l'tll att lütnljof,. 28!( Mrtitü I. OO gj>6 00 r* j <6J;; *e °d» «rdlasst, Erbrech«, obten «ni> IM SSüS 'st, Verden tützk en gesucht, tzh den General: nn in frank mseres imiigst so herzlichen dessen Leichen- n Schmerz zu ant. Mägen. n 4-5 Simmern mil Parterre, gesucht. i bei §ilh. JMm£L ' ZU Verleiher-kl A. Stern, ständiges Md- guter Farnitle, I e in allen SE wünscht unter vr- . Stellung. .. | r |__ w. an w k irrSrTÄ1 f. " Mühlb-^" | ^$eStnü6* | etnS# I i, ^(Ni*5 I 1888. Mittwoch den 25 April srr. iesrener Anzeiger Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen. t*nrctiV r Schulstraße 7. " " Z? " " PreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. inU Bringerlohn. Erscheint täglich mit Ausnahme des StOUtag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Wegen vorzunehmender Chaussirung und Reiter bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 24. April 1883. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung, auf dem Altenfeldweg bleibt die Strecke vom Schrffenbergerweg bis an den Bahnübergang für Fuhrwerk Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Politische Uebersicht. Gießen, 24. April. Die am Donnerstag im Reichstag begonnene Special-Discussion des Krankenkassen-Gesetzes hat nicht zu längeren Erörterungen über die kaiserliche Botschaft vom 14. April geführt, wenn auch der Abg. Eugen Richter es nicht unterlassen konnte, diesen Gegenstand mit in den Kreis seiner Betrachtungen zu ziehen. In der That ist die Botschaft auch nicht geeignet, im Parlamente des Langen und Breiten ernt ihre Bedeutung oder Zweckmäßigkeit hm untersucht zu werden und diese Ansicht scheint denn auch bei der großen Mehr- zahl der Reichstags-Mitglieder die vorherrschende zu sein. Was nun den bisherigen Verlaus der Specialdebatte über das Krankenkassen-Gesetz anbelangt, so ift vor Allem zu constatiren, daß auf keiner Seite ein principieller Widerspruch gegen dasselbe hervorgetreten ist, wenn auch bezüglich verschiedener Bestimmungen der Vorlage die Regierung sich nicht in: Einklang mit den Wünschet! der Parteien befindet. Wenigstens wird von verschiedenen Seiten eine Erweiterung des Gesetzes befürwortet, wie dies aus den aus der Mitte des Hauses gestellten Anträgen auf Heranziehung der landwirthschaftlichen Arbeiter zur Krankenkasse, auf Ausdehnung des Krankenkassenzwanges für alle Diejenigen, die überhaupt in Lohn und Brod stehen, aus die Verpflichtung der zu Beitrügen anzuhaltenden Kategorien der Arbeitgeber u. s. w. beziehen. Jedenfalls begegnet die in der Vorlage ausgesprochene Absicht der Negierung, den Arbeitern bei Erkrankungen möglichste Unterstützung zu gewähren, der lebhaftesten Zustimmung aller Parteien und nur über das Wie? ist man nicht einig. Einen einigermaßen bedenklichen Punkt bildet jedoch die Frage, ob und in welcher Weise die landwirth- schastlichen Arbeiter mit in die Krankenkassen aufzunehmen seien; die Regierung will nur die fakultative Versicherung dieser Arbeiterklasse und der Bundescommiflar Lohmann erklärte sogar in der Freitags-Sitzung des Reichstages, daß die eventuelle obligatorische Versicherung der landwirthschaftlichen Arbeiter möglicherweise das Scheitern des ganzen Gesetzes herbeiführen könne; die Verhältnisse der letzteren sind noch zu wenig geklärt, um den Versicherungszwang ihnen gegenüber durchzusühren. Hoffentlich scheitert dieses an und für stch so bedeutungsvolle Gesetz nicht an der Meinungs-Verschiedenheit über den erwähnten Punkt. . c.. <. Bezüglich der parlamentarischen Bestimmungen für die nächste Zeit ist nunmehr insofern eine Vereinbarung zlvischen den