1886 Freitag den 4. September Nr. 205 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen drei» vierteljährlich 2 Mark 20 mit »Hn$evJjJa- Durch bie Post be-open vierteljährlich 2 Mart L9 Pt. Erscheint IL-ttch «* ** «*«<«*• ßMmMit «chur^caße 7. »tbet-«' Ag» wetzlar’ em. 7°» renti*^ 11 Darmüadt 2. September. Der Grobherzog wohnte gestern der Detachementsübung der 49. Brigade bei, welche bei Höchst i. 0. endete und auch durch die Anwesenheit des commandrrenden Generals de« XI. Armee.Corp« General der Cavallerie Frhrn. v. Schlothemi ausgezeichnet war. Von Lochs aus begab sich der Großherzog nach Erbach, dessen Graf den höchsten Landes Herrn zu sich eingeladen und seinem hohen Gaste brr beinahe nach^ Höchst ent- geaengesahren war. Die Stadt Erbach hatte zu Ehren des Großherzog« Festerschmuck angelegt und es sand ein feierlicher Empfang statt, bei welchem sich die Vereine, wie Kriegerverein, Feuerwehr, Gelanzvereme 2S-' “"0 ®ie Schulen, Spalier bildend, bethciligten. Der Großherzog nahm Quartier im gräflichen Schlöffe, vor welchem die verschiedenen Vereine Abends eine Serenade darbrachten. Heute beabsichtigte der Großherzog, den Uebungen der oO. Brigade beizuwohnen. — Der Sedantag, zu deffen Feier dis^offentlichen und viele Piivaigebäude geflaggt hatten, wurde hier in der herkömmlichen Weise begangem Da« Lander-Krieaerdenkmal aus dem Paradeplatz, an welchem Mittags ein Militär-Capelle conceriirte, war sinnig mit Schleisen und Lorbeer geichmuckt. Die Schulen feierten den Tag durch Reden und Ausfluge, das Ludwig-Georgs- Knmnasium durch einen großen Actus im Saalbau. Für heute Abend ist Feuerwerk sowie ein Feslzug mit Lampions und gesellige Vereinigung der Vereine rc'. im Saalbau als Abschluß des deutschen Festes in Aussicht genommen — Eine wie segensreiche Einrichtung der hiesige Verein „Zum Fei erbend" genannt werden muß, beweist die hohe Zahl derer welche ,m abgelaufenen Jahr das Lokal des Vereins frequentirten- Daffelbe war nam ich von nicht weniger als 14,215 Personen besucht, welche sich m >eder Beziehung zur Zuftiedenheit benahmen und sich keinerlei Ver,toß gegen die Hausordnung zu Schulden kommen ließen- jede Eoncession an die Anarchisten, sowie die Aushebung des Culturbudgitr verwerfen müsse. Die Politik der colonialen Ausdehnung bezeichnete Her Ferry als abgeschloffen und versichert- hierbei, der Tonkmghandel ,e. ihm durch Du Umstände ausgezwungen worden; Tongkmg werde zedensall»^ die Volten der Occuvation bald zahlen. Bezüglich der hohen Politik vertrat ^erry den Stan - punkt, daß Frankreich geachtet werde, weil es stark fei,_Wur müffe e« auch seinerseits die Rechte anderer Nationen achten, hierzu bedürfe aber Frankreich einer starken Regierung, eine Republik der Anaichie wurde in Europa kein Vertrauen finden.' - Die Ferry'schen Ausführungen enthalten eine gute DvfiS volilischer Wahrheiten und werden daher wohl mit dazu beitragen, noch manchen Schwankenden dem gemäßigten Republikanismus in die Arme zu fuhren. Die ossiciellen Cholera-Berichte aus Marfeille und^-rou lon laffen jetzt eine Abnahme der täglichen Cholera-Todessälle in beiden Städten erkennen. Es ist dies unzweifelhaft aus Rechnung des elngetretenen kühleren Wetters zu setzen und darf man darum honen, daß die Seuche in Sudiran reich nunmehr bald erlöschen werde, ohne eine weitere Ausdehnung gesunden zu ®er künftige Souverän Englands, der