1885 Samstag den 3. October Nr. 230 ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureair: Schulstraße 7. Erscheint fäg(id) mit Ausnahme deL Montags. i i ii 11 n i Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlvhn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P'. mBmniinniin■!nibiiiibii um11in -an Aeutschkand. Darmstadt, 1. October. Durch Allerhöchste Kaiserliche Cabmetsordre, balirt Stuttgart 22. September, wurde v. Schwarzkoppen, Hauptmann voin groben Generalstabe, unter Entbindung von dem Commando bei der Bot- ichaft in Paris und unter Stellung ü la suite des Generalstabes der Armee, vom 1. October d. J-r. ab als tnilitärischer Begleiter zum Erbgroßherzog von Hessen und bei Rhein König!. Hoheit commandirl. Rußland. Petersburg, 1. October. Das „Journal de St. Pätersvourg" schreibt: Die Action der Mächte sei Angesichts der fortdauernden militärischen Maßregeln in Sofia, Belgrad und Athen und oes Ausstandes in Albanien mehr als je erforderlich. Dadurch könne verhindert werden, oaß die Gährung, wovon alle diese Länder ergriffen seien, in eine ernste Krise ausarte. — Der „Deutschen St. Petersburger Zeitung" zufolge beabsichtigt das Finanzministerium mit dem Jahr 1886 auch in Amsterdam und Wien befon- dere Agenten für Handel und Industrie anzustellen. Griechenland. Athen, 1. October. (Meldung der „Agence Havas.") Griechenland scheint gewillt zur bewaffneten Intervention, falls Europa die bulgarische Union anerkannt. Die an den Grenzen versammelten Truppen erreichen demnächst die Stärke von 23,000 Mann, ungerechnet die Reserven, welche mit Eilzügen nach Laciffa befördert werden sollen. Bei Wiederzusammentritt der Kammer wird die Regierung die Mobilisirung der beiden anderen Klaffen der Reserve beantragen. Große Mengen Munition und Ausrüstungs'Gegenstände werden an die Grenze befördert. Admiral Canaris übernimmt den Oberbefehl der Flotte. Gestern hatten die Vertreter der Mächte eine lange Conserenz mit Delyannis, welchem sie vorsichtige Haltung anempfahlen. Zwei französische Panzerschiffe werden im Piräus erwartet, um das Geschwader der Levante zu verstärken. Türkei. Philippopel, 30. September. („Reuter"-Meldung.) Fortwährend treffen Truppen aus Sofia ein und ersetzen die nach der Grenze abgegangenen Freiwilligen. Alle wichtigen Posten sind gut befestigt, eine regelmäßige Postenkette ist längs des Rhodope-Gebirges hergestellt und die Engpässe sind befestigt. Die Poft und das Telegraphenwesen sind nach dem Muster Nord-Bulgariens eingerichtet, wovon das internationale Bureau in Bern in Kenntniß gesetzt worden ist. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorrespondeirr * Bureau. Berlin, 1. October. Der rumänische Ministerpräses Bratiano ist hier ein- .getroffen. Berlin, 1. October. Der österreichische Botschafter Szögyenyi ist heute Nach- ' mittag nach Friedrichsruhe abgcreist. Berlin, 1. October. Eine Bekanntmachung des Ministers des Innern vom -1.-October fetzt die Wahlmännerwahl für den Landtag auf den 29. October, die Abgeordnetenwahl aus den 5. November fest. — Der „Reichsanzeiger" bringt eine amtliche Mittheilung über die Eorvettc „Augusta", welche eine Geschichte derselben von ihrer Erwerbung bis jetzt enthält. Hervorgehoben wird namentlich, das; das Schiff bei seiner letzten Fahrt um 19 Tons weniger belastet war, als etatsmäßig. Die durch das Eommando des ostafrikanischen Geschwaders und die Eonsulate angefteUten Nachforschungen blieben resultatlos, ebenso die Nachfragen eines englischen Dampfers am 14. September auf den Ehagosinseln. Die Hoffnung, daß das Schiff auf einer Insel des indischen Oceans Reparaturen vornehme, ist geschwunden. Da seit dem Tage, wo die Eorvette Perim verließ, vier onate vergangen sind, welche Zeit mehr als genügend war, um bei Kohlenmangel oder havarirter Maschine einen Hafen zu erreichen, so ist keine Hoffnung mehr, daß da-ö schiff schwimmt und die Besatzung noch am Leben ist. Es folgt im ^Reichtzanzeiger" alsdann das Verzeichniß der an Bord der „Augusta" eingeschifften Personen. Kopenhagen, 1. October. Giers traf gestern Abend hier ein und begab sich hellte in Begleitung des russischen Gesandten nach Fredensborg. Paris, 1. October. In dem heute Nachmittag stattgehabten Ministerrathe bestätigte Freycinet, daß alle Mächte einer Besprechung der Vorgänge auf dem Balkan durch die Botschafter in Konstantinopel zustimmten. Die Besprechungen selber hätten noch nicht begonnen. Rom, 1. October. Der König reifte nach Monza zurück. — Der Papst empfing heute Herrn v. Schlözcr, nachdem dieser vorher Jacobini besucht hatte. Herr v. Kendel! wurde vom König Humbert vor dessen Abreise nach Monza in längerer Audienz empfangen. — Es gilt jetzt als ziemlich gewiß, daß Robilant das Ministerium des Auswärtigen übernimmt. Petersburg, 1. October. Die Gerüchte, Rußland wolle beantragen, den Fürsten Alerander von Bulgarien durch den Prinzen Waldemar von Dänemark zu ersetzen, sind nach zuverlässiger Information völlig unbegründete Phantasiegebilde. Nisch, 1- October. Zum Präsidenten der Skupschtina wurde Kujundzie, zum Vicepräsidenten Glisic ernannt. Monza, 1. October. Der deutsche Kronprinz ist hier zum Besuche des Königspaares eingetroffen. Konstantinopel, 1. October. Meldung des Reuter'schen Bureaus.