B'«« Sa W UlLbgG^. Lyf. Birnbaum, ^^uhergenchlele WB« mte jii / Sierbrattaei, Hause sind die 'M. sowie eiu ,3~t Simmern fotiiu teilen. ieorit Ldb. |t, das Haus des Marburgerstr. 65) unten wollen sich t Steinberger rankfurterstr. 40), orridor rc-), mit leichplatz an eine u^zu^vermiethen. ler zu vermietben- Marktsiraße 16. lergerichtct, ZZim- mit Zubehör (in? chonster Lage), jw 1 350 X zu ver- d. ds. Bl- W hlirtes ZimmH ossttaße^O, pari. Aende'.unmoblirte d. ds. Bl.__ ib ein kleines mb- zu vemieihen. -rger.-Straße 24. mLsMs-s ift. S $6jftpl«L nit WnuG per ii. , ii hli^Dße -ti- nzcheu. »Mark :n gesucht- »d. d'S "OkKerMZ nrnesstu,'b von Dawea 6oW*w gontflfhJL 219. Freitag den 26. October 1888 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ,, . _ , . _ „ , Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohu. Bureau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit -lusncchme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. Lehrer-Co ufere uz des Conferenz-Bezrrks Lich-Hungen: Mittwoch den 31. October, Vormittags 10 Uhr, in Hungen. Gießen, den 24. October 1883. Büchner, Kreisschulinspector. Politische Ueberskcht. Gießen, 25. October. Die Arbeiterpartei, welche zum ersten Male und zwar mit Erfolg in die communale Wahlbewegung Berlins eingegriffen hat, deckt sich äußerlich ohne Zweifel mit der socialdemokratifchen Partei. Allein ihr Auftreten zeigte, ganz abgesehen von den. principiellen Unterschiede, der bezüglich der Betheiligung an politischen und Gemeindewahlen besteht, eine sehr erhebliche Verschiedenheit von demjenigen, welches für die Socialdemokratie vor Erlaß des Socialisten- gesetzes charakteristisch war. Ihr Programm enthielt zwar radikale Forderungen, bewegte sich aber völlig auf dem Boden des bestehenden Communalrechts und ihr äußeres Auftreten unterschied sich von dem der beiden anderen Parteien höchstens durch größere Mäßigung und das Fehlen derjenigen Schimpfreden, zu welchen selbst Führer anderer Parteien bedauerlicher Weise sich hinreißen ließen. Insofern ist die Einwirkung des Socialistengesetzes offenbar eine überaus günstige gewesen und es läßt sich an die Erfahrungen bei den eben verflossenen Wahlen die Hoffnung knüpfen, daß bei längerer Fortdauer die durch das Socialistengesetz bedingte Schulung in der Selbstsucht in Verbindung mit der praktischen Erprobung der in Aussicht genommenen Socialgesetzgebung dazu führen wird, die Anhänger der Socialdemokratie dauernd aus den Boden der bestehenden Staats-, Rechts- und Gesellschafts-Ordnung zurückzuführen. Daß bei solchen Erwägungen die Nichtverlängerung des Socialistengesetzes nicht in Frage kommen kann, ist selbstverständlich und Alles, was nach dieser Richtung in der Preffe gesagt, ist Fabel. Die Wahl zweier Arbeiter-Candidaten in die Berliner Stadtverordneten- Versammlung ist ein erheblicher Mißstand nicht; dieser Schluß bedarf bei der Betrachtung der Zahlenverhältnisse, 124 gegen 2, keiner besonderen Begründung. Die Communalverwaltung bietet an sich geringeren Anlaß zum Mißbrauch zu AgitationSzwecken, als diejenige an Reich und Staat; andererseits liegt erfahrungsmäßig in der praktischen Mitwirkung an den die Bürger so unmittelbar berührenden communalen Angelegenheiten eine so starke Anziehungskraft, daß die Hoffnung auf rein sachliche Thätigkeit der Arbeitervertreter nicht ausgeschlossen ist. Mit der Acclimatisirung der allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich hat es anscheinend noch gute