188S Donnerstag den 26. April Rr. 9S Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags- Bureau: Schulstraße 7. ausschreibens vom 7. März 1882. Dr. Boekmann. besitzt. Transport iter Summa 265,84 «X Transport 216,56 .« 6.1 d.» 6« W.mst.ri»,. bereits in einer seiner letzten Sitzungen mit der Fr^ewerben KÄÄä'SäV* mengen Debatten Auf for scht, tl cher i , giei(f)dt unb Landtag und sch-°den gegen em °ugeres Zusa^ beider parlameutari- auf dem >uugst abgehaltenen Bertraucnsmänner der genannten Fraktionen schen Körperschaften haben > ch Montag im preußischen Abgeordnetenbestimmt dagegeii «^gefpro^n ®a «rn »"tog „„ p M 9 hiermit b!e. b.ni'lmlte NMM „halten unb ed handelt sich denmachlt n'der That darum, Sb bet Reichstag oder das Abgeordnetenhaus zu Gunsten des ConÄrrenten zurücktreten soll. Die Arbeitstheilung zwischen beiden Hausern Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat der Schlesischen Hagelversicherungs-Gesellschaft zu Breslau die Erlaubmß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Hessen ertheilt. e .. . Gießen, den 23. April 1883. Großherzoglrches Kreisamt Gießen. p ' Dr. Boekmann. ________________________________—— 61. Rödgen 62. Röthges 63. Rüddingshausen 64. Ruttershausen 65. Saasen 66. Stangenrod 67. Staufenberg 68. Steinbach 69. Steinheim 70. Stockhausen 71. Trais-Horloff 72. Treis a. d- Lda. 73. Trohe 74. Utphe 75. Villingen 76- Watzenborn mit Steinberg 77. Weickartshain 78. Weitershain 79. Wieseck 80- Winnerod Transport 174,31 «X 7,85 rt werden, und verschiedene Gesellschaften schicken sich an, größere Abthetlungsräume des Ausstellungsrayons nach ihren resp. Systemen zu beleuchten. In erster Linie nennen wir die bekannte deutsche Firma Siemens, welche eine große Gallerte mit einer entsprechenden Anzahl Glühlampen beleuchten wird, wovon die Londoner sich einen prachtvollen Effekt versprechen. Man nimmt an, daß bis zum 12. Mai die Ausstellung eröffnungsberett sein dürfte. — Das von den französischen Interessenten eifrig befürwortete Projekt der Simplonbahn findet in Italien eine mehr als kühle Aufnahme. Daß Frankreich danach strebt, sich eine Mittelbahn zwischen dem Mont-Cenis und dem Gotthard zu eröffnen, in der Absicht, dem Gotthard eine Concurrenz zu bereiten, ist ebenso bekannt, wie die Befürchtung, welche es dazu veranlaßt, nämlich jene, die französischen Produkte auf dem italienischen Markte durch die deutschen verdrängt zu sehen. Halten die Franzosen und Schweizer d-esen neuen Verbindungsweg für nothwendig, so mögen sie ihn — räch die „Opinione" etwas maliziös — getrost mit ihrem eigenen Gelbe bauen. Wie von Ameisen im Rasen wimmele es gegenwärtig tn Italien von deutschen Handlungsreisenden, welche schaarenweise durch den Gotchard Italien überschwürmen. Wolle Frankreich diese deutsche Concurrenz absolut aus Italien verdrängen, so sei dasselbe ja reich genug, um das für den Simpion zu thun, was Italien für den Gotthard that. Vom wirthsckaftlichen Gesichtspunkte aus kann Italien einstweilen mit den drei großen Bahnen des Mont-Cenis, des Gotthard und des Brenner mit der Nebenlinie deS Pontebba, deren Thätigkeit immer mehr durch die neuen Bahnen von Ventimiglia und Cormons eingeschränkt wird, zufrieden sein und es mit Ruhe abwarten, daß sich das Leben auf diesem immensen Eisenbahnsächer in nutzbringender Weise entwickelt. Frankreich. Paris, 21. April. Gestern Abend hielt der deutsche HÜlfsverein seine Generalversammlung unter dem Vorsitze seines Ehrenpräsidenten, des deutschen Botschafters Fürsten