tnt*Ä K reparirt ie 1 Auffesten Genres 6247 Isen körn, lstiatze 9. j. Kl'tz 6211 tuft ,bÄ oft. *&«s> l jfe Co ' > * Satz?,ingarn> lveirchükr.Mlckt besuchen, finden ki ! Kost und Logis- Neustadt 21- chtige« brave« , Hau»- und erfahren. I" SS « M arbeit«» » si» in b" wetden. y.iu|rf« ngungen zu v rrped-o- Di-___— v»£s Sä •‘ST Lurgg^!^— ltl„ Ludwigs___ S?r. 201 ' Donnerstag den 3. September r8§S Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Durch W Post de-oq^ oirrtel jährlich 2 Mark 50 jjUUUtpijirTrrr-~— ^rr"JTT^aamaaarj 11 *wv>' uri «n-iwm in Wr*WQW■ uiu^» W ■ w^wm^uiawMftmwwaiii J< Amtlicher H6 ei l. Gießen, am 31. August 1885. Betreffend: Ermittelung der landwirthschastlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahr 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grob herzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Mit Bezug auf unsere Verfügung vom 18. April l- I. erinnern wir Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an die alsbaldige Berichterstattung über den Stand der Ernteaufnahmen. Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Gießen, 2. September. Die „Nordd. Allg. Zeitung" veröffentlicht in der Karolinen-Frage einen gegen die „Germania" gerichteten Artikel, den wir seiner bemerkenswerthen Auslassungen halber hier vollständig wiedergeben. Der Artikel lautet: „Die „Germania" vom heutigen Tage reproducirl einen Artikel der „Köln. Zeitung", in dem aus spanischen wissenschaftlichen Werken der Nachweis gesuhlt worden war, daß „die Frage, ob die geographische Wissenschaft in Spanien die Karolinen-Inseln bisher als spanische Besitzung behandelt habe, nach allem (dem Ver- faffer des Artikels) zugänglichen Material unbedingt verneint werden muffe." Dazu bemerkt die „Germania": „Es scheint, als ob die Gelehrten auch hier nicht einig wären. Thatsächlich hat Spanien die Insel Dab im westlichen Theile schon seit längerer Zeit im Besitze. Dies kann Deutschland mcht bestreiten, ebenso wenig, daß Spanien durch versuchsweise Entsendung von Colonieen und Missionen, wenn nicht julidijche, so doch sactische und moralische Rechte erworben hat." Vor einigen Tagen hat dasselbe Blatt aus der friedliebenden versöhnlichen Haltung der deutschen Negierung Spanien gegenüber nichts weiter deduciren können, als „es sei dies ein Beweis, daß die Ansprüche Deutschlands nicht über allen Zweifel erhaben seien." Es ist bezeichnend sür die Stellung der „Germania" in deutschen Angelegenheiten, daß sie das einzige Blatt in der ganzen deutschen Presse ist, welches die Partei des Auslandes ergreift, und welches die Ruhe und Sicherheit, mit der Deutschland die Karolinen-Frage be- handelt — indem es sich bereit zeigt, eine schiedsrichterliche Entscheidung darüber zu accepliren — nicht als Beweis der Friedensliebe und Versöhnlichkeit unserer Politik auffaßt, sondern darin Veranlassung findet, die Rechtmäßigkeit unserer Sache anzuzweifeln. — Die Haltung der „Germania" überrascht uns jedoch nicht; denn die „Germania" ist überhaupt kein deutsches Blatt, sondern der Bundesgenoffe jedes, auch des frivolsten Angriffes aus das Ansehen und die Interessen Deutschlands. Die öffentliche Meinung wird voraussichtlich bald in der Lage sein, den Verdunkelungen der „Germania" gegenüber die deutschen Rechtsansprüche in der Karolinen-Frage beurtheilen zu können; denn wir bezweifeln nicht, daß rm Anschluß an die bisherige Behandlung der Colonialpolitik auch die Episode der Karolinen durch Veröffentlichung der darüber sprechenden Actenstücke dem allgemeinen Urtheile unterbreitet werden wird." — Man darf einigermaßen gespannt daraus sein, was die „Germania" dem osficiösen Blatte aus dessen scharfen Angriff antworten wird. Die Erhebungen über die Frage der Sonntags-Arbeit sind nunmehr im ganzen Reiche im Gange, und zwar wenden sich die Regierungen hiermit nicht nur an die Arbeitgeber, sondern auch an die Arbeitnehmer, um auch die Meinungen der letzteren zu hören. Wenn man den Aeußerungen einzelner Arbeiter-Führer glauben sollte, so verurtheilte man in Arbeiterkreisen einstimmig die Sonntagö'Arbeit; wenn man indessen Stimmen aus den letzteren selbst hört, so gelangt man zu der Ueberzeugung, daß ein großer Theil der Arbeiter durchaus nicht mit oer unbedingten Abschaffung der Sonntags-Arbeit einverstanden ist und hoffentlich werden die Regierungen bei ihren Erhebungen auch aus diese Stimmen gebührend Rücksicht nehmen. Daß man auf Seiten der soeialdemokratischen Parteileitung bestrebt ist, aus der Frage der Sonntags- Arbeit für die socialdemokratische Sache Kapital zu schlagen, erscheint begreiflich ; umsomehr ist es aber Pflicht der Regierungen, die Arbeiter felbst zu hören, um darzuthun, daß sich die Anschauungen derselben in der beregten Frage nicht immer mit den Wünschen der socialdemokratischen Führer und Agitatoren decken. Ein kürzlich erschienenes statistisches Handbuch sür Elsaß- Loth ringen enthält u. A. intereffante Daten über die Rationalitäts-Verhältnisse im Reichslande. Beispielsweise erfährt man, daß daselbst von den Gemeinden 72 pCt. dem deutschen, 24 pCt. dem französischen und 4 pCt. dem -gemischten Sprachgebiete angehören. Anders gestaltet sich jedoch das Verhältniß, wenn man jeden der drei reichsländischen Bezirke für sich in's Auge saßt. Da ergiebt sich, daß im Ober-Elsaß 85 pCt. und im Unter-Elsaß 95 pCt. der Gemeinden auf das deutsche Sprachgebiet entfallen, dagegen in Lothringen nur 49 pCt. Günstiger ist das Verhältniß, wenn man nicht die Gemeinden selbst, sondern die Civilbevölkerunq betrachtet; von diesem Gesichtspunkte aus haben wir auch in Lothringen nicht Gleichgewicht, sondern sogar ein Ueberwtegen des deutschen; denn