Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag» tHirr»* : vchulßraße 7 Großherzogliche Provmzial-Direction Rheinhessen- Küchler. Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Sri Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark riitzureichen- Mainz, ben 29. Januar 188a. Gießen, 3. Februar. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am DO«ner»tag den B. Februar 1885, Nachmittags 4 Uhr- 1. Ablösung der BettragSpst-cht der Civilgemetnde Gießen zu den Bedürfnissen der evangelischen Kirche daselbst. 2. Klage gegen den OriSarmenverband Haarheim- 3- Die Beschaffung von Jsol'rräumen. f 4 Gesuch des Metzgerwetfter« Hermann Euler um Bauerlaudnltz. 5. Gesuch des Christoph Rüdsamen um Ueberlassung von Kieslagerplätze». 6. Anschaffung emeS ClavicrS für die höhere Mädchenschule. 7. Kostendecreturen. Gießen, 3. Februar. Wie wir zuverlässig mittheilen können, wird unS in den nächsten Tagen der seltene Genuß bevorsteheu, Richard Türschmann, der seinn Kunst auch hier in Gießen rasch so viele Freunde und Verehrer erworben hat und erst vor kurzer Zeit in Petersburg und Prag reichen Beifall erntete, in unserer Stadt sprechen zu hören. Wir werden unS noch erlauben, näher hierauf zurückzukommen und bemerken nur zum Schluß, daß auch die Wahl der Recitatton, ,Shakespeares Kaufmann von Venedig", eine vielversprechende ist. Darmstadt, 2. Februar. Der Abg. Schade hat zwei Anträge bei der zweiten Lamm« -^gebracht, d?ren erster die Einstellung eines Betrage« von 3000 Xm da« Budget für Schulgelder an unbemitteltere Ackerbauschüler, sowieSttpcndten für ^eoret'sch auSgedtldcte Ackerbauschül.r zweck« ihrer weiteren praktischen- «uSb ldung verlangt, während der zweite 3000 e Abgeordneten Kugler und Böhm beantragen die^Bewilltg' uni e*rfS Staatszuschuffe« i Fonds perdu von 785,000 Jt für einen kV ent. Privat Unternehmer d?r eine Nebenbahn Offenbach u. M -Dteburg-Remheim mit Abzwe'gung über TempUseemühle nach Ober-Roden, resp. einen Thetl dieser Strecken bauen und betreiben will. In letzterem Falle sind die Zuschüsse wie folgt berechnet. Offenbach. Dtebura 400 000 Jt Diedurg-Relnheim 150,000 X, Offenbach-Tempelseemühle-Nteder ««den 935 000 JL — Die Abgeordneten Dogt und Jö ckel Haden beantragt, einen knt^echendm Betrag für Erhaltung und R.stauraOon der Schloßruine.Münzenberg tn da4 Budget aufzunehmen, deSgl. einen Betrag für Regulirung der Ufa th tb weiser Rückerstattung der Kosten, welche den Gemeinden Ober- und Nieder-Mörlev bei dem letzten Hochwasser der Ufa verursacht worden. Telegraphische Tepeschen. Wolff » telegr. Correspondenz-Burcan. Leipzig, 2. Februar. Die Verhandlung in dem LandeSverrathS-Proceffe -aeaen den Kaufmann Janssens aus Lüttich und den Geschäftsmann Rnipper cu« Birkenfeld ift vom Reichsgericht auf ben 2. März anberaumt worden Es bandelt sich in dem Proceffe um die Veruntreuung fecreter militärischer Acten. Haag, 2. Februar. Die verwittwete Prinzessin Heinrich der Nieder- derlande, älteste Tochter Sr. König!. Hoheit des Prinzen Friedrich Karl von Preußen, bat sich mit dem Prinzen Albert von Sachsen-Altenburg verlobt. Haunover, 2. Februar. Der „Hannov. Cour." veröffentlicht einen Brief aus Dubrica vom 4. v- Mts., Inhalts deffen der Koroetten-Kapltan (Sbüben von der deutschen Kreuzer-Korvette „Ariadne" am 1. Januar cr. eme b-i-pedition nach Bramiah und 'J)atia unternahm. Der König von Bramiah hatte den Wunsch ausgesprochen, sein Gebiet unter deutsches Protectorat gestellt zu sehen Nachdem der König indeß auf das an ihn gestellte Verlangen Ver- träge mit Frankreich vorgelegt hatte, aus denen die Ansprüche Frankreichs aus sein Gebiet klar hervorgingen, wurde von einer Protectorats-Erklärung abgesehen. Dagegen wurde das von den Flüffen Bramiah und Dubrica umgrenzte Land Capital) durch einen am 2. Januar cr. mit dem Könige abgeschlossenen Vertrag unter deutsches Protectorat gestellt, das Aufhiffen der deutschen flagge erfolgte Abends 5 Uhr m Gegenwart des Kapitäns Chüden, des Kapitän- Lieutenants vu Bois und der Officiere der „Ariadne", sowie des Königs von Cavitav mit feinen Unterthanen. . l . Bern, 2. Februar. Die englische Gesandtschaft theilt den Beitritt der Kolonie Neusüdwales ;um internationalen Telegraphen-Vertrag mit. London, 2. Februar. Der in der Umgegend von London verhaftete John Gilbert Cunningham erschien heute wiederum vor betn Polizeigerichte in Bowstreet. Der Staatsanwalt theilte mit, bei dem Verhafteten fei eine kleine Maschine gefunden worden, die geeignet sei, Dynamit zur Explosion zu bringen- Auf die Fragen der Polizei habe der Verhaftete nicht genügende Auskunft in OA«hon geben können. Aus seinem Absteigequartier hat der Verhaftete einen den er aus den Vereinigten Staaten mitgebracht hatte, verschwin- ^Die Verhandlung gegen den verhafteten Cunningham wurde schließlich Petersbura?2.^Februar. Der.Reglerungs-Avzeiger" veröffentlicht eine Gesetz- novrlle, noch welcdrr folgende Zollerhöhungen eintreten sollen: Bei 6-f°lrn'en Wvgev Stockfischen und anderen getrockneten oder gedönten Fischen um , ^oldkopeken, bei dem flher die europäische Grenze zur Emfuhr kommenden Thee leder Art um 400 Goldkopeken, bei Traubenwem in Fäffern um 95 Goldkopeken; bei gedrillter und gesponnener Seide bei gehaspeltem Setdengarn uwd Nähgarn, bei Garn ouS bou^e de soie oder Flockseide mit oder ohne Zusatz von Wolle oder Flachs, ungefärdt, um 800 aefärbt und gedruckt um 1600 Goldkopeken; bei Olivenöl, Baumöl, sowie bn allen vegetabilischen Seien um 20 Goldkopeken per Pud; bet Schaumweinen tn Flaschen um 15 Goldkopeken per Flasche. Die E nfuhr von Korinthen bleibt zolliret. Die genannten Zollerhöhungen werden mit der Veröffentlichung derselben im Grfetz- blatte, also morgen, hi Kratt treten. £9 Mittwoch den 4. Februar 1886 Gießener Anzeiger Amts- »nd Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. ^chdem die auf dem Ringei.hauser Has befindlichen Schaf- d-d Philipp N-ichhard. >>. au. Raberiahausen wegen Bachandenfen.» der Räude- i0 ,Dirb bk6 SSg»6*____: Bekanntmachung. 3m Graßherzaglichen G-fänaniß dahier ist die Stelle einer K--°k-nwä,tert° erledigt und safart wieder zu befetzen. M.t dieser Stelle ist em Gehalt von ti(K) Jt pro Jahr «ebst tt-!er Wohnung Heizmig 0 n| e”b” renb‘ j unter Beischluß der Zeugnisse über srühere Dienst, thatigkeit^owü^über 5 Vermagen-v-chältnisse und^eumund .letztere ausgestellt -an der Or.dbehärde) bei der „nterzeichneten Stelle Oestentliche Litzung deS ProvinzialanSschuffes der Provinz Ober- atmenoer^aJb N'eder-MaoS waren al« Sertreter be8 Warthorst für dcn Rechtsanwalt vr. Guts lei sch und als Vertreter deS Beklagte» RechtS^^l^Metz^chienen^ ÜOn Zeugen erkannte der ProvtnzialauSschvß rn ^^^ung, ($nlr(j)ejbung Rechtsstreites allein davon abhängt^ ob alS'Unter- stützungs wohn sitz des Urban Hofmann der OrtNieder-Moos, wie Kläger behauptet, oder Bulmke bet Schalke, wie B klagter behauptet, angesehen werden muß» daß für di°lke jdWJ« « seine frühere Beschäftigung bei seinem bisherigen Dienstherren wi genommen hat, 3. »Ä W Landarm enverband des KreiseS Frtedbe g w $crtrrter des Klägers RechtÄwktt°LVtz°,"alg Vettrkte7d-7 W« ®end>tbacceffift Belke für ben Rechtsanwalt Jöckel erschienen. Der Provtnzial-AuSschuß erkannte. beTl eingeklagten Betrag von „daß Beklagter schuld g ist, an den Zustellung der Klaae an, 119.55 JL nebst 5pCt, Zwsen ^häfer mit95 JL jäbrhcb sowie da« Kostgeld des Kind s^d S ** bfT uebernahme diese, Kindes zu vom l. Juli l. 3. an * Rervfleguvg zu übernehmen, die Kosten deb $Sa™re^ iU tragen und an bie Proolnz.alkafie.etnen Aversionald.trag von 20 zu bezahlen.