Meä. (Si| tawguitb äjft Ocharge, ^gen Nummer -rr. 116. Donnerstag den 24 Mai L88S. Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen. Bureaur Schulstraße 7. Erscheint ILglich Mit Ausnahme des Mottlags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. yy^miWWlgMggggmg gsgg ! —M?ESSWWDMWWMSWMWW^MW^» Amtlicher Hheil. Nr. 7 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 16. d. M., enthält: (Nr. 1492.) Uebereinkunft zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich-Ungarn, betreffend die gegenseitige Zulaffung der an der Grenze wohnhaften Medicinalpersonen zur Ausübung der Praxis. Vom 30. September 1882. Gießen, den 23. Mai 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Betreffend: Das Budget des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen pro 1883/84. Bekanntmachung. Nachdem Großherzogliches Ministerium des Innern das vom Ausschuß des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen prs 1883/84 festgestellte Budget genehmigt hat, wird dasselbe hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. w :n äsen. )r. Festpredigt: tesdienst. 5 Reisepredtzrs )emhung gegen* t?" Resemt: um toborn. «karten. Solche' tbrai des Auö- ^sschck „ ■rlr. b. üblichen (tritt wird der »MS len: f«*n*en “”j S«hlb in m A. Einnahme. 1. Zuschuß aus Großh. Hauptstaatskaffe .... 2. Beitrag der Aachen-Münchener Feuerversicher.-Gesellschaft 3. Beiträge der Vereinsmitglieder 4. Überschüsse aus vorderen Jahren .... 5. Zinsen aus solchen L Zusammen B. Ausgabe: 1. Bureaukosten 2. Kasse und Rechnungswesen 3. Unterstützung der landwirthsch. Bezirksvereine 4. Kosten der landwirthsch. Zeitschrift .... 5. Gehalt des Wiesenbaumeisters 6. Beitrag zur landwirthsch. Versuchsstation 7. Für die Ackerbauschule zu Friedberg .... 8. Für die Ackerbauschule zu Alsfeld .... 9. Beitrag zu den Kosten des Deutschen Landwirthschaftsraths 10. Zur Unterstützung des Obstbaumwärtercursus in Friedberg 11. Zur Hebung der Rindviehzucht 12. Zur Unterstützung der Provinzialfohlenweide 13. Zur Unterstützung der Errichtung von Pfennigsparkassen 14. Zur Unterstützung von Viehzuchtvereinen (Vogelsberger) 15. Betriebsfond Zusammen Friedel Hausen, den 10. Mai 1883. Staats- Vereins- fand fand JL. X 6543 — — 400 — 6188 — 2205 — 225 6543 9018 Staats- Vereins- fand fand X — 970 — 300 — 2102 — 3000 2500 — 525 — 1100 — 1100 — 200 — 600 — 500 1000 — 200 18 82 — 1000 — 364 Bemerkungen zur Ausgabe. Zu pos. 11. Aus dem Betrag von zusammen 1500 «X sollen 1000 «X dem landwirthsch. Bezirksverein Büdingen für Abhaltung einer Viehpreis- vertheilung zur Verfügung gestellt, von den weiteren 500 JL aber den Bezirksvereinen Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Büdingen und Schotten je 100 .X zur Hebung der Zucht der Vogelsberger Viehrace übermittelt werden. Zu pos. 13. Diese 100 JL sollen in kleineren Beträgen von etwa 8—10 cX denjenigen Gemeinden oder Vereinen zur Verfügung stehen, welche Pfennigsparkassen gründen und kommen nach der Reihe der Anmeldungen zur Verwendung. Zu pos. 14. Diese 1000 eX sollen in Beträgen von je 200 «X den landwirthsch. Bezirksvereinen Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Büdingen und Schotten zur Verfügung gestellt werden, wenn in dem Bezirk entweder bereits ein Verein für Züchtung von Vogelsberger Vieh besteht oder sich bis zum 1. Juli l. I. gebildet hat. 6543 9018 Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen. Adalbert Freiherr von Nordeck zur Rabenau. Politische Ueberficht. Gießen, 23. Mai. Prinz Albrecht von Preußen, welcher bekanntlich die preußische Königsfamilie bei den Moskauer Krönungsfeierlichkeiten vertritt, hat am vorigen Montag Abend von Berlin aus die Reise nach Moskau angetreten. Die Krönungsbotschaft besteht aus dem commandirenden General des 9. Armee-Corps, v. Tresckow, dem Generalmajor Graf Alten, Commandeur der 1. Garde- Kavallerie-Brigade, dem Commandeur des 1. Garde-Jnfanterie-Regiments z. F., Oberst v. Kaltenborn-Stachau und dem Commandeur des westpreußischen Manen- Regiments Nr. 1, Oberstlieutenant Jouame, sowie dem Ober-Ceremonienmeister Graf zu Edinburgh. Von einer Berathung des Unfall-Versicherungs-Gesetzes durch das Plenum des Reichstages in der laufenden Session ist kaum mehr die Rede, so daß dieser Gegenstand erst in der Herbst-Session zur weiteren Verhandlung gelangen dürfte. Wie die „Nat.-Ztg." meint, würde im kommenden Herbste dem Reichstage gutem Vernehmen nach auch die Vorlage bezüglich der Verlängerung des Socialisten-Gesetzes gemacht und derselbe somit vor die Auflösungsfrage gestellt werden. Man würde daher gut thun, in alle Rechnungen über die Zukunft des Reichstages in seiner jetzigen Gestalt die sich so vorbereitende Action in erster Linie mit aufzunehmen. Die jüngste Anwesenheit des Herrn Waddington in Berlin hat die Erscheinung dieses französischen Staatsmannes wieder mehr in den Vordergrund treten lassen. Wie es heißt, soll derselbe nunmehr zum Botschafter Frankreichs am Wiener Hofe designirt sein und bei der großen Beliebtheit, deren sich Herr Waddington in den Berliner leitenden Kreisen erfreut, erscheint diese Wahl von Bedeutung, lieber die Vorgeschichte der Anwesenheit des französischen Krönungs-Botschafters in der deutschen Reichshauptstadt erfährt man noch, daß der Ankunft desselben längere Verhandlungen zwischen Challemel- Lacour, dem französischen Minister oes Auswärtigen, und dem Vertreter Frankreichs am Berliner Hofe vorausgegangen sind und daß sich Herr Waddington