LLZ° ,nb- rs?—-—W ' 3un6(t^ W"°nb-».r, iSfiS* Ächt zu Mm. EchWz. ?Äe ?e0en Sega Ä? rum AO 'UsReflecürende wolle? der notigen Kopien &ei Rechner ober' melben. 2. Juni 1883. "A KirchenvorstMd i Peter, irchenrechntt. elüssiser Maschine ude Stellung gesucht on Klostemann, M kUil 3682 nwald. ies Odenwald-Clubs. ' fireiMM raten-BJattim mittleren; (tcuttb Julimanti eis ein dreifacher Tbr. (teile Ml. . Mann mit guten Schub sserer Familie wird eint einem Eisen- oder ift gesucht. intfr Nr. 4376 an die aus sofort ein zuvev Heizer. heuchelheimerMW. | M 1 m6 r. Laufach, inbtrg Di« tr. üb- *«■ . i Fncdrichsriih Salz-, Kiesernadc--v ^Bader.saDAlE lfeliglen J&iö»«5** tfsa-«* Neuenwegs. , uitiew" i, Georg. _ 1 Ul' Mittwoch den 27. Juni Mr I^LS. 1883 iehener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Mautaas. Preis vierteljährlich 2 M«rk 20 Pf. mit Bringerl-Hrr. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberfkcht. Gießen, 26. Juni. Der Kaiser erfreut sich in Ems fortgesetzt des besten Wohlbefindens, und darf man sich deshalb der begründeten Hoffnung hingeben, daß die Emser Trinkkur auch diesmal von dem günstigsten Erfolge für das Gesammt- befinden des greisen Monarchen sein wird. Im Befinden des Reichskanzlers soll nach Berliner Privatmeldungen seit einigen Tagen eine ungünstige Wendung eingetreten sein, die sich durch öfteres Erbrechen äußerte. Von officiöser Seite lag über das Unwohlsein des Kanzlers bis zur Stunde noch keine Mitthe ilung vor. Die lange parlamentarische Campagne nähert sich ihrein Ende, da auch der preußische Landtag den größten Theil seiner Aufgaben erledigt und nur noch über einzelne wenige Gesetzentwürfe definitiv Beschluß zu fassen hat. Der wichtigste derselben ist die kirchenpolitische Vorlage, in deren zweite Lesung das Abgeordnetenhaus am Freitag eingetreten ist und welche am gestrigen Montag endgiltig beendigt worden. Schon die Commissions-Verhandlungen ergaben, daß der Annahme der Vorlage in der Fassung, welche ihr die Commission gegeben hatte, im Plenum keine wesentlichen Schwierigkeiten entgegenstehen würden und der Verlauf der Debatte am Freitag hat dies bestätigt, denn am Schluß derselben wurde der grundlegende Artikel mit 245 gegen 87 Stimmen genehmigt. Im Ganzen stellen sich die Redner der einzelnen Fraktionen auf oenselben Standpunkt, den die Vertreter derselben in der Commission eingenommen hatten; Namens der Nationalliberalen erklärte Abg. v. Cuny, daß für seine Freunde das ganze Gesetz in der vorliegenden Fassung unannehmbar sei, ebenso gab der freiconservative Abg. Frhr. v. Zedlitz die Erklärung ab, daß der größte Theil seiner Partei wegen Streichung des Art. 4 gegen die Vorlage stimmen werde. Dagegen gab der Führer der Conservativen, v. Rauchhaupt, seine vollste Zustimmung zu der Vorlage zu erkennen, wobei er betonte, daß der Kampf mit staatlichen Mitteln gegen die katholische Kirche nun aushören müsse. Seitens der Fortschrittspartei vertheidigte Abg. Virchow seinen Antrag, welcher die Strafbestimmungen der Maigesetze für die Unterlassung der Benennung ausheben, dagegen aber auch alle Vorrechte, Privilegien und Bezüge, welche der Staat gewährt, für die Dauer der Unterlassung ruhen lassen will; der Antrag wurde indessen nach Schluß der Debatte mit großer Majorität abgelehnt. Die Redner des Centrums, die Abgg. Reichensperger (Olpe) und Windthorst, traten nämlich für die Vorlage ein, wobei sie deutlich die Erwartung durchschimmern ließen, daß die Regierung bei nächster Gelegenheit weitere Schritte zur Revision der Maigesetze thun werde. Was endlich den Vertreter der Regierung, Cultusminister v. Goßler, anbelangt, so bezeichnete derselbe die kirchenpolitische Vorlage als ein eminent praktisches Gesetz, welches auch für das katholische Bewußtsein annehmbar sei; im Uebrigen gab der Minister zu verstehen, daß die Regierung nicht abgeneigt sei, die Anzeigepflicht ganz über Bord zu werfen, wenn sich die Kurie mit der Vorlage nicht einverstanden zeige, welche Andeutung in Centrumskreisen jedenfalls mit Genugthuung ausgenommen werden wird. — Gegen Art. 1 stimmten einige Freiconservative, die Nationalliberalen, die Secessionisten — mit Ausnahme des Abg. Hönika — der größte Theil der Fortschrittspartei und die Abgg. Berger und Löwe (Bochum). Der Antrag der sächsischen Regierung, den kleinen Belagerungszustand für Leipzig um 1 Jahr, bis zum 28. Juni 1884, zu verlängern, ist vom Bundesrath genehmigt worden. Die Nachrichten aus dem schlesischen Ueberschwemmungs- Gebiete lauten jetzt günstiger, da allenthalben ein Fallen der Gewässer gemeldet wird. Immerhin sind die durch die Ueberschwemmungen angerichteten Verheerungen sehr groß und haben leider auch noch weitere Menschenleben gefordert, da in Ullersdorf bei Glatz nach einer Meldung des „Gebirgsboten" 7 Schulkinder ertrunken sind. Bei Dresden ist die Elbe noch im Wachsen begriffen. Von den zur Zeit versammelten Landtagen der österreichischen Kronländer hat