Prinz v. Waler, und der frühere englische Premier, Mr. Gladstone, weilen auf eigenen Sch,st-n gleichzeitig an der Küste Norwegens und der Prinz wie der em ache Priva mann Gladstone werden von der norwegischen Bevölkerung nut derselben $etjUd)teit ausaenommen. Für den englischen Thronfolger bedeutet bie Reffe an den pilto- reifen Felsenbildungen der norwegischen Küste entlang nichts werter, als eine Vergnügungsfahrt, für Gladstone, den Führer der englischen Liberalen, bedeutet sie aber mehr. In der kräjligen Luit an Norwegens Küste null er sich für tue daheim bevorstehende harte politische Arbeit auj's Reue stärken, um dann mit frischen Kräften in die Wahlbewegung eintreten zu können, von welcher „old Glad“ trotz seiner 76 Jahre hofft, dag sie ihn nochmals an die Spitze der englischen Regierung bringen werde. Aus dem Innern Serbiens werden noch immer Raubansaüe und Mvrdthaten berichtet, obwohl das Standrecht bereits feit längerer seit über verschiedene Kreise verhängt worden ist und vbwvyl schon eme Anzahl eingefan- flener Räuber durch Pulver und Blei summarisch hmgenchtet worden find. Die Regierung des Königs Milan hat aus die Köpfe der Bandenfuhrer Go>a Devic und Pavle Bogaceväc den verhältnißmäßig hohen Preis von ze oOO Ducateu ausgesetzt und beabsichtigt, das Standrecht auf wettere Kreise auszudehnen. Dar neue conservative Cabinet in Brasilien ist kaum gebildet und schon stößt es, wie das ihm vorhergegangene liberale Cabmet, au, den hestigsten Widerstand der Radikalen. Es ist ihm bereits ein Mitztrauens- Votum Seitens der D-putirtenkammer zu Th-il geworden, worauf der Eonseilpräsident Cotegipe die Auflösung des Parlaments ankündigte. Die Reuwahleu dürsten iu.deffen schwerlich im Sinne der Regierung ausfallen. Politische Uebersicht. Gießen, 3- September. Unter den Epilogen, welche der Kaiserbegegnung in Rtem- „" „Lt werben, erscheint namentlich ein- Sttuations-Betrachtung des «snciöien ^remdenblatt-s" bemeik-nsw-rth, welche mit solg-nd-n Worten ab- - Aber all' dieser M.ßoerhältniffe und der momentan g-drück en iw euna/ädilet, ist cs die wichtigste Pflicht der Rationen, vom ungetrübten Sonnenschein Des Friedens den größtmöglichen Vortheil zu ziehen und sich die Wobttbaien deffelben zu Eigen zu machen. Oesterreich-Ungarn gchvrt insbefon- o-,?zu p-nen Staaten, für welche der klare Horizont nach allen Richtungen der Politik von der maßgebendsten öconomischen Bedeutung ist. Angewusen auf den Orient mit aü’ unserem wirthschastsichen Streben, angewiesen aus dl-fes uns ^nächst liegende Exportgebiet, hatten wir am meisten zu leiden, so ost. dort eine dunkle Wolke den Ausblick verfinsterte. Denn nicht allem war der Orient schon sir fich ein Wttlerwinkel, welcher eine lange Reihe °°u Jahren hindurch den 11 rieben mit stets neuen Gefahren bedrohte, sondern er hatte auch die böse Eig- nung von jeder anderweitigen politischen Trübung sosort asficirt zu werdm. a[i* einem großen politischen Accumulator, m welchem die electrffche Svanuung angesammelt war, die jede Erschütterung zur Ekplosioii bringen konnte^ le”” dieser Richtung war jedoch der Bund zwifcheu O-st-rr-i^U gani und Deutschland, und war insbesondere die Herstellung freundschastlicher B. p'-buna-n zu Rußland von ganz außergewöhnlich wohlthuender Wirksamkeit. Im Orienw treten die Conscquenz-n de« Einvernehmen« der Mächte am klarsten zu Tage, frei von jeder