Anzeigen. der Ackerbau ver- L_dtt,hp. d. Äl. !r. N««, zuoer- y Lindem Mer Ltto Roth, yjÄ 41. Sfe.-fc drs en. lcn5- auf Wmi, II s. S-VTT uf 1 Aueinljch,. WS'^! ZW- h Selterswcg 22. icht s i ein gut nwblirte der Kaserne. 'd- d. Bl. Beslan- unserer suchen tüchti- » Wöhrle. , in der Exp- d. '-öl. llenkettchen würbe n Oswalds Garten jrtn- Ter reM- , dasselbe Wallthor- Mnnaie lnhalt ist ve'- Man bittet r Exp. b. Stufig be» Zfi' Fräulein aus guter Ler l. September Hausfrau in einer euch »ur felbftl » fleinen Hauslia m.. bügeln, Schu lde ' fs*ä unter 2ti0 « >'= iraurer u»d erSM nCpf«btr$!n A’“ „'88elb«t' xsZK L'KS L<'S jlang'^^B Rr. ISO, Donnerstag den 6. August 188» Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. »»”««‘ T. ^'ch«n. tiq.i« mit »«n.im. M «-«t.g». ?“ÄT ■ lJIJMmn 'i' MH—MMKMPtBEWIIIBMI'IBWIB IIIMIL■«■«»■—CW^—W^W—W»Ma—m—Oa—M«»AWCWa—MWWngJH»WCP—W—Man—— Amtlicher Hheit. Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit -nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Juli veröffentlicht. Hafer JL 15.50, Heu Jt 4.— , Stroh v*L 3.50 pro 100 Kilogramm. . Gießen, den 5. August 1885. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Gießen, 5. August. Der Rückkehr de- Kaisers aus Gastein wird zum 12. ds. ent' gegengesehen. Der Kaiser wird voraussichtlich alsdann zunächst seinen Aufenthalt auf Schloß Babelsberg bei Potsdam nehmen. Mit kaiserlicher Genehmigung treten für die Ausrüstung und den Anzug bei heißem Wetter außerhalb der heimischen Gewäffer in dec Reichsflotte betreffs „Tropenausrüstung", bezw. „Tropenanzüge" neue Bestimmungen rn Kraft. Danach gehören dazu für Officiere aller Gattungen, Beamte im Officiersrang, Deckofstciere und See-Cadetten: weißer Rock aus Leinwand oder Baumwolle mit Knöpfen, die denen in den Jacken der Officiere gleichen, Achselstücke wie immer, doch hat der Rock keine Paffanten, ferner Tropenhelm aus indischem Schilf oder Kork mit weißem Tuch bezogen, mit Goldborte und ab# aiehmbaren weißledernen Sturmriemen daran, weiße Mütze mit weißem Schirm, weißem Sturmriemen und anhaftbarem Stakenschleier aus weißer Leinwand, Treffen und Besatzstreisen entsprechen denen der blauen Mutzen. Zum weißen Rock werden stets weiße Beinkleider aus Leinwand oder Baumwolle, sowie weißer Hut ober weiße Mutze getragen. Der Stakenschleier der Mutze darf im Bedarfsfälle auch zum Tropenhelm getragen werden. Statt der Stiefel werden Schuhe aus ungarischem schwarzen oder gelben Leder oder aus weißem oder schwarzem Stoff, statt der waschledernen Handschuhe weiße seidene oder baumwollene Handschuhe angelegt. Zur Tropenausrüstung der Mannschaften gehören: Strohhut mit Stoffbesatz, Sturmband und Stakenschleier, oder Tropenhelm, Taschentücher aus Leinwand, zwei Stück für jeden, Handtücher, wollene Leib- fcinbe, wasserdichte Unterlage, 2 Meter für jeden, hänfene Netzhängemalte, MuS- kitonetz, Taschenfllter, für drei ein Stück. Die Statistik über die überseeische Auswanderung aus dem deutschen Reich für das erste Halbjahr 1885 ergiebt 65,345 Köpfe. Seit dem Jahre 1881 hat ein beständiger starker Rückgang der deutschen Auswanderung stattgefunden. Im ersten Halbjahr 1881 betrug die Auswanderung 126,139, 1882: 117,801, 1883: 94,145, 1884: 90,301 Personen. Ein Leitartikel der „Rordd. Allg. Zeitung", die fich zum ersten Male seit langer Zeit wieder mit den französischen Rachegelüsten beschäftigt, beweist, welch' nachhaltigen Eindruck an maßgebender Stelle der neuliche Aufsatz des „Temps" über die Rothwendigkeit weiterer französischer Kriegsrüstungen Deutschland gegenüber gemacht hat. Der Aufsatz ist in einem bemerkenSwerth ruhigen Tone geschrieben. Er betont von Neuem das große Friedensbedürfniß, das Deutschland beseelt und das für das unbefangen denkende Ausland in den letzten Jahren wiederholt und unzweifelhaft zu Tage getreten ist. Alle die Herausforderungen ehrgeiziger, unverantwortlicher Hetzer auf der Rednerbühne wie in der Preffe sind von der deutschen Regierung einfach übersehen worden. 2)tan hoffte immer, daß die gemäßigten Elemente sich von ihnen fernhalten und auch ihrerseits das Bedürfniß nach einem langem Frieden theilen würden, der allein zu einer gedeihlichen Entwickelung aller wirthschaftlichen Kreise führen kann. Der Friede kann nur ausrechterhalten werden, wenn beide Parteien ihn wollen oder wenn die eine sich den Wünschen der andern unbedingt unterordnet. Die letztere Möglichkeit ist ausgeschlossen. Deutschland ist französischen Wünschen offenkundig und häufig entgegengekommen; aber es ist nicht gewillt, um des (üben Friedens willen alle Beleidigungen und Herausforderungen ruhig hinzu- nehmen. Dieser Thatsache sollen die maßgebenden und ruhig denkenden Kreise Frankreichs sich endlich bewußt werden, sie sollen wiffen, daß ein gutes Einver- nehmen nur dann gewahrt bleibe, wenn auf beiden Seiten das gleiche Streben, den Frieden aufrechtzuerhalten, herrscht. Deutschland hat lange Zeit jeden Ausbruch französischer Empfindlichkeit wie eine unausbleibliche Naturerscheinung, wie Regen und Wind ruhig hingenommen in der Hoffnung, daß schließlich doch der berühmte französische Menschenverstand die Oberhand gewinnen werde. Zeigt es sich, daß jene Art von Wahnwitz unheilbar ist, so ist Deutschland ja in der Lage, sich nach einer andern Seite zu wenden. Nach telegraphischen Nachrichten der „Nordd. Allg. Ztg." aus Kairo und Zanzibar hat der deutsche Afrikareisende Dr. Schnitzler, zuletzt Gouverneur der egyptischen Aequatorial-Provinzen, in Begleitung eines Europäers, in welchem man den Asrikareisenden Dr. Emil Juncker vermuthet, den Versuch