Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Nx. 2SS Drittes Blatt Sonntag den 1. November ■ M IHM »ietteljShrttch 2 Matt 20 Pf. mir Brttrqrrk§» Durch die Post bezogen vietteljährlich 2 Mar! 5f$ Ps. Erscheint ILchttch mit ÄwOn^nw M MsrrtetgS. r SchulPraße 7. m KWWLJKXa KSKSSK 8SBCS6ffK»«eH>«SK»JD 8SBGI c f“1 gutes also mit der päpstlichen Vermittelung in ihr entscheidendes tritt Honen einstweilen i. Zimmer Ji 1 ■ s .... m. 10 Neuftadt^^, der sind am Montag erfolgten Vertagung des österreichischen aus dem parlamentarrschen Felde in Oesterreich die Delega- allein geblieben und erst gegen Ende November wird das deutend ist, Stadium. Mit Reichsrathes wegung — die nunmehr zum Austrage gelangt ist, denn die noch erfolgenden Wahl-n der Abgeordneten selbst werden ja nur aus Grund der Urwahlen Prinz Albrecht von Preußen, der neu gewählte Regent Braunschweigs, wird — wie jetzt seststeht — am Montag, den 2. November, seinen feierlichen Einzug in seine künftige Residenz halten und sind in Braunschweig die umfassendsten Vorbereitungen zu einem festlichen Empfange des neuen Landesherrn getroffen worden. — Der braunschweigische Landtag nahm in der am Mittwoch ftattgefundenen Sitzung den Bericht seiner nach Camenz in Schl, entsandten Deputation über ihren Empfang beim Prinzen Albrecht von Preußen entgegen. In der nächsten, aus diesen Samstag anbecaumten Sitzung des Landtages soll über dis Feierlichkeiten zum Empfang des Prinzen Bericht erstattet werden. Zur Karolinen-Afsaire verlautet, daß die vermittelnde päpstliche Note dieser Tage in Berlin wie in Madrid übergeben worden ist. Diese, die nicht nur direct betheiligten Mächte und Länder, sondern überhaupt ganz Europa in Spannung erhaltende Frage, welche doch an und für sich so unbe- parlamentarische Leben in Cisleithanien sich wieder stärker geltend machen, da alsdann die verschiedenen Einzel-Landtage zusammentreten. Daß die stürmischen ©eenen, welche das österreichische Abgeordnetenhaus wiederholt erregten, in den Delegationen ein ebenso leidenschaftliches Echo finden werden, steht nicht zu befürchten, obwohl dieselben sich mit den gleichen Fragen wie das Parlament selbst zu befassen haben. So wurden in der Mittwochssitzung des Heeresaus- schusses der ungarischen Delegation vom Delegirten Beöthy die nationalen Zwistigkeiten in der Armee zur Sprache gebracht, welche indessen vom Kriegsminister Bylandt als unbedeutende Wirthshaus-Rencontres dargestellt wurden. Mit den drastischen Schilderungen, welche Abg. Knotz im Abgeordnetenhause von den blutigen Raufereien zwischen deutschen und czechischen Soldaten entwarf, contrastirt die harmlose Darstellung des Kriegsministers freilich sehr auffällig. In Dänemark, wo der Conflict der radikalen Partei mit dem Ministerium Estrup die Bevölkerung in immer größere Aufregung versetzt, scheint sich die Negierung auf ernste Ereignisse vorzubereiten. Hiervon zeugt der Erlaß des Gesetzes, welches die Bildung eines vollständig militärisch organifüten Gensd'ar- merie-Corps verfügt, da, wie es bezeichnender Weise in den Motiven heißt, die Civilbehörden in die Lage kommen könnten, umfangreichere militärische Hilfe zu requiriren, als es der Militärdienst gestattet. Vielleicht hat man in diesem Gesetz den Vorläufer weiterer außerordentlicher Maßnahmen der dänischen Regierung zu erblicken, zu denen das Attentat auf den Ministerpräsidenten Estrup wahrscheinlich den Anstoß gegeben hat. Aus Frankreich ist eine bonapartistische Kundgebung zu verzeichnen, welche von Niemand Geringerem als dem dermaligen Chef der französischen Imperialisten, dem Prinzen Victor Napoleon, ausgeht. Derselbe veröffentlicht im „Figaro" eine Art Programm, welches sich sowohl gegen die Republikaner, wie auch gegen die Royalisten, die Bundesgenossen der Bonapartisten