Wege. Bei allen Einberufungen der Reservisten und Landwehrmänner zu den gesetzlich vorgeschriebenen Hebungen tritt in großem Umfange das Bestreben hervor, sich den Beschwerden des Dienstes zu entziehen. Unabkömmlichkeits-Erklärungen, Dispensgesuche laufen massenhaft bei den Behörden ein. Bald sind es Secretäre, die ihren Chef, bald Dienstboten, die ihren Dienstherrn auf Reisen zu begleiten haben, bald Arbeiter, welche ihrem Fabrikherrn unentbehrlich zu sein behaupten. Die Militärbehörde wird durch dieses Treiben in peinliche Verlegenheit versetzt. In einem republikanisch orcanisirten Staatswesen, wo das souveräne Volk Alles gilt, will man selbiges nicht gern allzurauh und rücksichtslos anfassen; hinwiederum giebt es eine Grenze der Nachsicht, welche nicht überschritten werden kann, soll nicht das Interesse der Wehrhaftigkeit des Landes ernstlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Schlimmste aber ist, daß die Staatsbehörden selber die ersten sind, ihre Beamten in den weitaus meisten Fällen als „unabkömmlich" zu rekla- miren. Wie sehr in dieser Beziehung gesündigt wird, mag man daraus entnehmen, daß der Kriegsminister, um wenigstens den schreiendsten Mißbräuchen zu steuern, auf Ansuchen der Corps-Commandeure und im Einvernehmen mit dem Minister des Auswärtigen Maßregeln ergriffen hat, um namentlich dem außer Landesgehen von Hebungspflichtigen während der Dauer der Uebungs- perioden einen heilsamen Riegel vorzuschieben. Die ad hoc erlassenen. Instructionen sind noch milde genug und werden kaum das gewünschte Resultat erreichen, so lange nicht die hohen und niederen Beamten, deren Beispiel von unzähligen Privat-Corporationen als maßgebend betrachtet wird, sich entschließen, mit ihrer bisherigen Praxis zu brechen, d. h. nicht mehr ihre Angestellten brevi manu als unabkömmlich zu reklamiren. „Wir besitzen nicht allzuviel Soldaten, und insonderheit ausgebildete Soldaten — klagt „La Rep. frano varttrt der Durchschnittslohn pro Tag zwischen 1 bis IVs Dollar. Dabei steht der Preis der unentbehrlichsten Lebensbedürfnisse so außerordentlich hoch, daß sie für den Arbeiter in vielen Fällen unerschwinglich sind. Die Noth zwingt dann dazu, behufs Erhöhung des Verdienstes der Arbeiterfamilien die Kinder oft schon im zartesten Alter zum Erwerb anzuhalten. Das führt also auf der einen Sette zum Wachsthum des Pauperismus, auf der andern zum Wachsthum der Unwissenheit. In den oben genannten fünf Staaten existircn dermalen 62,000 Arme. In Chicago entbehren 47 pCt. der Kinder des Schulunterrichts; in Cincinnati sind 10 pCt. der Kinder zwischen 8 und 12 Jahren mit Cigarrenmachen beschäftigt. In Newyork liegen etwa 2000 Familien, welche noch dazu in den erbärmlichsten Behausungen zusammengepfercht sind, der gleichen Beschäftigung ob. Die Geringfügigkeit ihres Verdienstes gestaltet diesen Leuten keinerlei Verbesserung ihrer sanitären Situation. In allen Industriezweigen dauert die sinkende Tendenz der Löhne fort. Während der Nationalreichthum ohne Unterlaß anwächst, deteriorirt der Standard of life des Arbeiters. Gewerkvrreine spielen in dem wirthschaftlichen Leben der Union nur eine höchst untergeordnete Rolle. Man hat Proben mit ihnen angestellt und sie haben dieselben nicht bestanden. Die amerikanische Gesellschaft steht eben jetzt im Begriff, ihre socialen Abstufungen end- giltig zu etabliren. Dabei steigen die Arbeitgeber auf der socialen Leiter empor, die Arbeitnehmer herunter. Letztere fangen