gemacht, von Lado aus die im Nordwesten des Victoria - Nyanza- Sres gelegene Landschaft Uganda zu erreichen, um von dort auf den Karawanen- iiraßen die Küste zu gewinnen. Auf dem Marsche nach Uganda wurden die Msenden von dem Stamme der Bakedis überfallen, deren Angriffe sie jedoch zicrückschlugen. Später haben die beiden Herren ein befestigtes Lager im Vakedi- Lcmde bezogen. Der König von Uganda ist schon Anfangs Juli ausgefordert worden, Dr. Schnitzler röthigensalls zu Hülfe zu kommen, sodaß auf baldigen Entsatz gehofft werden kann. Die überraschendeNachricht, daß die österreichisch-ungarische Regierung Quarantäne-Maßregeln für ihre Mittelmeer-Häfen gegenüber den aus süv- französischen Häfen kommenden Schiffen angeordnet habe, beweist, daß nach Ansicht der österreichischen Regierung trotz der halbamtlichen Ableugnungen von französischer Seite die Cholera leioer doch ihren Weg von Spanien nach Süd- frankreich genommen hat. Vermuthlich handelt es sich dabei zunächst um den herkömmlichen Haupt-Choleraherd in Südfrankreich, um Marseille. Wir hören, daß auch deutscherseits entsprechende Vorsichts-Maßregeln in Aussicht genommen sind. Von der Verhängung einer Quarantäne hat man dieffeits bekanntlich auf Grund der neuern deutschen Cholera-Forschungen schon feit einiger Zeit Abstand genommen. — Zu der am 24. ds. in Pesth stattfindenden Generalversammlung des Vereins Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen sind einige Anträge angemeldet worden, die von aQgemeinerm Interesse sind. Die Generaldirectionen der sächsischen und der österreichischen Staatübahnen beantragen, die zusammenstellbaren Rundfahrkarten während des ganzen Jahres auszugeben. Die königliche Eisen- bahndirection zu Breslau regt die Gewährung von Freiaepäck auf solche Fahrkarten an/ — Dem Vernehmen nach war die Reise des preußischen Kriegsministers von Karlsbad nach Gastein dadurch veranlaßt, , daß derselbe dem Kaiser in einer wichtigen militärischen Angelegenheit Vortrag zu halten hatte. — Mehrseitig ist hervorgehoben worden, daß die Uebungen der deutschen Flotte in den heimischen Gewässern in Folge unserer Colonial-Bestrebungen sowohl der Dauer als dem Umfange nach eingeschränkt worden seien. Während das Uebungsgeschwader früher schon am 1. Mai zusammenzutreten pflegte, ist es diesmal erst am 1. August gebildet worden. Die Thatsache ist richtig; wenn man aber daraus eine Befürchtung in Bezug auf Die Leistungsfähigkeit unserer Marine herleiten will, so ist zu bemerken, daß man in maßgebenden Marinekreisen eine derartige Befürchtung durchaus nicht theilt. Vielmehr ist man hier der Ansicht, daß die vermehrten Fahrten unserer größern Kriegsschiffe nach fernen Gebieten und die Stationirung derselben in der Nähe der deutschen Schutzgebiete mindestens ebensoviel zur Ausbildung der Mannschaften und zur Hebung der Leistungsfähigkeit unserer Flotte beitragen werden wie die Hebungen in der Nord- und Ostsee. Die Czechen möchten gar zu gern schon jetzt den Dank für die Liebenswürdigkeit, mit welcher sie anläßlich des Besuches der ungarischen Landeshauptstadt den Magyaren entgegengekommen sind, einheimsen; und in nichts Geringem: soll derselbe bestehen, als daß die Magyaren ihre Zustimmung zur Abänderung des Statuts der Nationalbank, insbesondere aber zur Veränderung der bisherigen in Umlauf befindlichen Banknoten geben. Als die jetzigen neuen Banknoten herausgegeben wurden, entstand unter den Czechen eine lebhafte Zornesbewegung, und man wird sich erinnern, wie vielfach Verunstaltungen der Noten durch czechifche Aufschriften vorkamen, bis endlich dem Unwesen dadurch Halt geboten wurde; daß man derart verunstaltete Noten nur mit Abzug einer gewissen Summe in Zahlung anzunehmen erklärte. Vor dem materiellen Schaden hielt aber Der czechische Chauvinismus nicht Stand und das Beschreiben Der Noten mit czechischen Inschriften hörte auf, sobald man sah, wie schwer es war, dieselben an den Mann zu bringen. Jetzt soll das anders werden. Die Czechen verlangen nämlich, daß auf der einen Seite der Banknoten auch eine czechische — und Demgemäß wohl auch eine polnische und slovenische. vielleicht sogar eine serbische und italienische — Inschrift sich befinde. Man will demnach ähnliche Werthzeichen haben, wie sie vor Schaffung des Dualismus in Umlauf waren, nur mit der Beschränkung, daß man die eine Seite ohne Weiteres den Magyaren überläßt, ohne dieselben zu verpflichten, durch die Aufnahme von kroatischen, serbischen, deutschen, rumänischen, slovakischen und anderen Inschriften die That- sache darzulegen, daß auch in Transleithanien verschiedene Völkerschaften mit verschiedenen Sprachen wohnen. Am liebsten möchten die Czechen natürlich die Nationalbank verstaatlichen, weil sie bann hoffen, ihre Wünsche bezüglich einer eigenen Bank-Filiale in Prag mit einer selbstständigen Direction, einer reichen Ausstattung derselben und was Dergleichen mehr ist, leichter durchzusetzen. Daß ihnen die Enttäuschungen zunächst von ungarischer Seite kommen würde, haben die Czechen gewiß nicht erwartet. Maßgebende officiöse ungarische Blätter tbeilen nämlich mit, daß in allen Besprechungen, welche über Die Erneuerung des Privilegiums der Nationalbank stattgefunden haben, von einer Umänderung der Notentexte auch nicht mit einem Worte die Reoe war. So war Denn alle- Liebesmüh' umsonst, und vielleicht erneuert sich nach Abschluß des Ausgleichs und der Herausgabe neuer Noten jener czechische Betriebsrummel wie vor eint« Aus ihrer Tournüre prangte ein riesiger Rettig. (Militärische Mitthcilungen.) Die franz armuth, Altersschwäche. Bei