rS-__M Sofort en ‘ M "x $• 32 nitbtts Zeigen. ^!^chen mit kfmnei< T>, Via) Ah. b§. d-l M 'tet««iMte Bureiru r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. RE m-rt-ljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlahn. Durch die Post bezogen vrerteliährlich 2 Mark 50 Pf. ^rffeg Blatt. Donnerstag den 25. October dkI'» 2Ä8 _—-— vcu äo. ^ltvoer 1898 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. !««£«/' °° brmftnm so Hö-bwesttuertm d°s KreW Gich-N. LLML-kL..«... Ä ' * -° -3ES ft» t ÄS» 50. Gießen, den 22. October 1883. 24.0*t: r 43. 44. von Walderndorf, Graf zu Molsburg, Wiesbaden. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Or. Boekmann. fammtfamilie. 31. von Nordeck zur Rabenau, Freiherr Karl, Londorf. 32. von Nordeck zur Rabenau, Victor Hugo, Freiherr, Gießen. Oppenheimer, Adolf u. Anglist, Gießen. Pöschel, Eduard, Gießen. Reiber, Wilhelm, Gießen. Rosenthal, Moses, Gießen. Schirmer, Georg Heinrich Wittwe, Gießen. 0 an die Ann«- i Tnubt i Go in _____70101 schäft der Oel- mb n mler Hessen und Nafsiu ■eift hat. mmis mit schanr lit Buchführung mb t ist, findet daseltst nintdieExped.d.^5 «ult wird zu föU-jn ist Preisangabe o cd. ds>_$[•___ den mir jetzt in der rncißen W it alsbald W S. Euler- X x Luther in Worms. Oratorium von Ludwig Metnardus. m (Schluß.) Vom Jubel des Volkes geleitet, betritt der junge Kaiser Karl V. den ReichstaaS- saal. Er verspricht der deutschen Nation itm alten Ruhm, der Christenheit den ^^den zurückzugeben. Glapio begehrt im Namen der K'rche die Bestrafung des ^erischen, vom Bannstrahl des Papstes bereits getroffenen Mönches. Die Päpstlichen bekräftigen die Rede ihres Führers („Rott' ihn aus vor unfern Angesicht"), während 41. Schwan, Karl Heinrich, Gießen. 42. Solms-Braunfels, Fürst Georg,Durchlaucht, Braunfels. Solms-Hohensolms Lich, Fürst Hermann, Durchlaucht, Lich. Solms-Laubach, Graf Friedrich, Er- l m kaufen gesuA \ in Küche UW b, für sehr M ^r°uMüN^ K Vbm 4. Buderus, Gebrüder, Lollar.' X' _ Richard Wrttwe, Nassau. 6. Burk, Ferdinand, Gießen. 7. Bücking, Friedrich, Gießen. 8. Coln-Mindener Eisenbahngesellschaft. 9. Ferme, E. W., Gießen. 10. Gail, Georg Karl, Gießen. io /r-" ,®eür9 Ferdinand, Gießen. 4 Großh. Haus. Familieneigenthum io. Heichelheim, Siegismund, Gießen. Heß, August, Gießen. 5. Hofmann, Ludwig, Pachter, Hof-Güll- w-Hornberger, Gebrüder & Söhne,Gießen 33. 34. 35. 36. 37. 38. it Mel. agerbie: iem rauhaus Zell- urg. 6M rer-Gkhiilstt 18, Kempf, Ludwig Otto, Gießen. 19. Koch, Konrad VI., Bauunternehmer, Gießen. n?’ Krcmsgrill, Joh. Georg, Gießen. 21. Meyer, Alexander, Gießen 22. Möser, Heinrich L, Gießen. 23. Müller, Arnold Wittwe, Gießen. 24. „ Justus Wittwe, Gießen. 2o. „ Karl, Leihgestern. 26. Montanus, August, Gießen. ^7. 9toll, Adolf Karl Theodor, Gießen. 28. von Nordeck zur Rabenau, Adolf Rein- Hard, Freiherr, Friedelhausen. ~J. von Nordeck zur Rabenau, Ferdinand Schirmer, Georg Heinrich Ludwig, Gießen. 39.^che:d, Louis, Gießen. .!»*• Zinßer, Adolf, Gießen. Zurbuch, Wilhelm Wittwe, Gießen. 47. Wenzel, Wilhelm, Gießen. 48. Zimmer, Georg Karl, Winnerod. 