Nr. 299 Erstes Blatt. Sonntag bett 23 December 1883 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Srrreaur Schulstraße 7. an Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen, inci. der Beilage „Gießener Familienblätter" welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in's Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark ercl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir,'wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im I. Quartal 1884 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, damit wir vollzählige Exemplare liefern können. ■ | Expedition. €$• Einladung zum Abonnement “S auf den Gießener Anzeiger, Amts- unö Änzeigekssall für Öen Kreis fließen. Bekanntmachu n g. Gefunden: 1 Stoffhut, 1 einzelner Kinderhandschuh, 1 Hundehalsband mit der Btechmarke Nr. 1020, 1 leeres Portemonnaie, 1 Pickel, 1 Hufeisen, 1 Wörterbuch, 1 schwarzer Handschuh, 2 PorLemonnaie's mit Inhalt, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Zugelaufen: 1 kleiner gelblich und schwarz gefleckter Hund. Gießen, den 22. December 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gichen. Vokales. Gießen, 22. December. Am gestigen Tage feierte Herr Prof. vr. Wilbrand sein öOjährtges Doctor-Jubiläum. In voller geistiger und körperlicher Frische beging der sehr geschätzte Jubilar, umgeben von seiner Familie, das frohe Fest, zu welchem auch wir unseren herzlichen Glückwunsch, wenn auch leider post festum, senden. — sThterschutz-VeretnO Auch in diesem Jahre werden, wie mitgethetlt, Prämien an Gendarmen und Schutzmänner, die sich um den Thierschutz besonders verdient gemacht und an Dienstboten, die sich durch gute Pflege und Behandlung der ihnen anvertrauten Thiere längere Jahre bet ein und derselben Herrschaft als zuver- lSssia erwiesen haben, verthe'lt. Es erhalten Prämien die Gendarmen König, Lotz und Gerlach, die Schutzmänner Hinter, Otterbein, Bommeisheim, Rühl, Henn, Lang und Dönges, Briefträger Hanauer, die Dienstboten Ph. Körber, Ve'erinäranstalt, Wilhelmine Groß, vet Aug. Noll, W Michel, bet A. Lyncker, PH. Benner, P. Dönges, G- Lich, Acttenbrauerei, I. Vogel, bet L. Hkyltgenstädt, H. Fischer und Magdalena Schon, bet Ch. Haubach, K. Burk, bei W- Steinbach, Melchior Schneider, bei O. Kempff, letzterer dient 41 Jahre bet derselben Herrschaft. In der Ausschußsitzung am 3. d. M. wird weiter beschlossen, für 20 Staaren- kasten anfertigen zu lassen und dieselben im Frühjahr an geeigneten Stellen aufzuhängen. Die Futterplätze der Vögel sollen durch Schirme und Hütten von Stangen, Ftchtenreiser und Binsen gegen den Schnee geschützt werden. Endlich sollen die Urtheile des Gerichts wegen Thterquäleret für die Folge veröffentlicht werden. Gießen, 21. December. sT Heaters Es thut wohl, wieder einmal ein klassisches Stück vorgeführt zu sehen. Man darf getrost die Frage ununtersucht lassen, ob ein solches mit den vorhandenen Kräften durchzusühren ist: der Schiller'sche Geist würde. schiedete sich vom Kronprinzen mit den Worten, daß die Glückwünsche des gesammten Italiens ihn begleiteten. Im Königssalon blieben der Kronprinz, der König und die Prinzen noch einige Zeit im Gespräch zusammen, der Kronprinz umarmte, ehe er den Zug bestieg, den König zu wiederholten Malen und küßte denselben dreimal, ebenso den Prinzen Amadeus und schüttelte dem Prinzen Ludwig Wilhelm herzlich