Präsidien des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses getroffen worden, als das Abgeordnetenhaus immer in den Vormittagsstunden tagen wird, während der Reichstag die Nachmittage für sich in Anspruch nimmt. Außerdem erhält das Abgeordnetenhaus noch einen Tag in der Woche ganz zu seiner Disposition. Es sind nach diesem Arrangement allerdings die Unzuträglichkeiten, welche sich aus dem Zusammentagen von Reichstag und Landtag ergeben, soweit als möglich gemildert worden, ob aber bei der voraussichtlich noch langen Dauer der Session in beiden parlamentarischen Körperschaften die physischen und geistigen Kräfte derjenigen Abgeordneten, welche beiden parlamentarischen Körper- schasten angehören, nicht zu sehr angestrengt werden, dies ist freilich eine andere Frage und wir fürchten, daß die Zeit bald kommen wird, in der sowohl im Reichstage, wie auch im Abgeordnetenhaus das alte chronische Uebel der Beschluß- unsähigkeit sich wieder einstellen wird. Der Kaiser hat nach Maßgabe des Gesetzes vom 17. März 1878 mit der Stellvertretung des Reichskanzlers im Bereiche der Marineverwaltung den Chef der kaiserlichen Admiralität, Generallieutenant v. Caprivi, beauftragt. Herrn v. Stosch war diese Stellvertretung ebenfalls übertragen. Im österreichischen Abgeordnetenhause hat das Ministerium Taaffe in der am Donnerstag erfolgten principiellen Abstimmung 'über die Annahme der Schulnovelle einen entscheidenden Sieg davongetragen. Mit 174 gegen 158 Stimmen lehnte das Haus den Antrag der Linken auf Uebergang zur Tagesordnung ab und nahm in ungefähr demselben Stimmenverhältniß den Antrag der Rechten, in die Specialdiscussion der Vorlage einzutreten, an. Allerdings hat die Rechte die Schulreaction noch nicht ganz im sicheren Hasen, denn die einzelnen Haupt-Paragraphen der Novelle werden nicht die gleiche Majorität haben, wie das Eingehen in die Specialdebatte. Namentlich der Paragraph 48, der von der Confession der Schulleiter handelt, wird auch die Herren Schönerer und Fürnkranz zu Gegnern haben, auch die beiden Jung- Czechen werden gegen den genannten Paragraphen votiren, so daß die Mehrheit auf etwa drei Stimmen r'educirt sein wird, falls nicht noch weitere Stimm- enthaltungen aus der Rechten stattfinden und Niemand sich absentirt oder dem wechselnden Frühlingswetter zum Opfer fällt. Der Finanzminister der französischen Republik hat die Deputirtenkammer bei ihrem Wiederzusammentritte sogleich von einer großen finanziellen Operation in Kenntniß gesetzt, zu deren Durchführung er schon seit Wochen alle Hebel in Bewegung gesetzt hat. Dieselbe besteht in der vom Finanzminister vorgeschlagenen Umwandlung der 5procentigen Anleihe in eine 4'/2procentige Rente; indessen erregt diese Maßregel vielfachen Widerspruch und ist deshalb eine wesentliche Modificatiou der betr. Regierungs-Vorlage nicht unwahrscheinlich. Der ehemalige Finanzminister Gambetta's, Main - Targä, hat anaekündigt, daß er beabsichtigt, mehrere Amendements vorzuschlagen, deren Annahme den Rücktritt Tirard's zur Folge haben müßte. Die Zur Vorberathung der Convertirungs-Vorlage gewählte Commission besteht ihrer Mehrzahl nach allerdings aus Anhängern der Regierungs-Vorlage, doch damit ist nicht gesagt, daß auch das Plenum derselben zustimmen wird. — Der Strike der Hafenarbeiter in Marseille ist beendet. . England schwellen die Dynamit- und Mordprocesse zu einer riesigen Höhe an und allem Anscheine nach wird den englischen Gerichten noch wichtiges Material zu einer Anzahl weiterer Processe in der angedeuteten Richtung zuqehen. Im Dubliner Mordproceffe finoen gegenwärtig