,eL Sieft.g» * Wen! Auch ‘8/intn "w«i- be8' »U dies Kr. 260, Erstes Blatt. Dienstag den 1. December MKS Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Nirrearrr Schulftraße 7. MS» war, 41. )3port issler, erg ti. r- en neu1 E öorsitzeMr; taufftnann, Ter; Pull- 8362 PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Psi Ä> L-sr.. Jeritschlamd. Berlin, 28. November. Der Statthalter Fürst Hohenlohe begab sich nach Madrid, um als Vertreter des Kaisers der Beisetzung des Königs Alfonso Leizuwohnen. In seiner Begleitung befindet sich Hofmarschall Kanitz und Kam« rmrjunker Schlippenbach. Bulgarien. Sofia, 28. November. Vom Kriegsschauplatz vor Pirat wird unterm 27. ds., Nachmittags 3 Uhr, gemeldet: Das Gesecht begann heute früh um 7 Uhr wieder. Die Stellung der Serben, welche 4 Divisionen stark waren, erstreckte sich von den Höhen, welche die Stadt links und rechts beherrschen, in der Richtung nach Nisch bis zu einer 10 Km. entfernten Anhöhe. Die Bulgaren hatten den größten Theil ihrer Streitkräfte zusammengezogen. Die Serben räumten nach lebhaftem Kampfe die Stellung links von Pirot. Auf der rechten Seite dauert der Kampf fort und im Centrum sand ein lebhaftes Artillerie- Gefecht statt. Gegenwärtig haben die Bulgaren viel Terrain in der Richtung auf Nisch gewonnen. In der Stadt sand gestern eine Explosion statt, welche durch ein Munitions-Magazin oder durch eine Dynamit-Mine veranlaßt war. Heute sand eine neue Exlosion statt. Man fürchtet, daß in der Stadt Minen gelegt find. — Pirot ist gestern, nachdem der Kamps den ganzen Tag gedauert hatte, von den Bulgaren besetzt worden. Fürst Alexander zieht heute in die Stadt ein. — Sicherem Vernehmen nach hat Fürst Alexander in Rücksicht auf die Collectivnotc der Mächte, sowie in Rücksicht auf die durch sein siegreiches Einrücken in Pirot gewahrte Ehre der Waffen die Einstellung der Feindseligkeiten angeordnet, um die Verhandlungen über die Bedingungen der Waffenstillstandes zu eröffnen. 'theilscheim non Hen haben, daß vderheW^ P 5 p- * - ion: Serbien. Belgrad, 28. November. Die serbische Armee ist auf dem Rückzüge nach Alpalanka. Im Nischawa-Defile sind starke Verschanzungen angelegt. Die Festungswerke von Nisch werden eilig auSgebeffert. Die Bevölkerung nimmt an den Schanzarbeiten Theil. Heule wird in Nisch ein Ministerrath gehalten. Wen. Calcutta, 28. November. (Meldung des „Bureau Reuter.") In Napaul ist ein Aufstand ausgebrochen. Der erste Minister ist getödtet und der Maharajah zum Gefangenen gemacht. Der englische Vertreter befindet sich gegenwärtig auf einer Jnspectionsreise. W SA- Keich s t a g. E. R. Berlin, 28. November. In der heutigen Sitzung des Reichstages wurde die Interpellation des Centrums über das Misstonsmesen in den Schutzgebieten verlesen, zu deren sofortiger Beantwortung sich der Reichskanzler bereit erklärte. Der Interpellant, Abg. Reichensperger, führte an der Hand der Artikel der „Germania" aus, daß die bekannte Berichtigung, welche Staatssekretär v. Bötticher derselben hatte zugehen lassen, nur davon spreche, daß von einer Bevorzugung protestantischer Missionen nicht die Rede sei; es sei aber nicht darin ausgesprochen, daß katholische Missionen zugelassen werden würden; ferner sei es ein offenbarer Rechts- irrthum, daß Missionäre eines mit den Jesuiten verwandten Ordens in dem deutschen Reichsgebiete auf Grund des Reichsgesetzes gegen die Jesuiten nicht wirksam sein sollten. Die Vertreter der zwölf Millionen Katholiken des deutschen Reiches müßten dagegen Protest erheben, daß in den deutschen Schutzgebieten andere als die allgemeinen völkerrechtlichen Grundsätze zur Anwendung gelangen. Fürst Bismarck beantwortete die Frage, „ob.jede Missionsthätigkeit der Jesuiten gesetzlich verboten und zu behindern" sei, mit Ja. Die Theorie, daß die deutschen Gesetze in den Colonien nicht gelten, sei leicht aufgestellt. Deutsche Beamte werden aber außerhalb des deutschen Gebietes deutsche Gesetze befolgen. Die Zurückweisung der Jesuiten ist in ibrer antinationalen Organisation begründet. Die Neigung zur Vaterlandslosigkeit, die kosmopolitische Neigung, die auch zur Polonisirung vieler Deutschen geführt hat, wird gerade von den Jesuiten gepflegt. — Die Frage, ob katholische Missionen überhaupt ausgeschlossen werden sollen, verneine er. Glaubt murr denn, daß die Vertreter der katholischen Könige von Bayern und Sachsen dem je beistimmen würden? Was hat die ganze Interpellation denn zu bedeuten? Jedenfalls sollen die Symvathieen der katholischen Wähler für die Colonialpolitik vernichtet