49- Zinßer, Adolf. Gießen. Krankreich. «f-b[rÄffn^(°»AleltJ.CrHD;er(S2it lfl =lne ”om französischen Krttgsmttttsttrium ttEommtssion mit Untersuchung der Frage beschäftigt, ob sich für das 1t 6,6 fims Repetirgewehres empfehle oder nicht. Aus den- zkL Ächkreisen, welche diese Einführung wünschen, werden jetzt tu der Rev frone" MkUNtaun- ‘n bCr Kommission erhoben und wird auf B-- Doraen« b ( Entscheidung gedrungen denn es wäre niederschmetternd, eines schönen -—^ens zu erfahren, daß eine andere Macht uns zovorgekommen ist." g»: i Deutschland. October. Ihre Kaiserliche Hoheit die Herzogin von Edinburg van '^ag 5 Uhr mit den Gräflich Erbach-Scbönberg'schen Herrschasten »ÄÄ'SM'S,. ’S Mittag 12 Kaiserliche Hoheit die Deutsche Kronprinzessin trafen heute Nach- Minuten, von Wiesbaden kommend, zu Besuch Ihrer Kaiser! eben B L °°L Ed'nburg httr -in, HöchstdiZs-lb-n wurden oon^L geleitet.^ tl bcm Großherzog am Bahnhofe empfangen und nach dem Schlosse düng von Zweig-Vereinen und zur Organisation der zu veranstaltenden Sammlungen. Wien, 23. October. Die Ratification der Eisenbahn-Convention a quatre ist heute Nachmittag irn auswärtigen Amte in Anwesenheit der Dele- girten der vier betheiligten Staaten vollzogen worden. — Die von englischen Blättern gebrachte Meldung, die päpstliche Kurie habe die österreichisch-ungarische Regierung um ihre Vermittlung zwischen dern Vatikan und Italien angegangen, wird von dem „Fremdenblatt" als willkürliche Erfindung bezeichnet. Paris, 23. Octod.r. Der Senat und die Depunrtenkammer sind heute wieder zusammengetreten und haben sich nach einer kurzen Sitzung, welche ohne Zwischenfall Jv“ ’ auf Donnerstag vertagt. Im Senate legte der Minister der öffentlichen Arbeiten, Raynal, die mit den großen Eisenhahn-Gesellschaften abgeschlossenen Conventionen vor. Der Finanzminister Ttrard brachte trotz des gestrigen Votums der Immission in der Kammer den berechtigten Budget-Entwurf ein. Die Kammer beschloß, am Donnerstag die Berathung des Mmiic palgesetzes wieder aufzunehmen. Der Vorsitzende der äußeren Linken, Gatineau, beschloß, morgen der letzteren einen Antrag aut Verbannung der Prinzen vorzulegen. Konstantinopel, 23. October. Gestern hat in Tschesme abermals ein Erdbeben stattgefunden, welches großw Schaden verursacht haben soll. Nach einem dem englischen Botschafter, ßorti Dufferin, von dem englischen Viceadmiral, Lord John Hay, zugegangenen Telegramm ist schleunige Hülfe dringendes Erforderniß. Alexandrien, 23. October. Hier sind neuerdings wieder mehrere Cholera-Erkrankungen vorgekommen, 4 davon sind tödtlich verlaufen. Telegraphische Depeschen. Wollff's telegr. CorrespsnbeIe^Bnrean. 23. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist in der Laae die ®ral &erbert Bismarck werde London verlassen, für^unbe- RentinUpnnharen' ^CrleIr6e fet Begriffe, über Friedrichsruhe auf seinen Sen zuruckzukehren. Die Abberufung von dort liege weder in en Wünschen, noch m amtlichen Intentionen. irm 3? nL gKffe Comilö für die allgemeine deutsche Lutherstiftung beruft Sr etiton,?6.61 h ^nt l4ke Bersammlung nach Leipzig zur Begründung Stiftung und Feststellung der Statuten, sowie zur Vorstandswahl der Bil- laucht, Laubach. 45. Textor, Friedrich, Gießen. 46. j - " c " "* ■ Miillek. Ent i0 _ „ , Bekanntmachung. *. aufgch-L “ unb “»“*»* ----- d-m «»d°Ich d-- Pachters ». O»en i« Haag-. tfl, „ti,„ di- Sp-rrm-ir-g-l- hi.rml Betreffend: Die regelmäßige Ergänzungswahl des Kreistages des Kreises Gießen durch die 50 Höchstbesteuerten. , s < r Bekanntmachung. Buderus von Lo I? a r,SSMwgufTunb nfiub' gesetzlicher Vorschrift zufolge die Herren Georg auszutreten, können aber wieder gewählt werden. schhorn und Adols Noll von Großen mit Ende dieses Jahres aus dem Kreistage Steuerkapitalien von 1882^'(f ro.iri) das Verzeichniß der nach den hier in Betracht kommenden daß der darin mit dem Ansagen.