Hohenlohe, ab. Der wirkliche Präsid nt des Vereins, v. Reicher, bayrischer Geschäftsträger, trug dm Jahresbericht vor. welcher ziemlich günstig lautete, obgleich sich ergab, daß die Zahl der Deutschen, dir beim HÜlfsverein um Unterstützung nach- suchen, in erschreckender Weise zun mmt. Die Zahl der Deutschen, die auf gut Glück nach Paris, wo heute alle Geschäfte barnieberltegen, gekommen sind und sich tn der höchsten Noth befinben, nachdem sie ihr letztes Geld verzehrt haben, ist sehr groß und man kann denen, welche sich nicht 'm Voraus eine Beschäftigung in Paris gesichert haben, oder nicht über bedeutende Geldmittel verfügen, nicht genug von PariS aorathe«. D-e deutsche Colonie thut sehr viel, um ihren hier in's Elend geratenen Landsleuten unter die Arme zu greifen, aber cs ist ihr geradezu unmöglich, alle Noth zu lindern und namentlich jenen Leichtsinnigen zu helfen, welche, nachdem sie ihr mitgebrachteS Geld schnell durchgebracht, von der deutschen Mtldthätigkett leben möchten, bis sie Beschäftigung gefunden haben. Eine Unterstützung dieser Kategorie von Deutschen würde nur die Deutschen, die ohne ihr Verschulden m Noth und Elend grrathen sind, beeinträchtigen. Nach dem Vortrage seines Berichtes kündigte Herr v. Reicher an, baß er aus Gesundheitsrücksichten dem Vorsitze des Deutschen Hülfsvereins entsagen müsse. Er hat dieses Amt mit großer Aufopferung fünf Jahre hindurch verwaltet und die. Versammlung beschloß ihm ein warmes Dankesvotum. Fürst Hohenlohe ergriff hierauf das Wort, um anzukündigen, daß er bereit fei, vor der Hand die G-schäfte deS Vereins selbst tn die Hand zu nehmen. Die Versammlung nahm diese Mittheilung mit etnflimmfgem Beifall auf. Nachdem hierauf der Ausschuß und die übrigen Vorstandsmitglieder ernannt worben waren, würbe die Generalverfammlung ausgehoben. Die Uebernahme der Präsidentschaft des Hülfsvereins durch den Fürsten Hohenlohe erregte in der deutschen Colonie große Befriedigung, da man hofft, daß uvt-r feiner Leitung der HÜlfsverein viel Elend lindern, aber auch mit scharfer Prüfung etwa verschuldeter Noth vorgehen wird. Telegraphische Depeschen. Wolffs lelegr. Correspondenr-Birreair. Berlin, 23. April. Reichstag. Der Reichstag erledigte nach unerheblicher Debatte bie erste Bercsthung der Vorlage über die Reichskriegshäfen und NachtragS- etats und verwies dieselbe an die freie Commission zur Vorberathung, nahm bann die 88 13, 14, 14a (Ortskrankenkassen) in ber Commissionsfassung an. Bei S 15 deS Krankertkassengesetzes unterzog Lohren bte Hirsch-Duncker'schen Gewerkt)ereme tmer sehr abfälligen Kritik. Lasker unb Hirsch w'esen Lohren's Angriffe zurück. Nachbem noch Lohmann, Eberly und Hirsch gesprochen, wurde 8 15 mit dem Antrag Gutfleisch angenommen, wonach ber Beitritt zu ben Ortskrankenkassen keinen Anspruch auf Unterstützung gewährt, wenn bei ber Beitrittsanmeldung die Erkrankung bereits eiu- getreten ist Fortsetzung Donnerstag. — Abgeorbnetenhaus. Bei der zweiten Berathung der Verwaltungsgesetze sprach Hänel gegen die Commissionsbeschlüsse, welche die Regierungsvorschläge auf ben Kopf gestellt hätten unb feine Dauer haben würben. Er empfahl die Anträge feiner Partei. Minister v. Puttkamer conftatirte, baß die Divergenz zwischen ber Regierungsvorlage unb den Commissionsbeschlüssen keineswegs unüberbrückbar sei, da die Commission den Kernpunkt, nämlich die Vereinigung der Bezirksbehörden, acceptirt hätte. Der Minister weift die Befürchtungen zurück, daß ben Regierungspräsidenten durch die Vereinigung unb