- Die EnischeidungSgründe lauten. bcrcit8 {m 3fl^rc 1877, wie er gngibt.fber «ftnam Äeri®te: IM wie seine Fi°u angegeben hat, sest,«. WohnsiS iu Obcr-Moo« aufgegeben ha», muß noch den am 28. v. Mts. vor Großh. KreiSamtr Lauterbach abgegebenen übereinstimmenden eidlichen Erklärungen einer Anzahl nicht zu beanstandender Zrugen zu Gunsten der Behauptung des Konrad Schäfer entschieden werden. In Betreff der weiteren wesentlichen Thatsache, daß Konrad Schäfer vom Jahre 1877 bi« zur Zeit der in Niederwöllstadt am 7. Februar 1883 eingetretenen HülfSbedürftigkett sich nirgend« 2 Jahre lang ununterbrochen aufgehalten hatte und daß er demzufolge zu dieser Zett landarm war, kann nach dem Inhalte der Acten Irgend welchem Zweifel nicht unterliegen. Die HülfSbedürftigkett de« Konrad Schäfer wird von dem Beklagten nur für die ^elt vom 20. Mat bi« 1. Juli v I. bestritten. Ein ausreichender Grund für dtefe Beanstandung ist nicht ersichtltch. DieHalfSdedarftigkett dcS Konrad Schäfer war bl« dahin veranlaßt durch die Existenz feiner Frau, feine« KindeS und seiner eignen Unfähigkeit zu ausreichender Erwerbung. Durch den am 4. Juni erfolgten Tod seiner Ehefrau fiel nur eine Veranlassung seiner HülfSbedürftigkett weg; die Noth- wendigkett der Unterbringung seine« Ktnde« blieb fortbestehen. Die Frage, ob K o n r a d Schäfer, wenn er ein fleißiger Arbeiter wäre, die Kosten für sich und sein Kind selbst bestreiten könnte, kann nicht in Betracht kommen. Zur Begründung de« Ansprüche« de« zur vorläufigen Unterstützung verpflichteten Klägers genügt die Thalsache, daß Konrad Schäfer für sein Kind nicht sorgte und daß Kläger hierdurch zur Unters brtngunn de« Kinde« genöthtgt war. Sache de« zur Unterstützung definitiv verpflichteten Ärmenve^bände« ist e«, den Konrad Schäfer zur Unterstützung seine« Kinde« In geeigneter Weise zu veranlassen. Konrad Schäfer hat Ober-Moos am 20. Mat v. I. augenscheinlich nur mit Rücksicht auf das ihm verwilltgte Reisegeld verlassen und bat bi« zum 1. Juli v I nur von diesem und vom Betteln gelebt; für die Annahme, daß er während dieser Zett von ferner Arbeit sich und sein Kind ernährt habe, liegt auch nicht der mindeste Anhaltspunkt vor. Dieselbe HülfSbedürftigkett, die am 20. Mat vorhanden war, dauerte deshalb om 1. Juli noch fort. Da dte Verwtlltgung von Reisegeld nicht alS ein Act der öffentlichen Armenpflege gelten kann, so mußte der Ansatz vom 20. Mat mit 10 JL gestrichen werden. Kläger kann damit zufrieden sein, wenn die augenscheinlich beabsichtigte Abschiebung in so billiger Weise von ihm gesühnt wird. Da die Hülfsbedürftigkeit augenscheinlich nicht alS eine bald vorübergehende angesehen werden kann, so mußte dem Anträge de« KlägrrS auf Uebernahme de« Kinde« de« Konrad Schäfer in eigne Verpflegung de« Beklagten stattgegeben werden." In Betreff der Reclamation gegen dte Bürgermetsterwahl zu Retmenrod verwarf der Provlnzialausschuß den gegen dte Entscheidung deS KretS- auSschufse« Alsfeld verfolgten Recur« und verurtheilte den Recurrenten in dte Kosten de« Verfahren«, sowie zur Zahlung eines AverstonaldetrageS von 20 JL In die Pro- vinzialkasse. , Da« Sachverhältnitz ergibt sich au« nachstehenden Entscheidungsgründen: „Für dte Entscheidung dieser Angelegenheit sind nachfolgende Thaisachen von Bedeutung: 1) daß vor der am 6. März l. I. stattgefundenen Wahl deS Bürgermeisters eine vorschriftsmäßige Offenlegung der Liste der Wahlberechtigten statt- gefnnden hat, 2) daß zur Zett der Offenlegung Heinrich Wilkcr noch nicht in Concurs verfallen war und detzhalb auch seine Aufnahme tn die Liste nicht beanstandet worden ist, 3) daß vor der am 14. März l. I. stattgefundenen Stichwahl eine nochmalige Offenlegung der Liste nicht erfolgt ist, 4) daß Heinrich Wtlker zur Zett der Stichwahl bereits tn ConcurS verfallen war, 5) daß Heinrich Wtlker bet dieser Stichwahl abgesttmmt hat, 6) daß diese Abstimmung von Einfluß auf das Ergebniß der Wahl sein konnte, weil da« Resultat der Wahl mtt der Majorität von einer Stimme erzielt worben ist. Recurrent beanstandet das Erkenntniß erster Instanz, weil zur Zeit der Offenlegung der Liste eine Beanstandung der Aufnahme de« Heinrich Wtlker nicht möglich gewesen sei, da damals der Grund der Beanstandung noch nicht Vorgelegen hätte. Diese Beanstandung entbehrt der gesetzlichen Begründung. Nack Art. 31 der Landgemetndeordnung und $ 40 der Wahlanleitnng finden die Art. 21 —20 der Landgemctndeordnung auf dte Wahl de« Bürgermeisters Anwendung. Nach Art. 21 der Landgemeindeordnung sind Diejenigen al« stimmberechtigt zu betrachten, welche in die festgestellte Liste ausgenommen sind. Nach Art. 25 ist, wenn eine Wahl für ungültig erklärt wird, dte wettere Wahl auf Grund der bet der vorige» Wahl benutzten Liste abzuhalten. In Gemäßheit dieser Bestimmungen wurde auch von Großh. Ministerium de« Innern in mim. 12 und 110 der „Entscheidungen" anerkannt, daß bet nochmaligen Wahlen nur diejenigen al« Steuerrestanten zu behandeln sind, welche schon bet Feststellung der Liste für die vorhergehende Wahl al« solche bezeichnet wgren und nicht inzwischen ihre damaligen Steuerrückstände bezahlt Haden. Genau derselbe Grund, daß nämlich die zweite Wahl auf Grund derselben Listen der Stimmberechtigten mtt denselben Bestimmungen ftattftndet, welche bet der ersten Wahl zur Anwendung gebracht wurden, ist aber auch für dte vorliegende Frage ent- schetdend. Dte Stimmsahigkett de« Heinrich Wtlker ist lediglich nach der ersten Liste zu beurteilen., und deßhalb kann nichts darauf ankommen, ob er zur Zett der zweiten Wahl feine Stimmsähigkett verloren hatte. Daß etz sich in dem vorliegenden Falle nicht um eine auf eine GemeinderathS- wähl folgende Bürgermetsterwahl, sondern um eine auf eine Bürgermetsterwahl folgende Stichwahl handelt, kann felbstverständltch zu Gunsten der Reclamation nicht in Betracht kooimen. Gerade bet einer Sttchwahl gewinnen dte Gründe, welche für dte fraglichen gesetzlichen Bestimmungen maßgebend waren, doppelte« Gewicht " In Sachen des OrtSarmenverbande« Frankfurt a. M. gegen den OrtSarmenverbaud Ulfa wegen Unterstützung der Lina Eckhardt erkannte der Provinztalousfchuß in Erwägung, daß nach dem Ergebnisse der eidlichen Vernehmung de« Alexander Eckhardt vor dem Amtsgerichte Bockenhetm ein Zweifel darüber nicht obwalten kann, daß derselbe feinen UnterstützungSwohnsitz zu Bockenheim zur Zeit der eingetretenen HülfS- bedürftigkett seiner Tochter, om 14. März l. I., bereit« erworben hatte, weil er bereits Int Jahre 1875 den Mittelpunkt seiner wirthschaftltchen Thättgkeit von Ulfa nach Bockenhetm verlegt und bis jetzt betbehalten hat; daß tnLbesondere nach dieser Angabe der zeitwetligen Rückkehr deS Alexander Eckhardt nach Ulfa nur der Charakter eines