Erstes Blatt Erscheint LäMH mit Ausnahme des MsntirgÄ. London, 27. Juli. (Oberhaus). Morley theilt mit: Im Ganzen sind mer den britischen Truppen in Kairo an der Cholera -erkrankt 2 Officiere und M Mann, davon gestorben 2 Officiere und 23 Mann, seit gestern 1 Lieutenant und 8 Mann. (Unterhaus). Baron de Worms kündigt zürn Amendement Norwood lolgendes Amendement an: Angesichts der jüngsten Correspondenz zwischen -epeps und Gladstone sei eS nöthig, daß die Kammer voll ihre Urtheilsfreiheit betreffs der Wasserverbindung zwischen Mittelmeer und Rothen Meer wahre, mke antwortet, daß keine asiatische Cholera in Europa sei. Die Sterblichkeit !h er ^olera sei in England in diesem Jahre hinter dem gewöhnlichen Ech^chnttte zurückgeblieben. In der letzten Woche wurde nur die Hälfte des gewöhnlichen Durchschnittes constatirt. — Fitzmaurice erwidert: Außer von der Mrte jei von keiner Macht eine Mittheilung über ein provisorisches Suezkanal- nrrangement eingegangen. Gladstone erklärt, er habe keine Bestätigung der unonymen Anklagen gegen den Khedive erhalten, es liege also Nichts vor, um lem Vertrauen in denselben zu erschüttern. t. — $c5, General Fenwick Williams, welcher die Stadt Kars im Krim- knege vertheidigte, ist gestern Abend hier gestorben? <, _ 27. Juli. Der Bundesrath hat Italien den Vorschlag gemacht, . ^scheidung über den Conflict, betreffend die schweizerischen Freiplätze im Collegium Borromäum zu Mailand, einem internationalen Schiedsgericht 3« übertragen. Rom, 27. Juli. Das nächste Consistorium tritt nach den bisherigen Wrmmungen am 9. August zusammen. Petersburg, 27. Juli. Ein Dekret des Ministers des Innern ergänzt die letztgetroffenen Schutzmaßregeln gegen die Cholera und ordnet an, daß direct ms Egypten ohne Zeugniß über unterwegs absolvirte Quarantäne kommende Schiffe in baltische Häfen nicht einlaufen dürfen; alle aus anderen nordafrika- nijchm Küstenorten in baltische Häfen einlaufenden Fahrzeuge sind sanitärer Besichtigung und in zweifelhaftem Falle einer sechstägigen Quarantäne zu .mteaziehen. Baut Kanäle. Nachdruck verboten- In unseren Industrieländern haben, um der Coneurrenz genügend begegnen zu können, die Kapital sparenden Klassen in der letzten Zeit mehr und mehr ihre Ueber- schüsse zu Anlagen aller Art verwenden und demnach sich mit geringerem Gewinn begnügen müssen. Es isi bekannt, daß eine solidere Verwendung der heimischen Ersparnisse für die Volksmirthschaft im Allgemeinen und für die arbeitenden Klassen im Besonderen mit den wohlthättgsten Folgen begleitet ist. Namentlick in Europa stehen dem Ackerbau, dem Handel und den Gewerben die Betriebsmittel reichlicher und billiger zu Gebote, sind die Verkehrswege erleichtert und verwoblfeilt, als irgendwo, und dadurch sind die Vreise der Lebensbedürfnisse und der Fabrikwaareu ermäßigt, die Arbeitslöhne aber in Folge der dadurch wieder erwachten Unternehmungslust in langsamem, aber sicherem Steigen begriffen. Wenn wir unseren Kapitalien ein engeres Anlage- gebiet geben, als dies in der Schwindelperiode der Fall war, wird die Lösung der socialen Frage um ein Bedeutendes näher gerückt und eher zu ermöglichen sein, als durch alle Universalheilmittel soclalistischer Quacksalber zusammengenommen. @ine'ber:: artige neue und gute Kapitalsanlage ist der Bau von Wasserstraßen, von Kanälen. •üdjtigc Ulten "endem V-kdiM, ur von im deutschen 1 Statteten Staats« Moosen auf Theil- m Provision und angestellt. len ;u richten an die lnkvereeniging Grün t'uri a. M. 5095 n** Mott. Aegypten. 