1S83 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Abnahme des MontagS. Bureau r Schulstraße 7. 1N1WA CD 85 ie Mit- •** s CD Q. CD CO mrt mz und 4,20. iats- euer ;iien* rstrasse 6 7115 welche ch der reis- schön, ieiden- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark öO Pf. Wochen - Ueberficht. Gießen, 3. October. Die Kaiserlichen Majestäten empfingen am Dienstag in Baden- Baden das neuvermählte erbgroßherzogliche Paar, nachdem dasselbe vorher seinen feierlichen Einzug in die Stadt gehalten hatte. Am gleichen Tage konnten d»e Majestäten auch den König Leopolo der Belgier als Gast bei sich begrüßen, nachdem König Leopold seinen bereits für vergangenes Frühjahr projectirt gewesenen Besuch am Berliner Hose wegen der damaligen anhaltenden Unpäßlichkeit des Kaisers hatte verschieben müssen. Der belgische Herrscher hat diesen Besuch nunmehr in Baden-Baden ausgeführt; irgendwelche politische Motive liegen demselben fern, König Leopold als Souverän des neugegründeten Congo-Staates wünschte lediglich 'feinen persönlichen Dank dem Kaiser Wilhelm für die warme Unterstützung auszusprechen, welche die kaiserliche Negierung dem Congo-Staate während der Berliner Congo-Consereuz hat zu Theil werden lassen. Am Mltt- jod), Den 30. September, wurde in Baden-Baden der Geburtstag der Kaiserin, wie herkömmlich, im engeren Familienkreise gefeiert. Die hohe Frau vollendete an diesem Tage ihr 74. Lebensjahr und konnte diesmal ihren Geburtstag bei gekräftigter Gesundheit, an der Seite ihres kaiserlichen Gemahls, in der Mitte der durch dis Verehelichung ihres fürstlichen Enkels festlich bewegten, patriotischen Bevölkerung Badens begehen. äur Wahlbewegung in Preußen ist aus dieser Woche eine neue Kundgebung zu registriren: Der Wahlaufruf der Centrumsparlei. Den breitesten Raum in demselben nimmt der Culturkamps ein; wenngleich der Ausruf anerkennt, daß einige Milderungen eingetreten seien, so spricht er es doch auch unumwunden aus, daß die Regierung noch lange nicht alle Forde- rungen der Katholiken erfüllt habe, als deren hauptsächlichste wlederum dre Heranbildung des Klerus nach klerikalen Grundsätzen und die Revision der Mai- Gesetze, namentlich hinsichtlich der Freigebung des Meffelesens und der Frelgebung des Spendens der Sacramente erscheinen. Es sollen daher nur solche Candr- daten gewählt werden, welche sich verpflichten, vor Allem für diese Forderungen voll und ganz einzustehen. — Am 11. October wird wiederum ein deutsch- freisinniger Parteitag, und zwar diesmal zu Nordhausen, stattfinden. Auf demselben wird auch Eugen Richter sprechen, welcher durch Unwohlsein verhindert gewesen war, dem deutschfreisinnigen Parteitage in Breslau beizuwohnen. In Berlin tagte in dieser Woche der dritte internationale Geo- logen-Congreß. „ , ,n Am frühesten von allen deutschen Volksvertretungen ist der bayerische Landtag einberufen worden, welcher am Mittwoch eröffnet worden ist. Demselben wurde vom Finanzminister das Budget pro 1885/86 worgelegt, welches einen Ueberschuß von 7,051,952 ausweist. Der Minister fcblug Stabllisirung des Malzausschlages vor und empfahl, eine Berechnung der Steuer nach dem Gewichte anzustreben. Ferner kündigte der Minister eine neue Subhastations-Ordnung und die Wiedereinbringung des Gesetzentwurfes über die Aufbesserung der Beamtengehälter an. Die Verhandlungen im Chemnitzer Socialisten-Proceffe sind am Mittwoch nach dreitägiger Dauer geschlossen worden, die Verkündigung des Urtheils selbst wird aber erst nächsten Donnerstag, den 7. October, erfolgen. M , Dem Vernehmen nach hat die preußische Regierung durch ihren Gesandten beim Vatikan der Kurie einen neuen Candidaten — den dreizehnten — für das Erzbisthum Posen-Gnesen