derjenige von Nieder-Oeflerreich zuerst seine Thätigkeit eingestellt, indem am Donnerstag der Schluß der Session erfolgte. Als wichtigstes Er- gebniß der Session ist die Annahme der Landtags-Wahlreform zu betrachten, durch welche die Landtags-Abgeordneten von Nieder-Oesterreich und namentlich von Wien vermehrt werden und die Einbeziehung der Wiener Vororte in die Städtegruppe, sowie die Ausdehnung des Wahlrechtes auf die sog. Fünf-Gulden- Manner angeordnet wird. Aus der Schlußrede des Landmarschalls, Freiherrn er' man Znstimmung der Regierung zur Wahlreform schließen M dürfen. — Die deutsche Kaiserin hat an den ungarischen Cultus- mimster Tresort em Handschreiben gerichtet, in welchem die hohe Frau dem Minister ihre Genugthuung über die glänzende Vertretung Ungarns auf der Berliner Hygiene-Ausstellung und ihren Dank für die ihr vom ungarischen Dele- girten überreichte werthvolle Gabe ausdrückt. „Diese Gabe entspricht der Würde und den Vorzügen eines Reiches wie Ungarn, das sich in geschichtlicher und nationaler Beziehung glänzend bewäht hat und sich einer steten Fortentwickelung nützlicher Einrichtungen erfreut." In der Schweiz hat die Socialdemokratie in den letzten Jahren immer mehr an Terrain gewonnen, was wohl hauptsächlich dem Umstande zuzuschreiben ist, daß man behördlicherseits dem Treiben der socialistischen Agitatoren nur wenig ^bnWeg legt. ES ist daher nicht zu verwundern, wenn die socialdemokra- tische Partei in verschiedenen Cantonen, wie z. B. im Züricher Canton, bei den politischen Wahlen meist den Sieg erringt. Im Allgemeinen jedoch sind die schweizer Socialisten ziemlich harmlose Weltverbesserer. Die Versicherungen von der Friedensliebe Rußlands, welche dem Munde des Czaren gelegentlich der Moskauer Krönungstage mehrfach entströmten, erhalten durch mehrere Vorgänge eine etwas bedenkliche Illustration. Zunächst setzt ein kaiserlicher Ukas die Zahl der in diesem Jahre auszuhebenden Rekruten nicht aus 212,000, sondern aus 218,000 Mann fest, ferner verlangt der Kriegsminister plötzlich einen nachträglichen Credit von 17V2 Mill. Rubel für „außergewöhnliche Heeresbedürfnisse." Endlich wird im fünften Odessaer Militärbezirk eine fünfte Sappeur-Brigade formirt, bestehend aus drei Sappeur-Bataillonen, einem Pontonier-Bataillon, drei Feldtelegraphen- Parks und einem Feldingenieur-Park. Jedenfalls sind diese Maßnahmen für die Träger des neuerdings wieder hervorgetretenen „Abrüstungs-Gedankens" nicht sehr ermuthigend. Die russische Beam t enwirthschaft in Bulgarien soll in dem bulgarischen Volke eine tiefe Gährung hervorgerufen haben. Nach zuverlässigen Berichten befindet sich die Verwaltung geradezu im Zustande der Anarchie, die allgemeine Unzufriedenheit hat ihren Gipfelpunkt erreicht und, immer lauter erhebt die Bevölkerung das Verlangen nach einer Aenderung der leitenden Persönlichkeiten, die lediglich den aus Petersburg kommenden Befehlen Folge leisten. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sich Fürst Alexander in nächster Zeit veranlaßt fühlen wird, seine russischen Rathgeber zu entlassen, wobei er allerdings mit dem ernsten Einsprüche Rußlands rechnen müßte. . Die Nachrichten aus Albanien lauten sehr widerspruchsvoll. Während vor Kurzem gemeldet wurde, daß der größte Theil der aufständischen Stämme der Pforte ihre Unterwerfung angezeigt habe, heißt es neuerdings, daß die Albanesen entschlossen seien, den Kampf forrzusetzen. Die Führer des Stammes der Malissoren sollen sogar an die in Skutari residirenden Vertreter der Mächte einen Appell gerichtet haben, in welchem sie gegen die Gewaltacte der türkischen Regierung protestiren und den moralischen Beistand der europäischen Mächte anrufen. Aeutschland. Berlin, 22. Juni. Zu dem im October d. Js. bevorstehenden 25jähri- gen Regierungs-Jubiläum des Kaisers — Allerhöchstderselbe übernahm bekanntlich am 9. October 1858 die Regierung als Prinz-Regent — werden jetzt auch bereits Seitens der Armee zur Veranstaltung großarttger Festlichkeiten die umfassendsten Vorbereitungen getroffen. Arankreich. Paris, 22. Juni. Die Franzosen behaupten, England werde Alles aufbteten, um China von emem Kriege mit Frankreich zurückzuhalten; Frankreich könne Im Vertrauen darauf in Anam ruhig thun, was es für nölhtg erachte. Als Grund für Englands Friedensliebe nicht bloß, sondern für Englands Parteinahme für Frankreich wird angeführt: der binde auswärtige Handel Chinas mit dem Auslände beträgt runb 1200 Millionen; habet ist Englanb, Hongkong einbegriffen, mit 550 Millionen betheiligt, wovon 350 Mill, als Ausfuhr auf Thee, eetbe, Zucker u. s. w., 200 als Einfuhr von Baumwollenwaaren, Leinen, Wolle, Blei u. s. w. kommen; aus Britisch- Jndien allein geht für 250 Mill. Opium ein, sodaß Englanb im Ganzen mit 850 Mill, am chinesischen Handel betheiligt ift, mit 75 pCt. des Handels aller Ausländer mit China. Frankreich ist babet nur mit 180 Mell. (15 pCt ) betheiligt, wöbet Seihe und Seidenzeuge allein 