Rr, ISO. Erstes Blatt. Donnerstag den 2. Juli 188» icßcner Anzeiger Aults- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint mit Ausnahme ke5 Montags. M«chuß aus einem'Revolver abfeuernd, ausgerissen. Zwei Bauern, die er (Beuge) antraf, getrauten sich nicht, Lieske, der den Revolver vorhielt, wie Götz deponirt, zu fassen-. Dank der eifrigen gemeinschaftlichen Verfolgung habe man ihn doch gefaßt. Was das Schießen betreffe, so sei es im Laufen, nach rückwärts erfolgt. Weiter sagt der Zeuge aus, daß Lieske die Adresse Gutmann's, des Anarchisten in Mannheim, bei sich getragen. Lieske leugnet, den Schein besessen zu haben, allein der Zeuge Götz nimmt die Sache aus seinen Eid. Zeuge Oberling: Jawohl. t e — -- c Friedrich aus Weinheim erkennt den Angeklagten ebenfalls wieder ^S^aewAm und bekundet, datz er ihm wegen der verwundeten Hand leid gethan habe. Er habe ' ~ ' - cn c' Hd) als Schreiner ausgegeben und nach einer Hobelbank gefragt. Schließlich habe er sich seine Adresse ausgeschrieben. Der Vorsitzende tröstet ihn sofort, indem er Alles mitthcilt, was ihm soeben zu Ohren gekommen. Zu der allgemeinsten Ueberraschung aller Anwesenden wird es nun bekannt, daß sich in letzter Stunde eine neue Zeugin gemeldet habe, die mit ihrer Aussage, aus Furcht vor der Rache der Anarchisten zurückgehalten, deren Gewissen sie aber nun nicht mehr ruhen lasse. Der Gerichtshof beschließt die sofortige Vernehmung dieser Zeugin. Vorsitzender: Was sagte er wegen der Wunde. Beuge Friedrich: Er hätte sie durch einen Stechbeutel erhalten. Ein Instrument das die schreiner brauchen. Der Zeuge erklärt ferner, daß Lieske den steifen Hut, den er heute trägt, auch bei dieser Begegnung getragen habe. Zeuge Adam Schäfer aus Laudenbach, bei dem sich Lieske, da er Schreiner ist, auch als solcher einführte, hatte keine Arbeit und schenkte ihm 3 Pfg. Auch dieser wi^er CrfCimt heutige kleine Hütchen Lieske's als die damalige Kopfbedeckung Noch^sensationeller gestaltet sich jedoch die Verhandlung, als Herr Oberstaatsanwalt v. Schmied en sich plötzlich leise flüsternd an den Vorsitzenden wendet, worüber Lieske fo entrüstet ist, daß er aufspringt und ausruft: „Es ist hier eine öffentliche Verhandlung, wer darf hier Geheimnisse haben!" • n.-lt verschämtem Lächeln und tast schüchternem Erröthen, daß es ein f Ersitzende, ist selbstverständlich diseret genug, auf diesen f, ^/" dunkt nicht weiter einzugehen. . Höchst bemerkenswerth ist es, daß Lieske sich er habe sich schon in der Schweiz mit oer Eolporlage anarchistischer Schriften abgegeben. r, . , 2ort ~ in Basel — hat er Briefe erhalten, die.mit „Lieber Genosse" über- empfing er auch einmal ein Cigarrenkistche», welches oben eine he? b ;f-rrtU0, sonst aber Nttt Zettungcn, vermuthlich verschiedenen Ercmplarcn * 0CfKUa‘ mSr- k>eske will mit spöttischem Lächeln glauben machen, es waren Nummern des „Berner Bund" gewesen. Angeklagter: Wenn ich in Mannheim beim Guttmann war, so müßte mich doch Jemand gesehen haben. Beweisen Sie mir doch, daß ich dort war. Vorsitzender: Das überlassen wir dem Urtheile der Geschworenen. Be- welsen können mir Ihnen Ihre Anwesenheit nicht. Als Guttmann im Klapperfeld- gcfangnlsse saß, sagten Sie, es säße Einer hier, den Sie kennten. Bei der Con- frontation mit ihm verleugneten Sie ihn allerdings kluger Weise. Guttmann hat Sie offenbar mit Geld versehen. Das neue Portemonnaie, welches sich bei Ihnen vorfand, ist auch cm sonderbares Besitzthum. Angeklagter: Das erstand ich in der Schweiz. Der Zeuge Rincleff senior, einer der Hockenheimer Bauern, vervollständigt die Auslagen des Gensdarmen und sagt aus, daß ihm Lieske den Revolver vorgehalten aber nicht geschossen habe, als man ihm Platz machte. Die Kugel sei in eine Scheibe gedrungen und habe beinahe eine Frau getroffen. Sein, des Zeugen, Sohn, habe ihn uberwaltrgt. Ob Lieske beim Zurückschießen auf ihn, seinen Sohn, oder den Gensdarmen gezielt, will der Zeuge nicht behaupten. Zeuge Georg Rincleff junior bestätigt diese Aussage und Frau Katharina