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Wie erwartet wurde, präsidirte Fürst Bismarck selbst der Schlußsitzung und äußerte er zunächst seine Genugthuung über die vollständige Durchführung des Conserenz- -Programms, worauf er die Conferenz-Beschlüffe resümirte und dem versöhn, sichen Geiste, der die Versammlung stets beseelt habe, seine Anerkennung zollte. Als eine der werthvollsten Garantien für den Bestand des Werkes der Conferenz bezeichnete Fürst Bismarck die Anerkennung des neuen Congostaates Seitens der Mächte und sprach schließlich den anwesenden Bevollmächtigten und Delegirten den Dank des Kaisers für ihre erfolgreiche Mitwirkung an den Conferenz- Arbeiten aus. Nachdem der italienische Botschafter Graf Launay Namens der Versammlung dem Fürsten Bismarck für die hohen Verdienste, die er sich selbst um das glückliche Gelingen des Conferenzwerkes erworben, den Dank und die Anerkennung der Conserenz-Mitglieder gezollt und nachdem der Vorsitzende die Mittheilung gemacht, daß die Internationale Gesellschaft des Congo den Conferenz- Beschlüßen beigetreten sei, wurden von der Versammlung die auf Pergament gedruckten 14 Vertrags-Instrumente unterzeichnet, worauf Fürst Bismarck die Versammlung für geschlossen erklärte. — „Die Mehrzahl der Delegirten zur asrikanifchen Conserenz" - schreibt die „Nat.-Ztg." m ihrer Abend-Ausgabe vom 27. Februar — „hat im Lause der gestrigen (Donnerstags-) Abends vom Bahnhof Friedrichstraße aus Berlin verlassen und ist in ihre Heimath zurück- gekehrt. Der Charakter der Einmüthigkeit und der Solidarität der Nationen am Congo, wie ihn die Conferenz zum Ausdruck gebracht, zeigte sich auch hier bei der Abreise der Delegirten. Das war ein Händeschütteln, ein Abschiedneymen, so herzlich und innig, wie man es nur bei zwei eng befremdeten Männern finden kann. Garde du Corps-Osficiere hatten den italienischen Delegirten das Geleite gegeben und a rivederci („auf Wiedersehen I") scholl es hinüber und herüber. Franzosen und Engländer standen dicht neben einander voller Eintracht und doch wie verschieden. Bei den Franzosen war alles Leben, Bewegung, im kühnen Bozen flog die ausgebrannte Cigarette fort; mit einem Sprunge hüpfte der eine französische Delegirte in's Coupä; würdevoll und ernst waren die englischen Delegirten dahergekommen. Selbst die Einzelheiten ihres CostümS gaben den Söhnen Albions etwas Feierliches. Gravitätisch stiegen die Engländer in den Wagen. In diesem Augenblicke wurde die mit rothem Plüsch beschlagene Treppe herbeigeholt und die Augen richteten sich nach der Stelle. Der Erb- großherzog von Oldenburg, von mehreren Adjutanten begleitet, bestieg den Perron. Aus den Fenstern der Coupös erklang noch einmal ein kräftiges au revoir, a rivederci, die Engländer reichten ihren Begleitern bedächtig die Hand heraus; der Zug verließ rasch die Halle, die Delegirten hatten Berlin verlassen und damit die Congo-Conferenz auch ihren nichtofficiellen Schluß erreicht." Der Reichstag hat am Montag seine Verhandlungen nach achttägiger Pause wieder aufgenommen und wird zunächst die Colonial-Politik, welche während der zollpolitischen Debatten ganz in den Hintergrund getreten war, sich wieder mehr geltend machen. Die dritte Lesung der Nachtrags-Etats für Kamerun rc., mit welcher das Plenum seine Verhandlungen fortgesetzt hat, dürste jedenfalls den Vertheidigern wie den Gegnern der Colomalpolitik im Par- iamente ebenfalls Gelegeuheü zur Verfechtung ihrer Ansichten gegeben haben. Mit besonderer Spannung sieht man jedoch den weiteren Verhandlungen