5608 Halstüchelchen »Wrhauschen am __Loh^ GchWch .HMMr. woch, 5. Angnst, kleinen Aula. Vor- Streng über die !oMen- 5605 e ergebene MW- ehr auf der SÄ >le mich im BÜM em Haufe- n meiner Woönung , Schützenstk. 4, Moll ^RMaus» 5592 r, fttK Berber. nä-chen mit guten -ruvge Kaplan^M^l.— das vrrbreitetftaw «ne Rummr. . jiertel®rI'5ä(ri’ii 7o Kr. x>y mitai; » ^”,nSbar»«» letten“'^” Jtn2»” a6b*Äjirf w 1 das ,W dir DalU^ SÄ>" ^an9oÖ0^ni^lS ZE e E Aien *' &•' peb- d. Bl- gesucht in Jahren gut *- W GMung. 18 an Rudolf Mfft' 5joi rerb wird Stallung Verpflegung gesucbt. -ped. d- A.__ ,i Laduweide». P -eE Nr. 179. Mittwoch den 5. August 188» Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. flMtrtt* t Tchulstraße 7. ■Uff»"11,1 H1LIL2H” gJl” Breil vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bttngtrfc^ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint ILgkittz mit Nnsmchm« deS Montag*. Politische Ueberficht. Gießen, 4. August. Die bevorstehenden Monarchen-Begegnungen unterbrechen die politische Sommerstille in erwünschtester Weise und haben den politischen Tagesblättern bereits einen willkommenen Anlaß gegeben, allerhand Betrachtungen an bü stgnalisirten Begegnungen des österreichischen Kaisers mit Kaiser Wilhelm uno dann wieder mit dem Kaiser von Rußland zu knüpfen. Weiter bilden aber auch die angekündigten Reisen hervorragender Staatsmänner ein Thema der öffentlichen Besprechung, wenngleich diese Reisen noch vielfach nur als Project erscheinen. Bekanntlich war das Gerücht, es werde im Laufe dieses Sommers il A. eine Zusammenkunft zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Kalnoky stattsinden, von den Wiener Officiösen in Abrede gestellt worden. Trotzdem erhält sich dasselbe mit einer Hartnäckigkeit, welche darauf hindeutet, daß die Nachrichten von einer beabsichtigten Conserenz der beiden Staatsmänner einer gewisien Grundlage nicht entbehren. Besonders die „Kreuz-Zeitung" macht sich zum Träger dieser Nachrichten, nach ihr ist diese Begegnung gesichert, wenn auch der Ort derselben noch nicht bestimmt sei und werde sie die Grundlage für die weiteren Verhandlungen über das handelspolitische Verhältniß zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland schaffen. Auch die signalisirte Reise des russischen Ministers des Auswärtigen, des Herrn v. Giers, wird mit einer Zusammenkunft mit auswärtigen Staatsmännern in Verbindung gebracht. Wiener Blätter wissen bereits zu melden, daß Herr v. Giers demnächst eine Kur in Marienbad gebrauchen und daß er daselbst eine Zusammenkunst mit d?m Grasen Kalnoky haben werde; auch wird vermuthet, daß der russische Staatsmann den Weg nach Marienbad über Varzin nehmen werbe. Indessen sind diese Mittheilungen doch noch recht unbestimmt und begnügen wir uns, sie vorläufig ohne einen weiteren Commentar zu registriren. Die Ernennung des seitherigen deutschen Botschafters in Paris, des Fürsten Hohenlohe, zum Statthalter von Elsaß - Lothringen, hat u. A. auch die Frage in Fluß gebracht, wer sein Nachfolger auf dem ebenso wichtigen wie schwierigen Botschafter-Posten in Paris werden solle. Diese Frage ist nicht leicht zu entscheiden, da die Vertretung des deutschen Reiches bei der französischen Republik einen Mann von großem Tact und seinem Verständniß für die obwaltenden Verhältnisse, dann aber auch von rechtzeitiger Energie und eingehender Kenntniß der politischen Situation zwischen den Cabineten von Paris und Berlin erfordert. In Berlin nennt man bereits verschiedene Candidaten für den Pariser Posten, ohne daß man indessen mit Bestimmtheit zu sagen wüßte, welche von den in Aussicht genommenen Persönlichkeiten die meisten Chancen hätte; in erster Reihe hört man jedoch den deutschen Botschafter in London, Grasen Münster, nennen und verlautet ferner, daß, im Falle dieser ablehnen sollte, der deutsche Botschafter in Petersburg, v. Schweinitz, zum Nachfolger des Fürsten Hohenlohe ausersehen sein und daß alsdann der Staats- socretär im auswärtigen Amte, Graf Hatzseldt, den Botschafter-Posten in Petersburg übernehmen würde. Da ferner auch die Erwählung des Vertreters Deutschlands am Wiener Hofe, des Prinzen Reuß, zum Regenten von Braunschweig sicher gilt, so würde sich auch die Neubesetzung des Wiener Botschafter- Postens nothmendig macken und stehen demnach eingreifende Veränderungen in der diplomatischen Vertretung Deutschlands im Auslande in Aussicht. Die Ankunft des neuen Oberhirten der Kölner Erzdiöcefe an dem Orte feiner künftigen Bestimmung soll Ansangs September, und zwar in aller Stille erfolgen, da der Prälat jede Empsangsfeierlichkeit vermeiden will. Die Kölner Bischossfrage wäre hiermit zu ihrem definitiven Austrag gelangt und kann man dem Erzbischof nur wünschen, daß er das