Nr. 198. Freitag den 24. August 1883 Hießemr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 3ureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Msretags. ^urch^d^Post^bezogen vierteljührttch 2^Mart"ü0^.' Amtlicher Hheit. Betreffend: Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte. Gießen, am 17. August 1883. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Sie werden beauftragt, mit der Aufstellung der Urlisten der zu dem Amte eines Schöffen oder Geschworenen zu berufenden Personen zu beginnen und diese Listen sammt den etwa erhoben werdenden Reclamationen spätestens bis zu dem 15. Ketober L I. an die zuständigen Amtsgerichte einzusenden. In der Spalte „Bemerkungen" der Liste sind die Ihnen bekannten Ablehnungsgründe, namentlich wenn ein in der Liste Verzeichneter zu Ende des kommenden Jahres 65 Jahre alt sein wird, anzugeben, worauf in Ihren Begleitberichten unter Anführung der betreffenden Ordnungsnummern zu verweisen ist. Im Uebrigen nehmen wir auf unser Amtsblatt vorn 21. Juni 1879, Nr. 3 unter dem Anfügen Bezug, daß Ihnen das nöthige Formularpapier nächstens k. H. zugesandt werden wird. Dr. Boekmann.___________ " Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium der Finanzen hat die Großherzogliche Direction der Oberhessischen Bahnen ermächtigt, am 29. d. M., dem Tage der landwirthschaftlichen Preisvertheilung in Büdingen, — zu passenden Zeiten einen Extrazug einzulegen, der Morgens früh von Gießen nach Büdingen — und Abends von Büdingen nach Gießen zurückgeht. — Die noch nicht feststehenden Abgangszeiten werden noch besonders bekannt gemacht werden. Friedelhausen, am 22. August 1883. , Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen. Adalbert Freiherr Nordeck zu^r Rabenau. Politische Ueberficht. Gießen, 23. August. Die schon vor einiger Zeit signalisirte Zusammenkunft zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Kalnoky, dem österreichischen Minister des Auswärtigen, scheint auf keinem leeren Gerücht zu beruhen. Wie man aus Pesth von glaubwürdiger Seite berichtet, würde die Entrevue zwischen toben Staatsmännern stattfinden, sobald es der Gesundheitszustand des Fürsten Bismarck nur einigermaßen gestattete; der Ort derselben steht zwar noch nicht definitiv fest, doch wird angenommen, daß hierzu Gastein ausersehen sei. Dagegen scheint die gemeldete Audienz des Kardinals Howard beim Reichskanzler in Kijsingen wirklich nicht stattgefunden und somit die „Rordd. Allg. Ztg." mit ihrem Dementi Recht gehabt zu haben. Es heißt jetzt aber, daß der Papst in nächster Zeit einen Kardinal mit besonderer Mission nach Kisstngen entsenden werde, nachdem man sich im Vatikan über die Aufnahme versichert, welche demselben beim Fürsten Bismarck zu Theil werden würde. Vielleicht, daß in Rom das hartnäckige Stillschweigen, welches die preußische Regierung in der kirchenpolitischen Frage beobachtet, unangenehm berührt und daß daher die leitenden vatikanischen Kreise wieder Anknüpfungspunkte mit der preußischen Regierung luchen. Hierzu märe aber die Ernennung des Pfarrers Sniegon zum Weih- bischos für den österreichischen Theil der Diöcese Breslau gerade kein gut gewähltes Mittel, da man im Vatikan unterlassen hat, hierzu die Zustimmung der preußi- ichen Regierung einzuhvlen und es ist begreiflich, daß dieser Vorgang keines- wegs geeignet ist, die in Berlin herrschende Verstimmung gegen den Vatikan Zu vermindern. Anden bevorstehenden Ersatzwahlen zu dem sächsischen Landtag gedenken sich auch die Socialdemokraten zu betheiligen und entfalten bereits letzt, wenn auch in der Stille, eine rührige Agitation. Der in Zürich erscheinende „Socialdemokrat" veröffentlicht sogar einen Aufruf an „die Parteigenossen 'n Sachsen", in welchem dieselben zu zahlreicher Wahlbetheiligung aufgefordert werden. Der „Socialdemokrat" giebt den „Genossen" verschiedene gute Rath- Ichläge für die Wahl; so sollen die socialistischen Stimmzettel von so großem Format angefertigt werden, daß sie eventuell beschnitten werden können, um sie öen gegnerischen gleich zu machen; in jedem Wahlkreise soll mindestens ein Mann llngestellt werden, um über die gegnerischerseits während des Wahlkampfes vorgekommenen Unregelmäßigkeiten zu berichten; die socialdemokratischen Wähler ourfen keinen Candidaten einer andern Partei, sei es direct oder indirect, unter- nutzen u. s. w. Jedenfalls dürften die Landtagswahlen in Sachsen den Beweis )esern, daß die Socialdemokratie immer mehr an Boden gewinnt, wie dies Betrete Cft &en ^n^ten Reichstagswahlen in Kiel und Hamburg hervor- . . Der Geburtstag Kaiser Franz Joses's (18. August) ist überall ii österreichisch-ungarischen Monarchie