kW. feines Ilio R' 43 Nlagej Freitag den 27. April 1888. ichener Anzeiger Amts- und Alrzeigeblatt für den Kreis Gießen. I-in- SMetii ®tri55gartenuni> WitiiffeWir Gießen. 'Haus mit drei ' und Stallunz chSöhne. >9Cteröerf* ^LKgasse^ . Handels- erger. B^»u r Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme ves Mrsnrag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar! 50 Pf. Amtlicher Theil. Lang-Göns, am 25. April 1883. Betreffend: Die regelmäßigen Ergänzungswahlen der Kirchengemeindevertretungen und Kirchenvorstände für 1883. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an fämmtliebe Kirchenvorstände des Dekanats. Von Großherzoglichem Oberconsistorium bin ich beauftragt worden, Sie aufzufordern, daß Sie die in diesem Jahr erforderlichen kirchlichen Wahlen baldigst vornehmen, damit dieselben nicht mit den Wahlen der politischen Gemeinden collidiren. Sie wollen darum alsbald mit Aufstellung der Wählerlisten beginnen. St^a^ck^^ aren, tterfrüge, Äa^ex* W> Fach m- chlenzuMigstC^ user zu Fabrik- 291$ t Schultheis. — ungen. iardenwohnung, br- mem, Küche und mb ein kleines LoD then. Seorg Ltühler. nmcr (Parterre, Nebengebäude. Ünzeigen. itttb, braun mdiri,- Den Namen „W Gegen Belohnm : ition Germanin', : Weirtg. ewarnt. ___ä >ooooot mUramii i 55.) Q * , j i Abonnement * 80 A X | Feine Bitte. । *•* 00.0°« ■ S°»sh°l'E^ . Dicnstmadp B Marktplatz MA AB Sm - Politische Ueberficht. Gießen, 26. April. Das deutsche kronprinzliche Paar ist am Montag über Leipzig und München nach Italien abgereist, wo zunächst in Venedig Aufenthalt genommen werden soll. Der bisherige Verlauf der Debatten im Reichstage über das Krankenkaffen-Gesetz erweckt die bestimmte Hoffnung auf das Zustandekommen dieses im Interesse eines großen TheileS der arbeitenden Bevölkerung so wichtigen Gesetzes. Am Montag genehmigte das Haus zunächst definitiv den Abschluß des deutsch-serbischen Handelsvertrages und setzte hierauf die Special- Discussion des Krankenkassen-Gesetzes bei § 6, welcher die Zahlung des Krankengeldes an bestimmte Voraussetzungen knüpft, fort. Es waren hierzu verschiedene Amendements gestellt worden, aber schließlich sand der genannte Paragraph in der Commissionsfassung, wonach die Krankenunterstützung spätestens mit Ablauf der 13. Woche nach Beginn der Krankheit endet und vom dritten Tage der Erkrankung an für jeden Arbeitstag ein Krankengeld in Höhe der Hälfte des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Tagearbeiter gewährt wird, die Zustimmung des Hauses Die §§ 7 (Kur und Verpflegung im Krankenhause) und 8 (Feststellungsmodus für den ortsüblichen Tagelohn) wurden nach unerheblicher Debatte ebenfalls angenommen. Die folgenden §§ 9 bis 12, welche auch nur Ausführungs-Bestimmungen über die Krankenversicherung enthalten, wurden schließlich gleichfalls nach den Commissions - Bestimmungen genehmigt. Die, Debatte ging hierbei bis auf die kleinsten technischen Details ein und bot deshalb kein allgemeines Interesse dar. Die Nachricht, daß das preußische Staatsministerium beschlossen habe, am 1. Januar nächsten Jahres die schon längst beschlossene Auflösung der Berliner Stadtverordneten-Versammlung zur Thatsache werden zu taffen, hat in der Presse natürlich eine wahre Sturmfluth von Commen- taren hervorgerufen. Namentlich wollen verschiedene Blätter wissen, daß dieser Schritt in erster Linie gegen die liberale Majorität der