120 Mill, betragen. England muß also „zittern" und es muß seine Angst den Chinesen einimpfen. Im Uebrigen prebigt bte gesammte Pariser Presse, gleichviel ob sie für ober wider Challemels Politik ist, baß jetzt die Zett bes Schwankens aufhören müsse unb in Asien eine fest auftretenbe französische Politik nöthig sei. Die „Räpublique" zieht habet einen Vergleich zwischen hem verstorbenen Bey von Tunis unb Tübüc: jener Habe sich Hinter der Pforte versteckt und eine Abhängigkeit erlogen; Frankreich habe jetzt aber nichts eiliger, als den Anamiten zu verhindern, ein ähnliches Spiel zu treiben; die Wahrung der französischen Interessen gehe ab.er Allem vor; Tongktng dürfe nicht mehr aufgegeben werden, selbst auf die Gefahr hin, daß es darüber zum Bruche mit China komme. Rußland. Riga, 15. Juni. Die Nihilisten erließen ein neues Manifest, worin sie den Entschluß ausbrücken, trotz bes Verlustes ber besten Führer unb trotz Geldmangels den Kampf für Laub unb Freiheit fortzusttzen. Die russische Regierung wird beschuldigt, tn einen Krieg mit Deutschlanb hineinzutreiben, der mit einer schmachvollen Niederlage für Rußland enden werde. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenr-Bureau. Berlin, 25. Juni. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die 3. Lesung derKirchenvorlage fort. Im Verlaufe oer Debatte erklärte der Cultusminister, bte ihm über seine Haltung tn der Schulfrage gemachten Vorwürfe verdiene er nicht, ^nn erstehe fest auf dem Boden des Schulaufsichtsgesetzes und her Verfassung. katholischen Seelsorge könne ledtglich durch die Gesetzgebung ^ranlaßt sein, aber auch unter Beihülfe außerhalb derselben liegenden Interessen. Jedenfalls müsse sich dir Regierung die Frage vorlegen, was sie ihrerseits thun। könne, umi bte Unzufriedenheit ber katholischen Staatsbürger zu beseitigen. Deßhalbei bte änderungen unb Erleichterungen vorgegangen, wie sie bereits in Baben zur Erreichung des kircklicken Briedens mit Erfolg gemocht worden seien. Die Regierung sei zu der Erwartung berechtigt, daß auch für unseren Staat aus diesem Gesetz Frieden erwachsen und daß sich auch die Kurie im Interesse der preußischen Katbol.ken auf den Boden derselben stellen werde. Das Gesetz wurde endgültig mit 224 gegen 107 Stimmen Laibach, 25. Juni. Der Landtag von Kram ift heute eröffnet worden. Der Landespräsident erklärte, die Regierung stehe noch immer auf demselben Standpunkte der Versöhnlichkeit und hoffe, daß der Landtag seine Mission vom gleichen Standpunkt aus erfüllen werde. Der Landtag beschloß, dem Kaiser gelegentlich seiner Anwesenheit bei der bevorstehenden Jubelfeier eine Huldigungä- Adresse zu überreichen und wählte sodann den Adreßausfchuß. Morgen findet die Wahl des Landesausschusses statt. Lemberg, 25. Juni. In Folge anhaltender Regengüsse ist tn Galizien aus verschiedenen Orten Ueberschwemmungsgefahr signalisirt. Nyiregyhaza, 25. Juni. Ttsza-Eszlarer Procetz. Bei Beginn der heutigen Verhandlung gab der Präsident die Erklärung ab. daß er, vom Vicegespan verständigt, es seien Zeugen bet ihm erschienen, welche zwei Personen namhaft machen wollten, die für die sogenannte Dadaer Leiche die Kleider Esther's geliefert hätten, den Untersuchungsrichter nach Tisza-Eszlar zur Vernehmung der Zeugen entsendet habe; die verdächtigen Personen würden polizeilich bewacht. Der Staatsanwalt verlangt die Vorladung der Zeugen und der Verdächtigen unter polizeilicher Bewachung. Der Vertheidtger Eötoös erklärt, polizeiliche Bewachung sei nicht nur unnöthlg, sondern ungesetzlich. Die Angelegenheit gehöre ausschließlich vor Gericht, keine Verwaltuags- behörde, selbst der König nicht, dürfe die verfassungsmäßige Garantie der persönlichen Freiheit antasten. Das Gesetz mache keinen Unterschied zwischen Juden und Christen. Der Präsident erklärte in Bezug auf die polizeiliche Bewachung der beiden Personen, welche für die sogenannte Dadaer Leiche die Kleider Esther's geliefert haben sollen, er fühle sich nicht berufen, das Vorgehen der Verwaltungsbehörde zum Gegenstand einer Kritik zu machen. Er theilte dann im höheren Auftrage mit, daß die Aussage des Moritz Scharf über einen Erlaß des Ministers des Innern, durch welchen ihm eine Versorgung für die Zukunft zugesichert werden würde, auf Unwahrheit beruhe. Hierauf wird der Zeuge Hermann Rosenberg vernommen, bet dem Esther's Schwester tn Dienst stand. Derselbe will, als er mit seiner Dtenstmagd vom Kaufmann heimkehrte, Esther gegen 1 Uhr getroffen haben. Durch die weiteren Aussagen der Zeugen wurde das Alibi zweier Schächter nachgewiesen, nachdem das Alibi des dritten schon am Samstag nachgewiesen worden war. Esther's Mutter sagte aus, die Juden hätten ihr nicht Tausende versprochen, damit sie ein fremdes Kind als ihr eigenes anerkenne, sondern hätten ihr 200 Fl. versprochen, wenn sie ihnen die Heimkehr Esther's anzeige. Die Gerichts- und Polizeiorgane, vor denen Moritz Scharf zuerst aussagte, stellen in