auf das Freudigste begangen worden ud hat somit abermals den Beweis dafür geliefert, daß auch der leidige lanonalitäten-Hader nicht die Gefühle inniger Theilnahme zu mindern vermag, elche die verschiedenen Nationen des österreichischen Kaiserstaates für ihr Herrscherhaus empfinden. Der in Triest von irredentistischer Seite iLirt C Ersuch, einen Mißklang in die Harmonie des festlichen Tages zu ')es QCn' s-.. gründlich mißlungen und hat nur eine desto stärkere Bethätigung 'rip^o?Eätsgefühles, gepaart mit dem allgemeinen Unwillen gegen die Um- •limiot • ^rrebenta, zur Folge gehabt. — Die antimagyarischen Demonstra- > " haben in Pesth einen sehr Übeln Eindruck gemacht, als dessen zunächst eine Verschärfung der ungarischen Regierungsgewalt gegen der Kroaten und Slovenen geltend machen dürfte. Der Ministerpräsident, Herr Tisza, erhält demnach ebenfalls einen Vor- Laaffe ܰU ^er ^rföhnungs - Politik seines Wiener Collegen, des Grafen Die zweideutige Stellung, welche die französische Republik der spanischen Regierung gegenüber anläßlich des jüngsten Aufstandes in Spanien einnahm, ist in den Madrider Regierungskreisen sehr übel vermerkt worden, sodaß sich die französische Regierung beeilt, in Madrid jetzt Versicherungen ihrer Loyalität zu geben. Dieselbe hat dem Madrider Cabinet mitgetheilt, daß sie ihren Behörden an der spanischen Grenze die größte Wachsamkeit zur Pflicht gemacht habe, um jeden Versuch, die revolutionäre Bewegung in Spanien zu unterstützen, zu vereiteln. Trotzdem widmet die französische Regierung den aus Spanien übergetretenen Insurgenten eine recht theilnahmsvolle Aufmerksamkeit, denn anstatt dieselben an Spanien auszuliefern und somit diesem Lande einen praktischen Beweis freundnachbarlicher Gesinnung zu geben, ist man in Paris Willens, die übergetretenen spanischen Insurgenten der französischen Fremdenlegion in Afrika zuzutheilen und aus ihnen ein neues Bataillon zu formiren. — Die am Sonntag m Frankreich stattgesundenen Stichwahlen zu den General- räthen sind ebenfalls überwiegend zu Gunsten der Republikaner ausgefallen. Bis Montag Abend waren 149 Resultate bekannt; unter den Gewählten befinden sich 115 Republikaner und haben dieselben bei den Stichwahlen 9 Sitze gewonnen. Der in Spanien angefachte revolutionäre Brand ist aus Mangel an Nahrung erloschen und mit der Rückkehr von Ruhe und Ordnung hat sich auch das Vertrauen auf den gesicherten Fortbestand der Regierung des Königs Alfonso wieder eingestellt. Aber ein Stachel ist in dem Herzen des spanischen Volkes haften geblieben: das Gefühl der Verbitterung gegen Frankreich, was in der Erkenntniß wurzelt, daß die Pariser Machthaber so überaus bereitwillig waren, die spanische Krisis ihren egoistischen Zwecken dienstbar zu machen, und daß Ruiz Zorilla das Mittel sein sollte, Spanien zu einem willfährigen Werkzeug der französischen Jnteressen-Politik zu machen. Daß es just ein republikanisches Frankreich gewesen, welches Spanien gegenüber eine so zweideutige Taktik zur Anwendung brachte, hat der republikanischen Sache bei der spanischen Bevölkerung keinen Vorschub geleistet. Der Abkehr von den französischen Sympathien hält die stärker werdende Hinneigung zum engeren Anschluß an den Faktor des mitteleuropäischen Kaiserbündnisses das entsprechende Gegengewicht; das deutsche Reiseproject des Königs Alfons wird sowohl in Madrid als in den Provinzen immer populärer, während die Rolle des französischen Einflusses jenseits der Pyrenäen vorerst ausgefpielt ist. Im Canton Bern haben am Sonntag die Stichwahlen für den Berner Verfassungsrath stattgefynden; gewählt wurden 21 Liberale und 9 Conservative. Die liberale Majorität des Verfassungsrathes besteht nunmehr aus beinahe zwei Drittel seiner Mitglieder. Die Pronunciamentos von Badajoz, Seu de Urgel u. ). w. haben in der portugiesischen Garnison Chaves ein Seitenstück gesunden. Auch hier fanden Unruhen statt, welche indessen von der Bevölkerung ausgingen, indem anläßlich der bevorstehenden Verlegung des in Chaves garnisonirenden 13. Infanterie-Regiments nach Villa Reale eine Volksmenge vor der Kaserne dieses Regiments lärmte und excessirte, wobei sich auch verschiedene Soldaten- Gruppen in die Menge mischten. Ein Bauernbursche aus der Menge wurde von einem Hauptmann Namens Celestino erschossen. Schließlich gelang es den zahlreich aufgebotenen Kavallerie- und Infanterie-Patrouillen, die Ruhe wieder herzustellen. _____ Darmstadt, 22. August. Seine Kaiserliche Hoheit der Kronprinz des Deutschen Reichs haben Sich gestern Nachwittag 2 Uhr von Mainz aus in einem Großherzogltchen Wagen nach Wiesbaden begeben, um Seiner Majestät dem König von Griechenland und