in dem soeben beendigten Wahlfeldzuge, wendet. Ob hieraus auf ein selbstständiges Operiren der Orleanisten und der Bonapartisten in der bevorstehenden Session der Deputirtenkammer zu schließen ist, muß noch abgewartet werden. die Special-Etats des Reichsheeres und der Marine nicht unbeträchtliche Mehr- forderungen gegenüber dem letzten Budget ausweisen; es sind aber alles noth- wendige Ausgaben im Interesse der Erhaltung und Erhöhung der Kriegstüchtigkeit des Heeres wie der Marine, und es steht darum zu hoffen, daß auch die Parteien der Linken zum überwiegenden Theile nicht gegen bie Mehrsorderungen in diesen Etats sein werden. Bald nach seinem Zusammentritte wiro sich der Rüchstag auch über die Verlängerung des Socialistengesitzes schlüssig zu machen haben, welches im Herbste des nächsten Jahres abläuft. Als weitere Aufgaben der bevorstehenden Reichstagssesston erscheinen die fernere Ausbildung der social- politischen Gesetzgebung, insbesondere des Unsalloerstcherungsgesetzes, Verminderung der Gerichtskosten, das — wenigstens zu erwartende — Gesetz über die Sonntagsruhe, die Vorlage über die Wiedereinführung der Berufung in Strafsachen u. s. w. Der preußische Fiscus hat den ersten seiner zahlreichen Diäten- processe, die er gegen verschiedene deutschfceistnnige uno socialdemokratische Reichstags'Abgeordnete angestrengt — behufs Herauszahlung der von diesen bezogenen Parteidiäten — verloren. Vom Landgericht in Halle a. S. ist bei Fiscus mit seiner bezüglichen Klage gegen den socialdemokratischen Reichs- trgsabgeordneten Hasenclever abgewiesen und in die Kosten verurteilt worden. Man darf hiernach annehmen, daß auch alle anderen Diätenprocesse einen ähnlichen Ausgang nehmen. ■Sanier ju vermiet^ Wochen - Ueberficht. Gießen, 31. October. Dem Kaiser ist der Herbstausenthalt in Baden-Baden auch in diesem Jahre vorzüglich bekommen und erfreut sich der hohe Herr auch nach seiner Rückkehr nach Berlin fortgesetzt des besten Wohlbefindens. Außerdem zeigt der Kaiser eine geistige Frische, die alle Personen, welche das Glück haben, in seiner Nähe zu wellen, bei dem hohen Alter des alloerehrten Monarchen, in das freudigste Erstaunen versetzt. — Am Freitag hielt der Kaiser die erste Hofjagd nach der Rückkehr aus Süddeutschland ab, und zwar in der Schorf- haide; an derselben nahmen außer den in Berlin anwesenden königlichen Prinzen von fürstlichen Gästen König Albrecht und Prinz Georg von Sachsen und der Herzog von Anhalt Theil. Von politischen Wochen-Ereignissen nahmen die am Donnerstag ftattgefundenen Urwahlen zum preußischen Abgeordnetenhause die erste Stelle ein. Zur Stunde ist durch den Telegraphen bereits ein Theil der Wahlen bekannt geworden, eine vollständige Zusammenfassung der Resultate wird sich aber wohl erst in nächster Woche ermöglichen lassen, da noch jeder »r gjnze Tag das Tableau der Wahlen vervollständigt, und da namentlich die Ermitte- lang des Wahlergebnisses in den ausgedehnteren ländlichen Wahlkreisen ersah- :u rungsmäßig nicht allzu schnell vor sich geht. — Heber die preußische Wahlbe- tot& Laden mit Logis l< zu vermiethtN» . r#fl M* UtrniiW ] * Riß", litte Mm" , Ft Larrdes - Baugewerkschule Darmstadt. Die Lande- Baugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihren zehnten Jahre--CursuS am 16. November L I., welcher 4 Monat', also bis zum 15. März 1886 andauert. Dieselbe soll, zwischen Handwerkerschule und technischen Hochschule die Mitte haltend, insbesondere Bauhandwerkern, sowie Maschinen- und Mühlen- bauern, Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntnisse und die nothwendigen Fertigkeiten im Zeichnen und Entwerfen von Plänen für die praktische Ausführung zu erwerben. Auch soll die Baugewerkschule zur Ausbildung von Werkmeistern, Parlieren, Bau- aufsehern rc. dienen. Der