Simulation, frei von Agitationen und G-g-n-Agilattonen r.hmen daselbst die V-rhältniffe einen ruhigen und normalen Verlauf. Es ist t »selbst eine solche Achtung der bestehenden Vertrage der durch Europa gffchaf^ i,en RechtSverhältniffe wahrzunehmen, wie man sie vorher nie für möglich -rach hätte. Für den Handel Oesterreich-Ungarn«, für unsere Jndustne ist gerade dieser Erfolg der Friedensliebe der drei Kaiser und ihrer erlauchten Staats« inänncr insbesondere die Anerkennung und Bestärkung der vom mittel-europau jchen Bunde verfolgten Ziele durch Rußland von entern geradezu unschätzbaren unb Uyb der deutsch-spanischen Unterhandlungen in der Colonialfrage ist auch beute etwas Positives noch nicht zu verzeichnen. Jndeffen coursiren mancherlei Getüchle, denen zufolge eine baldige gütliche Bei- 1-gung der Streit-Affaire wegen der Karolinen-Inseln zu erwarten wäre. Eines dieser Gerüchte will wissen, Spanien werde den Vorfchlag machen, daß Deutschfond zur Entschädigung für die Karolinen-Inseln die oftlich von denselben gelegenen Gilbert- und Marschall-Inseln besetzen solle, aus letzteren befinden sich ebenfalls deutsche Handels-Stationen und eine der Marschall-Jnseln, yaluit, m t ogar deutsche Kohlen-Station und Sitz eines deutschen constilarffchen Vertreters. Ein. andere« Gerücht besagt, der König von Spanien habe einen Brief an den deutschen Kronprinzen gerichtet, worin gebeten werde, Se. Kaiser!. Hoheit möge lerne Bemühungen mit denen te« Königs vereinigen, um den Zwischenfall aus d^r Welt zu schaffen, damit die guten Beziehungen beider Länder, di- er der König, erhalten zu sehen wünsche, nicht gestört würden. Von einer Geneigtheit der f^panffck-n Regierung selbst, auf den Vorschlag eines Schiedsgerichts emzu- a-hen, ist indeffen noch nichts bekannt, es erscheinen daher vorläufig alle Cror- i-cungen darüber, wer das Schiedsrichter-Amt zwischen Deutschland und Spanien übernehmen solle, als überflüssig U-brigens dauert j-nsett« der Pyrenäen die ciereizte Stimmung gegen Deutschland, trotz der neuerlichen Beschwichtigung«- Artikel der Rkadrider oificiösen Blätter, unvermindert fort und es werden noch immer die lächerlichen Demonstrationen gemeldet, wobei nur bedenklich erscheint, tat, auch die Arme» an diesen antideutschen Kundgebungen theiliiimmt. Unter Anderm ist in derselben eine Subscription eröffnet worden, um eine neue Fre- gatte zu beschaffen; ferner hoben die Osficiere der Garnison von Valencia Afintlich erklärt sie würden sich nach den Karolinen ober Philippinen, kurz, ailierafl hin begehen, wohin sie di- Ehre Spaniens rufen sollte, ohne eme andere Entlohnung zu begehren, als ihren Sold Dagegen ,st es schon mehr eme Büberei, wenn im Hippodrom der Stadt Vigo die deutsche Fahne, welche dort neben den Flaggen aller anderen größeren Rationen aufgehängt worden war, beruntergerificn und in den Staub getreten worden ist. ^ll« sich derartige chauvinistische Heldenstücklein noch öfters wiederholen, fo kann leicht tue Sprache Deutschlands der spanischen Regierung gegenüber eme ernstere werden. In Wiesbaden ist von dem deutschen .