de» Reichstages über die bekanntlich in der Commission gescheuerte Postdampfer- Vorlage entgegen: heißt es doch, daß an die Annahme ober Ablehnung dieser für unsere colonialen Bestrebungen entschieden hochwichtigen Vorlage das fernere Schicksal des Reichstages geknüpft sei. Seitens der Reichsregierung liegen aller- dings noch keine Aeußerungen vor, welche daraus schließen lassen, daß die Auf- lösung des Reichstages im Falle einer Ablehnung der Dampfer-Vorlage beabsichtigt sei: wenn man indessen erwägt, welche Schwierigkeiten der Regierung durch die Obstructionspolitik der gegenwärtigen Reichstags - Maiorrtät bereitet werden, so würde es erklärlich erscheinen, wenn d,e Regierung diesen äußeren Anlaß benutzte, um durch Neuwahlen den Versuch zu machen, einen ihren Wünschen gefügigen Reichstag zu erzielen. Anderseits gilt es aber auch zu bedenken, daß der gegenwärtige Reichstag noch keine einzige Vorlage definitiv erledigt hat und daß somit seine Auslösung eine vollständig „negative Session ergeben würde und ist Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Regierung in Hinblick auf diesen Umstand von der etwa geplanten Auslosung de» Paria- ments schließlich doch Abstand nehmen dürfte. , , . Das preußische Abgeordnetenhaus hat m voriger Woche die Specialberathung des CultusetatS noch nicht zu Ende führen können, obwohl es in dieser Zeit durch keinerlei Rücksichten auf den Reichstag gebunden war. Die vielen Culturkampf-Reden haben allerdings das Ihre mit dazu beigetragen, die Debatten über den Cultusetat mehr als nöthig in die Länge zu ziehen; gluck- sicher Weise scheint der „Culturkamps" nunmehr wieder gebannt zu sem, da die Freitagssitzung des Abgeordnetenhauses, in welcher die Berathung des Etats der höheren Lehranstalten, Elementarschulen u. f. w- begonnen wurde, keinerlei An- klänge an dieses sattsam variirte Thema mehr aufzuweisen hatte- 8 Die Reform des ungarischen Oberhauses kann man nunmehr als gesichert ansehen, nachdem dar Unterhaus auch in der Specialdebatte über die bete9 Vorlage die einzelnen Bestimmungen derselben bisher durchaus d n Regierungs-Vorschlägen entsprechend angenommen hat. Auch du Debatten über diese Frage haben gezeigt, daß das Cabmet Tisza nach wie vor auf die volle Unterstützung der liberalen ungarischen Partei rechnen kann, undhatdie sibsrale Unterhaus-Majorität bei dieser Gelegenheit zugleich chre Emigke nnd Festigkeit aufs Reue bekundet. Hervorzuheben ist noch aus den Verhandlungen, daß sich die kroatischen Abgeordneten hierbei durchweg auf die Seite der Regierung stellten, wmaus der für letztere erfreuliche Schluß gezogen wersen darß dab dw Politik des Cabinets Tisza mehr und mehr auch d,e Zustimmung der Kroaten fiudesi -ranrölifchen Deputirtenkammer in voriger Woche zu Gunsten der Schutzes der Landwirthschaft Frankreichs gefaßten Be- fchlüsse cheinen im Lande großen Eindruck hervorgebracht zu haben. Selbst die „Rchub? Franoaise" ein in ^^^^fchutzzöllmrischen 'SS “K gesinntes Blatt e ke n , schoßen hinfort den landwirthfchastlichen eme formelle Verp^ i? der Fürfo^ der Regierung der Republik ^reffen einen der s di^llaemein wirtschaftlichen Fragen der Angelegenheiten daß dft Getreidezoll-Erhöhung eine lange Dauer unmöglich haben könne, da den _ Drei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brirrgerüchn. Erscheint mit Ausnahme des MontagS. bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mark Sv Pf. Betreffend: Die Aufstellung der Jmpflisten für 1885. Das Großhcrzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen an die Groß herzoglichen Standesämter, Bürgermeistereien «nd Schulvorstände. pa s« sä» sm ää. ^4 °°ll°nd°tem Eintrag wird sodann: di^Liste v°n dm. Stand-Samte mit Da^^^^ ober eS jst, wenn solche nicht vorhanden Möfcäs ■-» Kreisassistenzarzte Dr. Drescher in Grünberg, übertragen ist, an diesen,^di^Llsten^er übrigen Orte aber an uns. Nutzen dieser Maßregel sehr zweifelhaft sei. — Die französische Regierung hat nun doch beschlossen, die deutschen Socialisteu, welche an dem Leichenbegängntß des Anarchisten Valles theilgenommen haben, auszuweisen; drei derselben sind von der Pariser Polizeibehörde verhaftet worden, während der vierte wahrscheinlich entwischt ist. In diesen Tagen wird Cleveland in das „Weiße Haus" in Washington einziehen und somit thatsächlich sein Amt als neuer Präsident der Vereinigten Staaten antreten. Wie üblich, ist auch dieSnral der Präsidentenwechsel mit einem Wechsel im Washingtoner Cabinet begleitet; doch steht die Liste des neuen amerikanischen Ministeriums noch nicht definitiv fest.__________________ Dsrwstadt, 2. März. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 21. Febr. den Districts-Einnehmer der Districts-Einnehmerei Groß- Umstadt, Konrad Zimmer, zum Steuer.Commiffär des Steuer-Commissariats Dieburg zu ernennen. Darmstadt, 27. Februar. In den nächsten Tagen wird fich bte zweite Kammer bei dem Kapitel „Localbaubeamte" auch mit den von der Regierung bet den „KrerS- daumetsteru" und „KcetSbauaufsehern" vorgesehenen Aendsruugeu zu befassen haben. Für erstere ist eine andere Etnthrtlung der Gehalte, bezw. andere Ueberwetsuug des BesolduvgssatzeS von 4400 X vorgeschlagrn, wogegen der Finanzausschuß nichts zu et Innern bat. Dagegen stimmt er dem hier ta erweitertem Maße angenommenen, bezw. vorgeschlagenen System von Localzulagen von 600 X für die KceiSbaumeister in Darmstadt, Mainz, Offenbach, WormS, Bmgen und Gießen nicht zu. Die seither einzige Localzulage für Offenbach sei für die besondere Dienstleistung an der dortigen Schiffbrücke gegeben worden und habe mit der Eröffnung der festen Brücke über den Main aufzuhören. In der gemeinschaftlichen Sitzung der Finanzausschüsse beider Kammern erklärte Ministcrialpräfident Weber, daß die Regierung zunächst mit 1800 X für Localzulagen an KceiSbaumeister auszukommeu tu der Lage sei. Aber auch diesen Betrag schlägt der Ausschuß zweiter Kammer vor, zu streichen, wSdrend der Ausschuß erster Kammer für Bewilligung wenigstens dieses Betrages ist. Gegen die vorgffchlagene eventuelle Erhöhung für Transportkosten der KretSbaumetfter findet der Ausschuß nichts zu erinnern, sofern bet einer Mehrausgabe von 260 X genauer Nachweis über „sämmiliche" wirkliche Aufwendungen von Transportkosten regelmäßig erbracht w rd. Die für die „KretSbauaufseher" vorgeschlagenen Localzulagen werden nicht beanstandet. (F. I.) Darmstadt, 27. Februar. Die Abgeordneten Ellenberger, Tecklenburg und Schaum haben in der zweiten Kammer der Landstände den Antrag eingebracht, daß der landwirlhschoftlichen Winterschule in Büdingen 1000 X Staatsbeitrag pro Jahr gewährt werden. lF. I ) Berlin, 2. März. (Reichstag.) Die heutige Sitzung, in der bet Wiederaufnahme der Bsrathungen der Nachtragsetat betnffö Kamerun verhandelt wurde, gestaltete fich zu einer Kundgebung hoher politischer Bedeutung, einmal durch den Hinweis deS Fürsten Bismarck, daß er bei einer Fortdauer der Schwierigkeiten, die ihm gemacht würden, au daS Land appelltren würde, ob es mit seiner Politik einverstanden sei, bann aber durch die vielen Schlaglichter, die der