jetzt an, einzusehen, daß die vtelgerühmte Freiheit und Gleichheit ein grober Irrwahn ist, allein sie sind absolut ohnmächtig, sich aus eigener Jntiattve der grausamen Consequenzen des erbarmungslosen Kampfes um's Dasein zu erwehren. Eine humane Regierung, die sich ihrer mit erleuchteten organisatorischen Gesetzen annähme, könnte viel des Segensreichen wirken. Für derartige Bestrebungen aber ist bekanntlich in den Vereinigten Staaten kein Raum vorhanden, das „freie Spiel der Kräfte" darf ja um keinen Preis gehindert werden; dem Staate obliegt nur die Pflicht, in seiner Eigenschaft als „Nachtwächter" darüber zu wachen, daß der Proceß des Gehen und Geschehenlaffens sich ungestört abwickele. So liegen dermalen die Verhältnisse in der großen transatlantischen Repulik. Mögen unsere Auswanderungsluftigen es sich daher zwei- und mehrmal überlegen, ehe sie der heimathlichen Scholle den Rücken kehren. Telegraphische Depeschen. Wotlff's telegr. Corresyondenz-Brrrearr. Darmstadt, 24. October. Die Herzogin von Edinburgh hat mit ihren Kindern heute Nachmittag die Rückreise nach England angetreten, in Köln wird dieselbe mit ihrem Gemahl Zusammentreffen und gemeinschaftlich mit demselben die Rückreise fortsetzen. Berlin, 24. October. Der deutsche Botschafter in Paris, Fürst Hohenlohe, ist heute hier eingetroffen. — Wie die „Kreuz-Ztg." mittheilt, findet eine Berathung des Actienge- setzes in den Ausschüssen des Bundesrathes nicht statt, da der umfangreiche Entwurf noch der Prüfung der Einzel-Regierungen unterliegt. — Der Bundesrath beschloß in seiner heutigen Sitzung den kleinen Belagerungszustand für Berlin, Hamburg-Altona und Umgegend bis zum 80. September 1884 zu verlängern. Greifswald, 24. October. Officielles Resultat der im Wahlkreise Greifswald-Grimmen stattgehabten Reichstagswahl. Es wurden im Ganzen abgegeben 13,827 Stimmen, hiervon erhielt Graf Behr-Bchrenfeld (freicons.) 7575, Senator und Schiffskapitän Schwartz in Wolgast (Fortschr.) 6247 Stimmen, der erstere ist sonach gewählt. München, 24. October. Die Beschwerde des hiesigen Magistrats gegen die Entscheidung der Kreisregierung, wonach keine confessionellen Parallelklassen in den beiden Simultanschulen errichtet werden dürfen, ist vom Cultus- minister zurückgewiesen worden. Lokales. X X Gießen, 25. October. Wir haben in den vorhergehenden Nummern eine Analyse des Oratoriums „Luther in Worms" zu geben versucht, wöbet wir uns tm Wesentlichen auf einen von der Zeitschrift „Halleluja" gebrachten Bericht über das bet einem Concert aufgeführte Werk stützten. Konnte dieses Oratorium schon bet einer gewöhnlichen Concertaufführung so wirken, wie viel mehr wird es bet der bevorstehenden festlichen Gelegenheit der Fall sein, da die Hörer und Sänger von der Bedeutung des Tages durchdrungen sind, uns die allgemeine Thetlnahme- eine starke Besetzung der Chöre, denen eine große und herrliche Aufgabe gestellt ist, erreichen läßt. Für die Aufführung am 14. November sind folgende Solokräfte engagtrt worden: Frau Katharina Müller-Ronneburger aus Berlin (Sopran). Dieser Dame geht ein ausgezeichneter Ruf als Concertsängerin voraus. Sie besitzt einen mühelos in die höchste Stimmlage reichenden, klangvollen Sopran, große musikalische Sicherheit, vorzügliche Intonation und Geschmack des Vortrages. Die Altpartie ist Frl. Marte Schmidtletn aus Berlin, die Tenorpartie Herrn F.ranz Litzinger aus Düsseldorf übertragen. Luther (Bariton) wird von Herrn Richard Dannenberg aus