Kletterer in Hockenheim deponirt, daß sie beinahe von der Kugel Lieske's hingestreckt worden sei. Wäre sie nicht vorher vom Stuhle aufgestanden, um eine häusliche Ver- rtchtung vorzunehmen, so würde sie gerade da gesessen haben, wo die Kugel in die Scheibe gedrungen. Sie wäre daim wahrscheinlich getödtet worden. Gastwirth Joseph Hochstätter in Schwetzingen sah Lieske am Sonntag nach dem Morde m s Local treten. Er betrachtete sich das Local sehr genau. „Der warf die Augen tm Local herum", wie sich der Zeuge sehr drastisch ausdrückte. Die Bitte, oer ihm logiren zu dürfen, wurde ihm abgeschlagen und der Zeuge eriunert sich, daß Lreske sagte, er wäre mit dem Zuge gekommen. Es kann damit nur der von Mannheim emtreffende gemeint sein. Lieske stellte es in Abrede mit der Bahn angclangt zu sein. Er will den Weg nach Schwetzingen, von einem kleinen Orte kommend, zu Fuß zurückgelegt haben. ^?bster: Zeuge, sagten Sie nicht in der- Voruntersuchung, Sie hätten in einem Packet, das Lieske bei sich trug, ein Messer bemerkt? Beuge Hochstätter: Es war ein Jrrthum. Ein Packet trug er aber Dem war in der That so. In dem Packete befand sich Lieske's Weste.' Wirthm Meyer in Schwetzingen hat dem Angeklagten ebenfalls das Nacht- quartier verweigert, weil sie keine Logirwirthschaft hatte. Der rasche Eintritt, das Umsehen und das rasche Gehen des Angeklagten war der Frau aufgefallen. Nach Vernehmung dieser Zeugin gelangt das Hockenheimer Augenscheinsprotokoll zur Verlesung und vertagt sich die Sitzung bis morgen um 9 Uhr. Zweiter Verhandlungstag. Frankfurt a. M., 30. Juni. , -h 3 ^/Verhandlung gegen Julius Lieske, die während des gestr-igen Nach- । Ä cblt6 /8 W fortgesetzt wurde und von welcher ich Ihnen bereits die I /cfÄtc auch in dieser Fortsetzung sehr interessant. Lieske's Benehmen lietz an Frechheit nichts zu wünschen übrig. Er fuhr fort, in keckster Weise n » bcn verschiedensten Zeugen glaubwürdig bekundet Systems kam es bet der Vernehmung des Zeugen Rau, eines V" 5U jmem interessanten Zwischenfall. Rau sagte aus, daß f * k r^°c--9Cnr?^ 14- ^amiar mehrere Stunden in seiner Wirthschait auf- Ä Ullu- ?? fyr .5 Pfg- Schnaps habe geben lassen, ohne denselben jedoch zu bezahlen. Lieske sprmgt fofort erregt auf und ruft dem Zeugen zu: „W e können "Sie behaupten, datz ich den Schnaps nicht bezahlt habe! Ich habe ihn ja an "chre -da^Rau^r "k.iVorsitzende constatirt nun zur größten Heiterkeit des Auditoriums, oaß Rau gar keine Frau mehr habe und schon seit längeren Jahren Wittwer sei Der ÄÄ * K9(uT“h? “'n6"? für das ganze Vertbcidigungssysten, de^ Angeklagten. Als die Verhandlung sich dem Hockenheimer Attentat zumandte I j^agkefi16^6 immCr cn c0 Cl' cr i'^goun auf der Anklagebank förmlich herum I heutigen Verhandlung! Als heute Morgen gleich 3CI9.te f^) der Zuschauerraum des Schwur- gerichtssaals anfänglich nicht so gefüllt wie am ersten Tage, aber bald rückten die Säumten nach und schon gegen 10 Uhr standen und saßen die Zuschauer wieder Kop an Kopf gedrängt und das Thermometer, das gerade vor dem Platze des Vorsitzenden von einem Kronleuchter herabbaumelt, stieg wieder bedenklich 19 feenDTl^.Tufn-0en L^chöttigen sich heute zunächst mit dem Aufenthalt Ltcske s m Basel und mit seinen Beziehungen zur anarchistischen Partei. Ein Beuge bekundete u. A., daß Lieske von Bafel aus einmal einen Brief nach Genf geschrieben chabe. Als der Vorsitzende sich bei ihm nach dem Inhalt dieses Briefes erkundigte I Die Aussage der Zeugin Eberhardt, eine Schwester des Vorigen, ist nicht von Belang, dagegen weiß Frau H e l l v i g aus Laudenbach ein bischen mehr. Während ihrer Vernehmung meint Herr vr Fester, die Vernehmung sei geographisch etwas wirr I Dieselbe nennt sich Leopoldine Eamphauscn und mackt folacnde durcheinander geworfen worden, worauf der Vorsitzende erwiedert, Lieske fei auck aea- I 1O 3 . pyauicn uno maa)i fotgeiwe Aussage, graphisch sehr komisch gegangen. 