^ örtlichen KenLß"chtz binnen einer unerstrecklichen Frist von vier Wochen von der Ausaabe dW« wl’ Mirage auf Berichtigung dieses Verzeichnisses Ausschüsse des Kreises Gießen vorzubringen sind. ' Ausgabe dieses Blattes an gerechnet, bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung bei dem Kreis- Gießen, den 23. Oetober 1883. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Gießen. _ vr*. Boekmann. StitiMiS*" *“ * ***• <** ------- reWÄÄ!L - . » «u Das Großherzogliche Kreisamt Gießen gewesen, angeblich im Auftrage der Oberin diese-- ^asnita^ N unter dem Vorgeben, er Jet früher mt Deutschen Hospital zu Cincinnati beschäftigt * w« *•in --- Dr. Boekmann. Dr. L. O v erzier. hett gütigst verbreiten zu wollen. Köln, den 20. October 1883. Lokales. G. Gießen, 24. Oktober. (Sterblichkeit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 14. bis 20. October betrug im Ganzen 8, davon 5 bet erwachsenen Personen, 3 bet Kindern. Von den Erwachsenen starb je eine Person an Bronchtenerweiterung, Bronchienentzündung, Lungenentzündung, Lungenschwindsucht, organischer Herzkrankheit. Von 2 fttnbern im ersten Lebensjahre erlag das eine einem Darmcalarrh, das andere allgemeiner Abzehrung: ein Kind von 2 Jahren starb rasch in Folge eines Lungenschlags. . . l Gießen, 24. October. Die M e y e rf e l d'schen Eheleute dahrer feiern am 31. d. M. ihre g old ne Hochzeit. Die Feier findet Mittags 12 Uhr in der hiesigen Synagoge statt. Aus Anlaß dieses seltenen Familienfestes haben genannte Eheleute dem Herrn Bürgermeister dabier eine namhafte Summe zur Vertheilung an die hiesigen Stadtarmen überwiesen. Einen gleichen Betrag haben sie nach ihrem früheren Wohnort Treysa zu gleichem Zwecke gesandt- stehen scheinen. Um halb elf Uhr Nachts traf-n hier mit dem Zuge aus Lauterburg drei Männer ein, welche auf dem Bahnhofsplatze eine Droschke anrtcfen und nach der Vorstadt Kronenburg fahren wollten. Mtlttn in der Fahrt klopften sie an die Fenster- schetben und ließen halten; nachdem sie ausgestiegen, erhielt der Kutscher rücklings einen Schlag auf den Kopf, einer der Strolche würgte ihn, während ihm ein Anderer ein mit Chloroform getränktes Tuch vor die Nase hielt- Doch hielt die augenblicklich eintretende Betäubung nicht lange vor und der wieder zur Besinnung gelangte Kutscher vereitelte durch sein Hilferufen, daß sich die drei Männer seines Gefährtes bemächtigten. Diese ergriffen sofort die Flucht- Ungefähr zwanzig Minuten vor ein Uhr klingelte es dann an der Apotheke zum „Storchen" in der Langgaffe. Der im dritten Stockwerk wohnende Provisor Franz L'enhardt öffnete das Fenster und erhielt aus seine Frage zur Antwort, es sei Jemand da, der em Rec--pt habe. Kaum war er hinadgestregen und hatte die Außenthür geöffnet, als seine Frau ein dumpfes Geräusch vernahm und die mit der Kasse verbundene elektrische Klingel ertönte. Als der Besitzer der Apotheke, Herr Reeb, zu Hülfe eilen wollte, fand er seinen Provisor tobt am «oben liegen- Der fünfzigjährige, länger als zwanz'g Jahre treu bem Hause bienenbe Gehülfe war entsetzlich zugerichtet, es war ihm ber Kopf gespalten, bas Herz durchbohrt, die Oberschenkel durchstochen und die Pulsadern an den Händen zerschnitten. Die Kasse war beraubt, es soll sich nicht viel mehr als 15 X darin befunden haben. Die Mordthat war innerhalb vier Minuten und