Hamburg gesungen werden. Die Baßpartten, endlich auch die des Glapio, über- nimmt Herr Robert Ravenstein aus Leipzig. Die gleichen Kräfte werden am 10. November in Oldenburg bei det Aufführung desselben Oratoriums Mitwirken. Gießen, 24. October. (Theater.) Wenn auch Reif-Reiflingen von Moser nlchr die Zugkraft b-sitzt wie „Krieg im Frieden" von demselben Verfasser und wenn auch der Rahmen des Stückes schon vor langen Jahren mit sprechend ähnlichen Figuren ausgefüllt worden ist, so waltet doch über dem Ganzen ein Geist fröhlicher Laune, von dem sich der Zuschauer behaglich anwehen läßt In der dankbaren Titelrolle, dte das ganze Stück Hebt, war Herr Voigt ausgezeichnet; er wußte seinem Lieutenant jenen Zug jov.aler Gutherzigkeit zu geben der unbedingt vorhanden sein muß. — Dte Damen Kohrsen I. unb II., Pögner I. Brede, Hoffmann und Ueltzen, sowie die Herren Muff, Schölermann* Schreiner, Peters und Rickelt unterstützten die Aufführung, jeder mit dem Spec ficum seiner schauspielerischen Veranlagung. Nur die Rolle des Fedor Below war mangelhaft besetzt; Herr de Valdez ist ihr nicht gewachsen. Das Stück dü-fle wohl kaum eine Wiederholung in dieser Saison erleben. Vermischtes. Frankfurt a. M., 22. October. Der berühmte Maler Albert Hendschel ist heute Morgen in unserer Stadt gestorben. Hendschel's Namen kennt die ganze Welt, denn feine Zeichnungen aus dem Kinderleben sind überall bekannt geworden, wo man Sinn und Empfindung für das Schöne hat. Hendschel wurde 1834 in Frankfurt a. M- als Sohn des durch das Cursbuch „Telegraph" bekannt gewordenen Postbeamten Ulrich Friedrich Hendschel geboten und nahm seinen ersten Zeichenunterricht im Städel- schen Institut dahier. Er warf sich zuerst aus Genremalerei, hatte aber keine rechten Erfolge auf diesem Gebiete. Inzwischen füllte er seine Skizzenbücher mit humoristischen Zeichnungen aus dem Kinderleben unb veröffentlichte endlich, durch Freunde angeregt, eine Auswahl derselben in der Prestel'schen Kunsthandlung hier. Der ersten Sammlung folgten mehrere andere und Hendschel, der als Maler keinen Erfolg erzielen konnte, wurde nun durch diese kleinen Blätter ein Liebling der kunstsinnigen Familien. Er hatte keinen Rivalen auf diesem Gebiete und Niemand wußte wie er die fein beobachteten ©eenen des Alltaglebens mit solcher Anmuth, mit solcher naiven Schalkhaftigkeit und solcher reinen, schlichten und doch plastisch wirkenden Zeichnung auf's Papier zu werfen. Berlin- Wegen Mißhandlung eines Verhafteten, die den Tod desselben zur Folge gehabt hatte, stand der früher probeweise im Polizeigefängniß „zur schmerzhaften Mutter" in Breslau angestellte, civiloersorgungsberecht'gte, ehemalige Unterofficier des Breslauer Kürassierregiments Gorniscbek vor den Geschworenen. In der Nacht zum 14. Mai war ein 60jähriger Arbeiter Wentzel, der am vorhergehenden Tage als geheilt aus dem Hospital entlassen war, in dem er mehrere Wochen wegen Verletzung durch den Tritt eines Pferdes zugebracht hatte, in das Breslauer Polizeigefängniß „zur schmerzhaften Mutter" in sinnloser Betrunkenheit gebracht. Der Aufseher Gornischek empfing denselben mit einem fingerstarken Stocke und schlug mit den Worten: „Na, warte, Dich werde ich schon munter kriegen", auf den Betrunkenen ein, indem er ihn am Kragen durch den Hausflur schleifte. Nach den Zeugenaussagen hat er auch, nachdem die Wachtlmte aus dem Hausflur entfernt waren, auf Wentzel eingehauen und ihm auf den saft nackten Körper mindestens