la rrnn. sich die lUld gg. äcis 43. Uhr, dir. 1V. Samstag den 24 Februar 1883. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. vureau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Amtlicher H h e i l. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Gießen, den 23. Februar 1883. Betreffend: Das Landgestüt, hier den Abgang der Landgestütsbefchaler auf die Landgestütsstationen. Das Großherzogliche Kreisamt Meßen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie, in Ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen, daß die Landgestütsbeschäler für die Landgestütsstationen Berstadt, Butzbach und Grünberg abgegangen sind. Dr. Boekmann. Politische Ueberflcht. Ik er und Orgel rnr. Adolf Fel* en Fräulein lar \toiptrtßii ichmidt, äjw .. Berlin (Ba Giessen, 23. Februar. Der Kaiser erschien am vergangenen Sonntag im Reichstag, um das von Professor Lessing nach deni Wallot'schen Entwürfe für das künftige Reichslagsgebäude aufgestellte Modell zu besichtigen. Der Kaiser erklärte hierbei sein völliges Einverständniß mit dem Projecte, nahm aber Gelegenheit, den rnitanwesenden Architecten, Herrn Wallot, wiederholt zur größten Cparsarnkeit bei der innern Bau-Ausführung auszusordern. Das ganze Auftreten des greisen Monarchen zeugte wiederum von besten noch immer so bemer- ktnöwerlhen geistigen und körperlichen Frische. Seit vorigen Sonnabend beschäftigt sich das preußische Abgeordnetenhaus mit der Specialdiseussion des Eisenbahn-Etats und erst durch die Sitzung vom Dienstag, den 20. Februar, sand derselbe seine Erledigung. Die geforderten Positronen des genannten Etats wurden fast sämmtlich ohne erhebliche Abstriche bewilligt. Bemerkenswerth erscheint aus der Dienstags-Sitzung die Erklärung, welche der Minister Maybach auf eine Anfrage Des Abg. Hammacher gab: Die Privatbahnen könne man zu Anlagen im Interesse der Landesvertheidigung wider ihren Willen nur von Reichswegen zwingen. Preußen habe für die Vorlegung eines solchen Gesetzes beim Reichs- tagc Schritte gethan. Wenn das besonders mit Rücksicht auf die Effenbahn- Nrrhältnisse im Osten der Monarchie geschehen, io sei doch jeder Gedanke an etwaige politische Verwickelungen, der dabei so leicht sich einstellen könnte, bei Seite zu lassen. Bei der hierauf folgenden Specialdiseussion des Etats des MirwirC Ministeriums für Handel und Gewerbe wendeten sich die Abgg. Löwe (Bochum) - ?i ’ ; imi) Götting (Hildesheim) gegen die verschiedenen Maßregeln, welche vom Han- lUdemB- Lelsminister, also dem Reichskanzler, bezüglich einiger Handelskammern angeord- id worden waren und namentlich bestritt letztgenannter Abgeordneter die Berechtigung des Reichskanzlers zur Aufhebung von Handelskammern, resp. zur Ent- Hebung derselben von ihren Functionen. Rtan wird indessen die sachliche Ent- i e jiheidung des Abgeordnetenhauses in dieser Angelegenheit abzuwarten haben, die Beschwerde der Hildesheimer Handelskammer beim Abgeordnetenhause Gelegenheit geben wird. (Die genannte Handelskammer hat sich darüber be- lÄwert, daß ihr durch Rescript des Handelsministers die Weitererhebuug der ui ihrer Geschäftsführung nothmendigen Umlagen untersagt worden ist). Schließlich verdient aus der Dienstags-Sitzung die in namentlicher Abstimmung mit 177 gegen 165 Stimmen erfolgte Ablehnung der 16,000 «X, welche dies- jer J- Ric*! Ml in einem besonderen Titel für den Volkswirthschastsrath gefordert worden . ang. woSt oren, hervorgehoben zu werden. Am Mittwoch trat das Haus in die zweite l^rathung des Klassensteuer-Gesetzes ein. 3 / König Albert von Sachsen empfing am Dienstag den in Berlin mebirten kaiserlich japanesischeu Gesandten in Privat-Audienz, um den ihm 2 - wm Kaiser von Japan verliehenen Orden entgegenzunehmen. Rach dem i » Empfang nahmen der Gesandte und seine Begleiter an der Hostafel Theil. , Hhr Das österreichische Herrenhaus hat am Dienstag nach zweitügi- Debatte die Novelle zum Volksschulgesetze angenommen, was also die Wie- Weinführung der confessionellen Schule in Oesterreich bedeutet. Das Volts- ichilgesetz hat im österreichischen Parlamente schon verschiedene Wandlungen und Nmderungen durchgemacht, es hat dem Abgeordnetenhause in Form des Liech- lnstein'schen, wie des Lienbacher'schen Antrages Vorgelegen, ist in verschiedene fldtt Demissionen verwiesen worden, um schließlich in seiner jetzigen Gestalt vom '• v örrenhause angenommen zu werden. Welche Erfahrungen die Negierung des dwsen Taaffe mit der confessionellen Schule macheu wird, bleibt vorläufig Meben ^warten. In Frankreich ist das Ministerium Fälliges-Devos uach nur kurzem wuv sang- und klanglos von der politischen Bühne abgetreten, um einem ^met Ferry Platz zu machen. Indessen scheint auch Herr Ferry bei der Bil- . seines Ministeriums aus verschiedene Steine des Anstoßes gerathen zu kikl, beim bis Mittwoch war dasselbe noch nicht definitiv gebildet, so daß also Die schon bekannte Minister-Liste nur als eine provisorische zu betrachten lf'" Du republikanischen Pariser Blätter wünschen, daß Ferry möglichst alle '^lblikanische Parteien berücksichtige, doch scheint hierin mit ein Theil der ' . ' ^Merigkeiteu zu liegen, denn die Gambettisten, die sog. „Republikanische . |ftcinigung“, verlangen, daß die hervorragendsten Posten des neuen Cabinets W Leuten ihrer Farbe besetzt werden. Es wird von Neuem gemeldet, das; Meral Campenon, bekanntlich unter dem Eonseil-Präsidium Gambetta's Kriegs- nh'lter, au Stelle des famosen Generals Thtbaudiu das Kriegsministerium < tltnehmen werde, ferner wird Waldeck-Rousseau, welcher bereits unter Gam- betta das Innere übernommen hatte, bestimmt als Minister des Innern genannt' und da Ferry selbst neben dem Präsidium das Portefeuille des Unterrichtsministers oder das Auswärtige übernehmen wird, so dürfte im neuen Cabinet allerdings das ehemalige Gambettistische Element vorherrschen. Das englische Unterhaus hat in seiner Sitzung vom 19. Februar durch die Annahme der Bill über den parlamentarischen Äd eine Streitfrage entschieden, welche im Hause der Gemeinen schon zu stürmischen ©eenen geführt hat. Die Bill stellt es den Deputirten frei, ob sie den vorgeschriebenen Eid leisten oder nur eine Versicherung an Eidesstatt abgeben wollen. Namentlich war es die Erörterung über diese Frage, welche die bekannten Bradlaugh- Scandale hervorrief, da der radikale Abgeordnete für Nottingham sich durchaus nicht zur Leistung des vorgeschriebenen Eides bequemen wollte und die conser- vative Opposition wußte es stets durchzusetzen, daß Mr. Bradlangh von den Sitzungen des Unterhauses ausgeschlossen wurde. Nunmehr wird er trinmphi- rend seinen