0 I 1Dar am ^anuar Abends, als ich mit meiner Tochter durch die Fichard- Bei Frau Hellwig bettelte der Angeklagte und that vor ihr die Aeußerung 'tva$c' das Sachsenlager nach dem Opernplatze gehen wollte. Es war 8 Uhr. Ich wenn doch die Reichen alle einmal der Teufel holen würde. ' sah am Rumpff'schen Hause einen Vtann, der sich duckte, und etwas zu suchen schien ^rau nmubetteln^6^ Sie Geld hatten, Lieske, so war es nicht schön, die arme Ich ging auf der andern Seite. Er stand an der Mauer und that, als ob * cr nach ‘ - - - - ' der Thüre suche. Ich sagte zu meinem Kinde: sieh mal, das ist ein Stromer! Ich stand ein Bischen, da kehrte er sich um und sah ängstlich um sich. Ich ging nun hinüber und trat, da ich Gummischuhe trug, fest auf. Er drehte sich rasch herum und machte in demselben Augenblicke: Hm! Hm! Er trat heraus und schoß an mir vorbei oder vielmehr er ging auf mich zu und bann auf die linke (östliche) Seite der Straße. Mein Kind rief: Mama komm, der Mensch thut uns noch etwas. Wie ich weg war, sah ich ihn wieder ins Rumpff'sche Haus treten. Er schlich abermals am Thore herum. Ich ging rasch wieder zurück, und sah wie er am Schlüsselloch stand. Ich ging herein und sagte: „Jetzt werde ich schellen!" da trat er vorwärts und ging davon. Er lief wieder nach dem Nebenhause. Er war dunkel gekleidet, hatte eine hohe seidene Mütze aus mit einem Schilde. Es war in der That eine seidene, ich sah's als er vorbeischoß. s^r^nder. Ist es der Mann. Betrachten Sie sich denselben einmal. Veran nnd sagt wörtlich: Es ist derselbe Mensch t (Grotze Sensation). Er war aber etwas schmäler. Vorsitzender: Heute ist er blässer, wie gewöhnlich. Zeugm: Die Augen sind dieselben. Das erste Mal hat er mich so bös an- Pcrsönttchkeit 6enbcr: fa0Cn aIfo' soweit man ihn erkennen kann, ist es dieselbe r -/"geklagter: /sichtlich verwirrt, ringt nach Worten, stolpert in der Rede und bemerkt, wahrend eine leichte Rothe fein Gesicht überfliegt:) „Ich habe Sie nicht oc- I sehen, wie wollen öie mir denn gesehen haben." (Sensation). 0 Vorsitzender: Sie waren doch gar nicht in dem Rumpff'schen Hause. (Iro- I ursch). Sie konnten die Frau dann ja auch nicht gesehen haben. suh^ sofort, daß er sich beinahe hineingallopirt hätte; er wird dunkelroch und schweigt verwirrt. Jedenfalls wird diese Zeugenaussage von bestimmender Wirk- ung auf den ganzen Prozeß lern. Das dreizehnjährige Töchterchen der Frau Canip- ^uus/u^b/Luuch noch vernommen wird, kann nichts Erhebliches aussagen und ist außer Stande den Angeklagten zu rekognosclren. Die weiteren Zeugenaussagen, die bl§ rum Schluß des Vormittags abgegeben werden, beschäftigen sich ausschließlich mit bem Aufenthalt Lieske S in ^ankfurt und der Art und Weise, wie er hier die letzten Tage vor dem Morde verbracht hat. Die meisten conftativen die Identität Lieske's, sTn °ftrJ ^arter d^ptelt haben, und die meisten geben auch zu, daß sie den Angeklagten sehr oft nut einer Tuchmutze auf dem Kopf gesehen haben. Tie Verhandlung wird um halb zwei Uhr abgebrochen und bis um vier Uhr vertagt Tie Ze^^a^Essa.^n sind nunmehr beendet. Nachmittags wird die Beweisaufnahme geschlossen und die Plaidoyers beginnen Morgen früh. Die Urtheilsfällung ist also für morgen I Mittag zu erwarten. ö 11 0 . ^Zweiter Tag Nachmittags-Sitzung. ?cachmittags-^itzung wird mit der Vernehmung des Amtsrichter Klaus von Schwetzingen eröffnet, der sich zufälligerweise hier besindet. Zeuge, der Lieske zuerst vernahm meinte, als er ihm vorgeführt wurde, es könne der Mensch mit dem Frank- snrter Rivrde m Verbindung stehen. Er holte Gerichtsarzt Klein und ließ ihn Lieske's Handwunde sehen. Sie wurde erkannt, als von einem Schnitte herrührend. Befragt, wie er heiße, antwortete der Haftting: Henrich Nau, weil er dessen Papiere bei sich !inhrtpriÄfdtUn0r?bnnn eine Darstelluua der genugsam bekannten Schieß-Affaire und erzählt alodann, daß er die Staatsanwaltschaft von Mannheini sofort unterrichtet ei' ^ie .a $b£. nnr/te Zusendung des Verbrechers ersuchte. In der Eile, wie dies geschah, ging vw plattgedruckte Kugel verloren, die der Zeuge aber aufs Bestimmteste wahrgenommen