Seinige zur Wiederherstellung des kirchlichen Friedens in Deutschland beitragen möge. Dagegen ist di- Lösung der fast noch wichtigeren Posener Bischosssrage noch immer in Dunkel grhüllt, vielleicht, daß die am 5. August stattfindende Conferenz der deutschen Dischöse in Fulda etwas zur Lösung dieser verwickelten Frage beitragen wird. lieber das Programm der Reise des österreichischen Kaiserpaares nach Gastein und seinen Aufenthalt daselbst werden jetzt folgende Einzelheiten bekannt: Das Kaiserpaar trifft Donnerstag Mittag 1 Uhr, von .Ischl kommend, in Lend ein und steigt im „Hotel Straubinger", wo das Diner eingenommen wird, ab. Um 3 Uhr erfolgt die Weiterreise nach Gastein zu Wagen, die Ankunst in Hof-Gastein, wo ein halbstündiger Aufenthalt zur Besichtigung des Militär-Kurhauses genommen wird, um halb 5 Uhr Nachmittags, die Ankunft in Wildbad Gastein um 6 Uhr Nachmittags. Die Begrüßung des Kaiserpaares und seine Begegnung mit Kaiser Wilhelm wird auf dem Strau- kinger Platze stattfinden. In Gastein sind bereits umfassende Vorbereitungen zu einem glänzenden Empfange der österreichischen Majestäten getroffen. Die- silben nehmen Abends den Thee beim deutschen Kaiser, übernachten im „Hotel Straubinger" und diniren am Freitag, Nachmittags 4 Uhr, bei Kaiser Wllhelm m Badeschloffe. Unmittelbar darauf erfolgt die Wiederabreise des Kaiserpaares, rnd zwar begiebt sich Kaiserin Elisabeth nach Zell am See, Kaiser Franz Josef rach Innsbruck zum österreichischen Schützenfest. Das russische Kaiserpaar hat in Begleitung des Großfürsten- Thronsolgers und einer großen Suite am Sonntag zu Schiff eine Reise nach ssumland angetreten. Die Ankunft in Wiborg erfolgte am 3. August; von te begiebt sich der Kaiser nach Wilmanstrand, um den dortigen Manöoern berzuwohnen. In Helsingssors wird ein mehrtägiger Aufenthalt genommen und m daselbst zahlreiche Feierlichkeiten in Aussicht genommen. Aus Petersburg ist in London eine Depesche des Botschafters Thornton eingelaufen, welche im Londoner auswärtigen Amte einen guten Eindruck gemacht haben muß. Der Botschafter meldet, Herr v. Giers habe ihm getagt, der Czar wünsche die schleunige Lösung der afghanischen Frage im Interesse des Weltfriedens, der ihm sehr am Herzen liege. Zugleich übermittelt Thornton eine russische Antwort in der Zulfikar-Controverse. Angesichts des bevorstehenden Besuches des Czaren beim Kaiser Franz Josef ist der Wunsch desselben, sich den Bemühungen um Erhaltung des Weltfriedens anzuschließen, sehr begreiflich und sehr erfreulich. Dieser Besuch würde eine gesteigerte Bedeutung erhalten, wenn vor demselben der Czar durch die friedliche Erledigung der afghanischen Frage gezeigt hätte, daß er als Friedensfürst mit den Kaisern von Oesterreich und Deutschland die gleichen Wege wandelt. In Frankreich ist dem Cabinet Brisson noch kurz vor Schluß der parlamentarischen Session ein bedeutsames Vertrauensvotum Seitens der Kammer zu Theil geworden, indem dieselbe am Donnerstag den Füns-Millionen- Kredit für Madagaskar mit großer Majorität angenommen hat. Dieses Resultat der mehrtägigen Debatten der französischen Deputirter.kammer über die Colonialpolitik ist umsomehr mit Genugthuung zu begrüßen, als oieselbe von den meisten Rednern, namentlich aber von Clemenceau, Dem Führer der äußersten Linken, heftig angegriffen worden war. Letzterem trat indessen am Donnerstag der Ministerpräsident Brisson selbst in einer sehr sachlichen Weise entgegen und unter dem Eindrücke dieser Ausführungen wurde dann schließlich der Madagas- Kredit bewilligt. Das Cabinet Salisbury widmet der egyptischen Frage gegenwärtig mindestens eine ebenso große Aufmerksamkeit, als'-der afghanischen Grenz-Affaire. Im Mittelpunkte der Thätigkeit des englischen Ministeriums zur Lösung der egyptischen Wirren steht die Mission Sir Drummond Wolff's, der in diesen Tagen nach Alexandrien abreift, um sich dem zur Zeit daselbst residirenden Khedive als außerordentlicher Abgesandter Ihrer Großbritannischen Majestät vorzustellen. Vor Erstattung des Berichtes Sir Drummond's wird indessen die englische Regierung endgültige Entscheidungen in Betreff ihrer Politik in Egypten nicht treffen, man hofft aber, daß dieser Bericht der geplanten obermaligen Action Englands im Sudan günstig sein werde. Berlin, 3. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." wendet sich gegen einen Artikel des „Temps", welcher eine Vermehrung der französischen Kavallerie längs der französischen Ost- und Südgrenze empfiehlt und sagt: „Man hat in Deutschland Zeit gehabt, sich an die kriegerischen Vorbedeutungen zu gewöhnen, die jenseits der Vogesen niemals schweigen, gelegentlich im Crescendo betont werden. Man hat aufgehört, die französische Nation mit den Pariser Chauvins zu identificiren. Wir halten es aber für unsere Pflicht, diese Erscheinungen öffentlich zu controliren und beide Nationen im Interesse ihres Friedens aufmerksam zu machen, wenn Staatsmänner, höhere Officiere ober angesehene Preßorgane den Krieg gegen Deutschland predigen ober wie der „Temps" und kürzlich Caffagnac den Kampf in den Vogesen als bevorstehend, als unwandelbares Ziel jeder französischen Politik in Aussicht stellen. Wenn man aber sieht, daß sich der „Temps" jetzt auf chauvinistische Agitation einläßt, so liegt darin ein Symptom, daß Die friedliche Entwickelung der nachbarlichen Beziehungen Frankreichs, wie sie von Deutschland angestrebt wird, den Stimmungen Der Leser des „Temps" nicht entspricht und daß unsere Bestrebungen, die guten Beziehungen Frankreichs zu pflegen und eine Politik der Versühnung anzubahnen, bisher kein Glück gehabt und keine Gegenseitigkeit gefunden haben. Wir müssen uns gegen unseren Willen die Sorge ausdrängen lassen, daß Frankreich nur auf eine günstige Gelegenheit warte, um allein ober verbündet mit Anderen über uns herzufallen. Trotz aller Verbächtigungen unb Verleumdungen eines Theiles der auswärtigen Presse kann auch im Ausland kein aufrichtiger Zweifel bestehen, daß die deutsche Politik der Friedensliebe und dem Friedensbedürfniffe des deutschen Volkes im vollsten Maße entspricht und daß Deutschland sicherlich unter keinen Umständen beabsichtigt, seine Nachbarn anzugreisen; aber keiner, dem das Wohl Deutschlands am Herzen liegt, wird sich der Besorgniß erwehren können, daß Die von Frankreich feit 14 Jahren ersehnten Tage der Revanche noch immer das Mittel bieten, womit jeder Parteimann in Frankreich seine Landsleute für sich zu intereffiren und, wenn die Umstände günstig sind, fortzureißen vermag. Die Möglichkeit für jeden EhrgMgen, das Feuer anzublasen und einer friedliebenden Regierung durch Appell an die Revanche Schwierigkeiten bereiten ober vorhanbene regierungsseitig zu überwinden, läßt uns befürchten, daß unsere französischen Nachbarn auch heute auf den Frieden mit Deutschland keinen höheren Werth legen, als zu irgend einer Zeit seit 200 Jahren. Telegraphische Depeschen. Wolff'* telegr. Correfpondenz - Bnrean. Bad Gastein, 3. August. Seine Majestät der Kaiser brachte den gestrigen Abend bei der Gräfin Lehndorff zu. Bei der heutigen Morgenpromenade begrüßte der Kaiser den gestern Abend angelangten russischen Militärattache Fürsten Dolgorucki, welcher den Kaiser aus dein ganzen Spaziergange begleitete und Mittags mit dem Kriegsminister zur Tafel geladen ist. . Berlin, 3. August. Die umlaufenden Gerüchte über einen dem Kronprinzen in der Schweiz angeblich zugestoßenen Unfall entbehren jeglicher Begründung. Wien, 3. August. Die „Presse" meldet aus gut informirter Quelle, daß die Zusammenkunft des russischen und des österreichischen Kaisers in der zweiten HälftL des September stattfinde. Ein Ort sei bisher noch nicht festgesetzt worden. Wien, 3. August. Tie „Polit. Corr." meldet den demnächftigen Zusammentritt der Bolschaftcr-Conserenz in Konstantinopel behufs Berathung der Frage des Tributs Bulgariens. Pest, 3. August. Tic Staatseinnahme des zweiten Quartals betrug 62 458 270 ft, gegen das Vorjahr um 1 461 826 ft, mit Rücksicht auf die geringere Bedeckung aus dem Staats-Güter-Verkauf von 969 611 fl. um 2 431 437 fl. günstiger. Die Ausgaben betrugen 77 242 473 fl. gegen das Vorjahr um 6 637 492 fl. ungünstiger. Hiervon sind 689 348 fl. Vorauszahlung auf gemeinsame Auslagen pro drittes Quartal, 475 239 fl. sind unbehoben^ geblieben. Die erst nachträglich behobenen Zinsen früherer Termine betrugen 221745 fl., für ein der kroatischen Verwaltung zur Verfügung gestelltes Guthaben von 1880/81, 341 791 fl., für die in erhöhtem Maße erfolgte Verfrachtung des Salzes zur Verhinderung der Stockung des Salzverschleißes 3 854 047 fl. Die definitive Abrechnung der Eisenbahnbauten stellt sich auf 220 647 fl. Der erhöhte Credit für das Eultus- und Unterrichtsministerium auf 487 417 fl.. die Mehrkosten bei den außerordentlichen gemeinsamen Ausgaben werden durch das Ergebniß des ersten Quartals 625 733 fl. ausgeglichen. Die Bilanz des ersten Quartals war günstiger um 1593 920 fl., somit jene des ersten Halbjahres ungünstiger um 2 612 134 fl. Haag, 3. August. Der Marineminister Lancrptaalmakiß wurde durch den Marinccapitän Gerickc ersetzt. Pari-, 3. August. Der Präsident Greoy empfing gestern den Besuch des deutschen Botschafters Fürsten v. Hohenlohe. London, 3. August. Der „L-tandard" läßt sich aus Kuchan (?) vom 22. v. M. von einem Gerüchte melden, wonach zwischen Russen und Afghanen unweit Merutschak ein Zusammenstoß stattgefunden hätte. Eine Bestätigung oder auch nur Erwähnung dieses Gerüchts