zwanzig Stockhiebe versetzt, ihn auch mit dem Fuße fortgestoßen und ihm Tritte mit dem Fuße gegen den Kopf versetzt. In der Nacht starb der Mißhandelte ,im Polizeigewahrsam und zwar, wie der ©ections- befund ergab, in Folge Austritts der Luft aus der Lunge, in der sich zwei nach dem ärztlichen Gutachten durch Schläge oder Stöße entstandene Löcher vorfanden. Bet der Besichtigung ergab sich außerdem das Vorhandensein von 21 blutunterlaufenen Schwielen ober Striemen von einer Länge bis zu 28 (Zentimetern, die von Schlägen mit einem starken Stocke herrührten. Der Angeklagte gab nur zu, dem Verstorbenen mit einem dünnen Stocke einige leichte Schläge versetzt zu haben, weil derselbe nach seiner Ansicht die sinnlose Betrunkenheit simulirte. Die Zeugenaussage der Wachileute unb des Kutschers, welche den Wentzel in das Gesängniß gebracht hatten, lauteten sehr ungünstig für den Angeklagten, der zu wiederholteniMalen aufgefordert worden war, sich der Mißhandlungen zu enthalten. Der Staatsanwalt forderte deßhalb das Schuldig unter Ausschluß mildernder Umstände. „Nach den Aussagen der Zeugen und dem Secttonsbefn.nde", führte er aus, „müsse die Mißhandlung als eine schwere, ja geradezu bestialische erachtet werden. Mißhandlungen tn solchem Umfange kann nur ein Mann verüben, der daran Freude findet- Hat der Staat diesen Mann vielleicht dazu angestellt, daß, wenn einer der Bürger das Unglück hat, aus irgend einem Grunde tn die „schmerzhafte Mutter" gebracht zu werden, er sich von einem solchen Menschen mißhandeln lassen soll? Es ist dieser Vorfall, weil die Gesetzgebung das Verhältnitz des Publikums zum Beamten schützen muß, als einer der schwersten zu erachten, lieber die Beamtenqualität des Gornischek kann gemäß § 395 des Strafgesetzes kein Zweifel sein. Der Angeklagte hat seinen amtlichen Charakter gemißbraucht- Das Leben ist ein werthvolles Gut, das geschützt werben mutz; was würbe im Volke gesagt werben, wenn es zulässig erschiene, baß Jemand im Gesängniß zum Tode geprügelt wird? Der Angeklagte hat eine Barbarei seltener Art ausgeübt'; bewilligen Sie ihm also keine mildernden Umstände; denn je strenger Sie einen solchen Fall beurteilen, desto besseren Schütz gewähren Sie dem Publikum". Der Vertheidiger versuchte das straffreie Vorleben des Angeklagten als Milderungsgrund geltend zu machen unb bett Nachweis zu führen, daß der Tod des Mißhandelten nicht nothwendig eine Folge der Mißhandlung gewesen sei. Die Geschworenen, welche den Angeklagten der vorsätzlichen Körperverletzung, in einer lebensgefährlichen Weise und in Ausübung des Amtes verübt, ohne milbernbe Umstände für schuldig erklärten, erachteten es nicht für erwiesen, daß der Tod eine Folge der Verletzungen gewesen sei; der Gerichtshof aber nahm bei der Strafabmessung auf daS straffreie Vorleben des Gornischet Rücksicht unb setzte bst Strafe auf bas Drittel der vom Staatsanwalt beantragten drei Jahre fest. — Wir wollen nicht unterlassen, an dieser Stelle auf einen wüthenden Artikel der Pariser „Presse" über die Aeußerungen deutscher Journale gegen die Allmacht der Pariser Moden aufmerksam zu machen- In diesem eigentlich nur grotesken Artikel heißt es: „Jeder weiß, daß ein Preuße nicht eben bas Muster von Eleganz ist, baß ihm in seiner Schwerfälligkeit jenes undefinirbare Etwas mangelt, das dem Pariser so überreichlich zu Gebote steht. Was aber wird erst aus ihm werden, wenn ihm weder Dussautoy und La Belle-Jardtniö.e mehr behilflich ist, die