vorgeschlagen. Es wird versichert, daß von der Zustimmung des Papstes zu der nunmehr vorgeschlagenen Candibatur alles weitere Entgegenkommen Preußens in der Kirchentrage abhänge. , . Den Brennpunkt der politischen Erörterungen auf dem Gebiete der auswärtigen Angelegenheiten bildete auch in dieser Woche die Krisis aus der Balkan-Halbinsel. Im Vordergrund der bezüglichen Betrachtungen steht die Botschafter-Conferenz in Konstantinopel, deren Eröffnung unmittelbar bevorsteht. Der Cardinalpunkt der Conferenz.Verhandlungen wird jedenfalls der fein, ob die Vereinigung Bulgariens mit Ost-Rumelien gut zu heißen ist, oder ob an der Bestimmung des Berliner Vertrages, welche Ost-Rumelien als eine autonome Provinz des türkischen Reiches bezeichnet, festzuhalten sei. Bei den Mächten ist allerdings entschiedene Neigung zur Wiederherstellung des Status quo ante aus der Balkan-Halbinsel vorhanden, die italienische Regierung hat den anderen Großmächten sogar offen eine bezügliche Erklärung zugehen laffen und hierbei ■ zugleich den Wunsch ausgesprochen, daß die Krisis im Orient ohne weitere Con- 'flagratiou und Blutvergießen verlaufe. Letzteres wäre aber nicht zu vermeiden, wenn die Großmächte die unbedingte Trennung Bulgariens und Ost-Rumeliens aussprechen würden. Es gilt also für die Conserenz, einen Mittelweg zu finden und diesen deutet die „Mosk. Ztg." an. Das Katkow'sche Organ meint, die Wiederherstellung des Status quo ante auf der Balkan-Halbinsel dürfe nicht in der Vernichtung der vollzogenen Vereinigung Bulgariens und Ost-Rumeliens, sondern in der Reorganisation der inneren und äußeren Beziehungen dieser Länder bestehen. Dies hält die „Mosk. Ztg." ohne bewaffnete Intervention ausführbar, wenn an die Spitze des vereinigten Bulgariens kein Abenteurer, sondern ein Mann der That käme. Die einfache Wiederherstellung des Status quo ante auf der Balkan - Halbinsel wäre nur ein Aufschub, welcher alle interessirten Kräfte in beständiger Spannung erhielte und eine weitere Explosion befürchten ließe. Den Berliner Vertrag buchstäblich aufrecht zu erhalten, ohne Nc» rötbetf.. fr«.* Fanuücn »u v o ^eu|t(Wj£- Swrgtoi',r" 8chKr*L. Hrige. el. foin Laaer W Ausrvhl z Vkr* 231 Zweites Blatt Sonntag den 4. October CD < CD -3 CO CD =T CD feine sichtlichen Fehler zu verbessern, würde nur den Anfang vom Ende hervor- rufen und die verhängnißvolle Nothwendigkeit dorthun, den Berliner Vertrag durch eine ganz andere Ordnung der Dinge, und vielleicht durchaus nicht allein auf der Batkan-Halbinfel, zu ersetzen. - Die „Mosk. Ztg." spricht hier nur offen aus, was wahrscheinlich auch in den bisherigen Verhandlungen der Mächte Über die Baikankrise zur Sprache gekommen ist und was wohl auch zwischen dem Fürsten Bismarck und Herrn v. Giers in diesen Tagen besprochen worden ist. Inzwischen hat der russische Staatsmann Friedrichsruhe wieder verlassen und ist am Mittwoch Abend in Kopenhagen eingetroffen, um dem Kaiser Alexander Bericht über den Stand der ostrumclischen Frage zu ei statten. Am Vor- mittag des 30. September ist auch dis bulgarische Special-Mission, welche die Hülse des Czaren anflehen soll, in der dänischen Hauptstadt angelangt. Die Mission bestebt aus Erzbischof Clement, Slaatsrath Querdjicoff, Bank-Gouver- neur Gueschoff, Advocat Demeter Tulscheff und Kaufmann Demeter Pappazoff; ob die bulgarischen Herren etwas ausrichten werden, ist indessen mehr als zweifelhaft^bbn $ält in Belgrad wie in Athen die kriegerische Be- ■ aeisternng an, trotz der zur Ruhe mahnenden Aufforderungen der Mächte, und es ist nicht unmöglich, daß das Bestreben Serbiens und Griechenlands, gelegentlich der Vorgänge in Ost-Rmnelien im Trüben zu fischen, zu ernsten Ereignissen führen wird. Von