hatte. Vorsitzender: Wo kam der Angeklagte her, b. h. seiner Aussage nadb. U.0 6' r 0?b an' cy ^CI Heinrich Nau von Frankfurt und bezüglich dcr Wunde sagte er, sie rühre von einem Falle her. Bezüglich des Schießens habe er ihn nicht vernehmen können, weil er ju schnell von Mannheim aus requinrt worden sei. Criintnalcontntiffar von Hacke wird hierauf vernommen. Er gibt an, daß er D?rkCtl?a^ Lausanne gewesen und sich dort das Protocoll und Mit- gliederbuch des Arbeitervereins habe zeigen lassen. Dort stehe, daß dcr Schuhmacher Julius Lieske von „Berlin am 14. Juni 1883 in den Verein eingetreten sei. Seine ^-^s^w 0te am.5, toepternber 1883. Arn 24. August 1883 wurde Lieske zum Sur 'Hpvlnn 'Üai-ii lir.A.,,, L.a In . r scher lenbenj, wie das auch schon aus Pcrson des Bovsitzenden, des Schließers Johann Feidel aus Budapest hervorgehe. /r^och Aussage des Zeugen, em Freund von Guttmann und er wurde in Ge- scllschast des österreichischen Anarchisten Schlossers Johann Schiller in Hamburg einmal verhaftet, weil er eben Guttmann einmal in Mannheim besucht haben sollte. Feidel war Vorsitzender der Versammlung, in welcher Lieske zum Bibliothekar gewählt worden ist, und dcr Zeuge bat sestgestcllt, daß Guttmann, der in dcr Sache Rumpff coinplicirt war vom 3. Ma,^ bis 12. Juni 1884 dem gleichen Arbeiterverein angc- horte Zu dieser Zeit war Seidel noch anwesend unb auch Vorsitzender des Vereins Dw Verbindung resp. Bekanntschast Fcidels, Guttinanns nnd Lieskcs ist s°mft als feststehend anzunehmen. 1 ' Ä?. rV "ur wenige Tage in Lausanne. Ich arbeitete dort nicht. — Esc sind doch Mitglieder des Vereins da. Die müssen mich dock kennen Herr v. Hacke: Am 10. August 1883 fand unter dem Vorsitz eines Anarchisten Namens H-mcmann eme Versammlung statt, in welcher cr mitthcilte, daß sich welche gesunden, die die -Lache in die Hand nehmen wollten". Es sollte A^es aber sebr ac- beI!" Fh°lftn werden. In Gens seien schon 150 Frs. gesammelt worden Feid l unterstützte Heinemann und aus dem Protocoll einer der nächsten Sftmnaen craicbt sich, daß schon die zweite Numn,-r des anarchistischen „Rebell" ?rschinien sft ,u?e en Abonnement unter einem Motto aufgeforbert wurde. 5 oqicn handelt sich im Folgenden um die Vereidiguna des apunpH 'l? n n bWm ah,u,,kn unb d" Gen^ishos Ml-tzi sich L SSv ÄSÄSä* "■ " “■ cini0er »Kr-startikcl" aus dem „Rebell" und dcr i,? “irb bort dem Dynamit-Attentate aus dem Clesernhose Weihrauch ge- sttcnt und bedauert, daß Herr Rumpff nicht mit in die Lust geflogen. Dann wird um tüchtige pecuniäre Unterstützung der Soldaten der „Revolution" ersucht und in der „Freiheit" wird die Ermordung Rumpfs bejubelt. Im Briefkasten der „Freiheit" ist die Notiz: „L. in B." zu finden, und dahinter; „Möge es gelingen." Vorsitzender: Das ist doch reicht, verdächtig. Es soll wohl heißen: Lieskc in Basel. Angeklagter: Es gibt in Berlin genug Lehmanns; das ist gar nichts. Beweise! Beweise! Das sind keine. Das ist gar nichts. Hierauf wird die Verlesung von Artikeln aus der „Freiheit" fortgesetzt, die einen recht revolutionären Inhalt haben, von Rumpff als einem „Schurken", von den Polizisten als „Hallunken" sprechen. Die Sitzung wird gegen ll41 Uhr vertagt. (Forts, folgt.) Lokale-. Gießen, 1. Juli. Auch heute beging die hiesige Hochschule, wie dies seit dem Jahre 1882 emgeführt ist, ihr Stiftungsfest mit großer Feier. Schon vor 11 Uhr hatte sich der prächtige Raum der Aula, mit Fahnen der Studentencorporationen und Blumen reichlich geschmückt, mit Damen und Herren bis zum letzten Platze gefüllt. Um 1/412 Uhr traten die Lehrer und Beamten der Universität in den Saal, geführt von dem oerzcitigcn Rector, Herrn Prof. Dr. Thaer, unter den Klängen des von dem hiesigen Orchester unter der Leitung des akademischen Musikdirectors ausgeführten feierlichen Krönungsmarschcs aus Kretschnier's „Folkunger". Darauf trug der akademische Gesangverein mit Orchesterbegleitung in wohl- gelungener Weise den ersten Ehor aus Haydn's Jahreszeit: „Komm, holder Lem", vor. Rach Beendigung des