des Fsstzuges, sodann der Gesangverein „Liedertafel" unter seinem Dirigenten Herrn Zander. Demselben schließt sich da» Mnsik-Corp« de» Kaiser Alexander- Regiments, welche» der Studentenschaft vorausmarschirt, an. Die Studentenschaft arcangirt sich in 4 Gruppen, und zwar zunächst der Ausschuß der Stu- direnden der Universität Berlin in zwei Gala > Equipagen, geleitet von zwei Chargirten zu Pferde. Sodann ebenfalls in Galawagen Deputationen der Universität Bonn, Breslau, Freiburg, Gießen, Greifswald, Halle, Heidelberg, Jena, Kiel, Königsberg, Leipzig, Marburg, München, Münster, Rostock, Straßburg und Würzburg. In der 2. Gruppe marschiren 7, in der 3. Gruppe 9 akademische Gor« porationen, denen sich in der 4. Gruppe 8 weitere studentische Körperschaften anschließen. Diesen Gruppen folgen die Studenten der technischen Hochschule, der Bergakademie, der landwirthschaftlichen Fachschule und der Beterinär-Medicin. Die Regiments-Capelle des Kaiser Franz Garde-Regiments, unter Leitung des Königl. Musikdirigenten Herrn Saro, bildet den Uebergang zu den Studirenden der Kunstakademie, die mit ihrem Triumphwagen den Glanzpunkt des ganzen Zuges bilden werden. Ihnen schließen sich die Ruderer und Segler in Coftunr än. Es folgt sodann die Regiments-Capelle des 1. Garde-Feld-Artillerie-Regi« ments zu Pferde mit den Deputationen der Bürgeroereine des 1. Reichstags« Wahlkreises; dem 2. Reichstags-Wahlkreise reitet das Musik-Corps des Garde« Kürassir-Regimcnts voran. Dasselbe wird sich in prachtvollen Costümen aus der Zeit Friedrichs des Großen präsentiren. Weiter wird in diesem Wahlkreise ein imposanter von der Tivoli-Brauerei gestellter Bierwagen und der Verein der oberen Friedrichstadt, dem zweispännige Postkutschen voransahren und Ritter vor« reiten werden, auffallen. Ihm schließen sich die Deputationen au» dem 3. und 4. Wahlkreise mit der RegimentS-Capelle de» 1. Garde-Dragoner-Regiments zu Pferde an. Es folgen die Deputationen von 35 Innungen mit der Regiments- Capelle des 2. Gaxde.Dragoner-Regtment» zu Pferde. Der Deputation der Bürgervereine des 6. ReichrtagS-WahlkretseS fchließt sich die Chemische Fabrik auf Actien mit 100 Magnefiumsackeln an. Den Schluß bildet ein 60 Mann stades Mvstk Corps zu Pferde, Den Comitö-Mitgliedern ist für diesen Abend das Degentragen gestattet. Bei dem Vorbeimarsch vor dem Palais des Kronprinzen werden sämmlliche Capellen den Hohenfriedberger Marsch intoniren, während vor dem Palais des Kaisers das „Heil Dir im Siegeskranz" angs« stimmt wird. — Aus vielen Theilen des Landes ergehen Anfragen, um den Tag genau zu erfahren, an welchem der Reichskanzler Fürst Bismarck vor 50 Jahren in den Staatsdienst trat. Aus Grund zuverlässiger Feststellungen können wir mittheilen, daß der Reichskanzler am 4. Juni 1835 als Auscul- tator vereidet wurde. An demselben Tage des laufenden Jahres wird also das 50jährige Staatsdienst-Jubiläum stattsinden. (Neueste Rachr.) Arankreich. Paris, 30. März. Sitzung der Kammer. Eine zahlreiche Menge findet fich vor dem Beginn der Sitzung vor dem Palais Bourbon, doch geht er ohne Ruhestörung ab. Wegen der Berathung der Gruppen hat sich der Anfang der Sitzung verzögert. Ferry erscheint um 2 Uhr 35 Min. im Sitzungssaal, der leer ist, und geht wieder. Präsident Briffon eröffnet die Sitzung um 3 Uhr. Ferry lieft: Die Hoffnungen, welche die Depeschen Briöre's am Samstag erweckt, haben sich nicht verwirklicht. Langfon ist geräumt, aber der Rückzug ist langsam vor sich gegangen. Reue Pflichten sind erwachsen. Die Generale sind überrascht worden. Langson muß wieder genommen werden unserer Ehre vor Europa wegen. (Beifall im Centrum, Widerspruch rechts und links.) Wir verlangen einen außerordentlichen Credit von 200 Mill, und die sofortige Ernennung einer Commission, der die Regierung nähere Erklärungen geben wird. Wir betrachten das Votum des Credits keineswegs als Vertrauensvotum. (Großer Lärm. Dis Rechte schreit: * la Porte! Clemenceau und Delafoffe stehen auf der Tribüne.) Clemenceau betrachtet die Minister als Angeklagte. Er legt eine Interpellation über die Dinge in Tongking vor und beantragt eine Tagesordnung dahin, alle Credits dem gegenwärtigen Ministerium zu verweigern, doch solle der Kriegsminister sofort die nöthigen Maßregeln treffen, bis em neues Ministerium ernannt ist. Duval wiederholt Clemenceau's Erk arung für die Rechte. Ribot: Wir dürfen dis Stellung in Tongking nicht au,geben und werden die Credits votiren. Es ist dies das erste Mal, daß eine Regierung Frankreichs in einem solchen Moment einen Credit fordert, ohne Vertrauen zu verlangen. Ribot legt eine Tagesordnung nieder, die