die Verhandlungen gegen die dritte „Section" derjenigen Verhafteten statt, welche der Ermordung Cavendish' und Bourke's angeklagt sind. Mitten in die glänzenden Vorbereitungen zur Moskauer Kaiserkrönung hinein wirst der Ausgang des großen Nihilisten-Processes zu Petersburg seine düsteren Schatten. Von den wegen Zugehörigkeit zur russischen Socialrevolutions-Partei Angeklagten wurden sechs zum Tode und die übrigen, unter denen sich auch acht Frauen befinden, zu 15- bis 20jahnger Zwangsarbeit in den Bergwerken und Fabriken v erurtheilt. Die ungewöhnliche Strenge dieses Unheils erregt allgemeines Aufsehen und glaubt man, daß der Czar anläßlich seiner Krönung an keinem der zum Tode verurtheilten Nihilisten diese Strafe vollziehen lassen und auch den übrigen Verurtheilten gegenüber von seinem Begnadigungsrechte Gebrauch machen wird. Delhi, die alte Residenz der indischen Kaiser (Moguls) ist von einem furchtbaren Brandunglücke betroffen worden. _ Bei einer kürzlich daselbst ausgebrochenen Feuersbrunst sind über 2000 Häuser verbrannt, wodurch die Bevölkerung in die größte Bestürzung versetzt worden ist. Die englische Regierung thut alles Mögliche, um der durch den Brand eingetretenen Roth zu steuern. _____________ Deutschland. Darmstadt. 23. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Seine Kronb ADohe't der Prinz Wilhelm sind gestern Abend 8 Uhr 30 Minuten von Schwerin Merher m?ückgekehrr Von Schwerin aus benutzten die Hohen Reisenden den Extrazug Seiner Kaiserlichen Hoheit deS Deuischen Kronprinzen vis Hagenow und htelien sich dann bis gestern Mittag in Hannover aus. Dortselbst ist auch Seine Großherzogliche Hoheit der^ Prmz Heinrich zurückgeblieben, Höchstwelcher erst heute Abend wieder hier Cmtrtff$armfta6t, 20. April. Die Vorlage der Großh Regierung wegen N-ur-gelung der Beirragspslicht der Gemeinden zu den Kosten der Realschulen im Unbe hat Aussicht, noch in der gegen Ende nächsten Monats beginnenden Kammersession erledigt zu Eden In Folge srüheren Kammerbeschluss.s war di- R-g^rung S°h°U-n, vor Ad- mus des am 1. April begonnenen Etatsjahres die betreffende Vorlage zu machem Die bestehende Ungleichheit in dieser Beitragsfrage ist -ine historisch- ^kleimn An- Realschulen neu- Entwickelungen stnd, entstanden st- o-r-nzett, meist auskleinen 2m sängen und zunächst von den betreffenden Gemeinden gestützt un b p nnd) erst wurden sie Staatsanstalten und verbreiteten sich über daV ^ano pin.. jmu imb d-n on st- »-st-lli-n F-rd-rungen °-mehr-n sich d Ausgaben dasür. Die Eommunen konnten damit nich^ SchrM halten »nd Uedernahme durch den Staat ersolgte. Freilich >n besch an tem Matze- Die r.-prgio°u°e zu stellen und zu unterhalten, blieb Sache der G-meinden, ebenso d e Attuung der stchrmiltel- Dem Staat und der Gemeinde fällt je zur tzam- die -«mo>>ngm.g der L-hrergehalte zur Last, so wett dieSchulz der d ^-gelung^st-'l einer nach der Belastung des G-meindebudgets und- d« Sr-tz-r- ” ■ wo die Gemeindeumlagen eine g-wlsse Loh- " “S ’E Diese größeren Siaats- die dlrecten Staatssteuern, zu welchem jene Zusch ge Qfi 5ilber völlig un- beitrage an die Gemeinden für ihre Rcalschul f Dies «st der Grund der gc- gl-ich und schlt es eigentlich an °'"^,,^spsticht^. ES erscheint indessen recht fraglich, iorderten Neuregelung der fraglichen Beitrag Ä^nn'unb dazu gerechten Grund- ob die neuen Vorschläge der Regierung auf Un r . marum foüen b(e Real- lage stehen- Ja, man kann W** b ^acht und behandelt werden wie di- Gpm- schulcn von Seiten des Staates gering baql elne selbstständige Existenz und nassen? Haben erstere nicht au» da Re»r bo8 