von irgendwelcher anderer Seite liegt nicht vor. London, 3. August. Reuters Bureau meldet, daß irgend welche Bestätigung der Meldung des „Standard" über einen angeblichen Zusammenstoß zwischen Afghanen und Russen unweit Merutschak der englischen Regierung nicht zuge- gangcn ist. — Unterhaus. Smith theilte mit, die Vollendung der Suakin-Berber-Eisenbahn fei nicht beabsichtigt, cs seien Schritte gethan, die europäischen Truppen in Suakin jetzt, die indischen Truppen im October abzulösen. Bourke erklärte es im Staats- tnteresie nicht dienlich, jetzt zu sagen, ob Drummond Wolff Instructionen hinsichtlich der Reformen in Armenien erhalte oder nicht. Petersburg, 3. August. Aus Taschkent und Wern oje wird tclegraphirt, daß daselbst ein heftiges Erdbeben stattgefunden hat. In Pischpek sind sämmttiche Häuser beschädigt, die Ansiedelungen von Sukuluk und Belowodsk sind zerstört. In Belo- wodsk ist die Kirche eingestürzt und viele Menschen sind erschlagen worden. Es sind zahlreiche Erdrisse entstanden. Petersburg, 3. August. Die Nachricht des „Standard" wird zuständigen Orts als völlig unbegründet bezeichnet. — Giers tritt morgen einen zweimonatlichen Urlaub an. — Aus Wernoje wird gemeldet, bei dem Erdbeben in Belovadsk und Karaboltz feien im Ganzen 54 Personen getödtet und 64 verwundet. Die Erdstöße wiederholen sich. Die Bevölkerung ist in Bestürzung. Toronto, 3. August. Gestern brach auf dem hiesigen Quai eine ungeheure Feuersbrunst aus, welche sich längs des Quais auf eine halbe Meile erstreckte. Die Feuersbrunst dauert noch fort. Die Verluste wurden heute Morgen auf eine Million Dollars geschätzt. Kairo, 3. August. sTelegramm des „Reuter'schen Bureaus".) Die drei von Berber in Korosko eingetroffenen Araber melden ebenfalls den Tod Osman Digma's. Die Enquete über die Krage der Sonntagsruhe. Nachdem der deutsche Reichstag im Mai d. I. die Frage der Sonntagsarbeit von verschiedenen Seiten beleuchtet hat, scheint jetzt eine Enquete über die Notbwendig- keit der Sonntagsruhe bevorzustehen. Das für diese Enquete ausgestellte Fragenformular ist ein für das ganze Reich gemeinsames und enthält im Wesentlichen folgende Punkte: 1. Ist die Sonntagsarbeit in allen Betrieben des Industriezweiges üblich? 2. Findet die Sonntagsarbeit dauernd statt: a) für den gesammten Betrieb, b) für die gofammte Arbeiterschaft, c) für den ganzen Sonntag oder für welche Stunden? 3. Wird die ,Sonntagsarbett veranlaßt: a) durch technische Eigenthümlichkeiten, b) durch welche wirthschafllichen Gründe? 4. Welche Folgen würde das Verbot der Sonntagsarbeit haben: a) für den Unternehmer technische oder wirthschaftliche? b) für die Arbeiter, welche Einkommensminderung? Würde dieser Nachtheil und durch was wieder aufgehoben werden ? Endlich: 5. Ist das Verbot der Beschäftigung von Arbeitern am Sonntag durchführbar: a) ohne Einschränkungen, b) mit welchen Einschränkungen, und wenn nicht, aus welchen Gründen? Die Untersuchung wird sich erstrecken auf alle Gewerbe- und Industriezweige. Gehört sollen werden: die Handels- und Gewerbekammern, die Innungen, Gewerbevereine, die Handwerker, die Unternehmer, in erster Linie aber, wie bekannt, die Arbeiter selbst. Die nach den bisherigen Mittheilungen der Presse beabsichtigte Befragung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern und Eorporationen scheint uns noch nicht zu genügen. Es werden damit auch Erhebungen über den Stand der Gesetzgebung in den verschiedenen europäischen Staaten und tu fremden Ländern Hand in Hand gehen müssen. Eine darauf bezügliche werthvolle Zusammenstellung ist erst vor Kurzem in Bremen erschienen. Dort hat der Senatssecretär Dr.-Söniitg im Auftrage einer Commission weaen der Sonntagsruhe einen sehr instructioen Bericht über den Stand der deutschen Gesetzgebung in Betreff der Sonntagsruhe an die bremische Kirchen-Vertretung erstattet und darin das mühevolle Ergebniß einer Vergleichung von 42 deutschen Gesetzen über die äußere Sonntagsfeier nieoergelegt. Die Commission hat es für zweckmäßig erachtet, die bremische Verordnung von 1797, sowie einige andere sich auf die Sonntagsfeier beziehende bremische Bestimmungen wörtlich in ihren Bericht aufzunehmen und daran den Abdruck eines Züricher Gesetzes von 1882 zu schließen, um durch den Gegensatz zu jener bald hundertjährigen bremischen Verordnung klarzustellen, wie die Gesetzgebung der Gegenwart die Frage der Sonntagsfeier behandelt. Die bremischen Kirchengemeinden bezwecken durch ihren Bericht, den Senat zu einer Revision der Bestimmungen über die Sonntagsruhe in dem Sinne aufzufordern, daß er den Ladenschluß an Sonn- und Festtagen anordnet. Es hatte sich zu diesem Zwecke in dem kirchlich gesinnten Bremen schon vor Jahren ein aus Männern und Frauen der verschiedensten Richtungen bestehender Verein für die Sonntagsfeier gebildet, dessen Mitglieder die Ladeninhaber zum freiwilligen Ladenschluß am Sonntag zu überreden suchten; aber man hat mit dieser Vereinsthätigkeit wenig erreicht und glaubt, Wfe nur eine obrigkeitliche Anordnung, die übrigens von den meisten Ladeninhabern selbst gewünscht wird, eine würdige Sonntagsfeier allmälig herbeiführen könne. Lokale». Gieße«, 4. August. Tagesordnung für die Stadtverordncten-Sitzung am Donnerstag den 6. August 1885, Nachmittags 4 Uhr. 1. Wahl eines Mitglieds der Einschätzungs-Commission für die Einkommen- und Kapitalrentensteuer. 