demselben gehören 52 pCt. an, gegenüber 28, resp. 18 pCt., “bie dem französischen, resp. dem gemischlen Sprachgebiete angehören. Die Zahl 'oer Gemeinden endlich, die auf Grund des Gesetzes vom 31. März 1872 vom Gebrauche der deutschen Sprache als Geschäftssprache dispensirt waren, betrug am 1. Januar noch 417 bei einer Gesammtzahl von 1698. Hartington, der Minister für Indien im früheren englischen Cabinet, hielt am Samstag vor seinen Wählern in Waterfort (Lancashire) eine Rede, in welch r er die Ansicht aussprach, daß keine Partei die Forderungen Parnell's bewilligen werde. Wenn Parnell aus unmöglichen Forderungen bestehe und dem englischen Parlamente fortdauernd Schwierigkeiten bereite, um feine Forderungen zu erreichen, so werde man Mittel finden, diesem Beginnen entgegenzutreten. Das vereinigte Parlament in seiner Eigenschaft als Vertreter des Volkes könne ein Veto einlegen gegen Vorschläge, die für den Frieden, die Integrität und die Wohlfahrt des Reiches verhängnißvoll seien. — Das klingt ja wie eine offene Kriegserklärung der liberalen Partei an die Parnelliten; welche Folgen dieselbe für die Liberalen haben wird, wird sich in den bevorstehenden Neuwahlen zum englischen Parlament ja zeigen. Die Aufnahme, welche das russische Kaiserpaar bei seiner Rückkehr von Kremsier in Kiew, der alten Residenz der ersten Beherrscher des Czarenreiches, gefunden hat, beweist wieder einmal, mit welcher Innigkeit in Rußland der gemeine Mann an seinem Kaiserhause hängt. Ueberall, wo sich der Kaiser und die Kaiserin zeigten, wurden sie von stürmischen Jubelrufen begrüßt; es war dies namentlich am Samstag der Fall, an welchem Tage die Llajestären im offenen Wagen eine Rundfahrt durch Kiew behufs Besichtigung mehrerer Lehr- und Wohlthätigkeits-Anstalten machten und wobei die dichtgedrängte Volksmenge das Kaiserpaar überall mit wahrhaft südländischem Enthusiasmus begrüßte. Am Abend war die Stadt glänzend illuminirl; die für Samstag Vormittag angesetzt gewesene große Parade hatte des strömenden Regens halber noch in letzter Stunde abgesagt werden müssen. Sir Drummond Wolff ist endlich am Samstag vom Sultan in feierlicher Audienz empfangen worden. Der außerordentliche Botschafter Englands überreichte hierbei ein Handschreiben seiner Souveränin, welches den Wunsch, die guten Beziehungen Englands zur Türkei forterhalten zu sehen, aus- spricht, weiter daran erinnert, daß der Vater Abdul Hamid's der Freund und Alliirte Englands gewesen sei und schließlich die Hoffnung ausdrückt, der Sultan werde Mitwirken, in Egypten wieder Ordnung zu schaffen. In seiner Erwiderung betonte der Sultan, daß er auf die Freundschaft mit England großen Werth (ege, auch sprach er seine Genugthuung darüber aus, daß man englischerseits so strenge Rücksichten auf seine Rechte als Souverän in Egypten nehme. Er äußerte auch, daß er in einigen Tagen eine ober mehrere Personen bestimmen werde, mit welchen Drummond Wolff sich über die verschiedenen, Egypten betreffenden, Fragen derathen könne; er werde in Kürze Sir Drummond Wolff eine neue Audienz erteilen. Aus dem japanischen Jnselreiche, und zwar aus Nagasaki, kommt die Kunde vom Ausbruche der Cholera. Ob sie daselbst selbstständig auftritt oder erst dahin verschleppt worden ist, erscheint noch ungewiß, doch dürfte wobl das Letztere cmrunebmen sein. Deutschland. Berlin, 30. August. Wider alles Erwarten veröffentlicht der „Reichs- Anzeiger" nun doch noch das Gesetz, betr. das Spiel in außerpreußischen Solle* rieen, welches in der vorigen Landtags-Session zur Annahme gelangte, aber bis jetzt nicht bekannt gemacht ward. An diese Verzögerung knüpfte man die Annahme, daß die Regierung einen andern Gesetzentwurf über die Vermehrung der preußischen Loose ausarbeite, um diesen sodann im Verein mit dem obigen in Kraft treten zu lassen. Nunmehr gewinnt es den Anschein, als ob sich die Regierung scheue, in dieser Frage die Initiative zu ergreifen, und es lieber abwarten will, bis ein Antrag auf Vermehrung der preußischen Loose aus der Mitte des Abgeordnetenhauses hervorgeht. Es ist bei der Berathung des Gesetzentwurfs viel von Moral und der unwürdigen Einnahme, weiche her Staat aus der Gewinnsucht des Volkes ziehe, die Rede gewesen, und da mag man sich entscheidenden Orts wohl hüten, noch zur Verschärfung des hauptsächlich vorr ultramontaner Seite erhobenen Vorwurfs beizutragen. Wenn man aber die preußischen Lotterie-Loose nicht vermehrt, so wird die Wirkung des neuen Gesetzes trotz seiner verschärften Bestimmungen eine ziemlich illusorische sein; dir Betheiligten werden sich von jetzt an einer größeren Vorsicht befleißigen, bas Spiel in fremden Lotterieen aber, so lange ihnen die preußische keine Loose liefert, darum nicht aufgeben. Eine ziemlich drückende Bestimmung erhält bec § 3, wonach die Veröffentlichung der Gewinn-Resultate von fremden ßotterieen in den in Preußen erscheinenden Zeitungen mit Geldstrafe bis zu 50 JC. bestraft. anderen Nation. Deßhalb kann in England jede einzelne Frau allein reifen; deßhalb kommen in England so schwerwiegende Verdammungen einzelner Verstöße gegen die Sittlichkeit vor, wie im Falle jenes hochstehenden englischen Militärs, der seine Stellung aufgeben mußte und dann in egyptische Dienste trat; deßbalb verhängt das Schwurgericht Geldstrafen von 80—100,000 JL, wenn Jemand die Tugend einer^Frau verdächtigte; deßhalb sind die Engländer geneigt, selbst drakonische Gesetze zum Schutze der Frauen zu bringen. Wir erblicken die Garantie für die Wahrung der Reinheit^ deS Familienlebens keineswegs in derartigen Gesetzen; denn wo einmal der reine Schleier des sittlichen Lebens gerissen ist, dort helfen selbst die strengsten Gesetze nicht mehr. Deßhalb war ja auch die Strenge des Kaisers Augustus vergeblich. In den Gesetzen gelangt nur der Geist, gelangte blos die Auffassung des betreffenden Volkes, für wie wichtig die Nolle der Frauen im socialen Leben hält, zum Ausdruck. Und die 'H-rauen eines solchen Volkes stehen denn auch auf der Höhe ihres hehren Berufes, wie denn in der That die englischen Frauen ihre Aufgaben als Familienmüttcr, sowie ihre gesellichaft- Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. «orrespondenr - Brrrearr. 