>iÄn6oiien «d »eä i« m- ^chttmerZohy, ^s^UZWr, ttenantheil, ist ll-IoglttchziibeDbe^ val, Licbigstr, 11 Erweich jy öcr: mri, Mchlatz. ; Dchchg, 3 Zim- *Ne zu utv «ugust Kröll. 8Lmit5^?Q^0r* bei %rt r °8tni: 50. Nerz, Ms 5 Qit« I* u &* ■ss^gr ■y“,*wiwhi5 timietfa 6® WöLM-ikt Sss Mzeigen. r Burscht vm r Ackerbau versteht, t Exyeb. b§. Bl. ttRdMW. - iblitum die ergebene j heute an bei Herrn | Vallthorstraße l, v empfehle ich mich für | rschlagenden Arbeiten ompter und billigster ,D8Me' m »»««rotz' e dB 'M* . Nrt wird zu sehr. siührl von keL 5** usgekammtenHaM Seine^; ^la«k,Friseur, Ws iitMtf* BAUMANN oenweg 7ia J litte, ^klirrri««'" 10 ' sucht""' L7«ä<"'- Vs, r.""" / »es, Buchbinder. SsosH 8 hem o t.Iaxatorg lata 8. g 609 X Str. IM. Dienstag den 26. Juni 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Virreau r Schulstraße 7. Prei- vierteljährlich 2 M«rk 20 Pf. mit Bringerlshn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 Pf. Erscheint lätzliH mit Ausnahme des Montags. H» >. . .. JJ----'E-SS Amtlicher Hheil. Nr^ 9 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 21. l. M., enthält: sNr 1496 ) Gesetz, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter. Vom 15. Juni 1883. Gießen, den 25. Juni 1883. Großherzogliches Kretzamt Gießen. in. Boekmann. Betreffend: Statistische Nachweisungen über das Volksschulwesen. Gießen, am 25. Juni 1883. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen zum 15. Juli an uns eingesendet sind. an die Schulvorstände des Kreises. _ In Kürze werden Ihnen die Formulare, betr. die Statistik über das Volksschulwesen zugehen, 2 Formulare für die Volksschule, 2 für sdre Fo>U- blldungsschule und 2 für Gemeinden, in welchen Erweiterte Volksschulen bestehen. Es liegt weiter bei eine Anleitung, nach der genau zu verfahren ist, und die Statistik aus dem Jahre 1877, um die für dieses Jahr nöthigen Einträge machen zu können. . . _ri „ nY r c~ Sie wollen dafür Sorge tragen, daß nach Anleitung § 3 die statistischen Verzeichnisse in doppelter Ausfertigung nebst allen Anlagen unfehlbar bis Dr. Boekmann. nm «gwagsKaai saCBwra&vo Deutschland. Darmstadt, 23. Juni. Das Amtsblatt des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 12, enthält Ausschreiben d. d. 14. Juni, betr.: die Strafvollstreckung, hier insbesondere die vorübergehende Vorführung von Strafgefangenen an Gerichts- und andere Behörden. Nachdem in Folge irriger Auslegung unseres General-Ausschreibens Nr. 41 vom 11. October 1882 dasselbe eine die Vornahme nothwendiger Amtshandlungen in mißständiger Weise verzögernde Anwendung gefunden hat, finden wir uns veranlaßt, ausdrücklich hervorzuheben, daß jenes General-Ausschreiben sich auf solche Fälle nicht bezieht, in welchen Strafgefangene zur Erfüllung bestimmter gesetzlicher Verpflichtungen einer zur Erzwingung dieser Verpflichtungen zuständigen Behörde unter Verhältnissen vorgesührt werden sotten, üi welchen eine wirkliche Unterbrechung des Strafvollzugs nicht stattfindet, der Gefangene vielmehr, wie z. B. bei Vernehmungen am Sitze der Strafanstalt, unter dem Gewahrsam der betr. Strafanstalts-Verwaltung verbleibt. Eine Ausnahme von der Regel des erwähnten General-Ausschreibens muß ferner in solchen Fällen eintreten, in welchen Gefahr im Verzüge vorliegt, wie z.B. im Falle sofort nothwendiger Vernehmung eines Strafgefangenen in öffentlicher Gerichtssitzung an einem anderen Orte als dem Sitze der