Unterricht wird an den Werktagen während der ganzen Tageszeit ertheilt. — Die Schule umfaßt 2 Klaffen mit folgenden Unterrichtsgegenständen : Freihand- und geometrisches Zeichnen, darstellende Geometrie (einschließlich Schattenconstructionen und Perspective), Bauconstructionslehre (einschließlich Stabilitäts- und Festigkeitsberechnungen), Elemente der Maschinen-Constructionen, Fachzeichnen, Entwerfen von Bauanlagen, kunstgewerbliches Zeichnen, technisches Rechnen, Algebra, Geometrie, Feldmeßkunde (einschließlich Planzeichnen), Materialienkunde, gewerbliche Buchführung, Theile der Bauführung mit Anfertigen von Kostenvoranschlägen, Grundlehren der Physik und Mechanik, Modelliren in Thon, Holz rc. Die Unterrichtslocale befinden sich Neckarstraße Nr. 3, unfern von den Bureaulocalitäten, der Bibliothek und der technischen Mustersammlung des Großherzoglichen Gewerbvereins, so daß die letzteren von den Schülern besucht und geeignet benutzt werden können. Bedingungen zur Aufnahme sind: 1. Für die untere Abtheilung, die R. Klaffe: In der Regel werden nur solche Schüler ausgenommen, welche eine mindesten- einjährige Beschäftigung in einem technischen Gewerbe nachweisen können; Ausnahmen hiervon werden nur in besonderen Fällen gestattet. Von den Auszunehmenden wird nur der Nachweis der Kenntnisse verlangt, welche den von der Oberklaffe einer Volksschule Entlassenen zukommen sollen. 2. Für die obere Abtheilung, die II» Klaffe, muß außerdem der Nachweis ausreichender Kenntniß der niederen Arithmetik, einer angemessenen Fertigkeit im Freihand- und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösung einfacher Ausgaben der darstellenden Geometrie, und der Befähigung, sich im Deutschen gehörig schriftlich verständlich machen zu können, geliefert werden. Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit 30 Mark und ist beim Beginn des Curses vorauszubezahlen. Anmeldungen zur Ausnahme wolle man möglichst frühzeitig und längstens bi- zum 31. Oktober l. A. schriftlich bei der unterzeichneten Stelle oder auch mündlich auf dem Büreau derselben — Neckarstraße 3 im HL Stock bewirken. Darmstadt, den 15. September 1885. Großherzoaliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein. _____________________________Fi n k. V u s ch. bL Simmtr, I. Stocks 12 5bL Wmer iflFtoö ■öblirteö Zimmer zu vir- —, Herweg Ä Zimmer zu oermieth cküaße 14, Häbenbon«. J« Zimmer zu vermichn d u. -)» bei Jug, Mi. dlichcs mödlirtes ZinMr Näheres nhossttaße 66, 2. SU »blirtes Stübchen zu rc ______Mgelsgirfsc^ rle Zimmer zu vermichn. derdert, Neuenweg 3a bl. Zimmer zu oerniidto- iner, tzrünbergerstrch. - mit Schlafzimmer, gicl in oermielhcn. yrünbirgtrftraiie 2811 3'unmer nebft M i . ffranffiirttri'tr. 63. !5 Zimmer mit (Sahintc ileichstrLtzt 11, U- St möbliit w umbbIR rrün'tz Karten. zr»ges, schon niöblkti niethen- Äestanlage 11, U. Hödlirtes Zimmesvm Noll, Bahnhofstraki^ —Simmet zü^vermie^ Kreuzplatz^l. ier Äula citz gut möblis miethen- , . , -.i |; u studwigltt. diönt3 möbl. Mittplah/. ’d Uwe, vollzogen — hinweg richtet sich der Blick der kommenden Reichstagssession FreU'1. 3», entgegen, da nunmehr bie Einberufung des Reichstages auf den 19. November X officiell bekannt gemacht worden ist. Das oberste deutsche Parlament wird sich " D£r auch in der kommenden Session mit einer Reihe nicht unwichtiger Vorlagen zu beschäftigen haben. Zunächst dürste sich der Reichstag, wie immer, mit dem im Blmdesrathe bereits fertig gestellten Reichshaushalts-Etüt befassen. Die Hauptziffern desselben sind bekannt und wollen wir nur nochmals hervorheben, daß iacl koDD6*1 Ihieii* Die in Paris wieder versammelte lateinische Münz- Conferenz hat ihre Arbeiten nahezu vollendet. Frankreich, Italien, Griechenland und die Schweiz haben beschlossen, eine neue Münz-Union ohne Belgien zu bilden, falls letzteres den Beschlüssen nicht zustimmen sollte. Da die ersten vier Staaten sich über die sogenannte Liquidationsklausel nahezu geeinigt haben, gegen deren Aufrechterhaltung sich Belgien ganz entschieden erklärt, so kann man wohl den Austritt dieses Staates aus der lateinischen Münz-Convention als sicher betrachten. Die Wahlcampagne jenseits des Canals, welche mit echt englischem Phlegma vor sich geht, wird am 24. November ihren Abschluß erhalten, denn an diesem Tage finden die Neuwahlen zum britischen Parlamente statt; die Auflösung des alten Parlaments — eine bloße Formsache — erfolgt am 18. November. Die Parlamentswahlen in England vollziehen sich in diesem Jahre zum ersten Male auf Grund der Wahlresormbill, durch welche zwei Millionen Wähler mehr als bisher an die Urne berufen werden. Es ist in Folge dessen nicht unniöglich, daß bei den bevorstehenden Wahlen die Parteiverhältnisse im englischen Parlamente eine gänzliche Umgestaltung er- leiden. — Die Erniordung des Königs Thibau von Birma, welcher bekanntlich mit der engstsch - birmanischen Handelsgesellschaft in Streit gerathen. ist, wodurch die Engländer zu einer eventuellen Expedition nach Birma veranlaßt werden, hat sich nicht bewahrheitet, ebensowenig wie die Nachricht vom Ausbruche einer Revolution in Birma. Es werden wohl vorläufig alle über den englisch-birmanischen Conflict eingehenden Nachrichten mit Vorsicht aufzunehmen sein. Die neue Konstantinopeler Conferenz zur Regelung der verwickelten bulgarischen Frage ist am Freitag zusammengetreten, wenn man den diesbezüglichen Konstantinopeler Meldungen trauen darf. Die Diplomatie wird also für die nächste Zeit wieder im Vordergründe der Preßbetrachtungen über die Lage auf den Balkanhalbinsel stehen; hoffentlich sorgt die Conferenz dafür, daß diese Betrachtungen endlich anerkennend für die diplomatischen Friedensbemühungen klingen. Aus Athen wird vom 29. October gemeldet: Die Kammer nahm in der zweiten Lesung die vorgeleglen Gesetz - Entwürze an. Delyanms brachte einen Gesetzentwurf ein, wonach von allen Beamtengehültern und allen sonstigen Zahlungen aus der Staatskaffe 5 pCt. während der Dauer der Mobilmachung abzuziehen sind. Von der Marine sind weitere R-serven einberufen. Will Griechenland in der Thal den Beschlüßen der Conserenz vorgreifen? • Die Angelegenheit der Sonntagsarbeit. Die von Neichswegen anfleorbnete Enquete über die Frage der Sonntagsarbeit ist noch immer nicht zum Abschluß gelangt und es läßt sich daher auch ein Gesammt- überblick über die Ergebnisse dieser Untersuchung noch nicht ermöglichen. Indessen liegen doch schon eine Reihe von Einzelberichten hierüber aus den verschiedensten Theilen Deutschlands vor und diese Berichte lassen erkennen, wie groß die Schwrerig- keiten sind. welche einer Regelung der „Sonntagsfrage" auf gesetzgeberischem Wege entgegenstehen, denn die widerstreltendsten Anschauungen nnd Ansichten werden in diesen Berichten über den in Rede stehenden Gegenstand laut. So viel laßt sich aber doch schon in diesem Streite der Meinungen und Interessen erkennen, daß das Bedürfnis; der Sonntagsruhe in allen Kreisen vorhanden ist unb daß es sich mir hauptsächlich um das Wie? handelt, diesem Bedürfniß Geltung zu verschaffen, ohne zugleich die Interessen zahlreicher industrieller und gewerblicher Zweige, bei denen die Sonntagsarbeit noch eine hervorragende Rolle spielt, empfindlich zu verletzen. Es begreift sich, daß es ungemein schwierig ist, in diesem scheinbar regellosen Wirbel von sich bekämpfenden Interessen eine Grundlage, einen Punkt zu finden, von dem aus es möglich wird, allen Forderungen bis zu einem gewissen Grade gerecht zu werden. Würde man alle Sonntagsarbeit verbieten, so müßte man sich bald zur Wiederaufhebung des Verbotes