Reichskanzler auf die Beziehungen Deutschlands zu England und uwgrkchrt fallen ließ. Die englische Diplomatie ist dabei nicht gut fortgekommen und bei den vielen Nadelstichen, die der Reichskanzler aus- rheilte, wird es mcht zu verwundern fein, wenn die Klänge der heutigen Verhandlung noch lange nachzittern werden. Eine erfreuliche Folge hatte die Rede aber schon heute, indem von Rednern der hervorragendsten Parteien und entgegengesetztesten Tendenzen bte volle Uederlinftimmung mit dem nationalen VolkSbewutztsein deS Kanzlers bem Auslande gegenüber betont wurde. Das äußerten die Abgeordneten v. Huene (Cent), v. Maltzahn-Gültz (conf.), Hammacher (natl.) undFchr. v. Stauffen- berg (bfr.), welch Letzterer mit Wärme hervorhob, daß der ganze Reichstag stets hinter bem Kanzler stehen werbe, wenn eS gelte, die Würde des Reich« zu vertheidtgen, aber eS sei nörhig, baß bas Ausland nicht durch bte RegierungSpresse in dem Wahne erhalten werbe, als ob die Opposition auS einer Rotte oaterlandsloser Bösewichter be- stänbe; auch Abg. Windthorft ri klärte, baß alle Deutschen dem AuSlande gegenüber einig feien, wenn auch sonst im Innern erhebliche Meinungsverschiedenheiten zum Vorschein kämen. In der Sache selbst handelte eS sich darum, daß die Regierung eine fortdauernde jährliche Ausgabe zur Besoldung der Consulatsdeamten tn Kamerun, Togo und Angra Pequena, sowie zur Erwerbung von Grundstücken, im Ganzen 280000 X verlangt, während die Buvget - Commission vorgeschlagen hat, diese Summe als eine einmalige Ausgabe pauschalier zu bewilligen; — außerdem soll vor Herbeiführung fester Organisationen in den westafrikanischen Schutzbeztrken eine Vorlage gemacht werden, behufs Heranziehung der hierbei in Betracht kommenden Handelsfirmen zur Deckung der dem Reiche hierdet erwachsenden Kosten. Diese Anträge wurden auch schließlich gegen die Stimmen der Socialdemokraten angenommen. Fürst Bismarck erklärte, daß er sich bisher auf das Urtheil bes Hamburger Syndikats verlassen habe; er bebaute, daß er die in bet Commission gestellten Fragen nicht habe beantworten können, bte Gründe dafür seien in seinem ablehnenden Bescheide enthalten gewesen. Eine Coloniolpoltttk ist nur dann möglich, wenn die Mehrheit der Nation entschlossen und überzeugt hinter ihm stehl; eine starke Minorität würbe ermüdend wirken, ebenso wie die jährlich wiederkehrenden TadelSvoten und Budgetdebatten; durch daö Volk gehe ein frischer Zug, der Reichstag sei aber zögernd und dilatorisch; diese Mattheit und Lauheit fei ebenso hinderlich, wie s. Z. bei Samoa und er sieht sich davorgestellt, bei Neuwahlen daS Volk zu fragen, ob eS seine Bestrebungen unterstützen ober ablehnen will. In den Chorus der internationalen Oppositionspresse stimmen auch die englischen Blätter ein, deren Sprache eine immer schärfere Färbung angenommen habe; eS herrsche zwischen England und Deutschland eine gewisse Mißstimmung, die auch darin ihren Ausdruck finde, daß der diplomatssche Meinungsaustausch nur auf schriftlichen Verkehr beschränkt sei, die Botschafter spielen nur noch die Rolle von Briefträgern. Man habe in England den Inhalt ganz vertraulicher Unterhandlungen publicirt und oft in ihn gedrungen, in der egyptischen Frage Rath zu ertheilen. Als Minister habe er dies jedeSmal abgelehnt, aber als Privatmann seine Ansicht ausgesprochen, sowohl mündlich Lord Ampthill gegenüber, alS auch Lord Granville in Noten geantwortet, daß er Verbindungen suchen würde, wodurch die englischen Jäter»ssen in Egypten fichergestellt würden; die Einrichtung einer