SsTä" M Ä« 1 w- UUtt iu LuSMttd «tfa. 9*M ^Alicestrahe 22, ?rstesHauS lints LimmeUim Freies . Zu vermiethen. 'Lagt, Oteinftraäe. ^g,8ZimMi-H ' anderweit iu er, Sübanlage 7. Tön stillegeuttffl SelterSweg 31. rgehende.umöN ti. red. ds- Bl- Anzchm. iett sucht noch einigt hen und Aitken zu )t 55, Hinterhaus ’ simmtt niitMnd nird alsbald geschi, wollen unter W- i bei Prof. Pflugs^ er MI [ arcn worden. Din ’t in $mW\ Mrfen, f**1 ■iX*i surt a. M- . . iäS» 10 ti * KE sK s»s 9ir. 247, Mittwoch den 24 October L888 Gießener Anzeiger Amts- md Anzeigeblaii für den Kreis Gießen. Bnreuu: Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnah ine des Montnns. PreiA vierteljährlich 2 Diark 20 Pf. mit Bringerlohn. ü Durch bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. '77 " 7'"Lt.1 L ■ IJIJ 1 l fll r l _ .l.lUJi.—Hllll JMII IIJTIf II ■ Bill um ■ ■■ _ _______________________ Politische Uebexficht. Gießen. 23. October. Das deutsche kronprinzliche Paar ist nebst der Prinzessin Victoria im Laufe der vorigen Woche von seiner Reise nach der Schweiz und Italien wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Die hohen Herrschaften statteten zunächst dem Fürsten von Hohenzollern auf dessen Besitzung Weinburg am Bodensee einen zweitägigen Besuch ab, woselbst auch am Donnerstag der 52. Geburtstag des Kronprinzen im engsten Familienkreise gefeiert wurde. Am Samstag, den 20. October, trafen die kronprinzlichen Herrschaften in Baden- Baden ein, um dem Kaiser vor dessen, am Montag den 23. d. Mts. erfolgten Rückreise nach Berlin noch einen Besuch abzustatten und reisten dann am Sonntag nach Wiesbaden weiter, wo ein mehrwöchiger Aufenthalt genommen werden soll. In Berlin haben am Donnestag nach monatelanger unerhörter Agitation der betheiligten Parteien die Neuwahlen zur Stadtverordneten-Ver- sammlung in der 3. Klasse der Wählerschaft stattgefunden. Die dritte Abthei- lung der Communalwähler der Reichshauptstadt umfaßt ca. 150,000 Wahlberechtigte und die Wahlen in derselben sind am besten geeignet, ein Bild von der politischen Stimmung in Berlin abzugeben, da gegenüber der 3. Klasse die Kopszahl der 2. und 1. Klasse fast verschwindet. Die Wahlen vom Donnerstag nun haben folgendes Resultat ergeben: Definitiv gewählt sind 22 Liberale, 6 Conservative ^deutsche Bürgerpartei) und 2 Socialdemokraten; Stichwahlen haben 12 stattzufinden, davon 9 zwischen Fortschritt und Bürgerpartei, 2 zwischen Fortschritt und Arbeiterpartei und eine zwischen Bürgerpartei und Arbeiterpartei. Da nun bei den am Freitag und Samstag stattgefundenen Wahlen in der 2. und 1. Klasse sämmtliche liberale Candidaten gewählt worden sind, so hat die liberale Partei auch in der neuen Stadtvertretung Berlins die unbestrittene Majorität, dennoch weist die neue Stadtverordneten- Bersammlung eine von der bisherigen etwas verschiedene äußere Physiognomie auf. Erstlich haben sich die conservativen Elemente vermehrt und zweitens hat die Berliner Arbeiterpartei nun auch in der communalen Vertretung Posto gefaßt. Letzteres ist indeffen gerade kein Unglück, im Gegentheil, eine directe Vertretung der Arbeiter-Interessen in der Stadtverwaltung Berlins, wo gerade diese Interessen so gewichtig sind und wohl nicht immer die wünschenswertheste Beachtung gefunden haben mögen, kann bei vernünftiger Behandlung zum allgemeinen Nutzen werden. Charateristisch ist noch der Umstand, daß von den 150,000 eingeschriebenen Wählern der 3. Klasse nur ca. 65,000, also 43 pCt., von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, was auf's Neue den Beweis liefert, daß der Deutsche an öffentlichen Angelegenheiten noch lange nicht den regen persönlichen Antheil nimmt, wie z. V. der Franzose oder Engländer. In Cöslin hat in voriger Woche vor dem dortigen Schwurgericht der Monstreproceß wegen des Neu-Stettiner Synagogen-Brandes begonnen. Die der böswilligen Brandstiftung Angeklagten, sämmtlich Juden aus Neu- Stettin, leugnen entschieden und es macht sich daher die Vernehmung aller geladenen Zeugen nothwendig. Da sich deren Zahl auf über 90 beläuft, so dürfte der Proceß noch nicht so bald sein Ende erreichen. Der badische Landtag ist auf den 17. November d. Js. einberufen worden. Die österreichische Herrschaft in den occupirten Provinzen conso- lidirt sich immer mehr. Ein überzeugender Beweis dafür ist der Umstand, daß die nunmehr beendigte Recrutirung in Bosnien und der Herzegowina ohne irgend einen störenden Zwischenfall vor sich gegangen und das festgestellte Con- üngent von Auszuhebenden vollständig gedeckt worden ist. Während noch bei der letzten Assentirung sich verschiedene Gestellungs-süchtige ihrer Stellung durch die Flucht entzogen, ist diesmal kein einziger derartiger Fall vorgekommen, was entschieden für das wachsende Vertrauen der Bevölkerung zu ihrer neuen Negierung spricht. Auch der „Pesther Lloyd" erklärt in bestimmtester Weise, daß die Recrutirung in Bosnien und der Herzegowina ohne Zwischenfall verlausen sei und daß daselbst überhaupt niemals größere Ruhe und Ordnung geherrscht habe, als gegenwärtig; in dem occupirten Gebiete existire kein einziger Insurgent mehr und selbst gewöhnliche Räubereien kämen nur selten vor. Die f r a n z ö s i's ch e n K a m m e r n treten am heutigen Tage, den 23. Octbr., zu einer neuen Session zusammen, welche über das Schicksal des Cabinets Ferry entscheiden wird. Die Radikalen, denen der Ministerpräsident Ferry auf