Massigkeit seines Knochenbaues, dte Ungeschlachthett seiner Gestalt, die Länge seiner Füße zu verdecken! Was die überrheinische Frau betrifft, so ist es ganz und gar um sie geschehen, wenn sie aus Nationalstolz beschließt, sich nicht ferner in Paris kleiden zu lassen. Thut es wohl irgend Jemand unfern Nähterinnen unb Schneiderinnen in Erzielung einer schlanken Taille, einer schwellenden Büste, einer fein geformten Wade, eines lebensvollen Gesichtsausdrucks gleich? Und wäre dte preußische Industrie wirklich im Stande, den Ehegatten so anbetungswürdige Püppchen zu liefern, wie sie die Industrie bet Hauptstadt her stellt? Nein, nicht wahr? und ich möchte fast glauben, daß trotz der strengsten Vermahnungen, der durchgreifendsten Abwehrmaßregeln Mesdames die Sauerkrautesserinnen weder Herrn Worth noch Madame Bouclaut untreu werden. Möge man das republikanische, radikale, Könige auspfeifende Paris immerhin Isoliren, dte Nachbarn sind gewiß im Stande, den ringsherumgezogenen diplomatischen Cordori undurchbrochen zu lassen — aber man verbiete ihnen die Thüre der Pariser Geschäfts- lokale und das Ewig-Weibliche wird sich In Masse erheben, laut zu schreien anfangen und sich den Teufel um die Interessen seines vaterländischen Handels kümmern. Ich weiß wohl, baß die deutsche Aristokratie zuerst auf den Mahnruf eingegangen ist und sich verpflichtet hat, ihre Bestellungen auf ihrem Ufer des Rheins zu machen. Ja, aber das müssen die dürren, verwittweten Alten sein oder die hypochondrischen Gretchen, welche mit ihrer Einwilligung so bereitwillig waren; die jungen Mädchen, die hübschen Frauen müssen sich vor Wuth die Finger zerfleischen, vor Verdruß ihre Kleider zerreißen Welche Mode übrigens könnte man dahinten aufpflanzen? Augenscheinlich nur eine militärische Mode. Kaum die Grenze überschritten, so ist auch Jedermann Soldat; die Beamten hantiren mit der Feder, die Arbeiter mtt dem Werkzeug wie mit dem Zündnadelgewehr; ihre Kopfbedeckungen haben alle etwas Helmartiges und ihre Anzüge erinnenn an Uniformen. Da nun die Mode gewissermaßen den Ausdruck deS nationalen Charakters bildet, so werden sich die preußischen Damen als Marketenderinnen coftümtren, aber sicherlich nicht, wie die in der OpSra commique I Die Mütter, wenn sie durchaus ©partanerinnnen sein wollen, werden Anfangs vielleicht auf das Tragen von Corsetts, dann aber von jeder Art Kleidung überhaupt — man verstehe mich recht — verzichten und sich in weite Tunikas hüllen, in denen ihre Schönheit und ihr Forrnenreichthurn lebendig begraben werden. Man sage mir nicht, daß sie uns unsere Modelle, unseren Schnitt stehlen werden; beim Ueberschreiten des großen Stromes würden die Muster auslöschen und man würde dahinter nur lächerliche Carikaturen, gröbliche Abklatsche unserer Gr6oins erblicken. Sie wie alle anderen brauchen Parts Üeber die H prangen r, Lyyg k ,MN beide Donnerstag ortbildungsi diejenigen jungen Mule entlassen roi ;, Die Prüsung un Oktober, 8 Uhr des Schulhauses i des Schulhauses 'M. 3 des Schul! < Armige Gesuche |. Mulconimission f | Wir ersuchen nun KM verpflichtet sind ti der Fortbildung- Migkeit dieses Unter: Milchigen Schulbesuc Met werden kann. I Gießen, den 24. £ ; Jeilgeöotel ■I Mo? Ein schöner, gros 'W^veckufen^E Eine Kaute Dun ?eorg^Malkomchue Nenn! - - pei !The< W Omli mnholz J Wen. ikt . . -Wolz . . " 4° 6tr- frei ins H ly^Eukr. .„Hefe-Handlung von SLL-r rs'-'L gm a. Rh. 7143 6921 (Bei 10 Ctr- frei Strümpfen schnell und billig. 