werden. — Der Grund zur Zurückweisung der beiden Jesuitenpatres lag nickt in ihrer Eigenschaft als Jesuiten, sondern in ihrer Eigenschaft als Franzosen. — Der Reichskanzler verliest einen großen Theil der Correspondenz mit dem Gouverneur von Kamerun, aus der heroorgeht, daß derselbe immer als die Absicht der beiden Herren die Errichtung einer französischen Mission gemeldet habe und daß die Sache mit den zwei Herren, die, obwohl deutscher Abkunft, naturalisirte Franzosen seien, nicht ohne gründliche Erwägungen zum Abschluß gebracht ist. — Sind Sie in Sorge, daß die Colonialpolitik einschlafen könnte, so warten Sie doch lieber einen Moment ab, der günstiger zum. Vorgehen ist, als dieser von der „Germania" erzeugte Zwischenfall. Aba. Windthorst. Wenn der Reichskanzler von der Germania spricht, so freut mich das — die Redaktion, meinte ich, ist immer noch besser, als die der Nordd. Allg. Zeitung, und verdient keinen Tadel; ich bedaure nur, daß sie mitunter in den Ton der Nordd. Allg. Zeitung verfällt (Große Heiterkeit), sie hat von Meister gelernt. Wt der Cengoacte hat sich der Reichskanzler als Diplomat großen Stils gezeigt, anders heute. Daß die beiden Missionäre Franzosen sind, ist nicht bewiesen, denn französisch schreiben und sprechen, thun unsere Diplomaten auch, ohne Franzosen zu sein. Ich schätze die evangel. Missionen, die der Reichskanzler allein will, aber es fehlt ihnen das genügende Personenmaterial. Wenn die ausgewiesenen katholischen Orden auch von den Schutzgebieten fern gehalten werden, so haben wir für die Kolonien überhaupt keine Missionen mehr und ohne Mission keine Kolonien. Der Reichskanzler muß sich von einem neuen Rath noch über das Missionswesen informiren lassen. Auf dem Congo-Congreß sind die heutigen Ansichten des Kanzlers nicht bekannt gewesen. Wer sind denn übrigens die eigentlichen Regenten am Congo und an wen können wir uns mit der Bitte um Schutz wenden? Ein Verordnungsrecht für die Schutzgebiete existirt noch gar nicht; die Thätigkeit der Orden kann ohne Rechtsverletzung nur beschrankt werden. Die Beschuldigung des Reichskanzlers der mangelnden Vaterlandsliebe gegen eine große Anzahl Deutsche ist eine Reminiscenz aus der „Nordd. Allgemeinen Zeitung", aber es gibt außer ihm auch Deutsche und er denkt oft mehr preußisch als deutsch. (Widerspruch rechts.) Die Jesuiten sind als gute Lehrer anerkannt, ihre Zurückberufung ist für mich zweifellos, da- ru führt schon das Auftreten der Socialdemokratie. Ich freue mich, daß wir schon jetzt die Absichten der Regierung erkennen, ich habe damals vor Uebereilung gewarnt und alle Befürchtungen des Abg. Virchow haben sich bewahrheitet. Wir haben allen Anlaß, unsere Kraft nicht zu verzetteln. Fürst Bismarck: Der Redner hat die Frage vollständig verschoben; es handelt sich hier nicht um Kolonien, sondern darum, ob zwei französischen Missionaren ein Wirkungskreis in Kamerun bewilligt werden soll, oder nicht. Abg. Windthorst läßt im Unklaren, ob er für oder gegen Kolonialbestrebungen gesprochen. Daraus ist doch seinerseits keine Förderung zu erklären, wie er glaubt. Friedrich der Große und Katharina haben die Jesuiten allerdings zugelassen, aber die hatten von ihnen nichts zu befürchten; die Socialdemokratie wird nicht an den Jesuiten scheitern, wohl könnten diese aber die Führung jener übernehmen. Bedenklich ist es, daß sich zur Einbringung dieser Interpellation das Centrum mit den Welfen und Polen verbunden hat, also doch immer mit keinem Freunde des Reichs. Wen finden wir denn überall, bei dem Konflikt mit Spanien (auf den ich nicht eingehen will, weil er sich seiner Lösung naht), ferner bei allen Verwickelungen mit dem Auslande?! Einen evangelischen Missionär in mir zu sehen, hat der Herr keinen Anlaß, dazu fehlt mir dogmatisches Talent, eher hätte ich mich als Landrath von Kamerun bezeichnen können. (Heiterkeit.) Die beiden Missionäre sind Franzosen durch Option, alle Konvertiten treiben ihr Franzosenthum eifriger, als es durch die Geburt bedingt ist. Ein französisches Kolonialsystem mit Regierung durch Beamte und Garnisonen wollen wir nicht, sondern durch Kaufleute und Gesellschaften. Gegen katholische Missionen habe ich nichts einzuwenden, sondenr nur gegen die Nachtheile durch Jesuiten. Der Vorredner vergißt, daß nicht alle Katholiken die Katholiken der „Germania" sein müssen. Der „Germania" lege ich gar keine Bedeutung bei, aber daß sie heute von der ganzen Partei unterstützt worden, das imponirt mir (Heiterkeit). Abg. Windthorst: Die „Germania" wird dem Reichskanzler