Strafanstalt, wenn diese bei vorheriger Einholung einer Genehmigung der Vollstreckungsbehörde unmöglich oder in mißständiger Weise verzögert werden würde. In allen solchen Fällen hat die betr. Strafanstalts-Verwaltung den des- fallsigen auf Vorführung von Gefangenen gerichteten Requisitionen der obgedachten Behörden ohne besonderer vorgängige Ermächtigung der Vollstreckungs- Behörde stattzugeben. v. Starck. Kolb. Darmstadt, 23. Juni. Die erste Kammer wird in der zweiten Woche des nächsten Monats zusammentreten, um einige dringliche Angelegenheiten, welche die zweite Kammer bei der letzten Tagung erledigte, auch ihrerseits zum Abschluß zu bringen. In erster Linie dreht es sieb dabei um das Gesetz über die Eisenbahnen von localem Interesse und die Straßenbahnen oder, wie die zw.tte Kammer den Titel ohne Beanstandung der Regierung zweckmäßig geändert hat, über die „Nebenbahnen", so dann aber um verschiedene finanzielle Vcn lagen, darunter die Vorlage wegen Ge- Zählung einer weiteren staatlichen Hülfe für die Ueberschwemmten im Betrage von 725,000 X, die Vorlage wegen Erbauung eines Kreisamtsgebäudes in Offenbach UN) diejenige über die Bewilligung einer Z'nSgewühr für eine Actienunternehmung zur Herstellung und zum Betriebe der Dampf-Ketlenschleppschiffsahit auf dem Main für die Strecke Mainz-Aschaffenburg. Gewiß ist, daß die drei Steuerreformgesetze vorerst nicht, sondern erst im Herbst zur Behandlung gelangen. Um die gleiche Zeit steht auch der zweiten Kammer eine längere Arbeit bevor, da dann außer den diesmal zur Plena! - verhandlung zwar vorbereiteten, aber nicht zur Erledigung gelangten Anträgen über bie Aenderung der Wahlgesetzgebung und dem Entetgnungsges.tz auch der Bericht üoer den Gesetzentwurf, betreffend die Erbschaftssteuer und dre Einführung einer Schunkungs- stmer abgeschlossen sein wird. Berlin, 23. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm heute nach unerheblicher Debatte den Rest der Kirchenvorlage in zweiter Lesung nach den Com- ntissions-Beschlüssm an. Im Verlaufe der Debatte erklärte der Cultusminister, daß, wenn auch die von dem Abg. v. Ritter beantragte Wiederherstellung des Art. 4 der Regierungsvorlage principiell richtiger sei, die Regierung dennoch aus Annahme des Art. 3 der Commissions-Beschlüsse keinen Anlaß zu entscheidendem Widerspruch gegen die Beschlüsse des Hauses ableiten werde. — Das Gesetz, betr. die westholstein'sche Eisenbahn wurde in erster und zweiter Lesung, das Gesetz über die Schulversäumnisse in zweiter Lesung unverändert angenommen. Montag: Dritte Lesung der Kirchengesetze und Schulversäumniffe. — Die „Nordd. Allg. Ztg." theilt mit, der Reichskanzler set vor 8 Tagen an heftigem Magenkatarrh, verbunden mit Gelbsucht, erkrankt; er sei dadurch von jeglichem Geschäfte ferngehalten. Seit gestern ist eine Wendung zum Bessern eingetreten, der Fürst ist aber immer noch an das Krankenzimmer gefesselt. — Wie man hört, hat die Waffersnoth in den schlesischen Städten solche Dimensionen angenommen, daß demnächst eine Ministerial-Commission die am meisten heimgesuchten Orte bereisen wird. Der Kaiser wie dessen hohe Gemahlin bringen den Beschädigten bie wärmste Theilnahme entgegen und lassen sich stets eingehend über die Sachlage insormiren. Neisse, 23. Juni. Die Neiffe ist im weiteren Fallen begriffen. Die Biele in der Stadt ist ohne Wasser, da der Biele-Aquadukt zerstört ist, dagegen der Wallgraben