die Hand. Der König trug über der Gmeralsuntsorm preußische Ordensdekorationen, der Kronprinz italienische über der Dragoneruniform. Um Mitternacht setzte sich der Zug unter Hochrufen und unter den Klängen der Musik in Bewegung. Als der König um i/2l Uhr nach dem Quirinal zurückkehrte, wurde er von der daselbst harrenden Menge abermals lebhaft begrüßt. Morenz, 21. December. Der deutsche Kronprinz traf heute Vormittag 71/* Uhr hier ein und wurde auf dem Bahnhofe vom Präfekten, von dem Bürgermeister, von den hiesigen Mitgliedern der Deputirlmkammer und von dem deutschen Consul empfangen. Auf dem Bahnbofe war eine Ehrenkompagnte aufgestellt, welche die militärischen Ehren erwies. Dec Kronprinz schritt der Front entlang und trat nach kurzem Aufenthalte- gegen 73/4 Uhr die Weiterreise an. Ala, 21. December. Der deutsche Kronprinz passirte kurz nach 4 Uhr die Grenze, wo der italienische Ehrendienst sich verabschiedete. Der Kronprinz sandte dem König von hier ein Danktelegramm. Petersburg, 21. December. In Irkutsk trafen die Leichen des Kapitäns Delong und seiner Gesährten von der „Jeanette" ein, welche mit ihm den Tod gefunden. Die Särge wurden vor dem Weitertransport vom Publikum reich mit Kränzen geschmückt. Petersburg, 21. December. Der Unfall, von welchem der Kaiser bei der vorgestrigen Jagd betroffen worden ist, wurde durch das Umstürzen des kaiserliche Schüttens herbeigeführt. Der Kaiser zog sich dabet eine starke Contusion der Schulter zu, welche schmerzhaft ist, aber zu Besorqn ff en keinerlei Anlaß gibt. Paris, 22. December. (Privat-Depesche.) Eine Depesche an den Marineminister meldet: Sontay genommen, die äußere Enceinte am 16. December erstürmt. Die Nachts geräumte Citadelle wurde kampflos am 17. December besetzt. Rückzugsort des Feindes unbekannt. Französischer Ver- lust 14 Mann, 1 Officier tobt, 55 Mann, 5 Officiere verwundet. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspoudeur-Burea«. Berlin, 21. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt, der Besuch des Kron- Prinzen beim Papste habe unter den feierlichen und erfreulichen Bedingungen statt' gefunden, welche vorauszusehen waren. Selbstverständlich hätte der Kronprinz unmittelbar nach'seiner Ankunft tn Rom durch den Gesandten v. Schlözer sich beim Papste anmelden lasten und ebenso selbstverständlich hätte der Papst darauf den hohen Gast in feierlicher und herzlicher Weste empfangen. Gegenüber den vielfach unrichtigen und unvollständigen Zeitungsberichten über jenes Zusammentreffen reproducirt alsdann die Nordd- Allg. Zrg." den Bericht des „Ostetoatore" als allein richtigen und voll- Oandigen woraus hervorgeht, daß die Unterredung etwa eine Stunde währte. 1 Münster, 21. December. Der heutigen Versammlung deS Westfälischen Bauernvereins, tn welcher v. Schorlemer-Alst den Vorsitz führte, wohnten der Ober- Präsident und der Regierungspräsident bei. Oberpräsident v. Hagemeister sprach seine Sumvatbie für den Verein aus. ES wurde eine Eingabe an die Staatsregierung und an den Landtag beschlossen, durch höhere Besteuerung des Kapitals und der Börse die (Srunbfteuer xum Theil oder ganz zur Deckung der Communalabgaben verwenden zu wollen die Staatssteuer nicht als einzigen Maßstab für die Communalbesteuerung gelten zu lassen und endlich die landwirtbschaftlich^n Zölle erhöhen zu wollen. Vebra, 21. December. Die Umladehalle des Bebra-Hanauer Bahnhofs ist vollständig niedergebrannt. Außerdem sind 21 Güterwagen mit Petro- (eum und Wolle verbrannt. Als Ursache des Feuers wird eine Entzündung Les P^oleums "Mgeben. Füns-Rtchter-Collegium bet Königlichen Tafel hat t>(e »wettlnNanwche Verhandlung des Tisza-Eszlarer ProcesseS heute zu Ende geführt. Die Fällung des tlrthells erfolgt voraussichtlich bereits morgen. " Varis. 