Grimm in Hanau geborer^ wurde und deshalb trug heute die Gcvurtsftadt dieses großen Mannes da Fcstgewand. Nachmittags 4 Uhr mit einet F.st-orstcllmig «m Theater, ,u Pnbebn\oannntea,’8®%^üme,r'Ä W? fieMber! ß’Ä Er feierte die Brüder (Stimm °IS die Hüter und B-wahrer Nchen°W-senS und deutschen Volks,humS, bie nicht nur do« M-rch-n und die Heldensage zu neuem Leben erweckt und bte Sprache, »das köstlichste Gut unse Volkes" aeklärt und heilig gehalten, sondern bte auch stets den Muth gezeigt, ihr deutsch s Volksihüm, wo es galt, auch auf der Bühne des öffentlichen Ge bern War doch Jakob Grimm einer von den unvergeßlichen „sieben Göttingern , bte o 9t?rfnfi,,n(iöbru(fie eines Fürst 'N gegenüber sich N'cht scheuten, ernst und fest zu p ' testiren"und die um ihrer Bckrvntn'ßf cudtgkeit willen selbst Verweisung gern über sich ergehen ließen. Zusammen mit Gervtnus und Dahlman wurde Jakob Grimm damals deS Landes verwiesen. hrtÄ An die Festrede schloß sich das Vorspiel zu „Lohengrin und dann begann daS Festsp'el von W lhelm Jordan (Frankfurt). DaS Märchen und ber Geist der Götter und Heldensagen haben sich hülsiflehend an Germania gewandt, daß si: ihre m5o verlief die Feier in würdigster und anregendster Weise. Ein Denkmal von Erz beabsichtigt man den großen Brüdern in ihrer Vaterstadt zu errichten aber dauernder, als dieses Denkmal sein wird, ist der Name Grimm tn den RuhmeStafeln deutscher Wissenschaft eingetragen. Göthe's Wort im „Tasto-" g'lt auch hier: „Die Stätte, die ein guter Mensch betrat, Ist etngewecht; nach hundert Jahren Hingt Sein Wort und seine That dem @nM wieder." Otto Fr. Koch. zu , 5 yanUQr Der Papst hat für die bei dem Erdbeben in Anda- lüsten Verunglückten 40,000 FrcS- nach Madrid gesandt. Paris, 5 Januar. Die V rhiindlung-n der französischen Regierung mit der afrikanischen Gesellschaft werden zwischen Feny und Plrmez fortgesetzt. — „TempS" meint, der jüngste Steg Negrter's leite eine neue Offensioactton ein. BriLre sei entschlossen, Langson zu besetzen, ohne Verstärkungen abzvwarten. Negrter rücke durch daS Thal Locanan auf Langson vor. „Temps meldet ferner, bte dtestettige Leitung der Operationen tn Tongktng werde künftig von den Mintsterten des Krieges und der Marine auSgehen. ,15> . . c — Der hmtigen Beerdigung der Mutter Louise M'chel's aus dem Kirchhofe LevalloiS wohnten etwa 3000 Menschen bet Es wurden heftige Rede gehalten und der Ruf: „Es lebe die Commune!" vernommen. Eine Ruhestörung fand nicht statt. — Nach Tongkrng werden demnächst 6000 Mann Verstäikungen abgesandt werden. Wie man tn unterrichteten Kreisen bestätigt, dürste der neue Kriegtzmintster Lewa! in Tongktng eine energischere, den Kammerbeschlüssru entsprechende Action entfalten. Hierin srt er mit dem Marinemtnister völlig etntg. Ein Gerücht von dessen Rücktritt w'.rd für unbegründet erklärt- Betreffs des UnterstaatssecrttärS im KrtegS- Mi üste tum ist bisher noch nichts entschieden. — Ferry empfing heute Abdelkader, den Vertreter TtmbuktuS. Vermischtes. G i e ß e