3 Kiew, 1. September. Im Laufe des gestrigen Tages besichtigte das Karser- vaar die öffentlichen Anstalten. "Aach dem Diner, wozu 130 Personen geladen waren, ^suchten der Kaiser und die Kaiserin die Galavorstellung in der Stadtoper, wo von dem dichtbesetzten Hause die 'Nationalhymne wiederholt gesungen wurde. Nach der Vorstellung wurde eine Rundfahrt durch die reichilluminirte Stadt unternommen, wobei das Kaiserpaar überall enthusiastisch begrüßt wurde. Dasselbe ist gestern Abend um 10 Uhr nach Petersburg zurückgerefft. „ London, 1. September. Der vereinigte Ausschuß des englischen und fran«- sischen Schiedsgerichts-Vereins beschloß eine Resolution, welche besagt, er habe für ine Behauptung, daß Olivier Pain auf Befehl britischer Behörden getodtet worden sei, keinerlei Beweis aufzufinden vermocht. . . — Gladstone ist auf seiner Ruckreise von Rorwcgeii in Wick emgetrosten. London, 1. September. Ridley ist zum finanziellen Secrctär des Schatzamtes Toirb. Man muß hierbei in Betracht ziehen, daß die großen preußischen Zeitungen auch außerhalb Preußens, in Braunschweig, Sachsen und andern deutschen Staaten gelesen werden, wo man über die Ergebnisse vielleicht der eigenen Landes-Lotterie unterrichtet zu sein wünscht. Wenn man eine Ungehörigkeit darin gefunden hat, daß preußische Zeitungen die Gewinnlisten der in Preußen verbotenen Lotterieen veröffentlichen, so erscheint es anderseits doch auch nicht minder wunderbar, daß mit deutschem Reichsstempel versehene Lotterie-Loose in Preußen überhaupt verboten werden. (Köln. Ztg.) Hesterreich. Wien, 1. September. Gegenüber den Meldungen der Blätter, wonach die innere Politik Oesterreichs mit der Kaiser-Entrevue in Kremsier in Zusam- menhang gebracht wird, bezeichnet das „Fremdenblatt" als selbstverständlich, daß sowenig Oesterreich sich um die inneren Verhältniffe Rußlands, sich auch dieses um die innere Politik Oesterreichs zu bekümmern habe. Das „Fremdenblatt" constatirt, daß in Kremsier von innerer Politik gar keine Rede war. Pilsen, 1. September. Der Chef der bei den hiesigen Manövern vertretenen russischen Militär-Mission, Generallieutenant Pawlow, ist nicht unbedenklich erkrankt. Rom, 1. September. Der Minister des Innern ordnete für die vom italienischen Eontinent in Sicilien und Sardinien ankommenden Schiffe, welche unbeanstandet sind, eine fünftägige, sonst eine einundzwanzigtägige Quarantäne an. — Zufolge einer Stefanimeldung aus Zanzibar vom 1. September besuchte der Aviso-Dampfer „Barbarino" auf einer handelswissenschaftlichen Forschungsreise die Häfen von Lamo und Durnford und erforschte einen Theil des Itibe-Flusses; die Occupation des Hafens von Johnes ist demnach unbegründet. Drontheim, 1. September. Der Prinz von Wales gab gestern den Spitzen der Behörden ein Diner auf Schloß „Osborne". Heute reiste der Prinz nach Schweden ab. ~ . Konstantinopel, 1. September. Die Provenienzen aus Neapel werden der nämlichen Quarantäne wie die französischen unterworfen. x Die Erziehung der grauen. DeS Mannes Schicksal ist die Frau", so lautet ein Wahrspruch des Dichters, I und wer sich mit socialen Fragen beschäftigt, muß zugeben, daß auch für das Schicksal der Völker die Frauen entscheidend sind. Dasjenige Volk, dessen Frauen gebildeter, tugendhafter, sparsamer und geschickter sind, ist auch reicher und mächtiger. Die Römer begriffen die sociale, ja politische Wichtigkeit der Frauen vollkommen. Auf dem Forum war die Statue einer verschleierten Fran das Sinnbild der Glücksgöttin. Und so lange die Tugend der römischen Frauen die krystallreine Quelle des römischen Familienlebens war, wankte die Herrschaft des mächtigsten Volkes der alten Zeit nicht, sondern sie wuchs. Dagegen war die Größe und der Glanz Roms im Zeitalter der Julier nur mehr äußerer Schein. Die Fäulniß griff um sich mit) durchbrach bald die glänzende Hülle. Kaiser Augustus begriff die Gefahr und aus diesem Grunde war er | der strenge, mitunter unbarmherzig strafende Sittenmächler. Ein tragisches Geschick ereilte ihn, denn seine Bestrebungen, die Moralität zu schützen, zu erhalten, erlitten in I seiner eigenen Familie Schiffbruch. Und als die Sittlichkeit Roms nickt mehr erhalten, nicht mehr gerettet werden konnte, da war auch das Zusammenbrechen des I mächligstcn Reiches der alten Welt nur noch eine Frage der Zeit. Die Engländer ahmen in mehrfacher Hinsicht Rom nach. Obwohl die englische Sprache verhältnißmäßig die geringste Zahl lateinischer Worte in sich ausgenommen hat, ist doch der englische Geist jenem der Römer ähnlicher, als der Geist der Italiener, I Spanier oder Franzosen. Ja, man kann behaupten, daß die eigentlichen romanischen I Völker von den Eigenschaften ihrer großen Vorfahren das Wenigste geerbt haben. Die Franzosen sind auch heute noch Gallier; die Grundzüge ihres Volkscharakters haben sich, seit sie von Julius Eäsar beschrieben wurden, nicht verändert. Die Spanier find auch jetzt noch die stolzen Ibcrier, die sic waren, als Rom ihr Vaterland eroberte. I Selbst hinsichtlich der Kriegführung haben sie sich nicht geändert. Sertorius, der bc- I rühmte und hockbegabte römische