nicht eher auf den Weg machte, als bis das Terrain für die Erfüllung seiner nach Berlin mitgenommenen Mission geebnet war. Nach langem Leugnen haben die Mörder des judex curiae Ungarns, Georg Majlath's, endlich ein volles Geständniß abgelegt. Die Mission Brazza's am Congo, die angeblich nach den Versicherungen der französischen Regierung nur friedlichen Zwecken dienen soll, erhält allmälig ein kriegerisches Relief. Am Sonnabend hat die französische Deputirtenkammer die Vorlage, welche den Kriegsminister ermächtigt, der Mission unter Brazza 100,000 Gewehre älterer Construction, also Vorderlader, zu überlassen, genehmigt. Der Conseilpräsident bemerkt zwar, daß diese Gewehre durchaus friedlichen Zwecken dienen fallen, da dieselben gleichsam baares Geld in Central-Afrika seien, indessen dürfte sich unter jenen 100,000 Stuck mancher Hinterlader befinden, der seine Verwendung eventuell gegen dre am Congo hausenden Negerstämme finden könnte. Dann aber wird aus Algier gemeldet, daß daselbst der Transport-Dampfer „Garonne" emgetroffen ist, welcher Verstärkungen für die Expedition Brazza's aufnehmen soll und mefer Umstand spricht gerade nicht sehr für den absolut friedlichen Charakter et Brazza'schen Expedition. Die Intervention des Papstes in t>en iriJ*enfr2tn9e^*t^^ aus den entschiedenen Protest der Anhänger Parnell s sowohl m Jr and selbst, als auch in Nord-Amerika gestoßen. Die Organe der irischen Landliga weise in herben Ausdrücken die Stellungnahme und die Einmischung des Vatikan, m die irische Politik zurück und ebenso haben der Präsident 1 L Coinitä der irischen Liga in St. Louis, Nord-Amerika, den KaHo ken telegra vbiscb aemeldet daß sie aeaen das Rundschreiben des Papstes protesüren. Ob s? s? wi« --- iä« Regierung, wie es der päpstliche Erlaß will, viel Erfo g h , s h '«rn'^eo«neben» i» endlich die («n«e «otll4ln»l in Mr bei- Kammer w Gunsten der von ihm emgefchlagenen Politik. Die Kammer hat denn auch diesem Verlangen entsprochen; nach verschiedenen Zwischenfällen nahm hie jammer den Antrag des Deputirten v. Ercole: „Die Kammer billigt 7u?bie Ä ÄjieJfl 2C.--, wofür sich auch de Pretis erklärt hatte, >uit 348 gegen die 29 Stimmen der äußersten Linken an; o Deputrrte ent- hielten sich der Abstimmung. Das Cabinet de Pretis hat somit vom Parlament einen glänzenden Beweis des Vertrauens empfangen und ist seine Position nun eine derartige feste geworden, daß der radikalen Opposition die Lust zu ferneren Anstürmen wohl auf einige Zeit vergangen fern dürste. Die schwedische Regierung hat in der Berathung der Regierungs- Vorlage über die Heeres-Organisation, womit sich gegenwärtig die zweite Kammer des schwedischen Reichstages beschäftigt, bereits eine empfindliche Niederlage zu verzeichnen. Mit 153 gegen 44 Stimmen lehnte die Kammer § 1 der betr. Vorlage ab und nahm statt dessen einen abändernden Antrag der Opposition an. Der Staatsminister hatte sich entschieden gegen den Antrag ausgesprochen, da er eine Schwächung der Heeresstärke involvire. Die Reform frage für Armenien scheint jetzt endlich in Fluß kommen zu wollen. Die türkische Regierung hat die Commission behuss Ausführung der schon so lange verheißenen armenischen Reformen niedergesetzt und besteht dieselbe aus dem Ministerpräsidenten Said Pascha, sowie den Ministern des Innern, der Justiz und der öffentlichen Arbeiten. Bereits hat Said Pascha die Gouverneure von Wan und Marasch (Armenien) zu einer Besprechung nach Konstantinopel berufen; die Commission soll sich mcht nur mit den Resormen für Armenien, sondern auch mit den für die übrigen Provinzen in Aussicht genommenen Resormen befassen. Die jüngste Anwesenheit Lord Dufferin's in Konstantinopel hat ohne Zweifel dazu beigetragen, diese Angelegenheit einmal in Gang zu bringen. In dem nordamerikanischen Freistaate Illinois hat ein Orkan große Verheerungen angerichtet, wobei leider viele Menschenleben zu beklagen sind. 63 Personen sollen durch dieses Elementar-Ereigniß umgekommen und ca. 200 Personen hierbei verletzt worden sein. Auch in Wisconsin hat der Ortan große Verluste an Menschenleben und Eigenthum verursacht. m. Darmstadt, 22. Mat. Die zweite Kammer der Stände nahm heute ihre voraussichtlich längere Zett in Anspruch nehmenden Arbeiten wieder auf. Zunächst wird eine lange Reihe neuer Einläufe verlesen, deren wichtigere wir s. Z. bereits sämmtltch ausführlich mttgethettt haben. Nach mündlicher Berichterstattung Namens des dritten Ausschusses beschließt die Kammer, die Wahlen der Adgedrdneten Jöckel und Arnold für gültig zu erklären. Es folgt die Berathung über das von Großh. Finanzministerium mitgetheilte Gutachten der Commission zur Untersuchung der hessischen Strombauverhältntsse und der durch die hessischen Strombauten heroor- vorgerufenen Beschwerden hessischer Gemeinden und Gutsbesitzer, sowie der Antrag des Abg. Metz, die Rheincorrection betreffend An der theilwetse sehr lebhaften Debatte betheiltgen sich außer dem Mtnisterialpräsidcnten Schletermacher, Excellenz, und Ministerialrath Fink die Abgeordneten Freiherr von Nordeck zur Rabenau, Schröder, Reinhart, Metz, Geter, Maurer, Möhn und Osann. Von allen Rednern wurde das Eingreifen des Reichs in die wichtige Materie der Strom- regultrungen freudig begrüßt, jedoch dabet mehrfach hervorgehoben, daß die Abstellung localer Beschwerden in kürzester Frist dadurch nicht gehindert weiden dürfe. Mintstertal- rath Fink stellt bereits für die nächsten Tage eine Vorlage an die Kammer Zwecks