Besuches beigelegt werden kann, weil dieselbe nur selten und immer nur für einige Tage ftattfand; daß auch die Erwerbung deS Unterstützungswohnsitzes zu Bockenheim nicht durch den Umstand unterbrochen werden konnte, daß nach Angabe deS Klägers an dte Familie de« Alexander Eckhardt während einer so langen Zett Unterstützungen geleistet worden seien, daß hierdurch die Erwerbung deS Unterstützungswohnsitzes zu Bockenheim unmöglich geworden sei, weil nach Inhalt der requirirten Rechnungen die sraglichen Unterstützungen an Alexander Eckhardt'« Kind — in den Jahren 1880 1881 und 1882 fc 5 JL — nicht aus Mitteln der Gemeinde Ulfa, sondern aus Mitteln der Kirche Ulfa von dem Kirchenvorstande daselbst verwtlligt worden sind, während Verabreichungen an« milden Stiftungen nicht als öffentliche Unterstützung im Sinne de« $ 27 des UnterstützungSwohnsitzgesetzeS betrachtet werden könne (vergl. Dr. Hermann Stolp, dte deutscheStaatsangehörigkeitS- und HeimathS- Gefetzgebung pag. 31 pos. 3, Wohler«, das ReichSgesetz über den Unterstützung«- Wohnsitz, Auflage 11. pag. 19, Dr. Georg Eger, das Reichsgesetz über den Unters stützungswohnsitz, pag. 3), zu Recht: „daß die Klage al« unbegründet abzuweisen und Kläger in die Kosten de« Verfahrens, sowie zur Zahlung eine« AverstonaldetrageS von 30 J4 tn die Provtnzialkasse zu verurtheilen ist." In Sachen de« OrtüarmenverbandeL Nteder-Etsenhausen gegen den Ort «arme nöerbanb Melbach wegen Unterstützung de« Daniel Seemann resp. dessen Kinder erkannte der Provinzial- ^uvschutz nach Vernehmung einer Anzahl von Zeugen „daß Beklagter schuldig sei, an den Kläger dte eingeklagten 170 JL nebst bpCt. Verzugszinsen von Zustellnng der Klage an zu zahlen, dte Kosten des Verfahrens zu tragen und an dte Provtnztalkaffe den Averfionalbetrag von 20 ju entrichten." Die EntscheidungSgründe lauten: ^Beklagter hat nicht in Abrede gestellt, daß Daniel Seemann zur Zett der seiner Familie vom Kläger geleisteten Unterstützung feinen UnttrstützungSwohnsttz I« Melbach hatte, unb nur behauptet, die Ehefrau deS Daniel Seemann hätte in Gemäßheit der SS 17 unb 19, Absatz 2 de« Rdchsgesetze« über den UnterstützuugS- wohnsitz In Nieder-Etsenhausen ihren selbstständigen Unterstützungswohnsitz erworben. Nach dem Ergebnisse der Verhandlungen kann diese Ausnahme von der allgemeinen Regel, nach welcher die Ehefrau dem Unter stvtzungswohnsitze deS Ehemannes folgt, nicht als vorhanden angenommen werdem Die Behauptung nämlich, Daniel Seemann habe feine Ehefrau böslich verlassen, stützt sich nur auf die Angabe der Ehefrau; dieser Angabe steht aber die Thatsache entgegen, daß Daniel Seemann am 3. October 1882 bei Großh. KretSamte Friedberg um Ermittlung deS Aufenthalts« feiner Ehefrau nachgefucht hat. Ein Grund für die Annahme, daß dieser Antrag nicht ernstlich gemeint gewesen sei, ist nicht erstchtlich. Bei der Unbescholtenheit des Daniel Seemann ist im Zweifel auf dessen Angabe mehr Gewicht zu legen, al3 auf diejenige seiner vagadundirenden, einem lüderlichen Lebenswandel ergebenen Ehefrau. Wenn auch nach dem 3. Octoder da« von der Ehefrau behauptete Verhalten de« Ehemannes eingetreten wäre und aus demselben auf eine böswillige Verlaffung geschlossen werden könnte, so würde doch die Frist zur Erwerbung des selbstständigen Uaterstützungs- wohnsitzeS in Nieder-Eisenhausen für dte Ehefrau erst von der Zeit dieses Verhalten« an laufen können und deshalb zur Zeit der eingetretenen HülfSbedürftigkett — am 1. August v. I. — nicht abgelaufen fein." Vermischtes. Darmstadt, 31. Januar. fPosiperfonalnachrichten.) 1. Ernannt ist der Telegraphenasststent Dorn in Mainz zum Ober-Telegraphenoiststenten. 2 Angestellt sind der Postasststent Do l ding er auS Freiburg (BreiSgau) bei dem Postamte tn Heppenheim (Bergstraße) unb der Postassistent Griesheimer in Viernheim, letzterer alS Postvcrwalter. 3. Versetzt sind die Telegraphendirrcioren Pahl von Mainz nach Posen und Meyer von Wiesbaden nach Mainz, die Telegrophenassistenten Werner in Mainz und Becker tn Darmstadt nach Berlin behufs ihrer Anstellung alS Telegrapheu- fecretotre unb ber Telegraphenasststent Dreser von Heppenheim (Bergstraße) nach Worm«. AlSfelb, 28. Januar. Se. König! Hoheit ber Großherzog hat zum wetteren Aus- unb Umbau des hiesigen Raihhauses 500 „M an Herrn Kreisrath Hoffmann überfanbt. Der Betrag wird zur Herstellung der Fronte de« Rathhauses verwendet. Zur Instandsetzung der beiden Thürmchen mtt den Helmspitzen soll, sobald der Kostenüberschlag von dem Techniker oorgelegt wird, eine Lotterie veranstaltet werden. Da8 Comiiü beabsichtigt dte Lotterie vorerst auf den Krei« Alsfeld zu beschränken unb im Falle die erforderlichen Mittel auf diese Weise nicht blschafft werden können, mtt Genehmigung Großh. Ministeriums den Vertrieb der Loose auf daS ganze Land auszudehnen. (D- Z.) — Den Soldaten deS 11. Armeecorps ist ein Befehl des General-CommandoS bekannt gegeben worben, wonach jeder Soldat bet Vermeidung von Disciplinarstrafen verpflichtet ist, ihm bekannt werdende Fälle von Mißhandlungen zur Kenntniß der höheren Vorgesetzten zu bringen. Mainz. Der diesjährige Carnevalszug wird nach dem Beschlüsse deS Comltäs folgende Gruppen enthalten: 1) Gärtner. 2) Pferdebahn-Restauration. 3) Ballet. 4) Aegypter — King Bell. 5) Töchterschule. 6) Glückslotterie. 7) Normal-Arbeitstag. 8) Penstonsfond. 9) Congo Conferenz 10) Prinzengarde. 11) Humoristischer Thter- kret«. 12) Klepverbuwe. 13) Die Moden. 14) Drei Gruppen Herolde. 15) Dampfbarlasse. 16) Oesterre cher. 17) Prinzenwagen. 18) Presse. 19) Angra-Pequena oder die neuen Colonien unter Einem Hut. 20) Comstä-Wagen. Hieran werden sich wahrscheinlich noch mehrere andere Gruppen reihen, Über welche noch feine definitive Entschließung gefaßt wurde. Um den Zug so glänzend wie möglich zu gestalten, wird die Kosse des Carmvalvereins den thetlnehmenben Gruppen auch diesmal namhafte Beiträge gewähren und sind hierzu insgesammt 16,000 JL bestimmt worden. Mainz, 2. Februar. Der Sergeant der Offenbacher Garnison, welcher wegen Mißhandlung eine« Soldaten aus Kostheim zu 6 Jahren Gesängniß (nicht, wie ursprünglich berichtet wurde, zu einer gleich langen Zuchthausstrafe) vcrurtyellt ist, wurde dem „M. I." zufolge am Samstag hierher gebracht, um seine Strafe in dem hiesigen Milttürgefängniß zu verbüßen. Frankfurt a. M, 2. Februar. Die Plakate des König!. Polizeipräsidiums, in denen auf die Entdeckung des Mörders Dr. Numpfs's eine Belohnung von 10,000 JL. gesetzt wird, sind seit vorgestern nicht nur an den Plakatsäulen, sondern auch an allen übrigen Orten von Amtswegen entfernt worden. Frankfurt a M , 31.Januar, lieber den bei Hockenheim verhafteten I uliuS Lieske gehen dem „B. T." aus seiner Vaterstadt Zossen folgende Mttthttlucigen zu: „Der Vater des LieSke lebt al« Arbeiter in Zossen und gilt als sparsamer und pflichtgetreuer Mann. Nachdem seine erste Frau gestorben, ve heirathete sich Lieske |en. noch einmal mit einer v-rhältnißmäßig jungen Frau, welche ihm einen Knaben unb ein Mädchen in die Ehe brachte. Non den vier Söhnen uuS dec ersten Ehe deS LieSke erlernte der älteste das Schmiedehandwerk unb soll in Brandenburg leben; der zweite ist Maurer. Der dritte Sohn ist der Attentäter Julius LieSke. Nachdem derselbe die Volksschule in Zossen mtt ziemlich geringem Erfolge besucht hatte, trat er bei dem alten Schuhmachermeistcr Steinecke, einem sehr ehrbaren Handwerker, in die Lehre und erlernte daS Schuhmacherhandwerk. Mit 19 Jahren ging Lieske auf die Wanderschaft und wendete sich nach der Schweiz, wo er sich längere Zeit in Alttorf aufhielt unb von wo er wiederholt an feine Angehörigen Briefe sendete. Diese Briefe sind bereit« vor einiger Zeit mtt Beschlag belegt worden. Der vierte Sohn des alten LieSke erlernte da« Schneiderhandwerk. Man vcrmuthet, daß Julin« fiteste diesen seinen jüngeren Bruder tn die anarchistischen Kreise, mit denen er selbst nachweislich vielfach in ber Schweiz verkehrte, mit hineingezogen habe.