Nr. 21. Freitag den 26. Januar 1883. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MsutagS. PreiS vierteHührlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Politische Uebersicht. Gießen, 25. Januar. Mitten in die Vorbereitungen zum Silbernen Hochzeitsfcste des deutschen Kronprinzenpaares, zu dessen freudiger Begehung man sich nicht nur am kaiserlichen Hofe, sondern auch in den weitesten Kreisen der Bevölkerung anschickte, ist die Trauerkunde vom Ableben des Prinzen Karl von Preußen gefallen. In Folge dieses schmerzlichen Ereignisses sind sämmtliche Festlichkeiten, welche anläßlich der Jubelfeier des kronprinzlichen Paares ani 25. Januar am Berliner Hofe vor sich gehen sollten, abgesagt worden. Mit Prinz Karl ist der einzige noch lebende von ben drei Brüdern unseres greifen Kaisers nun ebenfalls dahingeschieden und es erscheint begreiflich, daß der Kaiser hierdurch auf das Schmerzlichste berührt worden ist. Möge der allgeliebte Monarch in der innigen Theilnahme des deutschen Volkes Trost und Beruhigung über den herben Verlust finden, den er und mit ihm das ganze kaiserliche Haus erlitten hat. — lieber den .Lebensgang des Verewigten seien folgende Daten mitge- theilt: Prinz Karl wurde am 29. Juni 1801 zu Charlottenburg als dritter Sohn des Königs Friedrich Wilhelm 111. und der Königin Louise geboren. Den Traditionen des preußischen Königshauses gemäß war die Erziehung des jungen Prinzen eine vorzugsweise militärische. Mit 10 Jahren trat Prinz Karl als Seconde-Lieutenant in oaö 1. Garde-Regiment z. F. ein, wurde am 23. März 1816 zum Premier-Lieutenant ernannt und avancirte nun verhältnißmäßig rasch auf der militärischen (Stufenleiter. 1836 war er bereits commandirender General des 4. Armee-Corps und 1854 wurde er zum General-Feldzeugmeister mit dem Range eines Gnieral'FUdmarschalls ernannt und an die Spitze der geformten preußischen Artillerie gestellt, welche vorzugsweise ihm ihre heutige musterhafte Ausbildung verdankt. Den Feldzug gegen Dänemark machte der Verewigte als Chef der Artillerie und die Feldzüge gegen Oesterreich und Frankreich im Hauptquartier seines königlichen Bruders mit. Prinz Karl war außerdem russischer Feldmarschall und Inhaber des russischen Jnfonterie-Regiments „Prinz Karl von Preußen", sowie Chef des österreichischen Dragoner-Regiments Nr. 8. Vermählt war Prinz Karl mit Prinzessin Marie Louise von Weimar, welche ihm am 17. Januar 1877 durch den Tod entriffen wurde und aus dieser Ehe stammt, außer zwei Töchtern, als einziger Sohn Prinz Friedrich Karl, welcher gegenwärtig, noch ahnungslos der Trauerkunde, an den Ufern des Alls weilt. Der Trauerfall im Schooße unseres Kaiserhauses drängt augenblicklich das Jntereffe an den immuren Angelegenheiten zurück, so daß wir über dieselben nur kurz berichten. 'Rach langer Pause hielt der Bundesrath am 20. Januar unter Vorsitz des preußischen Finanzministers Scholz wieher eine Plenarsitzung ab. Die Versamnilung überwies verschiedene Reichstagsbe- ichlüsse an die zuständigen Ausschüsse, genehmigte mehrere untergeordnete Vorlagen und erklärte ihre Zustimmung zu den AuSschiißanträgen wegen Abänderung des Regulativs, betr. die Steuerfreiheit des Branntweins. Der Reichstag setzte am Montag die Berathung des ReichshaushaltS- Etats fort, nachdem er vorher den Präsidenten, Herrn v. Levetzow, beauftragt hatte, dem Kaiser die herzlichste Theilnahme des Hauses bezüglich des Ablebens des Prinzen Karl auszudrücken. Im Uebrigen wurde die Sitzung großentheils durch die Debatten