n, 5. Januar. [Post festum.] Die Feiertage sind nun mit dem gestrigen Sonntage — denn bis dahin wurden sie diesmal ausgedehnt — endlich vorüber. Fast waren ihrer zu üuIc; denn ein Feiertag drängte den andern und der verdorbene Magen, eine unüberwindl che Schlafmüdigkett und — der Hunger im Glldbeutel drückten den Menschen ein gemeinsames Gepräge auf. So war's denn kein Wunder, wenn man häufig den Stoßseufzer hörte: „Wenn nur die Feiertage schon vorüber wären! Gottlob, j'tzt hoben wir bis tn den April hinein Ruhe." Aber während daS Christfest die gelammte Menschheit mit Geschenken bedenkt, hat sich der Neujahrsmgel — gemäß der modernen Arbeitsthrilung — schon ganz und gar der Geldwirlhschaft zugewendet. Dieser Neujadrsengel wäre ohne seinen poetischen Vorläufer St- Sylvester schon vollständig Geschäftsmann geworden mit seinen Bilanzen und Inventuren. War das sonst ein Rennen und Jagen, um alle Glückwünsche zum neuen Jahre persönlich anbringen zu können. Aber baß ward den Glückwunsch-Nehmern bald ebenso beschwerlich wie den Gebern und die Personen verwandelten sich in Karten. Welche Berge von Visitenkarten wurden gedruckt, beschrieben, abgesch«ckt, empfangen und erw'dert. ES war ein lustiges Spiel, dieses „Schickst Du Deine Karte, schick ich meine Karte." Und sonst ernste Männer beschäftigten sich einen halben, einen ganzen Tag lang mit diesem geistreichen „Kartenspiel". Der Schluß war: Papierkorb. Dieser Kartenregen hat in den letzten Jahren schon sehr abgenommen, aber ganz nsnnenswerthen Umfang besitzt er dennoch immer, das beweist die Thatsache, daß in Berlin am Sylvester 5 Mill onen B.iefe an- und zur Bestellung gelangten. Nun sucht sich wieder Alt und Jung im prosaischen Geleise des Alltagslebens zurecht zu finden, die Alten, indem sie wieder ehren Berussgeschäfien mit Eifer und Sorgfalt nachgehen, die Jungen, indem sie von heute ab wieder zur Schule wandern — das E'ne nur ist Vielen gemeinsam, daß so manche gute Vorsätze die TH8t!gksit des neuen Jahres einletten. Mögen diese Alle in Erfüllung gehen! Nieder-Florstadt, 3. Januar. Eigenthümliche Erfahrungen muß ein junger Mann von hier in der kurzen Zzff. alS er verheirathet ist, gemacht haben und eigen« thümliche Begriffe vom Standegamte mutz er auch haben. Am 2. Weihnachtsfeicrtage wurde er erst in HymnenS Fesseln geschlagen und gestern bereits erschien er am Standesamts und wollte wieder geschieden sein. Mainz, 1. Januar. Der Carneoal hat heute bereits officiell seinen Einzug in unsere Stadt gehalten; alljährlich am 1. Januar, sobald der Mainzer Carneoal tagte, war es Sitte, einen großen carnevaUstischen Umzug durch die Straßen der Stadt zu halten und war e8 gewöhnlich die „gefüllte" Kasse deS Vereins, welche dem Zuge folgte. Dieses Jahr hat daS Comitä des Carneval-VereinS tn diesem Zuge eine Amderung !t ®ulb"”™8 7,^ brutsche, •«treten AI & *Ä b hft iU p'o: lnb ^aDlmanr. Ä besann bat ft ber @ötl(t: '■ W wSchlsg. ta. Mit bk- ^er, von benen H°n°u nabt sich ,!'8 prvftctlrtm lbc9 *n feuktgrn ?k