jedenfalls durch mehrere Personen verübt worden; am Thatorte fand man ein langes und breites Schlachtmeffer. Endlich traf man bet der Ablösung mehrere Minuten nach 1 Uhr den Posten vom 25- Regiment am Hospital- thore schwer verwundet am Boden liegend. Der Schädel war ihm mit seinem Gewehre, das man zerbrochen fand, eingeschlagen, sein Leib war mit 17 Stichwunden übersät, in der Hand hielt der Arme, der heute früh noch lebte, einen falschen Bart- Die näheren Umstände an beiden Thatorten beweisen, daß beide Male ein kurzer, aber furchtbarer Kampf stattgefunden hatte. Um zwei Uhr war die gesammte Polizeimannschaft auf den Beinen; das Telephon hatte sich bewährt; die Untersuchung ward von dem Polizeibirector Feichter in Person augenblicklich eingeleitet; wie der überfallene Kutscher Schätzte aussagte, sprechen die drei Strolche, große kräftige Gestalten, norddeutschen Dialect. Gingehandr. Wieseck, 23. October. Bet der bevorstehenden Bürgerrnetfterwahl bringt man hiermit d!e gesetzlichen diesbezüglichen Bestimmungen zur allgemeinen Kenntniß: Wählbar ist Jeder, welcher die hessische Staatsangehörigkeit besitzt, in der Gemeinde stimmfähig und zur Zeil der Wahl 25 Jabre alt ist. Landwirthschaftliches. i. Der Anbau der Zuckerrübe. Der Anbau der Zuckerrübe zum Zweck des Verkaufs an Rübenzuckersabrtken isk in allen Gegenden, in denen er eingeführt wurde, eine ergiebige, reiche Quelle b£ Wohlstandes geworden- Nicht nur werden hohe Geldsummen aus den angebauM Rüben selbst erzielt, sondern es sind auch die Ei träge an Körnern und FutterpflanM gleichfalls durch denselben bedeutend vermehrt worden. Wenn auch die Ackerfläche, welche durch den Rübenbau dem Getreide-, btnt Hülsenfrüchte- und dem Kleebau entzogen wird, die Morgenzahl für den Anbau btefer letztgenannten landwirthschaftlichen Bodenerzmgnisse vermindert, so wird trotzdem nt Folge der sorgfältigen Bearbeitung und der überaus -reichlichen Düngung, welche ber Rübenbau einestheils erheischt, anderntheils ermöglicht, von ber burch den Rüdenbm verringerten Bobenfläche überall mit Sicherheit em höheres Körner- und FutterquantM gewonnen als vor der Einführung des Rübenbaues auf ber gesammten Ackerfläche. Es ist eine außer jedem Zweifel stehende Tyatsache, die von allen denen, welche die landwirthschaftlichen Verhältnisse derjenigen Gegenden kennen, in denen der Zuckerrübenbau eingeführt ist, bestätigt wird, daß in Folge der beim Rübenbau erforderliche« besseren Bodenbearbeitung und Düngung ein volles Drittel (und darüber) a« Quantität aus Körnern u. s. w. mehr geerndtet wird, als vor ber Einführung der Anbaues ber Zuckerrübe. Unter ben jetzigen für die Landwirtschaft so überaus ungünstigen Verhältnisse«, zu einer Zeit, in welcher die Einfuhr des Auslandes durch die leichteren Verkehrsverhältnisse die Preise der landwirthschaftlichen Erzeugnisse, namentlich des Getreide? fpecieU in Deutschland saft unter die Productionskoften drückt, ist es einzig neben bir vermehrten Viehhaltung die Einführung des Zuckerrübenbaues, welche die Einnahme« aus dem landwirthschaftlichen Betrieb blrect durch Verkauf derselben und durch bt® in Folge derselben vermehrten Körnerertrag zu steigern fähig ist und es wird bte V- fahrung die Thatsache bestätigen, daß alle Gegenden mit vorwiegend landwirthschasl- lichem Betrieb und nur einigermaßen günstigen Bodenverhältnissen in ihrem Wohlstand zurückgehen und ferner zurückgehen müssen, wenn sie