seiner Rede-Tournee in der Normandie so entschieden den Fehde-Handschuh in's Gesicht geschleudert hat, werden nichts unterlassen, was zum Sturze des ihnen so verhaßten Ministeriums beitragen kann und auch die Monarchisten werden es an Angriffen gegen dasselbe nicht fehlen lassen. Alles kommt darauf an, wie >ich die maßgebenden Parteien, die „republikanische Vereinigung" und das rechte Centrum, zu Herrn Ferry und seinem Ministerium stellen werden, worüber man aber vorläufig noch nichts Gewisses erfahren kann. Wie es heißt, werde Ferry mcht mit einem vollständig neuen Programm vor die Kammern treten, sondern denselben nur ein Exposö über die Lage in Tongking geben und für seine auswärtige Politik ein Vertrauensvotum verlangen. Was die Lage in Ostasien anbelangt, so hat sich dieselbe in den letzten Wochen so gut wie gar nicht verändert und auch die französisch-chinesischen Verhandlungen scheinen ganz in ein stagnirendes Stadium gekommen zu sein, denn man hört von einem Fortschreiten derselben auch nicht das Geringste mehr. Wie aus Hongkong gemeldet wird, treffen die chinesischen Behörden alle Vorkehrungen, um den Hasen von Canton zu schließen. Nach privaten Mittheilungen aus Polen nimmt daselbst die nihilistische Agitation immer größere Dimensionen an. In Warschau erscheinen fast täglich nihilistische Proklamationen und es haben bereits zahlreiche Verhaftungen nihilistischer Agitatoren, darunter mehrere Studenten, stattgesunden. Gleich nach der Abreise des General-Gouverneurs Gurko von Lodz sind auch in dieser Stadt, der bedeutendsten Fabrikstadt Polens, zahlreiche nihilistische Proklamationen verbreitet worden. In Dänemark ist nach längerer Pause der alte Hader zwischen Regierung und Folkething wieder aufgelebt. In der Sitzung vom 19. October nahm das Folkething mit 60 gegen 16 Stimmen den Antrag des der Linken angehörigen Deputirten Hörups an, alle Anträge der Regierung bei der ersten Lesung zu beanstanden und an die Commission zu verweisen, bis das Cabinet zurückgetreten sei; die Rechte hatte gegen diesen Antrag protestirt. Bis jetzt ist das Ministerium Estrup durch das Vertrauen des Königs gehalten worden, dem so unverhüllt kundgegebenen Willen der radikalen Majorität des Folkething wird aber der Monarch nicht länger widerstehen können, wenn nicht die gejammte Regierungs-Maschinerie in's Stocken kommen soll und so dürften die Tage des gegenwärtigen dänischen Ministeriums gezählt sein. Aus die jüngst gemeldete Revolte portugiesischer Bauern ist in Portugal ein neuer Aufstand gefolgt. Der Schauplatz desselben ist die Stadt Villanova, welche von den Behörden bereits verlassen worden ist, da sie zur Unterdrückung des Aufstandes nicht stark genug waren. Nähere Details fehlen noch. Deutschland. Darmstadt, 22. October. Ihre Königlich Kaiserlichen Hoheiten der Herzog und die Herzogin von Edrnburg sind nebst Durchlauchtigsten Kindern, dem Prinzen Alfred, den Prinzessinnen Mana, Victoria und Alexandrina, am 20. ds., Nachmittags 4 Uhr 9 Minuten, zum Besuche des Großherzoglichen Hofes dahier eingetroffen. Im Gefolge befandiN sich Mrs. Monson und Rittmeister Heyl. Die Höchsten Herrschaften und das Gefolgt haben Appartements im Großherzoglichen Schloß bezogen. Seine Königliche Hoheit der Herzog werden heute Abend 6 Uhr 45 Minuten von hier nach Berlin und Ihre Kaiserliche Hoheit die Herzogin um 11 Uhr 30 Minuten Vormittags nach Schloß Schönberg reisen. Arankrerch. Paris. Der Pariser „Figaro" veröffentlichte am 17. ds. eine Beschreibung der Einnahme von Hue, die man mit ebenso viel Erstaunen wie Abscheu lesen wird. Es ist darin von Grausamkeiten der französischen Soldaten die Red-, Grausamkeiten, welche die von den Engländern bei Tel-el-Kebir begangenen namentlich dadurch übertreffen. daß die «ngl-schen Officiere sich wenigstens von den Unthaten der Marodeure, denen sie vielleicht nicht einmal steuern formten, fernhielten, während die französischen Officiere ruhig zugeschaut zu haben scheinen. Der unterzeichnete Verfasser des Art kels ist ein Ofsicier des fcanzösischen Expeditionscorps Namens Pierre Lote, der auch schon mehrfach Aufsätze für die „R vue des deux MondeS" geschrieben hat. Die Seesoldaten sind mit Kropatschrks Repe trr - Gewehren bewaffnet und die betreffende Scene ereignete sich, nachdem der eigentliche Widerstand bereits gebrochen war. Herr Lote schreibt also: Es wurde immer schwieriger, die Matrosen und Seesoldaten zurückzuholten. Sie wollten in die brennende Stadt emdringen, unter den Bäumen nachsuchen und den Leuten Tüdüc's den Garaus machen. 9tun schien es aber ganz unr öthig zu fein, die Mannschaften noch irgend welcher Gefahr auszusetzen, denn augenscheinlich mußten die unglücklichen Flüchtlinge ja doch bald den Ort räumen und zwar auf der untern Straße, welche am Fuße des Forts vorbeiführte und den einzigen Ausgang bildete. Die Visire auf den Gewehren wurden demnach genau der Entfernung entsprechend eingestellt, die Magazine erhielten ihre b.stimmte Anzahl von Patronen und die Soldaten warteten ruhig, bis die Flankenbewegung dr übrigen Truppen und dcr Brand der Bambushütten das menschliche Wild in die richtige Schußlinie bringen würden. Wir sahen mehrmals, wie ganze Haufen von Flüchtlingen mit versengten Haaren und Kleidern am äußersten Ende des Ortes auslugten. Bald versuchten auch einzelne mit fllegenden Gewändern und indem sie zum Schutze gegen den erwarteten Kugelregen