Renegat, schlug die Römer mittelst desselben Systems des Guerillakrieges, mittelst dessen zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts die Franzosen I aus Spanien vertrieben wurden. Das englische Volk erkennt den Frauen dieselbe Bedeutung zu, wie einst die Römer. Daß das englische Parlament soeben ein sehr strenges Gesetz über den Schutz der Mädchen geschaffen, muß Jeder begreiflich finden, dem die Auffafsuna der Engländer, daß die Tugend der Frauen und die Reinheit des Familienlebens die Grundlage der Größe der Völker bildet, bekannt ist. In Folge dieser Auffassung erfreuten | Pch die Frauen in England auch bisher eines so großen Schutzes, wie fast let lei liehen Aufgaben in der besten Weise erfüllen. Dieses feine Gefühl jedoch, das als Gradmesser der Bildung eines Volkes gelten kann, ist an sich allein nicht genügend; seine naturgemäße Ergänzung ist die Erziehung der Frauen, welche sich bei uns immer vielseitiger gestaltet. Daß auch grauen sich umfassende wissenschaftliche Kenntnisse aneigiien können, ist eine offenkundige -rliat- sache. In dieser Hinsicht leisten besonders die Russinnen und Amerikanerinnen Uebcr- raschendes und sie werfen denn auch die Frage der Frauenemancipation aut. Ties ist jedoch noch immer eine Frage der fernen Zukunft, und wir zweifeln nickt, bap es für die Menschheit ein schwerer Schlag sein wird, wenn dereinst die Frau aus dem Zauberkreise der wahren Häuslichkeit heraustreten wird. w Davon ist jedoch bei uns vor der Hand und zu unserem Glücke noch nickt die Rede. Wir erziehen unsere Töchter noch für das häusliche Leben. Eben deßbalb würden wir es gerne sehen, wenn die Erziehung unserer Töchter int Allgemeinen eine Salondamen und die wirthschaftlichc Hausfrau find nicht ö. .... In dieser Beziehung bieten die englischen Frauen die schönsten und anziehendsten Beispiele, wie es ja außer Zweifel steht und äußerst erfreulick ist, daß solche Beispiele bei uns nicht mehr zu den Seltenheiten gehören. Allein es existiren viele gebildete sociale Schichten, die nicht so sehr Salondamcn als vielmehr geschickte, sparsame, praktische Familienmütter brauchen. Das Wohl und die Zukunft vieler Familien hängt davon ab, ob die Frau das geringe Einkommen ihres Gatten geschickt einzutheilen versteht, ob sie im Stande ist, die Lebensweise der Familien angenehmer zu gestalten und doch Ersparnisse zu macken, die dann die Grundlage des Familienvermögens bilden. In dieser Beziehung nehmen die französischen Frauen die erste Stelle ein; deßhalb hat fast jede französische Familie ein kleines Vermögen und dies ist die nie versiegende Quelle des Reichthums des Vermischtes. Darmstadt, 1. September. Militärisches.) Die diesjährige Entlassung der zur Reserve zu beurlaubenden Mannschaften wird bei denjenigen Truppen, welcke an den Herbstübungeii theilnehmen, aut ersten oder zweiten Tage nach Beendigung derselben bezw. nach dem Wiedereintreffen in den Garnisonen stattfinden. Für alle Truppen- theile ist der 29. September der späteste Entlassungstag der Reservisten. Das Nähere bestimmt das Generalcommando, für die Fußarlillcrie die Generalinspcction der Artillerie. Die zu halbjähriger actioer Dienstzeit eingestellten Trainsoldaten werden am 31. October bezw. 30. April k. I. entlassen, die Qeconomiehandwcrker am 29. September. Die Beurlaubungen von Mannschaften zur Disposition der Truppenthetle werden an den Terminen zur Entlassung der zur Reserve zu beurlaubenden Mannschaften statlfin^m inAugust. Ter soeben ausgegebene „Süddeutsche Polizeitelegraph" enthält ein Ausschrciben der hiesigen Staatsanwaltschaft, ivorin u. A. gesagt wird, daß der Tod des im Rhein aufgefundenen (ermordeten und verstümmelten) Mannes nur wenige Stunden vor dem Auffinden eingetreten sein könne. (Tie Auffindung geschah bekanntlich Morgens um 6 Uhr und es soll der des Mordes verdächtige i-chub- machcr Herbst gegen 3 Uhr früh nach Hause gekommen fein). Im Weiteren wird um sorgfältige Recherchen nach beit fehlenden Extremitäten und dem Kopf ersucht und dazu bemerkt, daß diese vermuthlich gleichfalls in den Rhein geworfen wurden. Ferner wird der vermißte Schuhmacher Johann Baptist Wothe ausgeschrieben und dabei u. A. erwähnt, daß er 31 Jahre alt sei, untersetzte Statur und eine schiefe, nach rechts geneigte Kopfhaltung habe. Das Alter des Wothe stimmt also mit dem muthmatzlicken Alter des Ermordeten, welches die Aerzte zu 28 bis 30 Jahren geschäht haben, au nähernd überein. Auch sonst mehren sich die Anzeichen, daß man in dem Ermordeten den vermißten Schuhmacher Wothe zu suchen habe, obgleich sich kaum ein vernünftiger Grund denken läßt, welcher den Herbst zur Verübung solcher Gräueltbaten an 1 einem besten Freunde bestimmt haben könnte. Ein früherer Arbeitgeber des Wothe glauvi nämlich in dem Rumpf des Ermordeten den Körper deS Wothe mit Bestimmtheit erkennen zu können und schließr das aus einer charakteristischen Behaarung des Körpers, sowie einem noch vorhandenen besonderen Kennzeichen. Daß sich nachträglich auchin der Wohnung des Wothe dieselben Speiseüberreste vorsanden, welche man .in Den Mägen beider Ermordeten nnd ganz in dem gleichen Verdauungszustande betmoilw I constatirt batte, haben Sie schon berichtet. Auch sagt man, daß der Mörder, wetwe I durch die Wegschaffung der männlichen Leiche den Verdacht erregen wollte, Wothe yao seine Frau umgebracht und sei bann flüchtig gegangen, nicht nöthig gehabt hatte, neuen dem Kopf und eventuell den Beinen auch die Arme vom.Rumpf abzutrennen, wen letztere nicht besondere Merkmale gehabt hätten. Wothe ist aber in der That an oei Armen tätowirt. Auf der andern Seite sind die Aerzte auf Grund der