^ Die Botschafter sind bei dem Doyen Eorti zu einer vorläufigen Besprechung zusammengetreten. — Die Ausfuhr von Cerealien aus der Provinz Adrianopel wurde verboten. Konstantinopel, 1. October. Der deutsche Botschafter Herr v. Radowitz ist gestern gelandet. — Die Pforte requirirte die Bahnlinien Haidar-Jsmid und Konstantinopel- Adrianopel zum Truppentransport. Die Quarantäne gegenüber Varna ist um 48 Stunden reducirt. Nisch, 1. October. Heute wurde die erste Sitzung der Skupschtina abgehalten. Morgen findet die feierliche Eröffnung mit einer Thronrede statt. — Der König antwortete auf eine von der Municipalität überreichte Adresse, die Verhältnisse erforderten Festigkeit, Klugheit irnd Vorsicht; das Volk könne darauf rechnen, daß die Regierung die Interessen Serbiens zu wahren wissen wird. XXXVIII. Nersammlung deutscher Philologen und Schulmänner. IV. Freitag den 2. October. Der gestrige Tag war für die Mitglieder der Versammlung an Abwechslung reich; am Morgen von 8 Uhr ab Sectionssitzungen, von 10^4 Uhr ab allgemeine -Sitzung, am Nachmittag Ausflug nach dem Schiffenberg und Abends Festball im Clublokal. Die Verhandlungen über eine der brennendsten Fragen, nämlich die praktische Vorbildung der Candidaten des höheren Lehramts, werden erst heute zum Abschlüsse gebracht werden; wir werden am Schlüsse des Festes über diese Verhandlungen und die sich widerstreitenden Meinungen referiren. Der Ausflug nach Kloster Schiffenberg fand des schlechten Wetters wegen ver- hältnißmäßig nur wenige Theilnehmer; es waren ca. 70—80 Herren erschienen, während schon die Zahl der anwesenden frembeu Gäste annähernd 300 beträgt. Die Fernsicht war leider keine Fernsicht; es waren, wie mein pathetischer College sagen würde, Wolken und Regen in Nord und Süd, in Ost und West. Um so freudiger begrüßten die Anwesenden den Vortrag einiger Lieder, die Herr Professor Onckcn mit 3 Mitgliedern seines historischen Seminars fang. Leider mahnte der bevorstehende Tanz zu frühem Ausbruch. Bei der Berichterstattung über den (Je ft ball befinden wir uns in einiger Verlegenheit. Denn entweder denken die Leser, so ein Philologenversammlungs- festballberichterstatter^) sei ein Mensch, der mit sauersüßer Miene im Gesicht und mit dem Bleistift in der Hand auf der Gallerte stehe und Notizen mache — ja dann ist er eben ein armer Mensch, der höchstens ein Buchstber die menschliche Narrheit schreiben könnte, oder aber sie denken, der Berichterstatter muß selbst tanzen, und wo bleibt bann, über dem Schauen in schöne Augen, die Zeit, das Ganze zu beobachten und unparteiisch zu referiren. Nun, wir wollen gestehen, daß wir selbst den Werth eines Tänzchens zu würdigen wissen, daß wir aber gleichwohl Muse genug hatten, ein wenig zu beobachten; wir können conftatiren, daß unsere fremden Festgäste — und das i|t die Hauptsache — sich in hohem Maße vergnügten, Tanzende 10wie Nichltauzcnde, und daß der ganze Ball sowohl als besonders unsere Schönen den besten, hoffentlich bleibenden Eindruck auf sie gemacht haben. *) Gott fei Dank, daß das Wort zu Ende ist. Der Setzer. Ueber Haushaltungsschulen. Die Emancipirung der Frauen steht schon seit längerer Zeit auf der internationalen Tagesordnung und treibt je nach dem Eharacter der verschiedenen Nationen neben vielen erfreulichen mancherlei absonderliche Blüthen, wobei wir nur auf die Bestrebungen zur Erlangung des politischen Wahlrechts für das weibliche Geschlecht zu verweisen brauchen. Dabei wird jedoch allgemein anerkannt, daß den Agitationen behufs der wirthschaftlichen Emancipation der Frauen ein gesunder Kern nicht abzusprechen ist. Gerade auf diesem Felde ist in unseren Tagen die agitatorische Bewegung in Berlin in Fluß gekommen, wofür z. B. die Versammlungen der Nähterinnen zur Hebung ihrer ivirthschaftlichen Lage ein sprechender Beweis sind. Ohne auf die technischen und Lohnfragen der einzelnen Erwerbszweige der Frauenarbeit näher einzugehen, möchten wir, bie Sache bei der eigentlichen Wurzel am fassen, welche in der Ausbildung und Erziehung des weiblichen Geschlechts für die gewerbliche Thätigkeit liegt. In mehreren Städten sind schon erfolgreiche Versuche auf diesem Gebiete unternommen worden und finden immer mehr Anklang, so in Berlin z. B. in der Schule des Lette-Vereins, deren segensreiches Wirken sich besondete Anerkennung verschafft hat. Beim großen Publikum