Abrede, denselben durch Gewalt zur Aussage gepreßt zu haben. Dagegen gibt der Gerichtskanzlist, welcher dem Untersuchungsrichter beigegeben war, zu, er habe dem Jungen mit ewigem Kerker gedroht und ihm gesagt, sein Vater habe bereits gestanden — worauf Moritz alles erzählt habe. Sem Vater rief dazwischen: „Der hat meinen Sohn abgerichtet!" Rom, 25. Juni. In dem Theater in Dervio (Provinz Como) brach gestern Abend während der Vorstellung Feuer aus. 47 Personen kamen ums Leben, 10 wuxden verwundet. Neapel, 25. Juni. Der Stapellauf der Königlichen Aacht „Savoja" hat heute Mittag m Anwesenheit des Königs uud der Königin, sowie der Königlichen Prinzen unter großen Feierlichkeiten stottgefunden. Die Königin von Portugal übernahm die Pathenftelle, der Bischof von Csstellamare vollzog die Einsegnung. Der König hielt nach Schluß der Feier noch eine Revue über das Geschwader ab. Petersburg, 25. Juni. Erne Feuersbrunst vernichtete heute die an der Newamündung belegene Sägemühle nebst Holzlager, die meisten Prlvathäusir auf der Lootse- Jnsel, ferner die auf dem Gute Jewainsel von der Krone verpachtete Dampfkornmühle, sowie die Fabrik chemischer Produkte, die Knochenmühle und ein Baumwolllager mit 3000 Ballen. Der Schaden beträgt IV2 Millionen Rubel. Geschätzt wird, daß das abgebrannte Eigenthum mit 1 Mill. Rubel versichert ist. London, 25. Juni. Das Oberhaus nahm in der Specialberathung das Seefischereigesetz in dritter Lesung an, ebenso die Dotations-Bill für Lord Alcester und Lord Wolselep. Für die dritte Lesung der Bill, betr. die Ehe mit der Schwester der verstorbenen Frau, meldete Bauchamp einen Antrag auf Ablehnung an. — Das „Reuter'sche Bureau" berichtigt seine gestrige Meldung aus Da- miette dahin, daß dort nicht die Cholera, sondern ein gastrisches Fieber ausgebrochen sei, welches einen typhoiden Charakter trägt. Lokale». Gießen, 26. Juni. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 28. Juni 1883, Nachmittags 4 Uhr. 1. Berloosung von städtischen Schuldverschreibungen. 2. Umguß einer Glocke des Stadtthurms. 3. Die Verpachtung des Stembruchs im Hangelstein. 4. Gesuch des Vorstandes des Gießener Eisvereins um Ueberlassung der städtischen Wiesen hinter den Eichen zur Anlegung einer Eisbahn. 5. Gesuch des Vorstandes der Gießener Rudergesellschaft um Ueberlassung von Holz und Steinen zur Befestigung des Lahnuttrs an dem Bootsplatz. 6 Anlegung von Flut- und Gewannwegen und Entwässerungsgräben im Neu- städter Feld. 7. Gesuch des Kaufmanns Julius Buch dahier um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen. 8. Gesuch des Gastwirths Konrad Peter Prell dahier um Erlaubniß zur Benutzung eines städtischen Platzes. 9. Canalanlage tu der Neustadt. 10. Den Feldweg in der Lichtenau betr. 11. Die Räumung des Stadtringgrabens. 12. Ausdünstungen aus dem Schoorgraben. 13. Anlagen tn der Wieseck und in dem Schoorgraben und auf deren Böschungen. Gießen, 26. Juni. Wir machen unsere Leser auf das heutige Inserat der Kgl. Eisenbahn-Direciion in Hannover, betr. Retourbillett nach Berlin, aufinetksam. - Sck würgerichtsverhandlung am 25. Juni l. I. g-gen Christian Weisenstein von Büdesheim wegen Meineid. Weisensttin war beschuldigt: 1. daß er am 12. Januar 1883 in der Strafsache gegen Wilhelm Steitz von Ranstadt wegen Körperverletzung vor einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, nämlich der Strafkammer Gr. Landgerichts der Provinz Oberhessm den vor seiner Vernehmung als Zeuge geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe, 2. daß er am 16. März 1883 in derselben Strafsache und vor derselben Behörde als Zeuge wissentlich eine falsche Aussage unter Berufung auf den früher von ihm geleisteten Eid abgegeben habe. Die Geschworenen erklärten den Angeklagten für schuldig, sie nahmen jedoch Jdealconcurrenz als vorliegend an, indem sie die Nebenfrage, ob die im zweiten Termin abgegeben«' Aussage eine von der tm ersten Termine abgegebenen verschieden sei, verneinten. Angeklagter wurde demgemäß in eine Zuchhausstrafe von 2 Jahren unter Aufrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft verurtheilt, ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren aberkannt und ihm die Befugniß abge- sprocken, je wieder als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden. ß e t m i f 4 f t 1 — Nlckelplattirte Koch- und Küchengeschirre aus der Fabrik von Fleitmann und Witte in Iserlohn aus geschweißtem Nickelmetall (nicht zu verwechseln mit galvanisch vernickeltem Geschirr) stchn gewiß jedem Besucher der Frankfurter Ausstellung noch in Erinnerung (dieselben erhielten dort die höchste Auszeichnung „Ehren- Diplom"). Wie aus heutigem Blatte zu ersehen, ist an hiesigem Platze eine Niederlage in diesen Sachen errichtet worden. Die Geschirre zeichnen sich in jeder Weise gegen alles bis jetzt Dagewesene aus; dieselben sind ohne Loth aus einem Stück gestanzt, bedürfen also keiner Reparatur, können jeder Hitze, selbst Glühhitze, wenn sie zur