Seiner Hoheit dem Prinzen Nicolaus von Nassau dortselbst einen Besuch abzustatten. Die Rückkehr des Kronprinzen hierher erfolgte mit Extrazug gestern Abend um 6V2 Uhr, mährend Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog und Seine Großherzogltche Hoheit der Prinz Heinrich nut Extrazug um 3 Uhr Nachmittags hierher zurückfuhren. oder theilweise reprobucirt worden und wird von denselben im Allgemeine« wohlwollen beurtheilt. New'Nork, 22. August. (Privat-Depesche). Ein Orkan richtete im Südosten von Wfinnefota große Verheerung an. 40 Personen gelobtet, 50 verwundet. Ein Dritttheil der Stadt Nochester ist zerstört, man bejücchtet, daß auch in der Umgegend Rochesters große Verwüstungen stattgesunden haben. Die Zahl der hier Getödteten wird auf mehrere Hunderte geschätzt. Der furchtbare Orkan riß einen Eisenbahnzug fort und zählte man bei diesem Anlaß 25 Tobte, sowie 35 Verwundete. Lokales. Gießen, 23. August. Der morgige Tag bringt der Stadt Gtetzen die hohe Ehre den Kronprinzen des Reichs, „Unfern Fr.tz" In ihren Mauern begrüßen zu dürfte So kurz sein Aufenthalt hrer ist, so vertrauen wir doch dem Patriotismus unserer Mitbürger, daß das freudige Ereigniß die Stadt tn allen ihren Teilen in reichem Flaggenschmuck finden wird. Nächst Seiner Majestät dem Kaiser verkörpert sich tn der kraftvollen Erscheinung des Kronprinzen die ganze Machtfülle des wiedererstandenen Vaterlandes und freudig jubeln wir dem Thronerben zu, der sich dem deutschen Volk erwiesen hat als gewaltiger Führer tm Kriege wie als hochsinniger Förderer jedes schönen Werkes des Friedens, der Wohlfahrt des Reiches und der nationalen Gstittuna. — Im reichsten Schmucke der Häuser haben unsere hessischen Schwestecstädte Darin- stadt, Mainz und Offenbach den Freund und Waffengenossen unseres Großherzogs bei seinem Besuche zur Prüfung der Wehrkraft der Landesklnder begrüßt, die unter seiner speciellen Führung im Nolhfalle zum Schutze des Vaterlands berufen fein werden. Gießen wird hinter den anderen Städten nicht zurückbleiben wollen, sondern feinen alten Ruf als Feststadt aufs Neue bewähren. Mitbürger, der Kronprinz kommt! Fahnen heraus! Gießen, 23. August. Von glaubhafter Sette erfahren wir, daß zu dem am 29. l. M in Büdingen stattfindenden landrvirthschaftlichen Feste mit Viehpreisv ertheilung ein Extrazug von Gießen um 5 Uhr 30 Min. Morgens nach Büdingen und von da um 8 Uhr 20 Min. Abends nach Gießen zurückgehen wird. Diese Züge werden auf allen Stationen und Haltestellen anhalten. Leute früh 6 Uhr 50 Minuten haben Sich die Allerhöchsten Herrschaften nach tfranffuit begeben, woselbst auf dem Exercteiplatz die Besichtigung des 81. Jnfanterie- Reatments stattfand. Von Station Griesheim aus fuhren die Herrschaften mit Exlra- ma direct nach Offenbach zur Jnfp cirung des Füsilier-Bataillons 4 Großh. Jnfamerie- Reaiments (Prinz Carl) Nr. 118. Von Offenbach reiften Se. Kaiserl. Hoheit nach Lanau weiter, um noch das dortige Bataillon zu besichtigen. Seine König!. Hoheit der Großherzog und Seine Großh. Hoheit der Prinz Heinrich kehrten von Offenbach nach Darmstadt von Hanau wird der Kronprinz im Laufe des heutigen Nachmittags eine Deputation der hiesigen Freimaurer-Loge empfangen und später das Osficier-Casino des 2. Großherzogl. Dragoner - Regiments (Leib-Dragomr-Regiments) Nr. 24 besuchen. qu Ehren des Hohen Gastes findet heute Abend 8V2 Uhr auf dem Paradeplatz ein großer Zapfenstreich statt, bet welchem unter Direciton des Musikdtrectors Adam fämmtliche hiesige Militär-Musikcorps mitwirken werden. Im Laufe des morgenden Tages wird der Kronprinz Sich nach Wiesbaden und Homburg begeben, um die dortigen Garnisonen zu besichtigen. (D. Z) Berlin, 21. August. Die „Berl. Polit. Nachr." schreiben: Je mehr sich die Wortführer des entschiedenen Liberalismus darauf zu Gute thun daß sie es seien, welche bei der Berathung der Gewerbenovclle im Reichstag wenigstens die Bestimmungen zu Fall gebracht, welche angeblich die Ehre der Kaufmannschaft und des Handels zu tangiren geeignet waren, um so interessanter ist es, zu konstatiren, wie in den Kreisen der Handel- und Gewerbtreibenden selbst und deren berufenen Organen, den Handelskammern, beispielsweise darüber geurtheilt wirb, daß die Majorität des Reichstags es abgelehnt hat, dem nomadisirenden Geschäftsbetriebe durch Musterreifinde eine nicht nur zulässige, sondern durchaus wünschenswerlhe Beschränkung aufzuerlegen. Man bedauert diesen Beschluß auf das Entschiedenste. Und zwar gerade vom Standpunkte des kleinen Mannes aus, für den sich ja unsere Wirth- schafts- und soctalpolitische Opposition immer so sehr in's Zeug wirft. Ebenso wie durch die Wanderlager, sagt