ein Brett vor den Kopf hielten, an uns vorbeizulaufen. Die große Schlächterei begann jetzt. Zwei Salven wurden abgegeben und es war wirklich ein Spaß (c’&ait un plaisir) zu sehen, wie diese Kugelströme fächergleich auf das Commandowort zweimal in der Minute und ganz systematisch auf die Flüchtlingen ntedersausten. Es war, als ob man einen mit Wcisfer gefüllten Topf geschwenkt hätte. Die Kugeln mähten sie förmlich nieder und sie brachen in einer Wolke von Staub zusammen. Wir sahen einige, die halb wahnsinnig in ihrer Verzweifiung sich wieder aufrichteten und bald auf dieser, bald auf der andern Seite hinkend gleich wilden Thieren einherrannten. Sie zerrten an ihren Kleidern, so daß diese noch mehr flatterten, und da ihr langes Haar sich losgelöst hatte, so sahen sie ganz aus wie Weiber. Manche versuchten über die Lagune zu schwimmen und die Dschunken zu erreichen, aber auch diese wurden getödtet. Einige waren sehr gute Taucher und blieben lange unter Wasser, aber die Kugeln unserer Leute erreichten sie doch, wenn sie um zu athmen gleich Seehunden an die Oberfläche kamen. Unsere Leute zählten mit besonderem Vergnügen die Tobten, 50 zur L'nken, 80 zur Rechten. Im Orte selbst lagen sie in kleinen Haufen zusammen. Manche waren halb verbrannt, regtm sich aber doch noch. Bald hier, bald dort wurde als letzte Zuckung ein Arm oder Bein ausgestreckt, auch hörte man ab und zu ein entsetzliches Stöhnen. Mit Einschluß Derjenigen, die tn den südlichen Forts getödtet wurden, müssen gegen 800 oder 1000 um's Leben gekommen fein. Die Matrosen wetteten vielfach, wie viele ihrer seien. Ein annamitisches Fort auf dem Festlande schleuderte drei Granaten gegen unsere Leute. Man hatte gut gezielt, aber die Matrosen richteten ihr Augenmerk so ausschließlich auf bie laufenden und schwimmenden Flüchtlinge, daß sie das Platzen der Geschosse kaum merkten- Von feindlicher Seite waren blos sehr wenig Ausreißer mit dem Leben davon gekommen, es war erst 9 Uhr Morgens, als alles vorüber war. Die Niederlage des Kaisers von Annam war so vollständig wie möglich. Inzwischen wurde die Hitze immer drückender. Die Matrosen, welche durch bie schwüle Luft noch unruhiger wurden, waren nicht mehr in dem Fort zu halten. Einer nach dem andern stürzten sie heraus und fielen über die Verwundeten her, welche sich theils in Erd- und Mauerlöchern zu verstecken suchten oder sich todtstellten ober auch mit herzzerreißender Stimme die Hände erhebend und „Han, han!" rufend um Gnade flehten. Sie wurden aber theils mit dem Bayonett erstochen, theils mit den Kolben erschlagen. Die annamitischen Diener, kleine verweichlichte Knaben, die der Infanterie von Saigon her gefolgt waren, spürten den sich versteckt Haltenden nach und riefen, wenn sie einen in einem Loche gefunden hatten: „Hier ist wieder einer, kommt hierher und macht ihm den Garaus!" Die Matrosen und Seesoldaten waren kaum m-hr wiederzuerkennen, sie waren so erregt, als ob sie halb wahnsinnig wären. Man versuchte sie zurückzuhalten und die Offictere riefen: „Ihr solltet euch schämen, daS ist feige und schmutzig". Aber die Soldaten antworteten, daß die Annamiten Wilde wären, daß sie den Kopf Riv^eres auf eine Stange gesteckt hätten, und daß sie, wenn sir Sieger geblieben wären, die Franzosen in Stücke zerhackt haben würben. Dagegen ließ sich nichts einwend.n. Es war richtig so und man ließ die Leute ruhig bet threm grausigen Werk. Im Osten ist es ja einmal so Krtegsgebrauch und wenn man versucht, mit einer Handvoll Leute ein großes Land zu erobern, so muß man entweder Schrecken und Tod um sich herum verbreiten oder aber des gleichen Schicksals von der gegnerischen Seite gewärtig sein. Nach einigen Stunden Ruhe hätten, so sagt Herr Lote, die Leute sich ihrer Grausamkeit geschämt und die wenigen Überlebenden menschlich und wohlwollend b e h a n bdt . Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenr-Brrrean. Baden-Baden, 22. October. Se. Maj. der Kaiser ist heute Nach- miltag 5 Uhr mittelst Extrazuges nach Berlin abgereist. Die Großh. Familie, alle hier anwesenden Fürstlichkeiten, mehrere Gesandten und Generäle, sowie die Spitzen der Behörden waren zur Verabschiedung aus dem Bahnhof anwesend. Das zahlreich erschienene Publikum begrüßte den Kaiser mit enthusiastischen Hochrufen. Der Grobherzog und die Großherzogin gaben Sr. Majestät mit der Bahn noch eine Strecke Weges das Geleit. Berlin, 22. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." dementirt die von verschiedenen Blättern gebrachte Nachricht, daß der Vundesrath die Ernennung des bisherigen Directors der Straßburger Tabaksmanufaktur, Roller, zum Reichsbevollmächtigten für Zölle einstimmig abgelehnt habe. Die Sache habe dem Bundesrath überhaupt nicht vorgelegen. — Der „Reichs-Anz." erklärt gegenüber anderweitigen Nachrichten weder im Königreiche Sachsen, noch in der Provinz Schlesien seien neue Fälle von Rinderpest constatirt worden. — Die Auswechselung der Ratifications-Urkunden zum deutsch-spanischen Handels- und Schifffahrts - Vertrage vom 12. Juli d. Js. hat heute hier stattgefunden. Greifswald, 22. October. Nach den bis jetzt vorliegenden Resultaten erhielt bei der Reichstags-Ersatzwahl im hiesigen Wahlkreise Graf Behr-Behren- hof (cons.) 7567 Stimmen, Senator Schwarz (liberal) 6117 Stimmen. Aus 9 Bezirken fehlen die Resultate noch. Bremen, 22. October. Die Rettungsstation Amrum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Am 