Trockene gekocht sind, ausgesetzt werden ohne Nachtheil und Schaden des Gefäßes. Nickel besitzt gegen Kupfer und Messig den Vorthetl. daß es selbst bet Speisen mit verdünntem ©aureßebalt nicht oxydirt und braucht daher fast gar nicht geputzt zu werden. Nickelgeschirre kochen rascher als emaillirte Geschirre und sind durch ihre Unempfindlichkeit gegen Stoß, Hitze und plötzliche Abkühlung solchen wesentlich vorzuziehen, da unter ähnlichen Einflüssen die Emaille leicht absprmgl. Durch schöne dauerhafte Politur werden dieselben auch tn ihrem Aeußeren eine Zierde der Küche. Um allen Befürchtungen vorzubeugen, daß solche wie im Gebrauche befindliche Nickelmünzen mit der ^eit eine unansehnliche Farbe annehmen, sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß fragt, sogenannte Nickelmünzen aus einer Legtrung von 25% Nickel und 75% Kupfer zusammengesetzt sind, während betr. Geschirre aus einer nicht oxydirbaren Nickelauflag^, welche auf jeder Seite 5—20% der Dicke oes ganzen Bleches betragt, bestehen. Vilbel, 22. Juni. Gestern kehrten eine Anzahl hiesiger Rek Uten aus älteren Jahrgängen aus Friedberg zurück und arranguten am hiesigen Bahnhofe und dann mitten tn der Stadt eine ausgedehnte Schlägerei, wobei ein Bruder dem andern mit einem Messer in das linke -Überbein stach. Dem großen Blutverlust nach zu urlheilen ist die Wunde eine cihcbliche. Bürgermeister Hinkel ließ den Thäter und einen anderen Betheiligten sofort inhastiren. Rüdes heim, 20. Juni Heute wurden auf 2 Wagen mit je 4 Pferden die ersten Gußtheile des Nattonaldenkmals: ein Lorbeer-, Elchen-, Fichten- und Lindenkranz, das eiserne Kreuz mit Schleifen, die Palmzweige und Inschriften, nach dem Niederwalde gefahren. Mit der Ausstellung beifdben wird morgen begonnen werden. Frankfurt, 22. Juni. (Nur immer praktisch.^ Ein Kilfchenliebhaber erfreut sich in seinem Garten des Besitzes mehrerer Bäume, die dieses Jahr außergewöhnlich viel dieser süßen Früchte tragen. Um nun feine Ernte gegen die Spatzen und Amseln zu sichern, brachte er auf dem mittelsten der Bäume mehrere Schellen an und verband dieselben vermittelst Draht mit seinem Wohn- und Schlafzimmer. Sobald er einige Zett hat, zieht er mehrere Male den Draht an, wodurch die Glocken ertönen und die Vögel, welche den Baum belagern, davonfliegen. Nun kommt es aber vor, daß er und seine Familie nicht zu H-ruse ist. Um tn diesem Falle auch die Vögel von seinen Bäumen fernhalten zu können, veifiel er auf eine sehr „praktische" Idee. Er brachte an der Hausthür unter der Mündung des Drahts einen Schild an, worauf steht: „Wer nur irgendwie Zeit hat, wird gebeten, hier mehrere Male zu schellen." Diese Aufforderung wird nun von der lieben Jugend derart besorgt, daß sich die ganze Nach- banchast wegen dem immerwährenden Geläute der Glocken m Hellem Aufruhr befindet und Beschwerde führen will. Halle. Durch verschiedene Blätter lief neulich eine etwas wunderlich klingende Nachricht aus Halle, daß nämlich in einem kürzlich erschienenen Werke des dortigen Professors Welcker der Nachweis geführt sei, daß tn der Fürstengruft zu Wetmar n cht die echten Gebeine Schiller's beigesetzt sind. Eine Vergleichung der unzweifelhaft echten Todtenmaske mit dem Schiller-Schädel der Fürstengruft habe dies ergeben. Vor der UeberfÜhrung der j.tzt als Gebeine Schiller's geltenden Ueberrefte nach der Fürstengruft, aus dem Gewölbe, wo Schiller ursprünglich begraben war, seien die Gebeine aus zahlreichen anderen dort vorhandenen nach ungefährer Aehnlichkcit zusammenge- fudbt worden. Der Verfasser des Buches wolle nun den Großherzog bitten, neue Nachgrabungen vornehmen zu dürfen, um womöglich den echten Schiller doch noch zu finden Zur Richtigstellung dieser Mtttheilung veröffentlicht nun Herr Prof. Welckcr folgende Zuschrift: „Eire auf die Beantwoitung anthropologischer Fragen gerichtete Untersuchung des in anatomischen Sammlungen vorhandenen Gypsabgusses des „Schiller-Schädels", sowie der Todtenmaske Schiller's, durch welche ich zugleich d e seither angenommene Identität des Schäbrls, auf Grund sichererer Merkmale als dies vordem möglich war, bestätigen zu können hoffte, hat leider zu dem Ergebnisse geführt, daß jener Schädel nicht der echte ist. „Sensationellen Nachrichten" herzlich abhold und schmerzlich davon berührt, daß ein seither angenommenes Geschrhniß, bei welchem treffliche Menschen sich ein Denkmal edelster Sinnesart gesetzt haben, eine Illusion sein solle, habe ich längere Zeit gezweifelt, ob es nicht Pflicht sei, von jenem Ergebnisse zu schweigen; doch habe ich nach reiflicher Ueberlegung, da es sich um die Kritik wissenschaftlichen Untersuchungsmaterials handelt, mich nicht für berechtigt gehalten, eine Wahrheit zu verschweigen, durch deren Unterdrückung die Forschung in irgend einem Punkte irre geführt werden könnte. Mein Standpunkt zu der Sache und die Sache selbst sind hiernach wesentlich andere, als die Mttthettung in den Zeitungen ver- muthen