6609 Fl- per empfiehlt 6958 Emil Fischbach 7058 Kreuz 6. 7015 empfiehlt 6957 _ Emil Fischbach.. Lindenplatz. 5669 W. Th. Wittlich, 32 Marktstraße 32. „ Ctr. ins Haus StUs frische- gute Butter empfiehlt zum Marktpreise „ 8.00, „ 9.00, „ 1.20, „ 1.20. geliefert.) uitb wenn sie sich ohne Paris kleiden, so werden sie höchst abscheulich aussehen und ihre Frauen werden noch häßlicher sein." Von Rechtswegen sollte düse eine Lection genügen, mn den Deutschen beider Geschlechter ausnahmslos ihren Hang zur kritiklosen Annahme der Pariser Modethorhetten ein für allemal gründlichst auszutreiben. Donnerstag den 1. November, Abends 8 Uhr, beginnt die Fortbildungsschule ihren Unterricht. Zum Besuch derselben sind alle diejenigen jungen Leute verpflichtet, die in den letzten drei Jahren aus der Volksschule entlassen worden sind. Die Prüfung und Eintheilung in Klassen erfolgt Mittwoch den 31. October, 8 Uhr Abends, und zwar für die Vierzehnjährigen im Lokal Nr. 3 des Schulhauses in der Neustadt, für die Fünfzehnjährigen im Lokal Nr. 4 des Schulhauses in der Schulstraße und für die Sechszehnjährigen im Lokal Nr. 3 des Schulhauses am Asterweg. Etwaige Gesuche um Dispensation sind rechtzeitig bei Großherzoglicher Mount Enos Rombola Alter Moscato . - . Sützer Moscato . . . Corinthen Auslese . Malvasier .... Luxury t Dr ß. öoeriier’3 Wetter-Prognose für den Monat October abgeschlossen am 20. September (Verlag der M- Lmgfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 X) — Nachdruck verboten. Einem verehrlichen hiesigen, sowie auswärtigen Publikum zur gefälligen Nachricht, daß ich das bisher betriebene Frifeur-Gefchäft meines verstorbenen Mannes in jedweder ungestörter Weise fortführen werde. Indem ich für das meinem Manne geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte ich dasselbe auch ferner mir zu bewahren. beste Unnenholz . geschnitten . . gehackt . . . 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Vormittags aufgebessert, Sonnenblicke abwechselnd mit Bedeckung, Mittags wieder mehr zusammengezogen, Nachmittags aufgebessert, windig, mit Niederschlägen und verhältntß- mäßig kühl. 731) Heber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige In eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man eich niemals enttäuscht sehen, wenn man Von der Annoncen - Expedition -von MAASEäSTEIjK A VOföJLESß in Frankfurt a. M. 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Zeugen und dem ihwere, ja geradezu at kann nur ein M vielleicht dazu einem Grunde in solchen Menschen 7das Verhältnis * i« ««*• jljörauit. Dos fm Solle 0ejaat i Tod- g-rrM oil»,-" S - « ■tia b-mth-llnd mad)m und M I« eine We 5 der MrW* d,s ämtei i"' M 1» "Ä löt aber nahm w Atundstd'-^ HZ r grostsren d°° "iDiiN K ilt i di-K»- Klingen hA Geist ^.nNen sköhlicher aus- der n erleben. i .Ereis-Schulcommiffion einzureichen. Wir ersuchen nunmehr die Meister, Lehrherren und Arbeitgeber, die i gesetzlich verpflichtet sind, ihren Lehrlingen, Dienern und Arbeitern die _ zum Besuch der Fortbildungsschule nothwendige Zeit einzuräumen, diese auf die Wichtigkeit dieses Unterrichts aufmerksam zu machen und zu einem pünktlichen, regelmäßigen Schulbesuch anzuhalten, weil nur alsdann etwas Ersprießliches geleistet werden kann. Gießen, den 24. October 1883. Für den Schulvorstand Gießen. A. Bramm, Bürgermeister. Vigelius. Aeikgeöotenes. 7152 Ein schöner, großer Oleauder- dmm zu verkaufen. 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