Dorgcnontnicn I Untersuchung des Leichnams der Ansicht, daß der Ermordete zu der arbeitenden Kicin nicht gehört haben könne, wie dieselben auch der Ueberzeugung leben, daß die ganzc e'.Kette von Gräuelthaten nicht von einem Einzelnen begangen sein kann. Wer aiw u einem der nächsten Artikel. Lokale-. Gießen, 2. September. Die Sedanfeier begann gestern Abend 5 Uhr durch Einläuten mit allen Glocken und heute Vormittags 7 Uhr mit Ehoral vom Sladl- thurme. Um f/210 Uhr wurde ein Festgottesdienst in der Stadttirche abgebalten. Um i/25 Uhr findet die Weihe der Denkmäler der gefallenen Kameraden auf dem Fnedbore von Seiten des Kriegervereins und Abends 7 Uhr Bankett im Saale deS Eafä Leib statt. Sämmtliche öffentlichen und viele Prioathäuser der Stadt sind beflaggt. — Gestern Nachmittag geriethen in Wicseck 2 dortige Einwohner wegen 10 Pta. derart hintereinander, daß der eine dem anderen mit einer Heugabel in den Leib Nach. Der Verletzte liegt lebensgefährlich darnieder. Berlin, 1. September. Ter Kaiser nahm Vormittags Vortrage entgegen. Nachmittags 41/, Uhr wird er im Beisein des Unterstaatssecretärs Bismarck den außer- ordenilicken persischen Gesandten Vtohsin Khan mit sämmtlichen Mitgliedern der Mission um 5 Uhr den neuernannten Ministerresidenten der südafrikanischen Repu- . . blif Beelaerts von Blockland, in feierlicher Audienz zur Ueberreichung der Accreditive p^tffchere wäre. Die empfangen. 'Rach der Audienz bei dem Kaiser werden die neuen Gesandten auch von | gegensätzliche Wesem , der Kaiserin empfangen werden. t — Der vierte und sechste Ausschuß des Bundesraths treten bereits morgen iur Beratbung der Bestimmungen über die Bildung der Berufs-Genossenschaften für bie Privat-Eisenbahn- und den Straßenbahnbetrieb zusammen. Die erste Plenarsitzung dürste am 15. oder 16. September stattfinden. t Posen, 1 Scptemaer. Bei Kobelritz ereignete sich in vergangener Nacht gegen 12 Uhr eme theilweise Entgleisung des von Thorn kommenden Courterzuges, wobei mehrere Personen, darunter ein Bremser, schwer verletzt wurden. Posen, 1 September. Laut amtlicher Mittheilung sind bet Kobelntz 2 Wagen erster mtb zweiter Elasse infolge Radbruchs entgleist. 3 Passagiere und 1 Bremser .fischen Volkes, wurden verletzt. ^uermebr die Turn- und Krieaeroereine I Sehr wünsch'enswerth wäre, daß in unseren Tochter-Erziehungsanstalten der Zn 7» "" bic ®cbürfni,ie eincr ßcbiibe,cn 5amii,t ... f UHter 8r°6Cr ” 8u" 2öfunfl tiefer eminent wichtigenAnfgabe, von welcher das Wohl und Wehe the.l,guug der GeÜtlM->t statt. 3 eppel Jte ine Utflemeoe. MehnM unserer Familien abhängt, wäre das erste tlrtordernch, datz m.t dem SÄ- “ÄMÄ M *» .... “'•“mm., >. Wmfa. »»«, ,md 28 W«... W... | Ergänzung der erziehlichen Thätigkeit der Familie die Heranbildung wirthschaftlich tüchtiger Hausfrauen als ihre Hauptaufgabe zu betrachten haben. Bei eingehender Beschäftigung mit dieser ebenso bedeutungsvollen wie schwici lgeii Frage wird man zu der Ueberzeugung kommen, daß die Vorurtheile und Bedenklick- kciten, welche Neuschöpfungen auf diesem Gebiete aus den verschiedensten Kreisen zu begegnen pflegen, am besten durch praktische Erfolge beseitigt werden können. Und dazu ist alle Aussicht vorhanden. Stamentlich Fackschulen für die Haushaltungskunst als Abschluß der weiblichen Vorbereitung tür's Leben kommeit hier in Betracht, für welche sich schon seit längerer Zeit eine lebhafte Agitation erhoben hat. T.avon in SiAx «w.^ fjO b>^ «U» Mi U1’1 ,.i«'Äüd>t ® N°"- «'tf« sr. P',b; ruftn den 1 IS-S? »iS», mit ^S"i211! bnB wlt li -Ä,. mir unb ■ Ld »olle tur .'itiicf und bann iAbvMm. dc Siirft dchlben a ticke wilde Ltt. d «mlleMeeck't V) Crfdn^ akes Mthm wollten, paifirt MX -»■ 9 Uhr ^ncdm. -7 12 Uhr dtachnt. n ncktcl hatte, zu bemerkt bie ,,^et addier W ail( und 3C MchePerimJt „Tonaf W't feil dock zewi^ 2. auf den gelegenen Posit' unb zugleick be1 Crfnn poeis'ello 7a dieses nicht bi-j &u, ihre ccgi’lfWt trauen auf khta Mieses gescheh fein, tzrwagt nu M anbaltcnb sc iDOtbtn sein wi: Uchnscknimng b Zeit erioibeit ho vorhanden zu sei - Pan 1 Untergänge der1 Cetan der voll, kaum nvck zm des Lckisses bi treffen einer g der vorlchten Schiffes geioei dieser Zeilen stüriiiischein $ pflegt, mehr Takelage und mit breitem $ gebauten Schis ms Wasser hii und kentem. rx . ~ M l'w im Breisgc ^isf machen, ee loschen wirb ötn «fttn Alt ? Uw, Kleider lchtankr, Sovha'g, ac-?'Egel, Gießen, bei 6280 Ak! Allej Abend 5 Uhr buri Choral vom Emi- he abgehaUcn. M i auf dem Frieobou aale des lrasä Üeib inb beflaM. . ohner wegen IW ei in den Leib W- Rune Entlassung der Truppen, welche an Mr aöi Tr«" „ teil. TÄ So« btt JJÄ* S-S-L ' tont®.b,t SÄ •>4'K "L'r ®ic Nha c- ,6re Mich«," M Nm sitz ™t‘lnb,et Zbot- N««t« Utbtr: t on o«f. $its d">*baU tfrait aus dem ft ’N «ich, bie ,,, ®tln btttolb «»emetntn tine 5'rai}.M nicht njn die schöns/m 'rst trtreu(id) nt r en. Mm d en als vielmehr ’b, die Fran das ' M Stande ist, lnflse zu machen, Wunfl nehmen lnzosische Familie 1 Neichlhums des ungsanstalten der aeijung im Haus- eineine Errichtung ause im Familien- ift leiten und mit gebildeten Familie s Wohl und Wehe niß, daß mit dem m höheren, einmal gesunde und ge- ende Gesichtspunkt Anschluß und als iing lvirthschaftliL di wie schmierigen e unb SebenHid): ensten Kreisen ;i/ en können. IW anshnUnngskr. : in Betracht.v. hat. Davon in «i Ä*S 'M >em Kops ^rve den ^ftei u.r ieben «nb b $ it d-M " "»Hk«. i Äj (SifflO*; ii « bt." «münfb ■ w'1!,» i*! 