indessen hat die principielle und praktische Bedeutung gerade dieser Seite der Frage noch keine hinlängliche Würdigung gefunden, weßhalb einige Fingerzeige und Aufschlüsse darüber im Interesse der guten Sache recht zweckmäßig erscheinen dürften. Der Kette weiblicher Erziehungsmittel hat sich seit einigen Jahren in Württemberg, Sachsen und Hessen ein weiteres Glied eingereiht, welches wohl allgemeinen Eingang zu finden verdient: cs sind dies die ländlichen Haushaltungsschulen. Diese wirken bereits seit längerer Zeit mit kaum gehofftem Erfolg. Die Bauern, die sich sonst bei Neuerungen so vorsichtig rcservirt halten, schicken in immer größerer Anzahl ihre Töchter dahin. Auch in ihren Kreisen hat sich die Erkenntniß Bahn gebrochen, wie wichtig für den Wohlstand des Hauses und das Gedeihen der Familie die heutige Haushaltungskunst geworden ist. Die Frauen auf dem Lande müssen bei uns als Mädchen meift die Feldarbeit besorgen und verstehen es deßhalb vielfach nicht, auch nur den bescheidensten Comfort und die einfachste Mahlzeit herzustellen ober bie gewöhnlichsten Sauitätsregeln zu beobachten unb ihre Kinder zu erziehen. Nur wer das weiß, der wird den vollen Werth dieser Schulen zu schätzen wissen. Erfreulicher Weife werde nicht wie in so manchen modernen Erziehungsanstalten die Unterrichtsgegenständen und die ganze Lehrmethode über das Niveau unb Bedürfniß der Schülerinnen hinaufgeschraubt, so daß sie mit gesteigerten Ansprüchen in ihre gewohnte Lebenssphäre zurückkehren und sich nicht mehr darin glücklich fühlen und zurechtfinden können. Die Gründung solcher Schulen wirb wohl zunächst überall eine Aufgabe der landwirthschaftlichen Vereüw bilden. Für städtische Haushaltungsschulen ließ sich trotz allen Suchens eine 1 olche Musterschule, wie sie als Vorbild für weitere Gründung wünschenswert!) erscheint, nirgends entdecken. So vortrefflich die Kochschulen rc. in Berlin, Hannover, Ncunchen u. s. w. sind, so umfassen sie doch nicht das ganze Gebiete des Haushalts. Bekanntlich haben sich seit Jahren bie Frauenvereine es zu ihrer Hauptautgabe gemacht, ihrem eigenen Geschlechte bnrch eine gründliche Erziehung, sowie durch Mch- schulen einen selbstständigen Lebenserwerb zu ermöglichen und es bewahrte sich diese Fürsorge während der letzten Jahrzehnte auf den eingeschlagenen Bahnen vorttesflich. Wahllose Mädchen sind dadurch vor Müßiggang, Armut!) und Verderben bewahrt worden. Besonders auch auf geistigem Gebiete errangen )ich begabte grauen unb Mädchen ausgezeichnete Stellen. Nun werben aber in den letzten Jahren durch die steigende Uebervölkerung und die schwierigen volkswirthschaftlichen Zustände tzße Arbeiw- verhältnisse auf allen Gebieten durch Uebeifülle von Arbeitskräften immer bedenklichem I b. d. d. d. 1 ti'e6en, ,, „ Änfop , „ Eifobachsn , „ Battenberg , „ Bailenberg IV. In Freitag de Sormitti auf htm H 8. iürbieftitbtnloi jürbie^itttnburi „ „ W* „ „ MeM . „ „ WaUau- III. In 9 ein Dritter, welcher nicht weniger als 50,000 JL Mitgift seiner Frau cmgeiackt bat, genirt sich jetzt nicht, dem Vermittler, der ihm diese doch gewiß wohlhabende Fran verschafft und ihn dadurch in den Stand gesetzt hat, sein Manufacturwaarengerchäft zu vergrößern, die Thüre zu weisen. Die wegen der letzterwähnten Hcirath^ an gestrebte Klage wird eine Anzahl ungemein heiterer Details zu Tage fördern. So will der Vermittler n. A. mehr als zehn Mal „herausgeworfen" worden sem, wofür er „nichts berechnet" habe, obgleich er in Folge dieser Erfahrungen der Unfallversicherung bci- getreten sei. Wenn er schon dieserhalb seine Provision, redlich verdient habe, so verdiene er sie aber um so mehr, als sein Client so häßlich wie Aesop sei und es in Folge dessen ein wahres Wunder genannt werden könne, daß Eine „angcbissen habe. Ueberall hätten die Mädchen, von sechszehn bis zu vierzig Jahren, gerufen: ,,^en häßlichen Menschen heirathen? — Nicht, wenn er zwei Manufaclurgeschafte hatte. Er habe ihm aber redlich beigestanden und seine geistigen Vorzüge geschildert. Er habe ihn zum Dichter und zum Künstler gemacht, der nur nebenher Manufacturwaaren vcr- klopfe und seiner Zukünftigen eine colossale Perspective eröffnet, Rach dieser unter erschwerenden Umständen zu Stande gebrachten 50,000 Mark - Heirath iei oie Zahlung der Vermittlungsgebühr gewiß das geringste, was der Kläger verlangen könne. (&!• — (Das Unglück in Stockholms Ucber das Unglück, welches sich am 23. v. M. Abends in Stockholm bei einer öffentlichen Production der Sängerin ^Ulsson ^ereignete, liegt nunmehr folgender authentischer Bericht vor: Die gefeierte schwedische Sängerin hatte Mittwoch Abend das Concertlokal verlassen und war nach ihrer Wohnung un „Grand-Hötel" zurückgefahren. Vor dem Hotel, auf dem Karl XII.