noch mit Wasser angefüllt. In Roßhof, Neiffe, Nothhaus und Briessen haben Dammbrüche stattgefunden. Seit heute früh regnet es wieder ununterbrochen. ,, C1 _ , „ Aus Schlesien, 22. Juni. Die Verwüstungen, welche die Hochwasser unserer Gebirgsflüsse m Den letzten Tagen angerichtet haben, überbieten nach ollem, was bis jetzt bekannt geworden ist, bei Weitem die Schäden, welche die Ueberschwemmungen des Queis und der Neiffe im Jahre 1880, der Oder 1881, des Bober und Zacken 1882 gebracht hatten. Die Höbe des Wasserstanbes hat vielfach die b sher der lebenden Generation bekannten Maße überholt und wenn nicht, wie bet früheren Ueberschwemmungen, zahlreiche Menschen und Gebäude Opfer des wülhenden Elements geworden find, so ist das lediglich dem Umstande zu verdanken, daß die Meldungen des kommenden Hock- wasi-^s diesmal meist recht zeitig einqetroffen sind, die anhaltenden Regengüsse der vor- ung'egangenen drei Tage die Flußanwohner auf bevorstehendes Hochwasser vorbereitet harten und die freiwilligen Feuerwehren, welche sich in den letzten Jahren in den meisten Ortschaften des Gebirges gebildet haben, energisch Hand anlegten, wo es zu retten aalt. Soweit bis jetzt bekannt ist, hat auch das Militär diesmal rechtzeitig Verwendung gesunden; einer der zur Hülfe nach Aremberg bet Jauer abgesendeten So!> baten. Unterofficier von Frankenberg, hat durch Umschlagen des Kahns mit dem Wirth- schaftstnspektor des Rtdelhofel'schen Guts zusammen den Tod gefunden. Ein trauriges Bild der Verwüstung bietet das Quetsthal von Lauban aufwärts, in dem die durch Wolkmbrüche im Jser- und R.esengebirge angeschwellten Fluthen des Flusses alles unter Wasser gesetzt hatten, so daß nur die Spitzen der Sträucher und die Baume daraus hervorragten. Schon am 19 , Abends, kam die Meldung an die bedrohten Ortschaften und Etablissements, daß Hochwasser komme, und so wurden denn retchtzeitig umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen, dennoch ist der Schaden durch die Wegführung des Heues, durch Verschlämmung der Mesen, Felder und Gärten, sowie durch Zerreißung der Wege und Stege immerhin ein bedeutender. Die Bewohner werden in diesem Jahrzehnt thetlweise nun schon zum drittenmale von Ueberschwemmungen beimgesucht und dos macht die diesmaligen Verluste besonders empfindlich. Die Lausitzer Neisse, deren Nebenflüßchen, namentlich die Wittig, übergetreten waren, hatte bet Gorl.tz schon in voriger Nacht ihre größte Höhe erreicht, die hinter der der beiden vorigen Ueberschwemmungen zurückblieb, und hat mit Ausnahme der Fortführung von Heu Schaden n cht ^^cht^^ 2$ Ium. Der Wasserstand erreichte gestern Abend 10 Uhr mit 218 Cm. über Null die größte Höhe. Dann trat ein Fallen des Wassers ein. Heute Vormittag 11 Uhr betrug der Wasserstand 184 Cm. über Null. Oesterreich. Wien, 20. Juni. Höher und höher steigern sich die nationalen Leidenschaften, welche das Cabmet Taaffe entfesselt hat, und es wird immer fraglicher, ob die unruhigen Geister, die der Versöhnungsgraf gerufen, seinem Zauberworte auch weichen werden. Die Spannung der Gegensätze macht sich mehr und mehr n flößen Lufi. So führte heute im niederösterretchtschen.Landtage eine^^er^hnungs rede des Untversitätsrectors Maaßen zu einer Skandalscene. Es handelt sich um die czechische Schule in Wien. Der katholische Mccklenburger, für dessen StandpunktseS bezeichnend ist, daß er das Czechische mit hartnäckiger Voshett