Sitz einnehmen können. — In Dublin ist der große Rkord Conlplott-Proceß noch nicht beendigt und schon heißt es, daß die Regierung in diesen Tagen eine neue, geheime Untersuchung betreffs einer Verschwörung ein» leiten werde, welche eine größere Tragweite und vernichtendere Zwecke, als das jüngst entdeckte Complott habe. Reber die Th eil nähme der fremden Fürstlichkeiten au der Krönungsfeier des russischen Kaisei'paares in Moskau sind bis jetzt ziemlickr widersprechende Gerüchte in die Oeffentlichkeit gedrungen. Es scheint nun aber doch, daß der Kreis der eingeladenen fiirstlichen Gäste nur ein beschränkter sein werde; Mittheilungen aus unterrichteten Petersburger Kreisen besagen, daß außer den kleinen slavischen Herrschern von regierenden Fürsten nur die Könige von Dänemark und Griechenland den Krönungsfeierlichkeiten beiwohnen würden. Das Eintreffen der Kronprinzen von Deutschland und Oesterreich zum Krönungsfeste bezweifelt man in Petersburg entschieden. Zwischen Italien und der Pforte schien ein ernsterer Conflict in Aussicht zu stehen, als man bisher annahm. Wegen der fortgesetzten Zwistigkeiten zwischen Italienern und Eingeborenen in Tripolis hatte die italienische Regierung die sofortige Abseuduutz eines Panzerschiffes nach Tripolis angeordnet und zugleich von der Pforte vollständige Genugthuung für einzelne Fälle verlangt. Vielleicht nimmt aber Italien diese Angelegenheit zum Vorwand, um sich in Tripolis sestsetzeu zu können. Rumänien und die Londoner Donau-Conferenz stehen noch immer aus gespanntem Fuße miteinander, denn auch zu der am Dienstag abgehaltenen Sitzung der Conferenz erschien der Vertreter Rumäniens, Fürst Ghika, nicht. Es heißt allerdings, daß jetzt Frankreich und England Rumänien eine Stimme zugestehen wollten, doch seien die anoem Mächte dagegen, lieber das Ergebniß der Verhandlungen selbst ist noch nichts Gewisses zu erfahren. Die revolutionäre Bewegung in den südlichsten Provinzen Epyp- tens hat einen entschiedenen Erfolg zu verzeichnen. Am 17. v. Mts. ist nach englischen Berichten aus Kairo El Obeid, die Hauptstadt der Provinz Kordofau, des eigentlichen insurgirten Gebietes, in die Hände der Anhänger des „falschen Propheten" gefallen, wobei jedenfalls die dortige egyptische Garnison gefangen genommen worden ist. Doch wird versichert, daß große Zwistigkeiten unter den Anhängern des Propheten herrschten und daß viele derselben bei weiterem Vor- rücken zur egyptischen Armee übergehen würden. Deutschland. Darmstadt, 22. Februar. Durch Entschließung Großh. Mnisteriums des Innern und der Justiz vom 20. d. Nits, wurde dem HülfSgerichtüschreiber bei Großh. Landgerichte der Provinz Rheinhessen Gerichts-Accessisten Eduard Jäger die nachgesuchte Entlassung von dieser Stelle ertheilt. Gerichts-Accessist Wilhelm Bücking ist durch Verfügung vom 20. d. Mts. zum HülfSgerichtSschreiber am Großh. Landgerichte der Provinz Rheinhessen bestellt worden. AuS dem Grostderzogthum Heften, 20. $ebr. Rach einer aus dem Jahre 1854 stammenden Verfügung waren von dem durch die Gerichte bei Münzfälschungen ?e. eingezogeneu falschen Münzen stets einige Falschstücke bei den Akten zu belassen. 