für die heutige Reclame dankbar sein. (Heiterkeit). Jetzt wissen wir, daß der Kanzler Jesuitenmissionen nicht haben will, das heißt, daß Missionen überhaupt nicht sein werden. Die Kongoakte will alle Missionen zulassen, heute wird das Gegentheil erklärt. E5 ist sehr bequem, auf fremdem Gebiete Freiheiten zu gewähren, im eigenen aber Sklaverei. Das Centrum geht seinen Weg unbeirrt um Gunst oder Ungunst; der Thurm steht, und wankt nicht; so lange es Nationalliberale gibt, gibt es auch ein Centrum. (Heiterkeit.) Ich bin in keinem Punkte weniger deutsch, als der Reichskanzler; so oft er aber das Recht beugt, ist er undeutsch. Unsere Anschauungen sind verschieden; der Kanzler hat mehr Erfolg, weil er mehr Soldaten und mehr Geld hat. Das Vaterland ist groß genug, um Allen Duldung zu geben; die deutsche Nation wird die Freiheit sich nicht rauben lassen. (Beifall im Centrum und links.) Fürst Bismarck: Es ist eine unwahre Behauptung des Vorredners, daß ich nur evangelische Missionen zulassen will. Jetzt behauptet er, wenn keine französische Jesuiten sind, haben sie keine katholische Missionen. Schicken Sie doch die Mitarbeiter der „Germania" — die ihren Namen sehr mit Unrecht führt — nach Kamerun- iS, Ringe, Aw- .xrückmmrden g; petri Wwe«, IterWjL——— ioxßt mit unb ohnr laxanlubtibiWter _____________CTtt igen von arbeiten billigster B<- ehlt sich [ollmanii, Baue 6. hien G ,äger Waaren, rtikel, werden steU, 58b6 s Exped. d. BL _ Schweiz. Bern, 28. November. Der Bundesrath hob sämmtliche gegen Frankreich und Italien getroffenen Cholera-Maßregeln aus. Frankreich. Pari-, 28. November. „Temps" veröffentlicht einen Bericht seines Correspondenten aus Venedig, welcher mit Don Carlos eine Unterredung hatte. Letzterer sprach die Ueberzeugung aus, die Regentschaft werde die Ruhe in Spa- nien nicht lange ausrechterhalten können, er behalte sich zu gelegener Zeit ein Interventen vor, um die Ordnung wieder herzustellen. Er werde nötigenfalls auf einen Bürgerkrieg recurriren, um das Heil Spaniens zu sichern. ßngkand. London, 28. November. Bisher sind 128 Conservative, 129 Liberale und 19 Parnelliten gewählt. Gladstone ist in Midlothian und Lord Hartington in Lancashtre gewählt. In Glasgow drangen die Liberalen durch, in Scurborough und Wednesbury siegten die Conservativen. Belgien. Brüssel, 28. November. Der „Jndependance" zufolge bestätigt es sich, daß in der Münzfrage eine Uebereinstimmung erzielt ist. Die Basis sei, daß die Liquidation auf Grundlage der Ziffer von 200 Millionen stattfinde, wovon die Hälfte von der belgischen Regierung eingetauscht, die andere Hälfte aus dem Handelswege eingelöst werde. Spanien. M adrid, 28. November. Navarra lehnte das Ministerium der Kolo- rdeen ab; an seiner Stelle wurde Gamazo zum Kolonieenminister ernannt. Die Ernennung Albarede's zum Botschafter in Paris und Groizard's zum Botschafter beim Vatikan gilt als sicher. Das Ministerium hat bereits den Eid geleistet. Madrid, 28. November. Beim Eintritt in's königliche Palais wurde die Königin mit ihren Töchtern von einer großen Menschenmenge mit den Rufen „Es lebe die Königin", „es lebe die Prinzessin von Asturien" begrüßt. Die Uebersührung der Leiche des Königs nach dem Eskurial findet Sonntag statt. Alle Journale sprechen sich zu Gunsten des neuen Cabinets aus. — Gegen 5000 Personen wohnten der Bestattung des Marschalls Serrano bei. bet »ns tw unzefthx ^rlchnen Haus turnte °"uAe Z'cha • ie Rechte einer ^Stürmische Heiterkeit.) Sie brauchen Kulturkampf im Parteiinteresse; ein Bund mit Ihnen ist unmöglich ohne Gefährdung der Existenzbedingung des preußischen Staates. Hier wo es sich um das Verbot einer französischen Missionsschule handelt, wirb von Knechtung der Katholiken gesprochen. Die mir gemachten Vorwürfe, daß ich Politik in persönlicher Weise treibe, enthalten eine schwere Belerdrgung bie ich bei niemer Treue als Vasall und denen unsers Kaisers nicht verdiene. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg Malhahn-Gültz (ks.) wendet sich gegen die Ausführungen Windthorst's, der an dem Fortbestehen des Kulturkampfes die meffte Schuld habe Abg Windthorst: Ich will jederzeit meine Kräfte zur Beseitigung des Kulturkampfes einsetzen, auch Rom hat sich entgegenkommend gezeigt, für die Beibehaltung sorgt aber schon Herr von Goßler. Wir wollen nicht von der Gnade, sondern vom Rechte leben. Die Ordensmission ist thatsächlich verboten, die katholische Mission m der Theorie gestattet, aber nicht in der Praxis. Fürst Bismarck: Die katholische Mission ist keineswegs unmöglich; senden Sie nur katholische deutsche Missionäre hin. - Den Usus, die Person des Monarchen, wie der Vorredner eben erklärt hat, nicht zu nennen, billige ich gar nicht; das ist em englisches Mittel der Schwächung der königlichen Macht. Ich habe mich..nur gekrankt gefühlt, durch die Anthitese zwischen meiner persönlichen Politik und der König Friedrich Wilhelms IV., dagegen habe ich mich verwahrt. (Beifall rechts.) . Nach einigen unwesentlichen Bemerkungen der Abgg. Rinteln, Windthorst, d. d. Decken schließt die sehr bewegte Sitzung. Die nächste Sitzung sindet am Dienstag statt. Telegraphische Depeschen. Wolff'K telrgr. «orrespondenr - Bureau. Pest, 29. Novbr. Anläßlich seines Jubiläums empfing Tisza heute die Mitglieder des Kabinets und des Parlaments, der Vertreter der Konfessionen, der Universitäten und der Honvedarmee, sowie des Beamtenkörpers aller Ministerien. Kron- hüter Vay wies auf den während der Leitung der Regierung seitens des Jubilars stattgehabten Aufschwung des ungarischen Staates auf dem Kulturgebiet und die Anerkennung des Auslandes hin. Ministerpräsident Tisza betonte in seiner Erwiderung, dies Verdienst gebühre Denen, die ihn unterstützten und der Majorität der Station, welche diese Unterstützung ermöglichte. Er blicke mit Zuversicht in die Zukunft, da neben erfahrenen Kämpfen des öffentlichen Lebens die Mitglieder einer neuen Generation das liberale Banner hochhielten. Im Leben der Stationen gebe es manchmal Zelten einer allgemeinen Begeisterung, wo geniale Männer die Führer der Station feien auf Zeiten, wo eine stürmifche Thätigkeit entwickelt werde. Beide Perioden leien kurz. Dann gebe es Epochen, wo die Station, indem sie ein langsames, stufenweises Vor- wärtsschreiten wünsche, Sandkorn auf Sandkorn, Ziegel auf Ziegel herbeitrage und so das Gebäude des Staates aufzurichten helfe. Zu einer solchen Epoche fei er durch Seine Majestät und das Vertrauen der Nation zur Führung der Staatsgeschafte berufen worden. — Heute Nachmittag fand ein Festbanket zu Ehren Tisza's nut 1000 Gedecken statt. Die öffentlichen Gebäude tragen Flaggenschmuck. London, 29. Novbr. Bis 1 Uhr Morgens sind 166 Liberale, 155 Konservative und 25 Parnelliten gewählt. Die Wahlen in London und den Vorstädten sind beendigt; es wurden 26 Liberale und 36 Konservative gewählt. London, 29. November. Als Gladstone gestern Carlisle passirte, wo er von den Liberalen enthusiastisch begrüßt wurde, sagte er, daß er hinsichtlich der Bildung einer liberalen Negiermig niemals auf die englischen Städte gerechnet habe. Da aber Schottland seine Pflicht in so hohem Maße thue und soweit bekannt, ein gleiches von den englischen Grafschaften gelte, hoffe er, daß das Beispiel Schottlands allgemeine Nachahmung finden werde. — Der Staatssecretär des Innern, Croß, sagte in einer gestern zu Acrefair gehaltenen Rede, die Städte Englands hätten eine nicht miß- zuverstehenbe Sprache gesprochen; er hoffe, die Grafschaften wurden diesem Beispiele folgen. — Der Herzog von Somerset ist gestern Abend gestorben. — Dem gestern Abend zu Ehren des Grafen Münster unter dem Vorsitz des Herzogs von Beaufort im Hotel Metropole gegebenen Abschiedsdiner wohnten die Lords Salisbury, Granville, Derby, Rothschild und andere hervorragende Pcchön- kichkelten^ besi i Wlortftß sind 166 Liberale, 155 Conservative und 25 Parnelliten gewählt. Die Wahlen in London und den Vorstädten sind beendet; es wurden 26 Liberale und 36 Conservative gewählt. a Petersburg, 29. November. Aus Anlaß des Ablebens des Komgs Alfons Don Spanien ist eine 24tägige Hoftrauer angesagt. — Die „Nowoje Wremjä" und die „Peterburgskija Wjebomosti" fragen, ob es zweckmäßig fei, daß Rußland auf der Wiederherstellung des Status quo ante in Ost- nimelien im engen Sinne des Wortes weiter bestehe, nachdem die in Konstantinopel stattfindende Conferenz über diese Wiederherstellung bisher nicht zu einer Entschließung zu gelangen vermochte. Da England die Unantastbarkeit des Berliner Vertrags nicht mehr als eine Garantie des europäischen Friedens betrachte und zu erwarten stehe, daß auch Oesterreich-Ungarn dieser Ansicht zum wenigsten in Hinsicht auf Bosnien und die Herzegowina beipflichten werde, so habe — wie die „Nowoje Wremjä" meint — Rußland keinen weiteren Grund, auf der Wiederherstellung des Status quo ante in Ost- Tumelien zu bestehen, sondern müsse Schritte thun, seine eigenen Interessen zu schützen, welche durch die Hineinziehung des vereinigten Bulgariens in die Sphäre des Einflusses Englands bedroht worden seien. Der „Grashdanin" sagt, der