a s d^^hmische mit Auszeichnung behandelte, dieser Mann, der also, une ^"gst em Jungczeche m der Narodnt Ltsty, Böhmens Deutsche als einen zum Schmelzen bestimmten Eisklumpen zu betrachten scheint, warf den bösen Deutschen ihrenu°twnalen Hochm^ v mehr auf d e deutsche Zunge als auf die deutsche G'rech gke t achte s naiv m Föderalismus meinte der Rector, es fei unmo«, b«n: Wahonen. Wt öeuw »wäre spräche aufzuzwingen, und selbst wenn es möglich fei, fei eä E wünschensw rth wei ungerecht. Schließlich machte der Redner einen-Ausfall aufWien, den grov n mantsationskcsscl „Wien", meinte Maaßen, .ist die Hauptstadt emes grov n, votrer bindenden, vielsprachigen Reiches. Alle Nationen sch h q-orfrommen finden « “am rÄaÄ I?« LL» bÄ ZU lassen; und sie thun es twe ww i b(e Worte Dantes zu - Sie ent- dubei kein en Sch oben leid .91 , ben Sprache bediene (Heiterkeit), aber es ist die schuldigen, daß ick Mich g . r nivina commedia“: Lasciate ogni speranza. italienische — die_Worte D fl n(^t bie Entwickelung ihrer National'tät ge- Sa,r S unter M°n vergißt, die Jugend daraus hlnzuwelsen, dah die brau», hnren b^Mibaren Metalle tief in der Erde liegen. Man sagt bloß: „Sott schwimmt!" % Va't man aber nie frfle Mauern gebaut, die einen Schutzwall de« Staate« bilden^ und wenn man solche Princchien anwendet, dann ISßt man ein erbtlrmlichetz Geschlecht von üatalen und Castraten heranwachsen; das sind die Persönlichkeiten, btt man da und dort in öffentlicher Stellung heute wie Kork herumschwimmen sieht." Solche ©eenen sind gewiß vom parlamentarischen Standpunkt aus bedaucrnswerth, aber es fragt sich doch: Wer trägt die größere Schuld, derjenige, der das deutsche Nationalgefühl in schnöder Weife beleidigt, oder derjenige, der es in allzu scharfer Weise vertheidigt? Bemerkenswerth ist noch, daß selbst bte Clericalen Herrn Maaßen, der erst Protestant, bann Katholik, Altkatholik und wieder römischer Katholik war — alles zu feiner Zeit — in der vorliegenden Frage im Stich ließen. Bei der Abstimmung entschied der Landtag mit allen Stimmen gegen Maaßens Stimme. Prag, 23. Juni. Die Gegend von Pardubitz ist durch das Austreten der Chrudimka in großer Ausdehnung überschwemmt. Das Pardubitzer Schloß konnte nur mittelst Kähne erreicht werden. Der Schaden an Feldscüchten ist groß. Die letzten Nachrichten aus den überschwemmten Gebieten melden übrigens ein Fallen des Wassers. In Aussig ist die Schifffahrt wegen des Hoch- waffers eingestellt. Nyiregihaza, 23. Juni. Tisza - Eszlarer Proceß. Zu Beginn der heutigen Sitzung erklärte der Vertheidiger Eötvös von Neuem, daß die Verthei- digung sich nicht durch das Publikum terrorisiren lassen werde. Er knüpfte daran Bemerkungen gegen die Protokolle. Der Präsident erwiderte, daß er die Protokolle controlire. Bei der hierauf fortgesetzten Zeugenvernehmung sagt der erste Zeuge, ein jüdischer Schankwirth, aus, die Juden hätten die Synagoge, wie üblich, um 11 Uhr verlassen. Nyiregihaza, 23. Juni. Tisza - Eszlarer Proceß. In der heutigen Verhandlung wurden 14 Zeugen aus Eszlar, sämmtlich Israeliten, über die Tagesordnung der Eszlarer Juden an jenem Sonnabend vernommen. Dieselben sagten abweichend von dem Untersuchungsprotokoll aus. Während der Verhandlung lief eine Meldung des Untersuchungsrichters Bary bei dem Staatsanwalt ein, daß er im Auftrage des Präsidenten nach Eszlar gereist sei, um eine Nachuntersuchung anzustellen bezüglich einer