Berliner Stadtvertretung gerichtet sei; indessen glauben wir doch derjenigen Ansicht beipflichten zu müssen, welche dahin geht, daß die Auflösung weniger aus politischen, als vielmehr aus sachlichen Gründen erfolgen soll. Die Neubildung und Vermehrung der communalen Wahlbezirke hat sich in Folge der Ausdehnung der Reichshauptstadt als ein unabweisbares Bedürsniß herausgestellt und den Neuwahlen zur Stadtverordneten-Versammlung auf Grund der Neueintheüung muß natürlich die Auflösung der alten Versammlung vorhergehen. Die beiden Häuser des bayerischen Landtages sind am Montage mittelst königlicher Ordre vertagt morden. Vorher einigten sich Reichsrath und Abgeordnetenkammer bezüglich der Nothstandsvorlage dahin, daß 1,075,000 an nicht rückerstattbaren Einzelunterstützungen bewilligt werden, dagegen ist die Uebertragbarkeit von Ersparnissen ausgeschlossen. Der seit dem Selbstmorde des Grasen Wimvssen erledigte österreichisch-ungarische Botschafterposten in Paris soll jetzt endlich definitiv neu besetzt werden. Die Wahl einer hierzu geeigneten Persönlichkeit war um deswegen ziemlich schwierig, als es sich darum handelte, einen Mann ausfindig zu machen, der es verstand, das durch den nicht ganz glatten Abgang des Grafen Beust und das tragische Ende des Grafen Wimpffen erschütterte diplomatische Prestige Oesterreichs in Paris wieder herzustellen. Es gilt nun als höchst wahrscheinlich, daß Graf Hoyos - Sprinzenstein, gegenwärtig Sectionschef im Wiener auswärtigen Amte, welcher als erster österreichischer Gesandter in Bukarest große Geschicklichkeit entfaltet haben soll, den Pariser Botschasterposten erhält. — Die Neuwahlen zum Landtage von Kroatien sind in überwiegend regierungsfreundlichem Sinne ausgefallen. Die Finanzverwaltung der gegenwärtigen französischen Regierung hat derselben anläßlich der vom Finanzminister Tirard eingebrachten Conver- tirungs-Vorlage einen heftigen Angriff von monarchistischer Seite eingebracht. In der Montags-Sitzung der französischen Deputirtenkammer kritisirte der bekannte bonapartistische Abg. Cassagnac die Finanzpolitik der Regierung in äußerst abfälliger Weise und erklärte schließlich in satyrischer Weise, er werde trotzdem für die Convertirung stimmen, weil er hoffe, daß dieselbe zum Ruin der Republik beitragen werde! Das ist der Patriotismus der Bonapartisten! In längerer Rede vertheidigte Herr Tirard die von ihm eingeschlagene finanzielle Politik, er erklärte das Budget für 1883 als gesichert und führte dann aus, daß man bezüglich des Budgets pro 1884 allerdings eine Anleihe aufnehmen müsse, um die großen Eisenbahn-, Straßen- und Kanalbauten fortsetzen zu können; unmöglich sei es, jetzt schon den Ertrag der Conversion (34 Mill. Francs) zu Steuernachlässen zu verwenden. Die Aussichten über die Annahme der Convertirungs-Vorlage durch das Plenum sind jedoch noch immer zweifelhaft , wenn auch die Commission der Vorlage mit den bekannten Modificationen zugestimmt hat. — Im Hafen von Toulon sind zwei Schiffe in Ausrüstung begriffen, welche 2000 Mann nach Tongking bringen sollen. Das englische Unterhaus beschäftigte sich am Montag wieder einmal mit der leidigen Frage des parlamentarischen Eides. Die conservative Partei ist entschiedener Gegner der Bill, durch welche der Parlaments-Eid eingeführt werden soll und demgemäß sprachen sich auch die conservativen Redner gegen die Bill aus. Der Deputirte