2. Die Badeanstalten in der Lahn. 3. Beitrag der Stadtkasse zu den Kreisumlagen. 4. Die Uebersahrt über den Hammweg. 5. Tie Ueberlassung eines Schulsaales für die Abhaltung von Gesangsübungen. 6. Schuldenwcsen der Firma Nattmann u. Weidig. Gießen, 4. August. Vom schönsten Wetter begünstigt feierte die hiesige Nuder- gescllschaft vergangenen Sonntag ihr Sommer-Ruderfest; das Programm war recht reichhaltig und durch humoristische Wasserspiele, wie Schifferstechen und improoifirtc Entenjagd in obligaten Waschbütten, die natürlich nicht wasserdicht, noch wasserfest Lvaren, auch für die Lachmuskeln der Mchtsportsleute gesorgt. Die Auffahrt in 4 Vierriemes-Booten in einer Front, dabei die kleidsame farbige Tracht der Ruderer war wirklich ein hübscher Anblick. Nach Beendigung des Programms begrüßte der 2. Vorsitzende im Namen seiner Gesellschaft die Anwesenden und nahm die Taufe des neuen Dollcurcnnoierer vor, welcher den Namen „Koralle" erhielt, die, wie üblich, einer Flasche Champagner den Hals lind ihren Inhalt kostete. Zum Schluß wurde noch ein wirklich gelungenes Feuerwerk abgebrannt und trennte man sich zu später Stunde, nachdem noch diverse Toaste auf die Dameit, Sieger ?c. ausgebracht waren; der Bootsplatz war recht hübsch becorirt, ebenso wie die hiesige Regimentsmusik unermüdlich für die musikalischen Genüsse Sorge trug. Wir dürfen wohl sagen, daß die Gesellschaft wieder ein schönes und gelungenes Fest abgehalten hat, nur möchten wir den Herren des Vergnügungs-Comitös empfehlen, in Zukunft für etwas mehr Sitzplätze besorgt zu sein. —h. — sSchützenverein Gießen.) Bei dem am 2. und 3. ds. Mts. stattgefundenen Friedrichsdorfer Haupt-Schießen erhielt A. Dickors fünf Preise, darunter den ersten. Gießen, 4. August. Ein gestern Morgen V-5 Uhr in Dau bringen aus- gebrochenes Feuer legte die Besitzungen des Wilhelm Schäfer I., Karl Latsch Wittwe und Louis Hardtmetz in Asche. Universität-- Chronik. — Der Privatdoceut Dr. Peuck in Würzburg hat den an ihn ergangenen Ruf nach Wien nunmehr angenommen. — Der ordentliche Professor für theoretische Physik zu Halle. Dr. Anton Overbeck, hat einen Ruf an die Universität Greifswald zum 1. October angenommen. Berlin, 3. August. Zur Feier des 50jährigen Bestehens der hiesigen Universität begaben sich etwa 2000 Studenten im festlichen Zuge nach ■ dem Denkmal Friedrich Wilhelm III. und legten daselbst einen Lorbeerkranz mit der Inschrift: „Dem Gedächtnisse des königlichen Gründers ihrer Hochschule die Berliner Studentenschaft" nieder. Hierauf folgte in der Aula der Universität der übliche Festact mit Preisvertheilung. Die Festrede hielt Professor Ternburg. Wien, 3. August. Professor Dr. Heinrich Reichardt, Leiter des botanischen Hofkabinets, hat sich gestern im Walde nächst Medling erhängt. — Der Professor der Chemie, Zeller, langjähriger Assistent Liebig's, ist gestorben. Die Leiche wird nach München gebracht. (F. Z.) Vermischte 4. — Das Gießener Corps „Hassia" veranstaltet am 4. August auf dem RochuS- berg bei Bingen seinen alle fünf Jahre wiederkchreuden Erinnerungs - Commers- alter Herren. Die Festtheilnehmer treffen an genanntem Tage in der Stadthalle in Mainz zusammen, um alsdann die Fahrt von Mainz nach Bingen auf festlich geschmücktem Dampfboot der Hessischen Ludwigs - Eisenbahn - Gesellschaft zurückzulegen. Die Abfahrt in Mainz ist auf 4 Uhr Nachmittags festgesetzt und es werden auf der Fahrt die zu passirenden Orte und Villen des herrlichen Rheingaues in üblicher Weise mit Musik und Böllerschüssen begrüßt. Nach Ankunft in Bingen findet zunächst Versammlung im Gasthof „Zum deutschen Hans" statt, sodann gemeinschaftlicher Zug mit Musik nach dem „Rochus - Hotel", in dessen Räumen von Abends 8 Uhr an der Festcommers abgehalten wird. Bei eintretender Dunkelheit ist die bengalische Beleuchtung des Niederwald - Denkmals in Aussicht genommen. Am 5. August, Vormittags. 