Gesanges betrat Seine Magnificenz der Rector Die Rednerbühne. Zunächst gedachte derselbe des Landesfürsten und drückte das Gefühl tiefster Trauer über das Ableben dessen durchlauchtigster Mutter aus. Er sprach von der wohlwollenden Gesinnung der Negierung in Betreff der chemischen und mcdicinischen Anstalten in der Hoffnung, daß auch die Kammer den Vorschlägen derselben beistimmen werde. Das Thema seiner Rede bildete die landwirthschaftlichc Krise in der letzten Zeit und besonders in Deutschland. Nach einem geschichtlichen Ueberblick gab er die Gründe dieser Krise an, von denen wir nur anführen wollen die Ueberstuthung von Getreide rc. von Außen und die bedeutend gehobene Technik in der Landwirth- schaft. Darauf berührte er die bessere Wasserversorgung, die Anwendung chemischer Mittel (Dünger), Verbesserung des Weizens, der Zuckerrübe rc., der Viehzucht. Nach Betonung der Üeberproduction wurden die Kornzölle besprochen, das Versicherungswesen rc. behandelt. Der Vortrag interessirte bis zum Schlüsse in hohem Grade. (Auf den Vortrag werden wir demnächst eingehend zurückkommen.) Wie dies alljährlich geschieht, berichtete nun der Redner über die Veränderungen des Lehrpersonals, wobei mit großem Bedauern des Verlustes der Herren Professoren v. Schlagintweit, Noack und des Bibliothekars Dr. Rumpf gedacht wurde, ebenso wie des früher hier weilenden und in Königsberg als ordentlicher Profeffor der Geo- grapbe verstorbenen Herrn Prof. Dr. Karl Zöppritz. Von den in den einzelnen Fächern gestellten Prcisaufgaben wurden nur zwei gelöst; das Thema aus den Staatswissenschaften von Herrn stud. cam. Friedrich Gärtner aus Alzey, und das Thema aus der Physik von Herrn Jul. Fink, I stad. math. et rer. nat. aus Darmstadt; den beiden Herren wurden die betreffenden I Areffe zuerkannt. Die Bearbeitung eines mcdicinischen Themas mußte als nicht des Prclscs würdig bezeichnet werden und nur der dabei an den Tag gelegte Fleiß anerkannt. ™ s. Schach des schönen und erhebenden Festes bildete der feierliche Ehor aus Mendelsiohn s Elra's: „Wohl dem, der den Herrn fürchtet." Tas Festessen anläßlich des heutigen Stiftungstages unserer Landes-Uni- oerntat vereinigt die daran thcilnehmcnden Gäste im Hotel „Einhorn". — Ter übliche Eommers der Studirenden wird heute Abend im Saale der Eaf6 Leib abgchalten. Gießen, 1. Juli. Während des Gewitters am Montag Mittag verunglückte ein Hulfsbremser auf der Main-Weser-Bahn bei Treysa dadurch, daß er durch das antobende Wetter von seinem Sitze heruntergeworffen und unter den Zug fiel, welcher ihn total zermalmte. Der Verunglückte war ein lediger Mann von Lützellinden. Vermischtes. Lollar, 30. Juni. Das gestrige Lollarer Jugendfcst kann als ein sehr gelungenes betrachtet werden. Obwohl es Mittags sehr stark regnete, hatte es sich doch bis V,2 Uhr wieder aufgehellt, so daß sich gegen 2 Uhr die Kinderschaar auf dem Festplatze versammeln konnte, um in den Festzug eingereiht zu werden. Um 2 Uhr setzte |td) dann der Festzug, an dessen Spitze die Musik rnarschirte, in Bewegung. Nachdem derselbe das Dorf durchschritten hatte, ging es wieder auf den Festplatz. Dort angekommen, hielt Herr Lehrer Mergott-Lollar eine Rede, worin er besonders betonte, daß diese Spiele zur Stärkung und Erhaltung der Sitten ?c. dienen sollten. Nachdem er auf ec. Maj. den Kaiser und auf die Lollarer Jungfrauen ein Hoch ausgebracht hatten, vcrtheilten sich die verschiedenen Klassen auf die angewiesenen Spielplätze, um dort unter Leitung der Herren Mergott-Lollar, Glitsch-Lollar, Schmulbach-Lollar, Seipp-Lollar, Eberhard-Lollar und verschiedenen Anderen ihre Spiele, wie Wurstschnappen, Klettern, Springen rc. auszuüben. "Nachdem sich die Kleinen sowohl als die Großen amusirt hatten, wurden die Geschenke und Preise ausgetheilt und die Kmder dann zu ihren Angehörigen entlassen, um sich an Bier, Bretzeln rc. zu erquicken, wahrend die Größeren sich mit Tanzen unterhielten und theilweisc erst am andern Morgen deii Festplatz verließen. Es war dies das erste derartige Fest, welches in Lollar abgehalten wurde, und hoffen wir, daß es tm nächsten Jahre den Kindern wieder vergönnt sein wird, in Eintracht ihre Spiele auszuüben. . ?