James meinte hierbei, daß der Eid „Ungläubige" nicht verhindern könne, ihren Sitz im Parlamente einzunehmen. Der Abg. Croß erklärte, daß es sich in dem vorliegenden Falle um eine hochwichtige, politische constitutionelle Frage handle, nämlich darum,, ob Jemand, der sich als Atheist bekannt, zum Eid zugelaffen werden solle oder nicht; schließlich beantragte Croß die Verwerfung der Bill. Ueber das Ergebniß der Debatte ist noch nichts bekannt. k Die Neubildung des holländischen Cabinets ist jetzt nach vielen vergeblichen Anläufen endlich gelungen. Daffelbe ist folgendermaßen zusammengesetzt: Heemskerk Präsidium und Inneres, van der Does de Wille- bois Auswärtiges, Dutour van Bellinchave Justiz, Vice-Admiral Geerling Marine, General Weitzel Krieg, Grobben Finanzen, van den Berg Waterstaat Handel und Industrie, van Bloemenmaanders Colonieen. Die Namen der neuen Minister sind außerhalb der Grenzen Hollands jo gut wie unbekannt, auch über die politische Richtung des Cabinets Heemskerk liegen noch weiter keine Mitthei- lungen vor. Im nordamerikanijchen Freistaat Mississippi hat ein Wirbelwind ungeheuren Schaden angerichtet. Die Swatau-Asfaire scheint noch immer nicht zur Ruhe kommen zu wollen. Ueber New-York wird jetzt die Nachricht verbreitet, daß sich der chinesische Hafenplatz Swatau in Folge der feindlichen Haltung der deutschen Kriegsschiffe in fortgesetzter Beunruhigung befinde. Demgegenüber weist die „Nordd. Allg. Ztg." darauf hin, daß sich seit Ende Januar d. Js. kein deutsches Kriegsschiff mehr im Hafen von Swatau habe blicken lassen. Deutschland. Darmstadt, 25. April. Seme Königliche Hoheit der Großherzog nahmen heute Meldungen entgegen und empfingen den Oderst Gei lach, Präsident des Landes-Krteger- verems „Hassia", den Forstmeister Schenk aus Nidda, den Pfarrer Römheld und den Bülgermetuer Frey auS Arheilgen, den Bürgermeister Frey aus Wixhausen, den Reallehrer Weihrauch von Mainz, den Overlehrer Römer von Arheilgen, die Landwirthe Diehl und Dilges von Hochweisel, den Präsidenten der Handelskammer zu Gießen, Säberelsen, uno das Mitglied derselben Kammer, Zinser, den Kaiserlich Russischen interimistischen Geichäststräger v. Kolemine; zum Vortrag den Staatsmmifter Frhrn. v. Starck, den Hofjägermeister v. Werner. B Darmstadt, 24. April. Das neue Einkommensteuergesetz will Einkommen unter 3uU JL vollständig steuerfrei geben und zwar einerseits nut Rücksicht darauf, daß viele derartige Steuerposten erfahrungsgemäß doch uneinbringlich bleiben, anderen- theils die betreffenden Steuerpflichtigen bereits mit tndtrectcn Steuern belastet erscheinen und hat sich die Mehrheit des Finanzausschusses zweiter Kammer, die sogar die Frage eines noch weitergehenden Aufgebens der unteren Steuerklassen in den KretS ihrer Erörterungen gezogen, dafür ausgesprochen. — Die Minderheit dagegen will jedes über 250 JL betragende Einkommen zur Steuer herangezogen wissen, insbesondere»fürchtet sie, cs würden Diele Steuerpflichtige, die man seither nieder etngefchatzt hatte, leicht höher besteuert, weil man sie nicht ganz freilassen wolle. Sodann hange mit dem Bezahlen der Einkommensteuer das Wahlrecht zusammen und würde eine 6roß'Anzahl Männer desselben verlustig. Endlich würden diese durch Befreiung von der Einkommensteuer auch frei von Gemeindelasten, wenn sie nicht dadurch würden tu den armen Gegenden des Landes die Gemeindelaften fast ganz auf die Schullern weniger wohlhabender Leute gelegt. _ ,.. nprrf(>r(,n menn mQn Der letztere Grund dürfte unseres Erachtens sein Gew ch ^verlieren, wenn man in Betracht zieht, daß die Einführung der P/ogression, sow eder KapttalreM einen so bedeutenden Zuwachs an Steuerkapltalien nachf sich> z» h ,j« Kraae wie die um welche es sich hier bandelt, namentltch wenn dOelfHJc§termnamenUic& Rübsamen, Leinsamen, Mohn- Wtchttge Fruchtarten, wie - flU§ ^cr Berechnung des Landmannes so^m w?