siegreiche Fürst von Bulgarien müsse sich jetzt entscheiden, welchen Weg er weiter einschlagen wolle, entweder den graden, welchen er sich durch seine eigene Tapferkeit zum Herzen Rußlands gelegt habe, indem er sich ehrlich Rußland gegenüber als schuldig bekenne oder den dunklen verhängnißvollen Weg der Rückkehr zum Hofe Karawelow's und dessen Genossen, sowie des Bruches mit Rußland, einen Mittelweg gebe es nicht. Auf eine Hülfe von Seiten Englands könne der Fürst nur zeitweilig rechnen, auf russische Hilfe jedoch für lange Zeit; die letztere sei das einzige Unterpfand für das dauerhafte Gedeihen des bulgarischen Volkes. Petersburg, 29. November. Eine Versammlung von hier lebenden deutschen Reichsangehörigen stellte ein Programm fest für das am 21. December a. St. zu begehende Jubiläum des Kaisers Wilhelm. Darnach soll am 22. December in einer hiesigen deutschen Kirche feierlicher Dankaottesdienst abgehalten werden und am Nachmittag ein Festdiner mit Damen stattfinden; ferner soll an den deutschen Kaiser eine rünstlerifch ausgeführte Adresse abgesandt werden, zu welcher Sammlungen alsbald zu eröffnen sind. Die Sammlungen werden nicht nur auf den Petersburger Bezirk beschränkt, fondern sollen mit Genehmigung des Kaisers von Rußland unter den Deutschen im ganzen russischen Reiche stattfinden. Ein etwaiger Ueberschuß der Sammlungen wird zu wohlthätigen Zwecken zu Gunsten der Deutschen in Rußland verwendet werden. Sofia, 29. November. In Betreff der Schritte der Mächte behufs Herbeiführung eines Waffenstillstandes zwischen Serbien und Bulgarien wird noch bekannt, daß Oesterreich durch den Grafen Kheoenhüller hier habe erklären lassen, daß es sich Serbiens werde annehmen müssen, wenn dem Verlangen der Mächte nach dem Abschlüsse eines Waffenstillstandes seitens Bulgariens nicht Folge gegeben werde. Inzwischen hat der Fürst Alexander bekanntlich seine Zustimmung zum Zustandekommen eines Waffenstillstandes gegeben. Bela-Palanka, 29. Novbr. (Offiziell.) Während Serbien dem Waffenstillstandsantrage der Mächte sofort Folge gab und die Hauptmacht seiner Truppen zurück- 30g, ließen die Bulgaren denselben unberücksichtigt und griffen am 26. d. Nachmittags sie serbischen Vortruppen bei Pirol an, um welches ein heftiger Kampf entstand. Am Abend zogen sich die Serben aus der Stadt zurück, worauf die Bulgaren den größten Dhcil der Kaufläden plünderten. Am 27. d. M. Morgens erneuerten die Bulgaren Len Angriff, diesmal gegen das serbische Centrum, wurden aber nach kurzem, heftigem Kampfe zurückgeworfen und erlitten bedeutende Verluste, wobei die Donau-Division abermals Pirot einnahm. In der Stadt wüthete wiederholt ein sehr heftiger Straßen- ckampf. Die feindliche Uebermacht und Ermüdung zwangen jedoch die Serben, auf Ausnützung der errungenen Vortheile zu verzichten und sich auf eine in der Nähe liegende Position zurückzuziehen. Die Bulgaren, welche ca. 50 000 Mann stark waren, Hatten auch in diesem Kampfe bedeutende Verluste. — Gestern Morgen passirte der .Lsterreichische Gesandte, Graf Khevenhüeller, die serbischen und die bulgarischen Vorpostenlinien. Eine Stunde darauf erschien ein bulgarischer Parlamentär, um über die Einstellung der Feindseligkeiten zu verhandeln. Die beiderseitigen Oberkomman- direnden vereinbarten dieselbe auf der ganzen Linie unter Belassung der truppen m ihren Positionen. __________ _ Lokales. Gieheu, 30. November. Die hiesigen Einwohner werden darauf aufmerksam gemacht, daß morgen, am 1. December, von Mittags 12 Uhr an, die Zahlbriefe und Zählkarten von den Zählern wieder eingesammelt werden. Sollte einer ober verändere Haushaltungsoorstand eine Zählkarte zu wenig erhalten haben, so möge er sich solche von dem Zähler ausbitten. Jeder Haushaltungsvorstand sehe auch zu daß er den Zählbrief mit feiner Unterschrift versehe. Jede über die beim Ausfullen der Zahlkarten etwa nötige Auskunft zu geben, sind die Zähler ausdrücklich angewiesen. Universität- - Chronik. - Professor v. Bergmann zu Berlin knüpfte Mittwoch nach dein Schlüsse der chirurgischen Klinik an feine Vorlesung die Bemerkung, daß er im Auftrage der Gesellschaft vom Rothen Kreuz an seine Zuhörer die ^rage zu richten habe, ob EAer oder der Andere geneigt sei, als Arzt nach dem serbisch-bulgarischen Kriegsschauplätze zu gehen; er sei bevollmächtigt, etwaige Meldungen entgegenzunehmen, tfurbte jungen Mediciner ist übrigens eine solche Thätigkeit von nicht zu unter chatzender Bedeutung, da dieselben in Friedenszeiten eben äußerst selten Gelegenheit haben, Schußwunden zu sehen und zu behandeln. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß auch dortige Mediciner dem Humanitären Rufe Folge leisten werden. zr... ... rx , — Der Assistent am mineralogischen Institut zu (Göttingen, Dr. phil. Fr. Rinne, hat sich als Privatdocent für Mineralogie und Petrographie habilitirt. Vermischtes. — Verhaftungen von Zahlmeistern sind außer den berichteten Fällen noch in mehreren Städten vorgenommen. Ein unverbürgtes Gerücht will wißen, vom 10. (hannoverschen) Armee-Corps befänden sich sämmtlicheZahlmeister m Untersuchung. Wenn auch das wahrscheinlich übertrieben ist, so soll doch feststehen, daß bereits etwa 60 Zahlmeister, Zahlmeister-Aspiranten, Feldwebel ic. sich in Haft befinden. Ganz besonders hat es nach jenen Angaben Aufsehen erregt, daß auch eine in höherer Stellung befindliche Persönlichkeit in diese trübe Angelegenheit in der Weise verwicke t ist daß sie den Lieferanten Wollank in Hildesheim veranlaßt hatte, ihr nicht unerhebliche Darlehen vorzuschießen. , , r,, ¥ , — Minder Jagdeifer.ss In Rasten bürg hat sich nach MUtheilung der „K. A. Z." folgender tragt - komischer Vorfall vor einigen Tagen zugetragen. Em Arbeiter meldete seinem Vorgesetzten, daß er in nächster Nähe zwei Rehe entdeckt habe. Herr X-, ein eifriger Jäger, nahm schnell sein Gewehr von der Wand und eilte hinaus, um das Wild zu erjagen. Kaum ist er in Schußweite angelangt, als er auch schon den ihn begleitenden Arbeiter anschnauzt: „Dummer Kerl, das sind ja keine Rehe, das sind Füchse!" In seinem Jagdeifer legt er dann das Gewehr an die Backe, der Schuß kracht — und einer der angeblichen Füchse wälzt sich m seinem Blute. Freudig erregt, stürzen nun beide, der glückliche Schütze sowohl wie der Arbeiter, auf die Jagdbeute los; doch wer beschreibt ihren Schrecken, als sie statt des erhofften Fuchses oder Rehes ein gewöhnliches — Schwein vorfinden. Dasselbe hatte sich in Begleitung eines ebenfalls zu der Gattung „Grunzer" gehörigen Thieres von dem benachbarten Gute dorthin verirrt und war nun dem blinden Jagdeifer zum Opfer gefallen. — Ein alter Praktikus empfiehlt folgendes Mittel gegen Paletot - Marder in öffentlichen Localen: Jeder kehrt die Aermel seines Paletots um, ehe er ihn auffjängt Dann kann der Marder nicht schnell in den Paletot schlüpfen und erregt die Aufmerksamkeit der Gäste. Theater. *** Gießen, 30. November 1885. Wenn auch die beiden am Sonntag im „luftigen Krieg" gastireüden Damen Fräulein Seydl und Fräulein Nowatnv vom Stadttheater in Aachen reichen, wohlverdienten Beifall ernteten, so hatten sie doch einen zweifach schweren St^nd, erstens da ihre Vorgängerinnen eine nachhaltige Erinnerung hinterlassen haben und zweitens, da sie mit mangelhafter Clavierbegleitung zu kämpfen hatten und ohne Dirigenten doppelte Sicherheit mitbringen mußten. Wenn nun am Sonntag die Vorstellung einen günstigen Verlauf nahm, so ist dies nur auf Rechnung der drei Gesangskräfte zu setzen, von denen natürlich die beiden oben genannten Damen um den ersten Preis rangen. Fräulein Nowatny gefiel uns als Sängerin ganz ausnehmend, aber auch Fräulein Seydl leistete höchst Beachtenswerthes und so dürfen wir der Direction auch zu diesen beiden Darstellerinnen herzlich gratuliren. —a— — Heute Abend findet das erste Gastspiel der Tragödin Magda Jrschick vom Hoftheater in München statt. Die Dame, über welche uns die besten und vortheil- haftesten Berichte vorliegen, befindet sich gegenwärtig auf einer Kunstreise, bei welcher in erster Linie die Universitätsstädte bedacht werden sollen. Magda Jrschick ist eine der ersten Tragödinnen und versteht die gewichtigen Rollen der Medea, Brunhilde, Iphigenie, Griseldis, Geierwally, Jungfrau von Orleans, Maria Stuart rc. mit dem ganzen Verständniß einer echten Künstlerin wieder zu geben. Sie ist eine glänzende Vertreterin der deutschen Tragödie, und es ist erfreulich, daß sie das schöne Wort der deutschen Dichtung verkündet überall, in allen Ländern und Städten, wo nur die deutsche Sprache einigermaßen Eingang gesunden hat. Heute Abend tritt sie auf als Brunhilde in Emanuel Geibel's gleichnamigem Drama und hoffen wir, daß die Künstlerin auch bei uns jene Aufnahme finden möge, die ihr bisher überall zu Theil geworden ist. Wir machen unsere Theaterfreunde hierdurch ganz besonders auf das Gastspiel der königl. bayerischen Hofschauspieleriy Magda Jrschick aufmerksam. . — a— Schiffs nachrichten. Bremen, 28. November. fPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Rhein, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. November von Bremen und am 17. November von Southampton abgegangen war, ist am 26. November, 11 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 28. November. fPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Elbe, Capt. F. Hamelmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. November von Bremen und am 19. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Nachts wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel nnd Werketzr. Darmstadt. Das Kaiserliche Reichspostamt in Berlin hat der Handelskammer folgende Zuschrift zugehen lassen: Die französischen Zollämter haben bisher die zollamtliche Schlußabfertigung der vom Auslande in Frankreich eingeführten Postpackete in den meisten Fällen auf Grund der Angaben bewirkt, welche von den Absendern in den den Sendungen beigegebenen Inhaltserklärungen gemacht worden sind, ohne zu einer Revision des Inhalts zu schreiten. — Nach vorliegender Mittheilung bat die französische Zollbehörde in Folge des Umstandes, daß die Angaben in den Zollinhaltserklärungen sich nicht selten als unrichtig ober mangelhaft erwiesen haben, und leider die Versuche, durch unrichtige Declarirung der in den Packeten enthaltenen Maaren sich einen Vermögensvortheil zu verschaffen, häufiger vvrgekvmmen sind, neuerdings eine Verschärfung der Controlen als nvthwendig erachtet. Demgemäß ist an die sranzo- schen Zollämter die Weisung ergangen, hinfort die Mehrzahl der Packete der Revision in Bezug auf den Inhalt zu unterziehen. Stellt sich bei der Revision heraus, daß der Inhalt nach Beschaffenheit, Gattung rc. der Waare den Angaben des Absenders nicht entspricht oder ganz ober theilweise verschwiegen ist, so unterliegen bie Senbungen je nach ber Höhe des Eingangszollcs der Beschlagnahme ober ber vorläufigen Einziehung bis nach Erlegung ber verwirkten Zollstrafe. — Das Reichs - Postamt beehrt sich» s «* S'fli 71 Millionen - [$ ierfiiW"«!;' atigf ** "S.“ cheil uin &J cjahreseinnahv Gesellschaften nicht den M solide Lebensv! in zweifellos si Unsere soliden auslöndiichcn v (Kursgewinnen wagten Iorseni Gründ Gerste M Samen X 21J MM Am 1. Decer | trag II. zum G I Hessen und der | nahmetarif für s kohlen rc. von i directionsbezirke rheinisch! und zeitigen Station lieber den I theilen die letzte Wen, den I Großhe ' W/Mch Mchi I sollen in der Fl 2 'Secretär schränle, 1 Tische, Sw karren, 1E IWaschkess 5 Malter i meistbietend per) Wen, den 3 8574 Ich Neu: „1 Feinstes bisher Saison. Aechs s, [inei'5be,t?1 möge er filÖ? nt K?u, ba6* lullen LoL? ewigen. fcv«. '""iS* DZ AMenJ 3 Artige MeL ugen, Dr. phil s, M habilitirt. ü Fällen nod)iD will wissen, do" ^erm Untersuchs m, baß bereits ein- befinden. Ganz ö ,ln höherer Stelluu verwickelt ist, boi ht unerhebliche U ch Mittheilung b- >en zugetragen. & u Rehe entdeckt nb unb eilte hinatt, jt, als er auch schci 1 find ja keine Rehe !hr an die Bocke, nem Blute. Frech beiter, aus die Ich 'hofften Fuchses obn e sich in BegleitunMs - von dem benag« L Oeifer zum Dpfcll; Paletot - Marder ia[| ehe er ihn aufhängl.» erregt die Aufnierk-g lember 1885. gafinnHen Damen - *\\ x(M x* >nen St^rü), chttui ; haben und zweitens : unb ohne Dirigme ? 3erlau[ nahm, so 8 en natürlich die beite snehmend, aber oc vir der Direktion lagda Jrschlckü- besten unb vom -unstreise, bei W ders aus das Gs icrksam. • Sr-«-n-.L, Sn*«®«9] 1“©« bs»* kW die 8tw* .ungfrau »on 7* Siinfltotn ®*e und es tfi 'li» ' in allen Läs»° ’junbtn 6«1’ ■ A-ibel's «1**: luinahm-N*^ hat d-r ÄS V.«%6 entöb. lL der Q derderauE tieoW , der Großherzoglichen Handelskammer hiervon mit dem Anhcimgeben Mittheilung zu machen, den Handelsstand Ihres Bezirks von der Angelegenheit in Kenntniß zu setzen. Sachse. — (Versicherungswesens Nach dem neuesten statistischen Jahresbericht über den Geschäfts- und Vermögensstand der 38 Lebensoersicherungs-Gesellschaften im Deutschen Reich stieg in den letzten 10 Jahren, 1875 bis 1884, die Gesammt - Versicherungssumme dieser Gesellschaften um 1304 Millionen auf 2871 Millionen Jt und das Gesammtoermögen um- 384 Millionen auf 817 Millionen Jt. In demselben Zeitraum wurden aus den vereinnahmten Prämien und Zinsen gezahlt: an die Hinterbliebenen von 104,954 Verstorbenen 305 Millionen Jt, für fällige Aussteuern und Renten 36 Millionen Jt und 119 Millionen Jt wurden auf die gezahlten Prämien als Dividende vergütet. Von diesen Leistungen der letzten 10 Jahre fallen auf die größte Lebensversicherungs - Gesellschaft in Preußen, auf die „Germania" zu Stettin, welche Ende 1884 nach 27jährigem Bestehen 302 Millionen Jt