22. October von der Tjalk „Unanimitä", Kapitän Kruize, gestrandet auf Kniepsand, mit Harz von Bayonne nach Stettin bestimmt, 5 Personen gerettet durch das Rettungsboot „Theodor Preußer" der Station Kniephaven. Harte Böen aus W. Boot 4 Stunden in Arbeit. Eine Frau unter den Geretteten. Wien, 22. Octoder. Der Kaiser hat die Vereinigung Der im Bereiche des ersten und elften Corps in Galizien stehenden Cavallerieregimenter in je eine Cavallerte- Truppendiv sion genehmigt und den Feldmarschall Baron Vlasits, sowie den General Baron Lassolaye zu Commandanten der beiden Cavalleriedtvisionen in Lemberg und Jaroslau ernannt. — Die von der evangelischen Synode in der Eröffnungssitzung gewählte Huldigungsdeputatton wurde heute vom Kaiser empfangen Auf die Ansprache des Synodalpräses, Superintendenten Bauer, erwiderte der Kaiser, es freue ihn, die Versicherungen der Treue und Loyalität der Synode und der durch sie vertretenen österreichischen Staatsbürger evangelischer Confession entgegenzunehmen. Die evangelische Kirche möge wie bisher so auch fernerhin seines väterlichen Schutzes und Schirms gewiß sein. Der Kaiser unterhielt sich sodann noch mit einzelnen Mitgliedern der Deputation. Dieselbe begab sich darauf zu dem Ministerpräsidenten Grafen Taaffe und dem Cultusminister, wo sie ebenfalls die wohlwollendste Aufnahme fand. Triest, 22. October. Heute früh 3 Uhr 55 Min. wurde hier ein leichtes wellenförmiges Erdbeben verspürt. Ternesvar, 22. October. Bei einem heute früh zwischen dem Grafen Stefan Bathyany und dem Dr. Julius Rosenberg stattgehabten Pistolenduell wurde Graf Bathyany durch einen Schuß in die Schläfe gewdtet. Die polizeiliche Untersuchung ist eingeleitet. — Der „Franks. Ztg." wird hierüber aus Paris telegraphirt: Fräulein Ilona v. Schloßberger, Tochter eines Pesther Großhändlers, ließ sich im Sommer in Eger mit dem Pesther Advocaten Dr. Julius Rosenberg nach jüdischem Ritus trauen und ging einige Wochen später auf Wunsch ihrer Eltern in Wiesbaden mit dem Grafen Stefan Bathyany eine neue Ehe ein. Heute sand bei Temeswar ein Duell zwischen Bathyany und Rosenberg statt, wobei Gras Bathyany erschossen wurde. Temesvar, 22. October. Der Duellant Rosenberg ist mit den Zeugen in Szakalhaza verhaftet worden. Das Duell sollte mit 5 Schritten Avance stattfinden, wovon aber keinerseits Gebrauch gemacht wurde; nach zwei Schüssen versuchten die Secundanten eine Aussöhnung, aber vergeblich. Die Kugel drang in die Schläfe Bathyany's und konnte nicht entfernt werden. London, 22. Octoder. Dre „Daily News" verbreiten in einem Extrablatt eine Depesche aus Hongkong von heute, wonach die Einwohner von Haiphong den Angriff einer 1200 Mann starken Seeräuberbande, die 12 Mellen vor be- Stadt lagere, befürchten. Man halte jedoch die französische Garnison, obgleich dieselbe große Verluste erlitten, noch stark genug, um den Angriff abzuschlagen. Nichtsdestoweniger würden die tn Aussicht stehenden französischen Verstärkungen erwartet. Auch eine Offensivbewegung der „schwarzen Flaggen" werde befürchtet- In den chinesischen Lagern nördlich von Hanoi herrsche große Rührigkeit. Paris, 22. October. Der Großfürst Wladimir ist heute früh in Paris eingetroffen. Derselbe begibt sich nach Biarritz, um feine Gemahlin abzuholen und nach Petersburg zurückzugeleiten. — Die hier tagende internationale Conserenz zum Schutze unterseeischer Kabel wird ihre Berathungen wahrscheinlich heute schließen. — Officielle Depeschen, welche gestern aus Tongking an den Marineminister gelangt sind, melden von keinen neuen militärischen Operationen, sondern nur von einigen Recognoscirungen, die vorgenommen worden sind. Man beschäftigt sich mit Maßregeln, um eine Verproviantirung des Feindes zu verhindern. Eine Depesche des Admirals Meyer zeigt an, die chinesischen Truppen, welche bis jetzt die Grenze bei Monkai besetzt hielten, seien nach (Santon zurückgekehrt. Cöslirr, 23 Oct. In dem Synagogenbrandprozeß wurden beide angeklagte Heidemann (Vater und Sohn) schuldig befunden, von der beabsichtigten Anzündung der Synagoge in Neustettin keine Anzeige gemacht zu haben. Der Vater wurde zu dreimonatlichem Gefängniß und der Sohn zu sechsmonatlichem Gefängniß verurtheilt. Beide Leisheim (Vater und Sohn) wurden wegen wissentlicher Hülfe- leistung ersterer zu vierjährigem Zuchthaus verurtheilt, letzterer einer Besserungsanstalt überwiesen. Tempeldiener Löwenburg wurde freigesprochen, Leisheim ^Vater) sofort verhaftet. X X Luther in Worms. Oratorium von Ludwig Metnardus. (Fortsetzung.) N'chts ist bezeichnender für die Tiefe, mit welcher der Dichter seine Aufgabe erfaßt hat, als die Act und Weise, wie er Luther selbst einführt: „im ©t-bet*. Zwei Thetle sind daran leicht erkennbar. Nach einem sehr schön vom Orchester eingeführten, bald ariosen Recttatto „Allmächtiger, ewiger Gott! Wre ist so schwach das Fleisch, Und so geschäftig der Teufel!" in welchem Luther vergeblich nach Fassung ringt, beginnt der heftig bewegte erste Haupttheil: „Steh' Du mir bei wider der Welt Vernunft und Weisheit!", welcher durch den das Bewußtsein der gerechten Sache zum Ausdruck bringenden Mittelsatz: „Dein ist die Sache" vorübergehend unterbrochen wird, um mit den Worten zu schließen: „Ich trau' keinem Menschen". Den zweiten Theil leitet ein Recitativ ein, welchem das Hineintönen des Lulherliedes „Ein' feste Burg" e nen besonderen Nachdruck verleiht. Hier