den 4 Kindern zwischen dem 2. und 10. Lebensjahre war Todesursache: Masern zweimal, Halsbräune (Group), Verschwärung des Kniegelenks je einmal. gegen war. — Der preußische Kriegsminister bat in Sachen der Vergebung von Arbeiten des MilitärfiSkus folgende Entscheidung an die Tischler-Innung in Glogan ergehen lassen. Dieselbe hatte sich in einer Eingabe darüber beschwert, daß bei einer öffentlichen Ausschreibung von Tischlerarbeiten für einen dortigen Neubau der Militärverwaltung der Zuschlag einem größeren Unternehmer ertheilt worden sei, und gebeten, die Angebote der Handwerksmeister auch dann zu berücksichtigen, wenn sie höher seien als solche von Unternehmern. Der Kriegsminister hat zwar die Anerkennung des letzteren Grundsatzes nicht mit den Interessen des FiSkuS vereinbar gefunden, aber angeordnet, daß in Rücksicht auf die von der StaatSregicrung verfolgte Förderung deS Handwerkerstandes und insbesondere deS JnnungSwcsenS bei Ausschreibungen von Arbeiten, die ihrer Natur gemäß am Orte auSgeführt werden, die Angebote von Innungen als solchen, oder von InnungSmeistcrn thunlichste Berücksichtigung erfahren sollen. Ein hübsches Geschtcktchcn circulirt gegenwärtig in Leipzig. Eine Gesellschaft Studenten hatte eine VergnügungStour nach Stötteritz unternommen, wo einer derselben im Garten eine Kanonenkugel liegen sah, die noch auS der Völkerschlacht bet Leipzig herrührtc und auSgeackert worden war. Der Wirth ließ sich willig finden, ihm dieselbe zu verkaufen. Auf dem Heimwege nach Leipzig in nächtlicher Stunde wurde die schwere Kugel abwechselnd von einem der Gesellschaft nach dem andern getragen, biS sie schließlich beim AuScinandergehen in der Hand deS Eigenthümers verblieb. Da wollte ein unglücklicher' Zufall, daß in der Nähe der Ersten Bürgerschule, Universität- - Ehrouik. - Professor Schmarsow in Göttingen, welcher vor Kurzem die Berufung an die Hochschule zu Aachen abgelehnt, hat einen Ruf als ordentlicher Profesfor der Kunstgeschichte nach Breslau erhalten. — Professor Max Müller in Oxford ist von seinen Aerzten für mehrere Monate vollständige Enthaltung von geistiger Thätigkeit empfohlen worden. Er wtrd sich demnach zuerst nach der Schweiz und alsdann nach dem südlichen Europa begeben, und dürfte kaum vor Anfang nächsten Jahres nach England zurückkehren. gen Jahren; denn gedruckt wird allem Anscheine nach so bald noch keine czechische Banknote. , Die in Paris aus Spanien eingehenden Nachrichten lauten leider mit jedem Tage schlimmer, nicht nur was die Anzahl der Cholera- Erkrankungen anbetrifft, sondern auch in Bezug auf die örtliche Ausdehnung der Seuche, die langsam, aber stetig nach allen Seiten um sich greift. Bereits sind drei an Frankreich angrenzende Departements von chr befallen worden, und die Besorgniß scheint daher nicht ungegründet, daß sie bald genug die Grenze überschreiten wird. Allerdings zeigt die Cholera in ihrem diesjährigen Auftreten gegen sonst eine ganz erhebliche Verschiedenheit, und zwar glücklicherweise eine vortheilhaste. Sonst wurde sie meist durch flüchtende Reisende oft nach weit entlegenen Orten verschleppt, wie man denn tm vorigen Jahre sehr oft hören konnte, daß eine aus Toulon ooer Marseille abgereiste Person kurz nach ihrem Eintreffen in einem fernentlegenen Orte von der Cholera ergriffen wurde, deren Keim sie offenbar mitgebracht hatte. Trotzdem nun in diesem Jahre große Maffen von Spaniern aus ihrem Vaterlande, namentlich nach Frankreich und der Schweiz, geflüchtet sind, so ist doch noch kein einziger derartiger Fall bekannt geworden, und es gewinnt daher den Anschein, als ob beim Verlassen des Seuchenherdes der Krankheitsstoff in diesem zurückbleibe. Ob das zutreffend ist und wodurch es etwa bedingt wird, würde von Männern der Wissenschaft festzustellen sein, sicher wird aber durch die verminderte Ver- breitungssähigkeit die Hoffnung bestärkt, daß wenigstens in Paris die kalte Jahreszeit eingetreten sein wird, ehe sich die Cholera bis dahin durch- aesressen hat. Den Spaniern ist damit allerdings nur wenig geholfen, denn sie selbst haben wenig Aussicht, die Seuche in kurzer Zeit loüzuwerden. Lokale». G. (Kietzen, 5. August. (Sterblichkeit in Gießen.) Die Sterblichkeit war während der Woche vom 26. Juli bis 1. August eine erheblich höhere, als in der vorauSgegangenen Woche. ES ereigneten sich im Ganzen 11 Todesfälle, davon 4 bei Kindern. Von den 7 erwachsenen Personen starben 2 an organischer Herzkrankheit, Je eine an Bronchienentzündung, Lungenschwindsucht, eingeklemmtem Bruch, Blut- ........... OWJ ___französische Feldartillerie hat außer den 5- und 7-Centimeter gezogenen bronccnen Hinterladern noch die gefütterten und gezogenen Hinterlader aus Stahl von 80, 90 und 95 Millimeter, von Bange bczw. Lahitolle zusammengesetzt, in Verwendung. Diese beiden letzteren Gcschützarten sollten das endgiltige KriegSgcräth der französischen Fcldartillerie bilden, da man den schwächeren Kalibern eine zu geringe Wirkung beimaß und zudem ein Geschütz besitzen wollte^ welches den deutschen Feldgeschützen im Kaliber weit überlegen war. Die mit den Geschützen von Lahitolle angestellten Versuche scheinen aber von vornherein den gehegten Erwartungen nicht entsprochen zu haben; sie wurden für den Feldgebrauch zu schwer befunden und man glaubte sich damit helfen zu können, daß man für jedes Armeekorps 2 PositionS-Battericn zu je 6 Geschützen in Aussicht nahm, welche mit 95 Millimeter-Kanonen ausgerüstet werden sollten. DaS Blatt scheint sich aber jetzt gewendet xu haben, denn der „ProgrdS militaire" bezeichnet in seiner