Versicherungssumme und 71 Millionen Jt Vermögen besaß, 46 Millionen Jt, einschließlich 8 Millionen Jt an ihre Versicherten vertheilte Dividenden. — sVolkswirthschaftliches.j Das Gesammt - Vermögen der deutschen Lebensversicherungs-Gesellschaften erreichte Ende 1884 die Höhe ron 817 Millionen Jt und zeigt gegen das Vorjahr eine Vermehrung von 52 Millionen Jt oder 41,5 pCt. der Jahres-Einnahme, während beispielsweise das Vermögen der Amerikanischen Gesellschaften nur um 20 pCt., der Österreichischen Gesellschaften um 36 pEt. der Schweizerischen um 29 pEt., der Englischen um 26 pEt., der Französischen um 30 pCt. der Jahreseinnahme gestiegen ist. Mehr als Zweidrittel ihrer Fonds haben die Deutschen Gesellschaften in puprllarisch sicheren Hypotheken und nur 39 Millionen oder noch nicht den zwanzigsten Thei! in Effecten angelegt, festhaltend an dem Princip, daß eine solide Lebensversicherungs-Gesellschaft die zinsbare Belegung ihrer Reservefonds mir in zweifellos sicheren, Eoursschwankungen nicht unterworfenen Werthen bewirken darf. Unsere soliden Deutschen Gesellschaften unterscheiden sich auch hierin von den meisten ausländischen Compagnien, welche zur Erzielung eines höheren Zinsfußes und von Coursgewinnen die Anlage ihrer Reservefonds in Eisenbahn-Actien und anderen gewagten Börsenpapieren vorziehen. n Grilnberg, 28. November. lFruchtpreise.) Weizen Jt 16.40, Korn Jt 13.90, Gerste Jt 12.70, Hafer Jt 12.40, Erbsen Jt 14.60, Linsen Jt 30.00, Lein Jt 00.00, Samen Jt 21.00, Kartoffeln Jt 0.00, Wicken 00.00. Kepertoir der vereinigten Ztadtthcaier ?u Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 1. December: Don Juan. Mittwoch den 2. December geschlossen. Donnerstag den 3. December Silvana. Freitag den 4. December geschlossen. Samstag den 5. December: Trompeter von Säkkingen. Sonntag den 6. December: Mignon. Schauspielhaus. Dienstag den 1. December: Don Carlos. Mittwoch den 2. December: Zum ersten Male: Die Hochzeit auf dem Aventin. Drama in 4 Akten von P. Heyfe. Donnerstag den 3. December geschlossen. Freitag den 4. December: Zum ersten Male wiederholt: Die Hochzeit auf dem Aventin. Samstag den 5. December: Unsere Freunde. Sonntag den 6. December: Die Journalisten. Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde. Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, 1. Jo- hannesbnes Kap. 1, von Vers 5 an, Pfarrer Dr. Naumann. Briefkasten. Herrn Dr. T. Ihr Eingesandt kam für die betr. Nummer zu spät und wurde durch das mittlerweile eingetretene warme Wetter vorerst gegenstandslos. Im Weiteren wird für die Folge jedenfalls Ihren gerügten Anständen Abhülfe geschaffen werden. Die Red. Herrn D. Die angebliche Nectisication d. Bl. läßt uns ziemlich kalt. Thatsache rft, M am Samstag Vormittag auf Großh. Ortsgericht Kaufnotul gemacht, daß am 1. ^anuar 1886 15 000 Jt und am 1. Juli 19 000 Jt gezahlt werden. Daß das Objekt vorerst noch stehen bleibt bis das Hofgericht von Seiten des Militärs geräumt ist, wie auch daß die Stadtverordneten ihre formelle Sanition dieses Kaufes geben müssen, ist doch so klar, daß man sich wundern muß, wie da eine Rectification nur noch möglich ist. Oder sollte vielleicht ein des Projektes Mißgünstiger seiner Idee Ausdruck gegeben haben? WerheUche Eisenbahnen. Am 1. December d I tritt der Nachtrag 11. zum Gütertarif Elberfeld—Ober- Hessen und der Nachtrag II. zum Ausnahmetarif für die Beförderung von Steinkohlen :c. von Stationen der Eisenbahn- directionsbezirke Köln (links- und rechtsrheinisch) und Elberfeld rc. nach diesseitigen Stationen in Kraft. Ueber den Inhalt dieser Nachträge er- theilen die letzteren Auskunft. 8576 Gießen, den 27. November 1885. _______Großherzogliche Direktion._______ Mittwoch den 2. December, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraihe dahier 2 /©ecretäre, Kommoden, Kleiderschränke, 1 Regulator, 1 Bettlade, Tische, Sopha's, 1 Pferd, 1 Stoßkarren, 1 Spiegel, 4 Bilder, 2 Betten, 1 Waschkessel, 1 Rind, 3 Wagen Heu, 5 Malter Kartoffeln meistbietend versteigert werden. Gießen, den 30. November 1885. Geißler, 8574 Gerichtsvollzieher. JeikgeSotenes. Neu: „Messalina44 Feinstes bisher unübertroff. Parfüm der Saison. Aecht bei F Weicker, Fris. [8555 Prima Schott. Häringe (sehr grob) pr. Stück 4 Pfg., 100 Stück 3 Jt. bei 8564 ! den Umsang des befreit. Den Lai ein gewisser Spie I Wegs aus. Die I kümmern des Lar zielen, daß durch Eintragspslicht geg r Pesth, 28 ; als MWrprNd i Kardinals ß ! gegen die । Atzung bat. Tis 1 J Edigen wisse ; S ^usesüonen , W Aeamte und Ä 5°t M«, 1 ? Adv««,