/^n^sckeiden ^Der^Erlös aus den Brodfrüchteu deckt bet den gesunkenen ?uk ro e icau8l<*! kte Drodukltonskosten. Die Tabakscultur leidet unter dem n,h rme„P6rh .»n»^tffi N-ai-m-n'ttsucht unb entwickelt sich daher nicht, «te sie -s tonst wobl^rmöchle ^Die Zuckerrübe muß zu Spottpretsen an ble ihrem Ruin nahen «utfCrÄfantro unb Destillateure losgeschtagen werben. Allseitig pelitiontrt man um^Abhül ° an den Staat, macht aber bk Rechnung ohne ben Wirth, ba die ,-tzige frethändlertsch-: Strömung entschieden Oberwasser hat. — Das französische Mittelmeer - Geschwader wird in den ersten Tagen des Mat seine Urbungsfahrt antreten. Die Fahrt geht zuerst nach den italienischen, dann nach den griechischen Küstenzonen. Zu Anfang Juni trifft das Geschwader in den kleinasiatischen Gewässern em und berührt tm Verlaufe seiner Evolutionen der Reihe nach die wichtigsten Plätze der Levante und Syriens. Indessen könnten die Umstände leicht eine Aenderung des hier mitgetheilten RelsetableauS mit sich bringen, wenn nämlich der L'banon zum Schauplatze von Unruhen werden sollte. Nach den Anschauungen der Pariser Politiker stände diese Möglichkeit allerdings zu besorgen, falls die Tendenzen der Verwaltung Rustem Paschas auch fernerhin im Libanon maßgebend blieben. Die Vollmachten des genannten Gouverneurs sind gestern definitiv erloschen und mangels eines regelrecht ernannten Nachfolgers dürste daher heute ein Provisorium Platz gegriffen haben. Bet dem absolutcn Ausbleiben diesbezüglicher Telegramme herrscht über die Details des muthmaßlich geschaffenen Interregnums begreifliche Unklarheit, doch dürfen wir das Eine als sicher annehmen, daß fein einer friedlichen Lösung der Libanonfrage irgendwie abträgliches Arrangement getroffen worden ist. Irankreich. Paris, 23. April. In Toulon werden augenblicklich die Transportschiffe so ausgerüstet, daß sie, falls die Mission des Commandanten de Kergaradec bet dem Kaiser Tu-Duc von Anam scheitern sollte, aus den ersten Wink in See gehen könnten. Die gegenwärtige Garnison von Hanoi und Haiphong mit den Schiffen vor Tonktng unter dem Oberbefehl des Capitäns Rtvtere bestehen aus 300 Mann an Bord des „Tilsit", 200 Mann mit 6 Kanonen an Bord des „Homelin", 160 Mann mit 4 Kanonen an Bord des Avisos „Parsival", 140 Mann nut 2 Kanonen an Bord des Avisos „Antilope", HO Mann mit 4 Kanonen an Bord des „Drac", 190 Mann mit 10 Kanonen an Bord der Kanonierboote „Surprise", „Fanfare" und „Leopard", 165 Mann mit 15 Kanonen an Bord von acht Kanonterschuluppen auf dem Rothen Fluß, 135 Mann mit 8 Kanonen unterwegs an Bord der Kanonierboote „Bipere" und „Ly^x". In den Meeren von China und Japan befinden sich unter den Befehlen des Conlce Admirals Meyer ca. 1800 Mann mit 47 Kanonen auf dem Panzersch ff „La Btctorteuse", zwei Kreuzern und zwei Kanonenschiffen. Die Veistälkungstruppen, von denen schon gestern die Rede war, würden vorläufig bestehen aus 3 Bataillonen Marine-Infanterie und 2 Batterien Marine-Artillerie, im Ganzen 3200 Mann, zu denen noch etwa 1800 Mann aus Cochinchina, Einheimische und Franzosen, stoßen würden. Der Feldzug könnte an Ort und Stelle allerfrühestens um die Mitte Juni beginnen, da die Nachrichten über den Erfolg der Sendung des Herrn von Kergaradec nicht vor dem 10. Mat erwartet werden und die Fahrt beinahe einen Monat in Anspruch nähme. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenr-Bureau. Berlin, 25. April. Abgeordnetenhaus. Auf der Tagesordnung stehen die Anträge Windthorst, betreffend die Fretgebung des Messelesens und des Sakrament- spendens. Schorlemer-Alst beleuchtet den kirchlichen Nothstand und dessen bedenkliche Folgen für den Staat und wirft der Regierung Mangel an Entgegenkommen vor. Der Cultusmintster betont die Versöhnlichkeit der Regierung und verweist auf die schwebenden Verhandlungen, die durch den gegenwärtigen Antrag erschwert würden. Die Wünsche der Regierung begegnen den Wünschen der Antragsteller, nur bezüglich der Voraussetzungen bestehen Differenzen: der von den Antragstellern etngeschlagene Weg führe nicht zum Ziel. Auf die in der vorigen Woche etngelaufene Note der Kurie faßte der Reichskanzler in vollem Etnverständntß mit der Regierung die Antwort ab, die jetzt dem Kön'ge vorliege. Dieselbe mache positive Vorschläge, welche hoffentlich die Möglichkeit der Verständigung bieten und e neu Boden weiterer gesetzlicher R formoorschläge schaffen. Er sei bei seiner Erklärung bis an die äußerste Grenze dessen gegangen, was ohne Verletzung der Rücksichten gegen die Kurie und ohne G.sährdung des Staatsinteresses zulässig erscheine. Die Regerung scheue die Diskussion des Antrags nicht. Hänel hält die Revision der Matgesetze für unumgänglich, w'll aber der Regierung freie Hand lassen und den Anträgen W ndthorst nicht usttimmen. Er behält sich vor, eventu.ll für die zweite Lesung einen Antrag auf die Tagesordnung zu stellen und spricht die Bereilwilligkeit aus, auf die Intentionen Wtndtholst's einzugchen, Stern (demokratische Volkspartei) spricht fü? die Anträge W'mdihorst, fein; Partei erunhstle stets die Form und Methode des Culturkampfes. ohne die vollständige Trennung des Staates von der Kirche sei der Frieden undenkbar. Zedlitz ist gegen den Antrag- Windthorst und g'gen die von den Conservation beantragte Resolution, welche die Er-^' Wartung aussprtcht, die Regierung werde, sobald die Verhandlungen mit Rom cs an- gezetgt erscheinen lassen, eint organische Reo sion der Matgesetze vornchm n und das Messelesen und Sakramentsp nden von vorweg straffrei machen Marcard spricht für den Antrag Windthorst, eventuell für den Antrag der Conservatw -n; Ey-iern gegen die Anträge bezügl-ch der organische Rev sion, die man der I i.t ative der Regierung überlassen müsse: Richt.-r für die Anträge Windthorst's gegen eine organische R Vision : und gegen den Antrag der Conseroativen, er beantragt Commissionsberathung und klitisirt schließlich die politische Haltung des Centrums. Wmdihorst >i't zwar durch den Gang der Debatte befriedigt, hält aber die Antwort des Ministers für eine dilatorisch: und verklausultrte, nur d Disposition zur Aufnahme des Giftes und eine duecte Vererbung desselben; es sind dies nur verschiedene Erscheinungsform n eines und deffelben Giftes. Redner ist davon überzeugt, daß Phthisis und Jmpftuberkulose