^nkareisenden Dr. Paul Reichard ein Telegramm eingetroffen, welches die glückliche Ankunft der gelammten unter Leitung Reichard's stehenden Karawane in Zanzibar meldet. Der genannte Gelehrte gedenkt daselbst 14 Tage zu verweilen. Der württembergische Bevollmächtigte zum Bundesrath, Generallieutenant Faber du Faur, ist am Montag in Gastem gestorben, Lerr v. Faber gehörte zu den Veteranen des BundesratheS und war in den militärischen und diplomatischen Kreisen Berlins eine beliebte Persönlichkeit- Aus der Wahlbewegung in Frankreich ist eine abermalige große Rede zu verzeichnen, welche der ehemalige französtsche Ministerpräsident tferrg, j^t das unbestrittene Haupt der Opportunisten, am Sonntag zu Bordeaux a»batten hat- Herr Ferry entwickelte in derselben ein Programm, das, wie er ausdrücklich versicherte, für diejenigen Wähler bestimmt war, welche aufrichtig dm Fortschritt wollten. Er betonte die Rothwendigkeit einer maßvollen, Zielde- wußten Politik, die jede VersaffungS-Reviston in der nächsten Legislaturperiode, Meigen- ti swfsttpb^E tige» bra°^ Haus^ «n ä: E Htivoldk' Telegraphische Depeschen. WolkV's telegr. Correspon-enr»Burear^. 9 (snpntpmber Die Parade des Gardecorps vor dem Kaiser auf dem Ie„»£ RÄS’&S Ä «SS Ä'S'M ÄTwilter, dem Kronprinzen, Großfürst begleitet, gefolgt von, der Kais Pinnzen Arnulf von Bayern und den Michael, dem I^grohherzog zunächst die Front beider Treffen entlang unb Vormarsch vor feinem Wagen vor. st««, 4>"fe | w M- ■ ^Meister, ft M ' ®ct»ber ?^urtaats. Flinte dritte Anlage 15, .^fli^DoiTTa lb ®nrtenantbeil, ' ^s'ammcn ober Klethen. Wohnung wirb 'r-11 November wtnbtn an jfosWe 46. Mäbchen. iniilien'$o6nung Asterweg 10. BHcntTcT: Nosstraße 12. zis zu üermidbiit bühenstrafie 19. Ammer soglcL ^Kaplansgch^ mit SttCju o(7- ner, Maigaise. lirtc Zimlvn zir iartesisttaße 29. lit ift bit ®ob-- mletbcn unb per M, Markt V zu ütrmu^r/?. rtnstrci^ 8Z jxmmtx zu Brandgasse 5. mmer m Eabimt Diarktstr. 9. ohnung, gr- o. kl, Lcktergasse 5 tt. chteter en ustadt 18 zu -er- almhosstrahe 18-_ >aiupsmolkcrei seit- ingen, sowie Chai- b Burschenzimmcr auf Wunsch auch Bierbrauercl Semiie «rmidHt Earl SenicU ein fach- behangenen Birnbaum gründ- geftern Mittag plötzlich in eine Menage aus hiesiger Kaserne gespeist. Gestern zählte man zweiundzwanzig Cholera- Heute zählte man hier zwanzig Todesfälle an der finden glaubt. Toulon, 2. September. Todesfälle. Marseille, 2. September. Universität- -Ehronik. — Die theologische Facultät zu Greifswald promooirtc den ord. Prof, der Theologie an der Universität Basel, Licentiaten Konrad v. Orelli, zum Docter der Theologie honoris cauiä. Stockholm, 2. September. Der Prinz von Wales ist heute hier eingetroffen -und vom Könige, den Prinzen, den Ministern, dem Oberstadthauptmann und den (Zivil- und Militärbehörden empfangen worden. Er begab sich alsbald mit dem Könige nach Schloß Drottningholm. London, 2. September. Im Zusammenhänge mit den jüngsten Enthüllungen der „Pull Mull Gazette" fand heute vor dem Polizeigerichte die Verhandlung gegen Rebecca Jarret, «ngeklagt, die 13jährige Eliza Armstrong entführt zu haben, statt. Die Affatre wurde auf Montag vertagt. Das Gericht verweigerte die Annahme einer Kaution. Auch gegen den Nedacteur der „Pall Wall Gazette", Stead, und den An- aestellten der „Pall Mall Gazette", Jacques, ist wegen Mitschuld an der Entführung das gerichtliche Verfahren eingeleitet worden.