21. December. Nach einer hier eingegangenen Depesche des Admirals «nnrhe, finb bei dem Angriff aus die äußeren Werke von Sontay aus franzbsischer Seitens Officiere gefallen, etwa 10 verwundet, 70 Soldaten wurden getödiet und etwa 170 °"Endet. 21 december. Der Strike der Heizer und Matrosen hat .größeren Umfang angenommen und führte Schwierigkeiten im Betriebe des HS®“3« ----- Teilnahme an den Dpnamit-Excessen^ in Glasgow Verhafteten erklärte dre Jury -5 Angeklagte aller Anglagepunkte, 5 andere Angeklagte des ersten Anklagepunktes schuldig; die ersteren wurden zu lebenslänglicher, die letzteren zu ^'^^LÄ7ltZ72k°D^b7r^T?TranSp°r.bampfer .Euphrate" ist unter Bei- Mfe spanischer Kanonenboote wieder flott gemacht. swom 21 December. Die Kammer vertagte sich bis zum 2t. Januar. - Die EN der gestrigen Kundgebung in der Kammer verhafteten zwei Per- fonekgehören de republikanischen Verbindung „Manrizio Quadrw» an. Die- Lben wurden heute Mittag dem Untersuchungsrichter vorgefuhrt. 1 ’ 21 D-cember Um 11 Uhr 50 M!n. Nachts zeigten Kanonenschüffe die nebst Begleitung langsam durch bl Stg W»n«le wkw ber^mtär= und M-vg-. Auf dem $erron unb Im K°nM«nhaMnme B crabfd)iebun9 ( Civilbehorden, sowie Mitglieder ver , Mil'tärmustk die sund-n. Bet der Ankunft der erlauchten sich von den Ver- italienische und preußischei Hymne an. D« Kronprinz veramch^ Empathische 21uf= !tahm^ausdL °dik"« w'R^m'gksLek hab°? Der Minister Mancini verab wohl in jedem beliebigen Rühmen zur Geltung kommen, umsomehr in diesem Drama, dessen Schönheiten wir ntcbt durch die Lectüre, sondern allein durch eine Aufführung voll empfinden können. Eine andere Frage aber ist, ob die Dtrectton, wmn sie den Klassikern ihren Tribut bringt, dabei ihre Rechnung findet- Dies bürgerliche Trauerspiel ist vielleicht das beste historische Drama in unserer ganzen Literatur. Man pflegt den Begriff „historisch" freilich nur auf solche Stücke anzuwenden, in denen weltgeschichtliche Personen und Ereignisse eine Rolle spielen- Wofern aber in einem Drama der Charakter einer ganzen Zeit sowohl in den Gestalten wie in den Situationen festgchalten ist, so kann und muß ein solches Werk als ein „historisches" bezeichnet werden. All die corrumpirten Zustände der damaligen Epoche werfen ihre Reflexe mehr oder minder grell in Schillers „Kabale und Liebe", diesem wahrhaft phänomenalen Werk, in welchem wir Deutsche unsere größte Bühnentragödie haben. Es ist ein Leichtes, über die Bizarrerien in den Ausdrücken zu rarsonntren, das Geiühl für zu überschwänglich, den Verstand für zu satanisch zu Halles, diese Auswüchse sind leicht zu erkennen. Aber wie unter der faltigen Draperie der Worte immer uno immer wieder der menschliche Körper sichtbar wird, wie cs trotz aller weit ausholenden Bilder doch immer Unseresgleichen sind, die wir da handeln und leiden sehen, das .st daS Große an diesem seltsamen Gemälde. Scenen, wie die zwischen dem Kammerdiener und der Lady, der ganze fünfte