11 Uhr, vereinigen sich die Festtheilnehmer zu einem Frühsttick, an welches sich Nachmittags Ausflüge in die Umgebung von Singen anschließen. Bruchenbrücken, 2. August. In der Hofraithe des PH. Best dahier riß sich- heute Margen ein Pferd beim Putzen los, sprang drei Stufen hinauf in das Wohnhaus und in das Wohnzimmer, von hier aus in das anstoßende Schlafzimnter und von da zu dem etwa 10 Fuß von der Erde entfernten Fenster hinaus. Das Pferd hat außer einigen leichten Hautverletzungen feinen weiteren Schaden genommen. Im Zimmer hat es einige Demolirungen angerichtet; eine im Zimmer befindliche Frau konnte sich durch eine Seitenthür flüchten. (O. A.) .Bad Nauheim, 1. August. Heute Nachmittag ging in der Hauptstraße hier ein Pferd durch und sprang schließlich die Treppe an oer Trinkhalle hinunter, wo cs stürzte. Glücklicherweise waren um diese Zeit wenig Kurgäste in den Anlagen, es hätte sonst ein großes Unglück geschehen können. (O. A.) Hainstadt, 30. Juli. Mühlgraben.) Gelegentlich der Ausbaggerung des Maines zwischen Groß- und Klein-Krotzenburg fand man die längst vermuthete und gesuchte Fortsetzung des „Pfahlgrabens" nach dem linken Mainufer. Die Baggermaschine stieß nämlich auf im Mainbcttc befindliche Ueberreste einer Römerbrücke. Die mit Eisenschuhen' beschlagenen Eichenpfähle, welche die Steinpfeiler umrahmten, sind theilweise im Schulhause zu Groß-Krotzenburg zu sehen. Weisenau, 28. Juli. Manche Leute scheinen auch für die eindringlichsten Warnungen vollständig taub zu fein. Trotzdem erst vor wenigen Tagen in Mainz ein Dienstmädchen auf schreckliche Weise das Opfer seines Leichtsinns geworden, indem es Petroleuin auf das Herdfeuer goß, ist hier doch schon wieder ein solcher Fall vorgekommen. Das betreffende Mädchen stand im Nu in Flammen, indem die Flalche, aus der sie das Petroleum aufgoß, explodirte; schnelle Hilfe, die zur Hand war, vermochte zwar den Brand rasch zu ersticken, doch hat die Unglückliche bedeutende Brandwimden bauongctragen mtb liegt nun im Hospital auf bem Schmerzenslager. Pfungstadt, 30. Juli. Folgender Vorfall, der sich hier ereignete, verdient an die Oeffentlichkett zu gelangen. Ein hiesiger Ziegcleibesitzer hatte einen schon bejahrten Arbeiter eingestellt und wurde von diesem, als er ihn wegen Eintritts in die allgemeine Ortskrankenkasse befragte, bedeutet, er (der Arbeiter) sei in der freiwilligen Krankenkasse versichert, was der Arbeitgeber glaubte, sich nicht weiter um die Sache kümmerte und dem Arbeiter den vollen Lohn ausbezahlte. Vor 12 Tagen erkrankte bei Arbeiter unb ist seiner Krankheit bereits erlegen. Es stellt sich nun heraus, baß derselbe gar nicht versichert ist und muß der Arbeitgeber das Krankengeld pro Woche und das Sterbegeld aus seiner Tasche zahlen, wie es die Ortskrankenkasse im Versicherungsfall geleistet hätte.' Dies zur Notiz für die Arbeitgeber, welche verpflichtet sind, sich durch Vorlage von Aufnahmeschein und Quittung zu vergewissern, ob und in welcher Kaffe der neueingestellte Arbeiter versichert ist. — Bei dem heftigen Gewitter vor einigen Wochen waren bekanntlich zwei Personen vom Blitz erschlagen worden, welche im Berliner Thiergarten unter einem Baume Schutz gesucht hatten. Geheimrath Liman hat nun über den Befund der beiden Sectionen in der letzten Sitzung des „Vereins für innere Medicin" berichtet. In dem einen der beiden Fälle war an der linken Schläfe das Haar im Umfange eines Fünf- markstückes versengt, sowie vom Ohr herab bis zum Schlüsselbein die Haut braunrot^ gefärbt. Auch sonst war der Körper abwechselnd streifweise roth unb weiß gezeichnet. In ber Regel will man Abbrücke von Bäumen, bie in der Nähe standen, auf dem Körper der durch den Blitz getöteten Personen gefunden haben, und es sind mehrfach solche Verzweigungen beschrieben worden. Auch im vorliegenden Falle war bei einiger Phantasie der Abdruck eines Palmblattes bemerkbar. Dergleichen Palmbkätter findet man indeß häufig bei Leichen; c§~finb das nichts weiter- als Abdrücke von den Falten der Kleidungsstücke. An den Stelle», wo dieselben fest aufliegen, bleibt der Körper weiß, während an den übrigen gelockerten Partien rothe (Stellen sich bilden, welche in ihrer Gesammtheit blätterartige Figuren Hervorrufen. Ter Hauptbefunb beftanb aber darin, daß in der Muskulatur ber Herzspitze eine Höhle mit unregelmäßigen Wanbungcn von 2 Cttn. Ausdehnung conftatirt wurde, welche die Scheidewand des Herzens durchsetzte. — Im zweiten Falle fanden sich ganz genau die Erscheinungen der Erstickung ausgesprochen. Professor Liman bemerkte dann noch, daß in Bezug auf einzelne Erscheinungen sehr viel gefabelt worden sei. Daß Rupturen innerer Organe, z. B. des Gehirns, der Leber :c. gefunden worden sind, wolle er zugeben, die übrigen Angaben aber scheinen ihm noch sehr der Klärung zu bedürfen. — Professor Leyden erklärte in der Erörterung, es sei äußerst interessant, zu conftatiren, daß der Blitzschlag, während er den