__________________________________________ ..... „ . _ ..... Ersatzreseroisten unter Führung eines Officiers und diverser Unterofsiciere wurden dort unter freiem Himmel von der Bezirksvereins Gießen gefertigt worden. Indem uns auch andere Stimmen über die Viehausstellung in Hungen recht willkommen wären, möchten wir bitten, daß uns auch über die sehr reichhaltige Ausstellung der landwirthschaftlichen Geräthe und Maschinen männischer Bericht geliefert würde. Einsender dieses fühlt sich hierzu nicht berufen. Wir schließen mit dem Wunsche, daß die Hungener Ausstellung als Drittel zur Anciferung erhöhten Strebens dienen möge! Dann hat sie den Hauptzweck, den AusnbcrhcfUiren. Die persische außerordentliche Gesandtschaft, der türkische Botschafier und Minister Puttkamer wohnten der Parade in der Nähe des Kaisers bei. Die Kaiserin, der Kronprinz und Prinz Wilhelm, welcher die Fahnencompagnie bei dem Hm- und Rückmärsche führte, wurden von den Menschenmassen mit enthustastochen Hoch- und Hurrahrufen begrüßt. Der Jubel, womit die Menschenmassen in den .Straßen, aus Fenstern und von Balkonen den Kaiser bei der Hin- und Herfahrt empfingen, spottet jeder Beschreibung. Seitwärts vom Paradefelde wurden während der Parade von einem Ballon captiv aus Beobachtungen vorgenommen. Berlin, 2. September. Zur Feier des Sedantages ist die Stadt reich geflaggt, in den Straßen wogt eine außerordentlich zahlreiche Menge. Der Ausmarsch der Truppen zur heutigen Herbstparade des Gardekorps erfolgte bei herrlichem Wetter. Als gegen 9 Uhr die Fahnen durch die Leibcompagnie des 1. Garderegiments, der Prinz Wilhelm voraufritt, abgeholt wurden, erschien der Kaiser am Eckfenster des Palais und wurde von den versammelten Tausenden mit endlosem Jubel begrüßt. Um lO’/z Uhr fuhr der Kaiser in Begleitung Lehndorff's zum Tempelhofer Feld, vom Publikum in den Straßen enthusiastisch begrüßt. — Die „Colonialpolitische Korrespondenz" schreibt über die deutschen Stationen Ostafrikas, daß die ostafrikanische Gesellschaft 4500 Quadratmeilen üppigen, durchaus gesunden Landesgebiets centraler Lage unter die deutsche ufiagge gebracht habe. 4>er Vernich mit einer Faktorei und einer ersten landwirthschattlichen Station Usagara sei gemacht. Die Gesellschaft beabsichtigt, die Anlage von zunächst 5 Milttärstatlonen aus landwirthschaftlicher Grundlage und mit Heranbildung von sstegern zu Defenstomann- schaften durch anwesende tüchtige Officiere und den Betrieb des Plantagenbaues mit einheimischen oder asiatischen Arbeitern. Zur Vertheidigung hat Krupp neu con- ftruirte Geschütze geliefert. Die Stationen sollen der Mittelpunkt für die Arbeiten der Gesellschaft und des Prioatkapitals sein, welches sein Interesse in Oftafrika zu stellungen überhaupt haben sollen, erreicht. Gießen, 3. September. Eine Frau, welche einige Tage hier zu Besuch gewesen, rouroe bei der Abreise auf hiesigem Bahnhofe von einem Herschlag betroffen. Sofort zur Klinik verbracht, langte sie jedoch dort nur als Leiche an. — Obstfreunde, welche dem Grundsätze huldigen, daß gestohlene Birnen am besten schmecken, plünderten in den Nächten von Montag auf Dienstag und Diens- L v k a l e «letze«, 3. September. [er spanischen Administration niät tragen, und da die Madrider Regierung auch kein Geld hat, muß sie die Occupatio« aufgeben. Die Factoreien aber könnten die spanische Zollplackerei und Mißoerwaltung nicht ertragen, würden sonach fammt ben geschulten Arbeitern nach anberen Inseln auswanbern. Im llebngs» kann Spanien sich nicht ber Prüfung ber Rechtsfrage und b< Respectirung bes Völkerrechts auf bie Dauer entziehen: es würbe sonst hilflos dastehG» wenn