- Leipzig. Nachdem ber Kaiser das TodeSurtheil gegen bte Anarchisten NeinSborff unb Genossen bestätigt hat, wird dasselbe binnen kürzester Zeit zur Vollstreckung gelangen. Der Präsident deS Reichsgericht« ist kürzlich angewiesen worden. 2 Netch«. gerichiSräthe zu bestimmen, welche der Execution de« Urthetts, die wahrscheinlich im Zuchthause von Halle stattfinden wird, beiwohnen werden. Bonn, 1. Februar. Der „K. R.* berichtet man folgenden traurigen Vorfall: Stud. jur. Hr. Kr. aus Berlin, Sohn eines dortigen GeneralconslllS a. D., noch nicht volle 18 Jahre alt und erst feit dem vergangenen Herbst Student unb Mitglied de« hiesigen CorpS „Hanfea" kehrte heute gegen Morgen von einer Festlichkeit tn ber fiese- gesellschaft in seine Wohnung zurück unb etwa eine Stunde später fand man seine Leiche daselbst an der Thüre liegend vor. Eine brennende Kerze war vom Tische herunter» gefallen, hatte Teppich, Gardinen unb Bett entzünbet unb m bem dadurch entstandenen Rauch hatte der unglückliche junge Mann den Tob durch Erstickung gesunden. Vorübergehende, durch den hellen Feuerschein der Fenster aufmerksam gemacht, drangen tn die Wohnung ein, fanden aber bereit« die Leiche. Köln, 28. Januar. Wohl die letzten Gefangenen au« dem Kriege 1870/71, meint die „Kölnische VolkSzettung", haben das deutsche Reich verlassen. Gestern passtrten, von Wesel kommend, den hiesigen Centralbahnhof diejenigen Turkos, welche während ihrer Kriegsgefangenschaft einen Wächter ermordet hatten und deshalb zu langjähriger Festungsstrafe verurtheilt waren. Die Leute sahen recht gut auS; die französische Regierung hatte sie mtt neuer Monttrung versehen. - iZur Warnung.j Die Angewohnheit vieler Comptoirlsten, tn der Corre- spondenz rc. die persönlichen Fürwörter auszulassen, ist neuerdings in einem Falle empfindlich bestraft worden. In ber Rechtssprechung deS ReichS-Oberlanbesgericht« ist nämlich vor einiger Zett ein Fall entfchieben worden, demzufolge ein an eigene Ordre gezogener und vom Bezogenen angenommener Wechsel über 9000 J4: „Zahlen Sie u. f. w. an Ordre von selbst- deßhalb alS in einem wesentlichen Thetle unvoll- ständig und unverständlich für nichtig erklärt wurde, weil das Wörtchen „unß* fehlte. — Folgende lustige Geschichte unbefugter Anwendung deS Nothsignal« erzählte dieser Tage ein von Eisenach kommender Reisender. Nicht weit von ber Station Eisenach ertönte bte Pfeife ber Locomotive unb da dieselbe durch die Signalleine in Thätigkeit gesetzt worden, brachte ber Locomotivsührer ben Zug so schnell als es ging zum Stehen. Darauf sah man nach, wa8 vorgefallen sei und eS stellte sich heraus, daß sich die Leine um da« Horn eine« au« dem Viehwagen schauenden Ochsen ge» schlungen hatte. Die Versuche deS Thiere«, sich wieder frei zu machen, ließen die Pfeife ertönen und den Zug anhalten. Man befreite den Ochsen von der Leine unb fofort ging tl weiter n M Rth ■!' K^°b- b« -'-ÄL' J«« Daniel ?°uf diejenige 9rmal-Arbeitstag. !0rifiischer k-ter- de. 15) Dampf, zra-Pequena ober iran wtrbtn sich leine definitive in gestalten, wird MeSmal namhafte rorden. n, wdfyr wegen (W, oft uti rtgetlt ist. w»U In dem hiesigen rosizelprifidiums, Belohnung von Itn, sondern auch Meten Julius Mittheiluagen zu: :iamer unb pW' ch Lieske |in. noch n Knaben und em Im A- hei £lf« ‘ leben; d-r I®1*11 chdem betielbe bte le tut er bet bem r, In bte Seite unb if die WevdersMt IN uufM und Briefe find bnkstS «“t"cu8r'£ en feinen tich vielfach tn btr r4lfienfieln«b»rff r Bollstreckiwg^ nrben. 2 E waOrfeSetnW* »‘Ä betunter. >« Äbenes uhu,4‘’jorfibet- jfS*tö b,e em Kriegs ^erB oerlM'ß Welche per 6srr«- lk»'. .m si-alle nx in ^.ÄchtS ifr iin av J? jaW? feä’fe Sfe'SSj ML W> Odessa. 27. 3anuar. Der Adoocat Dr. Josef Rabbinowitsch la »tschevew, welcher für die Seele Ru-JSrael ward, wurde von orthodoxen Juden ermordet. Handel und BeeEehr. Gießen. den 3. Februar. Auf dem heutttzen Markt kostete: Butter per Pfund X 0 70-08^ Hühnereier pr. Stück 7—8 4, 6t 4-8 4., Kasematte 2-3 4, Srb'en pr. Liter 20 O>. Linsen 26 4,, Tauben per Paar 1,00—0,00 Ai, Hühner per Stück 130—1.50, Hahnen pr. Stück X 1.50- 2.40, Enten per Stück < 200—2.30, Gänse per Pfund 50-60 4>, Welsche X 0.00—00X50, Ochsenfleisch per Pfund 66- 68 A, $tub; und Rindfleisch 54—60 A. Schweinefleisch 50—60 4,. Hammelflei,ch M- 6S A, Kalbfleisch 50—54 4». Kartoffeln per 100 Kilo X 3BO-4.5O, Milch per Liter 12-16 4>, Zwiebeln per Ctr. X 4.00-0.00, Weißkraut pr. Stück 4-7 A> H.rborn, 2 Februar. Äus den beutiaen dteffa'N Markt wurden gebrecht: 573 Stück R ndv eh und 383 Sch oetne Der nüchstc Mark! ist cm DonnerStag den 26 F dr uor d. I. ikptrtoir der otninigtrn Itadttheatn jn Frankfurt a. W. Opernha«». Düvitaz den3.Februar: AbschtevSvorftellung des Herrn Perottt. Troubadour. (Manr'co. H rr P-rottt) Mittwoch den 4. Februar geschloffen. Donnc.tztag den 5. Februar: Violetta. Freitag den 6. Februar geschloffen. SamStag dev 7. Feduar: Don Juan. Sonntag den 8. Februar: Walküre. Schauspielhaus. DlenStag den 3. Februar: Die große Glocke. Mittwoch den 4. Februar: Na non. Donnerstag Den 5. Februar geschloffen. Freitag den 6. Februar: KönigSlteutenant. SamStag den 7. Februar: 9tcu rtnfluMrt: Pitt und Fox. Sonntag den 8- Februar: Vttt und Fox. Allgemeiner Anzeiger. RekanntmaMunq. Samstag, den *7. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Bürgermeisterei-Bureau zu Gawbach 3 Ballen Kaffee gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Muster liegen eine Stunde vor der Versteigerung aus dein dortigen Bürgermeisterei-Bureau zur Ansicht bereit. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Venator, 754 Grobherzoglicher Gerichtsvollzieher. Akademischer Gesang verein. Da die Ausführung des „Judas Maccabäus" schon am 12. Februar stattfindet, so können nur diejenigen Mitglieder an der Ausführung theilnehmen, welche die letzten Proben von Donnerstag an regelmäßig besuchen. 770_________________________________Der Vorstand 4olf,aer CefiensoerlMjeruiigsöanL Versich.-Bestaud am l.Jan. 1885:64 560 Pers, m 467 460 000 X. Bankfonds „ „ „......cq. 121600 000 „ Dersich -Summe ausbezahlt seit Beginn ca. 136 000 000 „ Neuer Zugang im Jahre 1884 ..... 