nicht alsbald und energisch M Einführung des Zuckerrübenbaues übergehen Der Ackerboden der Provinz Oberhessen ist mit nur geringen Ausnahmen M Rübenbau geeignet, wenn auch selbstverständlich je nach den Lagen die Erträge hoher oder geringer sein müssen. Gestützt auf eine sorgfältige Bodenbearbeitung und Cmilir der Rübe, sowie durch Anwendung genügender Mengen von stickstoff-, kalt- und ppoöpbors säurehaltigen Dungmitteln kann man mit Erfolg Zuckerrüben da ziehen, wo früh« Niemand daran dachte, daß man nur Runkelrüben bauen könne. Tausende und aber Tausende Morgen von Boden, ber jetzt gering geachtet wir», können unb werben burch sorgfältigen Zuckerrübenbau in ihrem Werthe um das dopM und dreifache sich heben. Witterrrngskunde.*) 25. October. Donnerstag. Nach den Küsten zu im Nordosten trüb bis regnerisch zumal frühmorgens, nachher aufgebtffert, auf Mittag zu wieder mehr zusammengezogen, Nachmittags aufgebessert, Nachts bedeckt mit Niederschlägen; nach Süden unb Osten zu angenehm und besonders Nachmittags heiter, aber auch dort Mittags mäßig zerstreute weiße bis dunkle Ballen; spät Abends Bedeckung. 26. October. Freitag. Frühmorgens Neigung zur Bedeckung, Morgens etwas aufgebessert, Mittags zunehmend zerstreute weiße bis dunkle Ballen, Nachmittags wieder besser bis herbstlich angenehm, spät Abends Bedeckung meist mit mäßigen Niederschlägen. Nach Westen und Nordwesten zu dürsten die Niederschläge ergiebiger sein; nachts windig, stellenweise stürmisch. *) Aus Dr. L- Overzier's Wetter-Prognose für den Monat October abgeschlossen am 20. September (Verlag der M. Lengseld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 XV — Nachdruck verboten. Frost-Periode. Um den vielen Anfragen zu genügen, welche namentlich aus landwirthschaftlichen Kreisen an mich bezüglich der Zeit der nächsten Fröste ergangen sind, theile ich mit, daß die nächste Periode allgemeinerer Nachtfröste auf die ersten Tage des November fällt unb vom 1. bis 8. resp. 10. November reichen wird. Mit bem 11. oder 12. November tritt der Umschlag zu wärmerem Wetter ein. Das Nähere findet sich in meiner November-Prognose. Ich fordere die Seewarte, aber auch meine Freunde auf, diese meine prognostische Aussage mit ber eintretenben Wirklichkeit zu vergleichen und bie Wahcheii zu conftatiren. ri L o L ... Auf den Angriff des Herrn Dr. van Bebber, Abtheilungs-Vorstandes ber Deutschen Seewarte, welcher nur, ohne jeden wissentlichen Inhalt, kritiklos alle gegen mich ergangenen Anfeindungen und Verunglimpfungen wiederholt, habe ich keine andere Die mir befreundete Presse bitte ich, obige Prognose zur Feststellung der Wahr- Kirchliche Anzeigen der ev. Gemeinde. Donnerstag, 25.,Oktober, Abends 6 Uhr: Erbauungsstunde in W bie Anhänger Luther's sich trösten mit bem Choral „Gott wende alle Trübsal schwer". Der Kaiser gebietet die Vorführung Luther's, die Hörr.errufe der Herolde tragen den «efelil ^lt^-fjrumentQle§ Intermezzo, gleichsam ein Vorspiel zu bem folgenden gewaltigen Finale schildert in ergreifender Weise die Seelenkämpfe Luther's auf dem schweren Gange. Daran schließt sich sofort ein Duett zwischen Frundsberg und Lmher' Mönchlein, Mönchlein, die Stunde ist nun da, daß Du sollst stehen vor Kaiser und vor Reich". In bem folgenden, bas Intermezzo abschließenben Chore: Wer unter Gottes Schirm gebaut" (bem 91. Psalm nachgebilbett sprechen bie Lutheraner ihrem Führer Muth ein, wahrend die Syncopen im Orchester