dem kriegerischen Eifer beider Staaten sticht die Zurückbal- tung Rumäniens wohlthuend ab und hat die gegenwärtige Reise des rumäni- schon Ministerpräsidenten Bratianu wohl den Zweck, die Mächte über die legale Haltung Rumäniens zu beruhigen. Das „Journal de St. Petersbourg" schreibt. Die Action der Mächte sei angesichts der fortdauernden militärischen Maßregeln in Sofia, Belgrad, Athen und angesichts des Auftretens der ausständifchen Bewegung in Albanien mehr als je erforderlich. Dadurch aHein-Snne noch verhindert werden, daß eine Gährung, von welcher alle diese Lander ergriffen feien, in eine ernste Krise ausarten. Auch von englischer Seite liegt zur ostrumelischen Frage eine bemerkenswerthe Kundgebung vor- Der Träger derselben ist der Minister- präsident Salisbury selbst,^ welcher am Mittwoch zu Hicksbeach eine Rede hielt, in ser er bezüglich der Vorgänge in Ost - Rumelien erklärte, daß der Bruch der von allen Mächten eingegangenen Verpflichtungen nicht gestattet werden dürfe, jedenfalls sei für jede Abänderung die Zustimmung der Mächte nothig. Die britische Regierung würde sich bemühen, die Ausbreitung der Unruhen zu begrenzen und eine friedliche Lösung finden zu Helsen. In Oesterreich-Ungarn ist auf die Eröffnung des österreichischen Reichsraths und des ungarischen Reichstags diejenige des croatischen Landtags gefolgt. Merkwürdiger Weise ist es in demselben in der neuen Session noch iU feinen Prügelscenen gekommen, die doch sonst eine Hauptrolle in den croatischen Landtagsverhandlungen spielen. Aus der Mittwochssitzung ist die Ablehnung des von den Radicalen eingebrachten Antrags, die Rumelioten zu der Vereinigung mit Bulgarien zu beglückwünschen, hervorzuheben, em Zeichen, daß die Majorität des croatischen Landtags doch vernünftiger denkt, als die rabicate Opposition. . „ _ Von der holländischen Regierung ist em Beschluß zu ver- zeichnen, ber im Interesse ber Humanität nur freudigst begrüßt werben kann. Jene hat nämlich Englanb unb Belgien ben Abschluß eines Vertrags vorge- fchlagen, ber ben fchänblichen Mäbchenhanbel verhinbern fall. Der Vorschlag hat in Lonbon wie in Brüssel eine günstige Aufnahme gesunben. Für Frankreich bebeutete bie abgelaufene Woche bie letzte vor ben allgemeinen Wahlen, welche an diesem Sonntage stattfinben. Das Chaos ber Wahlbewegung wirb sich nunmehr balb entwirren unb bas war auch hohe Beit benn bie Masse ber Wahlprogramme, Canbibatenreben unb Canbibaten- listen ging zuletzt schier in's Ungeheuerliche, auch führte bas Wahlfieber an verfchiebenen Orten schon zu blutigen Schlägereien. In Pans wieber Provinz werben sich ohne Zweifel zahlreiche Stichwahlen nöthig machen, da bie zahlreichen Listen naturgemäß eine große Stimmenzersplitterung zur tfolge haben werben. Tägliche kalte Abwaschungen. So angenehm Regenbäder auch wirken und so billig und praktisch dre Volks- douche auch ist, vielen unserer Leser wird sie trotzdem unzugänglich bleiben,seles daß die Geldfrage, oder daß Zeit- oder Raummangel der Amchaffung des im Wege stehen. Es mag daher daran erinnert sein, daß auch durch täglichekalte 2 - waschungm des Körpers, sofort nach dem Verlas en des Bet es ^runehmen, Aus^ gezeichnetes für Abhärtung der Haut gegen erkaltende Einflüsse Speiste Y besten Vermittler der täglichen kalten Abwaschungen find - wie unsms Dr. Bresgen in Frankfurt a. M. zuerst hervorgehoben - dre bloßen eigenen »anöc. Schwämme und üappen verursachen leicht ein unangenehmes Kal g Mhl i b L trächtigen auch die so heilfame lebhafte Bewegung der Arme und d e i attgkeik ver die Waschungen in drei Abschnitten vor sich. .Nachdem dw Hand.: » SW? S r" gleicher Weif'c wie der Oberkörper behandelt, zuletzt die Fuße nachemander m » anzmetgen 