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Für 12 Dutzend oder 144 Stück wird 1 bezahlt, dieses aber nickt in Baar sondern die Betreffenden müssen dafür von den Agenten, die in der Regel Kaufleute und, Kapee, Zucker 7 der«! nehmen - Hier wäre doch wohl eine staatliche Beaufsichtigung, Mp. eine 8de6li®ttl?nUn22a9IuSe' Ein tätiger Zwist entstand geftern Mittag 2 Uhr in einem Eoup6 der Stadtbahn zwischen Friedriastratzc und Lehrter Bahnhof, Herr, be" Tun el)c der ^ug die Station Friedrichstraße verlieh, )iod) schnell m das hm hh! äSr» mddi« Mrlöühfl di- Prrs.nol!,. bitinn T lümmo toun« nur .m salomonisches Urthcil retten — meint die „National-Zeuung . . nr; s empfehlenswerth" ist ein Irenes Product, welches ein Händler von Vmrarrard fkrbasPa Publiknni ersundcu hat. Es ist ein „Wein für die Am.aftnitmiS mtMier Nl^ckt blot unn Trinken, sondern auch zum Reinigen von Kupier- I ÄlÄ->s>tt-g-n- und Wanzen.od und zur B.r- aiiluna der Ratten dient. Der Ptospcctus versichert, dtcter Wein sei gmiz unschädlich K Denjenigen'der ihn trinke, und erfreue, wie kein anderer Wem, d-a Menschen Herz. Wohl bekomms! ^cipedsahrcr wichtig- Entscheidung des Reichsgerichts ist kürzlich ergangen. Est. V°l°-iv-df°hr-r hatte einen schmerhörtgen alten Mann, welcher das I rrärververletzunaen beizubringen. Das Reichsgericht ickloh sich der Auffaffung der I mnni-r an unb verwarf demgemäh die von dem Perurthellten eingelegte Revision, wuLntmnebenderSttaff auch noch die sehr erheblichen stu, und Entschädigung^ - ,rth,r rin AndererTas ist der Stern der Unter; der Eomplice von Herbst. unfo antwortet mit einer nicht zu Versuchung. Herbst leugnet uc ) ckhckkeit Vor einigen Tagen wurde er von vier kennenden Schlagtertig ei und Geschi^knt ^^rzogen, ohne dah es höheren Kriminalbeamten em g behauptet fortwährend, daß es ihm » “‘SÄ liwf »< L-. «,»>«.. ....... »« Univerfitäts- Chronik. Dr pbil. Emil Koppel aus Nürnberg ist als Privatdocent mLLa'Jnt"^ München aufgenomnie^r worden. 6274______________________________ Parlhie-K-uf! 230 Dtzd. Parlhie-Kanf! per Dtzd. Mark 2.80 und 3 Mark ein großer Postin Damen Hemden, per Stück Mk. 1 50 Jeisgeöotenes. Alleinverkauf der Patent Zieglers Uhrfeder-Corsetts mit hängenden Uhrfedern, in neuesten Facons sind in allen Weiten oorrathig iu billigsten Preisen- b‘2lj0 I, Kaan jr., Kreuz. HaudeL und Derkedr. /u:.,fcrn i Sevtember Auf dem heutigen Viehmarkt waren aufgetrieben 1021 Aück Rt'ndto-h uud'298 Schweine. In den Preisen war e.ne Aenderung nicht ''""""Nächster Markt Dienstag den 15. und Mittwoch den 16. d. M„ am letzteren Tage auch Krämern,arkt. ....... Wiederverkäufer Rabatt. Jr«u C. J. Keller, WeWcmgstsse 48, im Hause des Herrn 0r. Weber. ä_ sPacante Stellen siir Militäranwärter im Bezirke des 11. Arinee-Eorps.1 mhb bei bei" Einberufung bestimmt. Königliches Eiienbahn-Betriebsamt Altena^™ MÄlantä Mr den Stations- und Erpedition.dienst, beim Eintritt st 75^ diätarische Monatsbesoldung, welche nach 6 Monaten auf JO , nach em em Jahre wttd fstr 'di?Tan-r der"Bes^s.igung an besonders ,heueren Orten auperde.n eine widerrufliche Ortszulage bis zuu. B-lr°g-^^d^ar'75 T mo.'-»"» wäbr!nd d r w »ä äTä ÄH Postamt, Landbrief,rager, 480 X Gehalt und 72 Wohnung^- dzulchug. Nied rmarsb rg, Amt, Eommunalför ter zu Padberg, 660 X Qtä>a t nb 10 Rmn. @*^2Lsy- ■ SS;, wÄ SJTÄ Schreibwerk. Wette wird aus Bayern gemeldet. Der Wirthschafts- MRHtl ih" bezich-n.lich Wortoerbildungen ZWWL «s» «s»5S „Marinirte?" _ — ermorde». 9 ".„„i s 1 im @0If uon ülben tticilt bie „2Be(. 3-“ — lieber den Orkan vom ... 3um d .Z. T ;er5 Donar" Folgeiides mit: I ,us dem meteorologischen Journal clJ Meere ein auffälliges unruhiges Der- I %m 31. Mai und 1 jedoch seinengewohn- doltcn der ,zische und Bogel ^°b°^'"r ticknn Schwankungen bei und auch sonst deutete l.chcn hoben b-Iand mtt den ubltdien tagtiw ® « n,ar unser Schiffsort „utzis «ui schweres Wetter hur. ». } J «*>“• »«’ ± 3uni jedoch bekam di- 12,7° R. Br. und 4a 9° O. Lg., InI der No« jn jcncn Gegenden nicht gewohnt Luft ein drohendes schwarzes AilSschm, wie an i . ffiu|b unb See waren i'l. und uni den Mond zeigte st«^^autzerd ,yo6vlnB bcu' Juni stellte sich eine sehr zur Seit östlich und gnatzig. Ion 4 bcr ^aö Schiff schwer' ttarnptte, so schnell zunehmende bohe ostltche ^unung ^'- Wasser tarn und wir bald mit halber das, zuweilen der, ganze Koosb^‘«^4“n,u7lb^ veränderlich. Von 8-12 Uhr straft fahren mutz,en. Der W die Seen über die Back hinweg das Teck Borm. nahm die Tunung d nag. n jii, b von OSO. über O. nach RO, R. entlang rollten. Der Wind bl cb "°^ckzuholeu, in "welcher Richtung er zunächst vcr- und RRW-, um w.eder ank SW. zunm uyo^ .fi uugefäl)r 12,9° R ,Br. und blieb. Um 12 Uhr 30 Mu . gjx.xurrovsen gefallen waren, plötzlich unter 48,1« O. L, U'15te Iiadibcn Agon r nehmender Wind aus NO. em, io Äsrasuy«" »ä? ff«:a » Crf^nn/'nXS *U t mid Se?-in-ineinanderlaufende graue Nias,e bildeten d.Lster I .Ä-bw»«« ».o'S“Ä™. s äs; s&v®“ -U'L ssÄfsäs £ es SS; SS;; Ä .«Sä S'S palstrt war - der flfte bcobaffiteK in gUmälig ab, o baß wir um 9 Uhr Nachm. - nahmen Wrn» Md«-ee oaro oarnu, fürchterliche See angeb 12 Uhr Nachnr. un Stande ""iEn, die Zerston ng, weta,^.^-r auSzubcsjern. Hierzu richtet hatte, zu n wise sen $ j,jc[cm ersten verlätzlichen Bericht über diesen Orkan, bemerkt bie „Weser ^ g. . •• m,;.; Auaustg" evreidjt hat, ergibt fick bie ganze welcher sicher auch bas beutsche Kiiegssch st g Augusta" welche Zeitungsberichten Gewalt unb 3cr^0lJl"ö^ra^ bcn 2. Iuni^also etwa 24 Stunden ^iach bem zmolge -Perun 'ü ber Nacht uo . t d tiefbelabenen Fracktbampfer an Schnelltg- gelegenen ^ohtwn •1;lflctr?TPfiUL n?r ^^n^^^ine beraubt worben, so würbe man nach bem unb zugleich b^s ^br^es semer M sch b^ nüchstgelegenem Hafen zurückzukehren. Orkan uvestelloH' versucht haben, nach Ao Annahme noch Hoffnung aus Erhaltung Ta bieses nicht ? Ia^ ieb T zwar unbrauchbar geworben, bes Schiffes -u batz .Augustas Mafchme tu oem r - Gommanbant im Ver- ihre Segclfähigkert aber unbe^abigt geblieben tet uno vag Segel zu vollenben. ~ »Sy;, ”'$s,ssa!