mit dem Pizzicato ber Basse ihre innere Angst anbeuten. Herrlich wirkt dann der kanonische Einsatz „Ja, Gottes Treu ist Schild unb Schutz". Es beginnt das Gericht unb mit ihm der Höhepunkt des Werkes. Der Wortführer ist ber Kaiser, bie Parteien treten als Doppelchöre einander gegenüber. Vom Kaiser aufgeforbert, sich zu vertheidigen, ringt Luther nach Fassung — lange Pause. Den Gegnern wächst ber Muth: „Nieder in Staub, abtrünniger Mann". Die Lutherischen arbeiten ihnen gleichzeitig entgegen mit den Worten- „^traue dem Herrn, $T)u erwählter Prophet!" Luther beginnt anfangs schüchtern unb unsicher. Jedoch immer zuversichtlicher klingt seine Rebe; er weigert sich, seine Lehre zu widerrufen, falls man ihn nicht durch das 8eugniß ber heil. Schrift des Jrrthums überführe. Er schließt ruhig und fest mit ben berühmten Worten: „Hier steh' ich; ich kann nicht anders; Gott helfe mir. Amen.^ q Sturm erhebt sich, der seinen musikalischen Ausdruck wieder in Doppelchören findet. Der Muth ber Protestanten ist aber gewachsen. KnabenstiMcien fingen als cantus firmus das Luther'sche Lieb: „Der römisch Götz ist ausgethan, Den rechten Papst wir nehmen an, Das ist Gott Sohn, ber Fels unb Christ, Der unser Trost und Zuflucht ist." , Jeder dieser vier Verse giebt Stoff zu einem Fugenthema, unb btefe vier Fugen werden nun vierstimniig von den Anhängern Luther's durchgeführt, wah^nd die Anhänger Roms gleichzeitig ihr „Zum Tode!" rc. rufen gelegentlich auch Mgierend, aber stets imitatorisch, und zu gleicher Zeit ber Knabenchor seine Chorstrophen durchführt. War schon ber frühere Doppelchor „Nieder in Staub" von der ergreifendsten Wirkung, so übertrifft doch dieser Chor mit dem cantus firmus alles, was in dieser Art seit Bach geschrieben worden. rr . cn Schlag auf Schlag vollziehen sich nun die Ereignisse. Zwar versucht Kurfürst Friedrich ber Weife ben Kaiser für die neue Lehre zu gewinnen; aber was Luther nicht vermochte, kann auch der Kurfürst nicht vollbringen, dessen schwankender Charakter durch die seine Rede begleitenden unruhig mobultrenben Hörner und Fagotte 0yetd)net wird. Auf das von ihm eingeleitete Quartett: „Steh ab von Rom!" (von Kurfürst Friedrich, Luther, Martha und Katharina) hat der Kaiser nur eine ablehnende StntW°Sroi des Widerspruchs der Römischen („Dem Ketzer hält man nicht Geleit und Wort") verheißt er Luther freies Geleit aus Worms, verhängt über ihn die Acht und läßt ihn mit den rituellen Flüchen der großen Excommunication aus der Gemeinde der n nachdem der Bruch entschieden, erhebt sich der Reformator in seiner ganzen Größe. Ein feuriges Sopransolo (Katharina) schildert Luther wie er den Flüchen ber Gegner St-md hält, und aus ihm selbst bricht nun wie em Feuerstrom die Aechtung des Formchriftenthums heraus: „Geächtet sei bte Satzung, So da tobtet den Glauben; Geächtet fei der Buchstab', So ba dämpfet ben Geist; Geächtet sei die Formel, So da würget das Leben V* ? " Immer höher steigt die Begeisterung ber Seinen; sie findet ihren Ausdruck in bem Alt-Solo (Mattia) „S-ltg ber Schatz, ber Dich getragen." Die Würfel sind gefallen; ein langer schlimmer Kampf wird folgen, doch Luther ist erfüllt von der Zuversicht des Sieges unb darüber hinaus ber Versöhnung. Die h^rliche As-äur-Arie mit ihrem breiten, gesangvollen, volksliederartigen Thema giebt feiner Stimmung Ausdruck: „Wir aber haben heute einen Baum gepflanzet, In dessen Schatten singen Kind unb Kinbeskmb