Act, tragen mit Lapidaren die Flammenschrtft des Genius. Das Stück wird leben, so lange es Stände und Standes- vormtheile gibt, leben, so lange das Gefühl sich auslrhrtt gegen den Calcul und die Rücksicht. Auf dem furchtbaren Nachdruck, der auf die Empfindung gelegt wird, beruht das Geheimniß feiner noch um Nichts geschmälerten Wirkung. Mit der vollen inmren Erregung des Gefühls hat Schiller „Kabale und Liebe" geschrieben. Namentlich gilt dies von der Schilderung des alten Miller, Louisens und Ferdinands. Die Charak- tenstik der Kletnbürgersphäre selbst ist meisterhaft: gleich in der ersten Scene, wo Miller bei seinem Violoncell, die Frau Millerin bei ihrem Kaffee sitzt, blicken wir in diesen ganzen Lebenskreis hmem, wie in ein kräftig colortrtes niederländisches Bild. Nur der wachsende Ernst der tragischen Situationen, der furchtbare Sturm der Affecte, der in der Stube des Musikus zum Ausbruch kommt, nöthigt den Dichter, die Zeichnung in breiteren Ptnselstrichen zu halten. Der alte Miller ist ein in den kräftigsten Porträtzügen gehaltenes Bild des deutschen Bürgercharakters aus den niederen Kreisen. Ein trefflicher Gegensatz ist die Mutter mit ihrer dummen, bornirten Eitelkeit. Die Liebenden sind sogenannte dankbare Rollen, aber sie psychologisch völlig glaubhaft zu zeichnen, in jede ihrer Phasen einzudrtngcn, ist nichts weniger als dankbar. Dock hat es Ferdinand leichter als Louise. In ihm ist alles Gährung. Wer feurig und männlich ist und das Gefühl aus der Brust schöpft, hat für die Hülste der Rolle schon gewonnenes Spiel. Ungleich schwieriger ist die Gestalt der Louise. Sie ist die einzige Schlller'sche Frauen- geftalt, deren Schicksal und deren Tragik lediglich ihre Liebe ist. Ein sechszehnjähriges Mädchen ist sie garntcht; von der ersten Scene an ist Louise schon nicht mehr naiv; sie ist über sich selbst hinausgewachsen, über ihren Stand, über ihre Jahre. Einige Uebertreibungen abgerechnet, ist sie eine glaubhafte erschütternde Gestalt. Die Hof- gruppe: den Präsidenten, den Hofmarschall v. Kalb und den in bescheidener Enfernung sich ihnen anschließenden Secretär Wurm hat Schiller mit jenen dicken, schreienden Farben gemalt, wie sie mehr der Satiriker, als der Dramatiker aufzutragen pflegt. Aber man kann deshalb nicht sagen, daß sie unwahr ober bis zur Carncttur getrieben fei, und jeder Charakterspieler wird bestätigen, daß der Hofmarschall zu drn dankbarsten komischen Chargen der deutschen Bühne gehört. Nur die Lady Milford steht hinter den übrigen Personen zurück. Sie ist gar zu sehr Theaterprinzessin, ihre Empfindungen und Entschlüsse sind allzu wandelbar, als daß man sie immer für möglich halten könnte. Immerhin hat sie bedeutende Züge, die einer Schauspielerin Gelegenheit genug geben, ihre Kunst zu zeigen. Sie ist temperamentvoll, ein „großes feuriges Herz", ihre Erzählung, das Vorbild so vieler Theatererzahlungen, kann zum Paradestück werden — aber sie g'bt sich zu wortreich, zu unbestimmt, es fehlen ihr die Contouren der Persönlichkeit. Nur ihr Abschied vom Marschall zeigt schärfere Züge. Was die eigentliche Größe der dramatischen Composition des Stückes ausmacht, das ist, daß jede Scene sich logisch aus der voraufgehenden entwickelt und daß die dramatische Handlung von den Personen selbst gewacht wird. Was die heutige Aufführung betrifft, so hat es ihr an einzelnrn guten Momenten