&‘äs NHWSZMS dcs Schiffes bübeten, lollen nunmehr bebeutet lein, oap .011 » roetd)er aut treffen ®' *r Vier 9111011(1(1" in bcn Jabren 1876—18787 an Borb des Sästffis^wesem äutzett str"einem Briefe an das r°seblatt^: .Schreiber to sowie Je Haan jr«. Kreuz. 6273 A HatzeM s » L H«ri auf Thcilzahlung werden von >*)<■ * 4fc-;t uiif Selb - GourS. 16 16 20 16 9 4 si d 8 k k* 5 p MM D ü t e n Papier- & Cigarrenhandlung. 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Zu dem Bilde von Palma Vecchio. — Zu den Bildern: Vorlesung im Park von Arthur von Ramberg und Klosterbruders Uebungsstnnde von C- Otto. — Briefkasten. — In unserer Svielecke- Mit zwei iUufhirten Beilagen: Zum Sedantage: „Lieb Vaterland rc." — Der neue Statthalter von Elsatz-Lothringcn- — Georg Curtius t- — Umschau in fernen Landen- 6253 Buchen- nnd Tannen-Lcheit- Holz ist abzugebcn bei K. Juns, Klein-Lmden. 6278 Ein tüchtiger Spenglergehülfe findet daiiernde Beschäftigung bei Ehr. Rosenberg, Seltersweg 3. . .Ml Qu «L« kaufen. 1 A* fterii Möbel-Transport von Ludwig Bender 6254 Eine Frau empfiehlt sich im Kleidermachcn und Klieken in und außer dem Hause äußerst billig. Löwengasfe 33. Zur Beförderung von Auswanderern nach allen Häsen Amerika’* und Australien’ Auch per Bahn ohne Umladung, Verpackung von Glas, Porzellan rc. besorgt billigst unter Garantie 20-Francs-Stucke . . . do. in Vs . Englische Souvereigns Russische Imperiales . . Ducaten ...... Dollars in Gold . . . Redaction: A. 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Preis 50 Pfg.). .Herausgelöst aus jeder beschwerenden Dickbändigkeit stiegt eine der liebenswürdigsten Geschichte,, Hacklänbcrs hinaus - ber reisenden Mkns»l)citjube,onderer Freudeund vielleicht hier und da zur Warnung. Denn wo ist die Gefahr, BliimeMtrautze zu ,enden' größer als gerade zwischen leicht und^W^g^nstpsten eine Gefahr, deren genommen iviituc, ci luyicii iv.v ofwi vi*o vv‘- ~~~ - • . v„c, der Hirnschale mittelst eines stumpfen Gegenstandes erfolgt sein ^utse und day nach dieser Thal der Mörder seinem Opfer nochmals einen Riemen nm den Hals wand, um bQ,,d6^ÖMV&£ der Mörder nur d-tzhalb g-schritt-n seiru weil er vcrinuthete, er habe durch beit mit großer Gewalt geführten Hieb sein Opfer nur betäubt. Als bei der Section die Kopfhaut der Erschlagenen von der Hirnschale hinweggezogen und letztere losgelöst war, fiel das Stuck, welches.durch die^Gewalt des Hiebes hcrausgeschlagen war, aus der Hirnschale heraus. Dieser Schlag hatte unmittelbar den lob ber Verletzten herbeigeführt. Ellcichzeitig mit ber Unterfuchung de Mageninhaltes der Wothe wurde auch nochmals der Mageninhalt des am Rhein auf- gciundenen Rumpfes untersucht und dabei ergab sich, datz die in den beiden Magen gefundenen Speisenüberreste von völlig gleicher- Beschaffenheit waren und beinahe denselben Grad der Verdauung auswiesen, woraus erhellt, baß beide Ermordeten gleichzeitig eine und dieselbe Speise genossen hatten unb daß dieErmordungfelbst in kurzen Zwischenräumen geschehen sein muß. Dieses wichtige Moment wurde noch dadurch bestätigt daß bet einer nochmals in der Wohnung der (Ermordeten vorgenommenen Haussuchung ein Tops mit Speisenresten gefunden worden war, welche ganz genau mit den verdauten Speifen der beiden Ermordeten übereinstimmten. garantirt. !. Müller. Men Knochen. Alten, Geschäfts- sen. Neuenweg 22. Die Erriehung zur praktischen Arbeit. Aus Björkenäas" in Schweden schreibt man unter'm 16. August dem LEW, M schön aus dem Umschlag deutlich verrnth! Allen Reiz der (S Albrecht in seinen feinen, graciöscn Bildchen erhöht °VXLTOv das Wie Sßäbmib man in Dänemark mehr eine ufe brr Mieren auf bie Entwicklung bes Körpers wie auf bie fBilbung des CharacterS. nun oer lemcxcii aut v «ock nickt für eine der beiden «Richtungen entschieden iMabm^bafi aber bie prakttsche Arbeit in den Erriehungsplm, ber Schule gehöre, lauon tft bieübermlegenbe Mehrzahl ber Pädagoaen ber norb.Men Canber flbetjeuat Gin klares »zeugniß hiervon legte der Lehrertag ab, welcher vom 9. bis 12. August. m E Kristiania 'stattfand und von etwa 4000 Theilnehmern besucht war. Die Lehrer Schwedens Norwegens, Finnlands und Dänemarks vereinigen sich nämlich immer ÄM. «.«»sw‘äÄ «".s:"” 8"S"K Vermischte 4. Marburg, 29. August. Eine auswärtige Frau hatte gestern mn Aufnahme in die Klinik gebeten und war auf heute früh,zu diesem Zweck dahin b^estellt,^ auf dem Wege in der Nähe K fort tobt. ftoitgebaMeeVetion b”Äfaü welche vmi bem Hospstal- affiftenjarjt Dr. Reissinger unter Leitung bes Herrn Mieinalraih.Dr. ^llwiz vor wiedergegeben undso ist das ^an,e>änbchen ein Reiiegesöhrst, ber bie Stimmung höchst erfreulich macht, ohne das Gepäck im Mindesten zll beschweren. _ Zwischen »wei Reaen von F. W. Hackländer. Mit 2o Illustrationen von L. Marold. (Verlag von C. Krabbe in Stuttgart. Preis ^)Pfg.) „Zwischen zwei Regen" schildert Hackländer einen Glückssonnenblick, der chatendnrstinsten Touristen für eine Regenfiunde reichlich belohnen wird. Die Geschichte ist so pifniit unb lustig von L. Marold illustrirt, daß man dem Reisenden beinahe einen solchen Regenschauer wünschen muß, um ihm zu dieser amüsanten Rerselection Zeit zul geben - er wird sie jedenfalls sehr verkürzt finden und wenn dann 1- ein zweiter folgt, d e höchst lebenswahre Geschichte „In Scene setzen mit großem Genuß lesen und betrachten, vorausgesetzt, daß er nicht Regisseur ist, denn einen so.chen müßte ihre Wahrheit und Lebendigkeit allzu mächtig ergreifen. Cig«rrrn-DArn mit und ohne Druck billigst bei 6128 Eduard Spier Wwe 6236 Einen Glasergehülfen tHorz- arb.) sucht vernh. Wolf, Seltersw- 31. 