'Die Erfahrungen, welche man in dieser Richtung gemacht, hat jetzt das Ministerium des Innern und der Justiz veranlaßt, im Ein. verstäudniß des Ministeriums der Finanzen anzuordnen, daß alle eingezogenen falschen Niünzen in Zukunft an die Großh. Hauptstaatskasse abzuliefern sind. Durch diese Anordnung werden Mißbräuche mit den bei den Akten zurückgebla neu Falschstücken ausgeschlossen. AranLreich. Paris, 21. Februar. Dem Vernehmen nach wird Ferry morgen die Decrele unterzeichnen lassen, durch welche die der Armee angehörenden Prinzen ihrer dienstlichen Functionen enthoben werden. England. London, 20. Februar. Die heutigen Verhandlungen in Kilmainham drehten sich hauptsächlich um die Vorlesung der Zeugenaussagen. Da man Unruhen befürchtete, war daS Publikum fast ganz ausgeschlossen. Die Angeklagten waien lustig und guter Dinge; nur FitzharrtS, der „Ziegenschinder", gestattete sich einen Wuthautzbruch gegen eine der wenigen anwesenden Damen, der er von einem Herrn mit dem Finger gezeigt wurde. In den Beamterrkreisen heißt eS. daß die Regierung einer noch ausgevreiteteren Verschwörung als der Jnvcncibles auf der Spur sei; sehr hochstehende Persönlichkeiten seien hinein verwickelt. Carey'S HauS wird von Polizisten und Martncsoldaten gegen die Auslassungen deS PöbelS geschützt. Frau Frank Byrne kam diesen Morgen in Dublin an; sie legte, wie verlautet, em unumwundenes Geständntß ab, welches zur sofortigen Verhaltung mehrerer Mitverschworenen führen werde. Die große Nr. 1 wird jetzt alS General McAdaraS bezeichnet. Er bcland sich Sonntag noch in London, hat aber seitdem den englischen Boden verlassen. Man will wtsien, daß der Sträfling Walsh, welcher jüngst wegen des in ClerkenweU aufgcfundencn senischen Arsenals oer- urtheilt ward, in enger Verbindung mit Nr. 1 gestanden habe. Wenn Walsh also zum Reden gebracht werden kann, ließe sich dem General schon beikommen. Letzteren zu verhaften und dadurch der Verschwörung an die Wurzel zu kommen, ist das Haupte ziel der Regierung; man wird daher Frau Byrne nolhigcnfalls für erfolgreiche Aufklärungen völlige Straflosigkeit zusichern. Natürlich wird dies, wie alle-, was die Regierung tbun mag, in Irland mißfallen. Schon hat eine große Versammlung in Howth bei Dublin erklärt, die Krone handle ungerecht, wenn sie Carey, welcher zum scheußlichen Phönixparkmorde mithals, dadurch, daß er Burke^dcn Verschwörern zeigte, freilasse. — Den in London ansässigen Iren ist es bei der Schnelligkeit, mit welcher ein Angeber dem andern folgt, unheimlich zu Muthe, besonders denjenigen, welche sich an der Politik direkt oder indirect betheiltgt haben. Viele irische Zusammenkünfte mußten deßhalb unterbleiben oder waren nur mäßig besucht, denn jeder hat die lieber zeugung, daß ihn irgend ein Geheimpolizist überwacht. Der Vorschlag tritt daher auf, e n großes irisches Meeting zu veranstalten, um Denjenigen, welche niemals einer ge; Heimen Gesellschaft sich angescklosien, Gelegenheit zu g.ben, ihren Abscheu vor allen Mordthaten auszudrücken. — Parnell hat sich wahrscheinlich die bittere Kritik, die heute in der Presse über fehl Verhalten laut wurde, zu Herzen genommen und soll morgen anläßlich der Gorst'ichen Zusatzänderung der Antwort auf die Thronrede seine Beziehungen zu Sheridan auseinandersetzen wollen Dagegen wurde gestern während einer Zusammenkunft irischer Mitglieder in London der Vorschlag verworfen, durch emen Beschluß jede Verbindung zwischen