genöthigt sehen. Wollte man gar nichts in der Sache thun, so würde man von Stund' an keine Ruhe mehr in derselben haben. Die ganzen Umstände Drängen also auf einen „modus vivendi“ zwischen Verteidigern und Gegnern der Sonntagsarbeit hin und derselbe dürfte wohl dadurch gefunden werden, daß — abgesehen von gewissen Betrieben, welche, wie die öffentlichen Verkehrsanstalten, gar keine Pausen vertragen — die Sonntagsarbeit in allen Geschäften , Etablissements, gewerblichen Unternehmungen u. s. w-, in denen bezahlte Arbeiter oder Beamte thätig sind, untersagt, dagegen solchen Betrieben, in denen nur die Unternehmer selbst Sonntags thätig sind, erlaubt wird. Man würde dadurch zunächst erreichen, daß die großen Fabrikbetriebe mit ihren Hunderten und Tausenden von Arbeitern am Sonntag zu Gunsten der kleinen Handwerker und Kaufleute stillgestellt werden. Ganz abgesehen davon, daß hierbei die bedenkliche Ueberproduction der großen Fabriken, die sich heutzutage in vielen industriellen Branchen bemerklich macht, wenigstens in etwas beseitigt wird, würde eine solche Maßregel den kleinen Geschäftsleuten, die ja so schon mit der fast erdrückenden Eoncurrenz der Großindustrie schwer zu kämpfen haben, am Sonntag entschieden zu Gute kommen. Freilich ist dann die Frage immer noch offen, wie denn der Arbeiter einen Ersatz für seinen Lohnausfall am Sonntag finden, wie er diesen Ausfall, den er in seinem Verdienste erleidet, decken soll. Wird die Großindustrie sich geneigt zeigen, den Sonntagslohn weiter zu zahlen, auch wenn sie von Gesetzwegen gezwungen würde, auf die Sonntagsarbeit zu verzichten? Und wenn in letzterem Falle die Großindustrie gesetzlich veranlaßt werden könnte, dem Arbeiter den Lohnausfall zu ersetzen, würde dies nicht für sie große finanzielle Opfer bedeuten? Dies ist allerdings einer ber heikelsten Punkte in ber Frage der Sonntagsarbeit, resp. Sonntagsruhe, unb jebenfalls wirb bereu praktische Lösung nach bieser specicllen Richtung hin sich nur schrittweise erreichen lassen, baß sie sich aber erreichen läßt, kann schon heute als feststehenb betrachtet werden und hoffentlich wird eine nicht mehr ferne Zeit auch das Wie? bringen. Von einer starren Durchführung der Sonntagsruhe, wie unsere Sonntagsfanatiker wollen, kann überhaupt keine Rede sein. Selbst für bestimmte, enge Kreise ist dies nicht möglich, stets treten unvorhergesehene Fälle ein und das Leben läßt sich nun einmal nicht vollständig in bestimmte Regeln zwängen. Ebenso ist aber auch diejenige Anschauung, welche auf die Sonntagsruhe ganz verzichten will, weil sie sich nicht stricte durchführen läßt, entschieden zu verwerfen, schon deßhalb, weil die lieber: zeugung von der Nothwendigkeit einer wenn auch nur theilweisen Abschaffung der Sonntagsarbeit sich nicht mehr bannen läßt. Es tritt uns auch hier wieder die alte Wahrheit entgegen, daß die extremen Wege noch nie zum Heile geführt haben und so wird man denn auch in der vorliegenden Materie schließlich die bewährte goldene Mittelstraße einschl«gen müssen. Sicher wird man auf derselben auch zum ersehnten Ziele gelangen, jenem Ziele, welches am meisten der altehrwürdigen Vorschrift entspricht: „Sechs Tage sollst Du arbeiten, am siebenten aber ruhen!" und die in unserer nervösen, hastenden, geldgierigen Zeit leider nur allzu sehr vergessen worden ist. Allgemeiner Anzeiger. Cokes. Gegenwärtiger Preis in der Gassabrik: Stückcokes Mk. -.95 pr. Ctr-, Nußcokes für Stubenheizung, zerkleinert „ 1.05 „ „ Der Transport an das Haus erfolgt von der Gasfabrik aus bei Abnahme von mindestens 5 Centner, von Herrn Emil Pistor auch in kleineren Quantitäten.__7267 MMNMM Gieße«: A Darmstadt: Seltersweg und Pl-ck- Bl I JgsRM£|| Ernstludwigstraße straßen-Ecke. Nr. 9. 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