8 Uht finh*™ a?ä^? ber, S6t(n,?lerunbän,aniifl Stunden bis heule früh Q-U A J1 HA 1 56, in Chibrn-el-Kum 48, in Mehallet 20 in Mansurab 12 In £ D'miette 9, in Alexandrien 2, in der Provinz ©Sie 67,' in ^.0' davon 120 Personen in Bulak an der Cholera gestorben. Unter den in ftorbcn® nVrbeiKn be^anben 85 5Itere Personen und 24, die im Hospital ge- !!" »?"•", 'SMS S SS ÄSSÄftÄ.*" - SÄE , ^^rin, 27. Juli. Die Königin von Portugal ist nach der Schweiz aogereist. Die königliche Familie geleitete dieselbe nach dem Bahnhof, wo die Behörden und eine zahlreiche Volksmenge erschienen waren. xn>?.» 5!: $ul(' lTisza-Eszlarer ProceßO Der Staatsunwalt Szetffert öffnet die Reche der Plaidoyers durch eine Rede, in welcker er zunächst den laut ge- ^rwurf zurückweift, als habe er zu Beginn der Verhandlung nur entlastende Momente angeführt. Jetzt nach Abschluß des Beweisverfahrens müsse er erklären, daß iinriAH67 U*!?n9 ^^ft nur entlastende Momente zu Tage gefördert habe. Es sei eine hpn Uf.nbk» 0e?Aen verstoßende Auffassung, daß der Staatsanwalt nur i“ c.? bJe Angeklagten belastende Momente aufzudecken. Der Staats- bJe des rituellen Mordes fallen und bemerkt, daß die Aussagen des n ?$ar un5Qtt6ar seien. Auf d n Dadaer Leichenfund übergehend, spricht er hPt«n%G^er^U?Un0 ba§ Bestimmteste dahin aus, daß die gefundene Leiche diejenige ^^rSol^ossyfei Der erste ärztliche Befund sei ihm kein Beweismittel, die Veite Kritik diel es Besundes habe einer der Aerzte durch die offene Erklärung geübt: Arenn wir gewußt hätten, welche Consequenzen die Sache haben würde, dann hätten °f«er9 ßrTarpL Das Gutachten der Pesther Universitüts-Pl ofesforen acceptirt tsanwa^lt als Beweis und hebt hervor, daß es diesen gelungen fei, die Wahr- ..L,aQo ?en bringen. Die Esther Solymoffy könne unmöglich in der Weise um s^Leben gefommen sein, wie Moritz Scharf angibt, und nachdem in diesem Falle rem Substrat habe festgeNellt werden können, entfalle der Verdacht der Vorschubleistung Der Redner schließt folgendermaßen: Nach meiner Ueberzeugung ist hier ie Gesch chte der Jrrthümer um einen Fall reicher geworden, den ich im Interesse der * älz auf das steifte beklage. Ich wünsche, ich könnte jenes Blatt aus der Geschichte heran, reißen, auf welchem dieser Fall verzeichnet steht. Nach meiner Ueberzeugung sind ,, £ ^ter anwesenden Angeklagten unschuldig an den ihnen zur Last gelegten Thaten und diese meine Ueberzeugung lasse ich von Niemandem entasten. gleichwie ich die memige Niemandem aufoctroyiren will. Wenn aber der Gerichtshof meine Ansicht über das Beweismaterial dieses Proceffes nicht theilt, wenn derselbe vielmehr die im taute der Schlußverhandlung gegen die Angeklagten aufgetauchten Daten als aus- reichende und begründete Beweise anerkennt, so möge er sich durch meinen Antrag nicht deschranken lassen, sondern mit dem Gesetze in der Hand und mit dem Rechtsgefühl cS 'einetP bigenen weisen Ermessen ganz unbeirrt das Urtheil sprechen. In diesem Momente sind die Blicke des ganzen Landes, ja der ganzen gebildeten Welt aus uns gerichtet. In diesem Momente trachte Niemand, die Last, die ihm zugemeffen ci ^f^ultern Anderer zu wälzen Thue Jeglicher von uns, was ihm die Pflicht gebietet, und Jeder von uns besitze den Muth, die Verantwortung dafür zu übernehmen, was er gethan. Ich halte die Angeklagten für unschuldig und beantrage, dieselben von der Anklage und deren Folgen freizusprechen. Nach dem Staatsanwalt ergreift der Advokat Szalay als Vertreter der Wittwe Solymoffy das Wort und beklagte zunächst das Verhalten des Staatsanwalts, welcher dre Belastungszeugen stundenlangen Torturen durch seine Fragen unterzogen habe, wahrend er die falschen Entlastungszeugen sorgfältig schonte. Szalay wurde im Laufe seiner Rede so erregt, daß der Präsident sich gezwungen sah, ihn zur Mäßigung zu malmen und vor persönlichen Invektiven zu warnen. Szalay suchte sodann nachzu- weffen, daß ein ritueller Mord nicht nur denkbar sei, sondern in der Geschichte oft dagewesen fei und von den jüdischen Gesetzen und heiligen Büchern geboten werde. Auch möcht? ße8Cnroärti0en ^lle liege er vor, wie sehr ihn auch jüdisches Geld vertuschen . Dte Auslassungen Szalays wurden alsbald wieder so heftig, daß der Präsident ?? 1 'sünuHebßnffe erklärte, er werde nicht weiter dulden, daß der Redner von der Sache abweiche, ben rituellen Mord betone und Religionshaß predige. Das Publikum begrüßte diese Erklärungen des Präsidenten mit Eljenrufen, was der Präsident rügte, tnbern er zugleich drohte, er werde den Saal räumen lassen. Szalay schloß seine Rede mit der Aufforderung, nicht das Schächtermesser gegen das Kreuz siegen zu lassen. ir an r b<öer Funtak betonte, man müsse schamrotb werden, wenn man sehe, wie viele Menschen sUbft unter den Gebildeten an das Märchen von dem rituellen Mord glaubten, in den breiten Schickten des Volkes habe es freilich keinen Glauben gefunden. Funtak wies nach, daß die Beschuldigung des rituellen Mordes niemals erwiesen worden sei so oft auch in vergangenen Zeiten von den Angeklagten durck Torturen ein Gestandniß erpreßt wurde. Noch niemals habe ein Konvertit etwas über eine derartige Blutbeschuldigung zu verratben gewußt. Keine europäische Regierung würde Juden dulden, wenn ein Wort davon wahr wäre, nur im ungarischen Parlament habe dieses unglückliche Wort ausgesprochen werden müssen. Redner wies auf die traurige Lage hin, in welche sein Klient Salomon Schwarz durch die Anklage gerathen sei, betonte die Haltlosigkeit der Aussagen Moritz Scharfs und plaidirte für Freisprechung. “sä & «W*’ett ,i Arcis vierteljührtich 2 Mark 20 Pß mit Bnngerlchn. ^urch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mars 50 Pf. ALL ein rüder Eich, rfjau§päd)ter. nätt finden gute te in der Aved.MM ave? Mädchen, welche; n kann und die ersteht, wird auf 1. &pf: )t von ^Unternehmer Koch, Westanlage 16. ! tntagben 29.3«li| Gefundene Gegenstände: 1 Regenschirm, 1 SonnenMrm, 1 Kinderschuh, 1 Handschuh, 1 Recbenbuch, 2 Taschentücher, 1 Portemonnaie mit Inhalt, mehrere Schlüssel und Hunde- ^Gkeßek^dm 28 Ä S“* 1 3°ld°n° Armspange, 1 goldenes Armband. B oen ^uU lbö3- Großherzoglrches Polizeiamt Gießen. ——___i—Fresenius. Nr. 173 Erstes Blatt. Sonntag den 29. Juli 1888 Gießener Znzeigcr Amts- tmb Anzeigeblatt für ben Kreis Gießen. °>°n unter f ° . besucht —- u".‘i Gureaur Schulstraße 7. wer Schatz icdm Opfer der TelH "nanit) und gtWw ►n ist das beruht tau’s Selbst- ahrnng- Abbild. SürttäU r der M biiiti 'S jen B-l-hwW * Btt ..r* g Ponuke s inW«- 21 Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenz-Bnrearr. ’ .27‘ Julü Der Gesandte ö. Schlözer begab sich heute Nach- nirttag nach Potsdam und wurde dort vom Kronprinzen empanaen. Gestern empfing der Kronprinz den Afrikareisenden Lieutenant Wißmann. x anT verstorbenen Polizeidieners Heinrich Raab zu Stegen. 27. Korbmacher August Werner, W'.ttwer, mit Katharine Ruppel, Tochter des verstorbenen Webers Johann Kaspar Ruppel zu Gießen. 27. Schlosser Heinrich Jacob Schneider mit Katharine Eltsabtthe Hahn, Tochter des verstorbenen Oeconomen Wilhelm Hahn zu Gießen. ' Geborene. Juli. 15. Eine Tochter von auswärts, Katharine. 16. Dem Schreiner Emil Zimmermann ein Sohn, Ludwig Emil. 16. Dem Schmied Johann Ludwig Becker em Sohn, Karl Magnus. 18 Dem Hüttenarbeiter Karl Krevast ein Sohn, Karl ln von auswärts, Eduard. 18. Dem Fabrikarbeiter Adam Grteßling in Offenbach a. M. eine Tochter, Kunigunde. 18. ZwilUngskinder von auswärts, Karl und Karoline. 19. Dem Rangtrmetstcr Georg Diehl ein Sohn, Georg Christian. 22. Em Sohn von auswärts, Karl. 23. Dem Küfer Louis Lenz eine Tochter, Helene ^rie. 24. Dem Briefträger Peter Hanauer Zwtllingsktndcr, Marie Christiane und Philipp Peter Ludwig Konrad Christian Wilhelm. 26. Eine Tochter von auswärts, Lmse. 26. Dem Post-Secretär Heinrich Schwetje ein Sohn, Arnold Friedrich Heinrich. Gestorbene. ™ 1 ZE. 20. Wilhelmine, 4 Jahre alt, Tochter des Hülfsweichenftellers bei der Main-Weser-Bahn Ludwig Korbacher. 20. Rentner Christian Burkhardt I., 72 Jahre alt. 21. Karl, 11 Jahre alt, Sohn des verstorbenen Bremsers Georg Kahn. 22. Ka- thar ne, 5 Jahre alt, Tochter des Feldwebels im II. Grotzh. Hessischen Infanterie- Regiment Nr. 116 Theodor Gönner. 22. Amalie Johanna, 5 Monate alt, Tochter des Schuhmachers Georg Appel. 25. Richard Ludwig, 3 Jahre alt, Sohn des Professors Theodor Wilhelm Braune. 25. Maler Ludwig Emil Christian Julius Maus, 23 Jahre 26- Heinrich, 17 Tage alt. Sohn des Taglöhners Ludwig Baumann. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 22. Juli. Johann Georg Simon, Kutscher zu Gießen und Margarethe Keller, ledige Tochter des verstorbenen Maurers Ferdinand Keller zu Gießen. _r Den 25. Juli. Carl Heinrich Panzer, Telegraphen-Aspirant zu Siegen und Anna Susanne Raab, ledige Tochter des zu Mainz verstorbenen Poltzetdieners Heinrich Raab. Denselben. Heinrich Carl Martin Stohr, Stadtkassengehilfe zu Gießen und Johannette Kathgrine Luise Stoß, ledige Tochter des Fleischbeschauers Friedrich Wilhelm Stoß zu Gießen. Denselben. Dem Kreisbauaufseher Heinrich Eichler eine Tochter, Emilie Fanny, geboren den 11. Juli. Denselben. Dem Schreiner Georg Hoß ein Sohn, Adolf Friedrich Georg, geboren den 20. Mai. Beerdigte. Dm 21. Juli- Dr David August Völcker, Geheimerath, Hofgerichtsdircctor i- P-, alt 82 Jahre, starb den 19. Juli. Den 22. Juli. Christian Burkhardt I., Rentner, ein Wittwer, alt 72 Jahre, starb den 20. Juli. Getaufte. Den 22. Juli. Dem Kaufmann Hermann August Müller ein Sohn, Georg Augusts geboren den 19. Juni. • ~ Metzger Carl Peter Sack eine Tochter, Caroline Mathilde, In Deutschland sind wir mit derartigen Anlagen noch weit zurück und geraume Zeit wird vergehen, ehe Deutschland auf der Stufe angelangt ist, auf welcher sich England, Frankreich, die Rtcoerlande, die Vereinigten Staaten von Nordamerika und sogar China längst befinden. Unsere neuesten technischen Erfindungen und Verbesserungen werden die natürlichen wie die künstlichen Wasserstraßen zu einer viel größeren Ausnutzung bringen h-lfen, als dies bisher überhaupt der Fall gewesen ist, und Wasserkraft in Verbindung mit Electrtcität werden unsere Industrien auf ganz neue Gebiete drängen. Die vollständigste Ausnutzung der Wasserstraßen beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Transport; seit Jahrhunderten bereits waren sie tm Dienste von gewerblichen und landwirthschaftlichen Zwecken, zum Treiben von Mühlen und zur Bodenbewässerung und von altersher schon wurden zu diesen Zwecken Kanäle gegraben. Flußcorrcctionen, Kanal- und Teichbauten zu Bodenmeliorationen und zum Schutze des Landes gegen Ueberschwemmung und Austrocknung sind uralte wtrthschattlicve Arbeiten. Alle diese Werke aber wurden in Deutschland in der Regel nur für einen bestimmten Zweck angelegt, entweder um eine gewerbliche Anlage zu treiben oder um größere Wiesencomplexe zu bewässern oder um die Schifffahrt zu erleichtern oder einen Sumpf zu entwässern und trocken zu legen. Die uns bekanntesten kleinen Kanäle, welche nur einem bestimmten Zweck dienen, sind die Mühlgraben oder Mühlbäche. Viel leichter aber können Flußcorrecttonen und Kanalbauten zu Stande gebracht und mit Vortheil betrieben werden, wenn es gelingt, sie mehreren Zwecken zugleich dienst- und nutzbar zu machen. Die Chinesen, welche wir wegen ihrer geringen (?) Neigung jum gortfd?ritt häufig zu verachten pflegen, sind uns hierin mit «sehr nachahmens- würdigem Beispiel vorangegangen. Alle ihre Kanäle sind so angelegt, daß sie zum Transport, zum Schutz gegen die Zerstörungen des Wassers und als Bewässerungs- mtUel zur Erhöhung der Fruchtbarkeit des Landes dienen. Die seit Decennien periodisch verschiedene Theile Deutschlands treffenden großen Ueberschwemmungen führen allmählich zu der dringenden Nothwendigkelt, volkswirth- Schutzmaßregeln im Großen dagegen zu treffen. Die Ueberschwemmungen durch Wolkenbruch, welche vor wenig Tagen die Oberlausitz wieder betroffen, mahnen e"e^tsch. Die Wiederaufforstung der Wälder wäre allerdings ein Haupt- hülssmittel, allein es würde zu viel Zeit verloren gehen, ehe es zur Geltung gelangte, und in bevölkerten Distrikten Deutschlands, z. B. Sachsen, würde es kaum ausreichend sein. , . Ein ferneres Schutzmittel gegen die Hochwässer bietet die Natur selbst und zwar in den Gebirgsseen. Der Teichbau, welcher hauptsächlich tm Mittelalter betrieben wurde, hat jene Wohlthat der zeitweisen Aufsammlung der Hochwasser auch auf das tiefere Land übertragen. Es wird also ein rationelles System von Terch- und Canalanlagen besonders in Gebirgsländern zur größten Wohlthat gereichen. Der Kultur- technlker Professor Dünkelberg sagt in seinen Werken sehr zutreffend: „Eine reichliche und wiederholte Ableitung des Wassers, der st'eßenden Gewässer durch lange der Horizontale sich nähernde Kanäle, die Erhaltung der Teiche und Seen und ihre Wieder- rtnnchtung, wo sie in mißverstandenem Interesse aufgelassen wurden, sind treffliche ! Mittel, die Hochfluthen in ihrem schädlichen Laufe zu schwächen und die Gefahren der i Überschwemmungen in demselben Maße zu vermindern, als sich das Retz großer und skleiner hochgehaltener Kanäle über weite Länderstrecken sachgemäß verzweigt und Im Alterthum verstand man es recht wohl, das Wasser aus einer feindlichen Elementarkraft in einen Freund und Wohlthäter zu verwandeln, und bieten die An- ttrengungen die man fett Jahrtausenden bet den jährlichen Ueberschwemmungen des unteren Nillandes macht, den besten Beweis dafür, wenn sie auch nur galten, eine b^ere Befruchtung des Landes herbeizuführen. Mißernten, Hungersnoth und Seuchen e4*ol0<7 "enn es nicht gelang, die großen Länderstrecken zu berieseln. Ein ^Ä Ä^^/I0^ieur hat, um dieser Calamität abzuhelfen, vorgeschlagen, einen Kanal S ^tetLC be§ letzten Überschwemmungsgebiets nach diesem anzulegen, so daß diese Landerftrecken auch bei dem tiefsten Wasserstand des Nils gespeist werden können. Ein weiteres Beispiel, wie man im Alterthum die Kanalanlagen zu würdigen und sie dem Dienste der Menschheit nutzbar zu machen verstand, ist, daß schon vor viertausend Jahren König Nego einen Kanal aus dem Nil in das rothe Meer obletten ließ. v I r , Noch weit besser und rationeller aber haben die Chinesen ihre Kanäle gebaut, I si^dienen beiden Zwecken, der Landeskultur und dem Verkehr, der Ent- und Bewässerung und dem Transport, und zwar in einer Ausdehnung, daß wenige Städte nicht mit dem Schaff zu erreichen sind. Selbst Gebirge sind von den Kanälen durch- fchnitten. Das bedeutendste und großartigste Bauwerk dieser Art ist der Kaiserkanal, der tn einer Tiefe von 3 Meter und in einer wechselnden Breite von 40—300 Meter auf mehrere Hunderte von Meilen weit sich erstreckt, Thäler und große Flüsse über- setzt, Gebirge durchbricht, um ble beiden gröhien Ströme des Landes miteinander zu verbinden. 0 I r . ,^arum eigentlich bas hochcivilisirte Europa so spät die Hand an den Kanalbau legte, ist ein kulturgeschichtliches Rathsel, die glänzendsten Beispiele des Morgenlandes lagen klar vor den Augen. Und speciell Deutschland und Oesterreich sind es, welche am wenigsten den Segen genießen, den die Niederlande, England und Frankreich längst anerrannt haben. I -tgnet sich ganz besonders in Folg- seiner zahlreichen langen Fluß- und di-^'or«»! s Tnlml,8Ufa^men65?B> SV fcläuterung '“9«i»ul68i. I» ®, gjeiil pl1**** «'•Äiü.lS1' Uürtßu11 Laroll^ y er, . „I*1' «er, ' „11* jl t1.*6,1 I 6. Dem Schretrer ^ Johann Ludvig M M ein®« . .ter Sdam GE er von ou§w5rJLL -ohn. G-org CM' »LVÄ S'iSÄ*“ Ätif«! S---S gnUniM” Witterungskunde.*) 29. Juli. Sonntag. Morgens veränderlich, zeitweise windig, Nachmittags aufgebessert bis schön und warm. Auch Vormittags schon kurze Zeit Neigung zur Auf- Helluug. Im Westen und Nordwesten liegt das nächtliche Minimum noch tief. 30. Juli. Montag. Fortdauer des frühmorgens dunstigen bis regnerischen, 'Vormittags aufgebesserten, Nachmittags schönen und warmen Wetters. Das nächtliche Tewperaturmtntmum liegt noch ttef. Es ist nicht ausgeschlossen, daß in günstig gelegenen Gebieten dieses Sinken der nächtlichen Temperatur weniger wahrgenommen wird. 31. Juli. Dienstag. Frühmorgens dunstig bis hell, Morgens schleierig bis gewitterhaft bedeckt, Nachmittags schön und warm. Im Süden sind die Niederschläge ergiebiger. Winde aufgesrischt, besonders Vormittags und Nacbts. Nach Westen und Südwesten zu ist die Bedeckung am Morgen dichter, nach Osten zu ist schon Vormittags Aufbesserung wahrzunehmen. *) Aus vr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juli, abgeschlossen am 15. Juni (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 J4). — Nachdruck verboten. Handel und Berkebr. 4 «iefen, ben 28. $uli. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund l.lo—1.20 Hühnereier per Stück 5—6 Käse Stück 5—8 Käsematte 3 Erbsen per Liter 20 Lmsen 28 Tauben per Paar 65-80 X Hühner per Stuck 1 00—1.40, Hahnen per Stück X 0.50—1.00, Enten pr- St. X 1.50—1.80, Ochfenflersch per Pfund 70 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 Kalbfleisch 45 bis 50 ^'Schweinefleisch 64 Hammelfleisch .62-70 Kartoffeln per 100 Kilo .6-t4°, Krrschen per Pfd. 8—12 Milch per Liter 13—18 H. Welsche pr. St. 7—8 «A Zwiebekn per Ctr. 7 Jt. Frankfurt g Dampf-Dresch-Maschinen. 2V2, 3, 4, 6, 7 und 8 pferdig halten vorräthig und liefern auf Probezeit mit Garantie und Zahlungserleichterungen 4666 PH. MAYFABTfl «fr Co , FRANKFURT ä. 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Der zwischen Letzteren und der Firma Renzel & Bode errichtete Kaufbrief de conf. 24. Februar 1875 ist nicht beigebracht, die Bezahlung des durch Eigenthumsvorbehatt gesicherten Kaufpreises nicht nachgewiesen und ergeht auf Antrag des Vollstreckungsgläubigers Rechtsanwalt D i e r y die Aufforderung, etwaige Ansprüche auf jenen Kauf- schMng bis zum 15. September 1883 dahier anzumelden, bei Meldung der Löschung des Vorbehaltseigenthums und der Nichtberücksichtigung bei Bestätigung des Steigbriefs. Gießen, den 21. Juli 1883. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. 5136______Dr. Gilme r.____ Vergebung von Waldweg -Arbeiten im Gießener Stadtwald. Samstag den 4. August d. I., Vormittags 10 Uhr, soll im Saal des alten Rathhauses dahier vergeben werden: «X Die Fertigung von Kanälen, veranschlagt zu . . . 366.—, die Lieferung von Chauffee- Steinen, veranschlagt zu 1675.—, die Anfuhr derselben, veranschlagt zu .... 1056.—, Planir-Arbeit,veranschlagt zu 395.—, Chaussir-Arbeit, „ -n 1802.—, Die Fertigung von Wegen und Auffrischen von alten Graben, veranschlagt zu 180.56. Gießen, den 27. Juli 1883. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 5133 A. Bramm. Ieilgeöotenes. ®cfte MmmikartosselnZ das Wäschen 20empfiehlt Wwe.Röber. "TETmit meinem Lager zu räumen, verkaufe emaillLrte und verzinnte KvchKcfckirre ZU bedeutend ermäßigten Preisen. 4672 JL Seltersweg 12. Incarnat-Kleesamen empfiehlt in vorzüglicher Qualität billigst 5121 Carl Petri __________(vorm. G. C. Spruck). KuhWist Z 311 verkaufen. Tiefenweg 18. in TZ) of s CONCERT im 5109 CO V Die dessen Agenten und 698 4531 Verantwortliche Rebaction: A. Scheyda. a n HOLLAND. 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