dem Mordbunde und dem nationale Landbunde von Großbritannien in Abrede stellen zu lasten. — Die Abendzeitungen oer- öisentltchen einen Brief der Lady F. Cavendish an einen Geistlichen, welcher eine Predigt über ibren Gotten veröffentlichen will. Sie bittet ihn, jedrn Ausdruck, der auf Rache deutet, wegzulassen. Das Gesetz wüste allerdings seinen Lauf haben, aber sie ri>ürde lieber mit Jesus sagen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wisten nicht, was sie thun!" — Die Art und Weste, wie Forster den zahlreichen Nachstellungen gegen fein Leben entgangen ist, gehört iu den wunderbarsten Fügungen des Zufalls. Wahrscheinlich war es gerade die Mißachtung jeder Gefahr, die ihn beschirmte. Gerade am Schluß seiner Amtszeit, als die Gefahr am größten war, wies er jede bewaffnete Be- gleiMng zurück. Der Polizeichef von Dublin, Oberst Lalbot, welcher Forster's Abneigung gegen jeden Schutz kannte, wandte sich daher stets an seinen Sekretär und seinen Sohn, um diese wenigstens zu gewissen Maßregeln zu veranlasten. Forster aber mischte sich oft geradezu unter die Irländer, horchte sie aus, schwatzte m't ihnen, ohne daß die Landliga eine Ahnung davon hatte. Von seinem Besuche in Tullamore, wo er die Sauern von einem Balkon auS annbete, erhielt die Landliga erst einen Tag später Nachricht. Türkei. Konstantinopel, 21. Februar. Nachdem die Zwischenfälle in Tripolis durch die Bestrafung der Schuldigen beigelegt sind, wird der italienische Botschafter, Graf Corti, am Freitag seinen Urlaub nach Rom antreten. Amerika. New-Bork, 21. Februar. Aus Hongkong hier eingegangenen Nachrichten zufolge hat das amerikanische Kriegsschiff „Aschuelot" in den dortigen Gewässern Schiffbruch gelitten, wobei 11 Mann der Besatzung um's Leben ge> kommen sind. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 22. Februar. Das Abgeordnetenhaus genehmigte heute mit großer Mehrheil die von der Steuer-Commstsion beantragte Resolution, welche unter Angabe der Hauptgrundzüge die Regierung auffordert, tn der nächsten Session eine Vorlage emzubringen, welche bte Klassen- und Einkommensteuer reformiren und gleichzeitig die höhere Besteuerung des Einkommens aus Capitalvermögen veranlassen soll. Die Be- rathung führte zu mehrstündigen Ausetnanbersetzungen zwischen Wagner, Windthorst, Rickert, Rauchhaupt, Hänel und verallgemeinerte sich zu einer Diskussion über die sociale Frage. Cultusetat. v. Schorlemer-Alft erklärt, daß die von den Katholiken vorzubringenden Klagen keinen Emfluß auf die mit Rom schwebenden Verhandlungen hätten; sie würden den dort geschlossenen Frieden unbedingt annehmen, könnten aber nicht jeden ihnen zugeworfenen Brocken als besonderes Gnadengeschenk betrachten; sie oe.langten den statae quo ante mrück, alles andere liege außerhalb ihrer Forderungen. Die Schuld der Nichtanwendung des Gesetzes über die diskretionären Gewalten falle auf bte Regierung, es komme eben alles auf bte Machtfrage h naus — „wir wollen einen römischen, keinen königlich preußischen Clerus". Er fordert zum Schluß bte Negierung auf, von dem bisherigen gefährlichen Wege abzulassen. Der Cultusmintster stellt tn Abrebe, daß die Regierung das Kirchengefetz des Jahres 1882 ntchi auSgeführt habe; selbst die klerikale Presse habe ihn wegen der Ausführung des Artikels über die