ihm Englanb oder Frankreich, Marokko ober Norbamerika Cuba wegnäbme *- möge letztere Wegnahme auch nicht officicll, nur burch Flibustier geschehen. Was es nach der deutschen Protectoratserklärung an Thatsachen schafft, Hal keinen rechtlichen Werth. Urfomifcb jedoch ist die kriegerische Wuth, in welche plötzlich die Spanier ge- rathen sind. General Salamanca und andere Officiere schicken ihre preußischen Lrden zurück und wollen die Lücken auf ihrer Brust durch andere Orden füllen, die „im Kampfe für die Vertheidigung des Vaterlandes" erworben werden. Die in Barcelona garnifonirenben Officiere lassen sich in Zeitungsbureaus für eine Expebition nack ben Karolinen pornotiren, in ber Mrmee wirb eine Subscription für ben Bau einer Fregatte (die frühestens nach Jahren hergestellt fein könnte) eröffnet, bie Stubenten in ! Salamanca melben sich als Freiwillige gegen Deutschlanb. Unb Ehren-Don-Carlos, | welcher burch einen vor italienischen Gerichten angestrengten Diebstahlsproceß für immer gekennzeichnet, von ber Mabriber unb ber Berliner Regierung als „Näuber- hauptmann" steckbrieflich verfolgt ist, ber „Roy" der Handvoll französischer Stocklegitimisten, erbietet von seinem venetianischen Paläste aus seine Lieben und Getreuen, 100,000 Karlistcn, gegen Deutschland ausrüsten zu lassen, und beräth mit seinem Adjutanten einen Kriegsplan. Natürlich bietet auch die patriotische Liga des Herrn Derouldde den Spaniern Franktireurs an. Da muß wohl Fürst Bismarck zu Kreuze kriechen. Glücklicher Weise behalten wir kaltes Blut, fürchten uns nicht vor den fürchterlichen Worten der Spanier und nehmen die Sache von ber humoristischen Seite. Etwas mehr als bie Spanier in ber Geographie beroanbert, wissen wir, baß zwischen Spanten unb Deutschlanb sich Frankreich streckt, über bas keine Armee fortfliegen kann. Nach ben Karolinen wie nach unseren anberen Colonien schicken wir keinen einzigen Lanbsolbaten unb Spanien kann, weil es kein Geld hat, nicht ein einziges Regiment senden. Wo auf Gottes Erdboden wollen uns denn die Hitzköpfe schlagen unb vernichten? Die Srche liegt einfach: Spanien verstänbigt sick mit Deutschland, das ihm I die Inseln, auf welchen sich keine Faktoreien befinden, gern überlaßt, ober es bricht I bas Völkerrecht unb muß über kurz ober lang zu Kreuze kriechen, weil es ohne die I moralische Stütze unserer Regierung (mit Englanb hat es sich vcrfeinbet) ohnmäcktig I ist. Und wollen die kriegslustigen Officiere und Studenten, der siebzigjährigen Gewöhn I heit fröhnend, Kriegsruhm unb Bürgerkriege suchen, bann wird ihr Vaterland erst I recht ohnmächtig nach außen unb seine Colonien werden der Willkür der Seemächte preisgegeben sein. Deutschland hat nichts, Spanien alles zu fürchten. «Ach ,Proceb1 Jjpss SB Mte Mckei dcs^hei BeM sd) •; nF, ' i fttuziii« 1«1 fiimburq, Jhtn.ÄM®e 0.00, Elbsen i ffrantfur X 2.80-3.40, E i. Cualiiat * 1 Äoblrabi 3-5^1 hubnJt l.oO— A 4-8.00, Montag tai sollen im alten »erben: £j$iecferaM Üei^inberarbeit Älchen, ben 3 Ttchhnzvtzl. Bü M 12 W bieM bett Wirsen bi soll nachtze Teptem Der Ansar W ist be< dem Torsel und;u benjeni Nachmittag inund von der W Und k ' bft LkD Geltung L J^nft bei - Diplom, ? truber 9tn nid)”Sb,t n"» Aus- 1 "Ht berufen*' 3« ®ittd jur bin Aus- Bekanntmachung. Amtliche Verkauföftellen für Postwerthzetche« bestehen Die LebenSverficherung im Jahre 188ZL Die Entwickelung der