6957 Mfolger. Wo kaust man die billigsten u solidesten Die IlillM-Hiilllti-MlIli Aechten itahelten der Saison 6784 Tokajer Hr,5®bra©li 6803 Heinrich Wallach 6916 7051 S. 3Teuberg, Berlin. in CO 3 Gießen: Seltersweg- und Plock- straßen-Ecke. empfiehlt ihr mit allen Den Empfang der neuen Winter mäntel- sowie emes neuen Sortiments in Negenmänteln beehre mich ergebenst EmMe Feins, Acittf aus her i)i Bei Sfätaj frei ins Haus Waschbecken gestellt, rasch mit der Hand an allen Seiten gerieben und dann abgc- trocknct. Diese Waschung des ganzen Körpers erfordert bei einiger Hebung nicht mehr als vier Minuten. Für den Anfang empfiehlt es sich, durch öftere Beachtung der Uhr das Zeitmaß der Thütigkeit zu controliren. Als besonderer Vorzug dieser Art von Abwaschung dürfte cs bei Zeit- und Raummangel erscheinen, daß bei ihr ein Unterstellgefätz entbehrlich ist. Mau kann zu jeder Jahreszeit mit den kalten Abwaschungen beginnen und hat nur Sorge zu tragen, daß dabei Zugluft vermieden wird. Wer im Winter beginnt, mag das über stacht im Zimmer gestandene Wasser verwenden, auch ein geheiztes Zimmer vorerst benutzen. An die Abwaschungen Gewöhnte können nicht selten beides entbehren. Sobald die Abwaschung besorgt und das Frühstück eingenommen ist, darf auch bei schlechter Witterung sofort ausgegaugen werden. lLelbstverständlich ist bei solchen täglichen kalten Ablvaschungen der Gebrauch kalter und warmer Bäder, täglich oder in Zwischenräumen, oder auch allabendlicher kalter Waschungen nicht ausgeschlossen, wenn auch durch sie die kalten Abwaschungen Morgens keineswegs überflüssig gemacht werden. Die letzteren, welche den Körper rasch von der ihm anhaftenden Bettwärme befreien (was nicht unerheblich zur Abhaltung von Erkältungen beiträgt), stehen tu erster Linie, während die ersteren nach Belieben und Rothwenoigkeit hinzugefügt werden können. Zu in Schluffe sei ausdrücklich bemerkt, daß alles Gesagte nur für Gesunde und Kräftige gilt. Greise, Kranke und Leidende dürfen kalte Regenbäder oder die beschriebenen Abwaschungen nur dann gebrauchen, wenn es der Arzt gebilligt hat. Die qrößten Neuheiten in Mlzhütem,^ Formen, Peiuche, Sammete, Bändern, Federn und Hutfournituren großer Auswahl und billigen Preisen empfiehlt ________________E. Vermischte-. Darmstadt, 30. September. sPostpersonalnachrichten.j 1. Ernannt ist der Ober-Postdirectionsseeretair Kunow in Offenbach (Main) zum Postkassirer. 2. Versetzt sind der Postrath Hey sc üou Darmstadt nach Danzig, der Postrath Winkelmann von Danzig nach Darmstadt, der Postsecretair Mittler von Gießen imcl) Reubreisach behufs Hebernahme der Postmeisterstelle daselbst, die Postseeretaire Lubowski üüu Mainz nach Danzig, Schüsling von Mainz nach Gießen, dieOber- Telegraphenassistenten Baitz von Bingen nach Gießen, Boschen von Bad Nauheim nach Bingen und Key del von Bingen nach Ruhrort. 3. Uebcrtragen ist dem Postsecretair Riedel eine Ober-Postsecrctairstelle in Darmstadt. 4. Gestorben ist der Postverwaltcr a. D. Groh in Neckarsteinach. Mainz, 30. September. ^Rheinische naturforschende Gesellschaft^ In der vorgestern Abend abgchaltenen Generalversammlung der Rheinischen uaturforschenden Gesellschaft wurde die von den Revisoren richtig befundene Rechnungsablage und das Budget für das kommende Jahr genehmigt. Die statutengemäß austretenden Mitglieder des Vorstandes und des Ausschusses wurden wiedergewählt und an Stelle des verstorbenen AuSschußmitglicdes Herrn Pfarrer Hieronymi Herr Gymnasiallehrer Tr. Körber in Aussicht genommen. Angesichts des Aufschwungs, welchen die übrigen Sammlungen im schlosse gewonnen haben, sowie ferner im Hinblick auf den stets wachsenden Besuch und besonders auf den noch größeren bei der