sicheren, geschickten und geordneten Verwaltung, wobei fich auch bte französische Rivalität einstweilen beseitigen ließe. Bei einer Annexion Egyptens seitens Englands würde es nicht bte Aufgabe DeutschlanbS sein, England zu hindern; bte Freundschaft Englands sei für unS wichtiger, als die Zukunst Egyptens. Ein Vorwurf, wie er mir von England auS gemacht wird, daß ich die englische Regierung durch jahrelange Versprechungen irre geführt hätte, ist unrichtig. Unsere Colonialoersuche sind bescheiden, aber man soll uns nicht daran hindern. Nächste Sitzung morgen; in derselben wird ein Antrag der deutschfreisinnigen ^Partei bezüglich Beseitigung einiger Mißstände eingebracht werden, die fich hei der Handhabung des SperrgescheS herauSgestellt haben. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz - Bureau. Köln, 2. März. Das Dom-Hotel ist heute Mittag eingestürzt, doch konnten sich noch alle Insassen desselben aut die Straße retten, da sich der Einsturz durch vorheriges Schwanken und Krachen ankündigte. Das Haus sollte demnächst demnächst einem Neubau Platz machen, um letzteren beginnen zu können, war ein Anbau bereits niedergelegt. Leipzig, 2. Mürz. Heute Vormittag 9 Uhr begann vor den vereinigten zweiten und dritten Strafsenaten des Reichsgerichts unter dem Vorsitze des Präsidenten Drenkmann der LandeSverrathSproceß gegen den Kaufmann Gustav JanffenS auS Lüttich und den Geschäftsmann Adolf Knipper auS Birkenfeld. Die Staatsanwaltschaft ist vertreten durch den Oberreichsanwalt Freiherrn v. Seckendorff und den ersten Staatsanwalt Beim Reichsgericht, Treplin. Der Angeklagte JanffenS wird m de« Justizrath Lüntzel, der Angeklagte KMpper von dem Justtzrath Stegemann vertheidtgt. ES sind 12 Zeugen vorgeladen, n. A der wegen desselben Verbrechens bereits Militärs gerichtlich adgeurtheilte und aus dem Zuchthause vorgeführte frühere Sergeant Schneider aus Münster. AuS Berlin sind alS Zeugen anwesend der Major im KriegSnttnlstertUM Frhr. von Gemmingen, der Hauptmann im Kriegsministerium Jordan und der König!» Polizeirath K'üger. — Der Oberreichsanwalt stellte den Antrag auf Ausschluß der Oefferitlichkertt, welchem Anträge der Gerichtshof mit der Mottvirung stattgab. daß die Otffentltchkeit der Verhandlung die öffentliche Ordnung gefährden könnte. Bern, 2. März. Hier wurden noch 20 Anarchisten verhaftet, davon 7 Schweizer, dir übr'g n meist Deutsche. Genf, 2. März. Die anarchistische Druckerei deS Journals „Revolte- wurde durch b#e Polizei geschlossen; alle Papiere find mit Beschlag belegt wo den. London, 2. März. Im Unterhause fragt Maxwell an, ob von der deutsch!« Regierung irgend eine Mittheilung betreffend Kamerun fett Granvilles Brief vom 21. Februar empfangen worden und ob Capiiän Campbell von dem Schiffe »Rapid Instructionen betrrffmd, der der deutschen Flagge zu erweisenden Respectszeichen nach- gcsucht und erhalten habe. Fitzmaurice antwo ttt, es fänden Communicationen vertraulichen CharacterS bezüglich der erwähnten Depeschen statt, könnten aber noch nicht veröffentlicht »erben. Campbell hat keine Instructionen nachgesucht, seine bereits publtdrte Depesche vom 29. Dccember ist her einzige Bericht und enthält keinen Hinweis auf irgend eine Frage, betreffend die Ann kennung der deutschen Flagge. Dendritischen Flottenoffizieren an der Westküste Afrikas sind Weisungen zugeqangen, die deutsche Flagge in den in Plessen's Note vom 15. October 1884 erwähnten Plätzen anznerkeuuen. — Ashmead Bartlott meldet für den 13. März einen Antrag an, in bem er bedauert, daß die Regierung das