die Uebertragung bes Vorsitzes unerfüllbare Aufgaben zuertheilt würben und bittet, 8 27, welcher das Princip der Regierung enthält, anzunehmen und die Vorlage ohne Rücksicht auf die parlamentarische G'schäsislage durchzuberathen. Bruel erklärt, daS Centrum sei bereit, auf der Basis der Commissionsbeschlüffe das Gesetz zu berathen. Hierauf wurden die 27, 27aa, 27a nach den Beschlüssen der Commission angenommen. — Morgen: Die Winbthorft'schen Anträge. - Ein partieller Strike hiesiger Droschkenkutscher ist ausgebrochen. Etwa 1500 bis 1800 Kutscher ftriken. Wiesbaden, 24 April. Bei der heutigen Neuwahl eines I. Bürgermeisters wurde der Rechtsanwalt v. Jbcll auS Frankfurt a. M. gewählt. Bremen, 24. April. Die Station Kuxhaven der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Am 24. April von dem deutschen Ewer „Emanuel", Kapitän Hauschildt, gestrandet auf Kleinvogelsand, drei Personen, darunter eine Frau, gerettet durch das Rettungsboot des 3. Elbleucht- schiffes. Wind stürmisch. Schiff unter Wasser. Christiania, 24. April. Das Odelsthing hat in der vergangenen Nacht den Antrag des Protokoll-Comitös, sämmtliche Staatsräthe in Anklagestand zu versetzen, mit 53 gegen 32 Stimmen angenommen. Marseille, 24. April. In Ajaccio haben die Hafenarbeiter die Arbeit eingestellt; dieselben verlangen eine Lohnerhöhung von 1 Frcs. pro Tag. Die Quais werden von Militär bewacht. Belgrad, 24. April. Die Wittwe des Obersten Markovic, welche am 23. October v. Js. in der Kirche mit einem Revolver auf den König schoß, ist heute zum Tode verurtheilt worden. M"'. d-°-° ft?«” 8* auK siSÖ MM W- ”«,® litte geleM liumte sich eines d Hauer unb Geltet l*"f ur bit ; HÄhZw e,‘l ' Mlin all! Georg Mainz, 20. i jommanbirenben ©en, )it Sergeanten Mu< forte der llnttroiPiie; 1ML An der Str »Soldaten gehören Strafe verwirkten sie M Ann desselben se Mainz, 23. i Wichen Vereins d ßzohl von Mitglied M Möllinger -P Dnetnsjahr verlesen, im abgelaufenen Jal h-ckn, so dah noch Dahl ttneS Prüsior von 264 oewM, 3i zweiten Präsident^ 49 Stimmen sielei MenaM-Gau-A ihatte, conWrte -rheinheMer ßanl der landwjrthschaf Mainz, L em bedauerlicher U im begriff, fibtr bi jungen Manne ben Zimmermann dem j baß Gleichgewicht p eilten sechs Nachen i der sich nur einige E SMen verschwunder "och, ober mit vieler Mainz, 23. aas Karlskrona in £ «r pater tn das VnlttzvNgtN. WallerstSd M Schlimmen iu, Lasern bes. * erkrankt i Ä selbst ein. Ob vollzogen SyAllä" r,'. ÄS ^nnen gegen 78325t »HL SÄ »ft Sitte k"tb'n r Nb „n6b b" M ! Nt« Soft., b|«f' ^ohqisq* Ver WO 'klkt’11 t, Der Vorstand. Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten. ' »raWkfrrrt a. HU, 25. Avril, Nachmittags 2 Uhr - Mm (Telegr Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft A Ibert Kaufmann v n- Creditactien 268 V2, Staatsbahnactien ^86Vs, Galizier 265r^anfac^cn8' 1543/4/ lAil C¥1 - C t - X __ tt* . seine Geimal- )tn Botschafins ilthn, bayrischer lautete, obgleich instühung nach- ie aus gut @lüt und sich In der ft sehr groß und 1 Paris gesichert 1 Pari- Mathe«. :nen ßanbeleuttn Noth zu lindern ihr milgedrachtek iten, US sie 8t; Deutschen würde then sind, deetn- ther an, bafj er mtfagtn niüss«. tuIM und die che ergrisi hin- e ®-:fä)äfu des est MttlMvg ie übugen $or ung auigrhoben. hft ’J Petersburg, 24. April. Der geographischen Gesellschaft ist aus Irkutsk folqendes Telegramm über die russische Polarstation an den Lenamun- dunaen zuqegangen: Nach Mittheilungen vom 16. Januar nahmen die Beobachtungen auf der Station