Dem Herrn unb Heiland fromme süße Lieber, So lange ihn die deutsche Zunge preist. Gott kann auch stolze, abtrünnige Kinder Von ihrem Ungehorsam heilen. Ja, Er wird's, Er wird es thun zu seiner Zeit: Da werden Alle fdne Stimme hören Unb wird ein Hirt und eine Heerde sein." In dem nun beginnenden SchlußÄor, der auf den drei Versen des Lutherliebes „Ern' feste Burg" aufgebaut ift, wächst bie Gestalt des Reformators, über Zeit und Raum sich erhebend, mehr unb mchr zusammen mit ber Reformation, deren Idee in ihm verkörpert scheint. Der Schlußchor ift eine großartige Verklärung dieser Entwickelung. DermLschteS. Leihgestern, 23. October. Die erste Stunde der verwichenen Mitternacht brachte unferm Dorfe eine lange nicht gekannte größere Feuersnoth. Jäh fchosfen aus einer Scheuer am Nordende aus noch unergründeter Ursache mächtige Feuersäulen empor, erfaßten mit so ungestümer Raschheit zwei weitere Scheunen nebst zugehörigen Stallungen und Schuppen, daß die bestürzten Bewohner kaum noch ihr Vieh herausretteten. Gegen ein Dutzend Hühner jedoch sollen erstickt sein. Schnell bereite, umsichtige Entschlossenheit sachkundiger Männer, energische Leitung des Löschwesens durch den Oetsvorfteber, wackeres Eingreifen der Feuerwehr, insonderheit auch vieler Frauen, Mädchen und Kinder, hinderte das Element vor Allem an der Einäscherung der Wohnhäuser, nach denen bte Flammen bebenklich binüberzüngelten und überhaupt weiterer Ausdehnung nach Osten. Die nur einseitige Verbindung der Gebäude unb stete Windstille kamen sehr zu Statten. Freilich hüllte auch dichter Nebel das Flammenmeer so ein, daß man nur in ber Nähe des Ortes einen Feuerschein gewahrte, welcher Umstand zumal unter der Ungunst früher Nachmitternachtszeit die Nachbarorte bei allem Sturmläuten nicht hurtig genug die Feuerstelle bestimmt erkennen ließ. Immerhin fanden die Svritzenleute von Watzenborn-Steinberg, Groß-Linden, Grüningen und Lang-Göns zum Theil anstrengende Arbut, während aus größerer Ferne Gekommene nicht mehr einzugreifen brauchten. Wie man vernimmt, sollen die Abgebrannten versichert fein, gleichwohl befinden sich diese Leute, denen mit den Gebäuden das Futter und die un- gedroschene Frucht vernichtet ist, angesichts des kommenden Winters für ihr Vieh in nicht geringer Verlegenheit, so daß zur menschenfreundlichen Nächstenhilfe eine Gelegenheit geboten ist, bie hoffentlich nicht verabsäumt wird. Straßburg i. E 23- October. In der vergangenen Nacht war unsere Stadt der Schauplatz grausiger Verbrechen, die unter sich in einer aewiffen Verbinduna_^ önfurM ? C äs i Iq: 1885 Sofern .WM |S' jut&iN Feines anderen Ml 5 die MW emes D und eintretenden H der Konkursordnr stunde und zur Pr -ideten Forderungen Mstag den 22. «l Vormittags 9 •M unterzeichneten -anberaumt. fci Personen, wi Msmasse gehörige - M oder zur Konku Äig sind, nnrd aus ^mGemeinschuldner^ ■i zu leisten, auch di Alegt, von dem Bi 2 von den Forderunc : quö der Sache ai Äigung in Anspruch Msverwalterbiszm K Anzeige zu macht Gießen, den 23. Oct Aoßherzogl. Amtsge I. V. Engel. . Veröjjentli N eidha Gerichtsschr Mü*i Mer Memmen *« Wahl * @a * ® 23. Dctobei 3 Uhr, has C, M E» Wge ®r.3ie( ® M Konkursvm ■»Morbenmgeii ** 1883 b Melden. Sw? •P" desch! *Reännb eintrete "? S120 der Ksnk «enSegenftänbeu 3orb, 1116 }tn 30. »( teÄi L Wen, B vahl bringt man Kenntnsß: sitzt, In der Ge- ?