Nummer vom 15. v. M. die 95 Millimeter-Kanone von Lahitolle als eine Schöpfung, welche zu den unglücklichsten gezählt werden müsse. Dieses Geschütz, welches eine Granate von empfindlicher und mangelhafter Zusammensetzung feuert, ist wegen seiner zu großen Schwere für den Feldgebrauch (auch als Geschütz der Positionsbatterien) aus den französischen Batterien nach und nach entfernt und den Belagerungsparks überwiesen worden. Nichtsdestoweniger hat inan, wie der „Progrbs" schreibt, sehr zu Unrecht, einige Stücke nach Tongking gesandt, wo ihre geringe Beweglichkeit sie verhindert hat, irgend welche Dienste xu leisten. Außerdem hat dieses Geschütz, trotz eines unleugbaren ballistischen Werthes, den schweren Nachtheil, daß cs nicht hinreichend gegen daS Lockerwerden und Lösen des Verschlusses geschützt ist. Demzufolge haben bei den in den letzten Jahren mit diesem Geschütz auSgeführtcn Schießübungen mehrfache Unglücksfälle stattgesundcn. Um die Wiederholung von dergleichen zu vermeiden, sind diese Geschütze fast vollständig aus den Schicßschulen entfernt worden. Das Mittel ist unzweifelhaft sicher, man mochte cS aber als ungenügend beseitigen. Besser wäre es gewesen, mit den erforderlichen Vorsichtsmaßregeln die Schießübungen fortzufetzen, bis eS gelang, die Mängel der Bauart deS Rohres und der Geschosse zu beseitigen, damit bie Kanoniere, dieses mächtige Geschütz vor dem Feinde zu gebrauchen, eine vollständige Sicherheit erlangen. Diese Auslassung deS „ProgröS militaire" hat wenig Zuverlässiges und es gewinnt den Anschein, als habe man sich mit der Einstellung der 95 Millimeter-Kanone Lahitolle in die Artillerie ein wenig übereilt- solche übereilten Versuche kosten aber bekanntlich viel Geld, zumal sie bald wieder durch neue verdrängt zu werden pflegen. (K. Z.) Wahn, 2. August. Gestern Vormittag 11 Uhr ist die Patronenbude der bei Lind aus der Höhe gelegenen Dynamitsabrik in die Lust geflogen. Zwei in derselben beschäftigte Arbeiter, von denen der eine in Wahn, der andere in Spich wohnte, wurden dabei gctödtet. lieber den Vorgang der Explosion kann noch nichts Be- stinnnteS angegeben werden, da außer den beiden Verunglückten Niemand dabei zu- Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Lorrespondenz. Bureau. Bad Gastein, 4. August. Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern I Abend eine Spazierfahrt nach Backstein und machte heute früh in Begleitung oes I Flügeladjutanten Oberstlieutenants von PeterSdorsf und des deutschen Milttär-Attachös I in Wien, Obcrstlieutcnants Grafen von Wedel, eine Promenade auf dem Kaiserwegc. I Zur Tafel sind heute StaatSininister von Boetticher, Graf Palffy und Fürst Dolgorucki geladen. — Kriegsminister Generallieutenant Bronsart von Schellendorff ist gestern I Abend abgercist. I Paris, 4. August. Der Senat genehmigte die MadagaSkar-Ercdlte. — Die I französischen Delegirten für den internationalen Telcgraphen-Congrcß reisen heute Abend I ch Der Appellhof in Aix erklärte die Beschlagnahme deS „Solunto" auf Grund I der Postconvention zwischen Frankreich und Italien für ungesetzmäßig. „TempS" meint, in Beantwortung eines Artikels der „Rorbbcutschen' vom I 3. er., daß sein Artikel lediglich eine Studie nach Mitthcilungen gewesen, welche der I in Hannover erscheinenden „Internationalen Revue über die gesummten Armeen und I Flotten" entnommen worden; die deutschen militärischen Publikationen enthielten ge- I möhnlich Studien, ohne daß in Frankreich Jemand daran denke, ihnen Hintergedanken I zuzuschreiben. Der Berliner große Generalstab verstärkte kürzlich das 15. Armeecorps. I Gs sei in Frage, die an der französischen Grenze stehenden Batterien auf Kriegsfuß I zu halten. Diese Maßregeln würden in Paris als durch gewöhnliche Klugheit geboten I außerhalb jeder bösen Absicht liegend betrachtet. Die Berliner Regierung wünsche seit I lange die Bildung einer neuen Brigade bei dem 15. Corps und zwar umsomehr, als I das Militärscptcnnat demnächst abläuft und der Kriegsminister daS bezügliche Gesetz, namentlich betreffs der Artillerie, durchgreifend ändern wolle. Also sind ne« Erkdilc erforderlich und der Reichstag sei nicht verschwenderisch. , London, 4. August. Oberhaus. Salisbury erklärte, Merutschak verbleibt bei Afghanistan, Pcndjeh bei Rußland. DieS ist von der vorigen Negierung zuaestanden, nichts von beiden Seiten ist seitdem angeregt. bas Abkommen zu stören. Betreffend den Znlfikarpaß kann ich nicht sagen, daß die Dinge in sehr verschiedener Lage sind von der, als wir die Regierung antraten. Wir behaupten, der Znlfikarpaß ist Afghanistan versprochen und auf Grund dieses Versprechens versprach Lord Dufferin dem Emir, daß er ihn haben solle. Wir halten uns durch dieses Versprechen gebunden; ebenfalls hält sich Rußland durch sein Versprechen gebunden. Rußland gibt nicht unsere Behauptung zu. Ich kann nicht sagen, wann der Schriftwechsel vorgclcgt wird. Der Verzug ist hauptsächlich dem Wunsche Rußlands zuzuschreiben, mehr Information über den streitigen Gegenstand zu erhalten. ES ist nicht wünschenSwerth, den Gesammt- | bericht über die Zusammenkunft Dufferin'S und deS Emir'S zu publicircn. Die fremden Potentaten, befonberä solche wie der Emir, versieben unsere Parlamentsart nicht, sic könnten eS als Vertrauensbruch betrachten; die Bedingungen unseres lieber; einkommens mit dem Emir sind keinerlei Modification oder Amendement unterworfen morden. Was die Frage betrifft, ob eS unsere Absicht ist, daS Pischinthal zu besetzen, so ist sie schwer zu beantworten, denn sie beruht aus einem Mißverständnisse; wir haben