7$ Samstag den 31. März 188^. »icßciu’r Anzeiger V Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint ILgkich mit Ausnahme des Montags Bureau! Schulstrahe 7. der Diöcesane Lausanne, vom Bundesrathe die Rückkehr nach der Schweiz gestattet worden ist, im Wachsen begriffen. Die Genfer Regierung will Msgre. Mermillod den Aufenthalt im Canton Genf nur dann gestatten, wenn er sich verpflichtet, jeder Amtshandlung zu entsagen, worauf sich natürlich Msgre. Mermillod weigert, einzugehen. Ein definitiver Beschluß des Bundesraths in dieser Angelegenheit liegt noch nicht vor. Rach einer Meldung aus Lima vom 3. März hat der Präsident von Peru, Calderon, die Friedens-Präliminarien mit Chile unterzeichnet. Im Interesse des endlichen Eintrittes friedlicherer Zustände an der Westküste Süd- Aiuerikas wäre die Bestätigung dieser Nachricht nur dringend zu wünschen, denn der Kriegszustand zwischen Chile und Peru besteht nun schon in's dritte Jahr und auch das siegreiche Chile empfindet allmälig die Wirkungen dieses langwte- rigen Kampfes. _______ , _, PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 Pf. Politische Ueberficht. । GteHen, 30. Marz. Das leichte Unwohlsein, welches den Kaiser in Folge einer Erkältung während der Feiertage an das Zimmer gefesselt hielt, ift erfreulicherweise saft gänzlich wieder behoben. Die laufenden Regierungsgeschäfte haben durch die Unpäßlichkeit des Monarchen keinerlei Unterbrechung erlitten. Die Oster feie rtage sind vorübergegangen, ohne weder in der auswärtigen Lage, noch in der innern Politik Ereignisse von hervorragender Bedeutung gebracht zu haben. Watz die inneren deutschen Angelegenheiten anbe- langt so wird sich hier ein stärkeren politischer Wellenschlag überhaupt vor Ende der parlamentarischen Osterpause kaum bemerkbar machen, denn auch über hn Wechsel in der Leitung der Marine, welches Thema bisher von den Blättern des Langen und Breiten erörtert wurde, sind nunmehr die Betrachtungen rach allen Seiten hin erschöpft. In der nächsten Zeit werden daher die Verhandlungen der verschiedenen Parlamente, vor Allem aber diejenigen des Retchs- tages, welcher seine Sitzungen am 3. April wieder ausnimmt, das Interesse satt üusschließlich in Anspruch nehmen. Die Aufgaben, welche der Reichstag für den Rest dieser Session noch zu erledigen hat, sind ja auch von außerordentlicher Bedeutung, wobei wir nur auf die Novelle zur Gewerbeordnung und aus das Krankenkafsen-Gesetz Hinweisen wollen. Jede dieser Vorlagen erfordert zu ihrer Specialberathung allein schon eine ganze Reihe von Sitzungen und es laßt sich vorläufig noch nicht absehen, wann der Reichstag dazu gelangen wird, über diese richtigen Vorlagen sein entscheidendes Votum abzugeben. Der neue schwere Verlust, welcher unserer Marine in Folge des beabsichtigten Rücktrittes des Vice-Admirals Bätsch drohte, ist glücklicherweise wieder übgewendet worden. Herr Bätsch, welcher wegen der Ernennung des General- Lieutenants v. Caprivi zum Chef der Admiralität von seinem Posten zurück- tceten wollte, hat auf besondern Wunsch Kaiser Wilhelms diesen Entschluß wieder geändert. Es dürfte hierzu außerdem wohl auch die Wahrnehmung beigetragen haben, daß sich im Officiers-Corps der Marine anläßlich der letzten Vorgänge eine Erregung zu zeigen begann, welcher entgegenzuwirken der Vice- Admiral für feine Pflicht hielt. Herr Bätsch will durch sein Verbleiben den. jungem Kameraden das Beispiel unverbrüchlicher Disciplin und Pflichterfüllung geben und es steht zu hoffen, daß seine Haltung beruhigend auf die aufgeregten Gemüther wirken wird. Zur Losung der leidigen „Postmarkenfrage" ist endlich der erste praktische Schritt geschehen. Wie der „Staatsanzeiger für Württemberg" meldet, werden vom 1. April ab die sich innerhalb des Reichsgebietes bewegenden Postkarten, welche nicht die Marke des Aufgabegebietes, sondern diejenige einer andern deutschen Verwaltung tragen, gegen Erhebung von ö H Porto und 5 Zuschlaggebühr befördert. Unrichtig verwendete Postwerthzeichen des Bestimmungsgebietes werden dem Empfänger gut gerechnet. In Bezug auf die Beförderung von Briefen unter gleichen Verhältnissen scheint es bei der bisherigen Praxis sein Bewenden haben zu sollen. Die parlamentarischen Kreise Oesterreichs beschäftigen sich lebhaft mit dem Schicksal der Schulgesetz-Novelle, welche nach den Osterferien im Reichsrathe die Specialberathung zu pajsiren haben wird. Die Novelle veracht der Schule in Oesterreich wieder den confessionellen Charakter und nicht nur die Linke des Abgeordnetenhauses gedenkt deshalb gegen die Novelle Sturm »u lausen, sondern auch in den Reihen der czechischen Wählerschaft ntacht sich eine deutliche Mißstimmung gegen das Schulgesetz bemerkbar. Diese Mißstimmung macht sich nainentlich in den Aufforderungen czechischer Wähler an ihre Abgeordneten, gegen die Schulgesetz-Novelle zu stimmen, geltend. Der reichsräthliche Czechen-Club ist hierdurch in nicht geringe Verlegenheit versetzt worden, da derselbe bis jetzt gewillt ist, schon aus Rücksicht auf seine klerikalen „Freunde" im Abgeordnetenhause, für die Novelle einzutreten. Der Czechen- Club giebt sich daher alle Mühe, der Erregung der Wählerkreise beschwichti- Aend entgegenzutreten, der Erfolg dieser Bemühungen ist aber bis jetzt noch ein ziemlich zweifelhafter. Der jüngste Dynamitanschlag der Fenier gegen das Local- Regierungs-Amt zu London hat die englische Regierung nun doch zu außer- ordentlichen Vorsichtsmaßregeln veranlaßt. Die. öffentlichen Gebäude Londons werden von jetzt ab der Bewachung der immerhin respectabeln Macht von 2000 Mann Infanterie anvertraut; zum Schutze des Parlaments-Gebäudes mnd des Buckingham-Palastes, in welchem die Königin bei ihren Besuchen in London zu residiren pflegt, ist ein Bataillon Garde bestimmt. Ferner ist von Ler Regierung die Errichtung eines besondern Polizei-Corpü für politische An- .gelegenheiten beschlossen worden, das hauptsächlich dem Umsichgreifeil der geheimen Verbindungen entgegentreten soll. — Die Annahme, daß die Agitation der im Nord-Amerika wohnenden Fenier gegen England diplomatische Weiterungen zwischen Nord-Amerika und England Hervorrufen würde, scheint eine irrige zu jein. Wenigstens stellt man von New-Aork aus in Abrede, daß der dortige englische Gesandte, Jackville West, in dieser Angelegenheit an den Staats- jecretär des Auswärtigen, Freylmghusen, eine „unfreundliche Note" gerichtet habe. Von dem Vertreter Englands sei vielmehr au die Washingtoner Regierung nur eine einfache Anfrage über die Verhältnisse gewisser, gegen England mgitirenber Personen, gestellt worden. In der Schweiz ist die Bewegung gegen den früheren Erzbischof öon Genf, Msgre. Mermillod, dem, anläßlich seiner Ernennung zum Verwalter Deutschland. Darmstadt, 27.Mürz. Dem Amtsblatt Großh. Obei-Consistoriums Nr. 5 entnehmen wir noch folgende kirchliche Nachrtchlen aus dem Jahre 18ö2. Supermtendenwr Gießen: Als Decane wurden gewählt und bestätigt: Plärrer Müller zu Alsfild, Pfarrer Stock zu Stockhausen; als DecanatsstellveNrrter: Pfarrer Trautwein m Alsfeld, Pfarrer Baur in Friedberg, Psarrer Kullmann in Lauterbach. Die Definilorialpiüfung bestanden die Candidaten Heinrich Köhler aus Langsdorf, Friedrich Fritsch aus Holzhausen, Ludwig Hainedach aus Gießen, Wilhelm Volp aus Gießen, Adolph Clotz aus Haufen- Ordinüt wurden-die Candidaten Kohler und Bolp m Büdingen, Fritsch in Hltzkirchen und Medert in Freiensteinau. Als Pfarrverwalter und Piarrvkcare wurden bestellt: Belte für Butzbach, Kohler für Büdingen, dann Doiheim, Ille: t, dann Miiprediger Offenbacher für Kutoif, Bolp für Büdingen, Heumann für Frischborn, Fritsch für Hltzkirchen, Medert für Freiensteinau. Erledigt sind: Die Pfarieien Belleish'ini, Biuchenbrücken, Busenborn, Dortelweil, Echzell, Ermenrod, Eschenrod, Ettingshausen, Freiensteinau, Frischborn Gedern II-, Gelnhaar, Gettenau, Gonterskirchen, Groß-Eichen, Gloß-Felda, Hain-Gründau, H^tershauseii, Herbstein, Herchenham, Heuchelheim, Hltzkirchen, Holzherm Hopsmannsfeld, Kirtorf Lanasdorf, Lauterbach I, Leihgestern, Lehrdach, Münzenberg 1 Oberau, Oder-Gleen, Ober-Rosvach II, Oder-Seemen, Rohrdach, Sch'ckartshausen, vteinbach, Stumpertenrod Udenhausen, Usendorn, Bolkarlsham, Watzenborn, Willofs, Wolfersheim. Em- aewe.ht wurde die neue,baute Kirche ,n Herchenhain, die neue Kapelle m Herbstein, die rt1iaimiien Küchen in Schütz nnd Altenschlirf Kirchliche Feste wurden gefeiert- ». b Guuav Adols Vereins: m Allendorf, B-rstadt, Eckartshausen, Gedern, Giünberg Homberg, Münzer berg, Rieder Moos, Nieder Rosbach, V'lbU; b- d.r Moston. in Alten- schürf, ArilSdurg, Bergheim, Crainfeld, Gießen, holzherm, Lich, Münster, Rimbach, Stockheim; c. das 4. Gesangfest des evangelischen KlrchengesangveremS für Hessen in Gießen; d. Sedansfeier- und Sylvester - Gottesdienste in Detjc9iebenen ®en}^”l)en- K.rchenoisitationen fanden statt in Assen heim Bernsdur g Bindsachsem ^EN chwend und Altenburg, Busenborn, Butzdach, Düdelsheim, Engeliod, n bad) bet Friedberg, Frischdorn, Gelnhaar und Bergheim, Groß-Felda und Windhausen, Grünbeia Höchst a. M-, Holzhausen, Holzhausen und Dorf Gill, Homberg, Hutzdorf und Framombach, Langenhain, Langsdorf und Bettenhausen, Laubach, Leihgestern, Mrder-Erleitdack. Nnder-Florstadt, Obbornhofen, Ober-Breidenbach und Storndorf, Ober-Ofl^den, Ossenheim und Bauernheim, Rodhetm, Rodgen und Annerod, Röhrda s und Stockheim, Schwickartshausen, Trais a. d. Lda., Ulrichstein. Decanalsvisitationen wurden gehalten in den D^canaten Friedberg und Grünberg. Darmstadt, 29. Mürz. Zu Mitgliedern des Laildes-Comunfiron, die nach der Bekanntmachung vom 24. d. Mts. (Regier.-Blalt Nr. 6) zur Ent- toeibmm über die aus 'Mitteln des Staates zur Heilung der durch d,e lieber» schwemmungen veranlaßten Gebäudeschäden zu leistenden Beihiilfen berufen if, sind Seitens des Großh. Mimsteriums des Innern und der Justiz oer Nclin- sterialrath Dr. Jaup, und zwar dieser als Lorsitzender, der Obersinanzraty Emmerling und der Baurath Busch ernannt worden. D>e Provmz>al- Ausschüsse haben zu Mitgliedern erwählt den Gemeinde-Einnehmer Rahn zu Schwanheim, den Bürgermeister Mohn zu Laubenheim und den Justzrath Dr. Geyger zu Asienheim. Zu Ersatzmänneriider Letzteren, sinderwählt worden Sparkasserechner Lautz zu Groß-Umstadt, Burgermehter Egli) zu Oppenheim und Beigeordneter H e ß zu Gießen. GeüerreiH. oü ‘•Yn ber Anaeleaenheit ber Ermorbung Georg Majlath s sind nachüeh-nd^Deta'ls aus dcm ä>zlt>chen des Die Leiche lag in der Mitte des Zimmers aus^^dem 9^°^, Bett, den Kops gegen das Fenster S-kehrt. ' b(c Pumllen weit und starr; blau, säst v olcit gesarbt. Die Augenlider standen ost , ^und war offen, die Conjuct ve war deidelseiis mit Blntextravasatcn d -h! 8 . .usumn engedrehtes in der itUundhähle k-tne Adnormstät (neben dem K°P,efliegt ‘ J ^r), blutiges Handtuch, welche« von den Dienern ans dem Munde ^enistrm aus Kopf und Gesicht sind Blutflecken sich bar. 1 bcm 'reätcn Vorderarm sieht sammengelegt und stark na» dem Ha s gezogew Kus finb stark gefesselt und man eine quer lausende, vom Blut fU00 OW j« @*nUr mtt starken Knoten gebunden, an eine mrhrsach um den Val« 0°lfblungene L«nu ^nden. Der ganze Körper Die Füße sind über dem Knöchel k>lerch°r L>ehnu g (fj auf bag Minimum zeigt starke Mrrskelstarre. Die B-weglichkett pr afi Halsschltnge an- reducnt. Nach Abnahme der Schnüre zeigt chieÄ^ bcibe Handgelenke geknotet. Nach Lösung des Knoiens and Handwurzel gelegten, zweimal stramm angezogen und endeteein Schlinge straff. Die Tomen stark angespannten Schlinge. Um den Schlinge, die einschneidend sich in die sind gedoppelt und enden ebenfalls blc Schnur zweimal Ulllgkdreht Weichtherle des Halses s,ae astchürst Bei der Compresston des Brustkorbes unb locker zu einer losen Schlinge g sch z. Flüsstgkctt entstaub ein starkes zeigte sich eine Luftbewegung tm A h mo ö , 6tm lange scharfe Schnitt- Rasseln. Auf der re^ttten @ltebe des rechten Mittelfinger«, eine V/s Ctm. wunde, desgleichen eine °u d m driMu rVue^ Schlüsse bte An- lange und 1 Ctm. breite blut « verübt wurde und begründet ficht aus, daß der Mo^b z ich Cseren um 6 Uhr Morgens bereits die voll- SSSÄ »"« »» T." eintritt. Siabthauptmann Kovics fand Verdachtsmomente, welche gegen den Leib- Husaren Berez gravirend sind. Die Mörder haben Zett gefunden, im Lavoir des Schlafzimmers sich bie Hänoe vom Blut zu waschen. Der Tod erfolgte durch Er- drosielung. Die Flucht geschah durch das Fenster über der Basteimauer mittels einer Rebschr-ur, welche Knoten zum Herabsteigen enthielt. Der Kaiser wurde telegraphisch verständigt. Im ganzen Lande ist man über die Entsetzmsthat erschüttert. (F. Z.) Telegraphische Depeschen. Wolff'ö telegr. Correspondenz-Birreau. Berlin, 29. März. Se. Maj. der Kaiser hat auf die Glückwünsche der hiesigen Stadtverordneten-Versammlung zu Allerhöchst Seinem Geburtstage folgende Zuschrift an dieselbe gerichtet: Die Zuschrift, in welcher Mir die Stadtverordneten Ihre warme Theilnahme an Meinem Geburtstage zu erkennen gegeben haben, hat Mich wie immer herzlich gefreut. Vor Allem ist Mir die Versicherung angenehm gewesen, daß alle Bürger des Landes ohne Unterschied der politischen Parteirichtung in der Liebe und Treue gegen Mich fest geeint sind. Der innige Zusammenhang zwischen Fürst und Volk bildet das Fundament zur Wohlfahrt des Staates; in diesem Bewußtsein fühlt sich die Bürgerschaft Berlins seit Alters mit Meinem Hause und mit Mir verbunden. Ich weiß, daß in diesem treuen Sinn die Segenswünsche, welche die Stadtverordneten mit frommem Aufblick zum Allnmchtigen Mir ausgesprochen haben, wurzeln. Freudig bewegt danke Ich ihnen aufrichtig für den Ausdruck ihrer Ergebenheit in dem Vertrauen, daß das gemeinsame Band im Laufe der Zeit sich nur fester wird schlingen können. Ich habe Miner Haupt- und Residenzstadt stets ein reges Jntereffe gewidnlet; die Fortbildung dieses großen Gemeinwesens hat Mir daher lebhafte Freude bereitet. Zur besondern Befriedigung wird es Mir gereichen, wenn seine stetig fortschreitende Entwicklung mit der unaufhalt- sam wachsenden Ausdehnung und Bedeutung der Stadt zum Segen ihrer Bürger gleichen Schritt hält. Berlin, den 28. März 1883. gez. Wilhel m. An die Stadtverordneten zu Berlin. — In einem Artikel über das Vertaaungsrccht verweist die „Provinzial - Eorresp." auf Art. 52 der preußischen und Art. 12 der Reichsversassung, welche der Krone das ausschließliche Recht der Einberufung, Vertagung und Schließung per Parlamente beilegen. Eine Unterbrechung der Verhandlungen, sofern dieselbe nicht durch Initiative des Staatsoberhauptes erfolge, sei nur soweit zulässig, als äußere nicht zu beseitigende Umstände dieselbe unumgänglich nothwen- dig machten oder ordnungsmäßige Erledigung der Geschäfte selbst dieselbe erheische, darüber hinaus stehe weder dem Landtage, noch dem Reichstage ein "Recht zu, die Verhandlungen auszusetzen oder die Geschäfte ruhen zu lassen; Geschäftsordnungen seien nur für parlamentarische Körperschaften bindend und könnten die verfassungsmäßigen Kronenrechte nicht beeinträchtigen. Am Schlüsse heißt es, die Regierung lege aus die Erledigung der Verwaltungsgesetze noch in dieser Session den größten Werth und werde die Durchberathung und Beschluß- faffung selbst auf die Gefahr hin verlangen, daß die Lanbtagssession sich über den bisher angenommenen Termin hin autzdehne. An einer andern Stelle bespricht die „Prov.-Corresp." eine in Hannover erschienene Schrift, betitelt „Die Angriffe des Abg. Richter und Genossen gegen die Armee", welche die Theilnahme weiterer Kreise beanspruche. Pesth, 29 März Die über die Ermordung des Präsidenten Mailath bis jetzt ermittelten Umstände scheinen auf einen Raubmord hinzuweisen. Die Uhr, die Börse, die Brieftasche und der vom Fln.'.er berabgezogene Ring des Ermordeten fehlen, an dem Kasfinschranke sind Spuren einer versuchten gewaltsamen Orffnung desselben sicht- var. Der Gerichtsarzt hat konstatirt, daß die Kinnlade des Ermordeten zerschmettert tsi, die Erdrosselung erfolgte durch eine Rebschnur, der Ermo'dete war an Händen und Füßen gefesselt, das Gesicht war schwarz, die Leiche lag im Nachthemde am Boden, das Bett war noch unberührt, der Ermordete scheint tm Begriff gewesen zu fein, sich ntederzulegen. Der Mord muß gegen Mitternacht verübt worden sein, da Präsident Ma'lath um 11 Uhr noch von seinem Schwiegersöhne Pallavic'.ni besucht wurde. Die Flucht der Mörder ist wahrscheinlich mit Hülfe einer Rebschnur vom Altan auS auf dre Basteimauer und von dort auf den Erdboden erfolgt, wo man Stiefelspuren tm weichen Erdreich eingedrückt gefunden hat Die Spuren deuten aut Schuhwerk von gewöhnlichen Leuten hin. Der Weg, den die Mörder bet der Flucht eingeschlagen haben, ist durch nach zwei Richtunzen hin bemerkbare Blutspuren bezeichnet. Der Leibhusar des Ermordeten, der in der Nähe des Schlafzimmettz nächtigte und erst vor einigen Wochen in den Dienst getreten ist, wurde als verdächtig v rhaftet. Zur Ermittelung der Thäter sind die umfassendsten Maßnahmen im Gange. _ London, 29. März. Heute standen zum ersten Male Sch'.ldwachen an den Eingängen des Königlichen Gerichtshofes und des Regierungsbureaus in Sommcr- f rthouse. Liverpool, 29. März. Die Polizei saisirte gestern eine Kiste mit Explosions- ttoffen und Höllenmaschinen, die von Cork per Dampfer gekommen war. Ein auf dem Sck ffe befindliches Individuum wurde kurze Zeit nach der Ausschiffung verhaftet. Konstantinopel, 29. März. Ein russisches Stationsschiff ist nach Varna gegangen, um den Fürsten Alexander von Bulgarien, welcher sich nach Griechenland begiebt, abzuholen. New-Bork, 29. März Die „Eoening Post" erwähnt eines Gerüchts, nach welchem England seinen Einfluß auf bte Vereinigten Staaten geltend mache, um dieselben zur M'iw'rkung an der Bildung einer internationalen Polizei gegen die Anarchisten zu bewegen. Irgend welche anderweite Bestätigung dieses Gerüchtes liegt nickt vor. ö Lokale-. Gießen, 30. März. Schwurgerichtsverhandlung vom 29. März l % gegen Johannes Steuernagel II. von Nieder-Ohmen wegen Meineids Steuernagel ist angeschuldigt: daß er am 6. Juli 1882 vor Großh. Civil-Kammer I. zu Gießen, einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, » buiMur- null tawmn Schulstraße Nr. 10 in Gießen abhalte, und bitte meine geehrten Kunden, mir ihren Bedarf bis dahin aufzubewahren. JMsfun «Heiter und zurückgesetzte Buckskins bedeutend unter Preis bei 2147 ___Gebr. Scheel, Neustadt. Großes Schnhwaaren-Mger vod Julius Buch und ergänzen aufs glänzendste die lichtvolle Darstellung der Feder. Und was diese blutet, ist so reich unb auserlesen und so das Erkennen des echten Gemüths- und Geisteslebens anbahnend, wie es der Frau, will sie ihre Aufgabe als Gattin und Mutter freudig lösen, unbedingt eigen sein muß. (Prager Tageblatt.) m TchtfiSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C. W. Di.tz Nachfolger, Gießen. m .Bremen, 28. März. Der Postdampfer Oder, Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 17. März von Newyork abgegangeu war, "t heute Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton an gekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 11 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 76 Passagiere und volle Ladung. _ a. M», 30. März, Nachmittags 3 Uhr — Min. (Telegraphischer ^0U^B^LoQ^ltöetj-eUt ba§ Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 287V«, Staatsbahnactien 294, Galizier 264%, Lombarden 127, Nord- westbahnactien 177V8, Gotthardbahnactien U91/«, Darmstädter-Bankattien 158V«, A^AoCommandit 2091/4, Oefterr. Silberrente 67, 4o/o Ungar. Goldrente 76^/16, 47o 1880er Russen 723/0, 5o/o 1877r Ruffen 90, 2. Orient-Anleihe 57»/16, 4o/o Spanier 63, 5o/o Rumänische Rente 93V«, 4% Unific. Egypter 75’/8, 5«/o Türken 12"/ie, Dnx-Bodenbach-Actien —. Tendenz: sehr fest. Mein aufs Reichhaltigste assartirtes Lager in fertigen § Herren- nnd Knaben-KIeidern Z bringe hiermit in empfehlende Erinnerung. Lager separat* 2»° Hermann Kat®. im 62. Lebensjahre, was wir Freunden und Verwandten hierdurch mittheilen. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, Helmstedt, Zittau, den 30. März 1883. Die Beerdigung findet Sonntag den 1. April , Nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Ludwigsstrasse 12, aus statt. 2193 Für Einjährig Freiwillige! 2187 und 2160 Gntree frei. 2192 30.3.7Mrpräc Aufn. 2110 1942 Ein Lehrling in ein Eolonial- und Eisenwaaren-Geschaft gesucht. Näheres bei der Exped. ds Bl.________ guten Passens schnellstens angefertigt. Complette Anzüge von guten Stoffen nach Maß M