über die Position „Kriegsminister" des Speeialetats des Reichsheeres ausgefiillt, die zum Thetl eine recht lebhafte Färbung annehmen. Der demokratische Abg. Schott verbreitete sich namentlich über die Ersparniß- srage am Heeresetat und tadelte besonders die Kostspieligkeit der Kürassier- Regimenter und des Garde-Corps, wobei ihm der Abg. Richter (Lagen) mit einem heftigen Angriffe auf das Regiment Gardes du Corpü secundirte. Die Abgg. Dr. Windthorst und Kayser (socialdem.) brachten das Kapitel der „Sol- datenjchindereien" zur Sprache. Von conservativer Seite traten die Abgg. v. Minnigerode und v. Maltzahn-Gültz für die Regierung ein und Kriegsmini- er v. Kamele trat in entschiedener Weise sowohl den Ausführungen Schott'ü als Richter's (Hagen) entgegen. Schließlich wurden noch alle Etatssummen bewilligt. Die anfänglichen Befürchtungen über den Umfang der Katastrophe, welche die deutsche Handels-Marine durch den Untergang des Post- dampfers „Cimbria" betroffen hat, scheinen sich leider zu erfüllen. Von den ca. 500 Paffagieren und Mannschaften, welche sich an Bord der „Cimbria" befanden, sind wenig über 50 gerettet worden. Im ungarischen Abgeordneten hause ist jüngst wieder einmal die Judenfrage zur Sprache gekommen. In der Montags-Sitzung gelangte die Petition des Tapolczaer Wahlbezirkes um Aufhebung der Jnden-Emaucipation zur Berathung, wobei der Referent betonte, man dürfe an gewiffen Principien in einem Rechtsstaate nicht rütteln, ein solches Princip sei die Gleichberechtigung. Abg. Jstoczy, der bekannte Führer der ungarischen Antisemiten, begründete unter Ausfällen gegen das Judenthum seinen Antrag: Die Regierung aufzu- forbern, die Vorlage über die Revision eines Emaneipations-Gesetzes einzubringen. Das französische Ministerium ist burch bie Angelegenheit bes Prinzen Napoleon in eine ziemlich fatale Lage geratljen, welche bie heftigen Debatten, die sich im Schooße des Eabinets Duclerc über ben Gesetzentwurf gegen die französischen Thron-Prätendenten erhoben, genugsam widerspiegeln. Außerdem hat aber auch der radikale Antrag in der Deputirtenkammer, die orleanistsichen Prinzen, welche in der französischen Armee Eommandostellen bekleiden , aus derselben zu entfernen, das Ministerium in Verlegenheit gesetzt uno von dem Kriegsminister und dem Marineminister liegt sogar die Erklärung vor, baß sie demissioniren würden, falls die Kammer den radikalen Antrag annehme. Im Uebrigen hat die Deputirtenkammer ben Gesetzentwurf, wonach ber Regierung baS Recht zustehen soll, Thron-Prätenbenten, von benen sie eine Gefährdung ber Ruhe und Sicherheit bes Staates besorgt, nach ihrem Ermessen aus- zuweisen, in ber Sonnabend-Sitzung an eine Commission verwiesen. Es ist also noch immer ungewiß, was sowohl mit Prinz Napoleon, als auch mit ben orleanistischen Prinzen, ben Herzögen von Aurnale, Nemours und Chartres, geschehen wirb. Gerüchtweise verlautet, ber Senat solle als oberster Gerichtshof zur Aburtheilung bes Prinzen Napoleon conftituirt werben. — Die Ex-Kaiserin Eugenie ist, von Calais kommend, am Montag Abend in Paris eingetroffen. Der neuer na nute Gouverneur von Livland, Kammerherr Schewitsch, ist in diesen Tagen in Riga eingetroffen und dort feierlichst begrüßt worben. Es knüpfte sich an seine Persönlichkeit bekanntlich bie Hoffnung, daß er ber Provinz die Ruhe wiebergeben werbe, bie burch bie Senatoren-Revision, über bereu Ergebnisse noch immer nichts bekannt ist, auf'S Schwerste gestört worden ist. — Die russische Regierung hat