Vorbildung der Geistlichen belobt; bet der Aushebung der Gehaltssperre habe die Regierung stets die Frage erwägen müssen, ob diese Maßregel zur Förderung des Friedens ge- ciznet sei. Wohin solle aber das Düsseldorfer Programm Windthorst's führen, welches die Zurückerstattung aller Rechte der Katholiken, Garantien gegen die Wiederkehr her jetzigen Verhältnisse und Uebergabe der Schule verlange — da sei es unmöglich, Ersprießliches zu schaffen. Das Centrum sage, es nehme alles an, was Nom b etc, das und das könne aber die Curie nicht gewähren, das sei ihr genommen, das müsse ihr zurückgewährt werden. Von brr Anzeigepflicht, dem Angelpunkte des ganz n Kampfes, treffe das gar nicht zu. Daß die Regierung, soweit es nach Lage der politischen Verhältnisse und der Gesetzgebung möglich gewesen sei, die Hand zum Frieden geboten habe — das werde die Geschichte ein ft zeigen. Windthorst weist der Regierung nie Schuld des Kirchenkampfes zu, weil sie die Maigesetze gemacht habe. Es sei der Regierung n'cht Ernst mit den Friedensoerhandlungen, sie halte das Centrum hin, um es ?ls Mittel zu politischen Zwecken zu gebrauchen und gegen andere Parteien auszu- spielen; der Kamps um die Schule sei der Kampf um's Kreuz, davon werbe auch nicht cbgewtchen. Der Papst habe die Hand zu Verhandlungen geboten — „ist die Hand zurückgewiesen? Sollte der Minister sagen: Netn, wir verhandeln noch, so sage ich 1 bte Verhandlungen sind abgebrochen, man will den Frieden nicht, trotzdem der Greis auf unserem Throne ihn will." Der Cultusmintster weift den Versuch zurück, eine Spaltung zwischen Kaiser und Ministerium künstlich hinetnzubnngen, bündlich gereinigt worden. In Folge dessen ift bet fast atttn Studenten Blutvergiftung emgeteten und sie liegen nun s >wer an der Kops- rose darnieder. Ein liebenswürdiger und bet allen beliebter junger Mann von der Burschenschaft „Armmia" vergistet sich dabei, wahrscheinlich in einem Anfall doi Wahnsinn in Folge deS Fiebers, mit Strychnin und ist schrecklich gestorben. Er mar ber einige Sohn feiner Ettern. Am nächsten Tage starb der zweite, auch ein Ar mim, Tags daraus ist der dritte gefto.ben und nun liegen noch 12 im Krankenhause so sch-ner darnieder, daß wenig Hoffnung ift, sie am Leden zu erhalten. Berlin. Der Besitzer des WetokcllelS Aux Caves de France, Herr Qsw ck ! Ni er hierselbst, batte während 12 Tagen für de Ueberschwemmten am Rhein 10 p6l. ferner Weineinnahmen in seinen W -inftuben beit mmt. Der Zuspruch zu btefei Weinstuben war innerhalb dieser Tage ein so frequenter, daß Herr Nier den iß et rag von 2300 X an das Berliner Polizeip äsivium abliefern konnte. So originell die Jp« auch ift, so hat sie den Ueberschwemmten doch eine hübsche Summe eingebracht. _ ll. Frankfurt a. M., 22. Februar. In d vielte Ä^gel, Holz uni) Breiter gegen gleichbaare Zahlung versteigerrc. 1232 J. 'M. Schulhof. Knüppel Reisig Stöcke rm Wellen rm 17 4650 14 48 4670 190 12 1320 — Baron Webig's Malto-Leguminose-Mehl, Choeolade und Choeolade-Pulver von Starker L Pobuda, Kgl. Hoflieferant, Stuttgart. Beste blutbildende und leicht verdauliche Nahrungsstoffe für Kinder und Erwachsene, von vielen medicin. Autoritäten warm' empfohlen. Niederlage in Gießen bei 33 Carl Schwaab. SMP Flaschenbier. 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