Erweiterung des der Bauverwaltung für die laufende Unterhaltung gewährten Credits m Aussicht, da die nach dem letzten Hochwasser dringend nothwcndig gewesenen Damm- reparaturen u. s. w. bereits die Summe von 500,000 JL verschlung n haben. Namentlich von Setten des Abgeordneten Osann und des Referenten Schröder wird die provisorische Berufung desKretsbaumeisters Walther als Hydrotcchn'.kec tn die Bau- abtheilung des Finanzministeriums einer sehr abfälligen Kritik unterzogen unter Hinweis auf die frühere Thättgkeit desselben in dem seitherigen von der Mainzer Commission nicht überall gutgeheißenen System der Damm- und Strombauten. Schließlich werden die Anträge des verstärkten Finanzausschusses angenommen, dahin gehend, die Regierung zu ersuchen, 1. dieselbe wolle alle geeigneten Schritte thun a. für die rasche Entfernung des oberhalb Kastel zum Schutze der Schiffe der rechtsrheinischen Staatsbahn dort angelegten Hafendammes, soweit solcher über das Normalprofil des Rheines vorsprtngt, b für die baldige vertragsmäßig längst fistgestellte Abtreibung eines Theils der sich hier anschließenden Maaraue; 2. dieselbe wolle anordncn, daß die Weilererhöhung des am unteren Rhetnthore zu Mainz im früheren linksseitigen Rheinarm ausgeführten Querdammes vorläufig eingestellt, dagegen der projecttrte Längsdamm an den neuen Hafenanlagen von dem Raimundithore dis zur Ingelheimer Aue, ebenso b'e vertragsmäßig beschlossene Abtreibung eines Stücks der gegenüber liegenden Pelersaue ungesäumt ausgeführt werde behufs Herstellung der neuen Uferlin'e und Ausbildung der Stromrinne innerhalb des auf eine lange Strecke verengten Hochfluthprofiis. — Der Antrag Metz wird für erledigt erklärt. Ebenso wird der Antrag des Abgeordneten Haas auf Organisirung eines behördlichen telegraphischen Wasserstandsnachrtchtendienstes für die bethetliglen Gemeinden der Rheinniedcrung in Folge der jüngsten Bekanntmachung der Großherzoglichen Regierung in diesem Betreff für erledigt erklärt. Bezüglich des Antrages der Abgeordneten Tecklenburg, Frhr. v. Nord eck zur Rabenau und D i t t m a r auf Herstellung von lithographirten Kataster- karten beschließt die Kammer nach dem Antrag des Ausschusses, den Antrag für erledigt zu erklären und die Regierung zu ersuchen, die Vervielfältigung von Katafter- karten auf mechanischem Wege, wo sich solche als ein Bedürfniß herausstellt, auf Kosten der Beiheiligten nach Thunlichkeit zu fördern. Namens der Regierung sagt Mmistertal- rath Müller das letztere zu. Nächste Sitzung morgen Vormittag 9 Uhr. Tagesordnung: Gesetzesentwurf, die Gewann- und Parcellenoermessung betr., sowie die damit zusammenhängenden Anträge, Vorlage wegen einer Ztnsgarantie für die Matn-Kettenschleppschifffahrt, Gesetzesentwurf, die Erbauung von Secundäidahnen betreffend. Berlin, 21. Mai. Der Bundesrath hat in seiner heutigen Plenarsitzung den Beschluß des Reichstags in Sachen der Correctton des Rheines und seiner Nebenflüsse den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Bekanntlich war die An- gelegenhett der Rheincorrection schon ziemlich weit gefördert und im preußischen Etat pro 1883—84 eine Position hierfür eingestellt. Das Abgeordnetenhaus hat die Zustimmung an die Vorlage d's mit dem Großherzogthum Hessen abgeschlossenen Vertrages geknüpft und sollte diese Vorlage bis zur dritten Lesung des Etuis erfolgen. Die inzwischen hereingebrochenen Ueberschwemmungen haben unterdessen das Platzgreifen anderer Erwägungen an maßgebender Stelle veranlaßt, welche zu dem Entschlüsse führten, die für dte Rheincorrection ausgeworfen gewesene Summe zmück- zuziehen und zunächst nochmals commtssarische Verhandlungen unter Zuziehung von Interessenten zu veranstalten, wobei erwogen werden soll, ob die Beschlüsse der Biebericher Commission, resp. die dementsprechend geplanten Arbeiten der Strombau- Verwaltung mit Rücksicht auf dte Erfahrungen bet dem diesjährigen Hochwasser einer Modifikation bedürfen ober nicht. Aus dem Rheingau liegen verschiedene Petitionen vor, von welchen die einen das Beharren bei den Biebericher Beschlüssen wünschen, während die andern bedeutende Aenderungen der geplanten Arbeiten und im Wesentlichen den Fortfall aller Buhnen und Erhaltung der Fahrrinne durch bloßes Baggern wollen. Die Schifffahrts-Interessenten sind gleichfalls mit ihren Wünschen vorstellig geworden. Jedenfalls werden die wetteren Verhandlungen in Bleberich auf Grund umfassender Erhebungen erfolgen, wobei insbesondere festzustellen sein wird, ob und inwieweit dte Correctionen im Rhetngau mit den Hochwasserschäden der letzten Zeit im Zusammenhänge stehen. Der Abgeordnete Thilentus hatte bekanntlich in seiner diesbezüglichen Rede im Reichstage daraus hingedeutet, wie schwierig ein solcher Zusammenhang nachzuweisen sei. Berlin, 21. Mai. Die „Berl. Polit. Rachr." schreiben: Die russische Eisenbahnpolitik arbeitet gegenwärtig mit allem Eifer an der Vervollständigung des Schienennetzes, namentlich in den westlichen und südwestlichen Grenzprovinzen des Landes. Man hört fortwährend von der Inangriffnahme oder von der Fertigstellung neuer Bahnlinien, welche zwar, wie sich nicht leugnen läßt, meistens kleine Strecken umfassen, aber stets einen gewissen strategischen oder cvm- merciellen Werth besitzen. Theils werden sie um gemeinnütziger Interessen willen gebaut, theils aber auch, um der übergroßen Menge der beschäftigungslosen einheimischen Ingenieure Arbeit zu geben,die, im Verein milder gejammten russischen