bedauert, daß die Regie- rung nicht die Wahrheit gesagt. Ferry veranlaßt die Abstmimung uber dle Priorität der Credits oder der Interpellation Clemenceau. Die Kammer ver wirft dis Priorität der Credits mit 303 gegen 161 Stimmen. F^ry Abt hierauf Namens des Cabinets die Demission, das Cabmst zieht sich sofort zuruck. Delafoffe beantragt den Proceß gegen die Minister Laffant ebenso. Dw Dnng. lichkeit des Antrags wird jedoch verworfen mit 304 gegen 161 Stimmen. m,,i8 30 TOS:.. Kammer. Cl-m-nc-au zieht seine Interpellation zurück, weil bOdbe durch den Rück,ritt d-S Cabinets a-g-"Ü->ndSI°s °^°^-n f-t. Bris °n K^mm-r^Ächlietzt^ «ms-Antrag Langlws ^dte^Eommisston^fürbdte Tonak n^CrE s/or^zu -rn-nn-n und o-itagt die -uf Di-vStag angefetzte Ernennung der Budget-Commts^n. ,!ne Interpellation über die Ding- in Tongking an, bf. )7dnF,u?ück-?bt nachdem Tirard den Rücktritt des Eabinets angekündigt. Die ? si-nwabl^wurde v s Dienstag verschoben. Man hofft, das neue Ministerium werde Ribot, S°y werden als Eandidaten genannt. ien bis }t 1 bet. lingt 'ki zu erlernen, edmgungen so- len. t» Gärtner, r-Gießen.__ ng! i, Mm! »o-mrm Hlil lten umaefomt ch gefälligst in Fe 3. DasM te Forum nr lechten zu c- BluvmM n nach (tbtt bv ch schöner unb prompt inner: einen Stroh- * ft w CM itr Tirohhot» zu gehen- chtungsvoü *rtrand. ^^Zimmeru '"e Familie zu > B n ■> F 5 ftawfint d-k I M <«te« han>» yreiit Zf \#> 77. Mittlvoch dm 1« April 188» Kichmer Anzeiger Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. -----------------------------------—--- . „ ~ \ ” Preis vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit «nngfrlchN ßAuIfttafce 7. Erscheint täglich nut Ausnahme des MontagS. Turch die Post bezogen viertcljährlicb 2 Mark 50 Pf. Dem Fürsten Bismarck! Gießen, 1. April. Die deutsche Nation hat Ursache, den 1. April 1885 mit fröhlichem Danke und stolzer Freude zu begehen. An diesem Tage feiert unser leitender Staatsmann, Fürst Bismarck, dem wir nächst Gottes Fugung die Wiedergeburt des deutschen Reiches verdanken, seinen 70jährigen Geburtstag rnib sein 50jähriges Dienstjubiläum. Auf zwei volle MenschenaUer blickt der eiserne Kanzler zurück, von denen das eine seiner Ausbildung, ferner ausgezeichneten Schule ver politischen Erfahrung und das andere dem ununter- brodtenen. siegreichen Kampfe für des deutschen Vaterlandes Einheit und Macht, Größe und Herrlichkeit geweiht war. Einem Manne, wie dem Reichskanzler, der fein ganzes Leben dem Dienste des Vaterlandes mit solchen Erfolgen, solcher Ausovferunq gewidmet, der feierlich vor dem versammelten Reichstage einst gelobt hat im Dienste für Kaiser und Reich, auf der Bresche, kämpfend bis in den Tod, sterben zu wollen, schlagen die Herzen aller Patrioten entgegen und selbst Diejenigen, welche sich als dis politischen Gegner des Reichskanzlers ge« beiden, werden diesem Staatsmanne Hochachtung und Bewunderung mchk ver« il,9Cn Fürst Birmarck'S RuhmeSihaten, von denen die ganze Welt erfüllt ist und denen die Geschichte bereits stattliche Bände gewidmet hat, aufzuzählen, ist hier überflüssig, auch der einfachste Mann weiß, was der Reichskanzler für da» Vater- land gethan hat. Wohl geziemt es sich aber, an dem großen Ehrentage de» Fürsten derjenigen Eigenschaften zu gedenken, die ihm sem erhabene» Werk vollenden halfen. Zunächst waren es des Fürsten Bismarck glühende, mächtige Vaterlandsliebe, fein edler Nationalstolz, feine hohe, gottbegnadete Einsicht, welche ihn das ungeheuere nationale Weh' und Ungemach. mit denen Deutfchlano bis 1866 rang, so eindringlich zu Herzen führten, daß er al» Bevollmächtigter Preußens zum ehemaligen Bundestage den eben so kühnen, al« ausgQeidjneten Plan entwarf, wie man Deutschland zur nationalen Einheit und Macht verhelfen könne. Und als nun Der große Kamps begann, da war es der echt Deutsche Muth, die eiserne Beharrlichkeit, das Vertrauen aus Gott, der eine qerechte Sache beschützt, die dem Kanzler vorwärts halfen, dis ihm zumal die hohe, zum Gelingen des Werkes ganz unerläßliche Gönnerschaft unseres mit gleicher Liebe und Einsicht für die Beseitigung der Ohnmacht des Vaterlandes erfüllten Kaisers verschafften. Und das hohe Werk gelang auf das Erfreulichste, Alles, was sich dem nationalen Einheitswerk entgegenstellte, wurde beseitigt oder zermalmt und nach den Kriegsjahren wurden bann die Kämpfe um die innere Macht und Einheit des Reiches sortgesührt. Doch Fürst Bismarck ist nicht nur ein Kämpfer und Streiter, in den letzten 10 Jahren hat er üch ganz im Einverständniß mit unserem erhabenen Kaiser, auch den Ruhm eines Versöhners und Vermittlers in allen den Frieden