Frau, welche die Kleider Esther's für die Dadaer Leiche geliefert habe. Staatsanwalt und Vertheidiger prote- stirten gegen diese Verfügung des Präsidenten. Der Gerichtshof beschloß, Bary zurückzuberufen. Irankreich. Paris, 23. Juni. Vor dem Schwurgerichtshof des Seine-Departements wurde gestern die Verhandlung in dem Processe gegen Louise Michel und deren Complicen fortgesetzt. Mehrere als Zeugen vernommene Soldaten sagten aus, daß sie Broschüren erhalten hätten, in welchen zur Brandlegung tu den Kasernen und zur Ermordung der Officiere aufgefordert worden sei. England» London, 23. Juni. Nach einer Meldung des „Neutersschen Bureaus" aus Shanghai vom 22. d. Mts. sollen die Differenzen zwischen China und Frankreich bezüglich Tongkings in freundschaftlicher Weise beigelegt worden sein. Lihung Chang, welcher die Verhandlungen mit Tricou führte, werde sofort nach Peking abgehen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau. Ems, 24. Juni. Se. Maj. der Kaiser wohnte heute Nachmittag mit großem Gefolge von der Veranda des Kursaales aus der Regatta bei. Den kaiserlichen Ehrenpreis errang die Frankfurter Rudergesellschaft „Germania." Paris, 24. Juni. Die madagassischen Gesanoten haben von dem Ministerpräsidenten Ferry vor ihrer Abreise einen Geleitsbrief erhalten, um ungefährdet in ihre Heimath zurückkehren zu können. Paris, 24. Juni. Wie der „Temps" mittheilt, hat der chinesische Gesandte, Marquis Tseng, vor seiner Abreise nach London an den Ministerpräsidenten Ferry ein Schreiben gerichtet, worin er sagt, daß seine Reise dorthin ausschließlich durch Rücksichten auf seine Familie begründet sei und daß er beim ersten Ruf nach Paris zurückkehren werde. — Aus Saigun wird gemeldet, daß der dortige Gouverneur die ana- mitischen Consuln aus Cochinchina ausgewiesen habe, weil dieselben überführt seien, gegen die französische Herrschaft daselbst zu konspiriren. Der Kolonialrath hat beschlossen, ein Kabel von Saigun nach Haiphong zu legen und die gesummten Kosten dafür auf sich zu nehmen, wenn Tonkin und Cochinchina für immer vereinigt bleiben. New-Uork, 24. Juni. Nachrichten aus Vera Cruz zufolge richtet das gelbe Fieber unter der dortigen Bevölkerung, sowohl unter den Europäern wie Amerikanern, große Verheerungen an; während der verflossenen beiden Monate sollen 1000 Personen gestorben sein. Lokales. Gießen, 25. Juni. Bei dem gestrigen Preisturnen in Wies eck erhielt der Gießener Turnverein den 1., 4., 7. und 8. Preis. — Ein Kornhalm von genau 2 Mtr. 10 Ctrn. Länge wurde uns heute auf unsere Expedition gebracht. Der Halm stammt aus der Gegend von Alsfeld und soll dorten die Winterfrucht recht schön stehen. — Ein peinlicher Vorfall erregte am Samstag Nachmittag bei einer Beerdigung die Gemüther der die Leiche, zur letzten Ruhestätte Geleitenden. Veranlaßt durch die äußerst primitive, mangelhafte Vorrichtung beim Einsevken der Leiche, glitten die den Sarg in Händen habenden beiden Schreiner aus und um ein Haar lagen die beiden Männer sammt Sarg in der Grube. Es gelang nur der äußersten Geistesgegenwart und Behendigkeit, daß kein weiterer Unfall passirte. Man denke sich aber die peinliche Situation der Anverwandten des Verstorbenen, sowie dessen Freunde. Kann denn hier nicht Abhülfe geschehen? An wem liegt die Schuld, daß solche Scenen (die schon mehrmals vorgekommen sein sollen) in einer Universitätsstadt noch vorkommen können? Vermischtes. Ems, 24.Juni. lRegatta.) 