Presse, seit langer Zeit bitter über die ständige Bevorzugung auswärtiger Techniker klagten. Neuerdings scheint nun die Negierung sich entschlossen zu haben, fortan nur russische Unternehmer und russische Ingenieure zu berücksichtigen, und wenn das Kapital nicht im Privatwege zusammengebracht werden kann, aus Staatsmitteln Zuschüsse zu leisten. Gegenwärtig werden auch die Eisenbahn-Bataillone in großem Maßstabe zu Vahnarbeiten herangezogen und leisten in dieser Beziehung Tüchtiges. Die Jabinsk-Pinsk-Eisenbahn, 30 Meilen Länge, mit 69 Brücken, darunter mehrere von beträchtlichen Dimensionen, wurde von den militärischen Eisen- bahn-Abtheilungen binnen 5 Monaten erbaut; jetzt haben sie die transkaspische Eisenbahn nach KraSnowodsk in Angriff genommen, welche bis Mitte nächsten Monats Kizil Arvat erreichen wird. Trotz der Schmierigkeiten, welche die Heranschaffung des Materials und die Beschaffenheit des Steppenterrains verursacht, nimmt der Bau doch raschen Fortgang. UebrigenS hat die Erfahrung gelehrt, daß die Stürme und Sandverwehungen der Steppe den Bahnanlagen keinen nennenswerthen Schaden zusügen, höchstens daß sie den Verkehr der Züge zeit- und streckenweise unterbrechen. Mittelst geeigneter technischer Vorkehrungen dürften sich indessen auch diese Betriebshindernisse aus ein Minimum reduciren lassen. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 22. Mai. Reichstag. Bundescommissar v. Scholz lehnt die Beantwortung der Interpellation Johannsen, betr. die Wiederaufnahme der Nordschleswtgschen Optanten in den preußischen Staatsverband, ab. Der Bundesrath werde sich auch an einer etwaigen Debatte nicht betheil gen. Während Johannsen das Wort nimmt, ver» lassen sämmtltche Bundesrathsrnttglieder den Saal. Bei Besprechung der Interpellation spricht Richter seine Verwunderung über das Verfahren des Bundesraths aus und hofft, Puttkamer werde gemäß seinen entgegenkommenden Erklärungen im Abgeordnetenhaus vom 7. März seinen damaligen Standpunkt zu wahren wissen, v. Mmnigerode findet das Verhalten des Bundesralhs korrekt; die Sache gehöre vor den Landtag, nicht vor den Reichstag. Windthorst hält den Reichstag für berechtigt und verpflichtet, tn solchen Angelegenheiten feine Stimmen zu erheben, aber die von dem Interpellanten angeführten Einzelfälle hätten in Preußen noch nicht alle Instanzen pasfiit und seien noch nicht reif für d«n Reichstag. Die Angelegenheit wird damit verlassen. Der Reichstag trat hierauf in die dritte Berathung des Krankenkussengesetzes. Den Ausführungen des Abg. Hirsch gegenüber erklärt der preußische Finanzminister v. Scholz, daß der G setzentwurf für die verbündete, Regierungen unannehmbar sei, sofern der Reichstag die in zweiter Lesung beschlofsenene Ausdehnung des Gesetzes am die land- und forftwirthschaftlichen Arbeiter aufrechthalte. Nachdem die Abgeordneten Dtrtchlet und v. Maltzahn Gültz sich für die Ablehnung ausgesprochen hatten, wurde die Specialdebatte auf morgen vertagt. Leipzig, 22. Mai. Anläßlich des 50jährigen Aintsjubiläums des Präsidenten des Reichsgerichts, Simson, überreichte heute der Staatssecretär v. Schelling demselben im Auftrage Sr. Maj. des Kaisers den Rothen Adlerorden 1. Klaffe. An der Spitze der Reichsgerichts-Deputation brachte der älteste Senatspräsident Dr. Drechsler die Glückwünsche des Collegiums dar, welches dem Präsidenten zugleich ein von Paulsen gemaltes Bild desselben, für den Sessionssaal des Reichsgerichts bestimmt, verehrte. Der Oberreichsanwalt v. Seckendorfs überbrachte sodann mit den Glückwünschen der Reichsanwaltschast diejenigen des preußischen Justizministeriums. Oberpostdirector Walter erschien mit einem Schreiben des Staatssecretärs Stephan. Auch die sächsische Regierungsbehörde, die Justizbehörde, welche in Leipzig ihren Sitz haben, die juristische Fakultät der hiesigen Universität und die Geistlichkeit Leipzigs gratulirten durch Deputationen. Die Oberbürgermeister und Stadtverocdneten-Vorsteher von Königsberg und Leipzig überreichten Ehrenbürgerbriefe ihrer Städte, der Oberbürgermeister von Leipzig, Dr. Georgi, verband damit zugleich die Miltheüung, daß der Magistrat beschlossen habe, die Straße, an welcher das künftige Reichs- gerichtsgebäude errichtet wird, Simsonstraße zu benennen. Außerdem langten Glückwunschschreiben und Telegramme Seitens des deutschen Reichstages, von verschiedenen sächsischen, preußischen und ReichSbehorden ein, überdies unzählige Beweise von Auszeichnungen für den Jubilar. Das freie deutsche Hochstift zu Frankfurt a. M. sandle eine Adresse mit dem Bilde Göthe's, der Großherzog von Oldenburg gratulirte telegraphisch, die Stadt Frankfurt a. d. O. überreichte eine Adresse, der Großherzog von Baden verlieh dem Präsidenten das Großkreuz des Zähringer Löwen-Ordens. Am Nachmittag vereinigte die Senats- Präsidenten und Näthe des Reichsgerichts ein glänzendes Festmahl zu Ehren Simson's. Moskau, 22. Mai. Die Vorbereitungen zum heutigen feierlichen Einzug des Kaisers und der Kaiserin wurden in dieser Nacht vollendet, die Stadt bietet einen außerordentlich glänzenden Anblick dar. Vom Pettowskipalaste bis zum Kreml auf eine Entfernung von 5 Kilometern, welche der kaiserliche Zug passtren wird, wehen unzählige Fahnen und Flaggen in den Farben Rußlands und des kaiserlichen Hauses, die Häuser, tn denen die fremden Botschafter und Gesandten wohnen, tragen deren bezügliche Landessarben. Die Straßen entlang ziehen sich mit Fahnen geschmückte Masten, an den Fenstern