Menschen durchfährt, im Stande ist, Zerreißungen hervorzurufen, ähnlich den Zerstörungen an Häusern, Bäumen :c. Daß es sich hier um ein Brechen ober Zerreißen bes Herzens intra vitam hanble, sei nicht zu bezweifeln. Der eingetretene Tod sei auf eine dvnamische ober elektrolytische Wirkung zurückzuführen, welche Herz- lähmung, Lungenödem und den Tod verursache. Diesen Ausführungen trat auch Professor Liman bei. t aus dm Rochus- mungs - Commers- dcr Ltadthalle in m auf festlich ge- chast zurückzulegm cs werben auf der j in üblicher Weife inbet zunächst Vu- kkmschastlikher Zug nds 8 Uhr an ber ie h'Hgalifät Be- 5. WiiQuit, Bor- f, an welches sich :ft dahier ritz fid> uf in das Wohnschlafzimmer und us. Das Pferd genommen. befindliche Frau lO. A.) Hauptstraße hier hinunter, rovA den Anlagen, 6 ®.l.) Ansdaggerrmg des vermuthete und iftr. Tie Bagga- Äöwerbrucke. Die t umrahmten, find die eindringlichsten ragen in Mainz em Morden, inbem es t ein solcher Fall ammen, indem die Hilfe, die zur Sand ai die Unglückliche Hospital auf dem ceignete, verdient an einen schon be)aM Windiechememe niwilligen Alankel - die Lache kümmerte dankte der Arbeiter «2-° ÄK« nb in ivelcher * .n bekanntlich rücke von o bleibt m , in >d bei ÄtiM aUH 9. i*8 i®jBS **««£$ »»A« p-"‘ wmPttetitr itl; NSft*«« l'e- darunter «o'jl« °«z- 6tl M« “ eWwn R,j "■Äft ' . kJnid)rift: v"che Festack mit T des botanischen "o- Professor Die Üeiche wirb' ®- 3.) — [Sin die deutschen Landwirthe.j Tie Ernte in den verschiedenen Theilcn Deutschlands bat begonnen. Tiefen Slugenblicf benutzen wir, um den Landleuren ein beherzigenSwerthes Won rnitzutheilen, welches wir einem schleswig-holsteinischen Landwirt he in Angeln verdanken: „Tie Arbeit in dcr heißen Witterung auf freiem Felde bring: außergewöhnlichen Durst mit sich und letzterer muß —- einerlei durch welche Mittel — gelöscht werden. Hier beschränkt man sich auf bloßes Wasser, dort greift man zu Bier einfacher Sorte, anderswo noch trinkt man Milch, namentlich Buttermilch: an vielen Stellen spielt leider auch der Branntwein seine Nolle. Ist auch der letztere, gewöhnlich gemeinster Fuselschnaps, — weil er am wenigsten den Durst stillt, vielmehr die Leute nur abspannt, ja, selbst Krankheiten hcrvorruft — der weitaus schlechteste Trunk, so lassen doch auch die anderen Getränke viel zu wünschen übrig. Bier und Milch z. B. blähen den Magen auf und verursachen arge Verdauungsstörungen; das Wasser, oft aus Grüben und Pfützen geholt, erweist sich meist noch mehr gesundheitsschädlich. Das beste Mittel dagegen ist leider bis jetzt noch viel zu wenig bekannt; dieses Mittel heißt: kalter schwarzer Kaffee. Es gibt keinen besseren Labetrunk in angestrengter Thätigkeit unter Sonnenbrand. Wir haben in meiner Wirtschaft seit Jahresfrist in dieser Beziehung die Probe gemacht und überaus günstige Erfahrungen erzielt. Die Leute, einmal daran gewöhnt (und diese Gewöhnung ergibt sich in wenigen Tagen), trinken den Kaffee sehr gern und lassen daneben alles andere stehen. Er mattet nicht ab, sondern belebt, regt an und frischt auf. Sein Einfluß in solcher Hinsicht ist ein wirklich wunderbarer. Bei den niedrigen Kaffeepreiscn endlich stellt sich dieser Trunk ebenso billig, wenn nicht noch ivohlfeiler her als selbst Bier der einfachsten Sorte. Mit der Ausrüstung der Slrbciiev mit Kaffee ist nur die kleine Mühewaltung der Zubereitung verbunden: die müssen und werden sich jedoch unsere Frauen gefallen lassen. Erinnern wir sie nur daran, welche Wohlthat wir den Arbeitern erweisen, wenn wir auf derartige Weise bei letzteren den Branntwein durch ben Kaffee ersetzen helfen. Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Aeußerung recht viele meiner Bcrufsgcnossen veranlassen sollte, ihrem Erntepersonal Kaffee in's Feld mitzugcben. Sie wert«! mir für den Rath dankbar sein, noch mehr die Arbeiter." Die Redaction des „Polkswohl" fügt an diesen Aufruf die Mittheilung des Infpectors einer sächsischen Bezirksanstalt, welcher schreibt: „Die außerhalb der Anstalt beschäftigten Häuslinge erhielten bis vor Kurzem bei guter Führung^ ein kleines Quantum Branntwein, welches jetzt in Wegfall gekommen ist. Die Häuslinge er- oaltcn hierfür einen Liter Kaffee mit Milch und die besser Gesinnten sind dafür der Direction sehr dankbar; sie versicherten bei der bis vor Kurzem herrschenden Hitze, daß cs ihnen eine wahre Erholung sei, einen kühlen Trunk Kaffee zu sich zu nehmen. Der Preis desselben pro Kopf beträgt täglich 2 $ und leistet weit bessere Dienste als Branntwein, welcher namentlich bei Hitze erschlaffend auf die Leute wirkt." Literarische-. — Man sagt nicht zu viel, wenn man behauptet, daß der im Perlage von I. H. Geiger (Moritz Schauenburg) in Lahr erscheinende »Grohr