-Markt und in den angrenzenden Straßen hatte sich eine ungeheure Menschenmenge gesammelt, um der berühmten Landsmännin ihre Ovationen zu bringen. Sie trat auf den Balkon des Hötels hinaus und trug einige schivedische Volkslieder vor, worüber die Menge in Jubel ausbrach. Nachdem die Künstlerin sich zurückgezogen hatte, um zur Ruhe zu gehen, fing die unmittelbar vor dem Hötel dicht zusammengedrängte Menschenmasse nn, sich zu zerstreuen, indem die Meisten die Richtung nach dem Karl XII.-Markt cin- chlugen. Von diesem großen Platze her kam aber um dieselbe Zeit ein anderer dichter Menschenschwarm von vielen Tausenden in schnellem Laufe gegen die breite Kaiserstraße vor dem Hotel, wahrscheinlich durch die Kunde von der öffentlichen Production der Nilsson angelockt. An der Ecke vom Karl XII.-Markt vor dem Palmcr'schen Hause (dem früheren Mindre Theater) begegneten einander die beiden Haufen. Vor dem Palmcr'schen Hanse lagen auf der Straße aus Anlaß einer Reparatur mehrere Haufen von Schutt und Baumaterialien. Ein Weib stürzte über einen dieser Hansen, und in demselben Augenblick fielen mehr als 50 Personen über sie hin. Von beiden Seiten wälzten sich die Massen unwiderstehlich vorwärts und es war unmöglich, sie aufzuhalten. Ein furchtbares gellendes Geschrei tönte über den Platz. Berittene Polizisten sprengten in die Menschenmasse hinein, um dieselbe zum Stehen zu bringen und den Unglücklichen Hülfe zu leisten und 160 andere Polizisten drangen zu demselben Zwecke oor, aber vergeblich. Die Scheiben der unteren Fenster im Palmcr'schen Hause wurden von der Volksmenge eingedrückt oder von der Polizei eingeschlagen, um auf diesem Wege so viele Personen wie möglich zu retten, indem man sie in die Keller hinablicß. Wirklich gelang es, nicht Wenige auf diesem Wege das Leben zu retten, obschon sie mehr oder minder von den Glasscherben verletzt wurden. Jeder, der zu Boden fiel, war rettungslos verloren. In dem furchtbaren Gedränge wurden Vielen buchstäblich die Kleider vom Leibe gerissen. Endlich gelang es, die Ordnung soweit herzustellen, daß man den Verunglückten Hülfe leisten konnte. Die zuerst gestürzten Personen waren von den über sie Gefallenen erstickt oder zertreten worden. Sämmtliche Verunglückte waren Weiber. Die genaue Zahl der Opfer hat sich noch nicht ermitteln lassen, weil viele blos verletzte Personen von Verwandten oder Bekannten nach ihrem Hause gebracht wurden. Die ersten Getödteten nnd Verwundeten wurden in das „Grand Hötel" getragen und von dort nach den Spitälern gebracht; mehrere verschieden auf dem Wege nach denselben. Die ganze Nacht von Mittwoch auf Donnerstag irrten zahlreiche Personen in Verzweiflung auf der Unglücksstätte herum, um ihre Verwandten zu suchen; Männer forschten nach ihren Frauen, Mütter nach ihren Kindern. In der ganzen Stadt herrscht eine gedrückte Stimmung. Tags darauf stellte sich das Volk in langen Reihen auf, um die Identität der Leichname 311 constatircn. Christine Nilsson war außer sich vor Verzweiflung, als sie von dem Unglück erfuhr, wozu sie den unfreiwilligen Anlaß gegeben hatte; sie hat mehrere tausend Kronen den Hinterbliebenen der Verunglückten gespendet und will für die Beerdigung der Todten Sorge tragen. Zwei Concerte, die sie hätte geben sollen, hat sie absagen lassen, weil sie vor Trauer nicht singen konnte. — Eine solch' humoristisch-poetische Polizei, wie sie der Canton Luzern besitzt, dürfte kaum irgendwo existiren. Sie erläßt nämlich im Cantonsblatt „Vaterland" folgende amtliche Anzeige: „Ein Telephon ist nagelneu — Nun auf der Cantonspolizei Zur Benützung hergestellt — Jetzo Alles angemeldt'. Was da in der Leuchtenstadt — Neues sich begeben hat! Wird betrogen und bestohlen — Rufe man uns auf die Sohlen, Wur nie, wo sich Weiber zanken — Doch in Hotels und auf Banken Machen wir zum guten Fang — Gerne einen raschen Gang. Und auch sonst zu jeder Zeit — Ist zu Diensten gern bereit: Die Cantonspolizei." Vermischte-. Großen-Buseck, 1. October. Nachdem hier eine Masernepidemie mit circa 500 Erkrankungen abgelaufen, herrscht seit 14 Tagen hier eine Diphtheritisepidemie, welche im Ganzen einen milden Verlauf nimmt. Ein Kind, welches spät in Behandlung tarn, wurde durch den Halsschnitt gerettet. In Folge des feuchten Wetters treten täglich einige neue Erkrankungen auf. Die Schulen wurden deswegen ftüher ge- Ichlossen. Darmstadt, 30. September. Wie das „M.-W.