Knd. * «h er. Mn Dank. Mein unser in. i Klein, tern. vom Sterbe- 2933 urch den untrer: idl" i Gail. vom Sterbe- »ngemeldet)* . Verviebat'* Abzug6 g , r-r kngönt—7 । & S7. Samstag dm 28. April 1883. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. BtttttUi t Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. tritt Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeit. Betreffend: Die Ableistung des Verfassungseides. Gießen, am 26. April 1883. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen NN die Grotzherzostlichen Bürgermeistereien des Kreises. Die Ableistung des Derfaffungseides der seit November v. I. aufgenornmenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Unterthanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, seit der bemerkten Zeit verheirathet haben, soll wie folgt stattfinden, nämlich: derjenigen aus den in dem Amtsgerichtsbezirk Gießen liegenden Gemeinden: Freitag den 18. Mai, Vormittags 10 Uhr, in dem Regierungsgebäude zu Gießen, derjenigen aus den in den Amtsgerichtsbezirken Grünberg und Homberg liegenden Gemeinden: Montag den 21. Mai, Vormittags 10 Uhr, in dem RathhauS zu Grünberg, derjenigen aus den in den Amtsgerichtsbezirken Lich und Butzbach liegenden Gemeinden: Freitag den 25. Mai, Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhaus zu Lich, und derjenigen aus den in den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Nidda und Laubach liegenden Gemeinden: Montag den 28. Mai Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhaus zu Hungen. Sie wollen die betreffenden Personen hiernach vorladen und daß dies geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns anzeigen oder berichten, daß Niemand vorzuladen war. Halten sich dergleichen Personen auswärts auf, so ist der Aufenthaltsort anzugeben. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Laut uns zugegangener Nachricht des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz ist die neue Organisation des Str.aßenunterhaltungs- Personals bis auf die Baubezirke Friedberg, Grünberg, Nidda und Bingen durchgeführt und sind die bis jetzt bestellten 31 Straßenmeister auf den Polizeischutz verpflichtet worden. Dieselben werden, damit sie bei etwaiger Widersetzlichkeit sich als zur Aufrechterhaltung der Straßenpolizei berechtigt ausweisen können, resp. erkennbar sind, ein Dienstabzeichen tragen, welches in einem messingenen Schilde mit der Aufschrift „Bauaufsicht" besteht. Wir bringen dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 26. April 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Ueberskcht. Gießen, 27. April. Ueber oas Befinden des Kaisers laufen aus Wiesbaden fortgesetzt die günstigsten Nachrichten ein und so darf man denn hoffen, daß auch die diesjährige Frühjahrs-Kur des greisen Monarchen vom besten Erfolge begleitet sein werde. Die Lebensweise des Kaisers ist auch während seiner Wiesbadener Kur eine streng geregelte und namentlich läßt der hohe Herr in der gewohnten Entgegennahme der täglichen Vorträge des Militär- und des Civil-Cabinets keine Unterbrechung eintreten. Von den andern Mitgliedern der kaiserlichen Familie weilt bekanntlich die Kaiserin in Baden-Baden, auch das kronprinzliche Paar hat in Begleitung seiner ältesten Tochter, Prinzeß Victoria, eine längere Mise angetreten, deren Ziel vorläufig Venedig bildet. Prinz Wilhelm von Preußen wird an dieseni Freitage zu mehrtägigem Aufenthalte am Wiener Hofe erwartet und mißt man diesem Besuche in Wiener diplomatischen Kreisen politische