ihren regelmäßigen Fortgang. Dre niedrigste Tem- veratur daselbst betrug 48,7 Grad Celsius. Altes ist wohl. P Newnork, 25. April. sPrwatdepesche.s Die Zahl der in Folge des Wirbelsturmestm Staate Mississippi getobt et en Personen beträgt 83. Die Zahl der Verwundeten, wovon viele lebensgefährlich verletzt sind, 300. Die sonstigen Verheerungen, welche der Sturm angerichtet, sind außerordentlich Aroß. Eine Depesche des "Newyork Herald" aus Georgien meldet, daß auch dort der Wirbelsturm wüthete und dabei Ä Personen getödtet, sowie 200 verwundet wurden. Mainz 20. April. Durch Urtheil des Militärgerichts, bestätigt durch den commandirenden General des 11. Armeecorps, wurden wegen Soldatenmchhandlung die Sergeanten Müller und Bartscherer zu je 3 Jahren Gefängntß und Degradation, sowie der Unteroffizier Strauß zu 1 Jahr 5 Monat Gesängniß und Degradation ver- urthetlt. An der Strafe werden Jedem 3 Monate Untersuchungshaft abgerechnet. Die 3 Soldaten gehören dem Brandenburgischen Fußartillerie-Regiment Nr. 3 an. 5Dte Strafe verwirkten sie dadurch, daß sie einen Soldaten dermaßen mißhandelten, daß der eme Arm desselben seitdem an beständigen convulsivischen Zuckungen leidet. Mainz, 23. April. Die Generalversammlung der Mitglieder des lanvw.rth- Ichaftlichen Vereins der Provinz Rheinhessen färb heute bei einer noch nicht dagewesenen Anzahl von Mitgliedern statt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Präsidenten Herrn Möllinger—Pfeddersheim wurde, der Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr verlesen. Dem Bericht entnehmen wir, daß sich die Einnahmen des Vereins im abgelaufenen Jahre auf 55 070,40 X und die Ausgaben auf 52 596,53 X belaufen haben, so daß noch ein Kaffenvorrath von 2473,87 X verblieb. Es erfolgte nun die Wahl eines Präsidenten und wurde Herr Möllinger-Pfeddersheim mit 230 Stimmen von 264 gewählt, 32 Stimmen fielen auf Herrn Hirsch—Alsheim; bei der Wahl eines zweiten Präsidenten wurde Herr Stephan—Hetzloch mit 175 Stimmen gewählt, 49 Stimmen fielen auf Herrn Wernher—Nierstein und 29 Stimmen aus Herrn Avenarius—Gau-Alqeshrim. Nachdem der Vorsitzende hiermit die Sitzung ausgehoben hatte, constituirte sich unter dem Vorsitz des Herrn Avenarius eine "Versammlung rheinhessischer Landwirthe", welche mit allen gegen 4 Stimmen eine gegen die Redaction der landwirthschaftlichen Zeitschrift gerichtete Resolution annahm. Mainz, 22. April. Auf dem Brückenbauplatz hat sich gestern Nachmittag wieder ein bedauerlicher Unglücksfall zugetragen. Ein junger Zimmermann aus Eisenach war rm Begriff, über den Transportsteg nach seiner Arbeit zu gehen, als etn Wmdstotz dem jungen Manne den Hut entführte; um sein Eigenthum nicht zu verlieren, sprang der Zimmermann dem Hute nach, doch sprang er unbedacht so weit seitwärts, baß er habet ba§ Gleichgewicht verlor und aus beträchtlicher Höhe in den Rhein stürzte. Sofort eilten sechs Nachen mit Bemannung zur Hülfe herbei, doch ehe sie den Unglücklichen, der sich nur einige Sekunden über Wasser hielt, erreichten, war derselbe bereits in den Wellen verschwunden. Ein Zimmermann, der am Vormittag ins Wasser stürzte, konnte noch, aber mit vieler Mühe, gerettet werden. / , Mainz, 23 April. In dem UmführungStunnel wurde gestern ein Arbeiter aus Karlskrona in Schweden durch einen Zusammenrutsch verschüttet; der Verunglückte, der später in das Hospital gebracht wurde, verstarb noch in der Nacht an den erhaltenen Än toUlbt, s? W p'anßtt out® ^"«ng betn, prasentirrn. ’rb'n< und Der: Ausstellung ?fnn;n mir bie Äwfabai eroffnung9bertft rt‘ Proj-N 1« Srantrsidi bl; ^bhard zu er- ebenso bekannt, nzosischen Pro- !n* Halten die ' io mögen sie 1 bauen. 