-Bl." meldet, ist dem General der Cavallerie, Freiherrn v. Schlotheim, cvmmanoirenden General des II. Armeecorps, seitens Sr. Maj. des Kaisers die Erlaubniß zur Anlegung des Großkreuzes des Großh, Hess. Ludewigs-Ordens ertheilt worden. Mainz, 28. September. Fünfzehn fahnenflüchtige Militärpersoncn, darunter ein Premierlicutenant, ein Zeugsergeant vom Artillerie-Depot und drei Unteroffiziere werden von der Festungsbehörde aufgefordcrt, sich im Garnisons-Arresthause zu verantwortlicher Vernehmung zu stellen. — Damit auch die Post Samariterdienst thun kann, werden die Postbeamten in neuester Zeit in der Chirurgie ausgebildet. Die Bahnpostwagen sind deshalb mit Verbandkasten nach dem Esmarch'schen System ausgerüstet, um den fahrenden Beamten und Unterbeamten "bie Möglichkeit zu gewähren, bei vorkommenden Verletzungen in Folge von Unfällen rc. eine vorläufige Hülfeleistung eintreten zu lassen. Das reisende Publikum hat alle Ursache, der Reichspostverwaltung für diese ungemein nützliche Einrichtung dankbar zu sein. Frankfurt a. M., 30. September. Wie die in Buenos-Ayres erscheinende Zeitung „Chronik" mittheilt, hat denn endlich auch den seiner Zeit vielgenannten Gauner Wilhelm Sachs, der eine Menge Menschen auf's Schändlichste betrogen und in's Unglück gestürzt hat, sein Schicksal ereilt. Bekanntlich wußte er dem Arme der Gerechtigkeit bisher zu entrinnen, während sein mitschuldiger Bruder Albert in Köln seine wohlverdiente Strafe verbüßt. Wilhelm aber trieb in Amerika seine Betrügereien in der frechsten Weise fort und machte in neuester Zeit einen Spanier in Salodillo und noch eine ganze Reihe von Geschäftsleuten zu Opfern seiner Gaunereien. Dies führte endlich zu seiner Verhaftung und hofft man, daß seinem Treiben nun für längere Zeit ein Ziel gesetzt werden wird. Frankfurt, 26. September. Bei den hiesigen Gerichten ist eine Reihe von Klagen wegen RichtzahlenS von verabredeter Heirathsvcrmittlungsgebühr anhängig geworden. Der Eine will den vollen Betrag nicht zahlen, weil seine Gattin den gestellten Bedingungen nicht entspreche und rothe Haare habe, der Andere erinnert sich gar nicht einmal, den Heirathsvermittler je um seine Hülfe angegangen zu haben und . Unter’ "'M? ft* Qwlil- Men, LÄ Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag den 3. Oktober. Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Dr. Nauman n- 18. Sonntag nach Trinitatis, 4. Oktober- Vormittags 9»/r Uhr: Gymnasiallehrer Stamm. Feier des heiligen Abendmahls. Nachmittags 2Vz Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Montag, den 5. Oktober, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Joh- Kap. 15, von Vers 18 an, Pfarrer Dr. Nauman n. In der nächsten Woche beginnt der Confirmandenunterricht für die Kinder unserer Gemeinde, die zu Ostern und Pfingsten 1886 confirmirt werden sollen- Die Gymnasiasten und Stadt schiller können freilich erst von November an unterrichtet werden; es wird denselben später besondere Nachricht zugehen. Den Real- gymnasiasten und Realschülern wird Tag und Stunde, wann sie in nächster Woche zum ersten Male sich versammeln, noch besonders bekannt gemacht werden. Die Confirmandinnen aus der höheren Mädchenschule und den Stad tMädchenschulen wollen sich am nächsten Mittwoch, den 7. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, in der Küche einfindcn- Am Sonntag den 11. Oktober, wird nach beiden Gottesdiensten eine Kollekte für die Gemeinde Dieburg ,;um Bau einer Kapelle erhoben werden. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 4. bis 10. Oktober besorgt Pfarrer Dingeldey (jetzt wohnend Göthestraße 18, neben der Aula), die für den Sonntag bestimmten Pfarrgeschäfte wolle man bei Herrn Kirchendiener Knoll bestellen. Anm. Für den Kirchenbaufonds sind in den Monaten Juli, August und September d- I- durch die Opferbüchsen in der Kirche weiter eingegangen 18 JC. 13 H, weiter sind durch Zinsen im Rechnungsjahr 1884/5 hinzugekommen 26u konuerStag t Vormittag m Gasthaus Dienstag bei Vomittal indnWirWas a. für die Schelde- >, „ Mereis badfer t r.ZnRv Donnerstag in der Wirt St fürbre »ift Die Bedinget Me bekamt ge, Dillenburg, be; w Ä&«. -M ’ei und es ' * dikftr unt r W fei Jfc S' «SWK lflrft und in den ammelt, um ^er deu Balkon des cr ^le Menge in ^urRuh'ern Acnn'asje anr , XH-'Marki ein- 'n anderer dichter reite Kaiscrstraße Broduction der mer'schen Hause «sen. Vordem mehrere Hausen Hausen, und in l beiden Seiten . sie aufzuhalten, izisten sprengten ld den Unglücken Zwecke vor, Hause wurden nn aus diesem leller binablicß. tten, obschon sie zu Loden siel, clen buchstäblich veit herzustellen, iirzten Personen :änimt!iche Ber- ) nicht ermitteln uitm nach ihrem wurden in das ichrere verschieden Donnerstag irrten i ihre Verwandten rindern, ^n der sich das Volk in tyriftinc Mlssoir 10311 sie ben um Hinterbliebenen Sorge tragen. sie vor Trauer x Luzern besitzt, .alt „Vaterland" Ter PostdamM ann- er- iohlen, us Banken ng. eit: J der Kl-inl» | M 8*' fjt in M- I ivann lieTi- I SÄ-l tflen ti"( ,olItl1' SsS 10» Mtlii Jul;n 18 > I koinineu her h- [fieilunflb,r Oberhesßsche Eisenbahnen. Bei diesseitiger Verwaltung soll die Stelle eines Bahnmeisteraspiranten, für welche eine Remuneration von 100 X pro Monat ausgeworfen ist, unter dein Vorbehalt des Rechtes jederzeitiger Kündigung mit einer Monatsfrist, besetzt werden. „ Bewerber, welche nicht alter al« 3d Jabre, zugleich gesund und von kräftiger Constitution sind, die vorgeschriebene Prüfung bestanden, auch ein Handwerk erlernt haben und sich über Kenntnisse und Thä- tigkeit im Eisenbahnwesen, namentlich bezüglich des Overbaues, auszuweisen vermögen, werden aufgefordert, sich bis zum 22. d. M. unter Vorlage der Zeugnisse und Nachweisung der seitherigen praktischen Thätiakeit bei uns schriftlich zu melden. Gießen, den 1. October 1885. 