man sich, wird durch die Musterreisenden und Haufirer die Situation namentlich der auf dem platten Lande angesiedelten Detoilverkäufer zu einer immer unerträglicheren gestaltet und das früher solide und existenzfähige kleine Bürgerthum in unseren Landstädten in die Region des Proletariats hinabgedrückt. Daß ein Bedenken hat vorliegen können, den Musterreisenden nicht ebensowohl wie den Hausirern zur Führung eines Wandergewerbescheines zu verpflichten, versteht man aus dem einfachen Grunde nicht, weil man den auffälligen Unterschied zwischen diesen Kategorien von Geschäftsreisenden nicht zu entdecken vermag. Die Osnabrücker Handelskammer beispielsweise erachtet es nach wie vor als eine Forderung der Gerechtigkeit und Billigkeit, daß nicht allein der Geschäftsbetrieb der Musterreisenden einer besonderen erheblichen Besteuerung unterzogen, sondern daß auch eine durch die Kreisvertretungen für die verschiedenen Bezirke sestzustellende Communalabgabe von mindestens 10 bis höchstens 50 auferlegt werde. — Englische Consularberichte aus Bordeaux entwerfen ein wenig günstiges Bild von dem Zustande des Weinbaues und Weingeschäftes in der Gironde, veranlaßt einestheils durch die Verwüstungen der Reblaus und andererseits durch eine Reihe aufeinander gefolgter schlechter Ernten. Ob dieses Jahr ein besseres Resultat zeitigen wird, ist noch sehr zweifelhaft. Selbst die bevorzugteren Medocmarken ermangeln so sehr des natürlichen Gehaltes, daß sie nur durch einen procentual ziemlich bedeutenden Spritzusatz exportfähig gemacht werden können. „Das Exportgeschäft der Charente" — so lautet es wörtlich in dem betreffenden Bericht — „beruht wesentlich auf den Zufuhren von deutschem Kartoffelspiritus." — Die italienische Korallenfischerei beschäftigt gegenwärtig, wie wir den statistischen Erhebungen. die kürzlich darüber angestellt worben sind, entnehmen, 4200 Fischer. Das von diesem Personal während des vorigen Jahres erbeutete Korallenquantnm betrug 56,000 Kilogramm im Werthe von 4,200,000 Lire. Mit Verarbeitung des Rohmaterials beschäftigt sich eine blühende Industrie, welche dem Nationalvermögen einen nach Millionen zu berechnenden Jahreszuwachs etnbrtngt. Straßburg, 22. August. Die „Elsaß-Lothr. Ztg." commentirt den in der „Nordd. Allg. Ztg." erschienenen Wasserstrahl nach Paris dahin, daß durch die plötzliche Einberufung des Bundesraths der verbündeten Regierungen die Möglichkeit gegeben sei, der Mahnung, die deutscherseits gleichzeitig an Frankreich ergangen, erforderlichenfalls sofort den nöthigen Nachdruck zu verleihen. Frankreich werde jedenfalls der Leidenschaft seiner Presse, welche seit einigen Wochen den Krieg ankündige, und der Agitation, von welch' letzterer man in Elsaß-Lothringen in neuester Zeit so viele Beispiele gesehen, kein anderes Er- gebniß zu danken haben, als eine neue politische Demüthigung. (Fr. Ztg.) Metz, 22. August. Heute fand eine Haussuchung und Beschlagnahme von Papieren bei dem Reichstags-Abgeordneten Antoine statt, der des Landes- verraths angeklagt ist. (Fr. Ztg.) Spanien. Barcelona, 21. August. Der König hielt heute Vormittag eine Revue über die hier garnisonirenden Truppen ab und wird sich morgen nach Saragossa begeben. Von dort aus wird der König seine Reise nach Logrono, Pam- pelona, Viltoria und Valladolid fortsetzen. — In Granollers wurden 16 Personen, welche an der Plünderung eines Eisenbahnzuges theilgenontmen hatten, verhaftet. Telegraphische Depeschen. WoLff's lelegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 22. August. Die „Prov.-Corresp." bezeichnet als Grund der Einberufung des Bundesraths und Reichstags die Genehmigung des deutschspanischen Handelsvertrages. Derselbe stelle heilsame Folgen in Aussicht für zwei Völker, deren wachsendes Einvernehmen ein weiteres Pfand des allgemeinen Friedens und der allgemeinen Wohlfahrt bilde. Der erweiterte Verkehr werde sicherlich dazu beitragen, dieses gute Verhältniß zu befestigen. — Der König, von Rumänien verläßt Potsdam morgen früh und begiebt sich zum Besuche des sächsischen Hofes nach Dresden, wo die Ankunft morgen Nachmittag 12 Uhr 45 Min. und die Weiterreise nach Wien am 24. d. Mt Morgens um halb 8 Uhr erfolgt. Wien, 22. August. Die MiigUeber ber österreichischen Norbpol - Expedition sind heute hier eingetroffen unb von zahlreichen Notabilitäten aus Beamten- unb Militärkreisen, unter denen sich auch ber Flügelabjutant bes Kaisers, 0. Plönnies, unb ber Vicepräsibent bes Abgeordnetenhauses, Gödcllanoy, befanden, auf dem Bahnhofe empfangen worben. Der Bürgermeister begrüßte bie Expebitionsmitglieder Namens der Stabt, ber ©eneralfecrefar der geographischen