nicht gemangelt, indessen beeinträchtigten einige der Hauptbetheiligten Darsteller „ichr oder minder den guten Eindruck ihres Spiels durch Ueberhasten der Rede; sie ließen an manchen Stellen die Worte wie werihlose Waare fallen. Im Punkte der Jnscenirung entsprach die Aufführung allen berechtiaten Ansprüchen. Verwischtes. Marburg, 20. December. Wie uns aus Berlin mitgetheilt wird, wurde unserer Universität zur Annahme der ihr seitens der Frau Gräfin Louise Wilhelmine Emilie Bose, geb. Gräfin v. Reichenbach-Lessonitz, zugewendeten Vermächtnisse von 700,000 und 100,000 X, sowie des für die chirurgische und medicinische Klinik für Kinder daselbst bestimmten Legats von 10,000 X und einer 30jährigen Rente von je 1000 X die landesherrliche Genehmigung ertheilt. Jngleichen ist die Annahme der Zuwendung einer ewigen Rente von jährlich 3000 X an die Kaiserliche Leopoldinisch- Karolinische Deutsche Akademie der Naturforscher in Halle an der Saale genehmigt worden. (£)- Z.) — (Auszeichnung j Herr G. N e i d l i n g e r in Hamburg, Vertreter der Original; Singer-Nähmaschinen, ist von Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Friedrich Karl von Preußen zu Höchihrem Hoflieferanten ernannt worden. Handel und Verkehr. Gießen, den 23. Decbr. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 0.80—1.10 Hühnereier per Stck. 7—8 H, Käse Stck. 5—9 Käsematte 3 X Erbsen per Liter 20 Linsen 30 Zaubtn per Paar 50—65 X Hühner per Stück X 0.75—0.90, Hahnen per Stück X 0.80—2.00, Enten pr. St. X 2-00—0.00, Ochsenfleisch per Pfund 70—72 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 X Kalbfleisch 50 bis 54 X Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 60—70 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.20—3.50, Milch pr. Ltr. 13—18 H. Ganse pr. Pfd. H 54—70. Zwiebeln per Ctr. X 9. Weißkraut per Hundert X 4—7. ArstMurl a. M., 22. Decbr., Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Eoursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 247, Staatsbahnactien 27174. Galizier 2477,, Lombarden 121, Nord- westbahnactten 1567g, Gotthardbahnactien 897z, Darmstädter - Bankactien 1557z, Disconto Commandit 1937g, Oefterr. Silöerrente 667g, 4% Ungar. Goldrente 747°, 47o 1880er Ruffen 71716, 5°/o 1877r Russen 897i, 2. Orient-Anleihe 557g, 4o/e Spanier 567r. 5% Rumänische Rente 9374. 4% Unific. Eavvter —, 5% Türken 9.716, Marienburger —, Hess. Ludwigsbahnact. —. Tendenz: fest. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. December. 20. Der Diener Heinrich Otto zu Frankfurt a. M. mit Barbara Henninger, Tochter des verstorbenen Büttner« Johann Henninger zu Gießen- 21. Bierbrauer Georg Andreas Hebstrett zu Gießen mtt Marte Letdich, Tochter des Oeconomen Christian Friedrich Letdich zu Grüningen. 21. Maurer Peter Bombay zu Zell mit Anna Marie Wehner, Tochter des Maurers Johannes Wehner zu Ober-Breidenbach. Geborene. December. 9. Dem Gaftwirth Ernst Jughard eine Tochter. 10. Dem (Stabt* kassegehülsen Georg Wilhelm Döpier ein Sohn. 12. Eine Tochter von auswärts. 14. Dem Cigarrenarbetter Louis Rüger eine Tochter, Bertha. 14. Eine Tochter von auswärts, Marie. 15. Dem Lacklrer Carl Neuling ein Sohn, Wilhelm Franz. 16. Dem Techniker Josef Luther eine Tochter. Elisabrthe Therese Gertrude. 16. En Sohn von auswärts, Heinrich. 16. Ein Sohn von h er, Franz- 16- Dem Schreirnr Carl Köhler eine Tochttr. 