'Men Handarmen. Wolle sei dasselbe jfl Iotthard that. J drei großen Nebenlinie der ■utimtßba unb , daß sich ba§ wickelt. Hntr Paliti> «etiunswW dd'-r>L"L «niri etkläri, V? iu berög L de- o. v «• , tm' Literarisches. Datterich. Localposse in der Mundart der Darmstädter. In sechs Bildern. Sechste Auflage. Friedberg, C. Scrtba's Buchhandlung. Preis 1 X . Das Erscheinen einer neuen Auflage ist der beste Beweis für b" unvergängliche Lebenskraft dieses in seiner Art klassischen Lustspiels, das nickt nur Darmstadt, sondern überall, wo sich noch Smn für volksthümbchm * findet, fortleben und dankbare Leser finden wird. Der neuen.MM« Auflage ist von dem Verleger eine Lebensskizze des längst »erttorbenien ifaflier3 bet gefügt worden, gewiß eine willkommene Gabe für dujentgen, nelck , der ihnen schon manche Stunde erheitert hat, etwas erfahren wollen. Anfall von Trübsinn erfolgt. Am Samstag war das einzige Kind des Predigers, der Augapfel des Vaters, gestorben, während die Frau desselben auf dem Krankenbette liegt und stündlich verscheiden kann. Der Unglückliche selbst war kürzlich vom Schlage getroffen worden. Die unselige That vollzog er in dem hinter feinem Hause belegenen Garten Köln, 23. April. Unsere Stadt saß gestern, soweit sie von den Wasserwerken ihren Bedarf an Flüssigem bezieht, vollständig auf dem Trockenen. Gegen Vt nach 11 Uhr am Samstag Abend riß plötzlich auf der Blaubach mit einem gewaltigen Krach ein etwa zwei Meter langes Stück aus dem mächtigen Rohr, welches das Wasser von den Pumpwerken der Leitung zu dem an der Hundegasse belesenen riesigen Wasser- thurm führt. Die Pflastersteine und der Boden flogen in die Höhe und heraus sprang in Manneshöhe ein breiter Wasserstrahl, der binnen wenigen Minuten die Straßen Überfluthete und in die Keller der zunächst gelegenen Häuser niederrauschte. Bald waren die Keller gefüllt und nun drang das Wasser in die Hausfluren hinein. In nahegelegenen Restaurationen, wo die Stammgäste noch bei Kartenspiel und sonstiger- Unterhaltung saßen, erschien der unwillkommene Gast unangemeldet in der Wtrthsstube und zwang die Ueberraschten, wollten sie kein unbequemes Fußbad nehmen, sich auf die Dicke zu flüchten. Zugleich strömte das Wasser nach der Hohepforte, Severinstraße, dem Filzengraben, der Weißbüttengasse, dem Perlengraben, der Spitzengasse und anderen Straßen hin, allenthalben in Kellern und Hausfluren Unheil anrichtend und Angst und Schrecken verbreitend, weil die meisten Leuten nicht wußten, woher die plötzliche Flutch gekommen und wie hoch sie steigen würde. Manche wurden durch Angst- und Hülfe- rufe aus dem ersten Schlummer aufgeftört, eilten dre Treppen herab und standen da zu ihrer nicht angenehmen Ueberraschung bis über die Knöchel im Wasser. Bäcker, die tm Keller ihre Beschäftigung ausgenommen hatten und beim Mengen des Teiges von dem schlimmen Eindringling überrascht wurden, retteten sich entsetzt nach oben. Wie groß der Schaden ist, den das Wasser in den Häusern verursacht hat und wer denselben tragen muß, das wird sich wohl in den nächsten Tagen ergeben. Am schl'mmsten soll das der Bruchstelle gegenüberliegende Geschäft eines Gypsfigurenfabrikanten mitgenommen worden fein. Das Ausströmen des Wassers dauerte fort bis das Hoch- refervoir auf dem Wafferthurm ausgelaufen war. In dem Augenblick, wo dasselbe seinen Weg in's Freie nahm, stellte