11 ^tr. 98. Erstes Blatt. Sonntag den 29. Aprll »883. Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. iniomij ^Men, ^ölveg Nr. 3Q ----2448 L’l Meisters &tnt 2956 M ! lbr an M I 'tnhos." stelle offen bei i Nachfolgtr. r Kellner kam i. i), FelseMer. Bureaur S.chulstraße 7. Erscheint täglich mit Aufnahme des Mvnt^g-Z. -»WWW»—...... JL"X«»lLgJM«JlLLJSBgg«g PreiK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlshn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Gießen, am 26. April 1883. Betreffend: Die Einführung einer allgemeinen Einkommensteller, hier die Wahl der Einschätzungs-Commissionen für 1884/5. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme der Bürgermeisterei Gießen. Nach Art. 33 des Gesetzes vom 21. Juni 1869 soll behufs der Einschätzung in die Steuerklassen der Einkonunensteuer zweiter Abtheilung, für jede Gemeinde eine örtliche Commission gebildet werden, welche von dem Ortsvorstand gewählt wird. Von den zu wählenden Mitgliedern dürfen nicht mehr als zwei Drittheile dem Gemeindevorstand selbst angehören; wenigstens ein Mitglied lnuß aber demselben angehören. Der Bürgermeister ist wählbar. Zu Mitgliedern der Commission können nur solche gewählt werden, welche zur Zeit der Wahl volle 30 Jahre alt sind, und deren Staatsbürgerrecht weder suspendirt noch verwirkt ist. Nach Verfügung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen sind für Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern, sonach für alle Gemeinden des Kreises Gießen, mit Ausnahme der Stadt Gießen, 3 Mitglieder und 2 Ersatzmänner zu wählen. Sie wollen sofort den Gemeinderath versammeln, die Wahl vornehmen lassen und das darüber aufgenommene Protokoll binnen 8 Tagen einsenden. , br. Boekm a n n. Gefundene Gegenstände: 2 goldene Ohrringe, 1 Wagenkapsel, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Gießen, den 28. April 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __ Fresenius. n Verdienst für | b an Haasenfim 2957 r Nttalldreher'ge- >. Lchaffstädt. tu Wäsche wird itn bei Mtutnwtß 40. mthält- ihlung von — Die UrzeitM I» llnrrtum. * alleÄlpM. Von ZllustratMN' on Berlin. Von Qu dem Siff ' Rechisrath. - dritte. SRlteincr — -iW «ul’ mir ÄÄ iit i flünfAt««" Ieutschland. Berlin, 26. April. Die ReichstagSrCommission hat b?n Gesetzentwurf, betr. die Entschädigung unschuldig Verurtheilter und unschuldig in Untersuchungshaft Gewesener mit 8 gegen 1 Stimme in der Form, wie er aus den Verhandlungen der Commission hervorgegangen ist, angenommen und ebenso den Bericht ^es Abgeordneten a. Schwartze genehmigt. Dieser Entwurf spricht die Pflicht des Staates, resp. m Reichsgertchtssachen des Reiches aus, für eine vollstreckte Freiheitsstrafe, wenn in dem wieder aufgenommenen Verfahien Freisprechung erfolgt ist, weil die That überhaupt nicht oder von dem Verurtheilten nicht begangen, oder weil die Beweise, auf welche die Verurtheilung gegründet gewesen, beseitigt worden sind, Entschädigung zu gewähren Ebenso soll auch für erlittene Untersuchungshaft dem außer Verfolgung gesetzten oder freigrsprochenen Angeschuldigten eine Entschädigung gewährt werdrn können für den Schaden, den er von der Haft bezüglich feiner Vermögensverhältnisse, seincs Erwerbes oder seines Fortkommens erlitten hat. Die Entschädigung erfolgt auf Antrag des Beschädigten; die Entscheidung darüber steht der Strafkammer des Landgerichts zu, in dessen Bezirk die Strafsache m erster Instanz anhängig war, bezw- dem vereinigten zweiten und dritten Strafsenat des Reichsger'chts. Gegen das Urtherl der Vorgenannten findet ein weiteres Rechtsmittel nicht statt. — Das neueste Verzeichniß der beim Reichstage eingegangenen Petitionen enthält u. a. auch zwei Petitionen, welche um den Erlaß eines Bienenschutz Gesetzes bitten; 154 Petitionen mit ca. 4000 Unterschriften bitten um d e Einführung der procentualen Besteuerung her Börsengeschäfte. Bremen, 27. April. Der Nordd. Lloyd engagirte zwei starke Schleppdampfer, um ben Dampfer „Habsburg" aufzufuchen. Der eine kreuzt bei den Scilly-Jnseln, der andere an der Südfpitze Irlands. Oesterreich. Wien, 26. April. Im Abgeordnetrnhouse ereignete sich heute ein stürmischer Auftritt- Der Unterrichtsmtnister Conrad erhob sich ungemein erregt und erklärte, daß, da der Präsident nicht zur Ordnung rufe, er die auf ihn sich beziehende Aeußerung des Abg. Herlsberg, vom Jünger, der seinen Herrn verrathen, als eine Infamie bezeichnen müsse. (Große Bewegung im ganzen Hause, aufgeregtes Parlamentiren beim Präsidium.) Später ersucht Heilsberg, dem Minister einen Ordnungsruf zu ertheilen. (Beifall links.) Vicepräsident Lobkowitz: Ohne mich -in die principielle Frage cinzulassen, ob dem Minister, welcher nicht Abgeordneter ist, ein Ordnungsruf ertheilt werden kann, erkläre ich, das ich dem