62101 Tüchtiger Schlosser gesucht Corl Ptohr l, Ludroigsplatz 5, iTbie^rfoÄüber aife^o^i^n Räuber gef.mben bat, leitete ber: SKebnerben Beweis dafür her, daß man es hier nicht nut einer vorübergehenden padagogilchen P^odesache zu thun habe, sondern daß der Arbeitsunterricht ein tiefes Bedurfnitz unserer •Acit befriedige. Aus der Geschichte der Pädagogik widerlegte sodann der Redner den bekannten Estuvurf, daß die Idee der Erziehung zur Arbeit den Kopscnunbe,oimencr Neuerer entsprungen und deßhalb keiner Beachtung werth sei, und wendete sich sodann zur Darlegung des Einflusses, den der Handfertigkeitsunterrickt bei derErziehungdes Kindes zu üben vermöge. Der Redner führte.ans, wie der.Arbeitsmsteiuickt d Hand, dieses wichtige Organ des Menschen, erziehe, rote er die.^perlichenKrafte entwickele: er schilderte ferner den Werth des H^ndsert.gke.tsimterrich s f^ a he- tischc Erziehung durch die von ihm hervorgerufene Bildung des.Formensinnes, seinen Einfluß auf die Eharacterentwicklung dadurch, datz er dem Ktnde Lust und> L"be »ur Arbeit beibringe, daß er es zum Fleitze und zu praktische!, ans^ Selbst bo^kett - ruhender Tüchtigkeit erziehe. Endlich betonte Redner auch den den die erzieherisch geleitete Arbeit des Kmdes insofern habe, als dasselbe so durch eigene Erfahrung Achtung für die ehrliche Körperarbeit Anderer gewinne. Bei der dem «Vortrage folgenden Diskussion sand sich in der zahlreichen Versammlung nur ein einziger Redner, welcher eiftfle von den Zuhörern belächelte Einwande gegen den Handfertigkeitsunterricht vorbrachte. Dies ist sicherlich ein Beweis fiir den gewaltigen Fortschritt, den die Idee in den nordischen Landern gemacht hat. Denn roahrend stch vor nicht gar langer Zeit noch Hunderte von Lehrern auf die -Leite de^ Opponenten -geschlagen haben würden, fand derselbe jetzt entschiedene Ablehnung___________ Tciraus wirb nun gefolgert unb anfcbeinenb auch mit SReit, ba& bei tim . beui aufgefunbene menfAlube Rumpf Niemanb anbers ist, als ber fett zener Morbamcht oerfchwunbene Schuhmacher Wothe, ber Ehemann ber ermorbeten ^rau Wchhk welche gemeinfcbaftlidi am Abenb oor bem Morde biefe Speisen Senosten ba ten W che» nun bie Motioe waren, da« icheustliche Verbrechen zu verüben, bas tst bis zur Stunde noch nicht aufgeflärt unb bleibt es ber Untersuchung Vorbehalten, Licht in biete cunrie il)at J jle’Jbcr'Untcriurfning bes Rheinbettes an ber Stelle, an welcher d'r ^»"p' '« bas Wasser geworfen worben war, würbe noch ein wichtiges Vewefsstiickgefi benu zwar ber bem Schuhmacher Wothe gehörige sogenannte Schuhmacherklopsttem. steter Stein war mittelst Leberriemen an bie Umhüllung bes Riimp es S-bunben warben, damit derselbe im Wasser sosoit auf den Grund inebersinken sollte; b->m Herabwerfeii löste sich aber ber schwere Stein von dem Riemen los nnb »ersank im W N , wöhrenb der Rumps eine kurze Stelle weit mit sortschwamm, bis er an bem ifion bangen^blieb.^ 3lumpf »orgesunbenen zusammengeknüpsten L-derriemen bestätigten biefe Annahme. Weiter würbe conftatirt, da» das bei bem '’-Ä' gesunbene rathe Tuch der Tbell eines Vorhanges aus der Wothe scheu Wohiiimg I . Aus alle dem scheint hervorzugehen, da« der Körper des Wothe dchhalb von dem Mörder ober den SDlörbern (beim nach Ansicht ber Mebicmalbehoibe wäre ein JJientai allein kaum im Staube, eine solche Kette von Scheußlichkeiten >n c"^ J‘a*1 ,iU, üben), in ben Rhein geworfen worben ist, um glauben zu machen, Wvthe habe eine Frau ermordet und sei alsdann flüchtig gegangen. ®a&, man ui Jbem oerb« tetei Herbst den einen ber Mörder vor sich hat, durste wohl keinem Aw isst uneihefiei. beim bie gefunbenen, dem Verhafteten gehörigen blutigen Kleidungsssticke sind nicht die einzigen Beweise, welche die Behörde tn Händen hat. Dieselbe ist °wlmehr im Best» noch anderen Beiveismaterials, obwohl der Verhastete sich bis fetzt noch zu keinem Gestandniß und Herbst waren vor Jahren sehr intime Freunde und selten verübte der eine ein Verbrechen, an welchem der andere keinen Anthetl hatte später aber lockerte sich das Derbältniß und Wothe d,e Wittwe Muller heirMe , mit welcher He,bst ebenfalls aus einem sehr guten stutze stand, da tiat ' ” gespanntes Verholst,itz zwischen den be.den Verbrechern Ob hier vtelle cht d Ursache der Mordtbaten zu suchen ist? Der verhaftete Herbs^ ist. nn bnnts an Jahren vorgerückter Mann, Anfangs der fünfziger, wahrend Wothe erst iwemnbbrei»iß 3Q1,VC Wothe erhielt vor einigen Jahren 2>/, Jahr Auchthaus weil er >n dem Justizpalast das Zimmer erbrach, in welchem c°nstse,rteBeweisfst,cke von Vergehen, V brechen ,,. s. w. aufbewabrt werden, und einen The,l von dwlen Gegenständen stahl. Seit Verbüßung dieser Strafe hatte sich «Wothe wesentlich ^befielt, o. b. m- fofern, al§ er sich an ausgezeichneten Einbrüchen ober ^fEage'chen Diebstählen nicht mehr betbeitigte, inbetz blieb er em Genas e von luberlidjent Gestnbel. i aß ei M ermordet ist unb daß sein ehemaliger Spietzgeselle des Morbes bringend verdächtig I erscheint, bedarf, wie gesagt, nock der «Aufklärung. Gratalatlonskarlen empfiehlt in größter Auswahl zu billigsten Preisen IST. Weiler, 4 9 ■ । II b Neguliriar mit nur einem Griff. „Kronjuwel“. Brüder Schmidt, Giessen Seltersweg 2 (am Kreuz), im Windecker schen Hause empfehlen ihr reich ausgestattetes Lager in: Amerika». Kronzuwel Besen aus der Fabrik von Paul Relssmann^ Hiirnber^. (Einzigste Spezialitätenfabrik Deutschlands v. Amerikan. Zimmerheizungsöfen). 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