Lebensversicherung im Jahre 1884 mar eine überaus erfreuliche. Der Zugang an neuen Todesfalloersicheruugen betrug bei sämmtlichen 16 Gegenseitigkeits- und 19 Actiengesellschaften zusammen 279 VOllionen X; ausbezahlt an Versicherungen wurden 37 Millionen X und die gesammte Versicherungssumme stellte sich Ende 1884 auf über 2‘/a Dtilliarden X. Man sieht daraus, welche Bedeutung für die VolkSwohlfahrt das Lebensversichcrungswesen auch bei uns in Deutschland gewonnen hat. Die großen Gegenseitigkeils - Gesellschaften scheinen sich nad) wie vor besonderer Beliebtheit beim Publikum zu erfreuen, denn von der Summe, um welche das versicherte Capital sämmtlicher 35 Gesellschaften 1884 gewachsen ist (158 Millionen X), fallen auf die vier größten Gegenseitigkeits-Gesellschaften Leipzig, Gotha, Stuttgart, Karlsruhe 72 DiiUionen X, mithin mehr als auf sämmt- liche 19 Actien - Gesellschaften, die einen reinen Zuwachs von nur 71 Millionen hatten, während 15 Diillionen X auf die 12 kleineren Gegenseitigkeits - Gesellschaften kommen. Die Vertrauenswürdigkeit unserer großen deutschen Lebensversicherungs- Gesellschaften ist über jeden Zweifel erhaben: dieselben werden billig verwaltet und suchen ihre Ehre darin, ihrer Zahlungsverpflichtung in jedem einzelnen Falle gewissenhaft nachzukommen. So ist beispielsweise bei der Leipziger Gesellschaft auch im vergangenen Jahre bei 538 Sterbefällen nicht eine einzige Zahlungsverweigerung vorgekommen. Wer es gut mit dem deutschen Volke meint, kann daher nur wünschen, daß die so überaus segensreiche Einrichtung der Lebensversicherung immer weitere Verbreitung in unserem Vaterlande finden möge. Literarisches. — Die dreizehnte Auftage von Brockhauö' EonverfationS-Lexilon ist einen bedeutenden Schritt ihrer Vollendung näher gekommen; sie brachte den elften Band zum Abschluß und zur prompten Publikation in der Lieferungs- wie in der gehefteten und gebundenen Bandausgabe. Von dem Stichwort Leo bis Murray reichend, weift auch dieser Band eine ungemein starke Vermehrung der Artikel aus, indem deren Zahl 7680 beträgt, wogegen im elften Bande der vorigen Auftage nur 2200 enthalten waren. Immer vollkommener entspricht hierdurch das Lexikon dem erstrebten Ideal, den gesamniten Stoff so klar und übersichtlich zu gruppiren, daß der Nachschlagende in jedem Fall ohne Zeitverlust die gesuchte Auskunft ober Belehrung findet. Unter den Artikeln des vorliegenden Bandes begegnen uns viele, die gerade für die Gegenwart von besonderem Interesse sind, wie: Little Popo, Lüderitz und Lüderitzland, Lufidschi, Luftschifffahrt, Maschinen und Maschinenwesen, Massage, Maß und Gewicht (mit Tabelle), Meteorologie, Metallurgie, Münze und Münzwesen (mit Tabelle), die Biographien des Mahdi, des GeneralfeldmarschallS Freiherrn von Tiantcuffel (von ihm selbst nod) kurz vor seinem Tode durchgesehen und berichtigt) und des berühmten englischen Chirurgen Lister. An Illustrationen werden außer 52 in den Text gedruckten Figuren und Städteplänen acboten: Die Ehromotasel Menschenrassen, die Tafeln Lurche, Mollusken, Molluskoioen, Mondkarte, Veudittbürme, Londoner Bauten, Loko mobilen und transportable Dampfmaschinen, Lokomotiven, Luftschifffahrt, Mehl^- fabrikation, Metallurgie, Dlofaif, Münzen, Münzwefen; ferner 7 Karten: Mecklenburg und Pommern, Mittelländisches Dteer, London und Umgegend, IKerifo und Central- amerika, Meeresströmungen, Verbreitung