1) Rennen VierruderigeOutrigged-Giggs. Ehrenpreis der Stadt Ems. Sieger: Die Koblenzer Rudergesellschaft. 2) Vierruderige Jnrigged - Raceboot; Comite - Preis. Sieger: Oberräder Gesellschaft. 3) Vierruderige Jnrigged-Raceboote für Juniors. Ehrenpreis der Emser Damen. Sieger: Frankfurter Gesellschaft „Germania" gegen Sachsenhausen. 4) Einruderige Skiffs, Preis der Kurverwaltung. Sieger: Mannheimer Ruder club. 5) Vierruderige Outrigged-Race-Boote, Ehrenpreis des Kaisers. Sieger: Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania" gegen Sachsenhausen. (F. Z.) — (Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig. Auf Gegenseitigkeit gegründet 1830.] Die Geschäfte der Gesellschaft nehmen auch im laufenden Jahre einen höchst erfreulichen Fortgang. An eigentlichen Lebensversicherungen wurden im Januar 1883 830,200 X, „ Februar „ 1,312,900 „ „ März „ 1,412,700 „ „ Avril „ 1,503,900 „ „ Mat „ 1,604,200 „ abgeschlossen. Auch in der Kinderversichecungsbranche (Aussteuer-, Militärdienstversicherung), welche die Gesellschaft seit 10 Jahren mit Erfolg betreibt, zeigt sich von Monat zu Monat ein ganz erfreulicher Aufschwung. Die außerordentl'ch sparsame Verwaltung der Gesellschaft macht diese Versicherungen für das Publikum in besonderem Grade empfehlenswerth. Köln, 24. Juni. Vorgestern Nachmittag standen auf den Straßen und Plätzen, von wo aus man die Domthürme ganz oder theilweffe sehen kann, zahlreiche Gruppen und schauten staunend nach den Kreuzblumen hin, die hoch oben den Abschluß der beiden Rtesenthürme bilden, und in manchen Fenstern richteten sich Operngläser und Fernrohre nach den besagten beiden Punkten hin. Auf den Steinblumen standen nämlich je zwei Männer, die sich daselbst mit irgend etwas beschäftigten. In der Nähe des Domes bemerkte man, daß es sich um eine Arbeit an den Blitzableitern handelte, die in so schwindelnder Höhe von den kühnen Männern ausgeführt wurde. Es war der Blitzableiterfabrikant Herr Heinrich Berghausen vom Andreasberg, sein Sohn, sein Werkmeister und fein Gehülfe, welche das von den Untenstehenden angestaunte Wagniß ausführten. Nachdem im vergangenen Jahre die ausgedehnten neuen Blitzableiter-Anlagen auf den Domthürmen, dem Lang-und Querschiff von Berghausen ausgeführt, bezw. vollendet worden waren, hatte der Dombaumeister Gcheimrath Voigtel eine genaue Prüfung der Anlagen in Bezug auf Leitungsfähigkeit, Güte der Verbindungen und Erdleitungen angeordnet. Diese geschah vorgestern in Gegenwart des Dombaumeisters vermittelst des Galvanometers. Da Augenzeugen ausgesagt, daß sie beobachtet hätten, wie am 10. d Mts. ein Blitzstrahl den Ableiter getroffen, so wurde auch eine genaue Besichtigung der Fangspitzen angeordnet und ausgeführt. Es zeigte sich, daß die starke Platinspitze des Südthurrnes 10 Mm., die des Nordthurmes4 Mm. geschmolzen war. Sonst hatte an der ganzen Leitung und auch an dem ausgedehnten Bauwerk keinerlei Beschädigung stattgefunden. Die erstere befand sich in durchaus gutem Zustande. Die Sp'tzcn der Leitung wurden wieder konisch gefeilt und somit der Apparat, der also seine Schuldigkeit gethan, wieder in vollkommen guten Zustand gesetzt. WitterungSkunde.