Frau @bar. '"beit und bcn "Ingen. »It Damen In "Ihr der Toaste er und oisbann iUt bc, ganzm, tu dem heuern ln, aber sie ent, i frühen Morgen m auch schöne zur Genüge. g0 i Ihrer Vaterstadt Name ®rlmm in Fr. Koch. :uen Jahre und tn her Saison Shausetz statt und Ingen, welche in der den Musik- vier Erinnerung ung erwarb und >ncertS geroonnw ne, etz gebt Ihm ilabenb das beste l tm Wechsel mit ult aal sind. Wir wollen heute nur —a — sicht weniger denn mb Licht in hiesiger o daß ein größerer nlltcg -'-'""dr Hoffe. « , x-r HMlnttdt n ottirfrBte «r ft» einen N> ® ’ Jetrefftnbe Sold« li,!ift-»°n mt 'jeder Tag-iztil i tnllbemgefltlg« btick vorüber, siüst o"d°rden-M°«^ ,,‘ td itMtm dw fc-s Ä*sä iS&Ä i&ÄS per^M-rlich wie E« war ein W* ynb sooft Kar^ ^Esem geist^ anfl ° t m den rtentegen b er IN u?*a ?!°est« im ’ 911 u°d/Zed-r i inbtm '■ otn ngm. X irt 1; «wl h’rfe aüi ’ M°S-n t,l!* „uS ein i®18!'. ns«1.’S un» müba-, di. sich p-fltn|tlitg für Fr°n,d,en hi.U n unb tm B-wutztsein. ein wenig französisch varliren zu können, ein würbe-oll.s Ä * mochten noch ein paar Stationen °°n Parts entfern, nie btt «tn« btrfrr «asiag er. auf feinem Platze hin- und b'rrückte, sich nach I ttchts und links umfab und offenbar etwas suchte. .Qae skerskezvous?« r-bet- der ändtt- ttzn an ,Mon .k.pe.a-, war di. «atwort. - .St. sind wohl au8 Lüden- stell y* — .New, ou« Mevkede ___ Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 12. Januar 1885, von Vormittag« 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Districten ZotlstockSwäldchen und Stolzenmorgen nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. Scheith. Prügelst. Stockst. ReiSh. Rmtr. Rintr. Rmtr. Wellen Erchen 288 114 137 3450 Nadel — — - 1070 B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 4 Nadelstämme mit 2,20 Fstm. 1200 Fichtenstangen mit 14,18 Fstm. Die Zusammenkunst ist aus dem Weg nach Rödgen an den Ochsen- wiesen. Gießen, den 6. Januar 1884. _ Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 187 ' A. Bramm. Freitag den 9. Januar, Nachmittag« 2 Uhr, werden im Fürst'schen Hinterbau (Neustadt), Eingang vom Tiesenweg z^leiderschränke, Tische, Stühle, Sopha's, Kommode, Bettstellen seine mit Sprungsedereinlage), Kinderbettstellen, Küchenschrank und sonstige Gegenstände, .versteigert. Gießen, den 6. Januar 1885. Hossmann, Ortsgerichtsmann - 186 Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Lcihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres sÄlig werden, sind nachstehende iermint festgesetzt, und zwar: Mittwoch den 7. Januar 1885, Donnerstag , 8. „ „ Samstag „ 10. Dienstag » 13. „ „ Mittwocsi „ 14. M „ Donnerstag „ 15 « Samstag „ 17 „ „ Die Interessenten werden daher aufg-- Norbert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu le- ßitimiren. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, am 27. November 1884. Der Rechner der Spar- und Lcihkaffe. Kehr. lüadjstudj und Cchfrlud) in den besten Qualitäten empfiehlt Heinrick Ho^bstätter, 176 Schloßgasse 19, ★ Biookers holländ.Cacao ★ A das beste leichtlöslichste Fabrikat, ist preisgekrönt mit * vielen goldenen Medaillen. VzK? genügter 100Tassen w Vorräthig in allen feinen Geschäften der Branche. . * Fabrikanten J.