Bolks- talcndcr des Lahrer Hinkenden Boten" an Gediegenheit und Mannigfattigtett des Inhalts wie der Ausstattung allen anderen Literatur-Erzeugnissen gleicher Art siegreich die Spitze bietet. Das beweist wiederum der soeben erschienene Jahrgang 1886. In praktischer Weise ist das übersichtlich zusammengestellte und mit Notizen und Sprüchen versehene Kalendarium mit gutem Schreibpapier durchschossen, so daß neben jedem Monat etwaige Bemerkungen an passender Stelle verzeichnet werden können. Der unterhaltende und belehrende Theil, reich an vortrefflichen Illnstrationen namhafter Künstler, bietet eine fast überschwengliche Fülle des Guten und Schönen, und zwar alles Moinenle, die aus dem tiefen und ursprünglichen Borne des Volkslebens geschöpft sind und nun in jener nur dem „Lahrer Hinkenden" eigenen echt volksthüm- lichen Weise dargestellt werben",-bereu Ton so sehr zum Herzen dringt und daS Gemüth ergreift nnd fesselt. Handel und Derkeh«. Gießen, ben 4. August. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pt und v* 0.90 -1 00, Hühnereier pr. Stck.,5—6 Enteneier St. 0—0 H, Käse pr. St. 4—9 A, Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter kü Linsen 2b H, Tauben per Paar 0,50 bis 0,70 Hühner per Stück 0 90—1.30, Hahnen pr. Stück JL 0.50—0.75, Enten per Stück 1.40—1.70, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 50—60 H, Hammelsteiich 14—70 Kalbfleisch 48—50 -5?, Kartoffeln per 100 Kilo J-L 5.00—6.00, Milch per Liter 12—16 H, Zwiebeln per Gentner 6.00— 0.00, Kirschen per Pfund 16—24 H. Frankfurt, 3. August. (Getreide-Preise.) Weizen cff. hiesiger u. Wetterauer JL 17,5o—00,00, fremder «X 17,40—17,75, Roggen cff. hies. .-M 15,25—15,50, fremder v*L 15,00—15,50, Gerste Gcctiv hiesige und Wettcrauer JL 00,00— 00,00, fremde .X 00,00—00,00, Hafer eff. hies. JL 14,00—14,50 fremder JL 14,00—14,75. — Rüböl, cff. ohne Faß dies, in Partbien von 50 Ctr. 26,50. Branntwein cff. ebne Faß JL 38. Frankfurt, 3. August. Der heutige Biebntarkt war stark befahren. Angetrieben waren 386 Ochsen,'ca. 25 Bullen, ca. 468 Kühe und Rinder, ca. 209 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 63—65, 2. Qual. v*L 53—55, Kühe und Rinder l.Qual. 54—56, 2. Qual. «X 40—46, Kalber 1. Qual. 60—65,2. Qual. JL 50—55 per 100 Pfund Schlachtgewicht. — Die Versender von Post-Packeten nach Spanien werden gut thun, auf die vollständige und ordnungsmäßige Abfassung dcr Zoll-Inhaltserklärungen, welche den Packeten beizugeben sind, besondere Sorgfalt zu verwenden. Die spanischen Zollbehörden gehen sehr streng bei der Revision zu Werke und nehmen aus einer Unvollständigkeit oder Mangelhaftigkeit der Zoll-Inhaltserklärungen Anlaß, die Sendungen zurückzuwcisen, wonächft letztere dann nach dem Aufgabeort, mit Porto belastet, zuruck- gehen müssen. Dies geschieht beispielsweise schon, wenn die Angaben in den Zollinhaltserklärungen nicht mitJTinte und gut leserlich geschrieben sind, oder wenn daselbst außer dem Rohgewicht der Sendung nicht auch das Reingewicht jeder in dem Packet enthaltenen Waarengattung verzeichnet ist. Ten Absendern ist daher Achtsamkeit an- zurathen, wenn sie nicht um geringer, leicht zu vermeidender Mängel willen sich Weiterungen und Portounkosten aussetzen wollen. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 4. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 17°, Luft im Schatten 20°. L. Ehr. Rübs am en, Turn- und Schwimmlehrer. WerhesjW Zum Gütertarif Köln (linksrh)—Ober; Hessen gelangt mit dem l. k. M der Nachtrag IH. zur Einführung. Durch denselben werden die Stationen der Strecke Rothe Erde — Montjoie in den direkten Verkehr einbezogen. Gießen, ben 30. Juli 1885. 5621 Großherzogltche Direktion. Donnerstag den 6. August, Nachmittags 2 Uhr, laßt der Unterzeichnete in seiner Hof- raithe, Dreihäusergaffe, ein übrig gewordenes, gutes Arbeitspferd sowie einen Wagen meistbietend versteigern. 5623 Herrn. Euler. Aeilgebotencs. 5620] Frühäpfel u. Sauerkirschen o d. Liebigshöhe. s Ziegen darunter 3 junge, zu verkaufen. 5618 Westanlage 15 H. Ein neues Haus in schönster Lage, für eine Metzgerei oder eine Colonialwaarenhand- lung sehr geeignet, zu verkaufen. Näh- i. d. Erp. d. Bl. 5636 Dpeeialitat in leinenen und wollenen Spitzen. Größte Auswahl. Spottbillige Preise. Frau C. F. Keller, 5637_____________Wetzsteingasse 48.________ iDcarnat-KleesameD von diesjähriger Ernte empfiehlt 5588 H. F. Naffauer. Neue Häringe per Stück 8 Pf., Neues Grünkorn billigst bei 5547 C. Roth, Maüchm-r. 5. Allgemeiner Anzeiger. 7fad) prämiirt. 7fad) patentirt. Patent-Metall-Stell-Kummete von Jesch Zürner & Co., Leipzig für Luxus bis schwerstes Lastfuhrwerk. Passend verstellbar für jedes Pferd. 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