Bedeutung bei. Die kirchenpolitische Frage ist durch die bekannten Anträge auf Freigebung des Sacramentespendens und Meffelesens, welche Herr Windthorst im Namen des Centrums im preußischen Abgeordnetenhause gestellt und deren Berathung am Mittwoch stattgesunden hat, wieder in den Vordergrund der Dis- eussion gerückt worden. Die verschiedensten Gerüchte sind in letzter Zeit in Bezug auf die augenblickliche kirchenpolitische Situation colportirt worden und namentlich der in voriger Woche stattgefundene preußische Ministerrath hat Stoff zu den mannigfachsten Vermuthungen gegeben, da in demselben über die Stellungnahme des Gesammtministeriums gegenüber den Anträgen des Centrums verhandelt worden ist. Die Verhandlungen des Reichstages über das Krankenkassen- Gesetz nehmen einen im Allgemeinen ruhigen und sachlichen Verlauf und da bereits in voriger Woche die grundlegenden Bestimmungen nach den Anträgen der Commission mit großer Majorität genehmigt worden sind, so darf an der Annahme der gesammten Vorlage nicht mehr gezweifelt werden. Die Debatte über das Krankenkassen-Gesetz fand am Donnerstag ihre Fortsetzung, da der Mittwoch dem preußischen Abgeordnetenhaus ausschließlich reservirt war. Die allgemeine Aufmerksamkeit in Oesterreich ist fortdauernd der Debatte des Reichsrathes über die Novelle zum Volksschulgesetz gewidmet and es ist fraglich, ob die Abstimmung über die Gesammt-Vorlage noch in dieser Woche erfolgen wird. Trotz aller Bemühungen der Ketzer auf der Linken, der czechisch- polnisch-slovenisch-klerikalen Majorität das Leben so sauer als möglich zu machen, sind bis jetzt die hauptsächlichsten Bestimmungen der Schulnovelle den Wünschen der Regierung gemäß angenommen worden und so ist denn alle Aussicht vorhanden, daß es den Aerzten der Rechten gelingen wird, diesem Schmerzenskinde des Ministeriums Taaffe und der klerikalen Partei das Leben zu erhalten. Was indessen die Wiener anbelangt, so steht bei ihnen das Interesse an der „Magensrage" augenblicklich höher als dasjenige an der Schulfrage. Fast jämmtliche Bäckergehülfen der österreichischen Hauptstadt haben nämlich die Arbeit eingestellt und hilft man sich nun einstweilen dadurch, daß Militärbäcker als Ersatz für die strikenden Gesellen requirirt werden. In der inneren Politik Frankreichs liegt jetzt der Schwerpunkt auf der finanziellen Seite. Der Finanzminister Tirard hat bekanntlich in der Deputirtentammer eine Vorlage eingebracht, welche die jetzige französische 5pro- centige Rente in eine 4^procentige Rente umgewandelt wissen will, wodurch eine jährliche Ersparniß von 34 Mill. Frcs. für den französischen Staat erzielt werden soll. Diese Maßregel hat nun in der Montags-Sitzung der Deputirten- kammer zu heftigen Angriffen der Monarchisten gegen Herrn Tirard und die Finanzverwaltung der Republik überhaupt geführt und Paul de Cassagnac, der bekannte benapartistische Kampfhahn, verstieg sich sogar zu der Erklärung, er würde für das Convertirungs-Project stimmen, weil er hoffe, daß dasselbe mit zum Ruine der Republik beitragen werde! Trotzdem hat die Kammer am Dienstag den Artikel der Convertirungs-Vorlage mit 407 gegen 99 Stimmen und unter Ablehnung aller Amendements angenommen. In einer Abendsitzung wurde sodann die ganze Convertirungs-Vorlage mit 400 gegen 104 Stimmen genehmigt. Es ist dies ein entschiedener Erfolg, nicht nur des Finanzministers, sondern des Cabinets Ferry überhaupt und es läßt sich wohl erwarten, daß die Kammer auch den zur Bestreitung der Tongking-Expedition