freundliche Einvernehmen mit Deuischland, daS Beaconsfield hergestellt, umgestotzen habe und erklärt, daß daS Verhalten der Regierung bet den jüngsten Unterhandlungen mit Deutschland, besonders betreffs Neuguinea und der Pacific Jnstln der Regierung einer großen Nation unwürdig sei. — Reed kündigt einen Antrag anläßlich di s MarinebudgetS an und erklärt, der Flottenzustand sei unbefriedigend, was hauptsächlich der mangelhaften Verwaltung und der ungehörigen extravaganten Vergusgabung bewilligter Gelder zuzuschreiben sei. — Gladstone war wegen leichten UnwdhlseinS ttbwssend. — Unterhaus. Chtlders kann den Tag für die Vorlage der finanziellen Abrechnung betreffs EgyptenS noch nicht feststellen, ober erfuhr vom Botschafter, daß eine Abmachung faciisch perfect fei. — DaS Oberhaus nahm die königlichen Botschaften, betreffend die Reserve-Miliz, an. — Granville schenkt den Gerüchten von Gebiets-Abirttungen Birmas an Frankreich, gegenüber den positiven Versicherungen der franzöfifchen Regierung, feinen Glauben. — DaS Unterhaus nahm schließlich eine Dankadresse an die Königin für die Botschaften betreffs der Reserve und der Miliz an, nachdem Labouchdre's Amendement, welches diesen Schritt bedauert, mit 149 gegen 19 Stimmen verworfen war. — Die Regierung hat die sofortige ärztliche Untersuchung aller in England stationirten Caoallerie- und Infanterie-Regimenter, desgleichen der Artillerie- und Genietruppen angeordnet, um genau zu ermitteln, welche Anzahl Truppen sofort ins Feld gestellt werden könne. — Die Morgmblätter sprechen sich meist zustimmend zu dem Entschluß der Regierung auS, im Amte zu bleiben, bemerken aber, daß die Lage der Regierung eine gefahrvolle bleibe, da bei der unvermeidlichen Forderung einer Creditbewilligung für die Fortsetzung deS Sudanfeldzugs e'ne Koalition der Consrrvativen und Radikalen zu erwarten stehe. Der „Daily Telegraph" spricht bte Erwartung auS, die Regierung werde währenb ber ihr gegönnten Gnadenfrist ernstlich erwägen, ob nicht durch gegenfeittge Zugeständnisse eine Beseitigung der zwischen Deutschland und England hervorgetreteneL Differenzen berteigeführt werden könnte. Shanghai, 2. März. [Telegramm der „Agence Haoas^ Der Yung-Fluß, welcher nach Ningpo führt, ist bloflrt wmd n. Der Admiral Combet oombardirt Chinha-. wklche« den Eingang zu dem Fluss- beherrscht. London, 2. März. Die der Theilnahme an den Dynamit-Attentaten angeklagten Cunningham und Burton sind heute wiederum vor das Tribunal in Bowstreet geführt worden. Der königliche Promrator erklärte, er werde Zeugen beibringen, welche die Mitschuld Burton's an dem Dynamit-Attentate auf dem Bahnhofe Charing'Croß und an dem einige Tage später stattgehabten Attentate auf einem anderen Bahnhofe Londons darthun. New-Uork, 2. März. Eine Depesche aus Panama meldet, die reno* lutionäre Bewegung in Kolumbia dehne sich weiter aus, in einem Gefecht in der Provinz Barranquilla seien die Regierungs-Truppen geschlagen worden und hätten 60 Mann an Todten, 200 an Verwundeten und 300 Gefangene verloren. Die Stadt Cartagena, welche die Basis der Operationen der Regie» rungs-Truppen bilde, werde von 800 Aufständischen belagert. & £ a 1 « & Gießen, 3. März. Tagesordnung für die Stadtverorbneten-Sitzung am Donnerstag de« 5. Miirz 1885, Nachmittags 4 Uhr. 1. ßoealftatut zur allgemeinen Bauordnung. 2. Das Feuerlöschwesen. 3. Gesuch des Kaufmanns Johannes Bernhardt um taufchweife Ueber- lassung städttschen Geländes. 4. Festsetzung der Baufluchtlinie für die MäuSburg und bte Waagertgasse. 5. Baugesuch des Fabnkantm August Ackermann. 