und Balkoyen befhiben sich Zeltdecorationen in den lebhaftesten Farben, die zahllosen Glockenthürme, mit Fahnen geschmückt, machen einen pittoresken Eindruck. UeberaU erscheinen die Namenszüge des kaiserlichen Paares in den verschiedensten Formen. Schon vom frühen Morgen an waren Straßen und Fenster von Menschen dicht besetzt, Viele hatten sogar die Nacht auf den Straßen zugebracht, tn den Gegenden, welche der Zug passtrt, ist das Gedränge bereits so groß, daß der Verkehr fast unmöglich ist. Während der Nacht waren die Kirchen massenhaft von Andächtigen besucht, die für das kaiserliche Paar beteten. Aus allen Plätzen, an denen der Zug vorüberfährt, sind große Tribünen errichtet, wo die geladenen Gäste, namentlich bie Angehörigen des diplomatischen Corps, Platz nehmen. Das Wetter ist prachtvoll. — Die Stadt prangt im reichsten Schmuck der Fahnen, Banner und Flaggen, die eine Meile lange Einzugsstraße vom Petrowskipalafte bis zum Kreml ist tn eine Via triumphalis verwandelt, alle Balkone sind mit Teppichen geziert und Mit Zuschauern in festlich erregter Stimmung dicht besetzt. Der Andrang der Bevölkerung tn den Straßen ist ein gewaltiger. Auf dem ganzen Einzugswege bild n die Truppen Spalier- An den Huuptstattonen sind Tribünen errichtet, die schon gegenwärtig dicht besetzt sind- Der Einzug in den Kreml dürste Nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr erfolgen. Das Wetter ist mild und heiter. - Gegen Mittag gaben 9 Kanonenschüsse das Signal zur Bildung des kaiserlichen Zuges. Dte Truppen formirten alsbald ein Spalier die ganze Ausdehnung der Via triumphalis entlang, durch welche sich der Zug zu bewegen hat. Derselbe entspricht genau den Anordnungen des ossiciellen Programms. Namentlich waren es die De- j putattonen der astatischen Völkerschaften tn ihren reichen und seltsamen Costümen, welche, unmittelbar nach dem Leib-Convot des Kaisers rettend, zunächst die allgemeine Aufmerksamkeit erregten. Nachdem die Großwürderttrüger zum Theil in Galaequtpagen, zum Theil zu Pferde und eine Abteilung der Chevaltergarde vorübergezogen war, erschien, einen gewissen Zwischenraum zwischen den Voranziehenden und den Folgenden i lassend, der Kaiser in großer Generalsuniform auf einem weißen Rosse- Bei dem ! Erscheinen des Kaisers brach unter der unzählbaren Menschenmenge, welche die Straßen in undurchdringlichen Massen, ebenso wie alle Dächer, Balkone und Fenster besetzt hielt, Gießen, &J oori WrsschivSche- Cn Wern war tz etiM die Todesursache.__ Darmstadt, bet Im jünflfün ^6 Wrlich-n Verordnu O Seilhatten von P Ngeschriebmen Jnsch Md, so angebracht Petroleum der im $ 1 M Kilogiamm @ew'd üd) an jedem G-M W wenn das Gejäl elf tolhem Grunde n Mandell, wirb nc ii 150 JL oder mit i iM Ermessen allg« sMMrkeit anzuott hn, wenn Verbuch r bnung vom 21 fr föiiiif/Vj’'1 ai ■äS? oieWw ° W wel^ nyg passte Wirf? ilt«« 3 OM btn 8 ™ w J eerlafii” Srg ein. .Niti, Mettst DiezurEMi nrresthauses dahi« Seiten, wie: Maurerarbeit, ver fäefemg utib Nr Mirfchicht, Den Wrung unö Vet , Wackensand, v Erstellung von Sei und CenienlsG a Wlagt jh ^einhauerarbeit Äos I pluelh und Treppe : , schlagt zu Loos II Matt Wirte Arden , schlagt zu «re: Meckerarbeit Zeinerarbeit,' Allerarbeit, ^erarbeit, Abinderarbeit Wtorteit,' G. i ? Emittenten A. 5944.12, 33130 n 300 340 f? 4780 Pläne, 2930 (Hnautd. 3570 790 3571 3586 Lang. 4515 2400 2110 4300 5030 1400 3700 750 Dachdeckerarbeit, Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, Glaserarbeit, Weißbinderarbeit, if ft ff ff ff 3) Zimmerarbeiten 4) Dachdeckerarbeiten 5) Spenglerarbeiten 6) Schlosserarbeilen 7) Eisenlieferung M ff ff ff ft if Wegen Umbau der Brücken am Weg nach dem Philosophenwald ist die Passage von Wieseck nach dem Philosophenwald auf mehrere Tage abgesperrt. Wieseck, den 23. Mai 1883. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Oeffentliche Aufforderung. Johannes Herbert und Frau Anna Marie, geb. Horn, zu Steinbach beabsichtigen, die ihnen zustehenden Grundstücke: 11/429, Acker am Gießerweg, V1/346, Acker auf dem Kimmelberg, XVIII/42, Acker neben der Embach der Gemarkung Steinbach zu veräußern, vermögen aberErwerbsurkunden nicht beizubringen, beziehungsweise gehörig erfolgte Zahlung des Kauf- schillings nicht nachzuweisen. Es werden daher Alle, welche irgend welche Ansprüche an diese Grundstücke bilden zu können glauben, hiermit aufgefordert, fo gewiß innerhalb drei Monaten, vomErscheinendieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern an gerechnet, solche bei unterzeichnetem Gericht geltend zu machen, widrigenfalls der Eigenthums- nachweis als erbracht und beziehungsweise die Zahlung des Kaufgeldes als erfolgt angesehen und die unbeschränkte Ueberschreibung auf den Namen der neuen Erwerber verfügt werden wird. Gießen, den 21. Mai 1883. lehnt die Seoul: ordschltswigschei !/de sich auch cn sort nimmt, ver> mJntttpeüalion rä autz und hofft, kMWode Wa&, nldjl w vfl chtet, tn jolfc Unten angeM titn noch nicht H anfinkussrngrschi ^che FmanMlchkl unannehmbai |d, iß des Gesetzes w n die Abgeordneiü ichen hotten, M beiten, wie: Maurerarbeit, veranschlagt zu Lieferung und Verlegen einer Jsolirschicht, veranschlagt zu Lieferung und Verfüllen von Schlackensand, veranschl. zu Herstellung von Betongewölben 3151 Eine fahrbare Gartenspritze zu verkaufen. Neustadt 52. Großh. Amtsgericht. Dr. Schäfer. schlagt zu . . . Zimmerarbeit, veranschlagt Wafferwärwe der Lahn. „ Am 23. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 13° R-, Lustwarme + 17° R. L. Ehr. Rübsamen. behalten bleibt. Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen vom 4. bis zum 9. Juni, Vormittags 10 Uhr, in unserem Bureau zur Einsicht offen, in welchem Termine die Eröffnung der eingelaufenen Anerbieten in Gegenwart der Interessenten stattfinden wird. Die Anerbieten, welche sich auf einzelne Arbeiten, auf eine Gruppe derselben oder auf das Ganze erstrecken können, sind verschlossen und mit den entsprechenden Aufschriften, aus welchen die Art der Arbeit oder Lieferung zu erkennen ist, versehen bis dahin bei uns einzureichen. Voranschlagsauszüge können gegen Erstattung der Copialien bezogen werden. 3585 Gießen, den 23. Mai 1883. Hroßherzogliches Kreisbauamt Gießen. I. V.: Dr. Hesse, Bau-Accessist. 2615.75, 1895.49, 1167.23, 575.40, 178.—, 1296,27, 235.-. veranschlagt zu sollen auf dem Wege einer allgemeinen Submission vergeben werden, wobei jedoch die freie Auswahl unter fämmt- lichen Submittenten ausdrücklich vorsind von den Pol'zetbehörden die Befugnisse, welche ihnen nach dem Nahrungsrnittel- gesetz zuftehm, tn Anwendung zu bringen. Die von den Polizeibehörden angeordneten Untersuchungen sind durch einen von dem Kreisamt zu bestätigenden Sachverständigen in Gemäßheit der im Eentralblatt für das deutsche Reich enthaltenen Bekanntmachung vom 14 April 1882 auszufübren. Auch von Privaten können den Sachverständigen gegen Entrichtung der vorschriftsmäßigen Gebühren Untersuchungen von Petroleum in Bezug auf dessen Entflammbarkeit übertragen werden. Dieselben sind in der eben bezeichneten Weise vorzunehmen. Die Namen der bestellten Sachverständigen werden öffentlich bekannt gemacht werden. Der Sachverständige hat der Pol'zeibehörde, bezw. dem Privaten über das Ergebniß der Prüfung nach einem hierfür vorgeschriebenen Muster ein Protokoll mitzutheilen. Die den Polizeibehörden nach gegenwärtiger Bekanntmachung zustehenden Befugnisse werden in den Städten von den Bürgermeistereien, bezw. den vom Staate ernannten Localpoltzetbeamten, in den Landgemeinden von den Großherzoglichen Kreisamtern ausgeübt. — Nach der 24 Sammelliste über die Beiträge für die Wasserbeschädigten im Großherzogthum Hessen erscheint als Gesammtsumme aller Einnahmen bis Mitte Mat 1 101,824 JL 46 H Hiervon sind verausgaubt an Unterstützungen und Ersatz für Gelände- und Mobiliarschäden 383,588 JL. 39 H, für Viehsutter, Saatfrucht und Setz- kartoffeln 394,194 66 sonstige Ausgaben 6005 JL 63 als Credtte zur Verfügung gestellt für Gelände- und Mobtliarschäden 125,000 JL, der landwtrthschaftltcheu Commission für ausstehende Rechnungen für Viehsutter, Saalfrucht und baare Entschädigungen für dergleichen Ausgaben 85,805 JL 34 H, Zuschüsse zur besseren Herstellung von Gebäuden unbemittelter Hauseigenthümer 50,000 , zusammen 1,044,594 JL 2 $ und stehen sonach dem Comtte noch 57,230 JL 44 zur Verfügung. Marienschloß, 22. Mai. Der bereits seit 16 Jahren im hiesigen Zuchthaus untergebrachte Schneider Weiffenbach hatte eine Kerkerstrafe zu verbüßen. Als nun am verflossenen Freitag derselbe aus dem Kerker durch ein Wachcommando abgeholt werden sollte, fiel er Über den zuerst tn den Kerker tretenden Soldaren her und brachte demselben, ehe es die drei anderen Soldaten verhindern konnten, mit einer Arbeits- scheere in die eine Se le und an sonstigen Stellen des Körpers schwere Verwundungen bei, so daß die Ausnahme des Soldaten in das Lazareth erfolgen mußte. Der Verbrecher soll die Absicht gehabt haben, irgend einen der Wachmannschaft niederzuwachen. Eine derbe Züchtigung für dieses Vergehen soll demselben sofort nach der Thal schon ruTheil geworden sein. Weitere Strafe dürfte folgen. (Wett. Bote.) Spenglerarbeit, ,, „ Pflaster- und Chaussirarbeit, unermeßlicher Jubel aus. Ruhig und ernst erwiderte der Kaiser, welcher langsam E^ts ritt die enthusiastischen Zmufe d^r Menge. Einen besonders prächtigen Anblick gewährten die nach einem gewissen Zwisch.nraum Ritter bem Kaiser folgenden Großfürsten — Als die Kaiserin in einer reich vergoldeten achtspann'gen, von Stall- mMern und Pagen umgebenen Equipage erschien, brach der enthusiastische Jubel von Neuem los. Im Wagen der Kaiserin befand sich die fünftahnge Großfürstin Xenia, welche der Menge ununterbrochen Kußhände zuwarf. An den Porten der Kirchen, welche der Zug passirte, war die Geistlichkeit aufgestellt welche das kaiserliche Paar sigmte. Nachdem der Kaiser die eigentliche Stadt betreten hatte, erwlgte ^Begrüßung durch dm Generalgouverneur, Fürsten Dolgorucky, alsdann durchdas Stadthaus den AoelsMM schall und den Civilgouverneur. An der Twerskaja-Straße, welche bis zur lllinelle her bHliaen Jungfrau von Jberien stark absteigt, war es möglich, einen 33Iicf über den größe?en Theil des kaiserlichen Zuges zu werfen; der Anblick war über- wälttaend Als der Kaiser am Woskressenski-Thor vom Pferde stieg und dre Kaiserin den Waaen verlasse,, datte, um in der Iberischen Capelle zu beten, erhoben sich aus d-k undurchdringlichen M-Ng. wahrhaft bttäubenbe Subeirufe. Nachdem die Majestäten ihre Andacht verrichtet hatten, fetzte sich der Zug von Neuem in Bewegung und betrat alsbald den Kreml Der Kaiser wird nicht im Kreml Wohnung nchmen, sonder» sich nach dem Alexandrowski.Palais begeben und daselbst bis zur Krönung »ernte en. Gegenwärtig findet in den verschiedenen Kirchen des Kremls der vorgeschrtebene Gottesdienst statt. Das Wetter ist etwas bedeckt.