läßt. Daß ich „den Schiller-Schädel in der Fürstengrust" untersucht habe, ist eme ungenaue, zu Mißverständnissen Veranlassung gebende Darstellung; ebenso ist der mir zugeschriebene Gedanke, um Vornahme neuer Nachgrabungen an competenter Stelle nachzusuchen, mir fremd geblieben. Halle a. d. S-, 18. Juni 1883. Professor Hermann Weicker." Köln, 19. Juni. Die „Köln. Zig." veröffentlicht heute folgenden Artikel, den wir im Interesse des Publikums hier zum Abdruck bringen wollen: „Auf Grund dec nachstehenden Zeitungsanzeige: „In einer Minute beseitige ich schmerzlos auf immer jeden Zahnschmerz! Zurückzahlung bei Nichterfolg. Auswärtige Aufträge werden für 3 Mk. umgehend besorgt. I. Hensettr, prüft. Chemiker und Zahntechniker, Mathias- straße 9A Köln", wandte sich ein etwas leichtgläubiger auswärtiger Consulatsbeamtcr an die bezeichnete Adresse unter Einsendung von 3 Mk. und wurde hierauf mit nachfolgender uns in Umschrift vorliegenden Antwort beehrt: „Köln, den 28. Mat 1883. Ihr sehr geehrtes Schreiben habe ich erhalten und muß sehr bedauern, daß an unser Post, trotzt meiner viel angewandte vergeblichen Mühe, keine Flüßigkeiten als Muster nach dem Auslande angenommen werden! es Ihnen aber als Packet einzusenden, kostet der kleine Inhalt an Porto 10 Mark 50 Pfg. dieß fällt Niemanden ein, solchen Porto zu zahttn. Um Ihnen aber gerecht zu werden, trotzdem ich nicht tn der Lage bin, Jynen mein unübertreffliches Mittel einfenben zu können, auch sonst nirgendwo käuflich ist, werdm ich Ihnen mittheilen, wie Sie sich zu verhalten haben Für hohle Zähne nehmen Sie aus der Apotheke, für 10 Pfennige Nelken-öl, tränken oder befeuchte, (aber nicht zuviel) ein BaumwollkÜgelcke (Watte) damit und trücken es in die Zahnhöhlung hinein und lassen es ruhig sitzen! sollte sich nochmals Schmerz einstellen, so wiederholen dieß Verfahren. Sollte dieß aber nicht genügenden Erfolg haben, ober sollte der Schmerz nicht von hohlen Zähnen herrühren, oder gar Rheumatischer Natur sein, so lassen Sie sich für 10 Pf. Jodtinctur geben unb 1 Dachspinfelchen mit Federkeil. Nun stellen Sie sich lauwarmes Wasser zur Seite; jetzt gehen Sie mit dem Pinsel in die Jodfinctur, streichen den Überschuß ab und Pmseln die leidende Stelle von beiden Seiten über daß Zahnfleisch ein, und zwar ziemlich hoch, warten bann ein wenig, unb spülen ben Munb mit warmen Wasser aus. bieß verfahren kann man 2 Mal täglich wiederholen, unb Sie werben guten Erfolg haben! (eingesanbtes als Honorar.) Hochachtungsvoll I. Hensettr, pract. Chemiker, Mathiasstraße Nr. 9A.." Newyork, 19. Juni. Am.Mississipp! und Missouri ftnben wieder starke lieber, febroemmungen statt. Alle Niederungen des unteren Missouri sind überfluthet unb ber Verkehr ber Eisenbahnen ist unterbrochen. Kansas City ist abgefcbnitten, zahlreiche Menschenleben sinb zu Grunde gegangen, viel Eigenthum zerstört worben. — Die Frage, ob bie Stubenttn-Mensuren mit den habet gebrauchten geschliffenen Schlägern als Zweikämpfe tm Sinne des Strafgesetzbuchs zu erachten sinb, welche von ben vereinigten Strafsenaten bes Reichsgerichts durch Urtheil vom 6. März er. in bejahendem Sinne entschteben worben ist, hat das Reichsgericht I, Strafsenat, von Neuem beschäftigt unb es wurde dabei durch Urtheil vom 12. April d. I. her Rechtssatz ausgesprochen: Die bei Studentenmensuren gebräuchlichen geschliffenen Schläger fallen trotz der gegen ihre Gefährlichkeit angewandten Paukvorrtchtungen unter den Begriff ber töbtlicben Waffen, unb ber gute Glaube ber Duellanten, es seien wegen ber g - troffenen Schutzmaßregeln lebensgefährliche Verletzungen ausgeschlossen, kann als straf- ansschltcßenber Thatumstanb im Sinne bes § 59 bes Strafgesetzbuchs nicht in Betracht kommen- — (Eine hübsche Wrangelanekdote), bte wenigstens vor vielen anberen ben Werth bat, daß sie historisch ist, würbe uns kürzlich von einem Augen- und Ohrenzeugen wiebererzahlt. Zu Anfang ber fünfziger Jahre verkehrte Wränge! vielfach tn bem jetzt nicht mehr bestehenben Weinrestaurant von Ufener, bas sich bamals unter ben Linden befand. Regelmäßig fand er sich dort drei ober gar vier Mal b*e Woche unb immer pünktlich gegen 6 Uhr Abends ein unb blieb gewöhnlich bei seinem Schoppen Mosel zwei Stunden lang in einer Gesellschaft von Officieren, Beamten unb Künstlern. die dort ein eigenes Zimmer zur Verfügung hatte. Für dieses Zimmer sammelte der Wirth allerlei originelle Sachen von Künftttrhand, kleine Skizzen. Vasen, Büsten, antike Teller, kurz, legte dort eine kleine Raritäten-Sammlung an. Zu eben dieser Zeit starb in Berlin der ziemlich unbekannt gebliebene Bildhauer Adalbert Mohr, der zu seiner Zett ein gesuchter Modelleur gewesen unb vor vielen Jahren auch eine Porträtbüste bes noch bamals in ber Blüthe seiner Jahre stehenden Wrangel angefertigt hatte. Nach seinem Tode ließ bie in ziemlich dürftigen Verhältnissen zurückgebliebene Wittkve in seinem Atelier eine Auction veranstalten, von welcher sich ber Restaurateur Ufener M0 „-einem «an) er N ® ihiärifd)«1. c vekfk $ d W‘" ftw-r Frankfurt. M'te effechn hw / 13-13'2, f«mbl Mr. * $ro" JronlfurU Meta warm ca.W Die Preise fiel N?r 1- OuaL <‘ >. 