38100 000 „ Dividende 1885 für 1880: 43 % der Jahres-Normalprämie nach dem alten Vertheilungssystem, 33 °/0 der Jahres - Normalprämie und 1,9 % der Prämienreserve als erstmalige Dividende nach dem im Jahre 1883 eingesührten neuen „gemischten" Vertheilungssystem, was im Verhältnis zur Jahres-Normalprämie für das jüngste beteiligte Versicherungsatter 34 % und für das höchste betheiligte Versicherungsalter 103_% als Gesantmtdividende ergiebt. 749 Neu Beitretende haben sich bei der Antragstellung für das alte oder für das neue Dividendensystem zu entscheiden. Alles Nähere zu ersragen bei Herrn F. Gros. Bahnhofstraße 66. Kranken-Unterstiitziings- und Sterbekasse-Verein. (Eingetragene Hülfskafie.) Montag, den S. Februar, Abends 8 XThr: Generalvers«ammlung im Karl Heil'schen Locale. Lagesordnung: Rechnungsablage, Vorstandswahl, Vereinsangelegenheiten. Die Rechnung liegt bei dem Präsidenten zur Einsicht offen. Die Mit- glieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. 769_____________________________ Der Vorstand. Dem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend die ergebene Anzeige, daß ich mich mit dem Heutigen als Musik-Lehrer niedergelassen. Ich ertheile Unterricht in Elavier, Violine und Gesang nach bester Lehrart mit durchaus practischer, leicht süßlicher Anleitung. Anmeldungen nehme in meiner vorläufigen Wohnung Keck'sches Haus, Neuenweg 62, sowie Herr Bäckermeister August Guhr, Bahnhofstraße 12, entgegen. Hochachtungsvoll 773 A. Frenzei. Lehrlings-Gesuch. Holz-Versteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den S. Februar 1885, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Districten Hoch wart und Faulerboden nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. SchrUH. Prügelh. Etockh. Reish. Rmtr. tömtr. Rmtr. Wellen Buche 59,1 327 91,9 8920 tziche *64,8 359 86,6 1900 Asoe 9 21,2 Erle — 4 — — Nadel — 1,5 18 1190 Doru — — — 570 B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 72 Eichenstämme mit 19,69 Fstm., 45 Nadelstämme mit 12,73 Fstm., 687 Nadelstangen mit 61,10 Fstm. Die Zusammenkunft ist an der Staatsstraße nach Lich, an der 9. Schneise Gießen, den 3. Februar 1885. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 779 A. Bramm. Hofiversteigerung in der Obcrförsterei Krofdorf. Donnerstag den 12. Februar, 9 Uhr in 1? r o f b o r f bei Wirth zrahlert, ans Schutzbczirk Krofdorf, Dfftr Buch: roalb 18b, wichen r 22 rm Klafter Nutz bolz. 2—5 m lang, zu Grubenholz, 22 rm Knüppel I. (51. bis 2 m lanfl, 60 rm Reiser Daselbst 23», wichenr 21 rm Hafter Nutzholz. 2—4 m lanfl, zu Grubenholz. 23 rm Stammknüppel bis 2 m lang, 35 rm Reiser: Buchen: 27 rm Scheit, 4 rm Knüppel, 70 rm Reiser; tiefen: 3 rm Scheit, 2 rm Stammknüppel. 5 rm Reiser Distr. uübbett 21». wichen: 133 Stämme UL u. IV. Cl , zum Haus- und Grubenbau. 30 rm Klafter Nlltzholz, bis 3 m lang, zu Grubenbau, 28 rm Scheit, 3 rm Knüppel, 507 rm Reiser; Buchen: 7 rm Stammknüppel, 1815 rm Reiser; Weichholz: 15 rm Reiser; sichten: 1 Ballftamm mit 0,14 fm k. I., 19 rm Klafter Nutzholz, bis 3 w lang, 2 rm Stammknüppel, 140 rm Reiser. Krofdorf, den 2. Februar 1885. *72 Müller, König! Oberförster Schlagen von Straken- unterhaltungsüeinen. Das Schlagen der zur Unterhaltung der Staatsstraßen im ganzen Baubezirk Gießen erforderlichen Steine soll SamStag den 7. d. M., Vormittags V210 Uhr, im B r a m m' schen Wirthslokale zu Gießen versteigert werden. Gießen, den 2. Februar 1885. Großh. Kreisbauamt Gießen. Walter. 759 Fortsetzung der Versteigerung der W. Th. Wittlich'schen Concurs- mafse Donnerstag den 5, Februar l. I., Mittags 2 Ubr, im Magazin in dem Löbe r'schen Garten: Branntwein, Cd, Honig, Schmierseife, Gurken in Fässern :c., sodann im Laden: Oelbehälter mit Maaß und sonstige Einrichtung, Feuerzeug rc. 577 Hoffmann, ConcurSverwalter. Ein Wohnhaus mit Nebengebäuden und großem Hofraum, in Wieseck, das sichk zu jedem Geschäfte eignet, ist preiswürdig zu verkaufen. Näheres bei 747 Friede. Vogel, Wieseck, ilfr. 282. Anfertigung von Zerren-, Damen- unö. Kinderwäsche, Herrenhemden mit 3fach leinenen Einsätzen von X. 3.— an. 606 Tadelloser Sitz garantirt. Herm. Aug. Müller. Für ein größeres Fabrikgeschäft an hiefigem Platze wird ein mit entsprechenden Vorkenntniffen versehener junger Mann zu alsbaldigem Eintritt in die Lehre gesucht. Selbstgeschriebene Offerten wolle man in der Expedition dsS. Blattes unter Nr. 430 niederlegen. _______430 9000 Mark auf 1 Hypothek zu 4xii°/0 zu leihen gesucht- Näheres in der Eiped. d. Bl. 775 Holz-Versteigerung. Freitag den 6. Febrrar l. I., von Nt'orqenS 9 Uhr an. soll im Beuern er Gemeindewald, Distrikte Entepfuhl, Buchberg unb vordere Mark, nachverzeichnetes Hol» versteigert werden: 10 (Ächen-Stämme mit 3,51 Fstm, 80 Nadel-Stämme mit 26,97 Fstm., 3 Eichen-Derbstangen m. 0,28 Fstm., 485 Nadel-Derbstangen m. 31,58 Fstm. Die Zusammenkunft ist oberhalb Fünshausen. Beuern, den 2. Februar 1885. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Otto, Bürgermeister. 746 Seitgcöolenes. Gremischte Obst-Marmelade ein vorzüglicher Ersatz für Honig pr. Pfund 50 Pfg. empfiehlt 760 Carl Schwaab’s Dclicatessenhandlung. Hamburger J’ifdjfjnnöfuriß. Große Lendung 1000 Pfd. lehendfrische Schellfische, Cabliau, grüne Häringe, pr. Pfund 10 Pfg. Weißfische, Schollen, Rollmöpse, Sardinen, gcr. Fettbücklinge, 3 Stück und 4 Stück 25 H rc. empfiehlt 784 _________________«. «och. Geräucherte Lachshäringe ä *1 Pfg. bei 703 S. Elsoffer. Wethgesuch. Zum 1- April oder später wird ein an guter Geschäftslage befindlicher Laden, am liebsten nebst kleiner Wohnung, auf längere Jahre zu miethen gesucht- Offerten unter Nr. 750 bef. die Exped. d- Bl. 750 Zum Geburtstag. Wir wünschen unserem geehr- testen Herrn Georg Weiss ill. Maurermstr. zu Gross-Linden ZU seinem 60 jährigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, daß die ganre Obergaffe wackelt und die Felsen im Steinbruch ohne Pulver zerspringen. 758 Ter Vorstand der Uniirten- Karl Theodor Ruhl Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 2 Uhr vom Sterbehause (Marktplatz 13) 752 aus statt. in seinem 23. Lebensjahre sanft dem Herrn entschlafen ist. Giessen? den 2. Februar 1885. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass heute Morgen 11 Uhr unser lieber Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Zwei gut eiugefahrene Chaisenpferde, 6 jährige Stute und 15 jähriger Wallach, ;3u verkaufen. Wo? sagt die Expedition d. Bl-__761 767 Ein älteres, noch brauchbares Pferds Stute, ein- und zweispännig gefahren, -billig zu verkaufen. Zu erfragen in der Expedition. Wermiethungen. 768 Süd-Anlage 18 IH. 5 Zimmer, Bodenraum, Wasserleitung rc., seither von Frau Justizratb Klingelhöffcr bewohnt, per 1. Mai anderweit zu ver- miethe^.____________Hch» Adauri. 776 Zu vermietheu: 6 Zimmer, bei etage, Garteustraße, auf 1. Mai. ____________________Gaguoin. 7^3 Ein Mamilienlogis zu vermietben. _________ Emil Menget. 781 Freundliches rrröblirtesIimrner zu vLrmiethen. Schitterstratze 18. 780 Möblirtes Zimmer auf sofort zu vermiethen. ___G. Todt, Neuenweg 17. 771 Eine Stube, möblirt, zu vermiethen bei ,___ H. Mühlich, LLagner. 778 In dem Hause Kirchenplatz 12 sind einige billige Wohnungen an ruhige Leute zu vermiethen. Näheres daselbst. 567 Eine schöne Wohnung, für kleine Familie, sofort beziehbar, zu vermiethen. A. Hotz, Schützenstraße 11. 