öle Fenster- tuilinaj Änderet augenblicklich W Kutscher fragten. J kegelte ^Ttvckwer! {W war tui: M die Obn- Kasse wir Die Mordthrt müdt worden; ch traf man bei ent amHosM- I einem Gewehre, 'wunden überlist, chen Bart. Die ein kurzer, oder lammte Polizei- rlersuchung roatb ; wie der über- räftige Gestalten, trüb bis regmislh zusammengezoW, Süden und Osten gs mäßig zerstreuie , Morgens etwas tachwittags Mer zenNiederschM iger sein; nachts Overzier. n Monat OctM Handlung hi M, Ich- namentlich >n Fröste erganM Nachtfröste aai Nooemöer tW uerfm Äetter ein- kick meine „ibbieW** d-sd-rDwW« - S-«-n ich feine antere ettung d» ®* i«d-n °Ap SL ML w® ei"» j ®l0S W- in^; ,nb< 1 !ÄZS «Ä'tf* durch Ms h"*" Unter- Marktstraße. 6748 Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Bäckers ZohanneS Ruhl aus Homberg a- 0., j-tzt wohnhaft in Gießen, wird heute om 23. October 1883, Vormittags g Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Herr Rechtsanwalt B aist in Gießen mrd zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum lt. November 1883 bei dem Gerichte onzumelden. , Es wird zur Beschlußfassung über ine Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in & 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der an- Pmeldeten Forderungen auf Donnerstag den 22. November 1883 Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eme zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, lüirb aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von dm Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Be- friebigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis ;uml4 November 1883 Anzeige zu machen. 7118 Gießen, den 23. October 1883. Großherzogl. Amtsgericht Gießen. I. V. Engel. Veröffentlicht: N eid hart, Gerichtsschreiber. £ur bevorstehenden Saison bringe mein Lager in WöUcswit Strick- re.-Garnen (Marke M & W, anerkannt beste Qualität) in großer Auswahl zu billigsten Preisen in empfehlende Erinnerung. Ferner empfehle zu äußerst billigen Preisen:, Herren- und Dirnen Hautjacken und Unter- Hosen, «voll, und halbwoll. Hemden, gewebte und gestrickte Manns und Knabenracken, Strümpfe, Socken, Gamaschen, Handschuhe, Tücher rc., sowie noch viele in dieses Fach einschlagende Artikel. o Robert Stuhl, Neustadt 23. Alle Sorten Farben, trocken und auf das Feinste in Oel gerieben, wie überhaupt alle zum An- streichen rc. erforderlichen Artikel kauft man gut und billig bei 3709 jFr. Seibel* Neu-Nw-S Zelchw. Heerz »-uenwtg tuckern, Damen und Kinder-ünterrocken, Unter« ^ackeu"und Belnkleidern in verschiedenen Größen Strickwolle m 1 guter Qualität und Nockwolle per Pfund 1,20. 6932 Strickwolle in allen Farben u. 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Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubiger- Ausschusses und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Freitag den 30. November 1883, Vormittags 9 Uhr, not dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache im Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird abgegeben, nichts an den Gemeinschnldner zu verabfolgen ober zu leisten, auch die Verpflichtung auserlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, fiir weAe sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zumIO-November 1883 Anzeige zu machen. Gießen, den 23. October 1883. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Langsdorfs. Veröffentlicht. Neidhart, Gerichtsfchreiber. 7119 Donnerstag den 25 d. 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