---- Zur geft. Beachtung Schriftliche Anfragen wegen AuskunstsertheÄung über Inserate rc. können wk nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke frür die Rückantwort vergelegt ist. lieber Inserate bezüglich bereu Offerten einzureichen find, ist die Exp ditton zu keinerlei Auskunstsertheilungen befugt. Dffertenbriefc sind — soweit keme bestimmten geaentheiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition ab-uholen. Darmstadt, 21. Mat. In Nachstehendem geben wir das Wesentlichste aus bet im jüngsten Regierungsblatt enthaltenen Bekanntmachung zur Ausführung der kaiserlichen Verordnung vom 24 Februar 1882 über das gewerbsmäßige Verkaufen und Ferlhalten von Petroleum. Nach dieser Verordnung müsftn dte tm § 1 erfeiben vorgeschriebenen Inschriften an den Gefäßen, aus welchen das P^roleum^verkauft wird so angebracht fein, daß sie beim Verkaufe dem Käufer sichtbar find- Mr Petroleum her ,m § 1 der V rorbnung bezeichneten Alt in Mengen von wemger als 50 Kilogramm Gewicht verkauft, ist werter verpflichtet, die vorgeschriebenen Inschriften auch an^ jedem Gckäße, rn welchem das Petroleum an den Käufer verabreicht wird selbst wenn das Gefäß Eigenthum des Käufers ist, an tn d:e Augen faxender Stelle auf rothem Grunde m deutlichen Buchstaben anzubringen. Wer dieser Vorschnft zuwiderhandelt, wird nach § 8 des Nahrungsmittelgesetzes von 1879 mlt Geldftraft bis ,u 150 «X oder mit Haft bestraft. Die Polizeibehörden haben von Zett zu Zeit nach ihrem Ermessen allgemeine ober einzelne Untersuchungen des Petroleums auf feine Entflammbarkeit anzuordnen. Sie sind verpflichtet, die sofott.ge Untersuchung zu ver- füa°n wenn Verdacht vorliegt, daß von einem Verkäufer den Vorschr'Nen der Ver- ordnung vom 24. Februar 1882 entgegengehandelt werde. Be< diesen Unterfuchungen Das Graben eines neuen Brunnens soll Freitaft den 25. ds. Mts.. Nachmittags 4 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei versteigert werden. Wieseck, den 23. Mat 1883. Großh. Bürgermeisterei Wtefecl. 3587 Lang. Arbeitsvergebung. Die zur Erweiterung des Provinzial- arresthauses dahier nothwendigen Ar- Submission auf Buuurbeiten. Die nachstehenden, zum Rohbau eines Schulbauses in Heuchelheim erforderlichen Arbeiten sollen im Wege schriftlicher Submission vergeben werden: 1) Erd- und Maurerarbeiten " A Ar> 2) Steinhauerarbeiten einbpi» Pi," °«a« m Tch N«, bat» duschen läij» ft™ ' lten- welche dir Wtarains 1 Ersah» en «ahmiila« len Btihhi di, MWr lI Ä ÜRiniitmi Lokale». Gieb«n, 23. Mai. sSt-rblichkeit tn Gteßen.s DK Zahl der tn Gtctzen vom 13. bis 19. Mai vorgekommenen Todesfälle bezlffcrt sich tm Ganzen auf 8. Von 3 -lwachfen-n Personen starb eine an Lung-nfchwmdfucht, eine an Lung-nschlag, eine an Altersschwäche. Ein Kind Im ersten Lebenszahre erlag Krampfen. Beitch«" atterm Kindern war je einmal Scharlach, Diphtherie, Lungenentzündung, Gehirnentzifiidung die Todesursache. -- 8) Asphaltacbeiten Die Angebote sind bis längstens Samstag den 2. Juni ds. Js., Vormittags 9 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim einzureichen, tvoselbst auch die Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht ausliegen. Gießen, den 21. Mai 1883. Der Kreisingenreur: 3548 Ein gut erhaltenes Tasclclavier preiswürdig zu verkaufen bet 1 Oournd Lenz, Gambach. ~ und Cementsußböden, veranschlagt zu..... Steinhauerarbeit Loos 1 (Muellons piquöes und Treppen), veranschlagt zu . . . . Loos II (Glatte und pro- filirte Arbeit), veran- Bekanntmachung. Am t. Juni er. wird die bei Station 6,8 der Strecke Wetzlar- Lollar errichtete Personenhaltestelle Gleiberg dem öffentlichen Verkehr übergeben. Die Züge halten daselbst nach Maßgabe des Fahrplans. Der Billet- verkaiis nach der Haltestelle findet auf den Stationen bezw. Haltestellen zu Wetzlar, Dorlar, Kinzenbach, Launs- bach und Lollar statt. Die Billets von der Haltestelle nach diesen Stationen bezw. Haltestellen werden von den Zugführern am Packwagen des Zuges verkauft. Expedition von Gepäck findet nicht statt. " 3584 Wiesbaden, den 19. Mai 1883. Kgl. Eisenbahn-Betricbs-Amt. Bachforellen von 14 Pfd. bis 2 Pfd. Gewicht das Stück, per Pfund 2 J4, hat stets abzugeben 3574 I. W. Wiffendach, Herborn. biläums des p ’r StaatslecM ers den AH-I laiion brachte dü Collegutms b, silv desselben. M. Oberreichmil * ysdniualfc j j - iBaltec e* sächsisch'! 'JN; rn, bie W* ■ tzralckrült burt Lorjteher non Wie, der h Die MtM 15 fuiW'M1 Außerdem W überdies unzA .-ul'che NW1 Der MW \ £), iiberceid)« < be» M ®* ligü bie !|W P *| «SSffl tctttn V .Hör6g[C i« ’if ben f' UJ‘reÄP«* 'SE DcutsÄer Phöirix, Versicherungü-Gtselischast in Frankfurt a. Main. Gegründet im Jahr 1845. Grunbkupitul . . . . v/4 9 428 580 Prämien- und Zinsen-Einnahmen im Jahr 1882 „ 3 632 127 Baare Reserven........ Der „Deutsche Phönix" versichert gegen Feuerschaden: Mobilien, Maaren, Fabrik-Geräthschasten, Feld-Erzenünisse in Scheunen und rn Schobern, Vieh und landwirthschastliche Gegenstände jeder Art zu moglrchsr bUigen, festen Prämien, so daß unter keinen Umständen Nachzahlungen zu leisten sind. r Y , .. .. Prospecte und Antrags-Formulare für Versicherungen werden jederzeit unentgeltlich verabreicht, auch ist der Unterzeichnete gern bereit, jede wettere Auskunft zu ertheilen. m Gießen, im Mai 1883. Die Bezirks-Agentur: 3227 ____jFr. _______ Restauration ?ur Puivermühie. 