durch dieselben Ursachen bedingt werden, nämlich durch den Bacillus von Robert Koch. Bezüglich der Uebertragba ke>t der Tuberkulose bemerkt R dner, daß, wenn bei der groß'n Verbreitung des Tuberkelp lzes durch Phthisiker keine größere Ansteckung vorkonm', dies die Annahne nicht wrgitlgen könne daß die Phthisis eine übertragbare Krankheit sei. Auf die Entstehung der Tuberkulose übergehend, beleuchtet RÜHie die Hypothesen, welche dieselbe der Zeugung oder b-r Übertragung des Tuberk-lpilzes tn Wunden zuschreib-m und betont, daß die Annahme, die Schwindsucht entstehe durch das Einaihmen bac Üenhalttger Luft, noch immer der^ Begründung entbehre. Ob die Tuberkulose beim Menschen durch die Aufnahme schädlicher Nahrung, wie das Fleisch perlsüchtiger Rinder, vorkomme, sei gleichfalls noch nicht feststehend; jedenfalls habe sich die hierauf bezügliche Forschung in eingehender Weise mit den sanstären Verhältnissen der Hausthiere zu befassen. Dagegen sei es nicht unwahrsch stnlich, daß durch das Einathmea der Bacille und die Berührung derselben mit wunden Stellen im In lern des Körpers die Tuberkulose erzeugt werde. Bezüglich der Heilung der Tuberkulose bemerkt Redner, daß kein Grund vorliege, zu bezweifeln, daß die Bacillen im thierischen Kö p r zu Grunde gehen können; er möchte fast jenem alten Greifswalder Stabsarzt Recht geben, der die Behauptung aufstellte, daß jeder Mensch einmal in feinem L den ein wenig Tuberkulose gehabt habe; es gibt eben lange Stillstände und oft Heilung im Leben der Bacillen innerhalb des thierischen Körpers. Wie die Bacillen in den Körper gelangen, ist noch zu studtren. Daß der tortgesktzte Ve.kehr mit Sachen, die Schwindsüchtigen angehörten, verderblich sein könne, sei nicht zu leugnm Auch erachte er es als geboten, daß über die Ammen und Kindermädchen eine größere Aufsicht als bisher betreffs ihrer Behaftung mit Tuberkulose ausgeübt werde. Schließlich faßt der Referent seine Ausführungen dahin zusammen, daß er es für erforderlich hält daß die Etkenntniß der menschlichen Tuberkulose als Jnfectionskrankheit allgemeine Anerk nnung finden möge, damit diese Auffassung durch die Aerzte auch in das Bewußtsein der anderen Menschen Übergehe und daß der Bacillus Kochst als Ursache der Krankheit respectirt werde; daß wir einräumen, von den Wegen, auf denen der Bacillus in den Menschen kommt, noch nichts sicheres zu wissen; daß mir die Uebertragung vom Menschen auf den Menschen annehmen, obwohl die Form derselben noch nicht feststeht; daß die Tuberkulose der Thiere mit der der Menschen gleichartig ist, daß eine die andere erzeug-n kann; daß der Beweis noch nicht erbracht 'st, ob auch der Genuß von Fleisch und Milch perlsüchtiger Rinder Menschen tuberkulös macht; daß die Prophylaxis die einzige Therapie ist, die bis jetzt aus dieser Erkenntniß der infectiosen Natur der Tuberkulose resultirt, daß aber bestimmte Formulirungm derselben noch nickt zulässig erscheinen. , Kassel, 20. April. Ein eigenartiger Betrugsfall, der die gesammte Geschäftswelt interesstren dürste, wurde heute vor dem hiesigen Scköffengerickt verhandelt. Der Chef einer hiesigen renommirten Großhandlung, ein in Handelskreisen angesehener Kaufinanu, Mitglied der Handelskammer, Bezirkseisenbahnrath rc., war angeklagi, den Versuch gemacht zu haben, das Vermögen des Reichsfiskus durch die Vorspiegelung einer falschen Thaisache zu schädigen. Der