beschlossen, von ihren Gesandtschaften an den deutschen Höfen, abgesehen von ber Berliner Botschaft, nur die- jeuige in Stuttgart bestehen zu (affen unb in Dresben unb Weimar je eine Minister-Residentschaft zu errichten. Der Protest, welchen bie französische Regierung burch ihren Vertreter in Kairo dem egyp tisch en Cabinet gegen bte Aufhebung ber Controle hat überreichen lassen, deutet auf neue Schwierigkeiten hin, bie sich ber Lösung ber egyplsichen Frage entgegenstellen. Unter ben gegenwärtigen Umständen bürste dieser Protest wohl ganz erfolglos bleiben, er zeigt aber, daß bie Entfremdung zwischen Frankreich unb England bezüglich Egyptens noch keineswegs beseitigt ist und mit Spannung darf man ben weiteren diplomatischen Schritten in dieser Angelegenheit entgegensehen. Acutschlaud. f Berlin, 23. Januar. Die Krankenkassen-Commission des Reichstags Sofft noch iHause bn|a Woche d e zweite Lesung za beendigen. Heute wurden bie SS ±4—4$ erledigt und ein zwischen ben Abgg. u- Maltzan unb Gu fleisch vereinbarter Antrag angenommen. Ob und u.wieweit die Vorschriften der SS 44—48, b. h. bie Bestimmungen über bie vorschußweise unb bcfinitiDc Zahlung von Beiträgen von Setten ber Arbeitgeber auf bie Aroettgeber der im $ 2 unter 1—4 bezeichneten Personen Anwendung fhibcn, ist burch Die statuarische Bestimmung zu regeln, burch wclche diese Personen den im S 1 bezeichneten gleichgestellt werben ES wirb also burch biesen Beschluß in der Hauptsache die Bestimmung, baß brejcnlgen Arbeiter, welche nur burch Oittstatut zur Versicherung verpflichtet werben rönnen, nur bann Anspruch auf d e Beiträge Dir Aibeugeber haben, wenn eine solche Vorschrift vom Ortsstalut getroffen wirb. Hamburg, 24. Januar. Mit dem beutigen Dampfer fahren 20 von der »Cim- bria" gcitthU- Personen nach New 2)ork. Die Gesellschaft verweigert noch jebe llnte- stützung der Zurückgebliebenen. (?) Eme Anzahl ber selb en ist vom „Frembenblat.- soeben mit ben nöth gen Gelbmitteln v rsehen. Alle ausgesandten Dampfer kehr^ refnltatlo9 zurück. ES steht jetzt definitiv fest, baß über 400 Menschen umgebmmen fin?. Zlußland. — Nack Petersburger M ttheilungen ber „Polit. Corresp." werben in b?r diplomatischen Ve.tretung Roßlar bS bei ben beutschen Höfen folg^nbe Verünberungen plctjflreifen: Die Gesanbsichast'N in München unb Karlsruhe w-rden aufgehoben unb sowohl ber bisherige Gesandte in München, Graf Ost er Verlobung der Infantin della Paz mit dem Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern officieue Mittheilung. Türkei. Konstantinopel, 23. Jan. Anläßlich mehrerer Vorkommnisse tbeilte die Pforte den Botschaftern mittelst einer Note mit, daß alle ^childwachen und Wachposten auf Befehl des Kriegsministers angewiesen seien, gegen Jeden, tvelcher den ihnen ertheilten Jnstructioen zumiderbandle, nach erfolgter Aufforderung von den Waffen Gebrauch zu machen. lieber die Antwort ter Pforte aus das letzte Rundschreiben Lord Granvilles i|t noch Nichts bekannt. In poltttichen Kreisen gehen die Ansichten in dieser Hinsicht stark auseinander. Ntau glaubt, die Pforte werde uatueutlich aus gewiffe, ihren Rechten widerstreitende Punkte des Rundschreibens Hinweisen. Wie es heißt, wäre Edhem Pascha für einen hohen Posten auserseheu. Amerika. Mexico, 23. Januar. Auf der Sternwarte von Puebla ist ein neuer Komet in der Nähe des Jupiter entdeckt worden. Friedberg. Weitere« neben dem Herzeleid. In einem Orte der Wetterau rf «?rau' deren Vermögen nicht nach Tausenden, sondern nach Hunderitausenden zählt, bet