akademische Weiter- führt ihr Bildungsgang nicht ebenfalls zum wiy. » (g. g,) studium? , bören hat Ihre Majestät die Kaiserin bestimmt, Berlin, 21. April. W>- » r «or '®a die Allerhöchsten und daß die Hpgieme.Ausstellur g am lO. M anffi£((nb jeln (5nncni so ist zunächst Höchsten v-rrschast-n zu dieser J » ßffn ng Abstand genommen und erst wenn von einer groben S "M "lich- Hoheit der Kronprinz von s-eN-r Reise nach Italien S-.ne Kaiserliche »"d Kontglt« v 1 (|)U e(n fefllic5er Aktu« »attsinden, nachdem g-d-n Mitte Mai hierher zu^u g\ ' b so,ort nach seiner Rückkehr die Hygreme- Ausstell'ung"eingehend"zu besichtigen. JhreMajestät di- Kaiserin wird gegen Ende Mat von Baden-Baden hierher kommen, um der Ausstellung ihren ersten Besuch ab- wftattcn. inzwischen schreiten die Arbeiten rüstig vorwärts. Es wird Tag und Nacht emsig geschasst und es gilt als sicher, daß am 10. Mat dte Ausstellung sich vollständig sertta vräsenttren werde. Berlin, 21. April. Am 30. April findet in Berlin die Schlußsitzung des Vereins deutscher Papierfabrikanten statt, in welcher die Angelegenheit, betr. die Anbahnung von Normalformaten, endgiltig entschieden werden soll. An der Sitzung werden auch Vertreter der Buchhändler-Corporationen, solvie des Buchdruckereibesitzer-Verbandes theilnehmen. Wie man hört, steht auch die Reichsregierung günstig zu diesen Bestrebungen, und es ist wohl ein positives Ergebniß der Berathungen zu erwarten. AranKreich. Marseille, 22. April. Heute Abend flog in St. Chamas ein 3000 Kilo Pulver enthaltendes Pulvermagazin in die Luft, eine durch die Explosion her- beigeführte Feuersbrunst legte sieben große Nebengebäude in Asche. Nur mit großer Anstrengung gelang es, die Exvlosion eines zweiten Pulvermagazins, welche die ganze Stadt gefährdet haben würde, zu verhüten. Bei dem Unglücks- falle hat ein Mann sein Leben eingebüßt. — In Toulon sind 2 Schiffe in Ausrüstung, welche 2000 Mann nach Tongking bringen sollen. England. London, 22. April. Wie hierher gemeldet wird, hat gestern Abend in der Nähe der der Regierung gehörigen Waffensabrik in Enfielv eine Explosion stattgesunden, der angerichtete Schaden ist unbedeutend. Von dem Orte, in dessen Nähe die Explosion erfolgte, sah man unmittelbar nach der Explosion zwei Männer Hinwegeilen. ____________________________ Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Corresponderrz-Burearr. Berlin, 23. April. Der Reichstag genehmigte in dritter Lesung den deutsch- serbischen Handelsvertrag und nahm § 6 des Krankenkassengesetzes (Umfang der Krankenentschädtgunz, Dauer und Versagung derselben) unter Ablehnung sämmtlicher Amendements in der Commtssionsfassung an. — Abgeordnetenhaus. Dte zweite Berathung der Verwaltungsgesetze beginnt auf Vorschlag des Präsidenten bet § 27 (Vereinigung des Beztrksraths mit dem Bezirks- verwaltungsgertcht zum Bezirksausschuß unter Vorsitz des Regierungspräsidenten). Gneist spricht sich gegen dte Vorlage aus und plaidtrt fftr dte Prüfung derselben durch eine Sachverständtgen-Commtssion unter Anhörung des Oberverwaltungsgerichtes. Er wünscht eine gleichmäßige Verwaltungsorganrsation für alle Provinzen. Rauchhaupt und Hansen sprechen sich für, Meyer (Breslau) gegen die Vorlage aus. Fortsetzung morgen. — Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind heute Nachmittag um 2Vz Uhr über München nach Venedig abgereist. — Gegenüber der Meldung verschiedener Blätter, daß der chinesische Hafenplatz Swaten sich in Folge fortgesetzter feindlicher Haltung der deutschen Kriegsschiffe tm halben Kriegszustände befinde, verweist dte „Norddeutsche Allgemetne