&C.Biooker, Amsterdam w Blooker’s Cacao bei Emil Mchbach. - Blooker^ Cacao bei Carl Schwaab. - METs Ihreiss-Kalemler Allgemeiner Anzeiger. Muinos. Ausverkauf. pianinos. Meinen Dorratb von Pianinos der renommirtcsten Firmen verkaufe unterm Fabrikpreis bei fünfjabriper Garantie. , _ 29 C. Stückrath, Möbelfabrik.__ H. NESTLE’S KINDERMEHL 15jtihriger Erfolg. 21 Auszeichnungen, worunter 8 Ehrendiplome und 8 Gold. Medaillen. Fabrik-Marke Zahlreiche ZEUGNISSE der ersten medicinischen Autoritäten. Vollständiges Nahrungsmittel für kleine Kinder. Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich, deshalb auch Erwachsenen bei Jlagenlelden als Nahrungsmittel bestens empfohlen. .. Zum Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen führt jede Buchse die Unterschrift des Erfinders Henri Äratle« Verkauf in allen Apotheken und Drogen-Handlungen. l/ö Bekanntmachung. Die Lieferung des Bedarfes axv Fleisch, Roggenbrot, Semmel, Zwieback, Bier, Bohnen, Erbsen, Linsen, WeizöngrieS, Graupen, Gerstengrütze, Nei«, Nudeln, Kaffee, Pflaumen, Zucker, Salz, Effig, Weizenmehl, Zitronen, Seife, Soda, Petroleum, Dochtband, Butter, Eiern, Milch, Kartoffeln und Wein für das hiesige Garnison- Lazareth soll auf das Etatsjahr vom 1. April 1885 bis ult. März 1886 im Wege der öffmtlichen Submission vergeben werden. Gleichzeitig sollen die Küchenabfälle, Kommisbrotreste, Knochen, die Gras- nutzung im Lazarethgarten und die Reinigung der Oefen und Kochheerde auf den gleichen Zeitraum verkauft und verpachtet resp. vergeben werden. Hierzu ist ein Termin aus Montag d. 12. Januar 1885, Vormittags 10 Uhr, im Geschäftslocale des genannten La- zareths — Braugasse Nr. 7 — anberaumt, woselbst die Bedingungen täglich eingesehen werden können. Versiegelte, mit entsprechender Aufschrift versehene, Offerten wollen bis zu dem bezeichneten Terinine kostenfrei eingereicht werden. Gießen, den 30. December 1884. 88 Großh. Garnison-Lazareth. Mittwoch den 7. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der F l ett'schenHofraithe dahier 1 Klavier, 1 vollständiges Bett mit Sprungfedereinlage, 1 Eonsol mit Glasschrank, 4 Klciderschränke, 1 Glasschrank, 1 Wanduhr, 1 Tisch, 1 Kommode, 1 Puttchen, 1 photographisches Instrument (Objectiv), 1 Kommode von Eichenholz, 1 Spiegel meistbietend versteigert werden. Gietzen, den 5. Januar 1885. Geißler, 161 Gerichtsvollzieher. für 1885. 'M Kiiustlerisch schön ausgeführt« Ein wirklicher Zimmer- und Wandschmuck. Preis nur 35 Pf« das Stück« (Reeller Werth mindestens 1 Mark ) jeder Tag enthält einen sinnigen Spruch unserer hervorragendsten deutschen Dichter. I Sollte in keiner Familie fehlen. Verkaufsstellen von Mefs Abreisskalender in Giessen bei Ernst Balser oder vom Versaudt-Geschäft | Mey Ein möblirtes Zimmer sofort zu oermiethen, G- Todt, Schuhmacher, __________________Neuenweg 17. 