der zweiten Sammlung für die Wasserbeschädtgten vier Mark hin. AIS nun der eigene Sohn sie aus das Unzureichende deS Betrags gegenüber ihrem großen Vermögen aufmerksim machte mit dem B merken, man müsse sich ja schämen, der Lehrer habe ja drei Mark gezeichnet, antwortete sie: „DoS glab' ich, wät der aach 'n schalt hott, der kann« aach !" Lokales Gießen, 25. Januar. Wie unS au« Darmstadt mttgetheilt wird, ist gestern aus fernem Gute (nahe bei dem heiligen Kreuz gelegen) der Komponist Glotow gestorben. Schon seit ca. 4 Wochen unwohl, kam die Trauernachrlchl nicht uanz unerwartet, zumal der verschiedene sich eine« hohen Älter« erfreute. T ÄL8 -6^«" der seitherigen milden Witterung wurde und heute ein munter flatternder Kohlweißling übersandt. ber Verletzungen ü« „Sultan" zur Erleichterung der seeamtlichen Untersuchuna diene. Da« ist um ,o nothiger, al« — wie es bei derartigen Fällen saft immer Ker Fall 'st — „Keiner e« gewesen sein", d- h. der Anrennei-.de gewesen em will. Tre Verletzungen de« „Sultan" lassen e« zweifellos erscheinen, daß er der nbekwar; Der vernommene Capitän gibt übrigen« an, daß er vor dem 5fbd 9 ku"b wahrend deS Nebel« nur 4 Knoten zurückgelegt habe. Er habe die Signale der „Cimbrla wider gehört noch gesehen, bi« er in einer Entfernung von । k. „ ■ r .------- — - --n— fdum 2 Schtstslängen deren grüne« Licht wahrgenommen habe. Den herrschenden b,c Expansion desselben veranlaßt. ?^e°n baUrnannhi?r* ®"Z flimä6 *>abt tr «uswelchen wollen, se, ,N- --------- --------------- befen daran durch "n falsches Manöver der „Etmbrta" gehindert worden. So sei ^r^rnrRaHhrDinIhCLbfr>^h0CiDe fCgen Hermandod ein Geschichtchen passirt, welches in zahlreichen Kreisen Stoff rum Lachen gegeben hat. In jener Stadt herrscht nämlich laut Gebot des gestrengeren Oberen über alle Schutzleute zu Fuß und zu Pferde, über alle Geheim- und Crtminal- polizisten die Pol'zelstunde, welche allen Kneip- und anderen Genie« zum Geraer erfunben au sein scheint; denn bet einer den Inhaber der Gastmirtbschaft und die Gäste bst treffent)en Geldstrafe muß das Lokal um die zweite Nachtstunde geräumt fein Jüngst stick nun unser Polizeipräsident, ein gesellschaftlich überaus jovialer Mann dem es nicht einsallen würde, die „FourchambaultS" zu verbieten und dem man "" R-cht -ine gani Intlmr ftenntnife be« «Rferfieiner, Pisportrr unb der Lirbsraurnmilch ,b2nt'Jn bcm «emüthlich warmen Winkel einer Weinstube und im anregenden Gespräche über Gambetta und den letzten Ball beim Prinzen $. über Cüanzy und bie f^öne Frau von O- fliegen die Stunden dahin. Da^plötzsich^öffnen^^sich^die Thüren und herein treten . . . . zwei Gendarmen, welche unter Hinweis auf die vierte Morgen- stunde nicht allein den Wirth notiren, sondern auch die Namen fammtbrhrr nm ^a?l1nt,fd?^Od) gehenden Gäste ins Dienstbuch eintragen. Lauter sehr honett Leute „Geheimer Minist^rialrath A-", Professor v. B-", „Reichsrath Graf C ",^ „Major m D^"' da . . . ja Allmächtiger, ... ja, da sitzt ja auch . . der . . Doliieivräsidfni i i U„„^b'nrn. „siannllchr SprachlostKt S.L nm Homerisches Gelachter aller Umsjtzenden! Se Exccllenz aber hatten ° " Tag.« unter besonderer Belobigung der beiden Gensbarmen, welche pflichtgetreu den Herrn Polizeipräsidenten dem Herrn Polizeipräsidenten anzeigten, der ReichS- D?