die Pumpe, welche, wie man uns mittheitt, nur arbeiten kann, wenn sie vom Thurme her Gegendruck hat, ihre Thätigkeit em. Der D'rector und viele Arbeiter der Wasserwerke, die Feuerwehr, Pioniere und Polizei- bkLMte waren so schnell als möglich zur Stelle, um Hülfe zu leisten, bezw. den Andrang der Neugierigen abzuwehren. Bald waren mehrere Handpumpen herbeigeschafft, um mit denselben, nachdem die erforderliche Absperrung erfolgt war, das in dem gebrochenen Rohr noch enthaltene Wasser auszupumpen unb so die Beseitigung des Schadens zu ermöglichen. Die Arbeiten wurden die ganze Nacht Über unb auch während des gestrigen Tages fortgesetzt. Zugleich begann man, das Wasser da, wo es nölhig war, aus den beimgesuchten Kellern auszupumpen. Aus den Erdgeschossen war es sehr bald wieder gewichen. Am Nachmittag hoffte man, bis zum Abend mit der Wiederherstellung des Rohrs fertig zu sein. Die Wassermenge, wclcke ausgeflosstn ist, wird auf 4000 Cbm. angegeben. In der Stadt, wo überall die Wasserleitung gffperrt war, bereitete der Unfall mancherlei Unbequemlichkeiten, besonders in Geschäftshäusern, die großen Wasserbedarf haben. Es darf noch als ein Glück angesehen werden, daß die Arbeitseinstellung der Werke während eines Sonntags geschah, wo die meisten Fabrik- Etablissements ihre große Wassermengen beanspruchenden Maschinen nicht gehen lassen- 'Der Vorfall liefert übrigens den Beweis, wie nöthig es ist, daß die öffentlichen Pumpen jammt und sonders erhalten bleiben und unausgesttzt in gutem Zustande gehalten werben. Der Kölner, der auch bet unangenehmen Vorkommnissen seinen Humor nicht verliert, hatte auch sofort seinen Vers auf die kurze Entbehrung der Waff-rleitungs- 0abe gemacht. Es wurde behauptet, in verschiedenen Weinschänken sei der Wern gestern außerordentlich gut gewesen, auch hätten viele Bauern gerade gestern bessere Milch verkauft als sonst. Als Curiosum sei noch mitgetheilt, daß in einer Restauration zwei Dienstmädchen sich entschieden weigerten, Wasser von einer öffentlichen Pumpe zu holen. Sie wurden natürlich sofort entlassen. t — fVacaute Stellen für Militäranwärter im Bereich des 11. Armeecorps.j Altenschlirf, Postamt, Landbriefträger, 610 JL jährlich. Bebra, Postamt, 2 ständige Posthülfsboien im Landbriefträgerdienst, 1,20 unb 1J4 täglich. Crumstabt, Postamt. Landbrieftiäg'.'r, 610 jährlich. Darmstadt I, Postamt, Landbriefträger, 610 JL jährlich. Ems, Postamt, Landbnefträger, 744 Jü jährlich. Frankfurt a. M., Postamt I, 1 Postschaffner, 1000-1350 JL, 1 Briefträger, 1 Postschaffner, je 1000—1330 JL jährlich, Postamt III, Briefträger, 1000-1350 X jährlich, Postamt IV, 5 Postschaffner ie 1000-1350 X, Postamt VIII, Postschaffner, 1000-1350 X jährlich, Garnison- Bau-Jnspeclor, Schreiber und Baubote, 3 X täglich. Fulda, Postamt, 2 Posthtlfs- boten tm Landbnefträgerdienst, täglich 1,50 X Gotha, Postamt, Postschaffner, 944 X dis 1350 X Gehalt, Briefträger, 944-1350 X jährlich. Grotzkarben, Postamt, Land- briefträger, 610 X ©ebalt. Grünberg in Hessen, Postamt, Landbriesträger, ,622 X jährlich Hildburghausen, Postamt I, Landbriesträger, 672 X Gehalt- Honebach, Postagenim, ständiger Pofthilfsdote im Landbriefträgerdienst, 1 X täglich. Laubach» Postamt, Landbriefträger, 622 X jährlich. Marburg, Postamt, Posthilfsbote 'm Land- briefträperbtenft, täglich 1,50 X Nidda, Postamt, Landbriesträger, 622\ X jährlich. Oberbaun, Postagentur, Posthilfsbote im ßanbbrieftrögerbienfi, täglich 1,20 X Obers labnftem, Bürgermeisteramt, Feldhüter, 500 X Gehalt. Ruppertenrod, Postamt, VannbriHtväaer, 610 X jährlich. Schalkau, Postamt HI, ßanbbrieftrager, /08 X Siegen, Aattsgericht, Lohnschreiber, pro Seite 4-7 Pf. Siegen, Steuerraffe Netphen, Vollziehungsbeamter, 1000 X Sonneberg in S.