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Wenzel hier unterhält ebenfalls Lager von diesen Weinen und werden solche auch im Glas bei demselben verabreicht 3231 Ich bemerke noch, daß ich nur die feinsten griechischen Weine importire, des hohen Zolles wegen der Import von billigen Wernen nicht rathsam ist. Alle Sorten Mineralwasser in stets frischer Füllung empfiehlt 3575 Gg, Wilh, Weidig. 3455___________________________________ Zu dem am 11. Juni ds. IS. stattfindenden Donnerstag den 24. t. M., Abends 8 Uhr: Sitzung des Gesamrnt Comit^ s in WenzeFs Saalbau. Tagesordnung: 1) Berichterstattung über die seitherigen Arbeiten, 2) Vergebung der Wirtschaft in der Festhalle. 3596 Die gegen den Privatkläger Julius Möhl in Gießen ausgestoßene Beleidigung nehnie ich hiermit als un- Zwirnerei 11. Wadeufabrlk, Aogsbnrg. Augsburger Bockzwirn. “WGS Den ausschließlichen Alleinverkauf unserer Nähzwirne haben die Herren Gebrüder Leis«, Großhandlung in Garnen und Bindfaden, Frankfurt a. M., für die Provinz Hessen-Nassau und das Großherzogthum Hessen übernommen. Wir ersuchen daher unsere särnrntlichen Abnehmer in diesem Rayon ihren Bedarf gefl. durch diese Firma zu beziehen. — Wir werden bemüht sein, stets eine gute, reelle Waare zu liefern und machen wir besonders auf unsere Zwirn« für Nähmaschinen aufmerksam, welche an Haltbarkeit keinem deutschen ober englischen Fabrikat zurückstehen werden. Die Direktion der Zwirnerei u. Nähfadenfabrik Augsburg. Höfl. Bezug nehmend auf obige Mittheilung halten wir uns bei Bedarf bestens empfohlen. Gebrüder Äei**, 3569 gegenüber Hotel „Frankfurter Hof". IM-MH.....lii'org Franz ist eröffnet. Verehrlichem Publikum zur gefl. Nachricht, daß alle Abtheilungen fertig gestellt sind. Ferner empfehle neu angelegte Grund- und Kastenbaber. Ich werde bestrebt sein, durch größtmöglichste Sicherheit und Aufmerk- samkeit meine werthen Kunden zufrieden zu stellen und bitte mich in meinem Unternehmen durch zahlreichen Besuch gütigst unterstützen zu wollen. Hochachtungsvoll 3595 Ein Diener wird gesucht. Südanlage 7. Statt besonderer Anfeige. Heute Morgen 31/2 Uhr entschlief sanft nach langem schwerem Leiden unsere liebe unvergeßliche Frau, Mutter und Tochter Frau Katharina Gibb, geb- Heller, im 32. Lebensjahr, was wir hierdurch Freunden und Bekannten mit der Bitte um stilles Beileid mittheilen. Gießen, den 23. Mai 1883. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr, vom Sterbehaus (Leihgesterner Weg 21) aus statt. 3581 Verantwortliche Redaction: A. Schevda. — Druck und Verlag der Brühl'chen Druckerei (Fr. Cbr. Pietsch in Gießen. Hierzu eine Beilage. 360t 8chissmberg (4ro[jn[etdjnamstag): l Coneert von Mitgliedern der hiesigen Reg.-Mufik. Liederkranz. Sonntag den 27. Mai er. Äbendunlerhaltung im Wenzel'fchen Saale. Lehrling für ein Frankfurter Colonialwaaren- Detail-Geschäft per sofort gesucht. Offerten unter V. 9612 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M- 3578 Griechische Weine. Von der Firma E. A. Toovle in Cephalonia mit dem Allein-Berkaus ihrer vorzüglichen Weine betraut, offerire ich hiermit Der Wien glih»»' §en «Watten unt Ke: Der lein bestich» ckcirt. JMn'' Warck im NtlfL Mick ist an regelrnai Mg auf sein W Haus keinen Anil ich nichts Näheres. Zn hannov M deutsche §anbi (Berlin). T Debatte folgende & Merfrage untre dm gewerdlichen . wirben. In Oester 1 nÄer'osterreWche Debatten von her Wtlich nicht brir Lndelangt, da au ten sind. Die Mtit iriffan Ängeiege fihr bezeichnend, d, [ Oe Klerus Zrlan Regung zu unter . latholifchen Kircher foolnien u. s. m. ; Agitator Parnell z ■ «mahnten die Pfai ! Whnung der nn immer mit der na Ren des Vatikan ' Wn gewohnt ist Erdballs, ftfict aus. . ^Oem die katholis lo beweist die Christenheit ge Italien y achttägige Red? 1 Öligen Pow i ^eren geendet, bi die vom V Ministerium dc - ,^.t die italien Wb besonders deren S*N. T Aten und der WA wiederum d, ÄZ Lenz scher Fclfenkeller. Donnerstag den 24. Mai (Irohnleichnainstag): Abend-Concert von der hiesigen Regiments-Musik (28 Mann) Nts S" Sftjle r»h ÄS per Fl. «A 1.80 (herb) : :: W* „ „ , 2.301 „ „ „ 2.40 (ganz süß) » n ii 2.50 J Feflball für Israelitrn bei Wirth Christian Sänger in Hohensolms ladet ergebenst ein Paa Comite» Die Mbsamensche Bade- nnil Schwimm - Anslall ist eröffnet Die Anstalt ist fast neu erbaut und den Verhältnissen entsprechend vergrößert und verbessert. Für den Schwimmunterricht und Aufsicht sind erprobte Kräfte da und stehen unter meiner speciellen Aufsicht. Das Schwimmen der Damen findet in den Wochentagen von Morgens 6—10 Uhr unter Aufsicht statt. Das Baden der kleinen Mädchen im Kinderbad wird stets überwacht und geleitet, ebenso das Schwimmen der Mädchen im Bassin. Unterrichtsstunden und Badezeit für die Schuljugend find an den Wochentagen Bormittags von 10—12 Uhr und Nachmittags von 3—7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur Vormittags von 6—12 Uhr. In diesen Stunden wird gute und strenge Aufficht geführt, so daß die verehrt. Ettern in jeder Beziehung beruhigt fein können Ich lade zum Abonnement ganz ergebenst ein und bemerke, daß alles Nähere in der Anstalt, wo auch die Liste zur gefälligen Einzeichnung offen: liegt, zu erfahren ist. Sjv €’äf. Turn- und Schwimmlehrer. 0000000000000 oRestauration^ramm.o 0 (Neustadt 55.) Q 0 Restauration, Gartenwirthschast, q X Kegelbahn. X x Mittagstisch im Abonnement x v ä 50 und 80 U 0 Vorzügliche Weine. Feine Biere. 0 0 Erportbler in Maschen 0 0 ä 20 4. 2915 Q O00000!00Q000O 3593 Ein tüchtiges Mädchen für Haus- und Küchenarbeit gesucht. Gartenstraße 13, 3. Etage. 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