Zeitung" auf die amtlichen Mttthetlungen über dte Bewegung deutscher Kriegsschiffe, wonach seit Ende Januar kein deutsches Kriegsschiff in Swaten gewesen ist. — Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt ferner eine Kopenhagener Korrespondenz, wonach gegen den Abschluß des dänisch - spanischen Handelsvertrags von Se.ten Spaniens ähnliche Schwierigkeiten wie gegen einen deutsch-spanischen erhoben werden- — Dte „Post" ist in der Lage, die Gerüchte, daß in der vorgestrigen Ministerrathssitzung sehr differtrende Ansichten über die Behandlung der kirchenpolttischen Frage und eventuelle Vorlegung eines bezüglichen Gesetzentwurfes geäußert worden feien, dementtren zu können- Der Cultusmtnister werde am Mittwoch auf die Windthorst- schen Anträge erklären, dte Regierung gedenke vorläufig auf dem Standpunkte zu verharren, welcher durch das letzte Schreiben des Kaisers an den Papst gekennzetchriel worden sei. Stuttgart, 23. Aprll. Die Feier des 200jährigell Jubiläums des Ulanen-Regiments ist äußerst glänzend verlausen. Bei dem Festbanket, welches auf Kosten des Königs ftattfanh, brachte Prinz Wilhelm von Württemberg im Warnen des Königs einen Toast auf das Regiment aus. Der commandireude General v. Schachtmeyer verlas ein Telegratum Sr. Majestät des Kaisers aus Wiesbaden, in welchem dem Regimente die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen werden und dem Commandeur Zeppelin der Rothe Adlerorden 3. Kl. verliehen wird. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz hatte das Regiment ebenfalls telegraphisch beglückwünscht. Wien, 23. April. Heute hat hier eine große Anzahl von Bäckern die Arbeit eingestellt, noch weitere Arbeitseinstellungen scheinen bevorzustehen, zur Aushülfe wurden 200 Militärbäcker in Verwendung genommen. Ein Bäcker- gehülfe, welcher aufregende Flugschriften in dem Publikum verbreitete, wurde verhaftet. Liverpool, 23. April. Durch ein am Sonnabend hier ausgebrochenes Feuer wurden drei große, vorwiegend Baumwolle enthaltende Magazine zerstört, her Schaden wird auf 250,000 Pfd. Sterl. geschätzt. New-Uork, 24. April. (Privat-Depejche). Im Staate Mississippi richtete em heftiger Wirbelsturm großen Schaden an. Die kleine Stadt Baurögard ist vollständig zerstört, 23Personen wurden getödtet, 90 verletzt. In Weffon sind 27 Häuser niebergeriffen, 13 Personen getödtet und 60 verwundet. Auch an mehreren anderen Orten verübte der Sturm großen Schaden. Lokale». Metzen, 24. April. Tagesordnung für dte Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 26. April 1883, Nachmittags 4 Uhr. 1. Dte Erbauung einer Eisenbahn durch das Bteberthal. 2. Dte städtischen Gteßfäsfer 3. Dte Holzversteigerungen vom 2. und 9. April. 4. Die Holzverstetgerung vom 5. März d. I. 5. Klage des Johannes Engelhard II. von Annerod und Consorten gegen die Stadt Gießen, Fahrtrecht betr. 6. Dte Octroterheberftätte am Seltersthor- 7. Umguß einer Glocke auf dem Stadtthurm. 8. Trottoirpflasterung in der Ludwtgstraße. 9- Dte Straßenreinigung. 10. Gesuch des Schretnermeisters Louis Stauß dahier um Erlaubntß zur Aufstellung einer Trinkhalle in der Bahnhofstraße. 11. Den Kropbachweg. 12. Octtotrückvergütung von Kornschrot. 