Landesgewerbe-Ausstellung in Mainz zu gewärtigenden, hat die naturforschende Gesellschaft beschlossen, erhöhte Anforderungen an ihre naturhistorischen Sammlungen zu stellen und bedeutendere Geldposten hierfür bewilligt. Die ganze Sammlung, welche bereits katalogisirt wurde, wird neu unb deut Stande der heutigen Wissenschaft entsprechend ctikettirt und vervollständigt. Im Jahre 1887 werden das von Herrn v. Reichenau gesammelte Herbarium 41 Anfertigung nach Maß binnen zwei Stunden. liärcheaeptotz 9. f• ferst®- Oeciiewe, (Bügel-, Schlaf - und Reisedecken) in großer Auswahl empfiehlt billigst der Frühlingsflora von Mainz, sowie die von demselben Herrn zusaminengestellie Sammlung der klimatischen Abänderuilgen der Tagfalter des europäisch-asiatischen (paläarktischen) Faunengebiets und der Schmitt'schcn Käfersammlung, letztere neu um- aearbeitet und completirt, zur öffentlichen Schaustellung gelangen. Wenn von Seiten oer Stadt Mainz für ausreichende Beleuchtung der unglücklich gebauten oberen Säle des ehemaligen kurfürstlichen Schlosses Sorge getragen werden sollte, wird die ganze obere Sammlung desselben umgearbeitet werden. Die Fische werden systematisch aufgestellt, die Sceletsammlung übersichtlich geordnet und vervollständigt, endlich die interessante Sammlung aus dem Mainzer Tertiärbeckcn und Diluvium in einer Flucht nach den Epochen gesondert, dein Auge des Beschau.ers sich darstcllen. Betreffs einer Spiritus-Sammlung wird wahrscheinlich nur die inländische Fauna berücksichtigt werden können. Trotz den großen Anstrengungen, welche den Sammlungen zugewendet werden, ist dennoch für Vorträge ausgiebig gesorgt und sind hierfür die gleichen Mittel wic für die (Sammlungen bewilligt worden. Es sind bereits interessante Vorlesungen über die Pflanzenphysiologie (Cyclus von 6 Vorträgen) Physik und Astronomie (2 Vorträge) in Aussicht genommen. Frankfurt a. M., 2. Oetober. Eine Verlobung eigener Art berichtet die „Kl. Pr." ivic folgt: Ein hiesiger Kaufmann, der Vater eines allerliebsten Töchterchens, benöthigte baares Geld und lieh sich von einem andereitKaufmann gegen Hinterlegung eines kostbaren Schmuckes eine verhältnißmäßig kleine öumme aus. Kurz darauf bot sich dem Eigenthümcr des Schmuckes Gelegenheit, denselben besser zu verwerthen, weß- halb er den Kaufmann bat, ihm denselben hcrauszugeben. Der erstere hatte sein Töchterchen zufällig mitgebracht, um mit demselben nach Erledigung des Geschäftes spazieren zu gehen. Im Scherze sagte er zu dein Geldverleiher: „Du, höre, Du kannst ja meine Tochter so lange als Pfand behalten." Der also Angeredete nahm die Sache in seiner Weise für Ernst, holte seinen sich in der Nähe aufhaltenden Sohn herbei und frug denselben, ob er mit dem lebenden Pfände einverstanden sei. Der junge Mann wurde verlegen, denn er hat schon längst im Stillen ein Auge auf das schöne Mädchen geworfen und meinte, er wäre glücklich, dieses Pfand zu besitzen. Jetzt kam den beiden Vätern der Gedanke, daß sie sich am besten gegenseitig sicherstellen könnten, wenn sie ihre beiden Kinder verehelichten, und da dieselben nicht im Entferntesten etwas dagegen einzuwenden hatten, so wurde der „Handel" abgeschlossen. Vor einigen Tagen fand im Kreise der Angehörigen die Verlobung der auf so seltsame Weise zusammengebrachten jungen Leute statt. Aus Unter franken. In Sachen der vielbesprochenen Klostcrbrauereien der bayerischen Franziskanerprovinz wird der „Deutschen Reichszcitung" authentisch mit- getheilt, daß die Aufhebung der Brauereien, mit Ausnahme in dem kleinen Klösterchcn bei Kissingen, für alle bayerischen Franziskanerklöster eine vollendete Thatsache ist. Dieser Tage kam nämlich vom Provinzial an die einzelnen Klöster ein