tritt der Wendepunkt ein, sein Gott- oertrauen ist zurückgekehrt, deßhalb spricht auch der mit den Worten „So muß die Welt in meinem Gewissen mich wohl unbezwungen lassen" beginnende zweite Haupt- theil die festeste Zuversicht aus; ein milder Mittelsatz, vorbereitet durch ein mächtig anschwellendes Ritardando, schiebt sich ein „So bleibt die Seele doch Dein". Er schließt mit einem festen „Amen", welches vom Chor der Pllger und Nonnen (sechsstimmig) tn kräftiger Weise breiter ausgeführt wird mit den Worten des Psalmisten: „Hilf, o (Sott, Du Deinem Knechte." Im Hinblick auf das Nahen des kaiserlichen Beichtigers Glapio weiset eine Pilgerin Martha nochmals auf Gottes Hilfe hin. „Vertrauen auf den Herrn und nicht auf Menschen .... Der Herr wird Euer auch streiten und Ihr werdet stille sein". (Diese Altarie steht ursprünglich Seite 20 des Textbuches, ist aber hierher verlegt worden). In dem folgenden Duett zwischen Luther und Glapio wird wieder das Ein- Zreifen der Melodie „Ein' feste Burg" entscheidend zu Luther's Worten „Denn Gottes Wort allein soll stellen Artikel des Glaubens". Diese Weise ist gleichsam der Schild, von welchem alle Pfeile der lockenden Vorspiegelungen hoher Ehre im Falle des Wider- &<*>■** »SS« SS'ti- ijtn, OuenfteM, ®J ig genommen und zn Wonen lrwarfirl W, In Emerslebi MW W hab/n Wlll kümmern kan U nod) eine weiten > Erfahrungen Pe * Sülze, gekochte M später von der K Dung Ist In voller -Wch Todesfälle an 8. 11. Mn totn lo. lassung städtischen Geländes. Gesuch des Gastwirths Justus Lenz dahier um Erlaubniß zur Benutzung städtischen Geländes. Versteigerung von städtischen Bauplätzen an der Ludwigstraße. Venttlationseinrichtungen im Kirchenbau des Bürger-Hospitals. Gießen, den 23.£ 1-1.05, Hühnereier ;5i per Liter 20 4 ! U 0.90-1.30, Hah Kisch per Pfund 70- \ Schweinefleisch 62- 1(0—3.50, Milchpr.Ltr I.N-8.50. Weißkraut Die Beerdigungen betr. 12. Vermiethung der Kellerräume unter der Realschule. 13. Gesuch um Beleuchtung u. s. w. der Privatstraße nach der Kleinkinderschule. «Sä?1 W 6a«e 9. 10. Eartoffel-Lief hie Lieferung von । -l Kartoffeln für bit mgsanstalt soll im vergehen werben. Affeln sind in bn Ar M bei bem Unte- 27 L M. abznK Men, ben 20. Oct Rechner Gr. Enlbi r Döring. üttwod) btn 24. . . Nachmittags 21 M der Flett', ötrN Dreschmaschine mitt Aene Möbel, 1 DOl i.Piamno u. A d-n 21. Oktoill <■ G°is •---Nl* Serii 14. Die Bepflanzung des Gleiberger Wegs. 15. Beeinträchtigung städtischen Eigenthums. 16. Kostendecreturen. 17. Fassung des Schoorgrabens in eine Steinsohle. Gießen, 23. October. (THeater.) Das allen Theaterfreunden bekamrie Lustspiel „Doctor Klaus" von L'Arronge gehört unstreitig zu den gelungensten um zugkräftigsten des talentvollen Verfassers, das bet nur einigermaßen entsprechender Besetzung seiner Wirkung aus den Zuhörer gewiß ist. Die gesunde, woblthuende Tenderr mit ihrer Betonung der Bedeutung von Familienleben und Häuslichkeit verbreitet htn rote in den anderen Arbeiten des Autors von vornherein eine behagliche, wohltemperirte 2ltmofp^C'broUjge Humor, die harmlose Lustigkeit treibt auch in unserem Stücke ihr Spiel und ist ihres Erfolges sicher, weil sie der Dichter versteht mit Rührung und Ernst zu durchsetzen. Allerdings ist die Fügung des dramatischen Gerüstes nur loK und die besten ©eenen, wie die Vorbereitung zum Ball im 2. Acte, die dem Bencotx- schen „Doctor Treuroald" nachgebtldete Sprechstunde beim Arzte und die Scene, wo der Kutscher Lubowski den Bauer kurirt, stehen in keinem Zusammenhänge mit der eigentlichen Handlung. t ■, Herr Muff zeichnete den polternden, groben Doctor Klaus in Ton und Gebcrve mit treffenden Strichen und fand auch in den Momenten, wo der edle, gutherztg > Charakter durchbricht, den richtigen Ton. — Die Art und Weise, wie Herr F- Brau!- । lecht die prächtige Figur des selbstbewußten, mit medicinischen Kunftausdrücken um sich schleudernden Kutschers darftellte, war, um in seiner Sprache zu reden, redensaus । ein „sogenannter Genuß." Dabei stattete er dicse Rolle aus sich selbst heraus m einer Fülle kleiner Zuthaten aus, so daß sie uns ganz neu und originell erschien. - j Herr Voigt spielte den frischen Lebemann (Max von Boden) mit Ltebenswürdigreii < und Feuer: gerade solche Charaktere compensiren dadurch allein das NcißUche, ihnen anhaftet, in solchen Naturen muß der Fonds von GutmÜthigkeit mehr zu Tag treten, soll die Wandlung glaublich erscheinen. — Die Verlegenhettsrolle des Referendar Gerstel stand Herrn Schönwasser gut; mit seinem Vlolinkasten hatte er, wie wr es bei andern Vertretern dieser Partie gesehen haben, eine köstliche Wirkung J? J" ' rufen können. - Der biedere, gutherzige Griesinger wurde von Herrn Schreine sympathisch gegeben, wenn ihm auch die Rollen der zärtlichen Väter «tcht re«t wg« mögen. — Gut war die treue, „in Ehren grau gewordene Haushälterin Martatm^ rufs abprallen. Glapio weicht zurück und es ertönt mit verändertem Rhythmus der vierte Verk des Pilgcrliedes „Reich uns das Schwert, v heil'ger Geist", tn welcher sich wie aus der Ferne die Klänge eines Rittermarsches mischen, das Nahen des Ulrich von Hutten und der Reichsritter verkündend. Der Rttterchor und die Anrede Hutten's stehen zu dem Vorhergehenden in starkem Gegensätze, sis sind weltlich glänzend. Ihren Vorschlag, der Herrschaft Roms mit geroaffneter Hand ein Ende zu machen, lehnt Luther einfach und herzlich ab. „Greift