13. Geschichtliche Nachrichten von dem retchsrttterlichen Geschlechte Eberstetn vom Eberstein auf der Rhön. Gießen, 24. April. Der Unfugteusel scheint fett einiger Zeit wiederum in und um die Stadt herum nächtlicher Welle sein Wesen zu treiben- So wurden vor einigen Tagen dte beiden Schilder, w lche an den Thorpfosten der hiesigen Klinik angebracht ünd, abgerissen und weggeschleppt (eines derselben wurde tm Schoorgraben hinter der Entbindungsanstalt auf gefunden, machte also einen Weg von ca. einer halben Stunde), sodann wurde in der Samstag Nacht von der Mauer vor der Klinik ein Deckstein abgehoben und in irgend einen stillen Winkel verbracht, so daß er bis jetzt noch nicht aufgefunden ist. Man sollte doch meinen, daß solcher Unfug an euietn Krankenhause, worin Hunderte von Schmerzen gequälter Menschen sich befinden, nicht vorkommen könne. Aber Ueberlegung und Gefühl scheint bet den rohen Gesellen, welche solches verüben, unbekannt zu setn- — In der Samstag Nacht wurde sodann noch weiter gearbeitet und zwar in der Altcenftratze an einem Hause dte Kandel ab-, das Gartenspalier umgerissen, von dort ging es in einen verschlossenen Hof und Hausgarten. Hier wurden aus der Hütte dte Gartenmöbel über dte Mauer geworfen, von wo sie dann in der Wteseck ein feuchtes Lager fanden, weiter hinauf war den Herren ein Wtesecksteg tm Wege und mußte auch hier derselbe seinen Platz raumen. Einige der nächtlichen Arbeiter sind bereits ermittelt und werden diese wohl die Zeche begleichen müssen. Vermischte-. Darmstadt, 22. April- (Straßen-Exceß.) Gestern Abend war die Messe Zeuge eines großen Kampfes zwischen der Schutzmannschaft und jungen Engländern, welche das Publikum mit dicken Prügeln insultirten. Erst nach lebhaftem Handgemenge gelang es, drei der hauptbetheiligien Störenfriede zu verhaften und es fehlte nicht viel, so hätten dieselben Bekanntschaft mit den Fäusten der erbitterten Volksmenge gemacht- Die Verhafteten werden sich wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt zu verantworten haben. (F. I.) — Der erste Preis der hiesigen Pferdemarktslotterie (ein eleganter Landauer sowie 2 Pferde mit completen Geschirren), fiel bei der vorgestrigen Ziehung einem Großherzoglichen Gartenarbeiter Namens Feldmann zu. Als derselbe Kennlniß hiervon erhielt, mußte er gleichzeitig d e unangenehme Entdeckung machen, daß ihm das Loos, auf welches der Gewinn gefallen, abhanden gekommen sei. Verschiedene Umstände lenkten den Verdacht, den Diebstahl begangen zu haben, auf einen von hier gebürtigen 16jährigen Gärtnerlehrling und stellte sich schließlich heraus, daß derselbe auch begründet war. Vermüthlich aus Scham über die erfolgte Entdeckung und Furcht wegen der Folgen seiner Handlungsweise machte der junge Mensch heute Nacht seinem Leben durch Erhängen ein Ende. — Der 2. Preis der Pferdemarktlotterie (ein Reitpferd mit Sattelzeug) fiel nach Würzburg. Mainz, 20 April- Der Verkehr auf dem Rhein mit ankommenden und zu verschickenden Gütern ist gegenwärtig ein so bedeutender rote noch selten; vornehmlich sind es Landesproducte, Colonialwaaren, hauptsächlich Zucker und Etsenwaaren, bte den Verkehr bei bin — Heute Nacht gegen 2 Uhr gewahrte eine Frau, welche an dem Brunnen am Holzthurme Wasser holte, daß an dem eisernen Geländer der Freitreppe zum Holzthmm ein menschlicher Körper hing. Sofort lief sie auf das benachbarte Polizeirevier und als dte Schutzmannschaft kam, lag der Körper des Erhängten auf der Erde, der Strick war gerissen. Der Selbstmordcandidat wurde hierauf auf die Wachtftube getragen, denn man fühlte noch Leben in ihm und nach Verlauf einer kurzen Zeit ward derselbe wieder lebendig. Wie er selbst angab, ist er ein ehemaliger Wollenwaaren- händler aus Ingolstadt. Stellenlosigkeit habe ihn zu dieser verzweifelten That getrieben. — Auf der Stadtkassr wurde heute den Mainzer Gärtnern der von Seiten des Landescomtte's bewilligte Betrog von 60 pCt- der abgeschätzten Entschädigungssumme ausbezahlt, cs kamen ca. 32,000 X zur