-Mgn-, Postamt, 2 Postschaffner, \t 872 X jährlich. Stadtsulza, Postamt II, Landbriesträger, 600 X Gehalt. Walburg, Postagentur, Posthülssbote tm Landbriefträgerbienft, täglich 1 X Wernshausen, Postamt III, Lanbdnefträger, 540 X Cölbe-Laaspher Bahnstrecke, 8 Aspiranten zum erpedirenden Weichensteller, je monatlich 60—67,5 X Frankfurt a. M.-Oberlahr.«tein- Wetzlar, Bahnstrecke. 15 Hülfsbremser, je 54 X monatlich. Wörrstadt, Postamt, Landbriesträger, 610 X jährlich. - Vacante Stellen im Bereich Großh^Heff. 25. Division: Bingen, Amtsgericht, Gefangenwarter, 300 X jährlich, freie Wohnung unb H^run^n Wrack der „Cimbria" ist bei Bergen in Norwegen nun auch das Schreibpult des Capitäns Hansen angetrieben, in welchem sich eine Anzahl Briefe, Photogramme und Banknoten befanden. ^Wallerstäbten, 19. April. Der gesundheitliche Zustand dah'er scheint sich zum Schlimmen zu neigen. So wurden fast sämmtliche Schulkinder der zweiten Schule von den Masern befallen unb der 72jährige Lehrer derselben ist schwer an der Lungenentzündung erkrankt und heute gestorben. Ein Schluß der Schule trat hiernach ganz uon selbst ein. Ob bh Trockenlegung bev Fußböden unb Wände, insbesondere der Schullocale, vollzogen, ist Einsender dieses unbekannt. (G- Krsbl ) — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deuisch -r Eisen-und Stahl- industrieller belief sich die Roheifenproduction des Deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) im Monat März 1883 auf 285536 Tonnen, darunter 168 079 Tonnen Puddelrohetsen, 12031 Tonnen Spiegeleisen, 49 680 Tonnen Bessemer, 25 322 Tonnen Thomasroheisen und 28224 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production tm Marz 1882 betrug 256 437 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. März 1883 wurden producirt 833 751 Tonnen gegen 783 254 Tonnen tm Vorjahre. — AuS den letzten Lebensstunden des verewigten Großherzogs Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin wird der „N. A- Ztg." noch eine ergreifende Episode rntt- gethetlt. Bekanntlich sagte der Verblichene in der Nacht seines Ablebens, nachdem er in Mitte der Familienmitglieder das Abendmahl genommen, auch den Beamten und Dienern seiner Umgebung ein letztes Lebewohl. Und nach diesem Akte beorderte der Eroßherzog seinen Flüaeladjutanten, nach Berlin zu reisen, in seinem Namen dem Kaiser für alle seine Güte und Liebe zu danken und zu melden, ban bie 2. Armee- Jnspectton erledigt fei. wri, A . — In den Dresdener Blättern war während der Wintersaison vielfach davon die Rede, daß die Ansprüche der Veranstalter von Wohlthätigkeitsconcerten an die Mitwirkung der Mitglieder des Hoftheaters sick in einer Weise mehrten, daß die Geduld und Leistmigsfähigkett derselben aftf eine harte Probe gestellt würden. Es steht jedenfalls tm Zusammenhang mit diesen Klagen, wenn die Generaldirection der königlichen Hoftheater dieser Tage an sämmtliche Mitglieder der Operier Kapelle und des Schauspiels eine Verordnung erlassen hat, welche unter Androhung des Verlustes einer Monatsgage den Künstlern jede Betheiligung an Aufführungen, selbst in Privatgesellschaften und Wohlthätigkeitsconcerten. untersagt, ohne vorherige Genehmigung der Generaldirection, welche in der Mitwirkung der Mitglieder des Hoftheaters eine Schldtguna ber Jnter