schon daS Pischinthal besetzt, daS nicht im Besitze deS Emirs ist, sondern England gehört. DaS Pischinthal wird mit der Zeit wahrscheinlich stärker occupirt, da die gebieterische Nolbwenbigkeit eine Stärkung der indischen Grenze erfordere und die Regierung diese Politik so schnell und energisch alS möglich verfolge. Keine ephemere Abänderung der diplomatischen Situation würde unS veranlassen, in irgend einem Grade eine Politik zu erschaffen ober zu veränbern, bic nicht von transitorischem Zustaube unserer Beziehungen mit bieser ober jener Macht abhängt, sonbern die absolut zur Sicherheit unseres inbischen Reiches nothwenbia ist. ES ist nicht bic Absicht, strategische Positionen in Besitzungen deS EmirS diesen Herbst mit ObservattonscorpS zu besetzen. Der Emir ist ein unabhängiger Potentat unb wir können solches sclbst- rebenb nicht ohne seine Zustimmung thun, aber cS ist kein Wunsch vorhaubcn, es gegenwärtig zu thun, was unter gewissen Eventualitäten ber Zukunft geschehen kann. Ich will nicht sagen, ich spräche nur von ber Gegenwart, ich sage, es ist kein derartiges Projekt von ber indischen Regierung in Aussicht genommen. London, 4. August. Unterhaus. Bourke theilte mit, bic britische Regierung hätte sich den Vorstellungen der anderen Regierungen an Chili angeschlossen, worin auf die Ausführung deS Versprechens, mit ben berechtigten Gläubigern Peru'S ein billiges Abkommen treffen zu wollen, gebrungen wird. London, 4. August. Der „Standard" schreibt: Wenn ein guter Grund für die Annahme vorhanden wäre, daß Rußland der klaren Feststellung einer für Afghanistan geeigneten Grenze zustimmen und deren wesentliche Bestimmungen durch einen förmlichen Vertrag anerkennen würde, so würde ein Verzicht deS EmirS von Afghanistan ans einige seiner Forderungen, selbst in der Zulficarfragc, kein zu hoher Preis für die Erzielung eines solchen Ergebnisses sein. England wolle keinen Krieg und auch bic russische Regierung könne bensclbcn burch bic prompte Zustimmung zu einer ehrenhaften Schlichtung ber Streitpunkte vermeiben. Petersburg, 4. August. Der Kaiser unb bic Kaiserin haben mit größerem Gefolge heute früh von Kronstabt aus bie Reise nach Finnland anaetreten. In ber Begleitung bcS KaiscrpaareS befinbet sich auch ber beutsche Militärbcvollmächtigte, Generallieutenant v. Werber. Der Kaiser unb die Kaiserin werben Widorg, Willman- strand unb HelsingforS besuchen unb, soweit biS jetzt bestimmt, am 11. August hierher zurückkehren. Kairo, 4. August. Wie Capitän Ehermsibe telcgraphirt, bestätigt sich bic Nachricht von bem Tobe Osman DigmaS nicht. Derwischte». Darm stabt, 3. August. Eine junge Frau, bie zu ihrer Erholung in's Bad reifte, vergaß beim Bäcker die Bröbchcn abzubestellen. Diese würben chr nämlich jeben Morgen um 6 Uhr, in einem Säckchen verpackt, burch baS Kellerloch in's Haus geliefert, weil bas Hausthor zu so früher Stunbe noch verschlossen war. Ihr Gatte, ocr währenb ber Abwesenheit seiner theuren Gattin bei seinen Eltern war, fand etz für gut, nach drei Wochen einmal seine Wohnung zu inspiciren. In seinen Keller gehend, um sich eine Flasche Wein zu holen, entdeckte er bei dieser Gelegenheit einen ganzen Haufen kleiner Säckchen. Schon glaubte er einen großen Schatz gefunden zu haben unb eröffnete neugierig eines ber besagten Säckchen. Sehr enttäuscht aber sah er, baß basselbc 8 verschimmelte Bröbchcn enthielt. Er öffnete noch eins unb abermals zeigten sich ihm 8 alte Wecke. Die Gesammtzahl ber Säckchen betrug 21 mit je 8 Bröbchcn, also zusammen 168 Stück. Eilig lief er nun zum Bäcker, um ihn darüber zu befragen. Der aber sagte ihm, er möge sic sich umbacken lassen unb ihm 5 Jü 4 gefälligst behänbigen. Der Gatte bestellte sich alSbann einen Gärtner unb ließ aus den 168 Brödchen in Form cincS großen Kranzes ein riesiges Willkommen unfertigen unb brachte es bamit auch fertig, feine zurückkehrenbe Gattin in ganz außerordentliches Erstaunen zu setzen. — Heute Morgen machte ein Garbc-Unterofficicr seinem Leben burch Erhängen ein Enbe. Darmstabt, 3. August. (Verein hessischer Forstmänner.) Vom 1. bis- 3. September beabsichtigt ber Forstverein für daS Großherzogthum Hessen in Bingen zu tagen. Die Einlabung ergeht an bie Mitglicber unb Freunbe des Vereins. Der 1. September wirb zur Besichtigung beS 'NieberwaldbenkmalS benutzt. Der zweite Tag ist zur Excursion in bcm Bingerwalb biS Lauschhütte unb zurück aufs Jägerhaus bestimmt, woselbst um 12 Uhr Frühstück. AdcnbS Festessen im weißen Roß. Am brüten, Morgens 7 Uhr, Sitzung in bem RathhauSsaale, bann Gang über Scharlachkopf biS Hotel Wilhelm, woselbst 1 Uhr Gabelfrühstück. Die Fahrten in Wald unb auf ben Rieberwalb bestreitet bic Vereinskasse. Die Damen werben sich gleichfalls stark betheiligen. Oeynhausen, 30. Juli. Gestern Abenb in ber zehnten Stunbe würbe, wie baS „Berl. Tagebl." meldet, in der Siehl-Allec ein junge, elegant gekleidete Dame mit schönen GesichtSzügen, welche feit einigen Wochen durch ihre elegante Toilette und die Begleitung nicht minder eleganter Herren ausgefallen war, von ber hiesigen Polizei verhaftet unb in baS AmtSaefängniß eingclicfcrt. Nach ihrem Namen befragt, machte sie verschiedene Angaben und bemerkte dem Polizeibcamten: „Wenn Sie mich hier die Wad)t im Gcfängniß lassen, so finden Sie mich morgen als Leiche". Kaum nach einer Stunde sand man sie bereits in ber That tobt unb zwar hatte sie sich an einem Taschentuch erhängt. Ihr Portemonnaie soll mit vielen Golbstücken gefüllt gewesen fein. Bis jetzt hat man roeber Namen noch Wohnort ber Dame ermitteln können. — Vor einigen Tagen erregte