Gesellschaft, Lenz, beglückwünschte bie- sclben zu ben erzielten Erfolgen, ber Lin len sch ffslieutenant Wohlgemuth bankte Namens ber Expebition für ben freundlichen Empfang. Auf der Fahrt nach dem Hotel würben bie Expebitionsmltglleber von ber Bevölkerung mit sympathischen Zurufen begrüßt. Alexandrien, 22. August. In ben letzten 24 Stunden starben hier 37 und in den Provinzen 197 Personen an ber Cholera. London, 22. August. Der „Times" wird aus Hongkong von heute gemeldet, die Franzosen hätten Hai Dzuong eingenommen und dadei 140 Kanonen und 50,000 Dollars erbeutet. Die Anamiten hätten sich in das Innere des Landes zurückgezogen. Paris, 22. August. Die chinesische Negierung hat für die in der Provinz Dunam erfolgte Ermordung eines französischen Missionärs Genug- thuung gewährt. Rom, 22. August. Das Schreiben des Papstes an die Kardinäle über die Pflege der Geschichts-Studien ist von den meisten hiesigen Journalen ganz Verwischtes. Kassel, 18 August. Eine aufregende Scene spielte sich gestern Abend hier ab- Ein offenbar irrsinniger Mann tn Arbeitskleidung, ohne Rock, war bei Einbruch der Dunkelheit auf das Dach eines Hauses gestiegen, wo er mit ber Behendigkeit einer Katze umherkletterte. Als man Miene machte, ihn vom Dache zu holen, riß er die Ziegel vom Dache unb eröffnete mit benfelbcn ein wüthenbes Bombardement auf dir untenstehenden Leute. Enbltch, nachbem bies fast bretoiertel Stunben gedauert, kam er von selbst herunter unb würbe nun gepackt, mußte aber, ba er sich ganz toll gederdete, gebunden unb auf einem Karren fortgeschafft werben. — Vor ber Königlichen Strafkammer in Elb er selb würbe am 18. August bie großartige Brlefmarkinfälschung verhanbelt, welche im Frühling dieses Jahres so allgemeines Aufsehen erregte. Angeklagt waren ber 24jähnge Lithograph uab Kam- mann Friebnch Wilhelm R.echers, aus Buckau bet Magdeburg gebürtig, die Kaufleute Friedrich Wilhelm und Fritz Blankemann von Langerfeld bet Barmen und der Kaufmann Clemens Lohmann von Köln. Die Verhandlungen fanden mit Ausschluß der O-ffentlichkeit statt. Riechers unb Friedrich W-lhelm Blankemann wurden zu je 5 Jahren Gefängniß unb 5jährigem Ehrverlust unb Fritz Blankemann zu 2 Jahren Gefängniß verurtheilt, Lohmann bagegen, tnbem bas Gericht annahm, daß er nicht voll» ftänbig Überführt sei, freigesprochen. Neu-Rupp in. Wie man sich erzählt, hatte ein hiesiger alter Chambregarnist schon oft mit Seufzen bemerkt, baß bie Tochter feiner Winhin währenb feiner Abwesenheit sich mit besonderer Vorliebe seines Haaröls bediente. Als er neulich erfuhr, baß sie sich zum Besuche eines Tanzlocals vorbereiten wollte, goß er stait des Oeles flüssigen Leim in bie Flasche, ging weg unb hatte bie Genugthuung, bei seiner Rückkehr die Dame nicht ausgegangen, sondern heulend zu Hause zu finden. — sSchwarzer Marmor tn Hessens Der bekannte und hochgeschätzte sogenannte finnlänbif^e oder schwarze Marmor, thatfächlich ein Syenit, findet sich auch in Hessin an verschiedenen Stellen in großer Masse, so daß nicht blos der heimische Bedarf damit gedeckt werben kann — man hat s. Z das Material zu dem Sockel eines Darmstädter Denkmals aus Finnnlanb bezogen — sondern dieser Marmor noch einen bedeutenden Ausfuhrartikel zu bilden im Stande wäre. Die Steinbrüchr der Hessischen Ludwigsbahn besitzen derartige Sy'nitlager von großer Mächtigker- Wir sahen Proben des schönen Materials geschliffen tn den neuerdings oermehrtco unb erweiterten Sammlungen des Herrn Dr. Darmstädt In Nieder-Olm, welche Jebiv von ber Vorzüglichkeit bes heim.sch.n Marmors überzeugen kann. — Die Aehnlichkeit ber neuen Fünsmarkicheine mit ben Füafzigmarkscheiniii hat bereits einem Geschäftsmann? einen Verlust eingetragen. In Thorn gab ein Kaufmann einem Dienstmädchen, das für 30 H eingekauft, auf einen neuen Fünfmarkschiiv 49 70 4 heraus. Unb br>§ liebe Mädchen hatte tn feiner Freube ganz bas Wiedir- kommen vergessen. Jetzt erläßt ber Kaufmann noch Inserate, in benen er „das lv kannte Dienstmädchen" aufforbevt, bas zuviel verlangte Gelb zurückzuerstatten. — 4# Fall kann zur Warnung btenen, sich jebe Gelbsorte recht genau anzusehen. Melsungen, 18 August. Ein interessanter Submissionstermin wurde gestem in ber Nachbargemetnbe Lobenhausen abgehalten. Es galt, verschlebene namhaftt machte Weißbinder- unb Dachbecker-A. beiten an Kirche unb Schule an .den Minoer- forbernben zu oerbingen- Einer von ben miterschienenen Meistern taxirte die mit Matertalienlteferung auf 130 Mark. Nach sachgemäßer Abschätzung würvir jedoch 100 Mark als richtiger Preis gelten können. Dieser Submissionstermv endete damit, daß sich ein Meister dazu verstand, die fubmlttlrte Arbeit für — und