nicht in Gottes Regiment", so beginnt die warm empfundene, auch in musikalischer Hinsicht charakteristische Antwort. Nach einem kurzen Reciiat'v Hutten's folgt der Mittelsatz der Arie mit den historisch beglaubigten Worten: „Und machten sie ein Feuer bis an den Himmel von Wittenberg bis Worms, ich müßte dennoch hindurch; und hielten auf mich gleich so viel Teufel, als Ziegeln auf den Dächern sind, ich wollte dennoch mitten unter sie springen mit Freuden". Alsdann leitet die Musik wieder in den ersten Theil zurück, dessen inniges Motiv bei ben Schlußworten ertönt-. „So wick'le sich nun feiner tn weltliche Dinge, der göttlicher Ritterschaft warten will." Der Eindruck von Luther's Rede wird durch ein in kanonischer Form gehaltenes Solo-Quartett (von Katharina, Martha, Ionas und Hutten) voll der edelsten Melodik geschildert: „Gottes Geist soll oben schweben." Vom Stadtthor erschallt der Hornerruf der Thurmwächter. Nun richtet sich Luther tn feiner ganzen Kraft auf, indem er das schneidige Thema zur nachfolgenden Chorfuge intonirt: „Die rechte Krtegswaffe ist Gottes Wort". An die Fuge schließt sich sofort das Pilgerlied: „In Gottes Namen fahren wir", anfangs a capella und erst gegen den Schluß vom O-chester begleitet, welches mit einem kurzen Nachspiel die Fahrt nach Worms und hiermit den ersten Theil beendet. Das Pilgerlied bezeichnet Anfang und Ende und die verschiedenen Stationen der Fahrt nach Worms nicht blos äußerlich, es steigert sich von Vers zu Vers von der düsteren Verzagtheit bis zum siegesgewissen maestoso und gleicht so dem ReformatIr, der aus der Noth des Zweifels und Kleinmuthes sich zu der trutzigen Kraft erhebt, die seine letzten Worte kennzeichnet. _____________________________ (Schluß folgt.) Lokale-» Gießen, 23. October. Se. Majestät her Kaiser passirte gestern Abend auf der Rückreise von Baden-Baden nach Berlin die hiesige Station. Der Aufenthalt hierseldst dauerte 35 Minuten, während welcher Zeit der Thee eingenommen wurde. Gießen, 23. Ociober. Ein heute Nacht nach 12 Ubr in Leihgestern aus- gebrochenes Feuer legte 3 Scheunen in Asche. Die hiesige Feuerwehr wurde alarmirt, kam aber nicht zur Actton. Gießen, 23. October. Tagesordnung für die Stadtv erordneten-Sitzung am Donnerstag den 25. October 1883, Nachmittags 4 Uhr. 1. Die Ergänzungswahlen zur Stadtoe.ordneten-Verfammlung für 1884/92 betr. 2. Ausführung des Reichsgesetzes betr. die Krankenversicherung der Arbeiter. 3. Die Quellwasserleitung. 4. Beiträge zum Schullehrer-Pensionssond. 5. Ausbau der Westanlage. 6 Ausbau der Weserstraße. 7. Gesuch des Schreinermeisters Christoph Weiß dahier um käuflicheUeber- Kaff P'i’lon: W?»- I» «s® !I Für Restaurateure!! /I. Schaffslädl^ Bahnhofstrasse. H. Rübsamen 6353 D. Rosenthal L Cie. m Göppingen. MM Marktstraße. 6435 Condensationstöpfe (zum £ Maß. Anfertigung nach CQ betSl‘ln,lnl Ausstattungen. feinsten Doppel Essig Demyohns (Korbflaschen) Inhalt Mark Liter tf 5337 zum Füllen werden mit M. 2, M. 1,50 und 1 wieder angenommen. Der Alleinverkauf Weltausstellungen Preisen gekrönten sich bei Anter- offerire solche ?u Fabrikpreisen 7.- 5.— 3.— 30 20 10 Herren-Hemden nach Maass. in von bestens empfohlen. 7042 7016 Eine schöne Theke und etliche Regale, fast neu, zu verkaufen. 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Nachr." zufolge hat Herr Professor nr Wasserschleben, Kanzler der Universität, die Entlassung von letzterem Amt v-ickaelucbt und ist Herr Professor vr. Garets an seiner Stelle zum Kanzler ernannt Sen- Herrn Professor Wasserschleben, welcher sein Amt ein Jahrzehnt hindurch Weidete, wurde von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog das Eomthurkreuz 1. Elasse te8 Phllipps-Ordens verliehen. IN» -U- N ^straße- Frankfurt, 22. Okt. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer X 20—Vi, fremder X 19V2—20V4, Roggen eff. hies. X 163/4—17, fremder XI6V2—17, Gerste eff. hies. u- Wetterauer X 17—18, fremde X 18—20, Hafer eff. hiesiger X 141,2—15, fremder X 14V2—151/«. Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Etr. X 39. Branntwein eff. ohne Faß X 46. Frankfurt, 22. Okt. Der heutige Viehmarkt war schwach befahren. Angetrieben waren ca. 300 Ochsen, 19 Bullen, ca. 315 Kühe und Rinder, ca. 280 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 76, 2. Qual. X 70, Kühe und Rinder 1. Qual. X 65, 2. Qual. X 57, Kälber 1. Qual. X 70, 2. Qual. X 60 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Frankfurt a. M., 23. Octbr., Nachmittags 2 Uhr — Mtn. (Telegraphisch?r Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 2403/<, Staatsbahnactien 265, Galizier 241 Vr, Lombarden 123, Nord- westbahnactien 157V4, Gotthardbahnactten 1027/fl, Darmstädter - Bankactien 1515/e, Disconto Commandit —, Oesterr. Silberrente 6613/1S, 4% Ungar. Goldrente 73Vr, 40/0 1880er Russen 707ie, 5°/o 1877r Russen 903/3, 2. Orient-Anleihe 55716, 4o/o Spanier 58, 5% Rumänische Rente —, 4% Untfic. Egypter 683/4, 5% Türken —, Marienburger —, Hess. Ludwigsbahnact. — Tendenz: besser. Normal-Hemden und Holen (nach System Prof. Dr. Jäger) für Damen und Herren empfiehlt 7 11 ■ 3»ei $ b«8 N-jsck l"”e de- r nun IÜ!L to« M’ lch« ™ ,T« Mtz btf iweite do) Dein«, j 0 Nonnen (srG 1 des Psalmistill; aplo weifet eine l Hmn und nicht werdet stille fein', er hierher vrrleK wieder das Einen „Denn AN chsam der Schild, Falle des Widet- s der vierte Vrri cher sich wie au? ich von Hutten vorhergehenden In Herrschaft RM und herzlich at. iunbene, auch to Rechat'v Hutten') n: „Und macht» rüßtc dennoch hi«- den Dächern sins in leitet die Muß 1 Schlußworten ei- ittlicher Ritterschaft er Form gehaltene; er edelstm MelodÜ , Nun richtet sst 1 zur nachsolgendöi in die Fuge schlich lINgs a capella UH? urzcn Nachspiel w> Rilgerlleb bezcichm WormS nicht blx ierzagtheitdisM M des Larte kennzeichnen tncL Leere Demyohns lNN Adendaui^ Aufenthalt wurde, reih gestern >hr wurde almmift Men-SihM f ma für El Ader MeA. Pfevd. 