7048 Großherzogliche Direktion. Bekanntmachung. Die Lieferung des für die Unterhaltung der Bezirksstraßen im Kreise Bied en köpf pro t 886/87 erfordere lichen Deckmateriales fall an nachbenannten Terminen mittelst öffentlicher Versteigerung vergeben werden: I. In Gladenbach Mittwoch den 13. October, Vormittags V210 Uhr, im Gasthaus zur Post für die Herborn—Gladenbacher Straße, b. „ „ Biedenkopf—Gießener „ c. , „ Gladenbach—Marburger „ d. „ „ Gladenbach—Frohnhäuser „ II. In Biedenkopf. Donnerstag den IS. October, Vormittags ViK) Uhr, im Gasthaus zum Frauenthal a. für die Dillenburg—Biedenkopfer Straße b. „ „ Biedenkopf—Hallenberger „ c. „ „ Biedenkopf-Gießener „ d. „ „ Wallau-Laaspher Straße^ III« In Battenberg. Areitag den 16. Oktober, Vormittags V2IO Uhr, aus dem Rathhaus daselbst, a. für die Biedenkopf—Hallenberger Straße b. „ „ Biedenkopf-Berleburger c. „ „ Eifabachsmühle—Laisaer „ d. „ „ Battenberg—Munchhäuser „ e. „ „ Battenberg—Frankenberger „ IV. In Gönnern. Dien-tag den 20. October, Vormittags V2II Uhr, in der Wirthschast des Herrn Thomas a. für die Schelde—Lahnstraße, b. „ „ Niedereisenhausen—Breiden- bacher Straße. V. In R 0 d h e i m a/B. Donnerstag den 22. Oktober, Nachmittags Vz2 Uhr, in der Wirthschast des Herrn Schlierbach für die Biedenkopf—Gießener Straße. Die Bedingungen werden im Termine bekannt gemacht. Dillenburg, den 30. Septbr. 1885. Der Landesbauinspektor. 7046 Wolff. im Löwen. 7055 Ludwig Klotz, Gutspächter 7052 Micinal-Leberttra Den verehrlichen Hausfrauen von Gießen macht der Unterzeichnete die Mittheilung, daß er eine ausgezeichnet gute, feine Eßkartoffel geerntet !;at, welche er zum Kauf, per 2 Ctr. 4 JU 50 frei in die Wohnung, an- ' rietet. Dieselbe Sorte wurde schon in früheren Jahren unter dem Namen „Casseler Samenkartoffel" vielfach zum Verkauf gebracht. Proben können bei Herrn Restaurateur Weber, vis-a-vis dem Hauptsteueramt, und bei Herrn Boller, Metzgereigeschäft, in Empfang genommen werden. Bestellungen bitte per Postkarte an den Unterzeichneten zu senden. Odenhausen, Post Londorf. Prima süßen Aepselmost sowie alle andern Qualitäten, Weiten und Fayons, Damen-Corsetten schon von 90 Pfg» an. Besondere Weiten und Fa^ons, extra nach Maaß angefectigt, empfiehlt 501 JLe Fangmann. yimmerparfum li angenehmstes und einfachtes Mittel " zur Erhaltung eines feinen Wohlge- ruches aller bewohnten Räume, Salons etc. Vorräthig K FL uth. bei 7045 Carl Scliwaab. Vessenlliche Rille. Die ergebenst Unterzeichneten bringen hiermit zur öffentlichen Kcnntniß, daß sie unterm 22. v. M. die Vereinigung der beiden seither getrennten Unter- tützungskassen des Großh. Landeshospitals zu Hofheim und der Groß. Landes-Irrenanstalt zu Heppenheim beschlossen haben und daß Großh. Provinzial-Direction Starkenburg durch Verfügung vom 9. I. M. unter dem statutenmäßigen Vorbehalt der Entschließung der nächsten Generalversammlung der Vertrauensmänner die interimistische Ausführung dieses Beschlusses angeordnet hat. Zunächst und bis die Organisation des geschäftlichen Betriebes der nunmehr vereinigten Kassen ihre endgültige Regelung gefunden hat, soll sich die ermähnte interimistische Ausführung darin äußern, daß für das Betriebsjahr 1885—86 von Hofheim aus eine Sammlung von Beiträgen nicht stattfindet, während das Ergebniß der von Heppenheim aus in der bisherigen Weise geleiteten diesjährigen (5oüecte zu Gunsten der bedürftigen und insbesondere der entlassenen Pfleglinge der genannten beiden Landes-Irrenanstalten verwendet werden wird. Die Vereinigung der beiden Unterstützungskassen war durch das Interesse der Sache geboten, denn die Zwecke, um welche es sich handelt, verlangen in Folge ihrer übereinstimmenden Beschaffenheit die Eoncentratiou aller erreichbaren Mittel, die gemeinschaftliche Arbeit aller vorhandenen sachverständigen Kräfte unb die Anwendung einheitlicher Grundsätze wie auf die Vorbereitung und die Durchführung der einzelnen Unterstützungen, so auch auf die Verwirklichung der allgenieinen Ziele unserer Bestrebungen. Das bisherige Verhältnis; hat, indem es seiner ganzen Natur nach Zu- smnmengehöriges künstlich getrennt hielt, zu vielfachen Mißverständnissen geführt und würde im weiteren Verlaufe den Bestand wenigstens der einen der beiden Kassen ernstlich bedroht und