17. Dem Schreiner Georg B^ck ein Sohn, Heinrich Fran,. 18. Dem Fuhrmann Justus Benner II. eine Tochter, Marie Louise Sophie. 18 /19. Johanna, Karoline und Wilhelmine, Drillinge von auswärts. 19. Dem Dreher Carl Müller eine Tochter, Marie. 19. Dem Schneider Heinrich Schmidt eine Tochter. 19. Eine Tochter von hier. Gestorbene. December. 14. Martin Heinrich Ludwig Carl, 1 Jahr alt, Sohn des Kaufmanns Carl Hosch- 14. Bergmann Julius Pfeiffer, 18 Jahre alt, von Ketzenroth. 14. Christine, 4 Jahre alt, Tochter des Taglöhners Johnnes Kreiling X 14 Bergmann Heinrich Trus, 17 Jahre alt, von Altenkirchen. 14. Katharine Weigand, 54 Jahre alt, von Groß-Karben. 16. Taglöhnerin Marie Katharine Geißler, 60 Jahre alt 16. Anna Juliane Thiedemann, geb. Konrad, 69 Jahre alt, Wtttwe des Schreiners Johannes Thiedemann. 17. Musiklehrer Georg Ludwig Schierholz, 76 Jabre alt 18- Henriette Hofmann, geb. Gleim. 30 Jahre alt, Ehefrau des Secreiärs und Kassiers am Stadttheater Afols Hofmann. 18. Schutzmann Heinrich Jakob Gemmecker, ol Jahre alt. 19. Dienstmädchen Marie Rühl, 24 Jahre alt, von Homberg a. d.O- 19. Christian Carl, 1 Jahr alt, Sohn des Schneidets Carl Hmdrich. 20. Der Bahnwärter bei der Oderh. Bahn Heinrich Christian M idenbaus, 58 Jahre alt 20. Eine Tockter von auswärts, Martha, 1 Monat alt 21. Katharine Schmidt, ßrb. Noll. °li, Cchesrau des Metzgermeisters August Schwidt. 21. Fuhrmann Wilhelm Michel, 40 Jahre alt. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 16. December. Dem Färber Adolf Vogt eine Tochter, Amalie Katharlne, geboren den 6. October. Denselben. Dem Heizer an der Oberhessischen Bahn Ludwig Dern ein Sohn. Heinrich Ludwig, geboren den 1. October. Beerdigte. Den 18. December. Anna Juliane Th-edemann, geb. Konrad, Wittwe des Schreinermeisters Johannes Thiedemann, alt 69 Jahre, starb den 16. December. Denselben. Marte Katharine Geißler, ledig, alt 60 Jahre, starb den 16. Decbr. Den 19. December. Georg Schterholz, Musiklehrer, alt 76 Jahre, starb den 17. December. Den 20. December. Henriette Hofmann, geb. Gleim, Ehefrau des Sekretärs und Kassiers am Stadttheater Adolf Hofmann, alt 30 Jahre, starb den 18. December. Denselben. Heinrich Gemmecker, Schutzmann, alt 51 Jahre, starb den 18. Decbr. Den 21. December. Marie Rühl, lebige Tochter des zu Homberg verstorbenen Landwirths und Bürstenmachers Michael Rühl L, alt 24 Jahre, starb den 19. x ecember. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Dienstag, den 25. Dezember (1. Weihnachtsfeiertag). Vormittags 97r Uhr: Pfarrer Schlosser. Mitwirkung des Kirchengesangvercins. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Kleinkinder-Bewahr anstalt zu Gießen. Mittwoch, den 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag'. Vormittags 97r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen unserer Gemeinde. Nach dem Abendgottesdienst am 2. Weihnachtsfeiertag, Abends 674 Uhr, wird der Kirchengesangverein seine Weihnachtsaufführung in der Kirche halten. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 23- bis 29. December besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. Hochheiliges Weihnachtsfest. 1. 1 „ Um 5 Uhr: Christmetten und Predigt. 8 Uhr: Frühmesse und Austheiluna der^hl. Comnmnwn. 7-10 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Festandacht, hieraus 2. 