Auszahlung. Aus der Pfalz- In einer großen Stadt der Pfalz war kürzlich Musterung. Der Stabsarzt war soeben damit beschäftigt, die Körperconst tution eines jungen Burschen zu prüfen, als er plötzlich den Oberarm desselben aufmerksam betrachtete. Ein eingebranntes Mal ließ in ziemlich großen Buchstaben deutlich die Worte erkennen: „Tod den Neigen". Auf Befragen, was dies zu bedeuten habe, erklärte der Jüngling mit Pathos, er sei Socialdemokrat und das sei seine Dev se. — Ern lOjähriger Junge steht an einem Hause vor einer Klingel und heult. Ein mitleidiger Herr tritt heran und fragt, warum er meine. Es erfolgte erregt die Antwort, die Klingel hänge zu hoch und er könne sie nicht erreichen. Natürlich läutet der Herr jetzt tüchtig; der Knabe aber ruft davonlaufend aus: „Nun fort, sonst kriegen wir alle beide Prügel!^ — (Eine ganz neue Kurmcthode.) In San Francisco prügelten sich zwei Aerzte am Bette emetz Kranken, der darüber so heftig lachen mußte, daß er in Schweiß gerreth und hierauf gesund wurde. Breslau, 21. April. Eine Entscheidung der Straskammer des Breslauer Landgerichts wirb auch tn weiteren Kreisen Interesse erregen. Der Inhaber eines Bierversandtgeschästes, T-, bezog und verkaufte mehrere Jahre hindurch „echt Culm- bacher" aus der Brauerei von Georg Sandler in Culmbach, „e ch t Pilsener" aus dem bürgerlichen Brauhaus tn Pilsen und „Grätzer Bier" aus Gratz bet Posen. Später hat T- Biere aus Culmbach und Pilsen in geringeren Quantitäten und zuletzt gar nicht mehr bezogen, sondern aus Görlitz und Radeberg. Die in den l tzten zwei Jahren abgegebenen Plakate trugen nur noch die Bezeichnung „Culmbacher Bier", „Pilsener Bier"; aus bte Fässer und Flaschen wurden Etiketts aufgeklebt, welche T- nach den Original'Etikelts hatte unfertigen lassen. Keinem feiner Kunden hatte T- Mitthetlung davon gemacht, daß er dte echten Stere nicht mehr führe. In Folge der Denunciation eines Kutschers, der sich mit T entzweit hatte, gelangte die Angelegenheit vor das Forum des Strafrichters; die Strafkammer des Breslauer Landgerichts erkannte den bis dahin unbescholtenen T. des Betruges schuldig und verurtheilte ihn zu sechs Monaten Gesängniß. Aus der Schweiz, 21. April. Die „N- Z. Z" berichtet: Ein Kaufmann Groh aus Berlin versuchte am 17. d., obwohl man ihn in Airolo vor dem zu dieser Jahreszeit gefahrlichcn Wogniß warnte, allein den Gotthard zu besteigen. Er verirrte sich, stürzte über einen Felsen hinunter und blieb auf der Stelle tobt. Man fand den Leichnam am folgenden Tage. Eine goldene Uhr und die Summe von 3000 Frcs in Gold und Papieren fanden sich bei ihm- Es scheint, daß dieser Unglücksfall die Ursache der Gerüchte war, die über Unfälle auf der Gotthardbahn in Deutschland und der Schweiz umliefen. — sAbgesctzt durch Aufhängen.) Der Gouverneur von Montana hat mit ausgezeichnetem Laconismus an den Generalvostmeister in Washington Folgendes tele- graphirl: „Das Vigilanz-Comite von Green Horn, Mon., haben den demokratischen Postmeister durch Aushängen beseitigt. Das Brennmaterial muß der Regierung knapp sein, da er beim Anzünden einer Scheune betroffen wurde. Das Amt ist v e r w a i ft." GchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd tu Bremen, C W- Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 20. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. April von Bremen und am 10. April von Southampton abgegangen war, ist heute 11 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 22. April. Der Postdampfer Main, Capt- O. Heimbruch, vow Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 12. April von Newyork abgegangen war, ist heute GVz Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen tunb hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Poft und Ladung heute 7 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 64 Passagiere unb volle Ladung. Handel und Berkehe. Gießen, den 24. April. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfunb X 1.10-1.18 Hühnereier per Stück 4—5 Käse per Stück 5—8 Käsematte 3 4 Erbsen per Liter 20 Linsen 28 H, Tauben per Paar JL 0.80—1.00, Hühner per Stück Jt: 1.2D—1.60, Hahnen per Stück 15.0—2, Enten per Stück .M. 2-20—2.70, Ochsenfleisch per Pfund 66—70 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 Kalbfleisch 46 bis 50 Ä, Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 66—70 Kartoffeln per 100 Kilo X 9.00—12, Zwiebeln per Centner X 3.50—5.00, Milch per Liter 13—18 H. 73 t) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einriiokxmg einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn mau von der Annoncen - Expedition von HAASEftiSTElJV * VOGLEB Frankfurt a M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath erthoilt jÄ g&fcW!» »C1» 2) der ie geladm-n Je Parteien W “»SJÄ trägt die dem Privat« Wlaßen unl Beleidigung.1 zu ividernnei faltet '« b' Einrückung, e klagten, Kalte D-rPrioatklagerr unb bittet um.W Vurde verkünden ge;-H A Best 'Wegen mangelnde ^Beckhrenemgest Angeklagter. gez-V Abschrift vorstchei >cn mitgetheilt. Wetzlar, den s. I ftöni 'M jnjKttn Rechts Marntl Die am 19. i in den Mtzedi Gemeinde Treis Hoizvecheigerum Treis a. Lda. GrM. Bürger' 288K _ _ 5 Donnerstag Borwli Wen im altei 2 tragen teil wiebetfolt verfte Weil, den 2 Großh. Bürg. 2899 1 j WM! im Gießen Montag den von Bormit M im Gießener Wirten Äanne Wchnetes Holz Brei Scheith. g W 71,8 : 9™ 51,3 ; Aspen 2 N-, Werk- * bis 9 SN- J Nn-Si ANnßnchx °° Nadelt, Ski "“«e nach p; w mÄ? ,u d 2903 -7^ b bte MG , 'bllt ”id)t Bit] ;n 3Ubun0 e(nm .f^ntntfe hiervon «6. tim bas 8djj Utnfiänbe 6|(r eeMrtlgm begründet vurcht wegen der r>nem Leben durch Pfüb mit Sat'el- ^,>1, 'WommS-* &K*>» -Zrsr «fr«?;* ntnenben und zu li-n; vornehmlich nmaaren, bit bin bem Brunnen am ve zum HoWm r Polizeirevier uni iuf der Erde, der die Wachlstubc gt; r kurzen Zeit wotb S ger Wollenwaaren- F vazwetselten That - der von Seiten dlS' itschadigungssuWe kürzlich Musterung, itlon eines jungen i nerffam betrachieie.1 >ie Worte erkennen: lärte der Jüngling ’ hi ZNL- 6* 4! •M°' ü.«’i Klingel und beult. - : erfolgte erregt die . Natürlich lüuiei fort, sonst kriegen । ' vüfldttn sich Mei aß er in Schweiß k des BrrÄE er Inhaber ein^ i nrch „ed)t Culm- i Menn" aus dem : >u Polen. 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Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Lich, an der 7. Schneise. Gießen, den 24. April 1883. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 2892 A. Bramm. Donnerstag den 26. Aprils Vormittags 9 Uhr, soll bei Alt-Buseck, am Weg nach Wieseck, das Stammholz eitles gefällten Nußbaums, (xl 3,98 Fstm. hallend, versteigert werden. Alt-Buseck, den 23. April 1883. Großh. Bürgermeisterei Alt-Buseck. 2888 Wagenbach. baupt, ist Aerzten em In der PrivaMagesache be§ Landwirths Christoph Mütter zu Gleiberg, Privatklägers, gegen den Maurer Ludwig Abel zu Gleiberg, Angeklagten, wegen Beleidigung, erschienen bei Ausruf * r 1?der Prmatkläger im Beistände des Rechtsanwalts Dürr, 2) der Angeklagte in Person, 3) die geladenen Zeugen. Die Parteien schlossen vor Eröffnung der Verhandlung folgenden Vergleich: Der Angeklagte zahlt tndieAnnen- kasse der Gemeinde Krofdorf- Gleiberg eine Geldbuße von 50