6. Gesuch des Kaufmanns Wilhelm Zurbuch nm Erlaubniß zur Anlegung eines erhöhten TrottotrS vor seinem Hause. 7. Anlegung eines FußwegS von der Wtlhttm- refp. Ludwigstraße biL hinter die Actienbraueret. 8. Bedürfnisse für die städtischen Schulen. 9. Anbringung von Handlehnen an einzelnen Zugängen zu« Stadtdach. 10. Befreiung der Obrrhfffifchen Eisenbahnen von OctroL 11. Das Feuerlöschwesen. 12. Verwerthung von Etchen-Stammholz im SubmisstonSwege. 13. Die Vergebung der Krug'schen und Lony'schen StiftungSzinsen. OattM und Der-ehr, Gieß en, den 3. März. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfund JL. 0.85—0.90, Hühnereier pr. St. 5 Enteneier pr. St. 6 Gänseeier 11—00 Käse pr. Stück 4—8 Kasematte 2—3 H, Erbsen pr. Liter 20 Linsen 24 Tauben per Paar 0,80—1,00 Hühner per Stück 1 20—1.70, Hahnen pr. Stück X 1.40—2.00, Enten per Stück X 2.00—2.50, Gänse per Pfund 00—00 Welsche JL 00.00—00.00, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 50—60 4, Hammelfleisch 64—70 4, Kalbfleisch 48—50 Kartoffeln per 100 .Kilo 3.50—450, Milch per Liter 12—16 Zwiebeln per Gentner X 4.50—5.00, Weißkraut vr. Stück 0—0 Frankfurt, 2. März. (Getreide-Vreise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer JL 18,75-19,00, fremder JL 18,75-19,50, Roggen eff. hics. JL 15,75-16,00, fremder vH. 15,75—16,25, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer «X 17,50—18,50, fremde X 18,50—20,00, Hafer eff. hies. JL 14,50—15,00 fremder JL 14,50—15,75. — Rüböl eff. ohne Faß dies, in Partbien von 50 Ctr. 30,00. Branntwein eff. ohne Faß vH. 39. Frankfurt, 2. Mär;. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- trieben waren 328 Ochsen, ca. 9 Bullen, ca. 353 Kühe und Rinder, ca. 291 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 66—00, 2. Qual. X 60-63, Kühe und Rinder l.Qual. JL 58 —60, 2. Qual. X 50—00, Kälber 1. Qual. 60—65, 2. Qual. X 50—55 per 100 Pfund Schlachtgewicht. •R. gfar. Zoll. Niederste Mittlere — 9,0 4- 2,99 + 0,68 + 11,8 Temperatur in Gießen Februar 1885. Mittel früherer Jahre Höchste ... Niederschlag an 14 Tagen . 1,85 „ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 1,49 Odtth-M Mittwoch bett 11 . . von Morgens 9 Ul * in bem Gmeindewc M versteigert werben: •200 Eichen-Stännne vo* 6tm- Mm, tut 0 Bllchen-Stärnme vc J «ttchn-SiinM Durch», SÄ ffi Äfen Vorkommen ksenmg (112 A oO A kMemg(26^^'^ M), Steinhauerarde 'M jur die bei dem Mchlchs in AbiheW Selben Straße vorkon ^arbeit (168 Ä 80 pdliejerMg (36 lieseMg P3 M (10 A desgl.für bte] ter MderbM in beri. non .Hirzenhain vorkommi nbeit (60 A Stei ("252 X) können bis zur Samstag den 14. Vormittags 101 8bei uns eingereicht werbet i öffnuntj ber geböte fini M $oranjcf)(äge, Zeich Vebi/WW liegen bei uns Ma, ben 1. Mrz 18 GO. Kreisbaumnt1 3- V.'. von Riefsel, Bi J ein . Aen n ?jlaunnnefe Mel , 73 28 Nelfis 93 test* rb , »virföH.'i .• ^nif Ni...' dih ■)' W 20 Rm. 36 Felsenkeller. 1483 Meter Länge, 270 empfiehlt 1301 106 ff Eichen, 4 Mtr. lang, zu 64 130 M Öbslbäuine empfiehlt 1437 billigen Preisen 605 Nadel-Scheit, wo- 300 ii Neuen Baue 17. 1352 9020 Nadel-Wellen, 51 99 Köhler. 1496 eg.-Bez. Stralsund. 