in ber Marktstraße in Bamberg, wo rechts unb links bic Gärtnerinnen ihre Maaren feilhalten, eine junge Dame große Heiterkeit. gy&t ? w.aF. land ei >)n itnien faner Ä81"W'iwn •“M «tfnnbtn !u Ä l litt sch & -ms unb abm ^JiN 21 mit -Bader, um jhu ™ {ni)en unb ihm ttntn Gärtner unb ej'ges Willkommen lut En ganz außer; m ^urch Erhängen RJ. Am 1. bis in Bingen : u(5 Vereins Der MM. Ter zweite lruck auss Jägerhaus weißen Roß. Am ang über Scharlack- Fahrten in Wald werden sich glcich- Stnnde wurde, wie Itfleibete Tame mit ite Toilette und die )er piefigen Polizei neu befragt, machte ; Sie mich hier die Raum nach einer : sie sich an einem dKLen gefällt ge- der Dame ermitteln amberg, wo rechls ame große Heiterkeit. ülleck hat außer h ! gefütterten unb , von Bange bezu>. Gefchützarien sollten c man den schwächeren schütz besitzen wollte, war. Die mit Den ornhemnden gehegten ieldgebranch zu schwer *iüriebÄ t, welche mlt So Ml' Ä °btt W immer vom 15. v. M elcke zu den ungluck- Me von empfindlicher großen Schwere für den ?irSÄ äsB ” 3#"""‘u^S sicher, man mochte $tfcnet|orte* mu ii. Mängel der to'gOTonicrt, dich» b'Lh-it «*-»' !'I und -s 8=®* d-r-wMK itbun6WfiSi”l‘*1 i einer.On^ .stung der ^rZSr msVsjch MIsturdk * duf der sogenannten „Promcnadcnwarze*, die Kugel den Händen des Trägers entglitt und in das Gebüsch hinabrollte. Jetzt galt es, dieselbe in der Dunkelheit wiedcr- zusindcn. Während der Besitzer damit beschäftigt war und hierzu alle Viere benutzte, vernahm er plötzlich eine Stimme: „Was machen Sie hier?" — „Ich suche meine zrugel", war die Antwort. — „Sie suchen Ihre Kugel?" fragte verwundert der' Andere. „Was beißt das? Wer sind Sie?" — „Ich komme aus Stötteritz und suche hier meine Kugel!" schallte es zurück. — „Aus Stötteritz?" wiederholte Jener, dem ein Vid)t aufzugehen schien. „Lieber Freund, hier sucht man bei nachtschlafender -zeit keine Kugeln. Kommen Sie mal mit!" — Nichts hals es, der Kugelmann mußte mit. Der Schluß ber Geschichte wird doppelt erzählt. Nach einer Lesart klärte sich die Sache auf und der Studio konnte wieder auf die Kugelsiichc gehen. Nach der zweiten Lesart wurde derselbe in eine Droschke gepackt, nach Stötteritz gefahren, dort an der Irrenanstalt Halt gemacht und der herausgeklingelte Portier mit der Nachricht begrüßt: „Wir bringen Ihren cchappirten Kugelmann wieder." Verwundert schaute der Portier den Besuch an und es stiegen in ihm allerhand Vermuthunaen auf. Nach kurzer Hin- und Widerrede kam jedoch Licht in die Sache und der Studio durfte sich wieder nach der Promenadenwarze begeben, um dort die Nachforschungen nach seiner Kanonenkugel fortzusetzen. Als der Kronprinz am Tage vor seiner Abreise in der Militär-Schwimm- ansialt zu Potsdam badete, warf er, nachdem er wie gewöhnlich eine Anzahl blanker Thalcr für die Taucher zum Besten gegeben hatte, ein Zehnmarkstück unbemerkt in das Wasser und wandte sich dann mit den Worten an die Mannschaften: „Leute, damit Ihr einerseits während meiner Abwesenheit eine Erinnerung an mich habt, andererseits in den langweiligen Hundstagen genügend Beschäftigung findet, habe ich ein Zehnmarkstück in die Fluth geworfen. Wer es findet, der soll es behalten." Bis cht ist jedoch das schwierige Werk noch Niemanden gelungen, obgleich die Soldaten das Geldstück zu suchen eifrig bemüht sind. Berlin. Der Inhaber eines sogenannten „Frack - Verleih - Instituts" bietet am schivarzen Brett der Universität den Herren Studirenden und Kandidaten für die am Schlüsse des Semesters sich häufenden Prüfungen „Examen-Fracks" an, in denen jeder Entleiher nachweislich bis jetzt „reüssirt" hat. ______ — Die Allgemeine Rcnten-Anstalt zu Stuttgart (Haupt-Agentur Gießen, .Hammstraße 2), durch solideste Verwaltung vor Allem Anderen bekannt, erfreut sich auch für das verflossene Jahr 1884 eines bedeutenden Reingewinns. Derselbe beläuft sich auf 421 363.02 X Nachdem hiervon zur Dividenden-Vertheilung tzu Gunsten jedes Versicherten) die Summe von 244 651 03 X benutzt, wächst das Reinvermögen der Anstalt auf 4 042 742.85 X Tas Gesammtoermögen der Anstalt beträgt 50 494 391.96 X, wovon die Deckungscapitalien (Prämienreserve der Versicherungen) nebst dem Allgemeinen Reservefonds auf 20 457 972 X sich belaufen. Wie aus dem uns vorliegenden Rechenschaftsbericht pro 1884 weiter ersichtlich, bestanden (Silbe 1884: 33 884 Versicherungen sämmtlicher Geschäftszweige. 1. In der Rentenversicherung 11 877 Policen mit versicherter jährlich zahlbarer Rente von 600 700.31 X «die enorme Vermehrung gegen das Vorjahr um 111 678.31 X Rente, — also um rin ganzes Fünfthctl —, nachdem der Rentenabgang im Jahre 1884 von 11 577.21 X versicherter Rente hieran schon in Abzug gebracht ist)- ferner: 6540 Policen auf aufgeschobene Renten mit 912 001.84 X Deckungscapital. 