^tzlar, 30. Juni. Einem bisher noch unbestäligten Gerüchte zufolge sollen gestern in Mudersbach ctu Schäfer, sowie 15 Schafe durch einen Blitzschlag getödtet worden fern. ^'^-Rechtenbach, 30. Juni. In Folge der Entzündung durch einen Blitzstrahl sind gestern Mittag die Scheunen des Schäfers Heller, sowie des Peter Höchst Hierselbst in Flammen gerathcn und niedergebrannt. Der Blitz fuhr zwischen zwei auf Dem Dache des einen Hauses mit dem Auflegen von Ziegelsteinen beschäftigten Mannern hindurch, ohne denselben irgendwelchen Schaden zu thun. (W. A.) Wiesbaden, 30. Juni. Durch einen Blitzstrahl rourben heute Nachmittag am Biersiadter Berg hier 1 Arbeiter getödtet und 2 Frauen gelähmt. (F. Z.) Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am l.Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 16‘A0, Lust im Schatten 12<>. L. Ehr. Nübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Hcugras- Serfietgming. Montag den 6. Juli l. I., Bormittag- von 8 Uhr an, soll das Heugras von den städtischen Wiesen, ca. 60 Morgen, an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist bei der hiesigen Ziegelhütte. Allendorf a/Lda., 29. Juni 1885. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a/Lda. Bieber. 4844 Arbeits-Versteigerung. Zur Chaussirung einer Wegstrecke von Watzenborn nach Grüningen soll das Liefern von 220 Cbm. Steine, sowie die Chaussirarbeiten Samstag den 4. Juli, Nachmittags 1 Uhr, auf dem Rathhause zu Watzenborn in Accord vergeben werden. Steinberg, den 1. Juli 1885. Großh. Bürgermeisterei Watzenborn- Steinberg. 4857 Heß. Submission. Die zur Errichtung eines Hofchores der Pfarrhofraithe zu Groß-Buseck erforderlichen Maurer-, Steinhauer-, Schlosser-, Weißbinder- u. Pflästerer- Arbeiten, veranschlagt zu 246,50 JC, sollen aus dem Wege schriftlicher Submission vergeben werden. Zeichnung, Voranschlag und Bedingungen liegen auf der dortigen Pfarrei zur Einsicht offen, woselbst auch die Offerten verschloffen und mit gehöriger Aufschrift bis zum 9. L M., Mittags 1 Uhr, einzureichen sind. Gießen, am 1. Juli 1885. I. A.. Senßselder, 4846 Bez.-Bauausseher. Fritzlarer Pferdelotterie Loose ä 3 Mark empfiehlt 4226 Julius Wallach. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Diejenigen Steigerer und Uebernehmer von Holz im Gießener Stadtwald, welche mit der Abfuhr desselben noch im Rückstand sind, werden aufgefordert, ihr noch sitzendes Holz bis zum 20. Juli d. I. aus den verschiedenen Schlägen zu bringen, widrigenfalls gegen die Säumigen Anzeige erhoben werden wird. Gießen, den 30. Juni 1885. 4842 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Vergebung von Brückenbauarbeiten. Die nachstehenden, zur Erbauung einer Kleebachbrucke auf der KreiSstraße von Groß-Linden nach Lützellinden erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, und zwar: 1) Grab-, Maurer-, Steinhauer- und Chaussirarbeiten im JL Betrage von.............. 2076,01 2) Lieferung der Eisenconstruction im Betrage von . . . 1880,'— sollen SamStag den 11, Juli d. I., BorwittagS 9 Uhr, im Wege schriftlicher Submission auf dem Bureau des Unterzeichneten vergeben werden, woselbst bis dahin auch Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, beziehungsweise solche für die Lieferung der Eisenconstruction zu beziehen find. Gießen, am 30. Juni 1885. Der Kreisingenieur: 4849 Gnauth. u. cx ale dir vorrüthig in ben Colonial» und Delicateßwaaren-Hanblungen, bei Drogisten tfnb Apothekern. u £ 9W Zur Saison empfehlen Krausen, Damen-, Herren- unv Kinderkragen, das Neueste in Damen- und Kinderschürzen, Sommer-Handschuhe, weiße uno farbige Uuterröcke, Beinkleider mit und ohne Stickerei, baumwollene Strümpfe, leichte Unterjacken und Beinkleider. 