7099 Ein ganz frommes, zugfestes Pferd, weil entbehrlich, sehr billig zu verkaufen. Näheres bei Ehr. Weber im „Löwen". dieser auf allen mit den ersten Corsetten befindet jeichnetem und Original- in gr. Auswahl. 1496 Auswahlfendungen. Vermischtes. Emersleben, 17. Octsber. In Emersleben liegen gegenwärtig 183 Personen m der Trichinose darnieder, in Deesdorf ca. 70 bis 80, in Nienhagen 57, in Croiiorf ,, 30 bis 40; ferner liegen an Trichinose erk ankt Personen in Groningen, Klein- «löningen, Quenstedt, Schwanstedt und Wegeleben. Di- Todesfälle haben auch ihren Mang genommen und zwar in Quenstedt 1, Emersleben 5, Gronwgcn 2. -8on 30 «< 40 Personen erwartet man jeden Tag die Todesnachricht zu Horen. Das Eiend 16 unsäglich, in Emersleben, Croiiorf, D-esdorf, N enhagen liegen ganze Familien iirnfebtr, das Vieh haben daselbst Bekannte weggeholt, um es ,u Mern, da Niemand M darum kümmern kann und es sonst verhungern müßte. Nach der Meinung der Kile ist noch eine weitere Ausdehnung der Krankheit zu befürchten, da nach den bisher „machten Erfahrungen Personen, welche trichinöses Fleisch nicht frisch, sondern als Mutwurst, Sülze, gekochtes Fletsch u. s. w. genossen haben, oft erst nach vier Wochen mb noch später von der Krankheit ernstlich ergriffen worden stnd. Die gerichtliche lintersuchung ist in vollem Gange. Nach neueren Nachrichten ans Emersleben zahlt Mn täglich Todesfälle an Trichinose. Carl Sdiwaate DeiicaiesseiihaDdlung empfiehlt zum Einmachen den durch seine Haltbarkeit so beliebt gewordenen Süßen Aepfelmost und Rauscher im „Hessischen Hof". 6994 ZUM Dunkelfärben blonder, rother und grauer Haare eignet sich, als garantirt unschädlich und leicht anzuwenden, der vom Kgl. Bayr. Hoflieferanten C. V Wunderlich fabricirte 691ll Nussschalen - Extract, d. 70 sowie das das Haar zugleich fettende u. den Haarwachsthum befördernde Dr. Orfilo’s Nuss-Oel ä 70 $ (prämiirt Bayerische Landesausstellung 1882) bei Hch. Wallach in Gießen. Gleichzeitig empfehle eine große Partie Knaben- und Mädchen-Hemden, Beinkleider, Röcke etr. L'xSxi f«”"” „rft»1 >,-blo ' Patent Klein automatischen Entwässern ^von Dampfräumen). 7081 VsZ WitterungSkrrnde.*) 24. October. Mittwoch. Bei Sonnenaufgang graublau bis dunstig bedeckt, zumal nach Westen zu, Morgens aufgeheitert bis sonnig, zumal nach Osten zu, auf Mittag zu leichte Bedeckung, Nachmittags wieder aufgebessirt bis schön, Abends bedeckt. Nach Süden zu im Allgemeinen noch herbstlich gut; nach Norden zu dürste mehr Trübung einlreten, vielleicht im Süden mäßiger Nachtfrost. 25 October. Donnerstag. Nach den Küsten zu im Nordosten trüb bisjregnerisch zumal frühmorgens, nachher aufgebessert, auf Mittag zu wieder mehr zusammengezoaen, Nachmittags aufgebessert, Nachts bedeckt mit Niederschlägen nach Süden und Osten zu angenehm und besonders Nachmittags heiter, aber auch dort Mittags mäßig zerstreute weiße bis dunkle Ballen; spät Abends Bedeckung. *) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat October abgeschlossen am 20. September rVerlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 x). — Nachdruck verboten der inttrnationalen-JndustrieMusstellüng^in^ A m ft er b rn~würde der Firma Gebr. Stollwerck in Köln a. Rh. für vorzügliche Fabrikation das große Ehrendiplom, d e höchste Auszeichnung und in der Branche die alleinige für Deutschland, zue kannt, eine ehrende Hervorhebung deutscher Industrie, die zur allgemeinen Kenntnis! gebracht tu werden verdient. 2 Handel und Berkehr. Gießen, den 23. Oktbr. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 1.00—1.05, Hühnereier per Stück 6—7 H, Käse Stück 5—9 ^9>, Kasematte 3 H, tzrds-n per Liter 20 Linsen 32 Tauben per Paar 60-75 <3, Hühner per ffnrf // o.9O—1 30, Bahnen per Stuck .X O.Go—140, Enten pr. St. ..tt 135—1.70, LchsenKisch per Pfund 70-72^, Kuh- und Rindfleisch 56-60 ^ Kalbfleisch 50 bis 54's Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 62-70 A, Kartoffeln per 100 Kilo 3.00—3.50, Milch pr.Ltr. 13—18 L. Ganse pr. Psd.H 40-50. Zwiebeln per Etr. PC 7.50—8.50. Weißkraut per Stück 5—8 H. Aeikgeöotenes. 70 Mir. Garten-Spslier (eichene Pfosten) billig abzugeben 7071 __Jul._Bach. Meinen feinschmeckenden roden Kaffee pr. Pfd. I JL sowie rein und kräftig schmeckenden -ebrannten von 1—1«60 eÄnnere empfehlend. 7 080 Chr. Wallenfels^ Nachfolgende Grundstücke der H M. Ättghardt Eheleute sind aus der Hand m verpachten event. auch zu verkaufen: o30 Klftr. Acker am Ohlenberg, Nr. 24 — IV/73, 3282 O-Mtr. Acker am Wißmarer-Weg, , „ Nr. 261 = 11/2, 4912 O-Mtr. Acker das., dÄr. 269 — ttl/90, / 7723 O-Mtr. Acker, 1V/33, stößt auf den Krof- 7*087 V/346,) dorfer-Weg. Maimer Kirchenbau-Lotterie. Loose zur 2. Klasse sind eingetroffen Md können bis zum 10. November d. I. atbaeholt werden. Kartoffel-Lieferung. Die Lieferung von ca. 200 Etr. Ater Kartoffeln für die hiesige Entbindungsanstalt soll im Submissions- roeg vergeben werden. Proben der Kartoffeln sind in der Anstalt, Offerten dagegen bei dem Unterzeichneten bis M 27. l. Mts. abzugeben. Gießen, den 20. October 1883. Der Rechner Gr. Entbindungsanstalt. 