2. In der Capitalversicherung 4-120 Policen mit versichertem Capital von 6 580 620 X 3. In der Lebensversicherung 10 627 Policen mit versichertem Capital von 28 109 335.76 X Im Jahre 1884 wurden ausgezahlt für 139 Stcrbefälle 376 598.26 X Die durchschnittliche Versicherungsdauer der Gestorbenen war 12,22 Jahre. Für sämmtlichc Versicherte berechnet sich am Jahres- 'chluß das Alter im Durchschnitt auf 44 Jahre. Die Versicherungssumme im Durch- jchnitt auf 2660 X, die Rente im Durchschnitt auf 400 X Für ältere, besonders alleinstehende Personen ist die günstige Gelegenheit einer Versorgung durch Rentenversicherung eine wahre Wohlthat zu nennen. Handel und Verkehr. Die mehrfach angeregte Angelegenheit der Uebertragbarkeit von Eisenbahn- Retourbillets erledigt sich jetzt praktisch durch eine ministerielle Anweisung an die Königlichen Eisenbahn - Bctriebsämtcr, bei behinderter rechtzeitiger Benutzung der Relourbillets zur Rückreise dem Inhaber denjenigen Betrag zurückzuerstatten, um den das Retourbillet theurer ist als der Fahrpreis für die einfache Tour. — Der „III. Anz. für Comptoir und Bureau" gibt eine sehr werthvolle Lieber; sicht über die in letzter Zeit aufgetauchten falschen Geldstücke; da es für alle Kreise von Bedeutung ist, von derartigen Fälschungen möglichst genaue Kenntniß zu haben, so soll im "Nachstehenden das Wichtigste aus jener Uebersicht wiedergegcben werden. Falsche Zwanzigmarkstücke: Jahreszahl 1879, Münzzeichen D. Die Unechtheit ist leicht daran zu erkennen, daß der Rand fast vollständig fehlt und daß man beim Befühlen eine ähnliche Empfindung hat, wie wenn man Blei anfaßt. Falsche goldene Fünfmarckstücke: Die Falschstückc haben einen matten, dumpfen Klang und sind von so weichem Metalle, daß schon ein geringer Druck mit einem harten Gegenstände genügt, um Spuren zu hinterlassen. Falsche Einmarkstücke sind in den verschiedenen Arten oorgekommen: 1. Die Falschstucke in der Prägung von den echten kaum zu unterscheiden, dem Gewichte nach aber erheblich leichter unv dem Klange nach matter; es empfiehlt sich ein Nachwiegen beim geringsten Verdachte. 2. Eine plumpe Fälschung, Gepräge stümperhaft, Klang dumpf, Täuschung bei einiger Aufmerksamkeit kaum möglich. 3. Die Falschstücke bestehen aus Blei, dem etwas Wismuth zugcsetzt ist; das dadurch bedingte fettige Gefühl und die Dumpfheit des Klanges lassen die Fälschung ebenfalls unschwer erkennen. Von Zwanzigpfennigstücken liegen ebenfalls drei falsche Sorten vor: 1. Jahreszahl 1874, Münzzeichen A. Ziemlich gut nachgemacht. Das Metall ist eine Mischung, welche etwa dem "Neusilber entspricht; die Falschstücke sind im Griff fettiger als die echten. 2. Jahreszahl 1876, Münzzeichen A, ausfallend durch geringen Klang und die mißlungene Prägung des Randes; das Metall ist bleihaltig. 3. Aus Messing mit schwacher galvanischer Versilberung; letztere verschwindet bei der geringsten Schabung, auch nach kurzem Umlauf. Die Prägung auf der Schriftseite klar und scharf, auf der Rückseite etwas verschwommen. Jahreszahl 1875, Münz- zeichcn A. Falsche Fünfpfennigstücke. Die Falschstücke unterscheiden sich im Klange kaum, in der Prägung etwas, in der Stärke aber auffallend von den echten; der Unterschied in der Stärke beträgt fast die Hälfte. Die Prägung erscheint matt und stumpf. — Wad) vorstehender Uebersicht scheint sich die schon in Amerika gemachte Erfahrung auä) bei uns zu bestätigen, daß nach Einführung des die Fälschung so wesentlich erschwerenden Pflanzenfaserpapiers die Fälscher sich mehr dem "Metallgeld zuwenden. Darin liegt sicher ein kleineres liebel, denn durch falsches Papiergeld erwaä)sen dem Empfänger in der Regel viel höhere Verluste. Hinsichtlich des Papiergeldes hat man sich dagegen vor ausländischen Falschstücken und jetzt namentlick) vor falschen 10 Lire und österreichischen 50-Gulden-Roten zu hüten.__ neu,leicht,solid,elegant,preiswürdig. Abbild, gratts. [4132] I. G. Rumpf, Eis. Hand frsnkkurt L u. r\ /-< 1 prakt u. Bpecialarzt fBr Bant-, Frauen- e. Ge- HZ Dr, Gensch, K Verzeichnis der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat Juli 1885. Je 50 Kilogramm kosten: 64 X3> 8 *,39 X 5) 8111 5 ° a-ic SIE D o r-- V- <3J 5 xr o ’S 25 75 23 50 6 50 72 84 XS\X $\X $ 0 85 —1681— 56 60 Je Vr Kilogramm kostet: E X^i\X^ X$ H 1 35 9 1 5^ a _ -tz.- 46 “50 64 “70 50 16 60 23 8$ ä ii 13 uHi <3, Ito 180 $5 3 16 17 9 E dd IST- x 4 ko 165 B p; L, £ k. a S5 ** o 12 16 22 56 Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 5. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 17°, Luft im Schatten 16°. L. Chr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Altkatholischer Gottesdienst. Sonntag den 9. August findet um 11 Uhr Vormittags in der Stadtkirche altkatholischer Gotte-dienst statt Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Dem Großh. Gerichtsvollzieher Geißler dahier ist für die Dauer des ihm verwilligten Urlaubs von 14 Tagen der Gerichtsvollzieher - Aspirant Karl Geißler dahier zum Stellvertreter bestellt worden. Gießen, 5. August 1885. Der Präsident Großh. Landgerichts der Provinz Oberhesien. Knorr- 5665 Löwer. Submission. Die zur Erbauung einer Brücke über die Wetter bei der Nonnenmühle, Gemarkung Oppershofen, erforderliche Lieferung der Eifenkonstruclion, veranschlagt zu 968 Mark, hat dic Genehmigung nicht erhalten und soll deshalb Dienstag den 11. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, nochmals im Wege schriftlicher Sub- Mlssion auf dem Gemeindehaus dahier vergeben werden. Plan. Kostenüberschlag und Bedingungen liegen zur Einsicht auf hiesiger Bürger- meiftcrei offen, wohin auch die Anerbietungen versiegelt und mit entsprechender Auf- schrnt versehen, postfrei bis zu obigem Termin einzusenden sind, zu welcher Zeit die Eröffnung derselben im Beisein etwa erschienener Anbieter stattfinden wird. Oppershofen, den 3. August 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Oppershofen. Schmidt. 5643 Freitag den 7. d. Mg., Nachmittags 2 Uhr, in der Flett'schen Hofraithe dahier, sollen gegen Baar versteigert werden: 3 Secretäre, 2 Spiegel-, 2 Kleider-, 2 Küchenschränke, 2 Sopha'5, Spiegel. Tische, Stühle — darunter solche zur Wüthschafts-Einrichtung —, 1 Nahmaschine, 2 Betten, 1 Wagen rc. rc. Gießen, den 4. August 1885. Engel, »662 Gerichtsvollzieher in Gießen. Donnerstag den 6. August, Nachmittags 2 Uhr, läßt der Unterzeichnete in seiner Hofraithe, Dreihäusergasse, ein übrig gewordenes, gutes Arbeitspferd sowie einen Wagen meistbietend versteigern. 