3418 G-eschw, Heerz, Neuenweg. Heule den 2. Juli, Mittags 2 Uhr, Fortsetzung der Gisenwaaren- Versteigerung im W. Seibert'schen Local. Es kommen hierbei insbesondere 1 schöne Copierpresse, einige Oefen, Gewichte, sowie etwas Colonial- waaren, Oel rc. zum Ausgebot. F. Hoffmann, 4864 Conkursverwalter. Keilgeöotl'nes. Fst. wirklich ächt Emmenthaler Schwester- Käse in bekannter vorzüglicher Qualität wieder eingetroffen bei 4853 C. Gr. Kleinhenn. 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Der cant bigt betrachtet w- Die Wood- und I abgefallen, haben und befinden ftd Mdleton hat a Pitt zurückgekehr rebellischen $hi) In gort %itt co bereilung für der geben, mo den 5 allen wichtigeren den. Außer Riel in Mnbung m In ber j Mmr aus Wad rieüen Lrisis fort abermals zwei C den sortbauernden düng zu bringen Epidemie dem I jüngsten tumultuös Canovas bei Cast Epidemie, spreche und gewinnt es s ^ach der hauptßc Vas Mlnisterium 1 höhere politische Z *- r^tete v Me der deoölk! m roie peinlu CN finb, nicht j Das Cab i ®en,fa etwas t "7» Nolas ‘ lie[es ®ifcii 4 x'««L l9*" "'cht »eit nAr®IIb "Mlich । t* "°4 $toetn l""et l»a 1 5*,nlSie t^8en HK ba6 Werden S M H ss^ ■'‘Qt? Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pfg. am 4838 DaS Comite. Hierzu ladet freundlichst ein wurden bei anderen 4545 angefertigt von 4535 Ernst Wallenfels gesucht von 3./7. 8 itijr ©bl. P. D la. Export-Bier aus der Actien-Brauerei per Schoppen 15 H. Nichtmitglieder haben Zutritt. 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Hoffmann in Gießen Sahrbursche tadrkundfchaft gegen guten Lohn gesucht für die Brauerei von 4856 Fr. Textor. Donnerstag den 2. Inti: 2. Abonnements - Concert Einrichtung der steigenden Dividende. Folge davon: Fortgesetzte Erniedrigung der Beitragszahlungen bei zunehmendem Alter. Die Dividende für das Jahr 1884 beträgt beispielsweise für die Versicherungen mit Dioidendeberechtigung, welche abgeschlossen G»- Die Liste liegt noch an der Kasse zum Abonniren offen. 4861 Krauffe, Kapellmeister. 2)Cr Stellcnfuchende jeden Berufs vlacirt schnell Reuter's Bureau in Dresden, Reitbahnstr. 25. 4845 Neustadt 6, I. Treppe. Entflogen mehrere Kanarienvögel. Dem Zurückbringer gute Belohnung. Abzugeben Seltersweg 67.________ 4855 —4841 Ein Ackermann bei Pferde An Lustig. Lustig dein Geburtstag heut' Uns allenthalben sehr erfreut; Und was uns Küch' und Keller beut, Das gieb zum Besten, sei gescheut. So zwei und dreißig Sommer sind An dir vorbeigezogen lind, Du hast ein Weib, doch noch kein Kind, Drum sei auch zart für uns gesinnt. Drum gebe uns, wir bitten sehr Ein Fäßchen Bier und noch was mehr; Und wenn das Fäßchen Bier dann leer. Ein Hurrah dir, bei unsrer Ehr'. Ein dreifach Hurrah soll dir sein, Doch mehr noch freute uns ein Wein, Ein Wein, der gut und edel, rein Von allem Beigeschmack muß sein. Drum lieber Lustig sei nicht blöde Und behandle uns nicht schnöde, Laß uns, wenn auch wohl was späte, Leuchten deine Morgcnröthe. Dieses schöne Lied der Lieder, Welches hoch hebt die Gemüther, Weihen dir in Inbrunst bieder Deine Freunde, hoch und nieder. 4854 BAD WILDUNGEN. Gegen Stein, Gries-, Nieren- und Blasenleiden, Bleichsucht, Blut- armuth, Hysterie rc. sind seit Jahrhunderten als specifische Mittel bekannt: Georg- Victor-Onelle und Helenen-Luelle. Wasser derselben wird in stets frischer Füllung versendet. — Anfragen über das Bad, Bestellungen von Wohnungen im Bade- logirhanse und Europäischen Hofe rc. erledigt: 3291 Die Inspection der Wildunger Mtneralq-Actiengesellschaft. Vermietungen. 4850] Freundliche Wohnung, nach der Straße, zu vermiethen. Neustadt 17. 4852 Ein Familienlogis zu vermiethen. ______________________Kaplansgasse 18. 4859 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen bei PH. Bob Bahnhofstr. 11. 2 Löwengasse 2 4847 ein möblirtes Zimmer zu verrniethen. 4848 In meinem Hause in der Neustadt ist der dritte Stock zu vermiethen. ______I. Bernhardt. _ 4851 Der dritte Stock meines Hauses ist mit oder ohne Laden per 1. October anderweit zu vermiethen. Georg Schultheis, Marktstr. 3. 