Abgeordneten Heilsberg den Ordnungsruf dcßhalb nicht er- theilte, weil der Vergleich mit Judas nicht direkt ausgesprochen ist. Wenn man scharf angegriffen ist, kann scharf geantwortet werden- (Bravo rechts.) Heilsberg: Wenn hierdurch dieser Ausdruck als parlamentarisch erklärt wird, so bezeichne ich statt des bedingten Vergleiches das Verhalten des Ministers gegen das Schulgesetz als ein Infamie. (Großer Lärm rechts, stürmischer Beifall links.) Der Präsident ertheilt Heilsberg den Ordnungsruf. (Widerspruch links.) Amerika. Philadelphia, 26. April. Der neu gegründete irländische National- Convent hat sich heute constittnrt. Madame Parnell und mehrere Geistliche, darunter zwei aus Australien, wohnten der Versammlung bei. Peter Dorney wurde zum provisorischen Vorsitzenden gewählt. Nach lebhasten Discusstonen über die Reglements wurde die Sitzung vertagt. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Corresponderrr-Brrreau. derltn, 27. April. Reichstag. Datz Haus versagte die Genehmigung zur rr $cn Verfolgung des Reichstagsabgeordneten Vollmar entsprechend dem Beschlüsse der Gesckaftscommission. Bei der fortgesetzten Beraihung über das Krankenkassengesetz wurde Z 47 angenommen, wonach der Arbeitgeber Va der Versicherungsprämie zahlen soll. Hirsch hatte Streichung des Paragraphen beantragt, während der Bundescommissar Bosse erklärte, die Streichung dieses Paragraphen würde einer Ablehnung des Gesetzes gletchkommen. Die gestern zurückgesetzten SS 30 und 34 (welche die Betheiligung der Arbeitgeber an der Kassenverwaltung regeln) wurden sodann angenommen, ferner die SS 48 bis 52 (Einziehung rückständiger Versicherungsbeträge, Uebertragbarkeit und Verpfändung von Versicherungsansprüchen, Streitigkeiten zwischen Versicherten und Versicherungsanstalten), ebenso S 53 (Fabrikkrankenkasse). Zu S 54 wird entgegen dem Commissionsantrage die Mindestzahl der zur Bildung einer Separat- fcbrikkrankenkasse erforderlichen Personen auf 100 statt auf 50 normtrt. Fortsetzung morgen. — Das Abgeordnetenhaus nahm bei der zweiten Lesung des Verwaltungsgesetzes zunächst nach unerheblicher Debatte die übrigen Paragraphen über die Zusammensetzung des Bezirksausschusses u. s. w. meist nach den Anträgen der Commission an und begann dann die Berathung des Titels 1 (Grundlagen der Organisation) D'e ersten 7 Paragraphen wurden nach der Fassung der Commission angenommen. Fortsetzung morgen Vormittag um 9 Uhr. Wien, 27. Apiil- Prinz Wilhelm von Preußen ist heute früh hier eingetroffen und am Bahnhofe von dem Kaiser auf das Herzlichste begrüßt worden; zum Empfang war der deutsche Botschafter anwesend. Auf dem Perron war eine Ehrenkompagnie des Regiments „Deutscher Kaiser" mit der Fahne und der Regimentsmusik, welche beim Eintreffen des Zugrs die preußische Nationalhymne inionirte, ausgestellt. Der Prinz, welche die österreichische Uniform mit dem Stephansorden trug, schritt die Front der Ehrcnkompagnie ab und fuhr dann gemeinschaftlich mit dem Kaiser im offenen zwei- spännigen Wagen nach der Hofburg. London, 27. April. Das „Reuter'sche Bureau" meldet, in Northampton wurde heute eine heimliche Nitroglycerin-Fabrik entdeckt. - Die amtliche „Gazette" veröffentlicht eine Cabinetsordre der Königin, durch tvelche sie für die Verdienste bei der Pstege de.r Kranken und Verwundeten des Heeres und der Flotte eine Auszeichnung durch Verleihung eines rothen Kreuzes stiftet. — Der Minister des Auswärtigen, Lord Granville, empfing gestern eine Deputation von Handelskammern, welche die Anlegung eines neuen Suezkanals verlangten. Der Minister antwortete der Deputation mit großer Zurückhaltung und erklärte, das Cabinet habe diese Frage wohl schon berathen, glaube aber nicht, daß die von der Regierung in Egypten übernommenen Verantwortlichkeiten es rechtfertigen dürften, sich in Unternehmungen einzulassen, welche andernfalls vermieden sein würden. Dublin, 27. April. Vor dem Polizeigericht erschienen heute drei Fenier: Kingstown, Gibney und Healy unter der Anklage der Verabredung zur Ermordung Anderer mit den Beschlüssen des Directions-Comitös unzufriedener Fenier. Als Kronzeuge trat ein gewisser Dewine auf, der jüngst wegen Ermordung eines Polizisten verurtheilt worden ift — Derselbe deponirte heute im Sinne der Anklage. Die Gerichtsverhandlung wurde schließlich auf acht Tage vertagt. Petersburg, 27. April. Der Khan von Khiwa kommt zur Krönung nach Moskau. — Die Eröffnung der Schifffahrt auf der Newa ist bevorstehend, da das Eis gänzlich ausgegangen ist. Das Sommer-Theater in Pensa ist abgebrannt, ohne daß sich Unglücksfälle dabei ereigneten. . Jerusalem, 27. April. Der Fürst Alexander von Bulgarien ist heute hier eingetroffen. Er besuchte Vormittags das heilige Grab. Nachmittags machte er einen Ausflug nach Betlehem. , . Philadelphia, 27. April. In der gestern Abend stattgkhabten Sitzung der Irischen Convention wurde ein Telegramm Parnell's verlesen, welches die Annahm eines Piogramms empfiehlt, das derartig abgefaßt sein müsse, daß es dci tr,ch n Nalionalltga möglich mache, den «ciflanb h,r' iSn aber vermeide, England einen Vorwand zur gänzlichen Unterdrückung der 1$ Nationaldewegnng zu liefern. — Als das Hauptergebniß der bisherigen B-rathungcn der Convention ist die Ernennung eines E°n>it-^anzu eh-^ w-ichcs d e Be feststellen soll, unter denen sich sämmtliche irische Gesellschaften Amerikas vereinigen können, um die irische Nattonalliga zu unterstützen. Lokale-. Gießen, 28. April. (Sttzui wesend Herr Bürgermeister Brau Gießen. 28 Avril. (Sitzung der Stadtverordneten vom 26. April.) An- wesend He?r"Lürg^mL Sram?n, Herren Beigeordneten Kellerund Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Gail, Haustein, Hoch, fiomberaer «kaut Ad. Roll, Aug. Roll, Pfannmü ler, Scheer, Schopbach 'Voat Wenzel und Wortmann. — Ein Schreiben bes Herrn Rechtsanwalt'B r i e l an das Großh- Kreisamt, in welchem das P» oject der Erbauung der Bteberthalbahn mit Anschluß an die Oberhessische Eisenbahn. Strecke Gießen-Fulda, über den Rodbera, Kreuzung der Main-Weserbahn und Üeberbrückung der Lahn zum Anschluß an Station Kinzenbach dargelegt wird, kommt zur Vorlage. Mit der Alts- arbettung eines Gutachtens über das Broject und die Bedeutung der Bahn für die Stadt Gießen wird eine aus den Herren Gatl, Hornberger und Adoph Noll bestehende Commission betraut, welche in eine der kommenden Sitzungen ihre Ansichten darzulegen hat. — Auf die von Johannes Engelhardt II. und Konsorten von Annerod etngeleitete Klage wegen verweigerter Anerkenntniß der für alle Zeiten zu Recht bestehenden Benutzung eines an Stelle des sogen, alten Hammwegs angelegten Ersatzweges, welcher den betr. Bewohnern Annerods die Zufuhr zu ihren in der Gemarkung Wieseck gelegenen Grundstücken ermöglicht, wird Aufnahme der Klage beschlossen. — Die Verhandlung in Betreff der Errichtung einer Octroierhebestelle an der neuen Bahnhofstraße wird ausgesetzt, dis die Entscheidung über die Eingabe vom 8. März d. I., betreffend die Rückverlegung der Octroierhebestelle in die früher tnnegehabten Räum- lichketten des nördlichen Thorhauses am Seltersweg getroffen ist. — Die Herstellung zweier eiserner Treppen im Thurme der Stadtkirche wird befürwortet und soll Kostenvoranschlag etngefordert werden. — Das Gesuch des Schreinermetsters Louis Stauß um Erlaubniß zur Aufstellung einer Trinkhalle in der Bahnhofstraße wird gegen 3 JL jährlicher Abgabe auf Widerruf genehmigt. — Zum Ankauf des zur Herstellung des Kropbachweges erforderlichen Geländes wird Genehmigung ertheilt. — Die übrigen Gegenstände der Tagesordnung, Gesuche rc. werden den Anträgen der betr. Commtsfionen entsprechend genehmigt. Das deutsche Bauernprogramm, welches in der am 12. März in Kassel stattgehabren Vertrauensmänner-Versammlung vereinbart wurde und das künftighin das grundlegende Programm für alle Bauernvereine bilden wird, liegt sitzt in folgendem Wortlaut vor: Zur Hebung der schwer darniederliegenden Landwirthschast, sowie zur Erhaltung eines selbstständigen, leistungsfähigen Bauernstandes, von defsen Wohlergehen der Bestand und die Wohlfahrt des deutschen Reiches und der Emzelftaaten abhängt, sind folgende wirthschaftliche und gesetzliche Maßregeln unerläßlich: 1) Müssen die Ausgaben des Bauern verringert werden durch möglichste Sparsamkeit im gesammten öffentlichen Haushalt; gründliche Steuerreform zu Gunsten des überbürdeten Grundbesitzes und der erwerbenden Volksklassen, insonderheit Aufhebung jeglicher Doppelbesteuerung und schärfere Heranziehung des zur Zeit höchst begünstigten großen Geldkapitals; Revision des gesammten Tax- und Stempelwesens behufs Gleichstellung des Grundbesitzes mit dem beweglichen Vermögen, insonderheit Abminderung der Taxen bei Verträgen über Immobilien und Etgenthumsübertragungen auf drei vom Taufend; Aufhebung der Taxen bet Hypothekenbestellungen und öffentlichen Versteigerungen; Einführung einer Börsensteuer nach Procenten des Umsatzes mit mindestens 1 vom Tausend; staatliche oder genoffenschaftliche Regelung des Versicherungswesens. Ausdehnung und Erweiterung des indirekten Steuersystems behufs Gewinnung von Mitteln zum Erlaß direkter Steuern, und Verminderung der Gemeinde- Umlagen. 2) Müssen feine Einnahmen vermehrt werden durch genügend hohe Schutzzölle auf alle landwirthschaftlichen Erzeugnisse, damit die heimischen Produkte nicht durch die Übermäßige auf Raubbau fußende Concurrenz des Auslandes auf Preise herabgedrückt werden, um die sie bei unS ohne Verlust nicht herzustellen sind. Möglichste Beseitigung des Zwischenhandels. Regelung der Etsenbahntarife im Interesse der Landwirthschast. Einführung geeigneter Hausindustrieen. 3) Muß der Bauer aus der Schuldknechtschaft des Großkapitals befreit und wieder zum freien unabhängigen Mann auf feiner Scholle gemacht werden durch Ablösung der Hypothekenschulden mit Hülfe des Staates und Verwandlung derselben nach Art der Grundablösung in unkündbare Schuldverpflichtungen mit jährlicher Tilgung. 4) Muß er in seinem Eigenthum geschützt und eine weitere Ueberschuldung verhütet werden durch eine dem Wesen des Grundbesitzes entsprechende Erbfolgeordnung und ein Heimstättegefetz, welches den zur Fortführung der Wtrthfchaft nöthigen Theil an Gebäuden, Grundstücken, Vorräthen, Geräthschaften und Vieh von der Pfändung und Versteigerung frei läßt. 5) Muß für einen billigen zweckentsprechenden Credit gesorgt werden durch Schaffung staatlicher oder genossenschaftlicher Pfandbriefinftitute nach Art der preußischen Landschaften für den Grundkredit, desgleichen Ratffeisen'scher Darlehenskassen womög- l'ch in allen Landgemeinden für den Personal Credit. Umwandlung der sogenannten Reichsbank tn eine wirkliche Retchsanftalt und Ausgabe von Reichspapier- geld an die genossenschaftlichen Geldinstitute gegen niedersten Zinsfuß, damit auch der kleine Manu zu billigem Gelds gelangt und der jetzt zu hohe Zinsfuß herabgedrückt werde. Beseitigung des Vorrechts der Notenbanken zur Geldfabnkation. 6) Muß durch Einführung der vertragsmäßigen Doppelwährung an Stelle der Goldwährung, sowie durch allmähliche Vermehrung der Umlaufmittel dafür gesorgt werden, daß die durch die Silberentwerthung und die beschränkte Geldcirculation bewirkte, nur der Börse und dem Großkapital zu Gute kommende Verteuerung des Geldes beseitigt, der unseligen Geldnoth, welche die Hauptursache der endlosen Krise und der Roth aller Erwerbsklassen ist, ein Ende gemacht und die gesunkenen Preise der Grundstücke und aller Produkte wieder gehoben werden Nur solchen Männern ist bei den Wahlen die Stimme zu geben, welche das obige Programm rn seinen Hauptpunkten anerkennen und in der Gesetzgebung zur Durchführung bringen zu wollen versprechen. Vermischtes. Mainz, 25. April. Während gestern Nachmittag ein italienischer Arbeiter vor dem Neuthor tn den dort befindlichen Schacht htnabgestiegen war, um sein Handwerkszeug herauszuholen, wurden von Anderen, die das nicht wußten, Steine htnabgeschüttet, wodurch der Mann beinahe einen schrecklichen Tod gefunden hätte. Zum Glück hörte man noch sein H'lfegeschrei und befreite ihn rasch aus seiner gefahr- ll?lnrrrO0eV A" Kopfe und Rücken schwer verletzt, mußte derselbe ins Hospital geschafft werden. v Marburg, 26. April. Der Besuch der Studierenden unserer Universität im ^vorstehenden Sommersemester zeigt wieder eine höchst erfreuliche Zunahme. Von den 756 des vergangenen Wintersemesters sind, wie wir hören, etwa 200 abgegangen, bocfc tfi biefer Abgang bereits jetzt schon burch neuen Zugang überholt und scheint derselbe sich so günstig zu gestalten, daß eine Gesammtzahl von nahezu 900 Studirenden erreicht werden wird. , Fraukfurt, 25. April. Eine interessante Klage. Am 11. October 1882 nahm nch eine Wtttwe B-, welche an dem bezeichneten Tage die Stelle einer Haushälterin untreten sollte, an der Hauptwache ein Trambahnbillet nach Bornheim. Während der Fahrt verständigte sie den Conducteur, daß sie an der Schellingstraße auszusteigen wünsche. Dieser ließ an der bezeichneten Stelle halten und schickte sich die Frau zum Aussteigen an- In dem Augenblick, wo der eine Fuß die Straße berührte, der andere noch auf dem Trittbrett sich befand, zog das Pferd der Trambahn an, die Frau stürzte hin und brach einen Arm. Von einem Dtenstetntritt konnte natürlich keine Rede sein- eine alsbaldige Ueberführung in das Hospital mußte stattfinden. Die Wittwe wurde zwar mit dem Prädikat „Geheilt" entlassen, war aber nickt „erwerbsfähig", denn der gebrochene Arm blieb steif; eine Stelle in ihrem seitherigen Beruf als Haushälterin in welchem sie jährlich neben völlig freier Station 300 X Baar hatte, konnte sie nicht mehr antreten, ebensowenig kann sie mit ihrem steifen Arm ihren Unterhalt durch Nahen verdienen. Sie hat nun gegen die Trambahn-Gesellschaft eine Klage auf eine l-bens- lüngliche Rente von monatlich 120 «X gestellt. Es ist dies der erste bcrartlae Fall und von prinzipieller Bedeutung. — Eine aufregende Scene spielte sich am 22. April im Stadttheater zu Augsburg während der Aufführung der Oper „Carmen" ab. Als im letzten Akt vier Pferde über die Bühne galoppirten, geriet eines derselben mit dem Hinterfuß in den Souffleurkasten, wurde dadurch fckeu und zertrümmerte denselben, sowie mehrere Lampen. Die hierdurch verursachte Auflegung im Publikum war derart, daß der Vorhang heruntergelassen werden mußte, zumal auch das Orchester die Flucht ergriffen hatte. , .^bwyork, 25. April. Es werden nun Einzelheitrn über die Wirkungen des W rbelfturmes in Mississippi und Georgia bekannt. Der erste Ort, welchen der Wirbelsturm traf, war Georgtown. Mississippi, wo eben in einer Methodistenkirche Gottesdienst abgehalten wurde. Das Gebäude wurde buchstäblich niedergeblasen und dem Pastor wurde der Schädel zerschmettert. Die Kirchenbesucher warfen sich auf die Knier und verbargen sich unter den Betstühlen, welche sie vor dem niederftürzendem Dachgebalke schützten. Eine Person wurde trotzdem getödtet und drei verwundet. Der Sturm zerstörte auch die Negerk'rche, wo gleichfalls Gottesdienst gehalten wurde- es gab mehrere Tobte unb Verletzte. In Barnwell, County, Süb-Carolina, riß ber Orkan waldbewachsenes Sumpflanb einen 1000 Ellen breiten Streifen unb brach «L nTr«1 rftIref eby' "ls ob bort eine Straße hätte angelegt werben sollen. »SÄ 5 ^-n-n — Folgende Ordensgeschichte finden wir im „Deutschen Montagsbl.": Ein ordenssüchtiger Schauspieler hat am Hoftheater eines generösen Fürsten mit Erfolg gastirt, der Fürst drückte ihm mündlich seine Befriedigung aus — aber der Orden erschien nicht, obwohl der Mtme drei Tage in der Residenz verweilte. Endlich riß ihm die Geduld, er bestellte den Wagen und fuhr zur Bahn. Auf dem Wege dahin kommt man an dem Park des Souveräns vorüber. Serenissimus stand eben auf der Parktcrraffe neben feinem Adjutanten, als der Gast mit einem ziemlich verdrossenen Gesicht vorüberfuhr. Als der Fürst ihn so herankommen sah, wendete er sich an feinen Adjutanten: „Was hat denn der A.?" Der Hofmarschall lächelte diplomatisch und wtes nach dem Knopfloch. — „Ack so", lachte der Gebieter, „laufen Sie doch hinein und holen Sie einen Orden!" „Pst, pst, Herr A." Der Wagen kehrte um und lenkte dicht unter die Terrasse. Der Hosmarfchall kam athemlos mit einem Papterpäckchen aus dem Schloß. „Hier!" sagte der Fürst, dem verwirrten Schauspieler das Päckchen zuwerfend. „Auf Wiedersehen!" Doch kaum hatte das Pferd sich in Trab gesetzt, als sich der Schauspieler erhob und zurückrief: „Durchlaucht, es sind zwei Orden!" — Durchlaucht winkte: „Geben Sie den andern dem Kutscher!" — lieber die Explosion, welche, wie telegraphisch schon gemeldet, am Mittwoch Morgen im Postwagen des ersten Zuges von Zweibrücken nach Pirmasens stattfand, wird mitgetheilt, daß der Postschaffner Wachter lebensgefährlich verwundet ward und die Poststücke sowie ber Postwagen thetlweise zertrümmert wurden. Das explodirte Packet kam am Vorabend von der Richtung Ludwigshafen-Homburg nach Zweibrücken. D^r Adressat, sowie der Bestimmungsort sind noch nicht bekannt. — Ein ferneres Telegramm aus Zweibrücken meldet: Das in Rede stehende Poststück war als „Feuer- w^rksgegenstande" aufgegeben und von Kilian in Speier an das Pfarramt Contwig adresfirt. Vermuthlich sollte es bet den zur Feier der Ankunft des Bischofs statt- findcnden Festlichkeiten zur Verwendung kommen. — Ein eigenthümlicher Strike ist tn Lmz am Rhein ausgebrochen, der katholische Männer-Gesangverein ober besser ber Kirchenchor hat durch feinen Dirigenten dem Stadtpfarrer die Erklärung gegeben, daß er nicht in der Lage sei, zur Feier gelegentlich ber Ftrmungsreise bes Bischofs Komm von Trier am. 28-, 29. und 30. April dieses Jahres mitzuwirken. — Ein wunderbarer Prozeß, gegen einen der Menschenfresserei beschuldigten Trapper nämlich, wird dieser Tage in Colorado geführt. Der Menschenfresser heißt Alfred Packer und gehörte zu einer Partie von 13 Minensuchern, sogen. Prospectoren, aus Utah, welche schon im Jahre 1873 Kunde von reichen Gold- und Stlberlagern im Gunnisongebiete batten und sich mitten im Winter auf die Suche begaben. Packer und vier andere Männer trennten sich von dem Haupttrupp und wurden durch Kälte, Hunger und Schneesturm bis in die Gegend des heutigen Lake City verschlagen, wo im nächsten Frühjahre vier Leichen, von denen ganze Fleischftücke abgehackt waren, gefunden wurden. Packer lebte 60 Tage von dem Fleisch und erschien dann halb verhungert bei dem Jndianeragenten General Adams in Saguecha. Bald darauf meldeten Indianer, daß sie auf den von Packer hinterlassenen Spuren einige gebratene Stücke Fleisch gefunden hätten, welche „Fletsch von einem weißen Manne" feien. Adams ließ Packer hierauf festnehmen. Packer erzählte damals, daß seine Gefährten sich aus Hunger gegenseitig abgeschlachtet hätten, daß er selbst aus Nothwehr den Letzten erschossen habe und dann die Agentur erreichte. Von den vier Leichen bei Lake City hatten drei Kugellöcher im Kopfe und einer vierten war der Kopf mit einem Beil abgehackt. Einer der Ermordeten war ein deutscher Metzger, dessen Namen Packer als Mills angibt. Adams glaubt, daß die ermordeten Prospectoren im Besitze einer Summe von 4000 Dollars waren, welche Packer raubte. Packer selbst machte bei feiner Einlieferung die Angabe, daß einer der Männer, Namens Swan, in Folge der Strapazen wahnsinnig geworden unb seine brei Gefährten mit einem Beil erschlagen habe. Als er (Packer) nach einer erfolglosen Rccognoscirung ins Lager zurückgekehrt, sah er die Leichen umherliegen und den Swan ein Stück vom Schenkel des Deutschen Mills im Feuer braten. Sobald Swan ihn gewahrte, sprang er mit ber Axt auf ihn zu, aber er (Packer) streckte ihn burch einen Schuß zu Boden. Da es nachher noch 60 Tage dauerte, ehe er sich wieder zu Menschen fand, war er gezwungen, so lange von den gefrorenen Leichen zu leben. Das ganze Geld, das die Todten bet sich gehabt, habe nur 70 Dollars betragen und das habe er sich, als einziger Erbe in der Wtldniß, angeeignet. Ob Packer überführt werden kann, da kein lebendiger Zeuge gegen ihn existirt, ist noch fraglich. — sDüpirt.j In ber ßanbgemeinbe N. ber hollänbischen Provinz Norbbrabant sollte ein Lehrer angestellt werben. Da sich verschiedene Candidaten um die Stelle beworben hatten, wurde ein (5tarnen abgehalten und die zwei Besten dem Gemeinde- rathe zur Nominirung vorgeschlagen. Derjenige, dessen Namen in zweiter Reihe auf ber Vorschlagsliste figurtrte unb also sehr wenig Chancen hatte, ernannt zu yrerden, konnte es natürlich nicht verwinden, baß ihm bie Stelle entgehen sollte. Er ging beshalb zu einem Mitglied des Gemeinberatbs unb theilte blesem mit, daß er wohl wenig Hoffnung auf die Erlangung ber Stelle habe, ba er in Erfahrung gebracht, baß sein Name in zweiter Reihe auf ber dem (Semeinberatbc zu unterbreitenden Liste stehe. Es wäre für ihn aber sehr peinlich, falls in ber betreffenden Sitzung, tn welcher über die Ernennung abgestimmt würbe, keine einzige Stimme aus ihn fallen roüibe; er würde ihm deshalb sehr dankbar fein, wenn er feine Stimme ihm geben wollte. Natürlich konnte das Mitglied des Gemeinderaths ihm diesen Dienst nicht versagen, da er gleichwohl wußte, daß die übrigen Mitglieder selbstverständlich für den als Nr. 1 auf der Vorschlagsliste Figurirenden stimmen würden. Unser Lehrcandibat setzte aber seine Besuche bet allen Gemeinderathsmitgliedern fort unb wiederholte auch überall die nämliche Bitte; bie Folge hiervon war, baß er am Wahltage mit allen Stimmen aus ber Wahlurne hervorging unb auch ernannt wurde. — sOrthographisches.^ Man spricht jetzt zwar von einer neuen unb einer alten Orthographie; aber mte vielfache Verschiedenheiten gibt es innerhalb einer jeden von beiden. Volle Berechtigung hat somit der folgende Herzenserguß eines sächsischen Blattes: Die taitsche Eenigkeit ts zwar sähr scheen Doch mich erfillt’s mit frohem Fanadtsmus, In die Ordhichrafieh erpltet zu sähn 7 Aen kleeneS Bischen Bardigularismus! Unb hat erscht ’ne Rechtschreibung kanz per so Alleene jeber taitsche Staat, Koot weeß e8! Ich sag’s mit Stolz: mir Sachsen brauchen zwee, Ne’ harte unb ’ne weeche, at Hercheses! ßanbel und Gießen, den 28. April. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 1.20, Hühnereier per Stück 4—5 Käse per Stück 5—9 H, Käsematte 3 Erbsen per Ltter 22 Linsen 30 Tauben per Paar JL 0.90—1.00, Hühner per Stück vH 1.20—1.70, Hahnen per Stück JL 1.30—2, Enten per Stück -X 2.30—2.50, Ochsenfleisch per Pfund 66—70 Kuh- und Rindfleisch 56—60 Kalbfleisch 45 bt§ 50 H, Schweinefleisch 60—64 Hammelfleisch 60—70 Kartoffeln per 100 Kilo cX 8.00—10, Zwiebeln per Centner «X 3.00—5.50, Milch per Liter 13—18 Aranrsrirt »♦ M», 28. April, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Baickgeschäst Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 2623/fl, Staatsbahnactien 2853/4, Galizier 263, Lombarden 1253/8, Nord- westbahnactien 1735/8, Gotthardbahnactien 1253/8, Darmftädter-Bankactien 1535/i«, Disconto Commandit 201, Oefterr. Silberrente 67V5, 4% Ungar. Goldrente 76, 4% 1880er Russen 72Vis, 5% 1877r Russen 897e, 2. Orient-Anleihe 573/18, 4*/o Spanier —, 5% Rumänische Rente 933/8, 4% Unific. Egypter 75, 5% Türken Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gieße«. Aufgebote. April. 20. Kaufmann Hirsch Höxter von Zwesten mtt Emma Heß, Tochter des verstorbenen Kaufmanns Emanuel Heß von Burg-Gräfenrode. 23. Pfarrer Karl Ernst - August Philipp Engel von Gießen mit Elisabethe Funk, Tochter des pensionirten Stadtgerichts-Actuars Justus Funk, von Ulrichstein. 24. Schneider Synke Christian Petersen von Carlum mit Juliane Hübner, Tochter des verstorbenen Aufsehers Leonhard Hübner von Rockenberg. 24. Schlosser Alexander Ludwig Karl Richter von Sachsenberg mit Georgine Bertha Henriette Amalie Kolb, Tochter des Lehrers Johannes Kolb von Annerod. 27. Cigarrenmacher Kaspar Albach mit Marie Schmidt tn Burkhardsfelden. W* ^6 M Io41" ’ä* Nei1,in,1ß ßln®0’ * 19- Frieds April. 20. $ sS 3022 Q -Ai? Nüen ffr«t * Vormittags 6 ^Mecker Swasroalb, «erstes 38 Rmtr. Eich« E0 Ejchen- si60 Nabel- 44 Stück Nadel« (0A haltend, 182 Stück Nadel- _ haltend. s $er Anfang in Aestck, den 27 2901 k ?lafd **1*1.. 6 @1 La WhlM Mil Gültigkeit vc istder Nachtrag lM Mrtarif, Thkllliu Nähere Auskuntt echeilen die Güter-l Gießen, den 2o. u 2979 ,q Kkitsg dk von Vomittc sollen im alten A Mden: ^Untlieseruntz, v Maurerarbeiten, Äeinhauerarbeit jteinen, veranji Mgl. aus Lung' anjchl. zu Zimmerarbeit, Zchreinerarbeit, Tchivsserarbeit, Weißbinderarbei: Mästererarbeit •panbarbeit auf Lieferung von schlag, oeransch! Gießen, den 28 Großherzogliche Bi 3011 A. Z yi‘: (U t) rib V^'kn stz'r Kr K« Ns SL- W? *”?, an? *bUnb J"8 Wirte ’^stiirülen. ’s n ferneres »Contwig 8 Bischofs stE- katholische Dirigentm dem Angelegentlich bO- April dieses Z beschuldigten schmsreffer heißt Nptdorta, verlagern im 'tßabtn. Packer btn dmch ä, vrrschlaW, wo rbgchackt waren, i dann halb ver- ) darauf meldeten gebratene SM en. Adams ließ ährten sich aus Letzten erschoßen City hatten drei abgehackt. Einer 1I8 Mills angtbt. er Summe von :mer Einlieferung Strapazen wahn- i habe. Als et kehrt, sah er die lutschen Mills im auf ihn zu, aber ier noch 60 Tage so lange von den sich gehabt, habe in her Zeuge gegen ihn nz Nordbrabant i um die Stelle btm Girnernde- wetter Reihe auf nannt zu werden, sollte. Erging ntt, daß er wohl ung gebracht, daß itenden Liste stehe- I, in welcher über IHN fallen Ä ihm gebm wollte- nft nicht vW fflr den als Nr-1 ndidat M aber e auch überall die allen Stimmen neuen und einer rbalb einer leben 'eines M»lN Kutter per ?Käfelnatte 3j- «ist s* E" 13—l8 * ■ »ttzl '3y[*W 75, Tie 55»* f’Srftf Gheschlietzunge«. April. 22. Fuhrenunternehmer Heinrich Mahler, Wittwer zu Güßen, mit Christine Schütz, Tochter des verstorbenen Schuhmachermetftcrs Andreas Schütz von Butzbach. Geborene. April. 13. Eine Tochter von auswärts, Anna Katharine. 13. Tochteroon auswärts, Christine. 16. Dem Schuhmachermeifter Theodor Stohr ein Sohn, Wilhelm Valentin. 16. Dem Fabrikarbeiter Friedrich Btntz eine Tochter, Katharine Marie Emma. 16. Ein Sobn von auswärts, Tobias. 17. Ein Sohn von ausw^ts, Emanuel. 19 Dem Hautboist Karl Medebach eine Tochter, Elsa Henriette. 19^ Ein ^ohn von auswärts, Friedrich. 22. Dem Schreinermeister Emil Beil ein Sohn. 22. Dem Locomottvführer Moritz Flett^ein Sohn, Hubert Moritz. Gestorbene. April. 20. Pauline Gertrude, 2 Jahre alt, Tochter des Maurers Heinrich Roth V. 20 Heinrich Emil Theophil, 3 Jahre alt, Sohn des Maurers Heinrich Roth V. 20 Arbeiter Nicolaus Seim, 41 Jahre alt- 21 Konrad Moritz, 4 Jahre alt, Sohn des Schaffners Konrad Kuhl. 23 Eltsabethe Schäcker geb. Wal^ck, bl Jahre alt, Wittwe des Wettzbtndermeisters Jacob Schocker- 24 Katharine Gorr, geb. Weller, Ä Jahre alt, Ehefrau des Philipp Gorr II. 25. Ph’livpine Eltsabethe, 2 Jahre alt, Tochter des Locomotivführers Ludwig Klein. 25. Luise Henriette Ltsette Franz, 16 Jahre alt, Tochter des verstorbenen Schreinermeifters Karl Franz. 26. Schlosser Eduard Hohl, 28 Jahre alt- Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getränte. Den 22. April. Heinrich Mahler, Droschkenfuhrwerksbesitzer zu Gießen und Christine Schütz, Tochter des verstorbenen Schuhmachers Andreas Schütz von Butzbach. Getaufte. Den 22. April. Dem Lehrer Ludwig Schaaf ein Sohn, Heinrich, geboren den 31. März. Beerdigte. Den 25. April. Elisabeth Schäcker, geb. Waldeck, Wittwe des Weißbinders Jakob Schäcker, alt 61 Jahre, starb den 23. April. Denselben. Hermann Lüdektng, Apothekerlehrling, lediger Sohn des Rentners Georg Lüdektng, alt 18 Jahre, starb den 23. April zu Grünberg. Den 27. April. Luise Franz, ledige Tochter des verstorbenen Schreiners Karl Franz, alt 16 Jahre, starb den 25. April. Allgemeiner Anzeiger. MrheMe Gsmdlchm«. Mil Gültigkeit vom 23. März ds. Js. ist der Nachtrag I zum Deutschen Eisenbahn- Gütertarif, Theil t zur Einführung gelangt Nähere Auskunft über dessen Inhalt ertheilen die Güter-Exxeditionen. Gießen, den 25. April 1883. 2979 __________Grotzh. Direktion. Freitag den 4. Mai, von Vormittags 9 Uhr an sollen im alten Rathhause versteigert werden: Cementlieferung, veranschl. zu 42.— Maurerarbeiten, „ „ 703.14 Steinhauerarbeit aus Sandsteinen, veranschl. zu 39.51 Desal. aus Lungsteinen, veranschl. zu 1197. 4 Zimmerarbeit, veranschl. zu 26.55 Schreinerarbeit, „ „ 83.60 Schlosserarbeit, „ n 983.20 Weißbinderarbeit „ „ 86.59 Pflästererarbeit „ „ 250.80 Handarbeit auf Waldwegen, veranschlagt zu 75.— Lieferung von Basaltkleinschlag, veranschlagt zu 72.— Gießen, den 28. April 1883. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 3011 ~ A. Bramm. Holz-Versteigerung. Nächsten Freitag den 4. Mai, von Vormittags 8 Uhr an, sollen in dem Wiesecker Gemeindewald, District Blockswald, versteigert werden: 38 Rmtr. Erchen-Knüppel, 40 „ Nadel- H 1800 Buchen-Durchsorstungswellen, .5050 Eichen- „ 1160 Nadel- „ 44 Stück Nadel-Stämme, 12,05 Fm. haltend, 182 Stück Nadel-Stangen, 11,84 gm. haltend. Der Anfang ist an dem Weg nach Dem Hangelstein. Wieseck, den 27. April 1883. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. 3022 __ __Lang. 2901 Ein gut erhaltener, schwerer, zmeispänniger Wagen ist zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. ds. Bl. Jeilgevotenes. Speisekartoffelu Montag den 30. er. treffen auf hiesigem Bahnhof 200 Ctr. hochfeinste, wohlschmeckende, sehr mehlreichc Speisekartoffeln ein. Reflectanten wollen Bestellungen in der Exped. ds. Bl. abgeben, woselbst auch der Preis zu erfragen ist. 2982 Sammtliche Neuheiten in Gimpen, Spitzen, Fouragöres, Knöpfen, Agraffen, Rüschen, Sammtbandern etc. empfiehlt billigst 2993 Fr. Aittck Wwe. o 2- ooS ~- -Z A Liebig' S kVa-niiJe = NWnWs an= ^uddino' Liebiq S-:; .gj Pflanzen ,t;. Cielefcs 5Ä Corxett* alle Weiten, in großer Auswahl bei 2994 Fr. Ztileb Wwe. Äteue Matjes-Häringe empfiehlt 3017 Emil Fischbach. Barterzeugungs-Pomade. ä Dose .M: 3, halbe Dose cX 1.50. In 6 Monaten erzeugt diese einen vollen Bart schon bei jungen Leuten von 16 Jahren. Auch wird diese zum Kopfhaarwuchs angewandt. Erfinder Rothe & Co., Berlin. Niederlage in Gießen bei I 3019 C. F. Conrad, Friseur. W Die Ilaschenbierhandlung von Fr. Laux IVeuatadl S liefert frei ins Haus: Gxportbier, hellfarbig ä Flasche 22 H Lagerbier, „ „ „ 18 Exportbier, dunkelfarbig „ „ 22 Obige Biere sind aus der Actien-Brauerei Gießen, deren beliebte Fabrikate ich ausschließlich führe. 2983 Gtycerin-Schweftlmilchseifk, wirksames Mittel gegen Hautschärfe, Flechten, gelbe und trockene Haut rc., Threr-Schwefelskife (zur Heilung von Hautkrankheiten), Csrbol-Glycerinseife (von Fr. Wolff & Söhne, Karlsruhe), erhält die Haut weiß und zart und schützt bei Epidemien vor Krankheitsübcrtragungen. Zu haben bei 3013 C. Fr. Conrad, Friseur. Confirmanden-Schirme in größter Auswahl in bekanntlich bester Qualität und gediegener Arbeit zu den allerbilligsten Preisen, Zanella-En-tout-cas Mk LIO, Atlas-En-tout-cas Mk 3.25 empfiehlt J. Weitzenkorn, 3003 9 Schulstraße 9 Für die so bereitwillige und opfermüthige Hülfe seitens der Einwohner Gießens und namentlich der beiden freiwilligen Feuerwehren bei dem uns gestern so schwer getroffenen Brand-Unglück sagen wir hierdurch unseren herzlichsten und innigsten Dank. Gießen, den 28. April 1883. Wilhelm Wenzel und Frau. Pferde-i^etmen des Rheinischen Renn-Vereins in Frankfurt a. M. 1200 >fficiers-Jagd-Rennen Mk. 2 30 Pfg. am 6. mal 1893, Äachmittag* 3 Uhr, am For*thau*. Jt. 800 König, und oiteor «litt» Sonntag den 29, April, Abends 8 Uhr Stiftungsfest DerButfben mit Theater, Gesangs-Vorträgen u. Tan? im Leib'fchen Saale. Nichtmitglieder können eingeführt werden durch Erwirkung von Karten & 1 JL, welche bei den Herren H. Bourgeois (hinter der Kirche) und Fr. Conrad, Friseur, (Mäusburg) bis Sonntag den 29. April, Abends 6 Uhr zu haben sind. Abends werden keine Karten ansgegeben. 2981 Vorzeigung der Karten. Der Vorstand. Lony s Bierkeller. Von heute an ist die Wirthschaft auf meinem Bierkeller täglich geöffnet. 2992 Die Winterlocalitären bleiben dagegen geschlossen. Chr. LsOny, Bierbrauerei. Pöschel s Bierhalle. Sonntag den 29. April: Grosses Concert ausgeführt von der Capelle des 2. Großh. Hessischen Infanterie- Regiments Nr. 116, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn C. Krauße. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pfg. Die Halle ist neu gedielt, so dah die verehrt. Gäste einen recht angenehmen Aufenthalt vorfinden. 30t 8 Ij <8& 111S TitloW. Feuerspritzrnfabrik, Hannover empfiehlt ihre rühmlichst bekannten Feuerspritzen in 140 verschiedenen Größen u. Preisen. 18 erste Ansstellungsprümien. Druck- u. Saugschlüuche rc. Preiscourante frei und g r a t i s. 566- Ililllll'll-llllllillW. Mantelets, Visiten, l^aletots, Regenmäntel, Brunnenmäntet u bergt, m. empfehle in verschiedenen Neuheiten und selten großer Auswahl, unter Zusicherung sehr billiger Preise „ A. Dot ier. 8 IckW Empfiehlt 2010 Zagucts re. für jedes Alter passend A. 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Zwei iv Gieße Der ruhte in dieser ^gcorbnutcnjai bigten Anträge. ^mnMcfpaib ßrünbiing dicker: Tressen geft tressliche Gelegen! durchschweisen « Vergewaltigung! kirchlichen Nothstc Studenten, der ^'bandin rnußtei Wen die preußck w dpamitschi ^ kirchlichen Po, entgegenjutr 7 ^Wotnnn *«"9 mit 6en * Annahme öer •wfa und der @«61. */fe enthalte S&fa mürbe t ««ebner feiten eeit Bemerke tolenbe ■ Ienfeb.\®N biefe.. 1?lo,nQt ! '««er «im >«« k« w > d, ubriggh '»en i bir,