zahlreiche bedürftige /Pfleglinge und deren unglückliche Familienangehörige ohne die nöthige Hülfe gelassen haben. Jetzt, nachdem die Vereinigung unserer beiden Kassen zur fertigen Thatsache geworden ist, wenden wir uns mit neuein Muth der Lösung unserer Aufgabe zu und vertrauen um so fester darauf, das; mehr und mehr Jeder, der sich ein warmes Gefühl für schweres menschliches Unglück bewahrt hat und die Pflichten anerkennt, die ihm als Glied des Ganzen obliegen, sich mit uns vereinigen und unserer Kasse seinen Beitrag zuführen werde. Für den treuen und ausgiebigen Beistand, Den wir schon seither alljährlich in weiten Kreisen gefunden haben, können mir nicht genug danken. Sind doch in dem letzten Jahre allein der Unterstützungskasse zu Heppenheim von über 7000 Gebern Beitrüge zugeflossen, so daß von dieser Kasse in demselben Jahre, einschließlich zweier Darlehen im Gesammtbetrage von 600~11 i M.u. halben zu 60 Vf. bei 7074 Heinrich Wallach. Gute Speise-Zwiebeln ä Ctr. .X 3,50, sind am Freitag von 10 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends auf dem Main-Weser-Bahnhof zu haben. 7025___________Haupt & Co. 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October 1885._______________"060 Neuheiten in Meidet stossen, Regenmäntel für Damen u. Kinder in reicher Auswahl. 6449 Meyer hoH* & Gosstar. Die Verwaltung der Unterstützungskaffe für bedürftige Pfleglinge des Großh. Landeshospitals. Medicinalrath Dr. Werte, Director des Großh. Landeshospitals. Dr. Bieb erbach, zweiter Arzt „ „ „ Metzger, prov. dritter Arzt „ „ », Stroh, Hausverwalter und Rechner „ „ „ Heppenheim, am 26. Juli 1885. Das Kuratorium der UiUerstützuugskafse für bedürftige Pfleglinge der Großh. Landes-Irrenanstalt- Pfarrer Anthes zu Bensheim, evang. Geistlicher der Großh. Landes-Irrenanstalt. Oberamtsrichter Bauer zu Bad Nauheim. Kreisschulinspector Do sch zu Worms. Generalagent Ga ule zu Darmstadt. Kreisrath Heß zu Dieburg. Lehrer Hof zu Echzell. Kreisarzt Dr. Köhler zu Laubach. Geh. Medicinalrath Dr. Ludwig zu Heppenheim, Director der Großh.Landes-Irrenanstalt. Fabrikant Rohde zu Bessungen. Schaum, Rechner und Hausverwalter der Großh. Landes-Irrenanstalt zu Heppenheim. Notar Dr. Schnell zu Bingen, Pfarrer Sickinger zu Heppenheim, katholischer Geistlicher der Großh. Landes-Irrenanstalt. Domänenrath Stoltz zu Frredberg. Dr. Wittich, zweiter Arzt der Großh. Landes-Irrenanstalts Beste weisse Kern- ynd Harzseifen Schmierseifen. Ia. Nielsen- und Hoffmann s-Patentstärke, Drummer s Crvme- und Mack s Doppelstärke, Soda, Borax, Waschblau, engl. Wafchcrystall, Wachs, Dr. Linck s Fettlougenmehl re. rc. empsiehlt in nur besten Qualitäten und zu billigsten Preisen Ferdinand. Drebes, 6802 vorm. Gg. Will). Weidig. * r VW 6877 K 7061 tse- 9 Tage, S. Ueuberg, Berlin. in in 9 Tagen 334 und dessen Agenten und I. M. Schulhof, Gießen. wozu ergebenst einladet >,7058'! «/. Kau&< Samstag 3. Olrt., 8 Nhr Obl. 7013 Th. Geller, S y &< ZS wozu ergebenst einladet 7047 Als ganz besonders billig empfehle ich: stehen bereits Stall 24 zum 7051 1 Posten farbiger u. schwarzer Strauß- federn, Flügel und sonstige Hutverzierungen. säwmtlicher Neuheiten der Saison. 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Es handelt sich hierbei augenscheinlich um — allerdings über den gesetzlichen Rahmen hinausgehende — Maffen-äundgebungen gegen das bisherige holländische Wahlgesetz, welches die höheren Klaffen auffallend begünstigt. Ob diese Kundgebungen zu einer Aenderung des holländischen Wahlsystems führen werden, ist vorerst zu bezweifeln. Der kommende Sonntag ist für Frankreich ein wichtiger Tag denn an ihm finden zum ersten Male die Neuwahlen zur Deputirtenkammer nach dem System der Listenwahlen statt. Das erste Ergebniß derselben wird voraussichtlich eine noch nie dagewesene Stimmenzersplitterung sein. Die Pariser Radikalen haben sich nämlich über eine gemeinsame Liste nicht einigen können und existiren nicht weniger als vier radikale Listen, wobei cs außerdem noch eine besondere Liste der „Rölhesten der Radikalen", der Anarchisten, giebt. Es werden sich also ungemein zahlreiche Stichwahlen r.