4839 Das seither von Hrn. C a r l R e i b e r bewohnte Logis in meinem Hause ist durch dessen demnächstigen Ueberzug in sein neugebautes zu vermiethen. F. Hoffmann. Dr. Klein praßt. Arst und Geburtshelfer wohnt bis zum 15. Juli im „Hotel Einhorn", hält aber seine Sprechstunden schon jetzt in der Wohnung der Frau Wrttwe Wallenfels, Kirchen- Platz 21, ab. 4840 Gießen, den 1. Juli 1885. In Folge der heute vor Notar und Zeugen oorgenommenen Verloosung sind von unseren ^o/oigen Markpfandbriefen p. 1197. R. Die Controls über Verloosungen und Kündigungen unserer Pfand 4843 in Darnistadt bei Herrn in Gießen „ „ in Mainz „ „ inWorms a/Rh. „ „ (Mk. 500.) Nr. 35 118. 118. 206. 226. 318. 380.746. 1129. 1133. 1196. 1 76. 1278. 1311. 1369. 1531. 1549. 1559. 1588. 1b63. 1712.1788. 1813. 1838. 1864. 1898. 1952. 1974. 1990. 2273. 2903. 3016. 3248. 3295. 3639. 3823. 4073. 4139. 4195. PfanößricLUerloolung der Frankfurter Hypothekenbank Moritz Wolfskehl, Aron Heichelheim, Schmitz» Heidelberger & C o., \ Eduard Herz, ( F. C. Rischmann. 1182. 1812. 3300. die nachfolgenden, mit einfacher Schrift aufgesührten Nummern zur Rückzahlung gekündigt worden, während die mit fetter Schrift aufgeführten Nummern aus früheren Verloosungen noch rückständig sind Lit. H. (MU. 5000 ) Nr- 309. 443. 524. 704. „ N. (JHU. 8000.) Nr. 40. 142. 395 . 677. 1381. 1393. 1693. 2457. 2783. 36 06. 4378. 6143. „ 0. (Ulk. 1OOO) Nr. 91. 198. 659. 727. 792 858. 914. 1203. 1215. 1520. 1602. 1702. 1922. 1953. 20 08. 3240. 3250. 3655. 4102. 4492. 4539. 5051. (Mk 300.) Nr. 112. 135. 140. 282. 442. 467. 698. 739. 909. 1191. 1211. 1220. 1349. 1354. 1357. 1361. 1389. 1556. 1563. Ih94. 1704. 1726.1737. 1808. 1875. 1920. 1949. 1996. 2032. 2161. 2216 2413 2755. 2952. 3032. 3059. 3246. 3548. 3885. 4103. 4146. 4556. „ Q. (MU. ®OO.) Nr. 49 115 158. 288. 797. 896. 934 1050. 1060. 1083. 1107. 1339. 1416. 1561. 1596 1620 1648. 1883. 1954 2039 2092. 2109. 2148. 2164. 2184. 2211. 2241. 2327. 2347. 2518. 2604. 2691. 2723. 2802. 3074. 3100. 3153. 3249. 3268. 3859. 4468. 4599. 4795. Die Rückzahlung dieser Pfandbriefe erfolgt von heute ab mit Zinsberechnung bis zum Rückzahlungstag, längstens aber bis zum 1. October 1885. Auf diejenigen Stücke, welche erst nach dem 31. October 1885 zur Einlösung gelangen, wird für die Zeit vom 1. October 1885 ab ein 2°/0tger Depositalzins vergütet- Den betreffenden Pfandbriefinhabern räumen wir das Recht ein, in der Zeit von jetzt bis Ende Juli d- I. in Umtausch gegen die gekündigten Stücke neue 4°/oige Markpfandbriefe al pari zu beziehen. Früher bereits gekündigt und außer Verzinsung getreten sind: alle 5%tgen Pfandbriefe, alle 4 und 4,/2%iflen Pfandbriefe in Guldenwährung, endlich alle diejenigen 41/2°/oiflen Markpfandbriefe, welche nicht im vorigen Jahr mit Wirkung vom 1. October 1886 ab in 4°/otge abgestempelr worden sind- Die Einlösung der gekündigten Stücke und bezw- deren Umtausch erfolgt bei unserer Kasse lJunghofstraße 12) wie auch durch Vermittlung unserer auswärtigen Einlösungsstellen, insbesondere briefe übernehmen wir auf Antrag kostenfrei; die desfallsigen Formulare, aus welchen die Bedingungen ersichtlich sind, können an unserer Kasse, sowie bei unseren Einlösungsstellen bezogen werden. Frankfurt a. M., den 23. Juni 1885. Die Direction. Dr. Haag. Sonntag den 5. Juli, Abends 8 Zlhr: großes Zither-Loncert ausgeführt vom Gießener Zither-Club (WohlthätigkeitS- verein), unter gütiger Mitwirkung auswärtiger Kräfte. Zum Schluß: Großes brillantes Feuerwerk und bengalische Beleuchtung des ganzen Gartens. Entree 2S Pfg. Passive Mitglieder haben gegen Vorzeigung der Vereinbarte freien Eintritt. — Programme an der Kaffe. Programm des Feuerwerks: Raketen, 6 Umläufer, 12 Sonnen, 4 Räder, 1 Pot ä feu, 6 Fontainen, Römische Lichter. Kinder unter Aussicht der Eltern haben freien Eintritt. 4860 Der Vorstand. NB. Um Jrrthümer zu vermeiden, (vielen nicht 4, sondern 9 Mann. Bahnhof Lollar. M. Aclien-Erport-Bier, Münchener Hacker-Bräu, warme und kalte Speisen empfiehlt 4076 C. Dräbmg, Restaurateur. o e e J.BRANDT&G.WvNAWROCKIa BERLIN.W. .3 , 78. F r i e d ni ch Strasse 78. ‘