64 Ein Logis von 3—4 Zimmern mit Gartenantheil zu vermiethen bei Aust. Unverzagt, Steinstraße. 359 Vier gut möblirte Zimmer, inein- andergchend oder getrennt, pr. 1. Februar zu vermiethen. C. Stückrath, Wallthorstraße 21._ 444 Ein Familienlogis mit allem Zu- behör zu verm. Jacob Dörr, Mühlgasse. 32 Der seither von Herrn Wolf Katz bewohnte Laden mit LogiS ist pr. 1. April 1885 anderweitig zu vermiethen. __L. Teator, im Darmstädter Haus. 244 Der Möller'sche Laden mit Logis, event. auch das ganze Haus, Sonnenstratze 23, ist per 1. April zu vermiethen. Näheres bei I'- Fuhr, Sonnenstratze 25. Turn-Verein Gießen. Zu der am Mittwoch, den 4. d MtS., Nachmittags um 2 Uhr stattfindenden Beerdigung unseres Mitgliedes Herrn CaH Rühl am Rathhaus laden wir unsere Mitglieder zur zahlreichen Betheiligung ein. Der Vorstand. Alle activen Turner wollen sich heute Dienstag Abend in der Turnhalle einfinden. 782 Wetzlar. Samstag den 1. Februar, Abends 8 Uhr, im Schützengarten Grosser Maskenball 40,000 Mark K ‘Ä gesucht. Offerten unter N. N. bei der Exped. d. Bl- abzugeben._________ 774 762 Ein Mädchen, in Küche und Hausarbeit gründlich erfahren, wird gesucht Aliceustratzc 19, parterre. Nur Solche, welche gute Zeugnisse be- fitzen, wollen sich melden.__________________ 755 Auf Ostern ein braves Dienstmädchen gesucht. I. Rott, Seltersweg 53. der Kappengesellschast.Ja Nu!“ Zur Aufführung gelangt unter Anderem: großes Chinesisches Lalernensest. 756 Der Vorstand. PIMgraphik! Aufnahmen täglich, bei jeder Witterung. Gleichzeitig empfehle mich zu Aufnahmen jeglicher Art, als: Landschaften, Repro- ouktionen, Vergrößerungen bis Lebensgröße 2c. zu soliden Preisen und bester Ausführung. 763 E. Mook, Photograph, Th. Wode's Nachfolger, Neuen Bäuen. vermischte Knzeigen. 761 Von einem der ältesten Champagner-Häuser wird unter günstigsten Bedingungen ein tüchtiger Agent gesucht. Gefl. Anerbieten sub K. 64^7 an Haasenstein & Vogler in Frank- furt a. M._____________________ Oberhessische Gesellschaft für Natur-».Heilkunde. Sitzung am 4. Februar in der kleinen Aula, um 6 Uhr. Vortrag des Herrn Prof. Dr. Heß: Ueber die Naturalisation nusländisckcr Holzarten in Deutschland. Auch Nichtmitglieder haben Zutritts 751 748 Für das Comptoir eines hiesigen Lv-xros-Geschäftes wird ein Lehrling auf sofort oder auf Ostern gesucht. Wo? sagt die Exped- d- Bl-___________ 753 Ein braves Dienstmädchen, welches alle Hausarbeiten gründlich versteht, wird auf Ostern -zu miethen gesucht. Zu erfragen Schillerstraße 16. MK 5—10,000 sind gegen hypothekarische Sicherheit zu 4Vg% auszuleihen 719 Wo? sagt die Exped- d. Bl. ÖQOÖCOÖ^XiO ÖDÖCÖÖOQ □ o D Unserm Freund O | L....g Becker | 8 zu seinem heutigen Geburtstag O ein Hoch, daß die ganze Schul- 9 q straße wackelt. 766 n §Wieseck, 3. Februar 1885. Q □caoaaso QEDaDoaaa 765 Auf sofort ein tüchtiger Laufbursche gesucht. Näheres durch die Expedition^__________________________________ 785 Zu Ostern oder 1- Mai wird ein in Küche und Hausarbeit tüchtiges Mädchen gesucht von Frau Kanzler Gareis, Alicenstraße. Nedaction: A« Scheyda. — Druck und Verlag der Brüh lacken Druckerei (Fr. Cbr. Vtetsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. Bellfedei M Ci -L^ershi 502 giefultat, E «en lönnen W" Lj ttreiiti grldiÄ« Parlam £ ffiintererj übet die ®W,® di- --»iE Wtzg-bE ®' « mdM Eder« dstz feine SW® werben. . Kon beu >o eines ÄrbeiterschM ebenen Lauch her Nachtarbeit - Mtgllng von K Lrbeitsordnungen i eines Reichs-Arbeit- richten vorgeichlagr Die Cornn Lesung der Vorlax lehnung der asrika weitere Schicksal d das Geringste gesa zu stehen. Die Ha was die Deutschste der Umstand, daß f entsandt haben, mol derselben nur an u dachten Commission bafe NeitzStagS'Abs den zu iuboentionii Dem preu welcher eir die stnanzielle Sich Dr. Rumpfs verl pachten Beim Keder gepl wie aus Bern ffi London, daß der L em gegen dasselbe । die an dem Wau Vorsichtsmaßregeln Brrnd-örath einen De, in welchem gesprengt werden Wen worden. E.MiKficatioi ^!!iich-orthodoxen Mamit-Verbreche Wfa di- dem ©rafen »«9 ran ( «O« Mein Sn* ?»*?> Mze'WN. rgen 13) 752 XX Nestln 6ham- rb unter flünftifllien chiiger Agent, ge- icten sub K. Ih-« a> Kogltk in Arant' eWMt uHMuiiöt. tV Ur di. W KW Offen, j.f«* •SnSn > lUW (.*6^ KKM unb , die 9flU'e 766 0 ^“lirflOöS «M»» 'S#«*** Ä»r* Beilage ;u Ur. 29 des „Gießener Anzeiger". Politiscbe Ueberficht. Giefien, 3. Februar- Die Zurückziehung de» von den elsässischen Abgeordneten gestellten Antrages auf Aushebung de» elsaß-lothringischen Dictatur-Paragraphen ist em Resultat, welche» den zweitägigen Reichstags-Verhandlungen über dlesen Gegenstand gerade nicht entspricht und man kommt da zu dem Schluß, daß der Reichstag seine Zeit wohl ein wenig bester hatte anwenden können. Im Uebn- aen können die Herren au» Ellaß-Lothringen zufrieden sein, ne haben es wenigsten» erreicht, daß die Derhältniste in den Reichslanden wieder einmal einer gründlichen parlamentarischen Erörterung unterzogen worden stnd, was ,a der Lba. Winterer selber anerkannte. Praktisch hat freilich die lange Discuffion über die Dinge in Elsaß-Lothringen nichts zu Tage gefördert, wenn man nicht die von freisinniger Seite angeregte Revision der gesammten elsaß-lothringischen Gesetzgebung als ein praktisches Resultat betrachten will; zu einer solchen durfte e» indessen noch nicht so bald kommen. Mit der am Freitag begonnenen ersten Lesung der beiden Novellen zum UnsalloersicherungS-Gesetz hat sich der Reichstag endlich wieder nothwendigeren Ausgaben zugewendet und ist nur zu wünschen, daß seine Arbeiten nunmehr weniger durch akademische DiScussionen ausgehalten Bon den socialdemakratischen Abgeordneten ist der Entwurf eines ArbeiterschutzgesetzeL im Reichstage eingebracht worden Die m demselben enthaltenen Hauptsorderungen sind: Zehnstündiger NormalarbeitStag. L erbot bei Nachtarbeit — allerdings mit Ausnahmen — Verbot der gewerblichen Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren, obligatorische Einführung von Arbeitsordnungen in den Fabriken u. s. w. Außerdem wird die Errichtung eines Reichs-Arbeitsamte», von Arbeitsämtern, Arbeitskammern und Schiedsgerichten vorgeschlagen. , m r , . .. n Die Commission für die Postdampf er-Vorluge hat die erste Lesung der Vorlage beendigt und diese mit 10 gegen 9 Stimmen unter Ablehnung der asrikanikanischen Lmie angenommen. Hiermit ist indessen über das weitere Schicksal der Dampfer-Vorlage im Plenum des Reichstages noch Nicht das Geringste gesagt, sehr günstig scheinen jedoch die Chancen sur dieselbe nicht zu stehen. Die Haltung des Centrums ist zum Mindesten sehr schwankend und wa» die Deutschsreisinniqen anbelangt, so ist für ihr voraussichtliches Votum der Umstand, daß sie lauter entschiedene Gegner der Vorlage in die Commisfion entsandt haben, wohl hinlänglich kennzeichnend; jedenfalls dürste das Schicksal derselben nur an wenigen Stimmen hangen. Au» den Verhandlungen der gedachten Commission ist noch als bemerkenswerth der Beschluß hervorzuheben, daß Reichstags.Abgeordnete sich weder als Eigenthümer noch als Theilhaber an den zu fubventionirenden Dampferlinien beteiligen dürfen. Dem preußischen Abgeordnetenhause wird em Nachtrags-Etat zugehen, welcher eine Verstärkung de» Polizeiperfonais in Frankfurt a. M. und die finanzielle Sickerstellung der Hinterbliebenen des ermordeten Polizeiraths Dr. Rumpfs verlangt. Letzteren soll dem Vernehmen nach das volle Gehalt des gedachten Beamten auf Lebenszeit ausgezahlt werden. lieber geplante neue Dynamit-Attentate liegen aus London mit aus Bern Mittheilungen vor. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus London, daß der Verwaltung des Britisch Museums die Benachrichtigung über em gegen dasselbe geplantes Dynamit-Attentat zugegangen sei, in Folge dessen die an dem Gebäude ftationirten Polizeimannschaften verstärkt und auch andere Vorsichtsmaßregeln getroffen worben seien. Aus Bern wird berichtet, baß ber Bundesrath einen in einer schweizerischen Stadt aufgegebenen Brief erhalten habe, in welchem angezeigt wird, daß der Bundespalast demnächst in die Lust gesprengt werden solle und sind zur Sicherung deffelben umsaffende Maßregeln getroffen worden. Vielleicht hat man es indessen in beiden Fällen nur mit einer Mystification zu thun Was den aus Riga gemeldeten Brand einer russisch-orthodoxen Kirche anbetrifft, so scheint man es hier ebenfalls mit einem Dynamit-Verbrechen zu thun zu haben, da es heißt, daß dem Ausbruche des Feuers eine Detonation vorausgegangen fei; wahrscheinlich haben hierbei die Nihilisten die Hand im Spiele. Das dem österreichischen Abgeordnetenhause von der Regierung des Grafen Taaffe vorgelegte Socialistengesetz kann sich keiner großen Anerkennung von Seiten der öffentlichen Meinung des Donaustaates erfreuen. Wenigsten» äußern sich die liberalen österreichischen Preßorgane ziemlich abfällig über das Gesetz und ihnen schließen sich sogar die klerikalen Blätter an, welche die Besorgniß der ersteren thellen, daß die Socialisten-Vorlage zu polizellichen Willküracten führen könne. Die österreichischen Liberalen lieben es nun einmal nicht, der Regierung und ihrer in Oesterreich wenig beliebten Polizei außerordentliche Machtbefugnisse eingeräumt zu sehen und aus diesem Grunde betrachten sie auch da» Gesetz gegen die Socialdemokraten mit äußerst mißtrauischen Blicken. Wa» dagegen die Ausnahme de» sog. Dynamitgesetzes anbelangt, so ist dieselbe eine wesentlich günstigere, weil die Besorgniffe vor den verruchten meuchelmörderischen Racheacten der Anarchisten im Volke allgemein verbreitet sind. — Die Zeitungs-Meldungen von Verhandlungen zwischen Oesterreich unb Rußland wegen Abschluß eine» Auslieferungs-Vertrages werden von der „Polit. Correfp." bementirt. Die coloniale unb auswärtige Politik Italiens spielt in den Verhandlungen der italienischen Deputirtenkammer noch immer eine Hauptrolle. In der Sitzung vom letzten Donnerstag brachte der Deputirte Crispi den angeblichen englisch-italienischen Vertrag wegen Egyptens zur Sprache, beffen Existenz aber von Minister Mancini entschieden geleugnet würbe. Gleich - wohl rühmte jedoch Herr Mancini die Loyalität unb aufrichtige Freundschaft Englands, die Italien gestatte, behufs Erleichterung der englischen Aufgabe in Egypten eine Parallel-Action in Scene zu fetzen. Mancini setzte hinzu, daß er in dieser Action eine neue Garantie und Vervollständigung de» Programme» erblicke, welches den eigentlichen Zweck der Allianz Italiens mit den Central» Mächten bilde unb das er als ein Programm des Friedens bezeichnete. Es ist bemerkenswerth, mit welcher Gewandtheit der Leiter der auswärtigen italienischen Politik über die Frage hinwegzuschlüpfen versteht, inwieweit die Stellung Italiens zu Oesterreich und Rußland durch das offenbare Hand- in Hand-Gehen Italiens mit England in den egyptischen Angelegenheiten beeinflußt werde,, wie denn Herr Mancini unleugbar in hohem Grade die diplomatische Kunst versteht, in möglichst vielen Worten zu verschweigen, was man nicht sagen will. Die entschiedene Stellungnahme der nordamerikanischen Reprä- sentativ-Körperschasten gegen die Anarchisten scheint in den leitenden Petersburger Kreisen mit besonderer Genugthuung empfunden zu werden. Anknüpfend an hie bekannte Kundgebung der Chicagoer Mostianer schreibt nämlich da» ossicwse „Journal de St. Pötersbourg": „So finden sich die Vereinigten Staaten von den Anarchisten selbst auf die Seite der Vertheidiger der Gesellschaft gedrängt, weich' Letztere sich ebensosehr wie die europäischen Rationen m ihrer Sicherheit unb ihrem ruhigen Genuß des Wohlstandes bedroht fühlt, an beffen Entwicke- lung jebe Ration nach Maßgabe ihrer Mittel arbeitet, und den keine einzige durch Leute gefährden laffen kann, deren einzige Devise die Zerstörung ist." Au» Seffen, 30. Januar. Bet den Verhandlungen und Besprechungen über die Erhöhung der G etretdezölle ist auch die Frage: „Welche landwtrthschaft- ltche Betliebe rönnen Getreide verkaufen?" mehrfach in Anregung gebracht worden, über welche vielfach Unklarheit herrscht. Die «ufkläruvg dieser Sache tft aber nicht bloS wegen der Getretdezölle, sondern auch in vielen anderen Beztedungen von großer Wichtigkeit. Auf Grund einer sehr langjährigen Erfahrung, sorgfältiger Beobachtung und Berechnung kommen wir zu der Behauptung, daß die Betriebe unter zwölf Morgen Vr. — etwa 3 Hektaren, nur ausnahmsweise (bet günstigen ProductwnS- oerhältntssen, kleinen Familien, Gelegenheit, wohlfeilere Dinge zu erhalten und was der Art mehr ist) Getreide in geringen Quantitäten verkaufen können. Zur Begründung dieser Behauptung mag daS Folgende dienen'. Bet einem Betriebe von Morgen müsien zunächst abgesetzt werden 2 Morgen, welche al» Wiese, GraSgarten und HauS- garten dienern Di? übrigen 10 Morgen, welche als Ackerland benutzt werden pflege- tn der Regel fast durch ganz Deutschland, in der sogenannten Drei-Felderwlrthscha t mit bestellter Brache bebaut zu werden- ES werden also etwa 3'/s Morgen mit Winterfrucht, meist besonder« wegen deS Strohes, mit Roggen und, wo e« angeht, einem kleinen Stückchen Weizen U/t bis »/< Morgen) bestellt- Der Ertrag tn Körnern ist durchschnittlich 13-14 Etr. Roggen und etwa 2-3 Ctr. Weizen. Davon gehen ab alö Saalfrucht an Roggen 2V, Etr. und an Weizen"Utbtti also tum Verbrauche etwa 11 Ctr. Roggen und etwa» mehr ol« 2-2/» Etr. Wetzen. Stimmt man an, daß beim Verbacken so viel an Master zugesetzt wird alS an Kleie, und für den Müllerlohn abgeht, so hat die Familie jährlich 11 ober wenig mehr Brod zu verzehren, daS ist pro Tag nicht mehr als 3‘/3 Äund, wa« "tcht auSreicht. ES mutz also zum Brodkorn noch ein Zusatz von Gerste, Erbsen oder auch Kartoffeln gemacht werden. DaS Weizenmehl wtrd zum Verbacken an den hohen Festen (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) und bet sonstigen festlichen Gelegenheiten (KtrmeS), l9Wte rum Kochen in der Haushaltung ebenfalls verbraucht. Zum Verkauf bleibt nicht» übrig. Da« zweite Drttttheil der Ackerfelder pflegt mit Hafer undi?"ste, Rachfrucht des WeizenS, bestellt zu werden. Der Ertrag an Hafer ist meist um dntn aertnaen Betraa ar öfter als bei Roggen, es geht aber für Saatsrucht ein entsprechend größerer Betrag ab ES bleibt daher für den Verbrauch ebenso viel übrig wie bet Roggen. ES kann daher bei gutem Ertrage, je nach dem Stande ber Vt^zucht, vielleicht etwa» verkauft und dafür Brodgetreide eingekauft ®£ben. ®trb aber, um genügendes Brodgetreide selbst zu habem die mtt Hafer bestellte Mche ktngeschrävkt unb statt Hafer mehr Gerste ober etwa« Sommerkorn gezogen, so ist auch kein Hafer zum Verkauf vorhanden. Außerdem muß tn Betracht gezogen werben, hafc ber Ertragi an ßafer tn kleinen Betrieben schon barum etwas geringer auSfallt al« In großen, weil der Klee für daS nächste Jahr unter den Hafer gefäet wird, die Hafersaat also dünner sein muß. Das dritte Drttttheil de« Ackerfeldes dient zum Anbau von Hackfrüchten (Kartoffeln, Bohnen, Futterrunkela, Weißkraut u- dergl-), von Klee, Futterpflanzen , Wicken) Delfaat, Lein u. s. w- und der Ertrag wird mit seltenen Ausnahmen ganz tm eigenen Haushalte verbraucht. DaS baare Geld, welche« dtese klttnm L.nbw rthe nöthig haben, müssen fte au« der Viehzucht dmch den Verkauf von Butter, Käse, Eiern Schweinen, Kälbern unb von Zeit zu ZeU von einem unb dem andern Stück Großvieh zu erlangen suchen. 