sördernden Angelegenheiten erworben. Dank dieser meisterhasten Versöhnungspolitik ist das ansäng« liche Mißtrauen gegen das machtvoll emporgewachsene deutsche Reich verschwunden und säst alle Mächte der Erde fühlen sich jetzt Deutschland, dessen genialer Staatsmann schon manchen internationalen Zankapsel glücklich beseitigte, zu Dank verpflichtet zwei der mächtigsten Staaten, Oesterreich und Rußland, befinden sich sogar mit dem deutschen Reiche in innigem Freundschastsbunde. Nur ein Wunsch beseelt am 70. Geburtstage des Fürsten Bismarck alle Patrioten, daß der hochverdiente Staatsmann noch recht lange dem Vaterlande erhalten bleiben und noch Viele« zur inneren Kräftigung des Reicher beitragen möge. Deutschland. Darmstadt, 30. März. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 18. März den Rechtsanwalt Dr. Karl Muhl in Gießen mit Wirkung vom 1. April d. Js. an zum Vorstand des Erbschaftssteuer-Amtes unter Verleihung des Charakters als Finanzrath, an dems. Tage den provisorischen Gymnasiallehrer Dr. Georg Ihm aus Darmstadt zum Lehrer an dem Gymnasium zu Bensheim, an dems. Tage den Locomotivsührer bei den Oberhessischen Eisenbahnen, Georg Step Hany, zum Werkmeister bei diesen Bahnen zu ernennen. Darmstadt, 30. März Das Großherzogl. Regierungsblatt Rr. 3 enthält: , , 1. Allerhöchste Verordnung über die Ausführung des Gesetzes, bie Erb- schasts» und Schenkungssteuer betreffend. 2. Instruction zu dieser Aussührung. Berlin, 29. März. Zu den Auszeichnungen, welche Fürstenhuld dem Jubilar, Reichskanzler Fürsten Bismarck, zugedacht haben, ist eine weitere hohe Decoration gekommen. König Albert von Sachsen hat- demselben die Insignien des Ordens der Rautenkrone in Brillanten verliehen. Das F-starrangement zu dem am Dientag Abend stattfindenden Fackelzug ift wie folgt sestgestellt: Es werden sich auf den ausgesprochenen Wunsch des Fürsten v. Bismarck, daß der Zug nicht eine ermüdende Länge habe, von allen Vereinen und Corporationen sich nur Deputationen betheiligen, und ist es so gelungen, ein vollständiges Bild zu entrollen, ohne die Zuschauer zu ermüden. Eröffnet wird der Zug von einem Herold und vier Trompetern in altdeutschem Kostüm. Ihnen folgt in vierspännigen Gala-Equipagen das Central-Comitä — D'e Kammer wählte tu ble Tongktng - Comm'sfion 10 Mitglieder, die für dir Credlte ftimmtn werden, vordehaltl.ch der Erktäruvg'u deS neuen Mlwftermms. Pertn Ist für Aufgebung d S Tongkings, jtifcot lehnte c ne Ganbiootur für die Commission ab. Floqurt, Lockroy, Lamssan, Roche und Germain wurden gev-ählt. Frey- cinit wird versuchen, ein Ministerium aus allen republikanischen Gruppen zu bilden. SLy soll daS Ministerium der Finanzen nfufiit haben, Rtdot wird das Mlniüermm der Finanzen oder der Justiz erhalten, Billot daS deS Kriegs, Rouvter und Cochery bleiben. — Greoy coofertrte aut Freyciurt, Brisson, Soy und Floqurt. Die Auf- regung in Paris Ist sehr lebhaft, sie wurde aber durch Ferry'S Sturz gedämpft. (F. Z) Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorrespondenz-^Zurea«. Berlin, 30. März. Se. Moj.'stät der Kaiser conferlrte heute Nachmittag mtt BlSmaeck. Paris, 30. Marz. Die Suezcanal-Commtffion eröffnete heute im Ministerium deS Äeußercn ihre Satzungen. Ferry Huß die Delegirten willkommen, er wies auf den friedlichen und humanen Zweck der Berathungen hin. durch welche Europa den toter, nationalen Charocter deS Canals bestimmen wolle. Paris, 30. März Drputirtenkammer. Ferry theilt die gestern ouS Laogfoo telegraphirten Nachrichten mtt und bemerkt, daß der Rückzug der französischen Truppen sich tu der größten Ordnung vollzogen habe; die Armee habe sich ©treiiftäften gegenüber befunden, deren Größe man nicht ooraussehev konnte. Die Truppen seien ge- nöthtgt, sich in daS Delia zurückzuztehen und die Defensive zu bewahren. Die seit gestern getroffenen Maßregeln seien nicht hinreichend- ES handle sich darum, die Niederlage von Langfon tm Jntereffe der Ehre Frankreichs zu rächen. Der Ministerpräsident verlangt einen Credlt von 200 Mill. FrcS. und beantragt die Botirung des CreditS von der Debatte über dte m nisterielle Froge zu trennen. Die Worte Ferry'S riefln vielfache und lebhafte Unterbrechungen hervor. Cl^menceau verlangt die Ermächtigung zu einer Interpellation; derselbe billigt dte Credite, vrru.theilt aber daS Ministerium, das gestürzt werden müsie. Duval und Rtbot erklären sich zu allen Opfern bereit, aber erst nach dem Sturze deS Ministeriums; diefelben werfen dem Cabtnet vor, daß eS die Wahrheit verheimlicht habe. Ferry verlangt dte Priorität für die Wohl der Commission zur Berathung der Credttvorlage. Der Antrag wird mit 308 gegen 161 Stimmen abgelehnt und dte Priorität für die von Cismrnceau einzu- bringende Interpellation bewilligt. Ferry erklärt, daß daS Cabtnet unter diesen Umstünden seine Demission gebe. Laisant von der äußersten Linken und Delafosse, von der Rechten verlangen, daß daS Ministerium in Ar.kiagezustand versetzt werde. PariS, 30. März. Die Morgendlätier sprechen sich meistens dahin auS, Energie und Kaltblütigkeit in der Tongking-Angelegenheit zu wahren und den Partei- Hader zu vergessen, um der bedrängten Armee Hilfe zu senden. — Dem „Figaro" zufolge sind am SamStag Befehle ergangen, alle vierten Bata'llone zu mobtltsiren, auch dte Freiwilligen tn allen Regimentern einzuderufen und 5000 Jnscrtbirte der Küstenbewohner auSzuheben. — Verschiedene Fraktionen der Kammer sind vor der Plenarsitzung zu Besprechungen zusammenberufen worden. — Der General Nägrter ist zum DtvisionSgeneral befördert worden- — Die „AgenceHavaS" meldet: Grrvy schlug Brisson vor, ein neues Cabinet zu bilden. Br.sson lehnte ab. Grrvy beschied Fc.yc.ner zu sich u.-b dol ihm den Vorsitz tm neun Cab net an. Freyctnet erbat 24 Stunden Bedenkzeit. London, 30. März. Dte Admiralität hat 5 große Poftdampfer gemiethet, welche tn bewaffnete Kreuzer und Transportschiffe umgewandelt werden sollen — »Daily News" melden, die Regierung habe Mlttheilungen auS Petersburg erhalten, die größere Hoffnungen auf eine friedliche Lösung der afghanische« Streitfrage gewährten, alS noch vor Kurzem möglich geschienen. Dte russische Antwort auf Lord Granvtlle's Depesche set unterw.'gs, ihr Inhalt sei dem Vernehmen nach cm versöhnlicher. London, 30. März. Unterhaus. Fihmaurlce erklärte: Rußlands Antwort sei abgegangen; er kenne noch nicht den genauen Inhalt Wie er höre, nimmt sie den baldigen Zusammentritt der Grenzcommifsion in Aussicht, tn der Hoffnung, durch den Zusammentritt werde sich dte Aufregung auf beiden Seiten legen. Angesichts deryir- töhnltchen Antwort seien krttlrenbe Bemerkungen unerwünscht, da sie eine friedliche Lösung gesährdm könnten. — Dte anglo-deutsche Commission werde die Frage deS Sclavenhnndels tm westlichen Pac fique erwägen und Maßregeln zur Controle empfehlen. — Gorst regte dte Frage bezüglich der Abtretung Helgolands an und hob hervor, daß Helgoland für England weder merkanttlcn noch strategtfchcn Werth habe, während der Besitz der Insel von den Deutschen gewünscht werde. Fitzmaurice erklärt, er glaube nicht daß tn Deutschland besondere Wünsche bezüglich Helgolands vorhanden seien, auch seien keine Beweise dafür, daß die Helgoländer eine Annexion durch Deutschland wünschten, er glaube, daß dte Insel threr geographischen Lage noch eher dänische alS deutsche Sympathien habe; ferner wäre dte Abtretung der Nordseefischerei nach- tbetltg; überdies könnten solche nur durch ParlamentSakre erfolgen, man würde e« aber der Regierung sehr verübeln, wenn sie ein derartiges Ges.tz einbrächte. Nach kurzer Debatte wurde der Gegenstand verlassen. Gibraltar, 30. März. Zebehr Pascha ist mit seinen beiden Söhnen, einem Neffen und zwei anderen Egyptern aus dem Aviso-Dampser „Iris" hier eingetroffen und in einem, dem Gouverneur gehörenden Hause einlogirt worden. Daffelbe wird streng bewacht. Lokale-. Gießen, 31. März. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 2. April 1885, Nachmittags 4 Uhr. 1. Die Quellwasserleitung. 2. Erbauung eines Schlachthauses. 3. Die Turnhalle bettiffenb. 4 Gesuch deS WeißbindermeisterS Philipp Schäfer um käufliche Ueberlaffung städtischen Geländes. 5. Ankauf von Gelände auf der Warthe. 6. Benutzung städtischen Geländes auf der Hohleich. 7. Desgleichen am Wismarer Weg. 8. Unterhaltung deS Pflasters und der Gossen vor dem KreiSamtSgebäude. 9. UeberfchwemmungeU in der StefonSmark. 10. Verpachtung der Wteseckböfchungm. 11. Gesuch deS Bierbrauers Eduard Pöschel um Bauerlaubniß 12. G.such deS SchuhmachermetsterS Ernst Möser um Bauerlaubniß. 13. Gesuch der Handelsfirma Alexander Meyer um Bauerlaubniß. 14. Ausbau der Ostanlage. Gie ßen, 31. März. In der gestern Abend im „Frankfurter Hof" stattaehabten Versammlung hiesiger junger Kaufleute wurde die Gründung einer freien Kranken- UnterstützungSkaffe (HülfSkasse) fast einstimmig beschloffen. ES wurde ein Comttö gewählt und dieses mit Ausarbeitung der Statuten beauftragt, lieber alles Nähere werden wir nächstens berichten. Vermischtes. Dar mstadt, 28 März. Am 26. d M. fand die achte Sitzung des Hessischen EifenbahnbeiratbeS dahier statt. Der erste Punkt der Tagesordnung ,5abrp!8ne* veranlaßte längere Debatten, namentlich über die Fahrpläne der Oberhesfischen Bahnen unb der Hessischen Ludwigs- Eisenbahn. An der DrScussion über den Fahrplan der Oberhesfischen Bahnen bethr l gte sich nsbesondere Herr Silberetseo-Gießen und suchte baS Bedürfniß e nt« F ühzuge» von Gießen nach Gelnhausen der Forderung gegenüber, daß ein Anschluß an Den ersten Zua der Matn-Weser-Bahn von Frankimt und an den ernen Zug der Oberhesfischen Bahn von Fulda gewährt werden müsse, da: zulegen. Nach ausführlicher Erläuterung des Herrn Director Altvater, durch welche, eingehend auf die verschiedenen Wünsche nachgewiesen wurde, daß den sich widerstreitenden Jntereffe« nur mtt Einlegung eines weiteren, fünften Zuges zu genügen sei, eine Vermehrung der Züge über die jetzige Zahl hinaus aber , Z aus allgemein wirthschaftlichen Gründen nicht r.vthwendig und aus ökonomischen Gründen nicht gerechtfertigt erscheine, vielmehr etwa zu bringende Opfer der Pflege deS Güterverkehrs, der Ermäßigung der Güterfrachten, zu Gute kommen sollten, kam man auf den vorjährigen Sommerfahrplan der Linie Glrßen-Gelnhausen als den allgemeinen LerkehrS- Interessen am meisten entsprechend zurück. Bezüglich deS Fahrplans der Linie Gleßeri-Fulda war man mit der in Aussicht genommenen Wiederherstellung deS FrühzugeS von Alsfeld nach Fulda (Zug 1) und Der Aufrahme der Anschlüsse durch Zug 2 von Fulda nach Girßm in Fulda an den Nachtschnellzug von Bedra unb tn Gießen an ben Zug nach Frankfurt, einverstanden; ebenso mit der Zurückweisung eineS an die Großh. Regierung gelangten Antrags, den ersten Zug von Gießen nach Fulda eine Stunde später alS jetzt in Gießen abzaldffen. Herr Luc an-Hanau vertrat die Wünsche der Stadt Hanau bezüglich deS Fahrplans der Strecke Hanau-Frankfurt, insbesondere wegen Emlegung eines Lokalzuges nach Frankfurt, VormtttagS zwischen 9 unb 12 Uhr, Späterlrgung DeS letzten ZugeS von Frankfurt re., wobei derselbe zugleich die Einrichtung einet sogenannten OrnntbuSzugeS befürwortete. Der Vertreter der Hessischen LudwigSdahn, Herr Geh. RegierungSrath Dr. Reinhard tagte eine nochmalige Prüfung dieser Angelegenheit zu. Der Antrag der Handelskammer zu WormS, den Artikel Strohcellulose tm Eisenbahn-Frachttarif deS in- und ausländischen Verkehrs der Holzcellulose gleichzu- stellen, fand die Billigung des EisenbahnbeirathS und soll den Jntereffenten anheim- gestellt werden, sich wegen Bewilligung von Ausnahmetarifen an Dte Großh Regierung zu wenden. Ein weiterer Antrag der Handelskammer zu WormS auf Ermäßigung der Frachtsätze für gelbe Rüben, die als Viehsutter dienen und tn Wagenladungen befördert werden, wurde nach längerer Debatte, an der sich u. a. die Herren Eller- WormS, D i 11 m a r - Mainz und Hirsch-Mainz bethetligten, von dem Eisenbahndeirath angenommen. Das Gesuch deS süd-östlicheu BezirkSvereinS zu Mainz, bei der Feststellung deS Sommerfahrplans daS Anhalten der Schnellzüge an Station Neuthor tn Mainz oor- zusehen, wurde von dem Vertreter der Hessischen LudwigSdahn, Herrn Geh. RegierungSrath Dr. Reinhard als unausführbar avgelehnt. Die weiteren Positionen der Tagesordnung, nämlich ein Antrag auf Erleichterung und Vereinfachung der Paffagierversicherung gegen Eifenbahnunfälle durch Ermöglichung der Versicherung an den Eisenbahnschaltem, und ein Gesuch mehrerer oderhesstschen Gemeinden um Ausgabe von SonntagSbilletS nach allen Stationen der Oberhesfischen Bahnen, fanben nicht die erforderliche Unterstützung. (D. Z.) Handel und Verkehr. Gießen, den 31. März. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pi und M. 0.90— 0.95, Hühnereier pr. St- 5—0^, Enteneier St- 5—6 4, Gänseeier 10—11 H, Käse pr. Stuck 5—9 z,, Kasematte 2—3 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 28 A Tauben per Paar 0,80—1,00 A. Hühner per Stück v»L 1-00—1.50, Hahnen pr. Stücf 1.30—2.00, Enten per Stück -X 2 00—2.50, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 A. Kuh- und Rindfleisch 56—60 A, Schweinefleisch 50—60 A, Hammelfleisch 6-1—70 A. Kalbfleisch 48—50 A. Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00—5.00, Milch per Liter 12—16 A. Zwiebeln per Gentner 5.00— 0.00, Frankfurt, 30. März. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer v*L 19,00—19,25, fremder JL 18,75—19,52, Roggen eff. hies. JL 15,50 15,75, fremder vH. 15,50-16,00, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JL 17,50—18,50, fremde vH 18,50—20,00, Hafer eff. hies. vH. 15,(X)—15,50 fremder vH 15,00^—16,00. — Rüböl, eff. ohne Faß hies. in Parthieu von 50 Ctr. vH 29,50. Branntwein eff. nhne Faß vH 39. Frankfurt, 30. März. Der heutige Viebmarkt war ftar' befahren. Angetrieben waren 374 Ochsen, ca. 12 Bullen, ca. 273 .Kühe und Stirber, ca. 267 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. »/L 66—68, 2. Qual. vH 56—64, Kühe unb Rinder 1. Qual. vH 58—61, 2. Qual. vH 48—52, Kalber 1. Qiml. vH 70—75,2. OuaL vH 60—56 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Kirchliche Anzeigen der Dlndt Wieften. Evangelische Gemeinde. G o t t e § b i e n ft. Gründonnerstag, 2. April. Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heiliges Abendmahl. Charfreitag, 3. April Vormittags 9*/i Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 6 Uhr, Liturgische Andacht, Pfarrer Dingel den. Die am Palmsonntag erhobene Kirchenkollekte für iilländische evangelische CK- meinben in üorwiegenb katholischen Orten ertrug 31 vH 85 Am 1- Dfterfeiertag wirb nach beiben Gottesdiensten eine Kollekte für die Armen unserer Gemeinde erhoben. Am 2. Oster feier tag, Nachmittags 2 Uhr, findet Vorstellung unb Prüfung ber zu conftrmirenben Gymnasiasten und Stabtschüler statt. Auch am 1- Cfterfeiertag beginnt ber NachmittagSgottesbienst um 2 Uhr Katholische Gemeinde. G r ü n b o n n e r S t a g. Von 6 Uhr an: Beichte. Um 7 und 8 Uhr: Austheilung der h. Communion. Um 9 Uhr: Hochamt. Charfreitag. Um 9 Uhr: Hochamt, darunter die Passion. Während des aanzen Tages Anbetung des h. Sakramentes. Um 5 Uhr: Predigt und Schlußandachi. Charsamstag. Um 7 Uhr: Weihe ber Qsterkerze unb des laufroafferS. Um 8 Uhr: Hochamt. Bon 5 Uhr an: Beichte. Für die in ber Grube „Camphausen" Verunglückten gingen ferner bei uni ein; C Lampus 0,50 «X, S- Heichelheim 10 vH, I. K- 3 vH, Fabrikant Bender 5 A. Ä P 1 A, Baltb. Lenz 3 A, Reallehrer Theißen 3 A Summa 25,50 A — gefammt 962,48 vH Weitere Gaben nimmt die Exped. d. Bl- gerne rnfgeaen. Allgemeiner Anzeiger. Schwa/rse (’aehemire sowie Neuheiten in Kleiderstoffen olFerirt billigst. J. Pfeffer. Serie BckN .jur Mim lüS Gubifir «05.4 „ M 5250 M" «SSÄfti v > kiite, oi i’^5nrS y. A-ril 1885 fö wirb 5ut & «abl eines anbell jkr toNM ^ufieiunbemtreti 120 ber Konknr Scaenftanbe aus Donnerstag w L'Mltt unb ;ur W Forderungen w lounMg den Ssraitta dein unter imnin ankraumt Sen Personen RcüfurdmaÜe gehe laben ober zur chnlüig unb, wir inbtiiQemdn^i ober ui teilten, o auierlegt, von t und von ben Fo k aus ber © Inebizung in A ^onfursnerroalte 1885 Anzeige Zi Hießen, am c Tas Großher 340 506 ’Br. den Neubo w’er nementö in ( '3r SubmGn Montag, bcn ,r „ ^ormittac -, Bureau der l «ib. am 5*^ beit 30. °°° 8«i .„7 WtÄtu ^“«rbeiten ’l ^ben sind 7QUrerar6e wnerarfiej .Kernentor £ längst ft* «4 »litt, 8uftMtn A^Wö n, b'n nl» tawtihjn «t btn iot; ltö Tnkkh!^ ZS 1) unb «Iba an bet, JDfrftüRbtn; ?E°gS, den 5, Fahrplan? a^ages nach ° Luges von WntbnSjnges *un««tali Hubfi im Hole «liW, nten avhrtw- Sh- Regiernng 'Sbigung bet >geu beförbert ler-WotmS, mbahndeiralh ifißtHang de? i Mainz dop i-Regternvgß- Elleichtetuvz Emögllchuvz obcthesstsSeo Oberhessischtn sD. 3-) fter per W ier 10-114 Linsen A4 men pt. Bi nd 68-00 ich M A. ter 12-16 4. [. Meraner >,75, IwAt B5Ö. steick ». - RM te M4Ä iahren. Azp a. 267 Mr. 64, Kühe m )-75,2. M Sichen. MNgelischr @t- Kollekte für di- 4 MM Y Osterseurl-! h. Coininn'^ nzen Tagest iUiriN«" uet SH <1 50 v* BekatLZlLmachung. Die Forst- und Feldstrafen der I. Periode 1885 werden vom 1. bis 25. k. Mts. an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag erhoben. Gießen, den 30. März 1885. __ Großherzogliche Distrikts-Einnehmerei Gießens. Es werden versteigert: I. Mittwoch, den 8. April in den Districten Ober- und Niederseilbach und Neuerwald: 7 Eichstämme, 18—24 cm dick und 4— 6 m lang mit 1,00 Im, 126 Nadelstämme, 16—28 „ „ „ 8—14 „ „ „ 33,72 „ ' 4 BucheN'Derb- und 675 Nadel-Reis-Stangen (Bohnenstangen) mit 4,56 fm, 195 rm Buchen- und 2 rm Aspen- und Linden-Scheiter, 55 „ „ „ 6 „ Eichen-, 4 rm Nadel- und 3 rm Aspen-Knüppel, 800 „ „ „ 210 „ Eichen- und 480 rm Nadel- 2C. Stamm- u. Ast- Reisig, sowie 46 „ „ . „ -Stöcke. Die Versteigerung beginnt Morgens um Va9 Uhr im Distiict Oberseilbach aus dem Fahrweg von Treis a/L. nach Alt-Buseck. II. Donner-tag, den 9. April im District Heege, Scheid, Alteunner und Todtenberg: 4 Eichstämme mit 1,58 fm und 126 Nadelstämme mit 33,72 fm, 12 rm Eichen- und 1 rm Aspen-Scheiter, 10 rm Eichen-Knüppel und 40 „ Eichen-Ast-Reisig. Die Versteigerung beginnt Morgens 9 Uhr im District Heege am Steg des Fußpfades von Treis a/L. nach Sichertshausen. Treis a/L-, den 28. März 1885. Großherzogliche Oberförsterei Treis a/L. __Amendt. 2321 Walltharstr. 1 Bllf SfllfOH Wallthorstr. I beehre ich mich, an Stelle besonderer Avise den Empfang der ModkU-Hüte sowie sämmtlicher Nnchettrn ergebenst anzuzeigen. 