schreibe — 25 Mark zu liefern. Hier muß man wirklich fragen: Wer von in beiden Betheiligten verliert am meisten, ber Arbeitgeber oder ber Arbeitnehmer. ßonbon, 16. August. Zur selben Zeit, als in Cornwall zwölf Bergleute du den Bruch des Föcbrrseiles am Mittwoch ein schreckliches Ende fanden, ereignetena in einem Kohlenbergwerke tn Raith ein anderes, gleich schauerliches Unglück- öte . Bergleute fuhren in ber Förberschale aus Der Maschinist stellte aber, in ein ennv Gespräch verwickelt, die Hebemaschine nicht rechtzeitig ein unb bie Förberschale wu infolge besten über bie Wmbe hi 'ausgeschleudert. Sie durchschlug bas Dach der DA anlag?, wobei drei ber unglücklichen Bergleute sofort tobt blieben, bie andern ave schwer verletzt würben, baß an ihrem Aufkommen gezweifelt wirb- Der nachiai^g Maschinist würbe ben Gerichten eingeliefert. — Branbe im Deutschen Reiche haben tm Jahre 1881 nach den wottpetiunfl » bie auf bem in Berlin stattgehabten 11. Congreß ber Schornsteinfeger Deustchi gemacht wurden, ca. 14—15.000 ftattgefunben, wofür 54 Millionen vergütet werben mußten, 790 Personen würben badurch beschädigt und 13/ g 0 . Von ben Rettungsmannschaften mürben 107 verwundet unb 8 getobter, -oon . Bränben sind 2698 auf unvorhergesehene Ursachen zurückzuführen, 803 auf mang v Ausführungen der Feuerungsanlagen unb 7226 sinb unermittelt geblieben. -00» . bürsten aber wohl 12p§t> — 931 ebenfalls auf mangelhaite Ausführung zurückzui y , sein, so baß bie Zahl derselben sich auf 1734 erhöhen würbe. Das ist eine ersoy hohe Zahl, die nach Ansicht bes Referenten Herrn Schoff (Berlin) nur durch U "« Prüfung ber moralischen Qualification unb technischen Ausbilbmrg ber aujufi u • Meister geminbert werben kann. Erwähnt fei noch baß ber Congreß, ber v , 150 Delegirten, bie etwa 1500 Korporationen vertreten, bcfucbt ' DhL 1) bei ben gesitzgebenben Körperschaften unb bei ben kompetenten Behörden 0 nahmslIse Einrichtung von Kehrbezirken zu erstreben; 2) bie Innungen autjut '.m gleichen Sinne vorzugehen. L . «-„rkrtrheEHT — [Sin Adler-Veteran.j Am Vormittag des 15. August horte F in ber Nähe von Fürsten ivalbe ben burch seine Sucht, Hasen zu jagen, Hunb seines Nachbarn kläglich aufschreien unb heulen. Er lief auf bte atem w Stelle zu unb sah einen großen Vogel auf bem Rücken bes Hunbes unb . in ber Luft, halb auf bem Boben, baoonflürmen- Die wilde Jagd ging gehölze zu Der Arbeiter lief schleunigst nach Hause, seinen Jnspector zu 1 1 cettet begaben sich mit einer Flinte zurück unb nach einigem Urnherspahen o Thiere wieber ansichtig. Der scheue Vogel hüpfte einige Schritte wett, erhob sw 6ei, iai' U .n w !"'f t ft* *«4 NS; *WI« ilb6* Wi im nutz! Hih* 9i:|« «WhM ifebllRli. >i> 6i(Mh lehnchlulM joltn, ntz s ir iWüiki gtbuini, Ins n| toll fithtM; : amliiijd WZPH jropJ uti to> tig, d» Iqlaii n M d«^- lit WM n mitaPF ann pt^n MtuiH T KhillltM? ihrrod sm,^ er Btahi^i schilp i di oui ™ $3 mildW beni&ü® er « Die vi^,' rogtr röing8»% orn iefi#Ä Md-8^ denen « K |Uerjtfl> M.^1 Hin ebenes «"V W* Äli K-l «- G! fcdi. A äl r®ö »fim !»/$$§ '>K 5H ! >'Ä sSine Degradations-Scenes Das Oesterreichische Armeeblatt erhält aus Lj.n-f.-nk,» e^Aiiheninn bett Varnanaes bei einer iünaft stattaebabten De- |W a' [ff ine Degradations-Scenes Das Oesterreichische Armeeblatt erhält aus ,.treft nachstehende Schilderung des Vorganges bei einer jüngst stattgehabten De- Äruna eines rumänischen Offiziers: „Ein ebenso peinlicher wie — zum Lobe der E??S -s gesagt — seltener Fall einer militärischen Degradirung spielte sich diese Z n der Malmaison-Caserne ab. Der hierzu Verurtheilte war ein ArttUerie- ??mM-r dritter Classe (Lieutenant), welcher, des Diebstahls arartschen Pulvers aus nL flfripnal überwiesen, zur Degradation und zu einer 51/rjahrigen Kerker- L üerie-Arsenal überwiesen, zur Degradation und zu einer 51/rjahrigen Kerker- Eurtbeilt wurde. 8ur Urteilsvollstreckung waren sämmtliche Garnisonstruppen ^ 'Commando eines Stabsoffiziers o.uf dem Plateau vor der Caserne zu einem iormtrt ausgerückt. Dem Deltquenten brachte man in das Arrestlocal seine Se-Uniform, die er anzuziehen sich weigerte, bis man ihm drohte, man werde anwenden. Mil Säbel, Feldbinde und Patronentasche erschien nun derselbe ■wrhfllb einer aus sechs Mann mit aufgez)flanztem Bajonnet bestehenden Escorte im 5M^wobnach erfolgtem „Präsentiren" der königliche Comm ssar beim Kriegsgerichte Eigenschaft als öffentlicher Ankläger im Namen des Königs das Urtheil verlas. 