55—60 perlOOJ. Mur»» 6S | lieber den Nachla I Weis Johanne I M wird heute 1 I Mtags 1 Ut)i D eröffnet, ßmtz ^uh \W hum MteomDo Wursforderm V1 3uü 1883 MMÄden. Es wird zur Be' Äahl eines andere Äer die Wellung Fusses und einlreten W der Konkurse) Mwbe und ; AzÄdeten Forder Untag den 21 d-121 Vormittags «unterzeichn« ■wriinnt Pechnm, mtaiMfie gehöre fa »der zm & N sind, M ««lEemeinschM», leisten, auch °°° dem 7 * Den Forder t* der y“ SR in Achr -5*m«lter bi IfW * m! den A ' H. Aw Dr- Gil Größen Ä. Bramm. 4398 Schmitt. 4394 Bieber. 4357 H. Adami. strauch verkauft A. Bramm. 4390 4381 (Main-Weser-Bahn) 4385 Bezugszeit empfehle in werden: X, Maurerarbeit, veranschlagt zu 343.38, 4405 Marktstraße. 3763 Aug. Gabriel Frankfurter Straße 67. Heu! Neu! Steinhauerarbeit, Zimmerarbeit, Schlosserarbeit, Planirarbeit, Pflästererarbeit, i) U 11 11 Dr. Gilmer. Veröffentlicht: N eidhart, Gerichtsschreiber. ii ii ii 1! 648.45, 41.83, 35.70, 242.93, 504.43, Montag den 2 Juli- von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhaussaale versteigert Bei der bevorstehenden geeignetsten Prima-Qualität Konkursverfahren. Ueber den Nachlaß des pensionirten Lehrers Johannes Wesp zu Leihgestern wird heute am 19. Juni 1883, Nachmittags 1 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Georg Luh HL zu Leihgestern wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 13. Juli 1883 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die -Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der ^gemeldeten Forderungen auf Montag den 20 Juli 1883, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine, zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 13. Juli 1883 Anzeige zu machen. Gießen, den 24. März 1883. Das Großh. Amtsgericht Gießen. Am 28. d. Mts. werden wiederum Extru-Retourbillets mit 8tügiger Gültigkeit nach Berlin zum Besuch der Hygiene-Ausstellung unter erheblicher Preisermüftigung verausgabt. Cassel, den 2». Juni *883. Konigl. Gisenbahn-Betriebs-Amt Anthraeit, meinte und gewaschene Nußkohlen Herborn, 25. Juni. Auf den heutigen Markt wurden gebracht: 676 Stück Rindvieh, 1150 Stück Schweine. Der nächste Markt ist Donnerstag den 26. Juni. Heugrasverfleigerung. Donnerstag den 28. Juni, Vormittags 7 Uhr anfangend, foll das Heugras von den städtischen Wiesen, ca. 50 Morgen, an Ort und Stelle versteigert werden. Die Zusammenkunft ist in Allendorf selbst, am Unterthor. Allendorf a. Lda., den 23. Juni 1883. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. Wafferwärwe der Lahn. Am 26. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 16V? R-, Luftwärme + 17° R. L. Chr. Rübsamen. Samstag den 30 d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, sollen 3 Morgen Roggen des land- wirthschaftlichen Versuchsfeldes an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 26. Juni 1883. Großh. Universitäts-Rentamt. Aeiigeöotenes. 4396 Vier Morgen Heugras im Heeg- 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAAS ERSTEHST “% tiXK-* !ä'ka“6"9e“>öinli« r*’ und Smfefc W unb netbanl toobalb er einige rt" “l5n<“ »nd bie « aber vor, bafe (r von feinen ob«. @r brachte ’ an, worauf stch: M jchellen.« Diese !'ch bie ßonje Aach.- :m Aufruhr befindet wunderlich künM^e Werke des tzockgen uft zu Weimar n^t ‘ unzweifelhaft echten * ersetzen. Vor btt e nach der Mrsten- feren die Gebeine nltchkeit zusammenge- r tag bitten, neueNch Zchtller doch noch zu n Herr Prof. Sßelcfa . der Fragen gerichtete n Gypsabgusses des reiche ich zugleich b e er Merkmale als dies em Ergebnisse geführt, ne herzlich abhold und ; in ß, bei welchem treff- ; en, eine Illusion sein f? n jenem Ergebnisse zu p um bie Kaltk wtssen- r echtigt gehalten, eine v lung in irgend dnem h Zache und die Sache den Mungen oei- ' untersucht habe, ist Hung; ebenso ist der gtn an competenter tut 1883, Professor laenden Artikel, den n: >\ Grund dec chmerM auf mmer Auftrage werden D ldmechniker, WW uer ConsMsbeamtcr ude hinauf mit * den 28. Mar M i bauern, ba^ an * ügigketten als MM Packet e.nzuM Itiemanden ein, M ich nicht in der A auch sonst ffieS v5l trantn obff J* 4 Rd-2ll-d-rx« I "7' 2'°"»-'? ben! W L 91.“ Ä‘.K Irt ®»rbtn' „..mW ' “71*« r-n11 ■ jje Witterungskunde.*) 27. Juni. Etwas Aufbesserung, dock ist das Wetter noch windig, bis bö'g und veränderlich. Aufbesserung ist zu erwarten kurze Zett Vormittags, kurze Zeit Nachmittags und Spätabends, doch ist der allgemeine Charakter trüb und regnerisch, im Osten und Südosten mit Gewittern. 28. Ium. Das Wttter bleibt trüb und regnerisch, namentlich in Südwest- und Südeuropa mit kurzen besseren Zwischenzeiten, besonders Vormittags und Nachmittags. Im Norden und Nordosten ist Aufbesserung zu erwarten. Auch in einigen günstig gelegenen Strichen, wie in dem ntederrhetntschen Gebiet dürfte es mehr trocken bleiben, wenn auch Sonnenblicke mit Trübung abwechseln. 