5623 Herrn. Euler. Schlackensteine zu Massiv- und Fachwerk-Bauten empfehlen wir als Alleinverkäufer zu Fabrikpreisen, mit dem Bemerken, daß dieselben auf unser Gesuch, vom großherzogl. Ministerium des Innern und der Justiz, zur Aufführung von Mauerbauten im Stadtbezirk Gießen ebenfalls genehmigt sind. 5574 Jean Dem 8» Co. Ausverkauf. Wegen Geschaftsaufqabc verkaufe meine sämmt- lichen Artikel zu Kostenpreisen. Carl Merkel, Tnbak-, Cigarren- und Parfümerie-Handlung, Marktstraße 16. Daselbst ist vollständige Ladeneinrichtung mit Glas- fchrank zu verkaufen. ____________________________________5646 Niederlage und Versand- 5664 Frisch geschlachtetes Ochsenfleisch per Pfund 45 bei Baltb. Maltomestus, ___________________Neustadt 35.________ Ein in bester Lage vor der Stadt ge- Ienene8 Haus 5666 mit großem Garten, für Wirthschaft unb sonstigen Geschäftsbetrieb geeignet, Familienverhältnisse halber sofort zu verkaufen. Zu erfr. bei J. Rothenberger, Linbenplatz. 5573 Ein ordentl. Dienstmädchen gesucht- Bahnhofstraße 39, parterre. ber so berühmten reinen Hamburger Korn-Preßhefe ä Pfd. 85 Pfg., Wiener Kaiserhefe ä Pfund 75 Pfg. bei 11» Thelen«, 5652_________Marktstraße 28. Altes Zinn und Bits kauft G. Rühl, Spengler 4026 in der Neustadt- Vermietungen. 5645 Wegzugshalber ist das von mir seither bewohnte Logis vom 1. September an zu vermiethen. __Frau Lily Schmidt, Bleichstraße 15. 5647 Die Beletage in dem von mir bewohnten Hause, Asterweg 34, ist anderweitig zu vermiethen und am 1. October beziehbar Hermann Mettenheimer. 5644 Ein schöne- Logis (Bel-Etage) ru vermietben. Näheres Löberstraße 6 564«>] Laden nebst Logis, Wettergasse 3, zu vermiethen und Anfangs October zu beziehen. Näheres bei Herm. Euler. Vermischte Anzeigen. 5641 Ein kräftiger Junge als Lehrling gesucht von Martin Lenz, Bäckermeister^ 5649 Die Beleidigung gegen W. Rabenau in Alten-Buseck nehme ich hiermit zurück. K. Ruhl, Alten-Buseck. 5650 Ein zuverlässiger Pferdeknecht gesucht. Wo? sagt die Exp. d- Bl. Anfertigung von Herren-, Damen- und Kinderwäsche, Herrenhemden mit 3 fach leinenen Einsätzen von 3.— an. 606 Tadelloser Sitz garantirt. Herm. Ang. Müller. 5606 Gesucht per sofort ein kleines Fam.-Logis (3 Z. m. Zub.) Offerten m. Preisang. befördert die Exp. d. Bl. 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Bek., Agenten, Exporteuren rc. nach- gew. werden. Offerten sub H. c. 05246 au Haasenstetn & Vogler in Hamburg. 5653 RranKemittlerssützungs und sterbe- basse Verein (E jj ) Montag den 10. August, Abends S*/2 Uhr: Generalversammlung § im Frankfurter Hof. Tagesordnung: Verwendung des Vereinsvermögens (8 37 des Statuts). Der Vorstand. Bürger-Club. Der Vorstand. 5668 Sonntag den 9. Augull soll das auf der Karte vorgesehene S o m m er fr s I verbunden mit Concert der hiesigen Regimentsmusik im Garten und Saal des Cafe Leib abgehalten werden. Beginn des Concertes: Nachmittags (> Uhr. Zu recht zahlreicher Betheiligung der Mitglieder ladet ein Mein Geschäft befindet sich von heute an Neustadt Nr. il im Hause des Herrn Ernst Lotz. Durch die größeren Localitäten bin ich in den Stand gesetzt, meinem Geschäft eine weitere Ausdehnung zu geben und halte mich in allen Sattlerartikeln, Portefeuillewaaren sowie Maschinen-Treibriemen bestens empfohlen. Louis Wittich II., 5572 Sattler. Lkly'scher Felsenkeller. Heute, Donnerstag den 6 August, Nachmittags von 4 Uhr an. Grosses Militar-Coneerl der Capelle des 2. Jnf.-Regts. Nr. J16, unter Leitung ihres CapellmeisterS Herrn C. Krauste. Entree SS Pfg. Der Besitz eines Looses zu der vom Oberhessischen Bienenzüchter-Verein veranstalteten Verloosung berechtigt zum freien Eintritt. 5651 Wiener Hof. Donnerstag den 6. August: 6. und letztes Abonnement-Concert. 11. Theil: R. Wagner: Vorspiel z. d. Meistersinger, Parsifal, Chor d. Friedensboten v. Rienzi, Ouvertüre z. Tannhäuser. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pfg. 5661 Krauase, Capellmeister. 5658 Wer Sprachen kennt, ist reich zu nennen. Rosenthal’sche Verlagsbuchhandlung. Leipzig. E. Geißler, Gr. Gerichtsvollzieher. Elise Geistler, geb. Häuser. Ludwig im Alter von 3Vz Jahren. Gießen, am 5. August 1885. Todes-Anzeige. Gestern Morgen neun Uhr verschied sanft nach kllrzem Leiden unser inniggeliebtes Söhnchen Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mittheilung, daß unser liebes Söhnchen Emil heute nach kurzem Leiden verschieden ist. Um stilles Beileid bitten 5660 L. Herbert und Frau. Gießen, den 4. August 1885. | Das Meisterschafts - System N r"r ! praktischer» und naturgemäßen Erlernung der englischen, französischen, italienischen, spanischen u. russischen GMäsls- und Umgangssprache. Eine neue Methode, in 3 Monaten eine Sprache sprechen, schreiben und lesen zu lernen. Zum Selbstunterricht von Rr. Richard S. Rosenthal. Englisch — Französisch — Spanisch complet in je 15 Lectionen ä 1 jl — Italienisch und Russisch complet in je 20 Lectionen ä 1 jl y Schlüssel dazu ä 1 JL 50 Probebriefe aller 5 Sprachen ä 50 portofrei. ?eise Anfrage, i Ist es einem Israeliten und Christ erlaubt, Sonntag Vormittag während dem Gottesdienst im Heuchelheimer Feld Weizengarben an Haufen zu stellen? P B 5663 Ein Kindermädchen gesucht. _____________________Bahnhofstraße 8. 5654 Eine Lauffrau gesucht. Nordanlage 1- 5656 Ein junges Mädchen zur Hausarbeit wird gesucht. Südanlage 3. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die btutigc Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage«