tinöt. daß wir w Wien der W wW freubiß uni ^issensstehit, dr 4 EvangeljM ierer Weier jta jgelijdje Kirche te ihren geistliche und zu bmährei. in den einfachste, rselben wird M ntiscken Glaubeni- -schen Friedens W >es LutherjubilciW- hin, aus unserer risten das dankba das Gotteswerk de nvertraut worden ist ’n Weier waltm Theil werde in dn r in Wen: IiWkchM- janftttn, Zchl°»-n Wl. itiOt. UM i ^dWdMW Q1M WT/t »*»> MS 20 ilr. Uv. ffüM »' ^nrn m ""d dMtz Ed«« dits- Kreise {Mt, WWftum in Gemeint Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Mittwoch den 31. October Str. 233. G> DUvettU: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. ^'^>?^effährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohr, w i p ** ö Durch bte Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. I ......... .............................. ........... n I HUI II ■IBWWMMM—BWB Amtlicher H - eil. Betreffend: Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh in der Gemeinde Ettingshausen. Bekanntmachung. In Ettingshausen ist in den Stallungen von Heinrich Römer IV., Johannes Sann II. und Konrad Sann (letztere zwei haben einen gemeinschaftlichen Stall) die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh ausgebrochen. Gießen, den 30. October 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____Dr. Boekmann.______________________________________________ Betreff end: Gesuch des Comitös der permanenten Ausstellung für Kunst und Kunstgewerbe in Weimar um die Erlaubniß zum Vertrieb einer von ihm zu veranstaltenden Lotterie im Großherzogthum. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Comitö der permanenten Ausstellung für Kunst-und Kunstgewerbe in Weimar die Erlaubniß ertheilt, Loose für eine am 1. December d. I. in Weimar zu veranstaltende Ausspielung von Kunst- und kunstgewerblichen Gegenständen im Großherzogthum zu vertreiben. Zweck der Verloosung ist die Förderung des Kunstsinns durch Verbreitung von Erzeugnissen der Kunst und des Kunstgewerbes im Publikum. Rach den genehmigten Verloosungsbestimmungen dürfen 30,000 Loose ä 1 «M. ausgegeben werden und werden 300 Gewinne im Ge- sammtwerthe von 18,000 zur Verloosung gelangen. Gießen, am 29. October 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen. , Dr. Boekmann. Berlin, 27. October. Die Greifswalder Wahl beschäftigt noch fortwährend alle Blätter. Die gegenseitigen Anklagen auf Wahlmanöver mögen auf sich beruhen, aber folgendes Wahlkunstftück welch-s das „Greifswalder Tageblatt" mtttheilt, verdient doch noch einen andern Namen: „Schon feit über 15 Jahren besteht zwischen den beiden Partien in unserem Wahlkreise das Abkommen, dos Papier für die Wahlztttil gemeinschaftl'ch zu beziehen, damit das Geheimntß der Wahl gewahrt bleibe. Auch dieses Mal war das Abkommen getroffen Der konservative Buchdrucker bestellte das Papier und überließ unserer Druckerei den Bedarf. Ja, es wurden sogar auf Verlangen conservative Wahlzettel unserer Druckerei geliefert, um durch Vergleiche feft- zustellen, ob Farbe und Format auch thatsächlich übereinstimmten. Sie stimmten überein. Nun gaben die Liberalen ihre Stimmzettel im guten Glauben aus; die Con- servativen ab.r verschickten andere, die sich durch Farbe des Papiers und Format auf den ersten Blick von den liberalen unterschieden. Die Liberalen waren dupirt, das ist richtig; aber die Conservat ven haben ihren Zweck erreicht, denn unzählige liberale Wähler sind burd) die leicht auszuführende Controle von der freien Ausübung ihres Wahlrechts zurückgeschreckt worden. Wir beneiden die Partei um diesen gelungenen Stre'ch nicht. Es ist dieser Vertrauensbruch ein Flecken auf dem Schilde der con- servat'v-n Partei." — Der Magistrat hat beschlossen, für die Luther-Stiftung 100,000 JL und für das Luther-Denkmal 50 000 herzugcben und wird zur Zustimmung hierzu eine darauf bezügliche Vorlage der Stadtoerordneten'Versammlung zugehen lassen. — Der römische Correspondent der „Germania" schreibt: „Aüs zuverlässiger Quelle erfahre ich, daß der Herr Kardinal Hohenlohe nach feiner Abnise von hier beim hl. Vater schriftlich um einen vtermonatltchen Urlaub eingekommen sei, weil ec eines so langen Zeitraumes bedürfe, um seine Angelegenheiten zu ordnen, daß aber Seine Heiligkeit dieses Gesuch dahin habe beantworten lassen, er erwarte die Rückkehr Seiner Eminenz hierher bis Mitte November." — Prinz Heinrich von Preußen ist an Bord S. M. S. „Olga" glücklich in Trinidad eingetroffen. Telegraphische Depeschm. Wolss'H telegr. Correspsndenz-Bnvean. Berlin, 29. October. Die „Nat.-Ztg." kann die Nachricht, daß der Cabinetsrath Tempeltey in Koburg aus seiner Stellung scheide und nach Leipzig überzusiedeln beabsichtige, auf Grund glaubwürdigster Quelle in allen seinen Theilen für irrthümlich erklären. Dieselbe Zeitung erfährt, daß die Frage eines neuen Landtagsgebäudes beim Beginn der Session zur Sprvche gebracht werden soll, um wenigstens die Angelegenheit klarzustellen und die Schwierigkeiten kennen zu lernen, welche eine Verzögerung herbeiführten. Dasselbe Blatt vernimmt, daß in Oldenburg ein zweites Duell des Majors Steinmann stattgefunden habe, die aus Oldenburger und Bremer Blättern vorliegenden Darstellungen erwähnen aber nichts Derartiges. Stuttgart, 29. October. Der „Staats-Anz. für Württemb." schreibt, der König werde am 8. k. Mts. nach San Remo abreisen. Die Erholung des Königs habe in den letzten Monaten erfreuliche Fortschritte gemacht und obgleich der König wegen eines Catarrhs derzeit besonderer Schonung bedürfe, lasse sich doch hoffen, daß ein längerer Aufenthalt im Süden vollständige Genesung bringen werde. München, 29. October. Die Kammer der Abgeordneten hat den außerordentlichen Militärkredit, im Betrage von nahezu einer Mill. eX, nach dem Anträge des Ausschusses mit 136 gegen 1 Stimme bewilligt. Paris, 29. October. Deputirtenkammer. Die Kammer setzte heute die Be- rathung des Muntcipalgesetzes fort. Der Minister des Auswärtigen beantragte die Bewilligung einer Jahrespension von 80,000 Frcs. an die Söhne Ab-del-Kabers. Am Schlüsse der Sitzung brachte Granet die angekündigte Interpellation ein, deren Besprechung für morgen festgesetzt wurde. Gatineau vertagte bte Einbringung seines Antrags auf Ausweisung der Prinzen bis nach der Debatte über die Tongkingfrage. London, 29. October. Dem Reuter'schm Bureau wird heute aus Dover gemeldet, daß eine große Schaluppe, welche zu dem untergegangenen deutschen Kriegsschiffe „Großer Kurfürst" gehörte, gehoben und nach dem Hafen von Dover gebracht worben ist. Alexandrien, 29. October. Die internationale Sanitätskommission hat heute beschlossen, am 7. November die Quarantäne für die Provenienzen aus Bombay auf- zuheben. Die Vertreter Deutschlands, Oesterreichs, Rußlands, Frankreichs und her Türkei enthielten sich der Abstimmung, während die Vertreter der andern Mächte für die Aufhebung stimmten. — Nach hierher gelangten Berichten ist in Mekka die Cholera ausgebrochen und sind die vorschriftsmäßigen Quarantänemaßregeln dagegen angeordnet worden. — Die Mitglieder der deutschen Cholera-Commission werden sich morgen nach den Ouaranräneftatfonen Eltor und El'vedj begeben. Kairo, 29. O et ob er. ^Telegramm des Reuter'schen Bureaus.j 150 Mann egyp- Truppen sind von aufrührerischen Bergstämmen in dem Defilee zwischen Suakim und Kassala überfallen und niedergemacht worden. Das Submissionswesen/ Die außerordentl che Verschiedenheit der Preisforderungen, welche in den meisten Submissionsterminen von den verschiedenen Submittenten für ein und dieselbe Leistung gestellt werden, lassen es wünschenswerth erscheinen, nach den Gründen dieser ausfallenden Thatsache zu forschen und die Mittel zur Sprache zu bringen, welche gegen ein in so verderblicher Weise auftretendes Unwesen angeroenbet werden können. Die vorkommenden Abweichungen von den ordnungsmäßigen Preissätzen sind zu bedeutend, als daß eine Erklärung durch gemäßigte Gewinnansprüche auch nur versucht werden könnte. Der Sachkundige erkennt vielmehr, daß die Mehrzahl der niedrigeren Preis- forberungen in häufigen Fällen bedeutend unter den Selbstkosten stehen. Es steht daher fest, daß ein erheblicher Theil der Offerten, welche in den Submissionen den Zuschlag erlangen, der geschäftlich reellen Grundlage entbehrt. Manche Submittenten hoffen, den unleugbar vorhandenen Verlust durch etwaige außerkontraktl^che Leistungen, durch spitzfindige Auslegung des Vertrags oder durch Abwälzung auf Lieferanten und Arbeiter ausgleichen zu können. Andere täuschen sich selbst über die Preisverhältniffe und malen sich dort einen Gewinn vor, wo thatsächlich nur Verluste in Frage kommen können, wahrend wieder andere überhaupt nicht rechnen, sondern auf den Zuschlag um jeden Preis binarbetten, um aus den durch die Ausnutzung des Credits flüssig werdenden Geldern alte Verbindlichkeiten zu decken und den bevorftehenben Zusammenbruch ihrer geschäftlichen Stellung zu vertagen. Den wirklich sachgemäß, unter Zugrundelegung eines mäßigen Gewinnes rechnenden Concurrenten ist es daher nur in seltenen Aus- nahmcfällen vergönnt, als M ndestfordernder zu ersche'nen. Es handelt sich also im Grunde nicht mehr um ein wirkliches Geschäft, sondern um ein Spiel der bedenkl'chsten Art, so daß das heutige Submissionswesen als die Unehrlichkeit befördernd angesehen werden muß. Demgemäß wirkt das Submifsions- weseu den höheren Aufgaben des Staates — insbesondere auch den heutigen socialpolitischen Bestrebungen — direct entgegen. Andererseits ist der Staat darauf angewiesen, sich der aus der Concurrenz entspringenden Vortheile zu sichern und ver- pfl'-chtet, jedem hierzu geeigneten Staatsbürger die Bewerbung um die zu vergebenden Lieferungen und Leistungen zu gestatten. Es steht daher fest, daß die Submissionen — und zwar im Allgemeinen die öffentlichen — für den Staat unentbehrl'ch sind. Die im Vorstehenden angedeuteten Schaden entspringen auch nicht aus dem eigentlichen Submissionswesen, sondern aus der heute üblichen, mißbräuchlichen Anwendung desselben. Bei der ^uschlagsertheilung wird nämlich die Frage: „Ist der Submittent bet ordnungsmäßigem Geschäftsbetriebe in der Lage, die geforderte Waare für den verlangten Preis zu liefern?" überhaupt nicht geprüft. Demgemäß kommt also die eigentliche moralische Basis des abzuschließenden Geschäfts überhaupt nicht in Frage und zwar ohne Zw-.i^el detzhalb, weil man dieselbe als selbstverständlich voraussetzt. Diese Voraussetzung mag nun unter normalen Zeitverhältniffen zutreffend erscheinen, heute hingegen, bei dem in allen Geschäftskreisen herrschenden Ueberwiegen des Angebots, ist dies keineswegs der Fall. Hieraus folgt, daß die früher vielfach nn- nöthige Prüfung der moral schen Basis der Offerten heute unumgänglich nothwendig ist. Der Fluch dieser Unterlassungssünde zeigt sich nun darin, daß der Submittent sich ebenfalls der moralischen Rücksichten überhoben erachtet und nach Thunlichkeit Ausbeutung gegen Ausbeutung setzt. _, ,,, _ Für den Einzelnen gilt es als Grundsatz, daß er sich nur der redlichen Con- currenz bedienen darf. Jeder redlich denkende Mann wird es als mit seiner Ehre unverträglich erachten, ein Oeschäst adzuschließen, welches für den andern Theil nothwendig mit Verlust endigen muß. Wollte man derartige Geschäfte als zulässig betrachten, so bleibt es vollständig unerfindlich, wie man den Wucher und die Ausbeutung der Noth- lagc unter Strafe stellen kann. Was nun für den Einzelnen gilt, muß für den Staat, sowie für die übrigen großen Verwaltungen in noch höherem Maße für zutreffend erachtet werden. Der Staat erscheint um so mehr verpflichtet, die vorstehend angegebene moralische Basis der Offerten zu prüfen, als ihm in seinem Beamtenpersonal tüchtige Sachverständige für alle Geschäftsbräuchen zu Gebote stehen. Der Einwand, jeder Submittent müsse seine Offerte selbst prüfen, ist lediglich formeller Natur und kann erst eine Bedeutung beanspruchen, nachdem das Erfordernitz der moralischen Basis des Geschäfts über Bord geworfen ist. Ebensowenig vermögen die bei den Submissionen beobachteten Formen den an- gezogenen Grundfehler zu decken. Es ist selbstverständlich, daß die Staatsregierung die heutige mißbräuchliche Entwickelung des Submissionswesens nicht wünscht. Dem- Lokales Gießen, 30. October. [14 Sitzung der Großh. Handelskammer am 18. October.] Anwesend die Herren L- Georgi, Stellverkreter des Vorsitzenden, S. Heichelheim, A. Katz, R- Scheel, G- H- Schirmer und E- Sil bereis en- Die Eingänge Nr. 350—383 werben erled'gt. Herr A- Katz referirt über die seitens der Etsenbahndirection von Hannover an die Kammer gerichtete Anfrage, betr. den Export von Spiritus von Eisenbahnstationen in unserem Bezirke nach Frankreich, Spanien rc. Nach den angestellten Ermittelungen haben solche Exporte nicht stattgefunden und ist auch Aussicht darauf nicht vorhanden. Herr F. C- B- Koch hat schriftlich Bericht über die letzte Sitzung des Bezirks- eisenbahnbeiraths in Frankfurt a. M- erstattet. Darnach wurde bezüglich der Frage der Erweiterung des Dlspositionsrechts des Adressaten bet Eisenbahnfrachtgütern folgender Antrag des Herrn H a u r a n d (Delegirter der Handelskammer Frankfurt a. M.) angenommen: „Unter Anerkennung der Bedürfnißfrage Königlicher Regierung die Findung der geeigneten Rechtsform zu überlassen." Außerdem wurde jedoch noch ein weiterer Antrag, gestellt von den Handelskammern Frankfurt, Mamz, Gießen, sowie dem Mittelrheinischen Fabrikantenveretn, auf Empfehlung bei? Einführung von Ladescheinen, einstimmig angenommen. Ein weiterer Antrag auf Einführung einer zweiten ermäßigten Stückgutklasse wurde für die nächste Sitzung des Bezlrksejsenbahnbeiraihs angemeldet. Seitens des Großh- Ministeriums des Innern und der Justiz wird der vom Kaiser!, statistischen Amte aufgestellte Entwurf eines revidirtm ftattstischen Waaren- verzeichnisses übersandt mit der Aufforderung, etwaige Bemerkungen dazu dem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz innerhalb 4 Wochen einzuretchen. Die Kammer beschließt, den Entwurf m eilige Circulaüon zu setzen. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz übersendet den Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Commandttgesellschaften auf Actien und die Actiengesell- schasten zur gutachtlichen Aeußerung. Der Entwurf wird einer Commission zur Vor- beruthung überwiesen, bestehend aus Herrn S. Heichelheim und dem Secretar Herrn Dr. jur, Engelmann. — [15 Sitzung der Großh. Handelskammer am 23. October.] Anwesend die Herren L- Georgi, Stellvertreter des Vorsitzenden, S- Heichelheim, A. Katz, A- Kraatz und R. Scheel. Die Eingänge 384—387 werden erledigt. Der Herr Vorsitzende theilt der Kammer den Inhalt der Tagesordnung für die Mittwoch den 31. October stattfindende Sitzung des Bezirkseisenbahnbeiraths für den Directions-Bezirk Hannover m?t T)er Secretär Herr Dr. I. Engelmann referirt im Namen der zur Vorberathung des Gesetzentwurfs betr. die Commanditgesellschaften auf Actien und die Acstengesell- schaften niedergesetzten Commission über hie leitenden Grundgedanken dcs Entwurfs und über die vorgeschlagenen Etnzelbestimmungen, mittelst bereit den vielfachen Hebelst änd en ein Ende gemacht werden soll, welche heute sowohl innerhalb der Actiengesell- schaften selbst, als in deren Wirksamkeit nach außen hervortreten. Im Anschluß an dies Referat legt der Referent den Entwurf eines Gutachtens vor, welches nach längerer Berathung mit wenigen Abänderungen von der Kammer genehmigt und zur lieber; reichung an das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz bestimmt wird. Gießen, 30. Octbr. [Theater.] „Die Augen der Liede" von Wilhelmine v. Hillern, sind ein feines außerordentlich liebenswürdiges Lustspiel. Wir haben cs in demselben zu thun mit einem Fall au^ dem Capitel der Liebe, welcher dem in Moretos „Diana" in mancher Beziehung sehr ähnlich sieht. Es handelt sich darum, die schöne und geistreiche Comttsse Priska zu der Überzeugung zu bringen, daß nicht äußere körperliche Vorzüge die «Schönheit des Mannes ausmachm; sie hat ihren Geschmack an den elastischen Kunstschätzen gebildet und sich in Folge dessen eingeredet, es wäre für sie eine innere Unmöglichkeit, einen häßlichen Menschen zum Gatten zu nehmen. Der wunderschöne Husarenoffizier Graf Maroly besitzt ihre Neigung und wird schon halb und halb als ihr Verlobter angesehen, wenngleich sie innerlich nicht im Mindesten für einander paffen und der Adonis vielmehr ein weit geeigneteres Pendant zu der kleinen Cousine Priskas, Friderlke, einem reizenden Naturkinde, bildet. Da erscheint der Graf Brunnecks Hardrnheim, einer der gefeiertsten Weltreisenden der Gegenwart. Ihm, der Priska liebt und sie zu seiner Frau gewinnen möchte, ist es aufbehalten, dieselbe zu bekehren. In leichtem Conversationston wird der Bekshrungsversuch eingeleilet, das Gespräch wendet sich zu Shakespeares „Sommernachtstraum". Priska. Ist die Scene zwischen Titania und Zettel nicht geradezu Ekel erregend? Ist sie nicht eine Satire auf unser ganzes Geschlecht, eine Verhöhnung ber heiligsten Gefühle? Brunneck. O nein, sie fleibet nur eine ewige Wahrheit in das Gewand des Scherzes. Priska. Eine ewige Wahrheit und die wäre? Brun neck. Die, daß die Liebe blind ist, daß einem Herzen, welches liebt, auch das Häßliche schön erscheint. Priska. Einem Herzen, welches liebt? Ja! Aber wie soll denn die Liebe in das Herz hineinkommen, wenn das Auge nur Häßliches und Abstoßendes vor sich sieht. Brunneck. Die ächte Liebe bringt nicht vom Auae in das Herz, sondern um- g> kehrt, vom Herzen in das Auge. Sie liebten diesen Maroly, weil er Ihren Augen gefällt? Priska. Und wenn ich das thäte, was wär's für ein Unglück? Brunneck. I? nun, Sie würben doch nicht die Rolle der Ihnen so verhaßten Titania spielen? gemäß werden denn auch den Kostenanschläg n, trotz jahrelanger gegentheiliger Erfahrungen, stets wieder genügende Preissätze zu Grunde gelegt. Wenn aber trotzdem ein großer Thetl der in Submission zur Vergebung kommenden Geschäfte für den Submittenten — oder für dritte Personen — mit Verlust schließen, wmn hierdurch fortdauernd zahlreiche Ex>stenzen zu Grunde gehen und der Staat in den durch ihn, wenn auch unabsichtlich, so doch thatsächlich rutnirien Personen eine stetig wachsende Zahl von Feinden groß zieht, so dürfte doch eine baldige Aenderung der herrschenden geradezu trostlosen Zustänbe nicht mehr von der Hand gewiesen werden können. Das traurige Prinzip des „laisser faire“ hat sich auf allen wirthschaftlichen Gebieten als Unheil bringend erwiesen und kann daher auch hier nicht länger in Geltung bleiben. Die Submissionsbedingungen verlangen zudem ausdrücklich, daß der den Zuschlag erlangende Submittent zur Ausführung des betreffenden Geschäfts technisch und finanziell befähigt sei und geben hiermit die Nothwendigkeit der in Vorstehendem verlangten Prüfung zu, da eine Offerte, deren Forderungen und Leistungen untereinander in Mißklang stehen, schon für sich allein einen Beweis der mangelnden Qualificarion ihres Urhebers ist. Die durch die Bedingungen geforderte Prüfung her technischen und finanz ellen Qualification des Submittenten erleidet bet der praktischen Anwendung indessen leider vollständig Schiffbruch. Beantragt nämlich der fubmittirenbe Beamte die Uebergehung des Miudeftfordernden, so muß er seiner vorgesetzten Behörde hierfür bestimmte Nachweise schaffen. (Schluß folgt.) Witternngskunde.*) 31. October. Mittwoch. Die Witterung ist noch unruhig, Morgens auf Mittag zu bedeckt, örtlich Hagelböen, Nachmittags aufgeheitert bis zu gutem Abend; Nachts winbig mit Niederschlägen, die nach Nordwesten zu gewitterhaft auftreten. Jenseits der Alpen dürften die Niederschläge jetzt und in den folgenden Tagen, zumal Nachts, bedeutender fallen. Das Minimum liegt zwischen 2 und 40 C-, in günstigeren Lagen etwas höher; in exponttten Lagen dagegen mäßiger Nachtfrost (in Süddeutschland Föhn?) 1. November. Donnerstag. Me'ft tagsüber kalt, unbeständig mit Niederschlagen. Frühmorgens nebelig dis sonnig, dann dunstig bedeckt bis zu kurzen Niederschlägen, örtlich etwas Schnee ober Hagel, spätnachmittags aufgebessert, Nachts Niederschläge, die stellenweise gewitterhaft auftreten. Das nächtliche Temperaturminimum liegt verhältnißmäßig tief, so daß an exoonirten Lagen mäßiger Nachtfrost zu erwarten ist. Die Wasserstände steigen mäßig, soweit sie aus südlichen Gebieten gespeist werden. Nach Norden zu ist die Witterung tagsüber mehr aafklärend. *) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose (Verlag b.*r M.Lcngftld'- siverr Buchhandlung in Köln, Preis 1 X). — Nachdruck verboten. Priska. Was soll das heißen? Maroly ist ja kein Zettel! Brunneck. Doch — ein umgekch'.ter. Priska. Wie so? Brunneck. Er hat den Eselskopf inwendig, statt auswendig. nun bie Behauptung auf, daß ein geistreiches W-ib wie Priska sich über eine haßl-che Äußerlichkeit wie d-e seine hinwegsetzen könne und bittet sie, ihm den Versuch zu gestatten, im Falle er reüfftre, wäre dann ihre Hand der Preis. Die Wette wirb abgeschlossen und fällt natürlich glücklich für Brunneck aus. Durch eine Reihe interessanter Situationen, welche ihr Characteristicum allerdings mehr in einem psychologischen Vorgang als in einer äußeren Handlung haben, wirb Priska zu der Erkenntniß geführt, bte geistige Schönheit her physischen vorzuz'ehen. In Brunneck erkennt sie den ihr ebenbürtigen Lebensgefährten und, nachdem sich ihr Herz für ihn entschieden, kann sie seine Häßlichkeit gar nicht mehr entdecken, denn die Äugen der Liebe sehen nur das Schöne. Fräulein Pögner I. war die vollgiltigste Vertreterin der Gräfin Priska. Jede Bewegung entsprach dem Geiste ihrer Rolle, ungesucht und unbeabsichtigt erschien jeder Ausruf, Lacken, alle die Kleinigkeiten, welche nicht von den Dichtern dictirt sind womit aber das Talent der Darstellerin die Rolle beleben muß. - Eine ganze Figur war auch der G"af Brunneck des Herrn Schölermann, edel und hoheitsvoll in der Haltung. Der General fand in Herrn Ricke lt einen würdigen Repräsentanten. Der Husarenoffizier Maroly des Herrn Schön wasser konnte genügen. — Die übrigen Damenrollen waren bei den Fräulein Kohrfen I. und II. gut aufgehoben. Letztere spielte die Comtesse Friederike mit naiver Herzlichkeit. Vermischtes. Frankfurt a. M, 29. October. Wir entnehmen der „Franks. Ztg.": Im Clesern Hoi (Gebäude des Polize Präsidiums) fand heute Abend zwischen 6 und 7 Uhr eine Explosion statt Die Fenster im Parterre und ersten Stock wurden demolirt unb die eisernen Körbe vor denselben verbogen. Personen wurden nicht beschädigt. Ob die Explosion durch Gas verursacht worben, konnten wir nicht erfahren. Man glaubt, daß im Clesern Hof eine Dynamtt - Explosion stattgefunden habe, •jm Mittelpunkte der Explosion, im Innern des Hauses, sind fußdicke Sandsteine durchbrochen. Die dicksten Balken liegen da wie Strohhalme geknickt, die Mauern sind geborsten und bröckeln ab. Die Akten des Meldeamts, hinter welchen die Explosion stattgefunden, sind umhergeschleudert, auf den Treppen und auf den Gängen knirschte es, wenn man dahin ging, so viel Glas lag hier. Im dritten Stock sind bte hölzernen und bleiernen Fensterverkleidungen emgeschlagen. Die Gemächer des Herrn Präsiventen im zweiten Stock und des Herrn Polizeiraths Rumpf und des Herrn Assessors v. Funck haben keinen^nrnnenswerthen Schaden erlitten. Herr Gasdirector Cohn, der sehr bald erschien, erklärte, von einer Gasexplosion könne nicht die Rede sein. Ein Arbeiter, der sich unmittelbar neben der Stelle befand, wo die Explosion stattgefunden, behauptet ebenfalls, daß hier Dynamit ober Pulver gewirkt habe. Das Präsidialgebäude ist aufs Strengste abgesperrt. Vom Königlichen Polizeipräsidium erhält die „Franks. Ztg." folgende Mit^ theilung: „Heute kurz nach 6 Uhr Abends erfolgte in dem Polizei - Präsidial - Gebäude eine bedeutende Detonation, in Flöge deren das Haus in feinen Grundfesten erschüttert wurde, sämmtliche Gasflammen in ihm erlöschten und zahllose Scheiben zersprangen. Sie ist anscheinend von einem Raum und an der Haupttreppe ausgegangen und mittelst Dynamit ober Nitroglycerin burch unbekannte verbrecherische Hand verursacht. Personen sind nicht ^verletzt, obwohl färnnllicbe Beamte im Hause anwesend waren; dagegen ist das Gebäude theilweise krheblich beschädigt. Die Feuerwehr wurde allarmirt, rückte aber, da ein Brand nicht entstanden war, bald wieder ab. Handel und Verkehr. Gießen, den 30. Octbr. Auf dem heuttgenMarkt kostete: Butter per Pfund M1-05, Hühnereier per Stück 6—7 Käse Stück 4—7 Käsematte 3 Erbsen per Liter 20 X Linsen 32 Tauben per Paar 65—70 X Hühner per Stück /0 Rumänische Rente 93V2, 4% Uniffc. Egypter 691/0, 5% Türken Wie, Marienburger —, Hess. Ludwigsbahnact. 107. Tendenz: still. Kieler Bücklinge, „ Sprotten, ger. Lachs, ,, Gansewaaren und fit. Gebirgs-Kase, empfiehlt 7257 C. Gr. 1 Kreuzpl. Delieatessenhdlg., Kreuzpl. 1. Allgemeiner Anzeiger. Verein znr Förderung der Sonntagsfeier. Indem wir unsere bereits eingeladenen Vereinsmitglieder an die heute, Dienstag Abend 8 Uhr, im Cafs Balzer — Burggraben 9 — stattfindende Generalversammlung hierdurch nochmals erinnern, erklären wir zugleich, daß uns auch Freunde unserer Sache als Gäste in der Generalversammlung sehr willkommen sein werden. Gießen, den 30. October 1883. Der Notstand des Uereins ;ur Förderung der Sonntagsseier. Dr« ‘Siaumatiiif Pfarrer. 7268 Meinen feinschmeckenden rohen Kaffee pr. Pfd. I Jt. sowie rein und kräftig schmeckenden gebrannten von «X 1—1.60 erinnere empfehlend. 7080 Chr. Wallenfels. 7262 Frischgeschossene Hasen per Stück 3t 3.20 zu haben bei Wildhändler Ebel. Hießen" In* ®i Pies N ott! Brennhl Ä-tth. Pm-> Mr. Rm>r. i - Werk- uni iMenstämme t iiÄnjtangen _ Zusanmenklms WoSttaße an WmrterhlUisch jen, den 30. DB feüoÄß Bürgen ’ 31. Bram JiliB Nachmittags 2 i;si in der Flett" -Aaarzahlung verste rsphas, Kommoden, W,1Spiegelschrani iMhmaschinen, 1S ! Conversations-Lexi! Wer. töen, den 29. Oktobk Gei ll>roßh. Ger Das Neueste ! Federt^ 8 rsierungen unten- und H L___ Der wegen baut Angm heute an wiebi evangel 'M Refox, --Ab«! »feiner' ff, wirb 3. in tz wirb U' tage Ä’ und ■| J1' Unterzeichneti ig. 7 wie - M L Brlsfln '® PÄ btr in Srunnid N für ih» d'° äugen Ä'“' 3tb( "schien leber ■'« Wirt sind, «W ™lM in der iwttttittn. Der 7 ,^'e fibtloen Seien. LG« 'tyt«.": 3m n 6 und 7 Uhr wurden bemolln nicht beschädigt. h>en. tgefunden habe, ’hfe Sandsteine ie Mauern sind inb!e Explosion längen knirschte b die hölzernen rm Präsidenten Wrs v. Funck i, der sehr bald Ein Arbeiter, inben, behauptet .sidialgebaude ist iolgende Mit^ isidial- Gebäude festen erschüttert ien zersprangen, isgegangen und and verursacht, wesend waren,' mibe allarmtrt, 'flen§ aus Mittag Abend; Nachts treten. 3-»W zumal Nacht?, anftigerrn L-g-« Süddeutschland eständtg mit tg bedeckt bis ju aufgebessklt, [^e Temper* aßiger Nachtstoß Glichen G^etea rfklarend. ).r M.LcvM itfer per aseinatte 3 4 x Hühner N KL gleicht pW ->Ä” L eff. ' $a#n * «Ä a M «« JW* efflK annlv rden M 7S *0^ •1 >Köt^ «st" p‘ HolMrsteigrrung tm Gießener Stadtwald. Montag den 5. November 1883, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtmald in den Mricten Waldhute und Neuhege nach- nerzeichnetes Holz versteigert werden: Brennholz. Schetth. Prügelh. Stockh. Neish Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Mdel - 767,2 28,5 5040 Bau-, Werk- und Nutzholz. 8 Fichtenstämme mit 3,15 Fstm., 1700 Fichtenstangen „ 51,09- „ Die Zusammenkunft ist auf der gmnberger-Straße an der 5. Schneise .(am Bahnwärterhäuschen). Gießen, den 30. Oktober 1883. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 7269 A. Bramm.________ Mittwoch den 31. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, roerben in der Flett'schen Hofraithe Men Baarzahlung versteigert : „ Sophas, Kommoden, Klerderschranke, Tische, ISpiegelschrank. Spiegel, Uhren, 8 Nähmaschinen, 1 Schleudermaschine, 1 Conversations-Lexikon, 2 Kühe und 2 Rinder. Gießen, den 29. Oktober 1883. Geißler, 7247__Großh. Gerichtsvollzieher. Das Neueste in Damen- und Sowie Federn^ Sammete*, Verzierungen empfiehlt in. Barnen" und BLiader-BBi Für Meiner. Dienstag den 6. Hov., von Nachmittags 2 Uhr an, lässt der Unterzeichnete in seiner WohnungJEderstra8Sefc(Nord- anlage) die Bibliothek seines verstorbenen Vaters, des Herrn Professor Dr. med. Wetter, gegen Baarzahlung versteigern. DieBibliothek besteht aus ca. 800 Bänden medi- c in i sch er Werke und liegt der Katalog zur gefälligen Einsicht bei mir offen. Ferner kommen zur Auction: 1 Bücherschrank mit Glas - thüren und Untersatz, sowie 3 Bücherregale, 1 verschliessbarer Schreibtisch, 1 medic. Besteck etc. 7263 JEdm* Weller* Keilgeöorenes. 725 > Birnbäumchen (200 Stück) in schöner Auswohl zu haben im Körner- schen Garten.___________________ »TaIBo zu haben bei 7251 MV Ollt> Ernst Wallenfels. 7167 Eine große Vogelhecke mit Springbrunnen zu verkaufen. Bahnhofstraße 58. Kinderhüten. Stoffe, Biänder und fl»et- ,roßer Auswahl zu billigsten Preisen, te schon von 50 Sr\ an 8371 A. Fangmann. Der 'wegen baulicher Veränderung verlegt gewesene Eingang Zn meinem Geschäfte ist von heute an wieder in den Neuen Bauen« 7971 Achtungsvoll L. Pirr, Metzger. Lutherjubitäum. Einladung m die evangelische Gemeinde, auch alle anderen Einwohner Gießens, und Festprogramm. Die Unterzeichneten erlauben sich, die Einwohnerschaft Gießens hierdurch herzlich einzuladen zur Feier des Luthersestes, das zur Erinnerung an den 400 Geburtstag Dr. Martin Luthers in unserer Stadt gefeiert werden soll. Wir veröffentlichen im Folgenden das von uns beschlossene Festprogramm: 1 Das ReforWationsfest, das auf Sonntag den 4. November d. I. fällt, soll mit seinen beiden Gottesdiensten die Bedeutung einer Einleitung der ganzen nachfolgenden Festfeier haben. 9 «ur Donnerstag den 8. November i,t zur Erinnerung an Luthers segensvolles Wirken für unser ganzes deutsches Volk em Vortrag vorgesehen, den Professor Dr. Docken über das Thema: Luthers Fortleben in der deutschen Nation" halten wird. Dieser Vortrag wird Abends 6‘/4 Uhr in der Stadtkirche gehalten und ist für Jedermann zugänglich und frei. 3 Um SamStag den 10. November, dein Geburtstag Luthers ' selbst wird zunächst Vormittags in sämmtlichen hiesigen Schulanstalten .eine besonders geordnete Schulfeier, desgleichen eine Feier der Landesuniversität stattfinden; dann wollen wir Nachmittags 2V2 Uhr einen allgemeinen Festzug von Oswalds Garten aut» auf den Lud- wiqsvlatz veranstalten, um hier zum bleibenden Gedachtmß an bte Festfeier und als besonderes Erinnerungszeichen an unseren großen Reformator und sein Werk eine Lutherlinde zu pflanzen. Dabei wird Pfarrer Dr Naumann bie Festrede halten. 4 Um Sonntag den 11. November, dem kirchlichen Hauptsest- ' tage, und danut dem Höhepunkte der gesummten Lutherfeier wird Vormittags 9’/2 Uhr der Fcstgottesd.enst, m welchem Pfarrer Schlosser predigt, und Nachmittags o Uhr ern liturgischer Gottesdienst, mit Characterbildern aus Luthers Leben, welchen Pfarrer Dingeldey leitet, gehalten werden. Zum Besuch der Festgottesdienste und des Luthervortrags laden wir alle Angehörigen unserer Geni-inde und der Stadt hierdurch freundlichst em. Und Zur Theilnahme an dem Festzng seien alle hiesigen Staats- und Gemeindebehörden und Beamten, sowie die gesammte Bürgerschaft besonders auch der .Archenvorstand und die Gemeindevertretung, noch ausdrücklich freundlichst em- geladen. Außerdem richten wir an die Gemeinde die Bitte, sowohl Samstag Uen 10., als auch Sonntag den 11. November als Festtage halten und feiern, »mch durch Schmücken, beziehungsweise Beflaggen der Häuser an diesen beiden »in fpftfirhpd Aussehen bereiten m wollen. Evangelische Glaubensgenoffen! Laßt uns, wie es einer Gemeinde von der Bedeutung Gießens geziemt, mit allgemeiner Betheiligung und in würdiger echt evangelischer Weise unser Lutherfest begehen, damit urffere Hochschätzung Luthers und seines Gotteswerkes der Reformation dadurch unter uns kund werde! — Wir werden durch unsere ganze Festfeier keiner anderen Confession einen berechtigten Anlaß zu einem Vorwurf gegen uns geben; aber wir dürfen es uns als Protestanten auch nicht wehren lassen, ja es ist unsere heilige Pflicht, an dem 400. Gedächtnißtage der Geburt unseres theuren, neuerdings viel geschmähten Martin Luther von Neuem zu den Grundsätzen unserer Kirche uns zu bekennen und dadurch treu und dankbar das zu halten, was wir als evangelische Christen haben, damit uns Niemand unsere Krone nehme. 7266 Alb ach, Reallehrer. Baist, Rechtsanwalt. Dr. Baur, pract. Arzt. Berger, Gastechniker. Dr. Bindewald, Reallehrer. Dr. Boekmann, Provinzialdirector. Boller, Ober-Lazarethgehülfe. Bramm, Bürgermeister. Dr. Braune, Professor. Dr. Buchhold, Lehrer a. d. höh. Mädchenschule. Büchner, Kreisschulinspector. L. Bücking, Rentner. Dingeldey, Pfarrer. Döring, Kreisamtsgehülfe. Dornseiff, Rechtsanwalt. Eb el in g, Lehrer a. d. höh. Mädchenschule. En gisch, Steuerrath. Felchner, Musitdirector. Ferber, Buchhändler. Fresenius, Polizeirath. Fuhr, Lehrer. Ferd. Gail. Kaufmann. Gebhardt, Amtsrichter. Dr. Gottschick, Professor. Grüneberg, Stadtverordneter. Dr. Haberkorn, Geh. Reg.-Rath. Haberkorn, Forstmeister. I. Haustein, Fabrikant. Dr. Harnack, Professor. A. Heß, Gasanstaltsdirektor. Hirsch, Landgerichtsrath. Hofmann, Hofgerichtsrath. Jung, Lehrer. Kalbfleisch, Stabsquartiermeister. Dr. Kattenbusch, Professor. E. Kauffmann, Fabrikant. Keller, Beigeordneter. Knorr, Landgerichtspräfident. Dr. Köllner (Professor), Geh. Kirchenrath. Kull mann, Landgerichtsrath. Langsdorfs, Oberamtsrichter. Lenz, Schreinermeister. L ö b e r, Schuhmachermeister. Lyncker, Rentamtmann. v. M a i b o m, Oberförster. Moll, Spenglermeister. Dr. Muhl, Rechtsanwalt. Muth, Landgerichtsdirektor. Dr. Naumann, Pfarrer. Neuen Hagen, Oberförster. Ad. Noll, Commerzienrath. Aug Noll, Bäckermeister. I. Noll, Goldarbeiter. Dr. Onck en, Professor. Anton Petri, Bauunternehmer. Dr. PH4 lippi, Professor. Reuning, Rechnungsrath. Dr. von der Ropp, Professor. Dr. Schiller, Professor und Gymnasialdirector. Schlosser, Pfarrer. E. Schmall, Cigarrenfabrikant. S ch o p b a ch, Stadtverordneter. Dr. Schürer, Professor. Schwabe, Reallehrer. Dr. Stade, Professor. Stainm, Gymnasiallehrer. Steiner, Cantor. Dr. Thaer, Professor. Vigelius, Schuldirektor. Walther, Rendant. Dr. Wasserschleben, Kanzler und Geheimerath. Wiener, Landgerichtsrath. G. Windecker, Kaufmann. Wort mann, Bankvorstand. Zimmermann, 1. Staatsanwalt. Giessener Zitherkrans. Samstag den 3. November, Abends 8 Uhr: StiftNNgsfeft im H«tel Einhorn. Eintrittskarten für Nichtmitglieder s 1 M. sind bei Herrn Klee, Marktstraße, zu haben. _ . ?264 Der Vorstand. Die mechanische Ausstellung mit Oswald s Garten ist Mittwoch zum letzten Male geöffnet. 1. Platz 40 H. — 2. Platz 20 — Militär, Schüler^und Schülerinnen 10 H. ____________________________________^<8 Reifedecken in schöner Auswahl, Seülaf- nnd Pferdedecken M. 2 30 an empfehlen 2 Gebr. Scheel, Neustadt. 7272 B Q ~ L— y g®0 ! § J rr c to er * 12.** Ss5» £2: r> <5 *3 - 5* CD »2 ft e gl Austern W Z! sind eingetroffen. MI Carl Schwai ’S r- c :O -O «52b ^11 ZA 7275 Unterricht in einfacher und doppelter Buch Haltung, kaufm. Rechnen, sowie in en gl- und franz. Sprache wird billigst ertheilt- Bahnhofstraße 6, 3. St. 7265 Zwei ineinandergehende unmöb- lirte Zimmer, am liebsten im Freien, von einem einzelnen Herrn sofort zu mietheu gesucht. Offerten nebst Preisangabe tu oer Exped. ds. Bl. 7265 Provisorische Eröffnung S? Wenzels Garten in Giessen. 52 Samstag den 3. und Sonntag den 4. November 1883: Zur Weilje Öes Hauses «KOSSES EXTRA - COVERT ausgeführt von der ganzen Kapelle des 2. Groß. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 116 unter Persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn C. Krautze. Pros Samstag den 3. November 1883 Bizet. Flo tow- Doniz etti. Beethov en. Strauß. Krausse. Strauß. Winterberg. 1. 2. 3. von Wagner-Sonntag. „ Herold. „ Krautze. „ Wallace- 1. Theil. Nibelungen-Marsch Ouvertüre zur Oper „Zampa" Saalbau-Quadrille (neu) . 4- Finale a. d. Oper „Maritana" 2. Theil. 5. Ouvertüre: »Zur Weihe des HairfeS" 6. Kuß-Walzer . . . . 7. Le premier Baisser! Polka conoertante (Solo für Trompete, vorgetr. von Herrn Haase,) 8. Fantasie a. d. Oper „Carmen" .... 3. Theil. 9. Ouvertüre z. Op. „Stradella" .... 10. Duett a. d. Op. „Linda" (Solo für Posaune und Trompete, die Herren Thon und Haase). 11. Glücklich ist, wer vergißt! Mazurka .... 12. Ein fideles Gefängniß! Potpourri .... Anfang: Samstag Abend 7 Uhr. ramm Sonntag den L. November 1883: 1. Theil. 1. Cadetten-Marsch ..... 2. Ouvertüre z. Op. „Martha" 3. Saalbau-Quadrille (neu) .... 4. Finale a. d. Op. „Oberon" .... 2. Theil. 5. Große Fest-Ouverture .... 6. Hast du mich lieb! Lied .... (Solo für Trompete, Hr. Haase). 7. Rosen aus dem Süden! Walzer . 8. Fantasie aus Meyerbeer's „Hugenotten" 3. Theil. 9. Marsch a. d. „Sommernachtstraum" . 10. Am Meer! Lied ..... (Solo für Posaune, Herr Thon.) 11. Le petit duc! Polka . 12. Backfischchens Leiden und Freuden! Potpourri . von M ätra. „ Flotow. . „ Krausse. . „ Weber. „ K ü f f n c r. . „ Bohm. . „ Strauß. „ Statz n y. „ Mendelssohn, „ Schubert. „ U r b a n> ,, Schulz. Anfang: Sonntag V25 Uhr. Entree an beiden Tagen: 23 Pfg. m w Eingang zu den Concerten findet von der kleinen Gartenstraße aus statt, erstes Portal. Die Garderobe befindet sich am Eingang links. ’TSfcE Lutherjubiläum. Liederkranz. 7270 Marie Becker 7261 0 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brüh loschen Druckerei (Fr. Ch r. Pietsch) in Gießen. Die tiefbetri'chten Hinterbliebenen. G i e ß e n, L o n d o n, Marburg, Kirchhain, 30. October 1883- Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 2 Uhr statt. 'den 29. October, Mittags 1/41 Uhr, in ein besseres Jenseits abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag um 2 Uhr statt. Stadt-Theater. Mittwoch den31. October 18L3. 4. Vorstellung im 2. Abonnement. Wermietßungen. 7260 In dem vormals Nenze l'schen Hause sind noch zu vermiethen: 1) Der untere Stock (7 Zimmer, Küche, Speisekammer rc. nebst Gartenantheil und auf Wunsch mit Pferdestall und Remise) 2) Eine Mansarde (3 Zimmer mit allem Zubehör). 3) Eine kleine Wohnung im Hinterhaus, „eoent. mit Schmiedewerkstatt. Näheres bei Rechtsanwalt Lauer. portier der Main-Meserbahn. Um stille Theilnahme bitten 7255 Ein braver Junge in die Lehre gesucht. PH. Mootz, Schuhmacher, Neustadt 30. Lustspiel in 4 Akten von L'Arronge, I Anfang 7Vr Uhr. — Ende 10 Uhr. LV BrautlecKit Einen tüchtigen Unisorms 7274 Ein kleines Logis vermiethet Theodor Schmidt, Ederstr. 6- Aufruf an die evangeiifchen Einwohner Gießens. Nach dem Vorgang anderer Städte, die das Lutherjubiläum auch durch Begründung besonderer Stiftungen und den Bau von Kirchen feiern werden, hat eine größere Versammlung, die vor Kurzem die Feier des Lutherfestes in unserer Stadt berieth, den Wunsch kund gegeben, auch unter uns eine derartige bleibende Erinnerung an das Lutherjubiläum zu beschaffen. Es war die allgemein getheilte Ansicht, dies sei am angemessensten dadurch auszuführen, daß man an dem bevorstehenden Feste dem hiesigen Kirchenvorstand als Beitrag zu dem neu begründeten Kirchenbaufond eine recht große Summe übergebe, damit dadurch der Bau einer 2. evangelischen Kirche in unserer Stadt wesentlich gefördert und vielleicht zum Voraus der neuen Kirche der Name Luther- oder Martinskirche gesichert werde. Deshalb wurde beschlossen, in der Woche vom 4. bis 11. November d. I., der eigentlichen Festwoche des Lutherjubiläums, bei allen Evangelischen unserer Stadt eine Einzeichnungsliste herumzugeben mit der Bitte um eine Festgabe für den evangelischen Kirchbaufonds. Indem wir dieses unserer Gemeinde hierdurch mittheilen, richten wir an alle evangelischen Glaubensgenossen die herzliche Bitte, auch durch allgemeine Betheiligung an der von uns zu veranstaltenden Geldeinzeichnung — ein jedes nach Liebe und Vermögen — unser Lutherfest verherrlichen zu helfen, damit die dereinst sich erhebende neue Kirche auch Zeugniß ablege von dem ächt evangelischen Sinn, der heute unsere Gemeinde beseelt. Gießen, den 30. October 1883. Das Cornito zur Vorbereitung der Lutherfeier in Gießen: Dr. Boekmann, Provinzialdirector. Bramrn, Bürgermeister. Dingeldey, Pfarrer. Ferd. Gail, Kaufmann. Dr. Gottschick, Professor. I. Honstein, Fabrikant. Knorr, Landgerichtspräsident. Dr. Naumann, Pfarrer. Schlaffer, Pfarrer. Dr. Stade, Professor. VigeUus, Schuldirector. 7267 Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige. Heute Morgen 10 Uhr entschlief sanft in dem Herrn, nach -, langem schweren Leiden, unser innigstgeliebter Gatte, Bruder, Onkel und Schwager sucht auf sofort Thiele, 7256 Regiurentsfchneider. Mrmischte Anzeigen. 7252 Ein solider junger Mann als Kellner gesucht. Näheres bei der Exped. ds. Bl. Ein Schuhmacher-Lehrling^süchll Näheres in der Exped. ds. Bl. 6590 Todes-Anzeige. ■ Allen Verwandten und Freunden die schmerzliche Mttheilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innig geliebte, M unvergeßliche Tochter und Schwester Samstag den 3. November: 7258 At> terii ollttiMJ im Feilschen Saale. Anfang 8 Uhr.Der Vorstand. 7259 Der mittlere und 3. Stock meines neuerbauten Hauses (Ecke der Schitterstratze und Ästerweg) ist zu vermiethen. ______Loiih Petri III, >.7277 Liebigsstraße 63 ist eineMansarden- wohnuna, bestehend aus 2 Zimmern, Küche und Zubehör, zu vermiethen. Der Kail tau harz am E jn diese Zeit hm an welchem dtt * t wn Mm W RemelUligsgeschasi Udenz-Schlchs Kaiser Wilhelm ß jener großen Preußens unbJD' Wunsch des Kars den, da derselbe! «eit schwerer Hei Wir mach mir schon mitten durch, denn in ganz merkwürdige Landtage und spö Weit, zumal d beobachten, desgle hing über den T dessen fehlt es h gangen, welche j z. B. die Berline werden, und dies oder 13 Stichwa! GreisswaldHrim besonders die frei zumal die Freicoi Dr. Wehr in De Hause gewonnen I Reichstags-Abgeoi seinen Weg in bi MajMsbeleioigu verurtheilt worbe Controverse zwis, lern zu entspinne Die Aus für Justizwesen AnsHrnngs-Nj den Antrag gefte, hervorgegangen, a ^r rebactioneller einzelnen Punkten , Für bie selche Kaiser Fr *o^n, elben bildet bie5 M die loyalen Ä Rechnung qi tatit seien fort man von I le.mir den Qroe w RochL >Jre?a 1 » feien d-z Mi Siebe 2*rte SSÜ Beilage |u Nr. 253 des „Gießener Anzeiger 44 E5 II. Sch affs fädl Bahnhofstrasse. 6216 bestens empfohlen. 7042 Bettfederrr, Daunen und Roßhaar bester Qualität empfiehlt zu billigen Preisen Mainzer Kircdenbau-Lotterie. Die Loose zur II. Classe können in der Expedition des (Aießeaee Anzeigers bis znm 10. November spätestens in Empfang gemnnwc > werden Herrn. Äug. Müller, Leinen-, Wasche- und Bcttwaarcn-Gcschnst, Seltersweg 18. Politische Ueberficht. Gießen, 30. October. Der Kaiser ist von seinem dreitägigen Jagdausflug nach den, Harz am Samstag Abend im besten Wohlsein nach Berlin zurückgekehrt. In diese Zeit hinein fiel gerade die sünfundzwanzigste Wiederkehr jenes Tages, an welchem der Kaiser die Regentschaft über die preußische Monarchie übernahm, denn am 26. October 1858 leistete er, nachdem er bereits am 7. October von seinem königlichen Bruder Friedrich Wilhelm IV. mit der Uebernahme der Regierunasgeschäftr betraut worden war, im Weißen Saale des Berliner Residenz-Schlosses den Eid auf die Verfassung und dieser Tag, an welchem Kaiser Wilhelm seine glorreiche Regierung angetreten hat, wird immer als eines jener großen Momente leuchten, an denen gerade unter ihm die Geschichte Preußens und Deutschlands so reich geworden ist. Bekanntlich ist auf speciellen Wunsch des Kaisers von einer festlichen Begehung dieses Tages abgesehen worden, da derselbe für den greisen Monarchen zunächst nur die Erinnerung an die Zeit schwerer Heimsuchung des preußischen Königshauses bedeutet. Wir machen gegenwärtig in unserer innern Politik, obwohl wir schon mitten im Herbste stehen, noch eine zweite hochsommerliche Periode durch, denn in den hervorragenderen Fragen der innern Politik herrscht eine ganz merkwürdige Stille. Selbst über die Vorlagen, welche dem preußischen Landtage und später dem Reichstage zugehen sollen, herrscht noch vielsach Ungewißheit, zumal die Regierungs-Organe hierüber ein consequentes Stillschweigen beobachten, desgleichen sucht man in denselben auch vergeblich nach einer Andeutung über den Termin für den Zusammentritt des preußischen Landtages. Indessen fehlt es in dieser unfruchtbaren Zeit glücklicherweise doch nicht an Vorgängen, welche sich trefflich zu langen und breiten Erörterungen eignen, wie z. B. die Berliner Communalwahlen, die immer noch in der Presse besprochen werden, und dies um so mehr, als ja noch die mit Spannung erwarteten 12 oder 13 Stichwahlen ausstehen. Auch die Ersatzwahl im Reichstagsmahlkreise Greisswald-Grimmen wird noch lebhaft erörtert und begreiflicherweise zeigt sich besonders die sreiconfervative Presse über den Sieg des Grasen Behr befriedigt, zumal die Freiconservativen kurz darauf durch die Wahl des Landesdirectors Dr. Wehr in Deutsch-Krone-Flatom einen neuen Sitz auch im Abgeordnetenhaufe gewonnen haben. Endlich findet jetzt auch der Fall des fortschrittlichen Reichstags-Abgeordneten Richter-Rühlrädlitz, des Vertreters für Lüben-Bunzlau, feinen Weg in die Presse. Richter ist von der Liegnitzer Strafkammer wegen Majestätsbeleivigung zu 27 Wochen Gefängniß und Verlust seines Mandats verurlheilt worden; über diese Angelegenheit beginnt sich bereits eine lebhafte Controverse zwischen der ossiciösen Presse und den fortschrittlichen Berliner Blättern zu entspinncn. Die Ausschüsse des Bundesrathes für Handel und Verkehr und für Justizwefen haben den ihnen zur Vorberathuug überwiesenen Entwurf von Ausführungs-Bestimmungen zur Gewerbeordnung durchberathen und im Plenum den Antrag gestellt, den Entwurf, wie er aus den Berathungen der Ausschüsse hervorgegangen, anzunehmen. Die beantragten Abänderungen sind größtentheils nur redactioneller Natur und dazu bestimmt, den Ausführungs-Bestimmungen in einzelnen Punkten eine präcifere Form zu geben. Für die österreichische Doppel-Monarchie haben die Worte, welche Kaiser Franz Josef am vorigen Donnerstag beim Empfang der Delegationen gesprochen, fast die Bedeutung einer Thronrede. Den Schwerpunkt derselben bildet die Betonung des Friedensbedürsnisses der Völker Europas, welchem durch die loyalen Bestrebungen der Regierungen zur Ausrechterhaltung des Friedens Rechnung getragen würde und auch die Bemühungen der österreichischen Politik feien fortwährend auf dieses Ziel gerichtet. Mit hoher Befriedigung kann man von dieser Kundgebung des österreichischen Herrschers Akt nehmen, die nur den Zwecken des deutsch-österreichischen Freundschafts-Bündnisses entspricht. Noch bemerkenswerther ist aber die Rede, welche Graf Kalnoky am vorigen Freitag in der Ausschuß-Sitzung der ungarischen Delegation gehalten hat. Der Minister verbreitete sich ausführlich über die Beziehungen Oesterreichs zu feinen drei großen Nachbarstaaten; bezüglich des Verhältnisses zu Italien erklärte er, daß dasselbe ganz befriedigend fei und hoffe er, daß es auch künftig aufrecht erhalten bleiben werde. Die intimen freundschaftlichen Bezrehungen zu Deutschland seien keinen Augenblick getrübt worden und könne man hinsichtlich der Festigkeit des Bündnisses mit Deutschland unbedingt vollständig beruhigt fein Was Rußland anbelangt, so unterschied hier Kalnoky die Beziehungen beider Herrscher, welche er als die herzlichsten bezeichnete, von denen ihrer Regierungen die er als „normale" hinstellte, und erklärte sodann, daß die russische Presse allein die Ursache der Beunruhigung sei. Seine persönliche Ueber- zeuqung gehe dahin, daß weder Kaiser Alexander noch seine Regierung an einen Krieg denke und hoffe er (Kalnoky), daß die jetzige Friedens-Aera noch von längerer Dauer fein werde. Die französischen Radikalen haben nunmehr ihren Sturmangriff gegen die Stellung des Cabinets Ferry begonnen. Denselben eröffnete der radikale Deputirte Granet in der Kammer-Sitzung vom 25. October durch eine Rede über das ministerielle Expose bezüglich der Tongking-F.age und gab er namentlich seinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß Herr Ferry noch keine ' ___ ___________।hlj ii■ ■! mli. ■MimiiiTiBniiji ml i iu.rirpr.~i, ii l [""milimiTnrrrr Prima gewaschene Nusskohlen, Anthraeitkohlerr von Kohlscheid, Steinkohlen, Braunkohlen und Holz, Cokes, empfiehlt(7185)Em» Piston Verwischte K. Darmstadt, 25. October, [ßut^erfeter.] Auch unsere Stadt wird eine würdige Lutherseter begehen. Mittwoch den 7. n. M. beginnt die Reihe der Vorträge über Luther im großen Saale des Saalbaues durch Professor v. Trettschke's Festrede über „Luther und die deutsche Nation." Am 10. November findet in allen höheren und niederen Schulen eine Feftfeter mit Gesängen und Vorträgen statt, am Nachmittag wird der Grundstein der neu zu erbauenden evangelischen Kirche an der Müllerstraße gelegt, eine Feier, an welcher sich die kirchliche wie städtische Vertretung betheiUgt. Für den Abend desselben Tages ist in der Stadtkirche eine musikalische Festfeter in Aussicht genommen, zu der Jedermann Zutritt hat. Der Abendgottesdienst in der Stadtkirche am Sonntag den 11. November soll nach Anordnung des Oberconsistoriums kein Predigtgottesdienst sein, sondern eine geschichtliche Darstellung von Luthers Leben geben, durchflochten von Chor- und Gemelndegesängen. — Eine stete Erinnerung an den 12. September 1683, den Sieg über den Halbmond des Islam, sind unsere „Hörnchen", die wir als Kaffeebrod gebrauchen, die sogenannten Wiener Kipfeln. Die lautere Freude über die glückliche Besiegung des Kara Mustapha gab Wiener Backern den Gedanken ein, den Halbmond essen zu lassen; deshalb backten sie vom Jahre 1683 ab halbmondförmige Brode, die ihre zeitgemäße Bedeutung durch 200 Jahre noch lebendig erhalten haben.__________________ Schiffsnachrichten. Bremen, 27. October. Mer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Fulda, Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 17. October von Bremen und am 19. October von Southampton abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 27. October. Mer transatlantischen Telegraph^ Der Postdampfer Oder, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 14. October von Bremen und am 16. October von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.___________ Nachtrags-Creditforderung eingebracht habe. Der Ministerpräsident wies die Angriffe Granet's sehr energisch zurück und forderte ihn auf, in einer der näch- sten Sitzungen eine bestimmt formulirte Interpellation einzubringen, was Granet auch versprach. Die Bonapartisten unterstützen hierbei das Vorgehen der Radikalen gegen das Cabinet, indem drei ihrer Abgeordneten den Antrag einbringen werden, das Ministerium Ferry in Anklagestand zu versetzen; man glaubt indessen, daß das Gros der republikanischen Kammer-Majorität weder diesen Antrag, noch das Vorgehen der Radikalen unterstützen werde. Hiermit wäre vorläufig die Weiterexistenz des Cabinets Ferry gesichert; indessen hängt eine wichtige Entscheidung in der französischen Deputirtenkammer bekanntlich oft von den kleinsten Zufälligkeiten ab. Zwischen England und Frankreich ist jetzt eine Angelegenheit friedlich beigelegt worden, die anfänglich ziemlich drohend aussah, nämlich diejenige des Missionärs Shaw. Wie erinnerlich, war derselbe bei der Besetzung von Tamatave (Madagaskar) durch die Franzosen gefangen genommen und gerade nicht glimpflich behandelt worden, was zu langen diplomatischen Erörterungen zwischen Paris und London führte. Die französische Regierung hat es aber schließlich für gerathen gefunden, einzulenken und sich erboten, dem Missionär Shaw 1000 Pfd. Sterl. (20,000 J£.) als Schadenersatz zu zahlen. In einer eigens in dieser Angelegenheit am letzten Donnerstag stattgefundenen Cabinets- sitzung hat die englische Regierung dieses Anerbieten angenommen, womit der Zwischenfall erledigt ist. In der römischen Presse erörtert man jetzt den Gedanken der endgültigen Beisetzung der Leiche Victor Emanuel's im Pantheon, und zwar im Centrum desselben. Von vatikanischer Seite sollen der Verwirklichung dieses Pro- jectes keinerlei Hindernisse im Wege stehen. Die „Rassegna" verlangt indessen, daß das Grabdenkmal für den „großen König" im modernen Rom, in der imposanten Rotunde des Pantheons, errichtet werde. Die nordsavoyische Neutralitäts-Frage wird von den französischen wie von den schweizerischen Blättern noch immer lebhaft erörtert. Der Berner „Bund" fährt fort, aktenmäßiges Material zur Klarstellung dieser Angelegenheit zu liefern, woraus allerdings die unbedingte Neutralität des fraglichen Gebietes zur Genüge erhellt. Uebrigens hofft man in der Schweiz, daß eine baldige definitive Verständigung zwischen Frankreich und der Eidgenossenschaft erfolgen wird, da neuerliche Kundgebungen der Pariser ministeriellen Blätter auf eine richtigere Würdigung der Neutralitäts-Frage Seitens der französischen Regierung schließen lassen. Die Beziehungen zwischen Rußland und Bulgarien scheinen trotz des Ministerwechsels in Sofia in den alten Geleisen bleiben zu wollen. Wenigstens ist der bulgarische Minister des Auswärtigen, Balabanoff, welcher während der letzten Tage in Petersburg weilte, dort durchaus wohlwollend empfangen worden und fein Verkehr mit Herrn v. Giers, dem Leiter der auswärtigen russischen Politik, wies nicht das Geringste von gegenseitiger Empfindlichkeit auf. Die Anwesenheit Balabanoff's in Petersburg soll lediglich bezwecken, die Conventions-Urkunden betreffs der Rückzahlung der russischen Occupationskosten auszutauschen. In Canada ist die Polizei einer weitverzweigten fenischen Verschwörung auf der Spur. Dieselbe richtet sich hauptsächlich gegen den neuen Vicekönig von Canada, den Earl of Lansdowne, dessen Leben ernstlich bedroht sein soll. Die Aufregung unter den Canadiensern soll sehr groß sein; man vermuthet, daß die Verschwörung von Mitgliedern derjenigen fanatischen Richtung der Fenier ausgeht, deren Haupt der bekannte O'Donowan-Rossa ist. IIFür Restaurateure 11 Ko hl en säur ©-Apparate nach dem System Dr. Raydt-Kunheim neueste Bierpression (vorzüglich zum Conserviren des Bieres), deren Alleinvertrieb für Giessen und Umgegend mir übertragen wurde, halte ich hiermit 6353 H* Rübfam^n. ianjios ässs Fliig el Werthe von ca. JL 800, 00 Nur Prima- 360 Gewinne feinsten Doppel Essig Demyohns (Korbflaschen) Leere Demyohns M. 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