29 Juni. Nach Osten und Nordoften, wenn auck Frühmorgens dunstig bis bedeckt, so doch Morgens bis Vorm'ttags aufgebessert, Mittags mehr wolkig, Nachmittags Neigung zu Aufheiterung, Abends wieder mehr bedeckt. Nach Westen und Südwesten zu tm Allgemeinen mehr bedeckt, namentlich in Süddeutschland nicht ohne Niederschläge, die am Abend mäßig gewitterhaft auftreten. *) Aus Dr. L- Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juni, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M- Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 — Nachdruck verboten. ,:rtC flehte Ausbeute für seine Sammlung versprach. Unter Anderem kam denn auch - n Abanß her alten Wrangelbüste zur Verstftgernng, und der jlucttonar welcher fein ftandwerk verstand, bot dieselbe in Speculaston aus die noch lebhafte Erinnerung an kur» ve> stoffenen 1848« Ereignisse mit den Worten aus: „»ter, metne Herren, eine Säfte oon - Robert Blum! Was wird geboten?!" Usener erstand dieselbe um verbältntßmäßia hohen Preis und pUcitte sie nebst einer Reihe anderer Erwerbungen in seinem Extrazimmer. Wenige Tage daraus kommt Wrangel wieder rote gewöhnlich ,u seinem Schoppen Mosel und anfangs überrascht, seine Büste zu sehen, ist » zuletzt doch ganz entlüftet, daß er in einem Wtfthshausztmmer und nicht einmal in sem-r militärischen, sondern in seiner Eigenschaft als gamtlienmitglred - die Büste ru Brioatrweeken bestimmt, stellte ihn in Cioilkietdern dar ossentltch ausgestellt »erbe ©0f0Tt lte6 e” ben Wirth kommen und fuhr ihn im heftigsten Tone an: Wöbe- bat Er diese Büste? Wie kann Er sich unterstehen, ste in diesem Zimmer aus- lustelle»?!" - Der Werth, in höchster Verlegenheit, den Patriotismus des alten Mranael verletzt zu haben und vielleicht noch als Demokrat verkannt zu werden, sing Xn ÄÄ si» zu schimpfen und betheuerte, daß er absolut Mit ben Re- volutionSren nichts gemein habe - „und wenn Sie es nicht glauben, Herr Gras, so werfe ich - und dabei nahm er die Büste herunter - den Lumpenkerl hiec vor Ihren Auaen »nm Fenster hin anS!" - „Was?! Demokrat?! Lumpenkerl?!" — ries Papa Mvnael M höchster Erregung - „Herr! Steht Ec nicht, daß die Büste mir vor- stellt?!" — Tableau! Handel und Verkehr. Frankfurt, 25. Juni. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer X193/4-20%, &er i 19-^3, Roggen eff. Mef. X 15-«/,, ftember X 15-16«/,, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer fremde —, Hafer eff. hrestger 13—131/2, fremder X 13—14. Rübol eff. ohne ^aß hies. tn Parthien von 50 Ctr. X 38. Branntwein eff. ohne Faß X 46. Frankfurt, 25. Juni. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angelneben waren ca. 300 Ochsen, 12 Bullen, ca. 350 Kühe und Rinder, ca. 280 Kalber- Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Oual. JL 70—71, 2. Oual. V!L 66, Kühe und Rinder 1 Qual. JL 60—62, 2. Qual. X 52—56, Kälber 1. Qual. „/L 70, 2. Qual. X 55—60 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Mohair-Kleider-Besätze (billiger als Sammtband) in allen Farben, sowie alle sonstigen Befatzartikel, als: Blonden, Perlgimpen, Sontache, Sanimtbänder und Knöpfe; ferner Seide und Zwirne in allen Farben und großer Auswahl empfiehlt zu billigsten Preisen 4380 J. H. Fuhr, Sonnenstraße 25. 4209 Ein guter, schwerer, zweispänniger Wagen zu verkaufen. Wo?^saaftdie Exped. ds- Bl. fiirstc&eH § frisch gebrochen, stets zu haben auf dem Trieb bei der „Germama . Ebel. Sensrn, Sicheln, Wetzsteine empfiehlt in bekannter, guter Qualität. WUheltn Seibert, die Räumung der Wieseck, veranschlagt zu.....100.—. Gießen, den 26. Juni 1883. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 4399 A. Bramm. Freitag den 29. Juni, Nachmittags 3 Uhr, mrb in der vormals Keck' scheu Behausung am Neuenweg dahier eine Hobelmaschine Öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 25. Juni 1883. 4362 M. Pilger, Concursverwalter. Unter dem Protectorate Sr. Majestät des Königs Ludwig II. Saisonkarten ä Mk. 20.— berechtigen zur Theilnahme an der Eröffnungsfeier. Frische Palmkuchen mit Gehalt von 15—18% Protein und 9—10 % Fett. Frische SesamKuchen mit garantirtem Gehalt von 50 % Protem und Fett. Beides in bester Qualität empfiehlt billigst 3903 Oarl vorm. G. CH. Spruck. Complete Kücheneinrichtungen. rr « L •ssr Franz Schmidt u. Werkzeug- GIESSEN u. Küchen- hsndlung Seltersweg 2 ökrälhe empfiehlt sein Werkzeugen für Schreiner, Zimmerleute, Wagner, Schlosser u. s. w. Beschlägen aller Art. Lager in 4240 Petroleumöfen Gartenmöbel, Eisernen Bettstellen, Eisschränken. Häirghaltungggegeii ständen, als: grau marmorirt und blau emaillirtes, verzinntes und gußeisern Kochgeschirr, emaill. Kaffeeservice, Waschgarnituren, Eimer; Knchengeräthe in Holz, Porcellan und Blech; Fleisch-Hackmaschinen, Fruchtpressen, Messer-Putzmaschinen und verschiedene andere practische, zu Gelegenheitsgeschenken passende Artikel. K Ä; S ft n