der Vienschenrassen, die Kämpfe um Metz am 14., 16. und 18. August 1870. Weißbinderarbeit, „ „ Wieseck „ • „ Karl Dorfeld. Vertragsmäßig sind die amtlichen Verkäufer verpflichtet, stets einen angemessen en Vorrath an Postwerthzeichen zu führen und die einzelnen Marken zu keinem höheren, als dem Betrage ihres Werthes an das Publikum abzulassen. Im Allgemeinen hat der Verkauf ivährend der ganzen Zeit, in welcher das Geschäftslokal des Verkäufers grösfnet ist, stattzufinden, jedenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dem Publikum festgesetzten Dienststunden des Postamts. te Jahrhichn nur nicht W« n Spaniern gar -u W ausgesprochen utscherseitt aus btn , selbst Gerüchte - I nach bin RoraÜtn.- ■ bet Mi geleaen uf aütn fpaniiini * bit Madrider gten DollsKM . I auf der gro'M daß dadust aft 1 mal Absicht» wf )alt fallen. Ätbn-- nds und in bkiffl rgrovegebüsch unter schier wahnivinigin traten*, »Meuchü Deulschev Mbenen ir Kriegsschiste von ober PalalüHnsck, b dort nirgends le ine nicht einen Kon« Besetzung allerdings deutschen oder eng- . Administration nick ß sie die Cecupatbi unb Mißverwaltung „ach anderen Inseln RrWll-,- Md d< onst hilst-s d°I»G Cuba wegnabme geschehe». Käses tt, hat feinen iw- stich die Spanier e preußische» Lrden en Mn, die , in Barcelona 'E^dition.nachd'U , d-n Lau einer W »*>;•# |ittusk« 2* . S • mit f«"® nidit 'eine feine» ®en*t nerfe1»^, „ '(Sea1^ GmmmctgraS- Vcrstcigcrmig. ^as diesjährige Grummetgras von den Wiesen der Gemeinde Wieseck soll nächsten SamStag den S. September versteigert werden. Der Anfang zu denjenigen bei Wieseck ist dcs Vormittag- 9 lllfc in dem Dorsel d'schen Garten dahier, und zu denjenigen bei der Vadenburg des Nachmittags um 5 Uhr auf der Badenburg. Wieseck, am 1. September 1885. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. __________Sommerlad. 6281 Grummctgras- Serflcigeruiifl. Montag den 7» dS. MtS., Vormittags 10 Uhr anfangend, soll das Grummetgras von den Gemeindemiesen an Ort und Stelle öffentlich versteigett werden. Inheiden, am 2. September 1885. Großh. Bürgermeisterei Inheiden. Reitz. 6294 Akklgeöotenes. Prima Jagdpnlver Hirschmarke, i«i. Sprengpulver der Rheinisch - Wests. Pulverfakriken empfiehlt 6048 ______Emil Fietor, 6113 Bei Jakob Hetfenbei» tarnt täglich weißer Streusand geladen werden. Die Grube ist an der Marburgerstraße. Fst. Monickendamer Sardellen per Pfund 90 Pfennig, offerirt 6300 empfiehlt 5785 6290 Frische II Nähere Auskunft erthellen auf 6282 Der Vorstand* gesorgt ist. 6288 L. Petri II-, Gießen. Redaclion: A- Scheyda. — 1881 3136 1882 3158 1883 3336 1884 3778 18 842 000 19 054 400 19 900 500 ii n der Gesellschaft abgeschlossen: 17 856 600 Mark Seitz zu haben. 6283 Mein Ausverkauf wird von jetzt an nur am DienSrag und Samstag in meinem Hinter- haufe foi gesetzt. c. W. Dietz am Markt. 23 744 200 „ r „, . Anfrage die Gesellschaft selbst, sowie steigend nach Dividendenplan B. Versicherungen wurden von 1880 2840 über wozu ergebens! einladen Die Wirthe 4 6295 ..Zum Sinborn" un^„ZumRUt-r^. Soufitag den«.unvMoiltogd^n 7^Septembcr: KMwellitet in Sielnlwli Hochachtungsvoll Johann Theis, Wirtschaft zum Götbeplatz. 5527 Dammstraße 1 i Nord-Anlage) HL Etage, bestehend in 5 Zimmern nebst Zubehör, zu vermiethen. Helgoland. Schellfische bei C. ft. Hleiulieiia. 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