2em er bändigt, trat ein Unteroffizier an den Verurtheilten heran, riß ihm das K vom Kopfe, warf die als Dienstzelchen angebrachte Wollrose vor die Füße desselben Trj6 >,je silbernen Tressen davon ab, mit denen er ebenso verfuhr. Hierauf wurden ,L gbnsich-r Procedur die Epauletten und Aermeldistinctionen adgetrennt, wobei der i ,flUent m'tzubelfen begann, aber vom königlichen Commissar, der ibn zur Ordnung ries davon abgehalten wurde. Zum Schlüsse nahm man ihm den Sabel ab, brach .Hl mtrwei, zerriß die silberne Kuppel und warf sie vor ihn hin. Nachdem er auf 1, Meise aller Ehrenzeichen beraubt worden, setzte man ihm das Käppi auf und Äte ibn unter Escorte die Front der gesammten Truppen entlang, auf welche traurige Procedur einen tiefen Eindruck hervorbrachte. Am Flügel angekommen, bezähm ihn ein Zellenwagen, um ihn zum Strafantrstle der Civilbehorde zu , — ein Schuß und er stürzte zusammen. Doch auch der Hund war beschwer! « n zerfleischt, unter den Klauen- und Schnabelyieden seines 8 «prenbet Der Räuber scheint ein echter Gold-oder Kaiseradler zu fein (Aquda Die Spannung zwischen beiden Flügelspitzen beträgt 7V2 Fuß- Das dunkle, ,11V k, tdnnam Gefieder mit den schneeweißen Schultern deutete schon auf das Alter ^Eaels Diese Vermuthung fand eine überraschende Bestätigung. Am linken Fuße kjcht über den Zehen befindet sich nämlich ein aus starkem Goldblech »ÄVZter Seif mit den noch d-utllch lesbaren Buchstaben H KS, o. A, fünfer dos^Wort EPERJES; auf der anderen Seite des Reifes das Datum Abtrieben. WitterungSkunde.*) 24 August. Freitag Frühmorgens trüb bis bedeckt, namentlich in den west- M Küstengegenden, mit steigender Sonne jedoch allgemein aufgehettert, wärmer, tirittaeife gewitterhaft und besonders Nachmittags schön. 25 August. Samstag. Frühmorgens dunstig bis drohend bedeckt, mit steigender Sonne aufgebessert, auf Mittag zu Schleier bis zerstreute Ballen, örtl'ch bis gewitterhaft, «gen Abend namentlich in den südlichen Gegenden böige Niederschläge mit elektrischen »düngen, nach Norden zu Nachmittags und Abends meist aufgebessert bis schon cnb warm. *) Nutz vr. L.Overzier's Wetter-Prognose für den Monat August, obgeschlossen am 20. Juli (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, ?ref$ 1 AY — Nachdruck verboten. Handel und Verkehr. - Limburg, 22. August. Rother Weizen A 17.40, Korn A. 12.75, neuer Weizen 18.25, Gerste A 00.00, Hafer A 7.80, Erbsen A —.—, Kartoffeln A—.—. Frankfurt, 22. August. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu A 3.00—3.25, Stroh 2.30—2.70, Eier das Hundert A 5—6, Stück 6 H, Butter 1. Qualität A 1.10, 2. Qualität A 1.25, Kartoffeln per Centner A 2.25—2.60, Kohlrabi St. 4 - 6 per Stück, Erbsen per Pfd. 00—00 Rothkraut per St. 15—25 Poularden A 0—0, Huhn 1.30—1.80, 1 Ente A 2.20—3.00, 1 Taube 50—60 Hahn A 1.60—1.85, Gans A 0—0.00, Welsche A 5—11. Berlin, 19. August. Nach einer Meldung der „B- B.-Z " ist eine Aenderung in der Postbeförderung ganz kleiner Geldbeträge innerhalb der Stadt von der Post beabsichtigt, welche am 1- Januar 1884 ins Leben treten soll. Wenn j tzt Jemand 65 Pfg. durch die Post versenden will, muß er dafür 20 Pfg. Porto zahlen- Künftig würde er statt dessen eine Correspondenzkarte im Werthe von 70 Pfg. kaufen. Auf derselben befindet sich über dem für die Adresse bestimmten Raum der gedruckte Vermerk: Empfänger erhält . . . Der Postbeamte schreibt mit Buchstaben hinzu, wie viel. Die Karte hat einen Coupon, den der Empfänger abreißen und unterschreiben muß. So erspart man Postscheine und bezahlt für Stadtsendungen im Betrage von unter 3 Mark nur 5 Pfg. Porto- — Die Aufschriften der Manöverbriefe lassen nach den seitherigen Wahrnehmungen, ungeachtet aller Anmahnungen der Postbehörde, in Bezug auf Deutlichkeit und Genauigkeit noch vielfach zu wünschen übrig. Fehlleitungen und Verspätungen m der Ueberfunft, wenn nicht gänzliche Unbestellbarkeit sind die unausbleiblichen Folgen. Angesichts der bevorstehenden Herbstübungen der Truppen kann daher allen Betheiligten in deren eigenem Interesse nur aufs Neue dringend empfohlen werden, die Briefe rc. an Offiziere und Mannschaften der zu den Herbflübungen ausgerückten Heerestheile nach Art der Feldpostsendungen deutlich mit Name, Charge und Truppentheil (Regiment bez. Bataillon, Compagnie, Escadron, Batterie oder Colonne) zu bezeichnen und zwar am Besten unter Hinzufügung des betreffenden ständigen Garnisonortes, nicht des häufig wechselnden Cantonnementsquartiers. Die schleunige Nachsendung derartiger richtig bezeichneter Briefe nach den einzelnen Abholungsorten ist durch besondere Verabredung zwischen Post und Truppeniheilen sichergestellt. Frauksurt a. M., 22. August, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 250%, Staatsbahnactien 27174, Galizier 252%, Lombarden 129%, Nord- weftbahnactien 1707/8, Gotthardbahnactien 1127t, Darmstädter - Bankactien 1557t, Disconto Commandit 1957k, Oesterr. Silberrente 677t, 4% Ungar. Goldrente 75V2, 40/0 1880er Russen 727z, 5% 1877r Russen 91%, 2. Orient-Anleihe 57%, 4o/o Spanier 58%, 5% Rumänische Rente 9374. 