ölhig machen, deren AuSgang noch nicht im Entferntesten vorauszusehen ist, da nicht nur die gemäßigten Republikaner, sondern auch die Monarchisten ungewöhnliche Anstrengungen machen. Aus Rom wird die Möglichkeit einer Veränderung im Cabinet Depretis signalisirt. Wenigstens erwähnen „Popolo Romano" und „Capitano Fracaffo", die Eventualität der Ernennung des italienischen Botschafters in Wien, des Grafen Robilant, welcher gegenwärtig auf Urlaub in Italien weilt, zum Minister des Auswärtigen. In der Balkankrise ist eine gewisse Stagnation eingetreten, welche mit der in Sicht befindlichen Konstantinopeler Conferenz in einem unverkennbaren inneren Zusammenhänge steht. In der Zwischenzeit bis zum Zusammentritte der Conferenz oder vielmehr „Botschafter-Vereinigung" arbeiten die Diplomaten in Athen wie in Belgrad, wo man jeden Tag losschlagen möchte, auf die Beruhigung der Geister hin, ohne daß aber das kriegerische Fieber weder der Griechen noch der Serben sonderlich nachgelassen hätte. Mit einem gewissen Stoicismus steht die Pforte den Dingen in Ost-Rumelien gegenüber, wozu vielleicht einerseits der unter den albanischen Stämmen ausgebrochene Aufstand, anderseits der Wechsel im türkischen Mimstermm mit beitragen mag. In Bulgarien selbst scheint man auf Alles gefaßt zu sein. Männer von 18 bis 32 Jahren sollen sich für den erforderlichen Fall für den Freiwilligendienst bereit halten. Weiter wird aus Bulgarien berichtet, daß sich aus den gebildeten und besitzenden Klassen ein Special-Corps zur Erhaltung der Ordnung in den Städten biloet. Endlich meldet noch eine Depesche aus Philippopel, daß Fürst Alexander eine Deputation an den Sultan mit der Versicherung abgesandt hat, daß in der Provinz Ordnung und Ruhe herrschen. Der Bulgarensürst will offenbar die Brücke zwischen sich und Konstantinopel nicht ganz abbrechen und bei der Unsicherheit, welche noch über den Ausgang der ostrumeli- schen Schilderhebung herrscht, heißt dies nur weise gehandelt. — Unklar ist eine Depesche aus Bukarest vom 30. September, welche besagt, daß der Dampfer „Hildegarde" in der bulgarischen Donausestung Rustschuk Truppen landete, denn es ist nicht recht ersichtlich, was das für Truppen gewesen sein sollen. Uebri- gens ist die Bahn von Rustschuk nach Bazardschik ausschließlich für Militär- TranSporte reservirt. 6956 Karl Berger, Lindenplatz. Einem geehrten Publikum Gießens und Umgegend theile ich ergebenst mit, daß ich mein Schuh- und Stiefellager bedeutend vergrößert habe. 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Allg Ztg." in einem Entrefilet entgegen, in welchem betont wird, daß, so befriedigend sich auch die Verhandlungen in der Karolinen-Angelegenheit bislang abgewickelt hätten, schon in Folge rein formaler Momente die Entwicklung noch nicht bis zu dem im „Hamb. Corresp." angedeuieten Punkte gediehen sei, denn vor Allem müsse erst die zweite spanische Rote beantwortet werden. Der Entwurf zu dieser Antwort liege aber noch dem Kaiser vor und werde voraussichtlich erstände dieser Woche nach Madrid abgehen können. Von einer factisch vollzogenen directen Verständigung könne also füglich noch keine Rede fein. Im Donau-Kaiser-Staate sind die Wogen des parlamentari- fchen Lebens wieder entfesselt, und zwar haben sie zunächst im ungarischen Abgeordnetenhause sofort in die Mitte der brennendsten Tagesfrage, des großbulga- rischen Problems, geführt. Mit einer an Naivetät grenzenden Offenherzigkeit haben hierüber die Abgg. Jrany und Helsy ihre bekannten Interpellationen gestellt, welche Ministerpräsident Tisza dem Vernehmen nach dahin beantworten wird, daß er für seine Person keine Kenntniß von den Ereignissen in Philippopel gehabt habe und daß die letzteren in keinerlei Zusammenhang mit der Entrevue von Kleinster stünden. Das österreichische Abgeordnetenhaus muß dagegen, schon in Hinblick darauf, daß es neugewählt ist, eine Reihe geschäftlicher Formalitäten erledigen, die mit der an diesem Freitag stattfindenden Wahl des Präsidenten und des übrigen Bureaus ihren Abschluß erhalten. Im Süden der Monarchie, namentlich in Tyrol, sind in Folge der regnerischen Witterung die Flüsse ausgetreten und haben nicht unbedeutenden Schaden angerichtet; auf verschiedenen Bahnlinien ist der Verkehr durch die Überschwemmungen gänzlich unterbrochen worden. Auf das idyllische Stillleben, welches der Kaiser von Rußland am dänischen Hofe führt, ist plötzlich ein Schatten gefallen. Gerüchte von einem aus den Czaren im Parke des Schlosses Fredensborg versuchten Attentate gehen um, doch ist nichts Zuverlässiges hierüber bekannt, da auf fprciellen Wunsch des Czaren alle Nachforschungen und Untersuchungen geheim gehalten werden. Man weiß nur so viel, daß Kaiser Alexander während eines Spazierganges im Parke von einer sog. Teschingkugel getroffen wurde, welche Rock und Weste \ durchlöcherte, aber an der Uhr, welche der Kaiser in einer Seitentafche trug, • Franks. Würstchen empfiehlt 6489 _________Emil Fischbach. StrickwoSle in allen -Farben und Qualitäten zu sehr billigen Preisen, l^oeltwolle per Pfund JL 1,20, sowie ' welcher treu ist, Wenhandlung, . Exemplare 'ö „Gießener en von der ck gekauft^ -Hündchen, mit Wiederbringtt er- _ I. Darnaß. Köchen gejuckt. ~ fier, Buchender, n, das alle Mit «i mieten gciuchl. WMinMe JO. ider tüchtiger t wird in ein 'egeschäft sv- Erp d. Bl. Fraulein aus an- t Stelle in einem her einer ätjnlichen fierten beliebt man i unter E. 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