7074 Döring. Mittwoch den 24. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werben in der Flett'schen Hofraithe gegen Baarzahlung versteigert: 1 Dreschmaschine mit Locomobrle, verschiedene Möbel, 1 vollständiges Bett, 1 Pianino u. A. Gießen, den 21. Oktober 1883. Geißler, 7057 Großh. Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Donnerstag den 25. October er., Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem Trieb dahier die Ernte von mehreren Triebvierteln mit Kartoffeln und Gemüse gegen baare Zahlung versteigert werden- Zusammenkunft am „Schütz'nhof". Gießen, den 21. October 1883. 7085 Horn. 5 »t. Geschäfts Maur Schulstr Bettes 8. Elsoffei Würzburg. 27 Marktstrasss 27. 8 •—J 0 "Vom es u m Meer mit Hochachtung 7092 Bankfonds 112 660 000 7098 6857 Ph» Wau Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brübl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Versicherungssumme ausgezahlt seit Beginn .... 145 220 000 Dividende 1883 für 1878: 43 p®., 1884 für 1879: 44pCt. 6443 Möblirtes Zimmer, mit ober ohne Cabrnet, zu vermiethen. .Lrrdw. Orth, Neuen-Bäue. Tages-Ordnung: a. Statuten-Aenderung. b. div. Vereinsangelegenheiten. Schriftliche Anträge der Mitglieder sind 8 Tage vorher beim Vorstande einzubringen. Der Vorstand. a Wem dies 'r ^fgehoben. Men, bei Von den fli Iuderus von Loi Wirkten, können c Zum Zweck Äerkapitalien von h der darin mit bi ■innen einer unerstre, tefMe des Kreise Gießen, d eDr-, Sauerkrantstsser (auch zu Aepfelwein geeignet) verkauft 6838 H. Becker, Löwengasse 28. Ein Schuhmacher-Lehrling gesucht. Näheres in der Exped. ds. Bl. 6590 Tüchtige Hafenarbeiter finden dauernde Beschäftigung bei 7097 Gebr. Stamm. gegen 1. Hypothek zu leihen gesucht. Gest. Adressen an die Exped. ds- Bl- erbeten. 6714 €• G« KleinlBenii9 Rreutplatz 1 Aeticatessenhanblung, KreuWlatz 1. Gothaer Lebensversieherungsbank. Am 1. Oktober 1883 Versichert 61640 Personen mit 435 350 000 Mark, Restauration Gramm. Mittwoch den 24. Oktober: flfiftfiiiös (Concrrl der beliebten Sänger-Gesellschaft Familie Müller (4 Damen, 2 Herren). Stadt-Tbeater. Dienstag den 24. October 1883, 12. und letzte Vorstellung im 1. Abonnement. Reif -Reiflingen. Schwank mit Gesang in 5 Akten von G- v. Moser. Anfang 7Vr Uhr. — Ende nach 10 Uhr, F. Braiitlecht- Die Frist zur Erklärung des Beitrittes zu dem „gemischten" System der Ueberschußvertheilung läuft mit dem 31. Oktober ab. Es mögen bis dahin alle diejenigen Banktheilhaber, welche für ihre Versicherungen dieses System zu wählen gesonnen sind, die bezüglichen Erklärungen an zuständiger Stelle abgeben. 6857 Vertreter für Gießen: Herr Profil Ludwigsplatz 6. Geschäfts - Berleguttg. Von jetzt ab befindet sich mein Geschäft im Hause des Herrn Dr. Dornseiff, Schulstrasse 10, und verbinde ich mit dieser Benachrichtigung die Bitte, meine werthe Kundschaft wolle mir ihr geschätztes Vertrauen auch in meine jetzigen Localitaten folgen lassen. flefdjftfts=Ueränöenmg. Einem verehrten hiesigen sowie auswärtigen Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich unterm Heutigen die von mir seither Seltersweg 28 geführte Delicatessen- ». in die von den Herren Z. A. Busch Söhne, Krcuzpiatz 1 übernommenen Lokalitäten verlegt habe und dieselbe dort mit ganz neuem Waarenlager in den ausis Beste restaurirten Räumen weiterführe. Gleichzeitig verfehle ich nicht, meinen verehrten Gönnern und Freunden für das mir seither gütigst entgegengebrachte Wohlwollen meinen besten Dank auszusprechen mit der ergebenen Bitte, dieses mir auch in meinem neuen Unternehmen gütigst bewahren zu wollen. Es wird nach wie vor mem ernstes Bestreben sein, mir durch Lieferung bester Waaren bei billigster Preisnotirung die Zufriedenheit meiner verehrten Abnehmer zu erwerben und zeichne ist die verbreitetste, weil gediegenste, a inuiunlesti.-. und am reichsten illustrierte Monatsschrift, dt schon nach zweijährigem Bestehen 42,000 Abonn ?k4 Ferdinand, G ducklng, Friedrich, l MnMindener Eise ffiW- ®- Giek ; M EM Karl, i m & 8 Serbin ? Gr.G. Haus. Fami HnV* ®it6e Ludwig ! 6959___________________________ Für Möbelschreiner. 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Generalversammlung in der Restauration Spieß. Tages-Ordnung: Lutherfeier. Stiftungsfest. 7082 Der Vorstand. Vr Liter 1« 4, 3/8 Literglas 12 Fein-Mechaniker-Gehülskn 8-sucht. Offerten unter W. 70 an die Annoncen- Expedition von G. ß. Daube & Co in Dar m st adt. 7010 Für ein Engro's-Geschäft der Oel- und Mehl-Branche wird ein ft <* esse st »' gesucht, welcher Oberhessen und Nassau bereits mit Erfolg bereist hat. Ein angehender Commis mit schöner Handschrift, welcher mit Buchführung und Korrespondenz vertraut ist, findet daselbst ebenfalls St lle. Schriftl. Offerten nimmt die Exped-d. Bl. unter Z. 183 entgegen. 7078- 7076 Ein Stehpult wird zu kaufen gesucht. Offerten nebst Preisangabe er; bittet man an die^Exped. ds. Bl. 7093 Ich ersuche den mir jetzt" Wohl- bekannten, das mir an der weißen Erbt entwendete Siel scheit alsbald zuzu- ftellen.L». Euler. Kaufmännischer Verein. Freitag den 2. November: 7086 Wermiethungen. 7075 Ein Familienlogis mit Zubehör nebst abgeschloss. 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