*) 26. Juni. In Westeuropa am Canal und in Süddeutschland windig bis zu Sturm, Wetter unruhig, wolkig, veränderlich und für den Juni kühl, im Norden trüb, zu Hagelböen, in West- und Süddeutschland zu Gewittern geneigt- 27. Juni. Etwas Aufbesserung, doch ist das Wetter noch windig, bis böig und veränderlich. Aufbesserung ist zu erwarten kurze Zeit Vormittags, kurze Zett Nachmittags und Spätabends, doch ist der allgemeine Charakter trüb und regnerisch, im Osten und Südosten mit Gewittern. 28. Juni. Das Wetter bleibt trüb und regnerisch, namentlich in Südwesi- und Südeuropa mit kurzen besseren Zwischenzeiten, besonders Vormittags und Nachmittags. Im Norden und Nordosten ist Aufbesserung zu erwarten. Aach in einigen günstig gelegenen Strichen, wie in dem niederrheinischen Gebiet dürste cs mehr trocken bleiben, wenn auch Sonnenblicke mit Trübung abwechseln. *) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juni, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 X\ — Nachdruck verboten. Handel und Verkehr. Frankfurt, 23. Ium. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 2.80—3.90, Stroh X 2.15—3, Eier das Hundert 4.50—5.50, Stück 5^, Butter 1. Qualität X 1.25, 2. Qualität X 1.15, Kartoffeln per Centner X 4.50. Kohlrabi 3—4 H per Stück, Römisch Kohl 00 Ä Spinat per Pfund 00 Poularden X 2.50—3, Huhn 1.70—3, 1 Ente X 2.50—3.00, 1 Taube 50—60 Hahn X 1.70—2.50, Sommergans X 2.50—7. Grünberg, 23. Juni. (Fruchtpreise.) Weizen X 19.74, Korn X 16.26, Gerste X 15.50, Hafer X 14.26, Erbsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 00.00, Kartoffeln X 9.66. Aranksnrt a* M., 25. Juni, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 2587/8, Staatsbahnactien 279Vn, Galizier 2575/e, Lombarden 1333/8, Nord- westbahnactien 172y2, Gotthardbahnactien 1223/8 , Darmstädter-Bankactien 155%, Disconto Commandit 1993/8, Oesterr. Silberrente 675/i6, 4°/0 Ungar. Goldrente 76%, 4% 1880er Russen 72%fl, 5% 1877r Russen 91%, 2. Orient-Anleihe 56%e, 4% Spanier 63%, 5% Rumänische Rente 93%, 4% Unific. Egypter 7313/ie, 5% Türken — Marienburger 104%. Tendenz: schwach. Repertoir der vereinigten Stadttheaterzu Frankfurt a. M. Schauspielhaus. Montag den 25. Juni: Minna von Barnhelm. Dienstag den 26. Juni: Die Geier-Wally. Mittwoch den 27. Juni: Gastspiel des Herrn Junkermann. Neu einftubirt: Onkel Bräsig. Bräsig: Herr Junkermann. Donnerstag den 28. Juni. Außer Abonnement. Gastspiel des Herrn Junkermann. Zum ersten Male: Ut de Franzosentid. Genrebild aus der gleichnamigen Erzählung von Fritz Reuter. Müller Voß: Herr Junkermann. Hierauf: Zum ersten Male: Du drogst de Paun weg. Schwank in 1 Akt nach Fritz Reuter's gleichnamigem Gedicht- Krischan Hank: Herr Junkermann. Zum Schluß: Zum ersten Male: Jochen Päsel, wat büst du vorn Esel. Schwank in 1 Auszug nach dem gleichnamigen Gedicht von Fritz Reuter. Jochen Päsel: Herr Junkermann. Zum Anfang: So sein se! Freitag den 29. Juni: Gastspiel des Herrn Junkermann. Zum ersten Male wiederholt: Ut de Franzosentid. Hierauf: Du drögft de Pann weg. Zum Schluß: Jochen Päsel, wat büst du vörn Esel. Zum Anfang: So sein se! Samstag den 30. Juni: Die Journalisten. Sonntag den 1. Juli: Letzte Vorstellung vor den Schauspiel-Ferien. Letztes Gastspiel des Herrn Junkermann: Onkel Bräsig. Wiedereröffnung der Schauspiel-Saison: Sonntag den 29. Juli. . Opernhaus. Sonntag den 1. Juli: Wiedereröffnung: Tannhäuser und der Sänger- krieg aus Wartburg. ________________________________ __ Wafferwänne der Lahn. Am 25. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 16%° R-, Lustwärme + 21« R- , L. 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