236 132 16,61 394 1232 1505 ä t II Eichen Nadel 5000 156 n tt tf 7 18 5 146 34 1580 215 4900 34 Bnchen-Wellen, Erchen-Wellen, n H ii Im Auftrag: Müller. meter, Nadel-Derbstangen mit Keikgeöotenes. Zwiebeln 69 20 114 Buchet! Eichen Aspen Erlen Rm. Nadel-Reiser, Nadel-Wellen, empfiehlt 13 Lorris Rothenberger, Neuenweg 22. Bau-, Werk- und Nutzholz. Eichenstämme mit 12,24 Festm., darunter Stämme von 45 bis 48 Ctm. Durchmesser, Erlenstämme mit 2,69 Festnr., Fichtenstangen mit 0,49 Festm. Die Zusammenkunft ist auf der A. Brennholz. Schetth. Prngelh. Stockh Reish. Eichen-Knüppel, „ Stockholz, Nadel-Knüppel, _ Carl Berger. Bettfedern, Daunen und Rosshaare bester Qualität, empfiehlt zu Hölz-Versteigerung. Freitag den 6. März, von Morgens 9 Uhr an, oll im Garbenteicher Gemeinde- mald und Markwald nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung kommen: Holz-Versteigerung. Donnerstag den s. März, von Vormittags 9 Uhr an, werden im Groß-Lindener Gemernde- wald, District Virkenstock und Sand- Holz - Versteigerung. Mittwoch den 11. März, von Morgens 9 Uhr an, sollen in bem Gemeindewald zu Langsdorf versteigert werden: 200 Eichen-Stämme von 18 bis 59 Ctm. Durchm., euch. 50 Fstm-, 9 Buchen-Stämme von 36 bis 47 Ctm. Durchm., enth. 6,90 Fstm., 45 Hainbuchen-Stämme von 17 bis 36 Ctm. Durchm., enthaltend 17,50 Festm., 1 Birken - Stamm von 38 Ctm. Durchm., enthaltend 0,97 Fstm., 1 Elsbeer-, 2 Aspen-Stämme, 87 Eichen-Stangen, Wagnerholz, 88 Buchen-Langwieden, 97 Buchen-Pserchpfähle, 2760 Fichten-Stangen, enth. 49 Fstm. Langsdorf, den 2. März 1885. Großh. Bürgermeisterei Langsdorf. Holz-Bersteigeruntz. Donnerstag den 5» und Freitag den «. März l. I., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll im Leihgesterner Gemeindewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 2 Rmtr. Eichen-Scheit, Holzhersteigerung. Im Bettenhausener Mark- und Gemeindewald soll Mittwoch den 4. März, Vormittags 9 Uhr anfangend, H. F. Naffauer. Kreuz 6. Holzdersteigerung im Gießener Stadtwaid. Montag den 9. März 1885, von Vormittags 9 Uhr an, oll im Gießener Stadtwald in den Districten Hochwarte und Mühlberg nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Stunde im Distrikt Rothläufchen, am Vicinalweg von Garbenteich nach Grüningen. Gardenteich, am 1 März 1885. Großh. Bürgermeisterei Garbenteich. Schwarz. 1453 Hettwerk und billige Kedern Holz, Buchen- und Nadel-Wellen, Hainbuchen-, Kiefern- u. Fichten- Stämme von 10—32 Ctm. Schnittholz geeignet, Nadel-Stämme mit 30,53 Fest- B. 36 Durchm. u. 7—21 Mtr. Länge, Bemerkt wird, daß mehrere Raummeter schöne Hainbuchen-Knüppel, für Müller geeignet, dabei sind. 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MÄ Ein Beamter sucht zwei fein mobtij Mch^n Qin^ K-K: Ngfoitoö? s'ite 1258 Ei» brave» Madchei mit guten Zeugniffen. wir für Hausarbeit auf möglich bald gesucht. — Zu erfrage, bei Frau Schirmer, tt Oppenheimer'fchen Haust Wallthorstraße.__ 955 Einen Lehrling sucht _________Georg Böger, Mechaniker. Lehrmädchen werden in ein hiesig Putzgeschäst gesucht- 954 Zu erfragen in der Exped. d. Bl- Ein braves Mädchen vom Lande wird gesucht- Zu erfragen in der Expedition d^Bl.______________________ 1375 1378 Eine Lehrerstochter (22 Jahr) vom Land, gelernte Maschinennäherin, sowie in allen Hausarbeiten auf das gründlichste erfahren, sucht Familienverhälklisse halber Stelle. Auf Wunsch kann eigene Nähmaschine mitgebracht werden; auck wird mehr auf familiäre '.Behandlung als auf hohen Lohn gesehen- Näheres in der Exped- d- Bl-________ 1322 Au OSern suche ich einen Lehrling mit guten Schulzeugnissen und erbitte schriftliche Offerten. Arnold Mueller» Ein kräftiges Mädchen, welches in allen Hausarbeiten u- in der Küche erfahren ist, wird gesucht. Nur wirklich tüchtige wollen sich bei der Exped. d. Bl- melden. Auflage 331000; das verbreitetste aller deutschen Blätter überhaupt; außerdem erscheinen Uebersetznngeu in zwölf fremden Sprachen.