52 Mansarden-Logis, 3 Zimmer, 2 Cabinets nebst Küche und sonstigem Zubehör zu oermiethen und im März beziehbar^___________Frankfurter Straße 63._ 54 Ein möblirtes Zimmer zu oermiethen ___Ederstraße Nr. 3. 49 Parterre-Zimmer zu oermiethen bei Georg Unverzagt, Kaplansgasse. 30 Eine freundliche Wohnung. 5 Zimmer, abgeschlossener Corridor, Magdstube, Gartenantheil, Bleichplah und sonstige Bequemlichkeiten, ist bis 1. April f. I. zu oermiethen. Gg. Schreiber, Schillerstraße 16. 32 Der seither von Herrn Wolf Katz bewohnte Laden mit Logis ist pr. 1. April 1885 anderweitig zu oermiethen. L. Textor, im Darmstädter Haus. Wermischle Anzeigen. 157 Ein ordentliches Laufmädchen gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl Redaclion: Meine neu errichtete LederhandBnng befindet sich' Süd-Anlage 20. Größte Auswahl. Bei guten (Qualitäten sehr billige Preise. J. Bombea'ger« Einladung zum Neujahrs-Abonnement auf Jeden Sonntag Allgemeine Illustrirte Zeitung. Alle 14 Tag« eine Kummer. 27. Jahrgang (1885). ein Heft. ffUe6er Land und Meer" bietet der Familie wie dem Einzelnen allwöchentlich in seiner mit zahlreichen, prächtigen Illustrationen geschmückten Wochennummer gediegene, hochinteressante und vielseitigste Unterhaltungs- und Bildnngslektüre in fast unerschöpflicher Fülle zu einem erstaunlich billigen Preis: nur 3 Mark vierteljährlich für 13 Nummern oder nur 50 Pfennig für das halbmonatliche Grotzfolio-Heft. Neujahrs-Abonnements nehmen alle Buchhandlungen, Journal-Expeditionen und Postämter an, letztere jedoch nur auf die Wochen-Nummern-Ausgabe. Probe-Nummern sind in jeder Buchhandlung gratis zu haben. Cm xehrling 181 gesucht von Herrn. Koch, Schreiner. Heute, Mittwoch Abend Metzelsuppe in der 171___Pulvermühle. 77 Ein gut empfohlenes Mädchen, geübt im Kleidermachen und Flicken, sucht noch einige Kunden. Seltersweg 15, Ecke nach Klostermanns Brauerei. Maschmenstrickerci von Car’ Pietsch II. Anfertigung aller Arten Strümpfe, Socken, Beinlängen, Jacken, Kniewärmer, Damenwesten, wollener u. baumwollener Herren ■ Unterhosen, Damen- und Mädchen-Unterröcke. Anftricken von Strümpfen und Socken. 170 Real- oder Gymnasialschülcr finden gute Pension pr. Anfang April. Reflcc- tanten wollen sich gefl. schriftlich unter W. W. 24 an die Exped. d. Bl- wenden. Wer ertheilt Mathematikunterricht? 172 Off, an die Exped. d. Bl- abzugeben. 158 Für ein hiesiges Flaschenbier- Geschäft wird ein solider und zuverlässiger Bursche als Kutscher gesucht. Nur solche, welche sehr gute Zeugnisse haben, wollen sich bei der Exped. d- Bl. melden.__________________________________ 140 Ein in schriftlichen Arbeiten erfahrener solider Mann mit besten Zeugnissen sucht irgendwie Beschäftigung, auf hohes Gehalt wird nicht gesehen.! Näheres in der Exped. d. Bl. Fahrplan. Abfahrt von Gießen nach.- Frankfurt 250, 42?, 5^», 6». 8'6» n«o 16t», 443, 7tt*, Marburg 12p-*, V9, 3w 8«, 9"*, Hss, Vv*, 4»5 844* 854. Cassel 12«*, '120, 3", 8«, 9"* 11» 121 *, 445, 8"*. Wetzlar 5ao, 6