1 Allgemeiner Anzeiger. Cokes. Gegenwärtiger Preis in der Eassabrik: Stäekcokes ....... Mk. -.95 pr. 6tr-, NußcokeS für Stubenheilung, zerkleinert „ 1.05 „ Der Transport an ba» Haus erfolgt von ber Gasfabrik aus bei Abnahme von mindestens 5 Centner, von Herrn Emil Pistor auch in kleineren Quantitäten. 8 Betlfedern, Daunen und Rosshaare in vorzügl. Dualitäten. Anfertigung vollständiger Betten in streng reeller Ausführung. 225 8. Weimersheim Nachfolger. 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Der Anfang Mittags 1 Uhr bei der Lehmgrube am Weg von Steinbach! nach Dorfgitl. Steinbach, den 29. Januar 1885. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. . 685 Krämer. -Knüppelholz, -Stockholz, Wellen „ -Astreisholz, Rm. Nadel-Stockholz, 1250 1350 140 36 1300 3 15 150 1200 1100 1100 1800 1100 1400 180 3400 1200 1200 150 2400 BerbrauchSgegenstäude: circa 150 m Lampendochte, versch. Breite, Ludwigöplatz 5 3. Stock, 6 schöne Zimmer, Veranda, Badezimmer, 2 Mansarden rc., alle Bequemlichkeit, schöner Garten, pr. 1. Juli zu vermiethen. 332 6 284 355 205 6540 16 21 22 350 16 480 500 a. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. :• 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. Mittwoch drn 4. Februar l, I Nachmittags 2 Uhr, in dem Lager der Firma „Goldenberg & Marcus* zu Gießen (Meyerfeld'sche Hofraithe, Wallthorstraße Nr. 71 hier) versteigere ich auf Antrag genannter Firnia zur Verfügung gestellte 60 Sack Roggen öffentlich meistbietend gegen Baar. Gießen, den 1. Februar 1885. Hohdechetzmmg. Freitag den 6, Februar l. I Vormittags 9 Uhr anfangend, soll int Leihgesterner Gemeind. Wegen Wegzug der Frau Ferbt na nd Jung ist der mittlere Stock meines Hauses, bestehend aus 7Zimutern, 2 Kabinetten, Küche und allem Zubehör, pr. 1. Mai anderweitig zu vermiethen. <£. Brandes Wwe., Frankfurterstr. 43. Bohnen Geschälte Erbsen Riesen-Erbsen Grüne Erbsen Heller-Linsen Mittel-Linsen zu haben bei Der Anfang Morgens 10 Uhr District Geseng auf dem Schießplatz 300 ni Pudlnmpenzeug, Sänuntliche Bärstenwaaren. „ 1.- 578 Weizenstroh (Maschinendrusch) wird täglich verkauft bei 664 Ludolf Burg, Arnsburg. Rmtr. Buchen-Stöcke, „ Eichen-Stöcke, Eichen-Stämme mit 8,17 Festmeter, von 19 bis 54 (Zentimeter Durchmesser und Eichen-Bau- und Werkholzstämine von 43—69 Ctm. Durchmesser, 4—10 Mtr. Länge, 17,63 Fstm Inhalt, Eichen - Stämme, für Wagner geeignet, Fichten - Stämme von 15—32 Ctm. Durchmesser, bis 17 2)ttrj Länge, 17,96 Fstm. Inhalt, Fichten-Derbstangen, Elsbeeren-Stümme, 720 Ein reinliches Dienstmädchen geluckrt. Marktplatz 22. Um den in der Stadt umlaufenden unwahren und erfundenen Gerüchten zu begegnen, erkläre ich hiermit: 1- daß mir die Hebammenpraxis weder gänzlich noch auf drei Monate entzogen worden ist, 2. daß ich die verstorbene Ehefrau des Spenglermeisters Herrn I. Schneider dahier nicht entbunden habe. Verbreitungen weiterer falscher Gerüchte in obigem Sinne werde ich auf Grund der §§ IST und 188 des Reichsstrafgesetzbuches gerichtlich verfolgen. . Zugleich verbinde ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich die Hebammenpraxis mit dem 1. Februar wieder auSübe. iitiroline Eitler, Hebamme, £35__Kaplansgasse Nr. 21.______ Orts Krankenkasfe Gießen. Es wird hiermit zur Kenntniß der Betheiligten gebracht, daß Herr Klein hier, Asterweg, rm Petri'scheu Hause, Ecke der Schillerstraße, zum Arzt der hrestgen Ortskrankenkasse bestellt ist. n i Ach???gsführer der Kasse ist Bürgern:eisterei-Gehülfe Carl Ritzel hier; dessen Bureaustunden zu mündlichen An- und Abmeldungen sind auf Mittwoch und Samstag Nachmittag von 1 2 itnb zur Auszahlung der Unter stützunaen auf Samstag Nachmittag von S bis 6 Uhr, in den: Bureau Groß- herzogltcher Bürgermeisterei, festgesetzt. Zum Kassenboten ist Schuhmacher Philipp Reitz II. ernannt, Echer zur Erhebung der Beiträge und Quittiruyg derselben mittelst Stempelmarken ermächtigt ist. x Arbeitgeber sind nach 49 des Gesetzes über die Krankenver- Ncherung der Arbeiter verpflichtet, den Ab- und Zugang ihrer der Ortskrankenkaste beitrittspflichtigen Personen binnen 3 Tagen bei dem Rechnunas- fuhrer anzumelden. Rm. Weißbuchen-Rundscheithob Buchen-Scheitholz, Ballorden in großer Auswahl bei AEX 6ÄVES fHASCB. Ilnfhrfrr. Il;inpi-(kxrliiifi: Berlin Wallstr. 25. 3400 „ Erbsen (Victoria), 3300 „ Linsen, 72000 „ Schwarzbrod, 3600 „ Gemischtbrod, 900 St. Weißbrod, 9 kg Chocolade, 700 1 Essig, 681 Hlsoffsr. wald, Abtheilung Finkenholz, nachve: zeichnetes Holz versteigert werden: 1) ~ ~ * Flasche dieser sein. c. Der Bedarf an Schreibmateri- alien und Drucksachen. Ord.-Nr. 4—6, 7—16, 17-22, 23—25, 26—27 und 34—35 werden zusammen vergeben; auch sind von Ord.-Nr. 1—3, 7—16, 17-22 und 34—35 Muster vorzulegen. Die Lieferungsbedingungen sind vom 3.-6. Februar l. I. auf dem Bureau unserer Oecononien einzusehen und Offerten, versehen mit der Aufschrift „Submission" bis zu obigem Termin, Vormittags 11 Uhr, in dem vor dem Directionsbureau aufgehängten Subnüssionskasten verschloßen einzulegen oder frankirt bei unterzeichneter Stelle einzureichen. 663 Marienschloß, den 27. Januar 1885. Großh. Landeszuchthaus-Direction. Samstag den T Februar, Nachmittags 3 Uhr, sollen in der Gemeinde Rödgen die Herstellung von Subsellien, veranschlagt zu 600 e/M, öffentlich in den Accord gegeben werden. Gießen, an: 31. Januar 1885. 8500 1 Petroleum, 60 Dtzd. Lampencylinder, versch. Größe, 900 kg Kernseife, weiße, 200 „ Schmierseife, 700 „ Soda, 36 St. Kohlenlöffel, 300 kg Eisenvitriol, 200 „ Maculaturpapier, W bas jod kinMchMbm, DirjodAW >le gaben ben tyfa Itimmmigen bie B solche Wen nnb de S zu bieten ^Itimmnngen vere Ml-Arbeilstag' $ Mittal" untfl 7N°-iiche ©Kfni Wen Mjäftij * 8‘Hiinmungeii Wita aller Z bL*Mte. *X*r Mi?*0« n“e™’ fei. U”,et*eni J fnri?' i »lit b: sS®*" bi fern «s vliligend Iül11' ««t ii.,. CM | ( Wit«» L-L 70 Die Parterre-Wohnung in meinem Hause, bestehend aus 7 Zimmern mit Zubehör, ist, perl. April 1885 beziehbar, zu vermiethen. __S- Katzenstein,^Wilhelmstr^Nr- 1. o70 Ein srenndl. 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