4% Unistc. Egypter 713/s, 5% Türken —, Marienburger 104%, Hess. Ludwigsbahnact. —. Tendenz: matt. Wafferwärme der Lahn. Am 23. August, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4- 17° R-, Luftwärme + 22%° M. L- Chr. Rübsamcn. 5665 Mer billig kaufen will, muß sofort kommen. DarmMter Pferdemarkt-Loose (Ziehung am 20. Oktober) sind ä 2 Mk. in der Expedition ds. Bl. zu haben. Oer Posten- nml Parlie-Verkaiil (£tjri|tian fjeifr aus Berlin, V Z. in Gieren, Schnlftrafte 10, kann eingetretener Umstände halber nur noch Deutschen Oel-Glanzlack (schönster, dauerhafter Fußboden-Anstrich), sofort trocknend, empfiehlt Emii PistOT. 5623 Eine Kaute Kuhmist billig ab- I 5673 Reiner Pi"demist gegen Stroh zugeben bei 8. Wolf, Wallthorstraße. 1 abzugeben. Wo? sagt die Exped. b§. BI. Zwei Tage stattfinden und müssen in Folge dessen vorhandene große Sortimente in Modcwaaren, Seidenstoffen, Teppichen, Gardinen, Möbelstoffen, Gondtüchern, Tischtüchern und Bettdecken re. für Ieikgebotenes. ilffi Muer n£im ^Eere und ein Men.URrl zu ver- ou erfragen bet der Exped. ds. Bl. jeden Preis losgeschlagen werden. I beim Bau der Gießener Quell- c^erlettung erforderlichen Pflaster etten jollen vergeben werden. Bedingungen sind im Bureau des f-erzetchneten, Ludwigsplatz 11, ein- 'pi9en- _ 5647 ®arl Rosenfeld. Bekanntmachung. Georg Kaspar Schmandt und seine in Steinberg haben nach [' Kaufbrief vom 29. Mai 1864 in der Gemarkung Watzenborn und Steinberg iit Wiese Flur IV Nr. 328 von lftorg Drelchior Schäfer in Senborn für 77 fl., fällig bis Martini 1865, gekauft, können aber tie erfolgte Zahlung nicht nachweisen. Wer Ansprüche an den Kaufschilling Mt bilden zu können, hat solche ton zwei Monaten so gewiß hier tonb zu machen, als sonst die .jahlung als geschehen angesehen und Beschränkung des Eintrags im Mutationsverzeichnisse gelöscht werden soll. ließen, den 19. August 1883. . Troßh. Amtsgericht Gießen. ^67 Langsdorfs._________ Ahnhois-Umban Gikhrn. Montag den 27. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, das rechts Kil. 133,8 (am Ein- N'I^der Wieseck in die Lahn) stehende ^nchenwärter-Wohnhaus auf Abbruch sofortige Baarzahlung an Ort eteüe dem Meistbietenden ver- werden. Hen. ben 23. August 1883. tn königliche Bauverwaltuna. Findeisen. Mainzer Kirchenbau-Loose (Ziehung 19. September), Darmstädler PftrdemarKt- Loosk (Ziehung 2V. Oktober) 5661 empfiehlt juSlei« Wallach. 6ummi-Tischdecken in allen Größen empfiehlt 5669 __Ernst Elödner. " Iagdftkwehre verschiedener Systeme (nur Suhler Fabrikat), Munition, Hülsen in allen Sorten, Pfropfen, Schrot, Pulver in nur la Qualitäten empfiehlt 5469 Franz Schmidt, Seltersweg 2. Soldaten erhalten beim Einkauf von Civil- üteictern besonders billige Preise im 5421 Frankfurter "Waaren- 6Neustadt Bazar Neustädte. 5496 Ein Haus mit großer Werkstätte in hiesiger Stadt zu dem billigen Preis von 8500 A unter günstigen Ba^hin^ bedingungen zu verkaufen durch I. Blitz. Gin einstöckiges, kleines Wohnhaus in der Älicen- straße, ca. 9 Mtr. lang und 4 Mtr. breit, mit Ziegel gedeckt, wird auf den Abbruch verkauft. 5648 C*. Koch^ Bauunternehmer. Lampenschirme, neueste Dessins, in größter Auswahl empfiehlt 5408 H. Rfihn. Ich empfehle einen kräftigen und reinschmeckenden Kaffee per Pfund i^ Sonnenstr. 14, de^ etsch) in Gießen? 51 Ankauf von Lumpen, «noctr«. Papier und alten Akten. I Louis Rothenberg«. New'Nweg U. S'Ntberu Gllll n < i Lu. ' hiVHerre 4b j 3640 Das Flechten von Rohrstühlen, sowie das von Stühle« jeder Art wird zu billigen Preisen ausgefuhrt von Philipp \ ji( in hI, U ' Astguft einb De« Was io t *'■ Wattigen, $ Stempel jrt echellen soll Eintreten, naH I ch ArWroN! i Men Parlan ! Mchs und w M zuzulchreib chiu erledigen. M Vorlagen des Lie Kaiser üm einer,gan r'i welche säst n Len Reigen iil, welcher hii Hai Wen Tau Äouch bezüglich i Hiii von hoher uchnscher nach chr lchon seit ü LWg Karl di biö nächsten' lßm zu begrüßi iil Mich auch K b'ns den Manöve ^.September i V'N Fernando Woche zu eine Mn eingetro W des rumä • gebracht, M\w nimäni und in bfl' Die Modenwelt. Jllustrirte Zeituiigm Toilette - und Hai^ arbeiten. Alle!4Tf eine Nummer. Lni' vierteljährlich 1 * 25 Jährliis erscheinen: 24 Nummern mitSci: letten u.Handarbi!^ enthaltend gegen _ Abbildungen mit schreibung, welche das ganze Gebie: bt Garderobe und Leibwäsche für DoM Mädchen und Knaben, wie für das zcck'i! 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