Sachverhalt ist folgender: Angeklagter batte im December v. I. eine Wechselstempelmarke zu 2 JL 50 irrthümlicher Weise r i.i unb oa er wußte, daß die Post nur verdorbene Wechselstempel umtauscht, bezw- ersetzt, wenn es mindestens 3 JL sind, so hatte er nichts darin gefunden, eine Wechselstempelmarke zu 50 H absichtlich zu entwerthen und beide Marken der Post zum Ersatz zv' präsent ren SDie Manipulation mit der 50 H-Marke räumte er unumwunden e n, als die Postbehorde den Ersatz verweigerte. Auch bei seiner verantwortlichen Ver- nchmung vor dem Strafrichter machte er nicht im Entferntesten ein Hehl daraus, be- Jebo d?s Bewußtsein einer strafbaren Handlung gehabt zu haben. DaS Schöffengericht lehnte denn auch zuerst die Eröffnung des Hauptverfahrens ab. Auf erhobene Beschwerde des Amtsanwalts verfügte die Strafkammer jedoch die Eröffnung des Hauptoeriahrens, da der Angeklagte das AuSschreiben des Reichskanzlers vom Februar 1879 verletzt habe, in welchem ausdrücklich gesagt wird, daß nur bann ein Ersatz der verdorbenen Wechselstempelmarken eintrete, wenn es einmal mindestens für 3 JL sind und zweitens auch noch nachgewiesen wird, daß die irrthümltche Ent- „., tlut 1 baB' habt R Hmftcnb kä« *'1 Wl m .«"fnntiur'j |n der ßri des War vertreten durch • Dr. Schwarz, < den Studenten ttu vestreten durch Dr. Dittmar, Ueidigung, hat d aericht zu jur Recht erfannt: 1) Angeklagter im Sinne bet gesetzbuchs u in eine Gel! eventuell 4 urtheilt, de; gungen im c Ltrasgejehdi 2) Angeklagter tragen, eh Privatkläge wendigen '1 3) Dem Priv Miß zu urtheilung halb 8 T einer Ab einmal im auf Koster timut ju n Sii ffityigfei Urtteionnct ivii Mslreäbarteit be Gießen, den 1‘) Nei «chtsschreiber b Hchderj Montag heu; W uu (Siebener S'lfaen ©am. u Ho,; Buchen Eichen Slipen _ $rcm Scheiih. P Rm. -i ]1,8 3, 51,3 2( 2 im 293i)^cn' btR t,“ dau-, Akrl- unb bis jU «Her, für; 3 2 "sAr **, d» dj, -l d°r«üF ?iud> w« bcä ®orbtj iben. 9 ^‘utt«ieriim[ utbe schließlich k.Prchct auf, tabe ^arteitn '= b-i B-ßeglj ""Wch Sbenb vonbenin * Dep. Gard, nb^r: ’N $ti|i -M! jU i« "i z-i -jf»5 ®etfügun0 bti 2- @r»66. Ich Qnnten truppen; iiuffö in feinem chwerf nämlij waren, wurde wirkt hat. Die n. Äietzbaden at des Gchelm- Vortrog über WahrschilM n Pbthisis des i BeodachtunM W'ssSchaft hat trftlben tst nicht tuns gehen nach Mutcn, welche stille L-schlW !»ne übertragbare ir batut ertt das uloie beschättigte. ibeifulofe herosr- keit der Krankheit t eines Tuverkel- aben, hat Robert 5 unmöglich, !ich r Zett, diese mit en lind vorüber, jt paffen wallte, lut Die @runb; ch fein- Wahr- :ofe, eine bloße Men-, es sind fUbnttiftbmn bedingt werben, ertragba kett der es lubeitelp lzes ie nicht weglilgen Entstehung der U der ßeugunfl ) betont, daß die alttger Ast, n durch die Auf- omme, sei die Forschung in taffen. Dagegen d oie Äerüh'ung t erzeugt werde, md oorstege. zu nnen; er mochte ptunfl austtellte, jt habe; es gibt lb be^bierW” biren- Daß b ;rblid)iem on - imenunb mit Tuberkulose MS ti !u ;,!**■* <<«*$ ,t ^^Me ehen" 2Ä&3 Frankfurt, 25. April. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer .X20—Va, fremdere20Vi—24, Roggen eff. hies. «X 1472—1572, fremder X 1472—16, Gerste eff. hies. u. Wetterauer «X 1772—18V2, fremde .X 18—20, Hafer eff. hiesiger X 12—13, fremder X 1272—1472. Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. X 39. Branntwein eff. ohne Faß er s. r H hl,«iNc