/'s"aef^t^np0sts iu d von der Geschicht: Wenn Du nicht willst, daß Dir 6 geschicht, verfüge keine Polizeistund' nicht- Telegraphische Depeschen. Wolff'^ tclcgr. Eorrcspondenz-Bureau. Berlin, 24. Jan Die mit Mockenfleläute von allen Thürmen einge- lettete A-rauerfeicr für den Prinzen Karl im Doin begann um *2 Uhr. Der- selsien wohnten bei: der Kaiser, die Kaiserin, das Kronprinzenpaar, die übrigen Mitglieder des Königohanses, die Großherzöge von Baden und von Mecklenburg- Schwerin und von -Strelitz nnd von Weimar, der Großfürst '.flikolaus, der Erzherzog Karl Ludwig, der Herzog und die Herzogin von Edinburgh, Prinz Arnulph von Bayerndie Erbgroßherzöge von Oldenburg unb Weimar, die Vertreter regierender Fürsten, Deputationen des österreichischen Regiments' und der preußischen Regimenter, deren Cbef der Verstorbene war und etwa 800 geladene Personen. Der auf dem Katafalk ruhende Sarg war mit einer Für- ftenkrone geschmückt. Der Domchor führte Kirchengesänge ans. Oberhofprediger Kögel hielt die Gedachtnißrede. Als derselbe über den Verstorbenen den Segen sprach, Lösten die auf dem Canlianplatz stehenden 12 Geschütze dreimal 12 Kanonenschüsse , während die im Lustgarten stehenden 3 Bataillone gleichzeitig 3 Salven gaben. Der Kaiser verließ sichtlich tief ergriffen das Gotteshaus. , 24. Fanuar. Rach einer Ntittheilnng der „Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt - Aktiengesellschast" ist ihr in Havre eingetroffener Dampfer „Bavaria" an der Unglücksstelle der „Gimbrm" umhergekreuzt, hat ober keine eyur von Lebenden gefunden. Die von Cuxhaven ausgesandten 4 Bugstrdampfer find zurückgekehrt und melden ebenfalls, nichts von Booten oder Wrach'lücken gesehen zu haben. Dublin, 24. Januar. In dem Staatsprocesse gegen Davitt, das Parlamentsmitglied Healy und Quinn ist heute das Unheil gesprochen worden. Alle drei Angeklagte sind der aufrührerischen Rede, geeig-et, zum Bürgerkriege aufzuretzen, schuldig befunden und verurtheitt, Davttt und Healy je 2000 Pfd. Sterl., Quinn 1000 Pfd. Sterl. Cautton zu stellen, daß sie hie öffentliche Ordnung nicht stören werden; in Ermangelung der Cautionsstellung tritt eine Ge- fangnißstrafe von je 6 Mon aten ein. Var|6' 24. Januar. Von den meisten Morgenblättern wird eine Mini- nerfrifi« als bevorstehend angeiehen. .. ^0' bon, 24.Januar. „Time«" meidet ans Philadelphia, daß die Sammlunaen ür die Uebeisckmemmtcn dort d?u8dKn ,uenifle8 Feld besitzen, etwas Vieh halten und sich aud) fna,pp, durchbrmgen. Sie haben mehr oder weniger dies Alles etngebüßt, können nicht mal tbre Heimstätte bewohnen, sondern sind auswärts unter ^brach^ Unter solchen Verhältnissen ist dte.St.mmung eine W smrttipr tHth (a...,l,,c.- t.r.Ü, fi b 1 bjjSebaö en, welche das abziehende fo^ J I ffltnh Oll b bl°«lcgt und (ragt sich bange, ob kS möglich fein wirb iu Ihnen; benn letzt schon macht sich ber Futtermangel auch bei ben mm r, nn ri,ln,aU,h,n 52“tn,*i Diese kaufen , io lange sie können, während der («eirfiÄHMnn.r fnrt " m.”6, wie er zurechtkommt, Dam kommt noch, daß die ü t °°*1 ,brcn Ausständen betreiben können und selbst in die schwierigtte Lage serathen. Trotz der glänzend bewährten Mildthät-gkeit unserer nicht KS S„"" «• *«» 21. Januar. Uebcr den fürchterlichen Unfall, welcher dem Ervreß- zug^ der ^outbern Pacific E'senbahn bei Los AngeloS mgeftoßen ist theilen wir noch folgende Einzelheiten mit i Der Zug bestand aus 5 gewöhnlichen Wagen und 2 Schlaft wag ui am Ende. Derselbe eri eichte Sumner Stat'on, 314 engl. Meilen von San ?