geforderten Credit von 5 Mill. Frcs. bewilligen werde. Es sollen dann sofort 1500 Mann von Toulon nach Tongking abgehen. In England bringt die wieder in Fluß gerathene Frage des parlamentarischen Eides einige Abwechselung gegenüber den sich endlos fortspinnenden Hochverraths- und Dynamit-Processen. Indessen bereitet dieselbe der Regierung des Herrn Gladstone nicht unbedenkliche Schwierigkeiten, denn nicht nur die Conservativen und die Parnelliten stehen der Bill bezüglich Einführung des parlamentarischen Eides schon aus Gründen der Parteitaktik geschlossen gegenüber, sondern auch auf liberaler Seite findet die Bill offene Gegner. Am Montag hat die Discussion über diesen Gegenstand begonnen und die conservativen Gegner des Parlaments-Eides machten der Regierung den Vorwurf, daß sie es hierdurch selbst ausgesprochenen Atheisten ermögliche, ihren Platz im Parlamente einzunehmen. Die Debatte wurde schließlich vertagt. Unter Hangen und Bangen ist endlich in H o l l a n d die Bildung eines neuen Cabinets unter dem Präsidium Heemskerks geglückt. Dasselbe ist den Reihen der conservativen Partei entnommen, obwohl dieselbe in den Generalstaaten (Deputirtenkammer) sich in der Minderheit befindet und nur der Uneinigkeit der Liberalen verdankt das neue holländische Cabinet sein Zustandekommen. Die politische Krisis in Norwegen ist eine äußerst ernste geworden. Nach langen Verhandlungen hat das norwegische Odelsthing in der Nacht vom Montag zum Dienstag den Antrag des Storthmg (zwecken Kammer), sämmtliche Staatsräthe in den Anklagestand zu versetzen, mit 53 gegen 32 St. angenommen. Der Conflict zwischen Negienmg und Volksvertretung m Norwegen ist hauptsächlich aus der Forderung der Radikalen auf -lbanderung des Art. 12 des Grundgesetzes, wonach der König die Mckglreder des Staatsrathes ernennt, entstanden, in welche Schmälerung der ohnehin m Norwegen sehr beschränkten königlichen Rechte das Ntinisterium nicht einwiülgen wollte. In einem Theile von Nord-Amerika hat in dieser Woche ein furchtbarer Wirbelsturm gemüthet, durch welchen namentlich der Staat Dlississippi schwer heimgesucht wurde. Ganze Städte sind vernichtet worden und über 80 Personen ums Leben getommen, über 300 Personen erhielten schwere Verletzungen. Auch im Staate Georgien hat der Wirbelsturin den Tod von 20 Personen verursacht, die Zahl der hier Verwundeten wird auf 200 angegeben und noch scheinen diese Ziffern nicht dem wirklichen Verluste an Menschenleben zu entsprechen. Deutschland. Darmstadt, 26. April. Die in Aussicht gestellte Berufung eines bewährten WosserdautechnikerS tn's Ministerium ist bekanntlich noch nicht erfolgt und zur Bewältigung verschiedener dringender Arbeiten tn dieser hochwichtigen Branche Krets- baumeister Walter von Gießen, früher zu Groß Gerau, einstweilen zur Aushülfe hierher berufen. Berlin, 25. April. Aus Moskau wird uns geschrieben: Seit dem 12. April befinden sich die Krönungs-Regalien in dem runden Schatzkammersaale des Kremel- Palais. Dort waren dieselben während einer Reihe von Tagen dem Publikum hinter der verschlossenen Gttterthür sichtbar. Am meisten Bewunderung erregte die große prachtvolle Kaiserkrone. Dieselbe ist im Auftrage der Kaiserin Katharina II. für deren Krönung im Jahre 1762 von dem Genfer Juwelier Pauzie angefertigt. Sie galt damals für eins der schönsten Werke der Juwelierkunst. Zu späteren Krönungen ist sie mehrmals umgearbeitet worden. Auch die für die Kaiserin bestimmte kleine Krone tst von prachtvoller Arbeit. Dieselbe wurde im Jahre 1855 von dem damaligen Apanagen- Mimfter Grafen Perowsky bei dem aus England stammenden, tn Petersburg etabltrten Juwelier Nicholls bestellt und von diesem trefflich ausgeführt. Zu den Regalien gehört auch das Reichsschwert, eine wahrscheinlich in Venedig gearbeitete Waffe aus der Zeit des Zaren Iwan III. Wassiljewitsch, ferner der Reichsschild, eine runde persische Tartsche, reich mit Türkisen und anderen in Gold gefaßten Edelsteinen verziert; sodann das Retchssiegel, ein 2*/2 Werschock im Durchschnitt messendes Petschaft mit dreifach gekröntem Doppeladler auS der Zeit des Zaren Fedor Alexejew'tsch. Die Rcichsfahne wird dieser Tage etntreffen. Erst nach ihrer im Beisein des Kaiserpaares erforderlichen feierlichen Einsegnung kann dieselbe aber den Krönungs-Regalien beigesellt werden. Im Kremel sind tn letzterer Zeit für die Krönungsfeierlichkeiten Ttschservices und Silberzeug im Wertbe von 13 Millionen Rubel und tm Gewichte von 7000 Pud an- gckommen. Durch künstlerisch schöne Arbeit und Werthgehalt zeichnen sich besonders das Orlow'sche und das sogenannte Londoner Service aus. Ersteres enthält u. A. 16 trefflich ziselirte Vasen aus reinem Silber; letzteres besteht u. A. aus 9 silbernen Tafelaufsätzen. — Wie wenig skrupulös der amerikanische Producent bet Herstellung seiner in den Handel gebrachten Lebens- und Genußmittel verfährt, dürfte u. a. auch aus dem unlängst öffentlich abgelegten Zeugniß eines der größten Fruchthändler in New-Orleans hervorgehen. Dieser Biedermann erklärte nämlich ganz ungentrt, daß er Jahr aus, Jabr ein die Schalen von 1,500,000 Kokosnüssen an einen Fabrikanten von schwarzem Pfeffer (!) verkaufe. Schade, daß solche Offenherzigkeit nur ausnahmsweise gefunden wird. Freilich, wenn das Ausplaudern der „Geschäftsgeheimnisse" jenseits des Oceans sich verallgemeinerte, so dürfte die gutgläubige Schwärmerei für amerikanische Lebensmittelprodukte ^n Europa schleunigst eine wesentliche Herabminderung erfahren. Straßburg, 26. April. Der Landesausschutz sprach sich soeben nach erregter Debatte mit allen gegen die eine Stimme Zorn Bulach (Sohn) für Beibehaltung der Tabakmanufaktur aus. Amerika. Washington, 25. Aprll. Vom Cabinetsrathe wurde gestern eine nicht formelle Berathung abgehalten betreffs der jüngsten Meldungen von der Anwesenheit gewisser Personen in den Vereinigten Staaten zum Zweck der Organisation eines Dpnamit-Complots. Die Krage wurde, weil die Meldungen ofsiciell noch nicht bestätigt seien, als eine rein hypothetische behandelt, die Mitglieder des Cabinets tauschten lediglich ihre Ansichten darüber aus, welche Politik von der Regierung zu befolgen sein würde im Falle von Ereignissen, die in Folge des Versuchs gewisser Irländer, sich Amerikas als Angriffsbasis gegen England zu bedienen, eintreten könnten. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 26. April. Reichstag. In dem Schreiben des Stellvertreters des Reichskanzlers Scholz über die näheren Umstände der Verhaftung der socialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Vollmar und Frohme wird eine Verletzung der Reichsoerfassung bestritten, da die Verhaftung Frohme's nicht während der Sitzungen des Reichstags, sondern während der Vertagung desselben stattfand und gegen Vollmar Polizeihaft überhaupt nicht angeordnet worden sei. Bei beiden sei nichts Gravirendcs vorgefundcn worden. Das Schreiben ging an die Geschäftsordnungs-Commission. Das Haus nahm saft ohne Debatte die SS 16 bis 46 des Krankenkassengesetzes mit unwesentlichen Abänderungen an. Die Abstimmung über 8 50 wurde ausgesetzt. Nächste Sitzung morgen. c Lum Anträge der Augsburger Staatsanwaltschaft auf Genehmigung der itrafrechtlichen Verfolgung des soclaldemokratischen Reichstagsabgeordneten Vollmar, beschloß dre Geschäftsordnungs-Commission des Reichstags, die Versagung der Genehmigung zu beantragen. — Die Seniorenkonvente des Reichstags und Landtags einigten sich per majora beginnen sollen Abgeordnetenhaus Vormittags, der Reichstag Nachmittags ihre Sitzungen Bremen, 26. April. Nach hier eingegangener Nachricht hat der Dampfer „Standard" den Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Habsburg" am 17. Apru auf 48 Grad Breite und 23 Grav Länge gesprochen, der „Habsburg" hatte eine gebrochene Welle, an Bord war Alles wohl Paris. 26. April. Der Generalsecretär der Präsidentschaft und Chef des Militärstaates des Präsidenten Grävy, General Pittiä, welcher den Präsidenten Grävy bei den Krönungsfeierlichkeiten in Moskau vertreten wird, ist zum Divisionsgeneral ernannt worden. — Der Präsident des Senats, Le Royer, hat sich gestern beim Herab- ueigen von der Treppe des Palais Luxembourg durch einen Sturz einige' Verletzungen zugezogen, die letzteren sind zwar nicht erheblich, gleichwohl wird Präsident Le Royer sich mehrere Tage Ruhe auferlegen müssen. — Rach einer Meldung aus Moulins hat das dortige Afsifengericht die Anarchisten GuesdeS, Lafargue und Dormoy der Aufreizung zum Aufruhr und ;um Mord für schuldig erklärt und zu sechsmonatlicher Gefänq'nißstrafe verurtheilt. London, 26. April. Dienstag um Mitternacht fand im Canal eine Collision zwischen den Segelschiffen „County of Aberdeen" und „British Commerc-" statt. Letzteres sank, 25 Mann der Bemannung ertranken, nur der Capitän und der Hochbootsmann wurden gerettet. — Die „Times" erfährt, Lord Dufferin sei angewiesen worden, sofort nach seiner Rückkehr nach Konstantinopel der Pforte energische Vorstellungen wegen der Mißwirtb- schaft in Armenien zu machen. London, 26. April. Von dem Polizeigericht in Bowstreet wurde heute die Gerichtsverhandlung gegen Wilson, Dalton, Curtin, Ausburgh, Thomas und Bernhard Gallagher, sowie gegen Whitehead wegen des Dynamit-Complots fortgesetzt und es wurde mit der Abhörung der Belastungszeugen begonnen. W«^schau, 26. April. Bei einem in der verflossenen Nacht in einer Tischlerwerkstatt ausgebrochenen Feuer fanden 16 Personen den Tod in den tftQmnien- ~ 3n Folge eines Strikes der Fabrikarbeiter in Zyrardow wurde Mi uär dorthin abgeschickt zur Verhaftung der Anführer. Es mußte, da das Militär nut Steinen beworfen wurde, von der Waffe Gebrauch gemacht werden, 2 Arbeiter rouruen getödtet, 5 andere schwer verwundet. Konstantinopel, 26. April. Fürst Alexander von Bulgarien ist nach hier eingegangenen Meldungen gestern in Jaffa eingetroffen und beabfidj^ tigte Abends nach Jerusalem weiterzureisen. Lokales. Gießen, 27. April. „JnWenzelsGartenbrennt es!" Dies der Schreckensruf, welcher heute Morgen zwischen 4 und 5 Uhr die Bewohner unserer Slaot aus der Ruhe aufweckte. Nachdem gestern Abend noch Im großen Saale ein Commers gefeiert, sowie eine Comit6-Sitzung für das mittelrheinische Turnfest abgehalten woroen, schlug, wie man uns mitthetlt, um 4 Uhr herum aus einem Fenster des rechten Flügels die Flamme nach der Hofseite heraus und ergriff weiter Die Räume, welche vor dem Saale standen, Überall an dem Holzwerk reiche Nahrung findend. In kurzer Zeit stand der Dachstuhl des Mittel- und Flügelbaues in voller Gluth Die rasch herbeigeeilten beiden hiesigen Feuerwehren löschten und retteten bei dem Mangel an Wasser und auch theilwetsem Mangel an thatkräftig.r Unterstützung, was sie eben leisten konnten. Sie haben voll und brav ihre Schuldigkeit gethan. ES machten sich ab.r wieder eine Anzahl Mängel recht fühlbar, welche endlich abzustellen dringendes Ersocdernitz tst. Es fehlten vor Allem rasche und will-ge Kräfte, um die großen Maschinen nachhaltig bedienen zu können. So mangelte es dem Zubringer, welcher fetn Wasser der Wicseck, entnahm, an Mannschaft, um die mächtige Wassersäule nach der Brandstelle fortdrücken zu können. Die Aachen-Münchener Spritze, welche in der Gartenstraße stand, mußte öfters ihre Thätigkeit einstellen wett die Leute wich- fü bedienen ermatteten. Die städtischen Gn ßsässer, welche auch früher an Ort und Stelle hätten fein können, kamen erst gegen 7 Uhr angefahren u. f. w. u. s. w. — Der Schaden, welchen Herr Wenzel durch das Feuer erlitten, ist ein recht bebeutenber, namentlich bet Beginn bei: Saison. Es ist zu bedauern, daß das schöne Etablissement dem verheerenden Elemente als Object gedient. Hoffentlich ist jedoch der große >Laal nicht so arg vom Wasser beschädigt, daß er für W rthschastszwecke unverwendbar wäre. Verwischte-. Kassel, 25. April. Ein leichtsinniger Knabe brachte gestern Abend über sich und feine beklagenswerthen Angehörigen schweres Unglück. Derselbe hing sich an einen eteinmaQen nahe dem Rondel, gerieih dabei, Gott weiß wie es zugegangen, mit dem einen Beine in die Speichen eines Rades und wurde, da der Wagen nicht gleich zum Stehen gebracht werden konnte, mit demselben eine Strecke fortgeriffen, so daß er in Folge erlittener Quetschungen bewußtlos zusammenbrach und aus dieser beklagenswerthev Lage nur durch langsames Zurück.ch.eben des Wagens wieder befreit werden konnte. Möge dieser Vorgang als Warnung dienen. Kassel, 25. April. Von hiesiger Criminalpolizei wurde ein junger Mann verhaftet, der am 19. d. M-, Abends, unweit Butzbach einen vom Jahrmarkt heim- kehrenden Landmann auf öffentlicher Landstraße überfiel, niederschlug und um über 100 Mark beraubte. Derselbe legte auf der Polizei em offenes Gestäudniß ab. Das geraubte Geld wurde zum größten Theil noch bet demselben vorgefunden. Aus Baden, im April. Man soUte es kaum für möglich halten, was für Geschichten auf dem Laude in Folge thörichten Aberglaubens noch Vorkommen! Hier wieder ein neuer Beweis: Eine in Schmerlingen, Amt Mcßkirch, wohnende Bauersfrau hatte den ernsten Wunsch, die Ehe mit ihrem Manne durch dessen Tod gelöst zu sehen. Durch Mord wollte sie jedoch diesen Wunsch nicht erfüllen, sondern — durch fleißiges Beten und Wallfahrten. Diesen Rath hatte ihr etn arbeitsscheuer Barbier in Meßkirch gegeben, der auch für die Fron (auf deren Kosten natürlich) nach mehreren Orten wallsahrtete und jedesmal bei seiner Rückkehr der Aussenderln Briefe von Geistlichen vorlegte (die er natürlich selbst angefertigt hatte), tn denen der ebenso bösartigen als dummen Frau Hoffnung auf den baldigen Tod ihres Mannes gemacht wurde. Da aber das Beten nicht wirken wollte, sorgte der Barbier für Pulver und Tränklein. Aber auch diese führten den Tod nicht herbei und wollten nur soweit helfen, daß der schlimme Figaro die Fran nach und nach um 300 Mark brachte. Für alles dies erhielt der Wundervoctor zweijähriges Gefängniß und vierjährigen Ehrverlust vom Gerichte. Das Weib aber muß sich mit seinem Manne vorläufig noch werter behelfen. Hanau, 22. April. In dem benachbarten Dietesheim ist ein dreijähriges Bübchen auf schreckliche Weise um sein Leben gekommen. Mehrere Kinder spielten vor einem Brunnen Klicker, einer derselben nahm ferne Richtung nach Dem Brunnen und verschwand in einem Loche zwischen den Brettern. Die Bretter ließrn sich, wie dies auf dem Lande vielfach der Fall, leicht aufheben und so wurde diese Manipulation denn auch durch einen Buden Dorgenomimu, ein zweites drei Jahre altes Bübchen eilte auch schnell hinzu, um hineinzusehen, bekam das Uebergewicht und stürzte in die Tiefe des Brunnens. Nachdem dieses Unglück paffirt war, sollen die anderen K nder den Brunnen, sei es aus Dummheit ober aus Angst, wieder zugedeckt haben- Die unglücklichen Eltern erhielten von dem Geschehenen erst nach einigen Stunden Nachftcht; der Vater stürzte sich in seiner Verzwe flung sofort in den Brunnen, konnte aber leider nur die Leiche seines geliebten Kindes ans Tageslicht befördern. Darmstadt, 22. April. Der „Offrnb. Ztg." wird von hier geschrieben: Sie brachten jüngst eine Anekdote vom Grafen Sandor in Wien, ich bringe ein Pendant von Darmstadt, das sich in den letzten Tagen hier zutrug. Ein Professor v. K. hier, der in eigenem Hause wohnt, verließ dasselbe und wird beim Verlassen der Wohnung von einem jungen Schutzmann ergriffen und gefragt, ob er in dem Haufe gebettelt habe. Auf seine verneinende Antwort muß er den Mann des Gesetzes auf die nächste Revier- stelle begleiten, um dort die Personalien feststellen zu lassen. Dort angekommen, gibt der Arretirte, dem die Sache Spaß zu machen schien, seine Karte ab und wird sofort entlassen. — Tableau! Offenbach, 23. April Das „O. Tagbl." erzählt: Ein wegen feiner Eigen- thümlichkeiten vielseitig bekannter, kleiner Portefeuille-Fabrikant liebt es, am 1. April mit feinem jungen Comptoirpersonal allerlei Kurzweil zu treiben; so geschah es auch am vergangenen 1. April, daß er sich das billige Verznügen machen wollte, einen feiner mit monatlich 50 , ' *«««» e|'r WOrfen f* i' »itn Ä» .■(hVJt(inb der $Q lbil9eillkn «“«der unb SÄ »SS * orte« ihre .Du städtischen ml?^bN-^ral>etentbür des Badezimniers, fielen Majlath von rückwärts an, ver- ürvften »m den"Mund Mit" einem Handtuch und warfen ihm -ine lose Schlinge um Lpn 5?ann hielten sie ihm ein Messer vor die Augen und tn'em fie den Knebel be” wieder entfernten inqu rtrten sie den Ueberfallenen, wo die Kaffen- schMst^°^d°rg-n sIn Ä wollt- Anfangs den Ort nicht ang°ben , allein di- Limiten stießen und schlugen ihn so lange, bis er sagte, wo die Schlüssel Angreifer quälten, l v dez-ichnet, als ihn dte Thäter abermals knebelten SE 'ne ®ä*tcr b-i Majlath zurückgclassen, ins Arbcitskabinet eilten. Allein Ä fiä ^raeb ich mit den Schlüsseln, da sie das Geheimniß der O-ffnun» m'cht kannten Sie' kehrten wieder zu Majlath zurück, um dieses Geheimniß zu -rfahr-n. Bei diesem Änl»se zog einer der Compltcen so f-st^an, daß ber Judex CunaeDerf»l b. 2. m hnher mit der Briestasch?, die Spanga mit etwa 1200 fl. zu sich steckte worauf er*übVb=n Erker flüchtete. Spauga ist linkshändig, daher feine l,nk- Hand' durch das S-U abgeschürft erscheint. _ Ein ruchloses Eis-nbahaatt-niat ist auf d-r Kolu-Mindener Bahnstreck- entdeckt morden Zwischen Calcum und Großenbaum find am Samstag gegen 9 Uhr Abends sieben mit Draht fest verbundene, anscheinend frisch abgeschnittene Baumstamme auf d e Schien gelegt worden und zwar, nachdem der Köln-Mmdener Personenzug und hpr (XHurfenna bie aefäbrliche Stelle pasfirt hatte. Es war also auf letzteren Zug kges hen, ° llE umÄnen Raub zu verüben. Der Zug kam natürlich in schnellem Tempo an und die Räumer der Maschine brachen entzwei zugleich wurdeaoerauch das ^inderniß beseitigt und der Zug war gereftet. Die Untersuchung ist sofort ein- aeleitet worden und wird jedenfalls in die dunkle Angelegenheit Licht bringen. Ein Baumstamm ist hierher gebracht worden. . — sEin Riesenfisch.^ Aus Prehburg wird dem „W- Fr. Bl. geschrieben. Mniae bischer aus Aschwang (bei Preßburg) brachten einen dort gefangenen Hausen auf einem Leiterwagen hierher. Derselbe batte über öurn Klafter Lange mrd ein Gewicht n nqn a>(Tn ^ischermeister Hmbl kaufte diesen, in einer solchen Große hier noch n?e Arenen 8W Fischern um 80 kr. per Kilo ab und expedirre denselben nach Wien. Es ist eine Seltenheit, daß ein Hausen, welcher aus dem schwarzen^Me^re in die Donau zu laichen kommt, sich so weit verirrt. Katholische Gemeinde. 5. Sonntag nach Ostern (Rogate). Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communron. 1/2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht. Christi Himmelfahrt. 7 Uhr: Frühmesse. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt- 2 Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Äynagoge. Freitag Abend 6-° Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, @nmftgonntag Morgen 8 Uhr, Sonntag Mittag 4Uhr, Sonntag Abend 7«>. J. II. 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Mai, Nachmittags 2 Uhr, nnrb dre Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden Mädchen stattfinden. . Die P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 29. April brs 5. Mar besorgt für Pfarrer Dr. Naumann: Pfarrer Dingeldey. empfiehlt seine li'riiftjah.rs- wnd Sommersachen in allen Sorten Herren-, Damen- u. Kinderschuhen u. -Stieseln. Solide Waare von den gewöhnlichsten bis zu den hochfeinsten zu den 216^ bekannt biliigstejii Preisen*__ gen seiner W’ | U aml-M l 3 neschah es aud) * «oute, «ne» f den. Er sanv . v Mann sbewD e eine F-«M : inte M nun . Die Angebote zum Rohbau des neuen Posthauf es in Wetzlar beim Verdingstermin am 29. März _ find fämmtlich abgelehnt worden und sollen : am Freitag den 4 Mai, Nachmittags 3 Uhr, im Postbureau in Wetzlar die betreffenden Arbeiten nochmals öffentlich ausgeboten werden, hierbei find ebensowohl Gebote auf den ganzen Rohbau (d. h. auf sämmtliche dazu gehörige Arbeitstitel zusammen), als auch auf einzelne Arbeitstitel bezw. Materialien zulässig. Die Angebote find schriftlich, porto- fllvl frei, wohlverschlossen und mit ent- und wird sofort sprechender Bezeichnung an das Postbaubureau in Wetzlar (Bahnhofsstraße) einzufenden, woselbst der Kostenanschlag, die Zeichnungen und Bedingungm während der Dienststunden zur Einsicht ausliegen und die Eröffnung der Gebote zur Terminsstunde stattfindet. — Zur Vermeidung von Irrungen sind für die Gebote der verschiedenen Art besondere Anbietungs-Muster (Formulare) angefertigt und im Postbaubureau ausgelegt bezw. von dort zu erhalten. Gebote, welche diesen Mustern nicht genau entsprechen, bleiben ohne Berücksichtigung. Die Postverwaltung behält sich eine Zuschlagsfrist von 4 Wochen, sowie die freie Auswahl unter allen Geboten (sowohl für die gesammten Arbeiten, als für einzelne Gegenstände) bezw. die Ablehnung aller Gebote vor. Frankfurt a. M., 24. April 1883. Der Kaiserliche Ober-Postdirector, Geheime Postrath 2914 _ Heldburg._____ MeferuKg von 1)00000 StückRriserwrUen. 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