Erlaß, wonach vom 1. November ab alle Braustätten und Bierschänken der Klöster aufzuheben und die Brauerei-Einrichtungen, sowie außerhalb der Klausur befindlichen Bierkcller bei günstiger Gelegenheit zu veräußern seien. Ebenso darf auch in fremden Brauereien kein Bier für ein Kloster eingesotten werden; auch ist der tägliche Zutritt von Gästen in Klöstern strengstens untersagt, ohne daß deßhalb aber die Gastfreundschaft gegen Geistliche, sowie gegen Wohlthäter des Klosters und distinguirte Persönlichkeiten ausgeschlossen sei. Jedoch darf für die Bewirthung keine Bezahlung, nicht einmal in Form eines Almosens genommen werden; nur im Falle von Uebernachten darf ein Almosen angenommen werden. Das Circular des Prooinzials constalirt mit Dank und Anerkennung, daß sich in keinem Kloster eine Renitenz gegen den Beschluß des Ordenscapitels gezeigt und alle Patres und Fratres bereitwilligst Gehorsam bekundet haben. fledjlm JHafagtt sowie mein Lager in allen übrigen msdicmischim und Tisch.wainen letztere von 60 Pfg. an das Liter bringe in empfehlende Erinnernng. S“3er 0011 ben einfachsten bis zu den hochelegantesten kehr billigen aber festen Preisen. 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Bei ungünstiger Witterung fällt das Nachmittagsconcert aus und findet alsdann von 4 Uhr ab Schauturnen mit Musik in der Turnhalle statt. — Die Concerte werden von der hiesigen Regimentsmusik unter Leitung des Großh. Musikdirectors Herrn Krauße gegeben. 6890______________________Der Vorstand, Zur Saison! Unterzeichnete empfiehlt sich zu allen in das Putzgeschäst einschlagenden Arbeiten in und außer dem Hause. Mina Debus, 6894 Löwengasse 14. 6515 Sandgasse 46 ein kleines Logis zu vermiethen. ___________2l Hotz. 5436 Die bisher von Herrn Professor Stammler innegehabte Wohnung wird durch dessen Versetzung pr. 1. November anderweit vermielhbar. Neflcctantcn wollen sich wenden an _______Rud. Wolff, Liebigsstraße 46. 4950 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.______________Bahnhofstraße 30. 3643 Der mittlere Stock, bestehend aus 7 Zimmern, 2 Kabinetten, Küche nebst Zubehör, sofort zu vermietheu. C. 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Katz. 6702] Gut möblirtes Zimmer zu ver- miethen.___________________Asterweg 23. 6738 Ein Logis im 2. Stock zu ver- miethen.______________Schützenstraße 17. 6914] Möblirte Zimmer zu vermiethen Bahnhofstraße 48 u. 50 bei Jng. Merz. 7011 Ein geräumiges, fein möblirtes Zimmer nebst Schlafstube zu vermiethen. _________________________Asterweg 15. 6343 Ein Laden mit Logis per 1. December zu vermiethen. Otto Freund Wwe., Neustadt 33. Wermifchte Anzeigen. 7054 Ein Arbeiter, welcher treu ist, kann cintreten bei Gg. Unverzagt, Kohlenhandlung, Kaplansgasse 5. Stadt-Theater in Giessen (Cafe Leib). Sonntag den 4. October Erössnungs -Vorstellung. Prolog. gesprochen von Herrn H. Flachs land. Gesangs-.Novität! Gesangs-Novität! Die schöne Ungarin. Große Posse mit Gesang in 4 Akten von W. Mannstaedt und A. Weller. Musik von G- Stessens. Abonnement-Billets sind vom 1. Oktober ab nur noch bei Herrn Gerhardt zu haben. Die Direktion. vredactiou; A. Scheyda. — ü)rud mw Verlag oer rvrühl'scden Druckerei (Fr. Evr. Pieticy) m Giesen. r Bett Wir forbe gemeinten mit her chtzes zur Stellm * in ihren Hc Weiten und uns Heber das gleich angeben, ii ‘ Mi Me L Wir beo M. anfy 3n biet l)o’ 2) w w H wä rich 3) Ver Ne< Zu Nr.1 Nach Arl Wiesemvarter ooi welche Mängel be: sonst die nöthi des Wiesenvorstan' * zu erwähne , Das Pro zu nehmen, , Sollte bi ®iefen besitzen, o Wiesenvorfta' Göt r Der uni ßch der Gestl M im Ergreif» - m.,6‘gnal W: 1 Mi Siegen einer vierm^r ^Nochen Wtx. ^er.oes WH 'Nun r' wie f >°Liürd' >?'«' IQg, bI