/?''c'Sco, am Freitag vor Mitternacht und dann begann der Zug, mit 2 Lokomotiven bespannt in der Sierra Nevada d'e Tehacapi-Steigung (120 Fuß per enal Meckel hmau zusahrem Um 1 Uhr Morgens baue man die Höhe er1eicht un7 es wurde an- GBünden UfidibrflrfX^rafÄrOmOllDe ^^lukoppeln, als der Zug auS bisher unbekannten unt?r b 1“ b‘weflenwbe(iann - die eben überwundene Steigung hin- u er* s- dasür, di- f-g-nständ- nicht ,n J'" 6üC<”' i°«>>-rn auch all- G-spräch-, welch- in dem mit i,r£5ut und vcrichl-udcrt wurden und Ü-h di-s-ld-n -Instw-il-n ,m Rachhause 'zur ™ ?.!*" ,’’“"lLr * f,t6tand seiner Liebe anseuszen eventuell ihm einen Lst oOO erhalten unb Lft. loOO unter die Mannschaft vertheilt weiden sollen. P schnalzenden Kuh zutelephoniren, — denn Alle« und Jedes wird gehört. . {,^armkburs,-,23 3,anuar ES Ist Erfindung, daß dl- Osfici-t- d-S „Sultan- . . — Em- neue Gaskra,tmaschine, die Erfindung des deutschen Ingenieurs W-rl-n- r’n?'k m'8 ,t0t mt6t baju f I macht in London nicht geringes Aussehen. DI- Maschine gleicht in ibrem A-ukern mnnnnaUreClner, ir0n,Knl?lIarmS (HKkuu: vhir xxxiv Hll « ,0ll, 751 Mtr. Grabgarten zwischen deut Wäldchen und dein xxxiv 5'ixi 10, 136O Mir.Hosraithe daselbst, iwiftbideiib versteigert werden. Gießen, den 23. Januar 1883. Großherzogliches Ortsgericht. >47 Muster. Allgemeiner Anzeiger. Vergebung von Steinlieferurigen. Die zum Neubau einer Kreisstraße von Reiskirchen nach Hattenrod in den Gemarkungen Reiskirchen und Lindenstruth erforderliche Lieferung von Chaussirungsmaterial soll im mündlichen Abstreich looSweise vergeben werden. Die einzelnen Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: 1) Liefern, Aufsetzen und Zerkleinern von 90 Cbm. Decksteinen 360 ttftnerßaud billig zu verkaufen. Wo f sagt die Exped. ds. Bl. 563 Zur Wartung und Pflege bei Wöchnerinnen und Kranken empfiehlt sich Frau Söftnlc, Wetzsteingasse 26. Holzversteigerunli. Im Licher Stadtwald, Distrikt „Kronau" kommt nachstehendes Holz zur Versteigerung: a) Mittwoch den 31. Januar l I.: 120 Eichen-Stämme, 20—52 Ctm Durchm., 5—14 Mr. Länge — 80,27 Fstm., 84 Buchen-Stämme, 30—54 Ctm. Durchm., 4—10 Mtr. Länge, — 61,87 Fstm., 7 Hainbuchen-Stämme, 20—32 Ctm. Durchm-, 4—6 Mtr. Länge = 1,48 Fstm., 11 Linden-Stämme, 30—50 Ctm. Durchm., 6—10 Mtr. Länge = 8,90 Fstm., 25 Fichtenstangen = 1,49 Fstm. b) Donnerstag den 1 Februar l Z . 420 Rmtr. Buchen-Scheübolz, 16 „ Eichen- „ 14 „ Hainbuchen - Rundscheitholz, 230 Rmtr. Buchen-Knüppeil, 74 „ Eichen- „ 16 „ Weichholz- „ 900 Eichen-Wellen, 200 Weichholz-WeÜen, 218,7 Rmtr. Buchen-Stöcke, 64 „ Eichen- „ 10 „ Weichholz-Wellen. Die Zusammenkunft ist jedesmal Vormittags 9 Uhr am Hattenröder- Weg an der Steinbruchsschneise. Lich, den 24. Januar 1883. Großh. Bürgermeisterei Lich. 573 Walz. Aeilrievotenes. Ber*mann'm Änlinwollr zum «Mituitblitriidtfit Stillen jeden Zahnschmerzes, Depot h Hülse 30 Z bei Coiffeur Gustav Geryardl. 141 Kreppel täglich frisch bei 224 Fr. Hennings, Seltersweg 14. A. F. Albold (Restauration Bramm) a. PROGrRAM M. Itirtll 580 2) W. Friedrich. von 4) L ach n er. Kotzebue. titlet 6) Preise der Plätze: Reservirter Sitzplatz Gallcrie Das ComiU Mw Gießssn. 2^ ITM Gießen. iraHi Gieße n. 26/Ub.8jl.(Eoiif.l.(6r.582 Geld (Spure* Verantwortliche Nedactton: A. Scheyda. — Truck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pijetsch) in Gießev- Act Bild : Cassenöflnung 4’/2 Uhr. Anfang 5 Uhr. in 1 Lebendes Jwowi Fr. F. Fehsenf eUt«, Universitäts-Buchhandlung und Antiquariat. 16 16 20 16 9 4 Cassenöflnung 7 Uhr. Anfang Uhr. 4 13-17 12-16 27—32 66—71 58—63 16-20 liHW C.M.- ter) Fr. E. Fehsenfcld, Universitäts-Buchhandlung und Antiquariat. 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