1/ 4n i^u^Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communion. 7-10 Uhr: Hochamt. 2 Uhr: Andacht- ** £®ic Auggen Klagen über die Erfolglosigkeit einer Annonce und das dafür weggeworsene Geld wurden verstummen, wenn man von Haasenstein & Vogler in jj&ey bie Form, den Inhalt und die geeigneten Zeitungen zuvor fachmännischen Rath etnholen mochte. 962 Allgemeiner Anzeiger. Oessentliehe biblische Vortrage | werden Sonntag und Mittwoch, Abends 8 Uhr, Canzleiberg 5, eine Treppe hoch abgehalten. j. Hohl Ein Wort an Alle, welche Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch oder Russisch wirklich MF sprechen lernen wollen. Gratis und franko zu beziehen durch die Rosenthal'sche Verlagshandlung in Leipzig. J. Rotbeoberger Gerichtl. best Taxator Undenplatz 8. 609 Xu WeihnacMeu empWe mein bestassoriirtes Lager von Prachtwerken (von 5-70 Mark), Klassiker in den verschiedensten Ausgaben, Gedichte und Anthologien, Predigten, Gebet- und Erbanungsbücher, Atlanten (©tiefer, Andree u. a.J, Koch- und Haushaltungsbücher, ferner Jngendschriften für jedes Alter, Bilderbücher mit und ohne Text in größter Auswahl. Gleichzeitig empfehle mein vollständiges Lager der schönsten und neuesten Kupfer- und Stahlstiche, Photographien nach Gemälden der letzten Ausstellungen sowohl zur Ausschmückung von Salons und Gesellschaftsräumen als für Gastzimmer. Weihnachtskataloge stehen gratis zu Diensten. 8420- Ierber'sche Univ.-Buchh. (M. Ferber). Ä. Fangmann. 8128 Der Vorstand. 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Die inaktiven Rtitglieder sind gebeten, die Biltete dafür bei Herrn Buchhändler Ferber am Kirchenplatz in Empfang nehmen zu wollen. Wer sonst einen reservirten Platz wünscht, kann sich daselbst als inaktives Mitglied cinschreiben, Jahresbeitrag 2 «X Freiwillige Beiträge zur Deckung der Kosten werden in die bereitstehen- Der Königliche Oberförster: 8431 Baumann. Einer verehrten Einwohnerschaft Giessens und der Umgegend hiermit die ergebene Anzeige, dass ich am hiesigen Platze Seltcrsweg TS eine Handlung von Drogen unh Chemikalien eröffnet habe. Indem ich streng reelle und aufmerksame Bedienung zusichere, bitte bei Bedarf in meinen Artikeln meines Geschäfts gütigst gedenken zu wollen. Hochachtungsvoll Otto Schaaf. Giessen, den 22. December 1883. Aenzahrs Zralnlalwnskarten in den neuesten Mustern sind in großer Auswahl zu haben bei Sohn des Kauf, '» ^Kthemolh. >8 X. 14 Verg. Ligand, ölJche -h 60 Jahre alt. ’e des Schreiners 76 Jahre alt. lars und Kassiers sakob ©emmerftr, öomberg 0. d.O. 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Januar meine Unttrnchls Kurse für höhere Tanzkunst, Anstandslehre und schwed. Gymnastik ZU eröffnen gedenke. In meinem Unterricht sollen nicht nur Tänze erlernt werden. Der Hauptzweck meiner Methode ist die harmonische Ausbildung der äußeren Form des Menschen, Anstand, elegante Haltung, leichten sicheren Gang, Ausdauer und seins Sitte in allen körperlichen Bewegungen ztt erstreben, dagegen unschöne zu beseitigen, so daß die Schüler nach volllländig durchgemachtem CursuK ausgerüstet sind, sich in der Gesellschaft vorteilhaft bewegen zu können. Gefällige Anmeldungen bitte ich ergebenst mir schriftlich (Köln a. Rh., Domhof 7—9) zukommen zu lassen, und befindet sich auch in Gießen, im Gast» Hof zum „Darmstädter Haus", eine Subscriptionsliste. 8405 Hochachtungsvoll Köln a. Rh. V. E. v.