2339___________________ .1. Restauration „Zum Stern“ (J. Friinz) empfiehlt vorzügliches Gxportbier per <3fcs 12 Lagerbier per Wlas 10 H aus der Frankfurter Bierbrauerei-Gesellschaft norm- H. Henninger & Söhne, ferner guten MittagStisch zu 60 und 80 -5,. Äuch bringe mein neues Billard in gefällige Erinnerung. 2355 Emil 8chmall^'B"" erlaubt sich sein Lager in reingehaltenen Weiß- und Roth-Weinen in verschiedenen Preislagen in empfehlende Erinnerung zu bringen. Als ganz besonders preiswürdig offerire einen reingährigen 81t Berncastter (Mosel) unter der Etiquette „Moselblümchen“ per 1-Liter.Flasche zu Mk. 1.20, in Gebinden billiger. Aechten alten Cognac, Araac, div. Mouffeux billigst. Getreide-Preßhefe. Meine aus den besten Getreide-Arten, nach Wiener Art, hergestellte Preßhefe mit vorzüglicher Triebkraft und Haltbarkeit habe ich rm Allein-Berkauf für Gießen und Umgegend Herrn J. Klin^elhöffer. Kirchenplatz übertragen und werde demselben täglich frische Hefe zusenden. Wetzlar, im März 1885. 2324 A. Bersch _________________Korn-Branntwein-Brennerei, Sprit- und Preßhefe-Fabrik. Konkursverfahren. Ueber das Vermögen des Bäckers Eduard Noll zu Gießen, Neustadt, wird heute, am 31. März 1885, Vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Ortsgerichtsmann Ferdinand Hoffmann in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 22. April 1885 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in S120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände aus Donnerstag den 30. April 1885, Vormittags 8 Uhr und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag den 30. April 1885, Vormittags 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schiüdig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auserlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 24. April 1885 Anzeige zu machen. Gießen, am 31. März 1885. Das Großherzogliche Amtsgericht. Müller. F. d. A. Neidhart, 2326 ___________Gerichtsschreiber.___________ Bekanntmachung. Zur Verdingung der Lieferung von 4350 Cubikmeter Bruchsteine, 7626 „ Mauersand, 605,4 „ Schwarzkalk, 2338 „ Weißkalk, 5250 Mille ganze, gewöhnliche Hintermauerungsziegelsteine, 340 „ dreiquartiere deägl., 506 „ hartgebrannteThon- ziegelsteine für den Neubau des Jnfanterie- Kasernements in Gießen ist ein öffentlicher Submissionstermin Montag, den 20. April 1883 Vormittags 10 Uhr [2340 im Bureau der untengenannten Verwaltung anberaumt, woselbst die Lieferungsbedingungen zur Einsichtnahme ausgelegt sind, auch gegen Erstattung der Copialien bezogen werden können. Gießen, den 30. März 1885. Großherzogl. Garnisons-Verwaltung. Vergebung von Baunrbeiten. Die zur Erbauung eines Schuppens bei dem Universitätsgebäude auf dem Seltersberg zu Gießen erforderlichen Bauarbeiten sollen auf dem Submissionswege in Accord gegeben werden. Dieselben sind veranschlagt: Maurerarbeit zu 800 Jl. Zimmerarbeit „ 100 „ Holzcementarbeit „ 200 „ Lusthabende wollen ihre Offerten, nach Procenten ausgedrückt, schriftlich und portofrei längstens bis zum 9. April I- I., Vormittags 11 Uhr, bei uns einreichen, bis zu welchem Terniin Pläne, Voranschlag und Bedingungen Vormittags von 9—12 Uhr eingesehen werden können. Gießen, 31. März 1885. Großherzogl. Kreisbauamt Gießen. ________ Walter. 2348 2341 Ein Stück Land an der Hammftraße zu verkaufen. S-der Wwe., Neuenweg 22. Feinste amerik. Apfelspalten, ä Pfund 45 ,H, feinste türk. Zwetschen ä Pfund 25 Prima Manschetten- und Bandnudeln, Faden-, Stern- und ABC-Nudeln, ferner: ^Feinste Dictoria-Erbsen ä Pfund 16 H, fste. gerollte Victoria Erbsen ä Pfund 18 H, Bohnen und Linsen billigst, fste. Cölner Hut-Raffinade, fste. Würfel- und Crystall- Streuzucker, Mandeln, Rosinen und Corinthen zu den billigsten Preisen empfiehlt Eduard Fuckert, 2337 Reuen Bäum 11. o co CO CM Düten-, Papier- Sc Cigarren Handlung. Louis Strauss I Giessen Bismarckstr. 7. Confirmanden-Hüte von 2 Jl. an bis zu den feinsten empfiehlt in reicher Auswahl. Max Sepp 2254 Marktstraße 1. Holzversteigerungeu. In der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms soll nachverzeichnetes Gehölz versteigert werden: le Dienstag den 7. April in den Distrikten „Helsholz" und „Eberstein" 88 Rm. Buchen-Scheitholz, 149 „ „ Prügelholz, 93 „ „ Stockholz, 4370 Wellen Buchen-Reisholz, 4000 ,, „ Forstreiser I. u. II. Claffe, 1030 „ Kiefern-Forstreiser, 8 geringe Eichenstämme mit 1,32 Festm. und 45 geringe Kiefernstämme mit 3,94 Festm. Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens 10 Uhr in dem Distrikt „Helfholz" bei dem sogenannten Pfannenkuchenbörnchen, und wird noch bemerkt, daß die Kiefern-Wellen in dem Distrikt Eberstein im Helfholz mitversteigert werben, weshalb solche vorher angesehen werden können. II* Donnerstag den 9. April in den Distrikten „Pfaffenmarck" und „Grundwald" 105 Rm. Buchen- und Eichen-Scheit- und Prügelholz, HO „ dgl. Stockholz, 3860 Wellen dgl. Reisholz, 5650 „ dgl. Forstreiser I. u. II Claffe, 34 Eichen-Schnitt- und Baustämme mit 56,29 Festm. und 1 Buchen-Statnm mit 1,90 Fstm., 23 Kiefern-Stämme „ 9,76 „ 9 Eichen- und Elsbeer-Stangen mit 1,01 Festm. Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens 10 Uhr in dem Distrikt „Pfaffenmark" auf dem Bechlinger Weg am Rundenwieschen und wird Nachmittags gegen 2 Uhr in dem Distrikt „Grundwald" fortgesetzt- 2320 Hohensolms, am 28. März 1885. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. D ö r m e r, Reviersörster. Jeiigeöotenes. Camelien-Blumm in verschiedenen Farben bei 2342____________Gärtner Schaum. Zur Suison empfehle in großer Auswahl zu billigsten Preisen: Gummibälle in allen Größen, SchmetterlingsNetze, Schmetterlings - Samwel- kasten, Reifen zum Werfen und Schlagen, Schaukeln fürs Zimmer u. Freie, Botanifir und Ärodbüchsen, Croguetts und Boccias, Puppendrückwagen, Delocipedes, Armbrüste, Jndianerbogen, deSgl. mit Fallschirm, Gießkännchen n. Eimerchen, Gartengeräthe, Federballspiele, Sprungseile rc., Choralmusik-Kreisel mit wechselnden Accorden. J. H. Fuhr, 2325________Sonnenstraße 25. Ale- sowie Lagerbier in Flaschen zu beziehen. 1537 Brauerei Weidig. (■eschäftstiiizeige. Einer geehrten Einwohnerschaft Giessens und Umgegend mache ich hiermit die ergebene Anzeige, dass ich mein seit einer langen Reihe von Jahren an hiesigem Platze, Seltersweg Nr. 39, betriebenes Detailgeschäft in Lack-, Firniss- Material- und Farbwaaren an Henn OttO S V K S S t unter Heutigem pachtweise übertragen habe. — Mit dem besten Danke für das mir in so reichem Maasse geschenkte ertrauen und Wohlwollen, bitte ich dasselbe auch Herrn Schaaf zu Theil werden zu lassen. Meine ganze Aufmerksamkeit werde ich nunmehr ausschliesslich meiner Lack- und Firniss-Fabrik und Farbengrosshandel zuwenden. Hochachtungsvoll Wilhelm Zurbueh* Auf Vorstehendes Bezug nehmend, knüpfe ich hieran die ergebenste Mittheilung, dass ich das \on Herrn Wilhelm Zlirbtich pachtweise übernommene Geschäft in unveränderter W eise mit vollster Aufmerksamkeit weiterfübren werde. Meine seither Seltersweg Nr. 25 betriebene Handlung von Drogen und Chemikalien Apothekerwaaren, Theo, medicimsche ^ÄTeine, Verbandstoffe, Parfümerien und Toilettenmittel, verbunden mit Fabrikation chemischtechnischer Präparate für Haushaltung, Landwirthschaft und Gewerbe erleidet durch die Zusammenlegung mit obigem Geschäfte keinerlei Beeinträchtigung. Ich bitte das mir seither so vielseitig bewiesene Wohlwollen auch fernerhin bewahren zu wollen. Giessen, 1. April 1885. 2356 Mit aller Hochachtung Otto Schaaf. Wermiethungen. Für Einjährige. Möbl. Zimmer zu vermiethen. 2313 Wallthorstraße 49,/8. 2350] Möbl. Zimmer, mit ober ohne (»abinet Wilhelm Server,,Lindenplatz. 2351 In guter Lage für Freiwillige ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Dr. Weber. 4 Ein Familicnloais, sowie ein größeres Lokal zu vermiethen bet C. Rahn. 2338 1-2 möblirte Zimmer an einen ruhigen Herrn -u vermiethen. Nord-Anlage 19. 2352 Für Einjährige. Zimmer mit Pension zu vermiethen- Lindcnvlatz 7- rtzür Einjährtg^reiwillige. Ein möbl- Ztmmer zu vermiethen. 2344 Nordanlage 28._ 2345] Möbl Zimmer zu vermiethen. _________Seltersweg 1. 2331 5 Zimmer re. rc. Südanlage zu vermiethen. ^Näheres bei der Exp- d. Bl- 2327 In dem Hause des Herrn Dr. Muhl in der Alieenftraße 9ir- 28 ist ein Mansardenloais, bestehend aus 3 geradewandigen Ztntmern und 2 geräumigen Kammern, aus den 1- Juni zu vermiethen- E. Kleeb, Agent. 2349 Ein kleines Logis den 1. April zu beziehen. K. Krausch, Schloßgasse. vermischte Anzeigen. 2347 Ein Kellner auf sofort gesucht- Restauration Iuunel, ______________Pöschels Brauerei. Heizer. J Ein junger Mann, der das Reizen kann, ober ein solcher, der dasselbe erlernen will, findet gegen hohen Lohn dau- .erndc Beschäftigung bei Älndr. Euler. 2333 Für eine ruhige Familie luirb pr. Juni—Juli ein Logis von 6—7 Zimmern nebst Zubehör außerhalb der Stadt zu miethen gesucht- Gefl. Offerten aub J. 18 an die Erped. d. Bl- _____ 2335 Gesucht ein brauet* Mädchen nack auswärts. 9täheres in der Exped. d- Bl- Redactir-n: 2322 Die Beerdigung findet Donnerstag Mittag gegen 2 l hr statt. 2346 Gießen, den 30. März 1885. lamilie Huber und Linker. für sofort Stellung. Offerten eub N. 0.12 Heute Mittag 3 Uhr entschlief unser geliebtes Söhnchen und Enkelchen 1547 Ein Schüler kann Kost u erhalten Ludwigsplatz 4, part