1888 Freitag den 23. November Imeister. rscheu n und ilung. hr klung »läge. 8r. Auft. 7709 ctionen ä 1 X Gr. Pall. 7711 Gurea»: Schulstraß- 7. *er cator 8. 609 en mgearbeitet, 8 Kürsckncr- t und billigst ibsamen. in. . Waschen und eustadt 13, eher. onvalescentm >heu). lalltbor 24, teher. urterstr. 1, igsplatz 13, ebcr. leiderlehrlE if. Politische Ueberficht. Gießen, 22. November. Die Reihe jener glänzenden Bilder, aus denen sich ohne «weifel die Reise des deutschen Kronprinzen nach Spanien und dortiger Ausenthalt zusammensetzen wird, hat bereits mit dem festlichen in tfienua seinen Anfang aenommen. In der Nacht vom Sonntag auf Moi.tag trat der Kronprinz, schon an der schweizerisch-italienischen grenze vom General- Adjutanten des Königs Humbert, Carava, empfangen, kurz nach Mitternacht in Genua ein. Trotz bi der späten Stunde harrten Tausende und Aber tau, end. nm Bahnhofe und den anstoßenden Straßen des deutschen Kaisersohnes.besen Name ja seit Langem schon im italienischen Volke einen guten Klang hat und dementsprechend wurde Kronprinz Friedrich Wilhelm bei fe uer Fahrt von dem •nrii'filia aeschmückten Bahnhöfe durch die tageshell erleuchtete Via Balbi nach dem königlichen Palaste von der freudig erregten Menge mit stürmischen Evlvvas begrüßt und noch bis in die dritte Morgenstunde wogten die Masten vor dem Absteigequartier des hohen Gastes hin und her, singend und Hochru e aus- dringend. Bemerkenöwerlh ist noch, daß sich unter den Personen, welche den Kronprinzen am Bahnhöfe begrüßten, auch die Ossiclere zweier russischer Lot vetten besanden, welche vom Kaiser von Rußland eigens zur Begrüßung des hoben Herrn nach Genua entsendet worden waren, eine Aufmerksamkeit des Ezaren welche man am Berliner Hofe wohl zu würdigen wissen wird. - Am Montag Nachmittag 2 Uhr fand die Einschistung des Kronprinzen nach Spanien statt/wobei er die Uniform eines Feldmarschalls mit italienischen Ordensabzeichen trug. Als der Kronprinz an Bord des „Prinz Adalbert ging, zogen fämmtliche im Hafen liegende deutsche, 'iaUeiMe und rutsche Scdisie die Galaflaqqen auf, die Matrosen waren auf den Raaen, MusikcorpS sivsilten die deutsche und die italienische National-Hymne und unter dröhnenden Artillerie-Salven und den enthusiastischen Hurrahrusen der zahlreichen Meng- stach das deutsche Geschwader in See. Möge der so überaus herzlicher und glänzende Empsang, den Kronprinz Friedrich Wilhelm aus iwliemschem Boden g-funden hatein günstiges Onien auch für seine fernere Reise sem! 0 Die länge parlamentarische Pause, welch- feit dem Schluß de außerordentlichen Sommersession des Reichstages bei uns •bem am Dienstag erfolgten Zusammentritt des preußischen Landtages lyr-n desinitiven Abschluß erhallen. Ob die Session glatt verlaufen oder aber sich zu einer stürmischen gestalten wird, darüber läßt sich jetzt noch nicht iwl Entfern- testen urtheilen, doch kann man im Jntereste einer ruhigen ^wickelung der parlamentarischen Geschäfte nur eine pchlrche DiScussion der zu e wartenden Vorlagen wünschen. Unter denselben werden sich außer dem Etat und verschi- denen ^Eisenbahn-Verstaatlichungs-Vorlagen auch Gesetzentwürfe bezüglich der Steuerte form und der Provinzial-Ordnung ur über d Schuldotation und die Aufbesterung der Beamt-ngehalt-r besindem - An-die Eiöffnungsfeier, welch- vom Vicepräsidenten des preußischen Staatsmimster ums, v. Puttkamer, vollzogen wurde, schlossen sich unmittelbar Sitzungen tn be.de Eif-nbahn-Unlö-n-hm-n von internatio. na(er Bedeutung ist jetzt auf österreichischem Boden vollendet worden. Ls ilt die Vollendmig des Aüberg-Tunnels und seine am Montag erfolgte Eröffnung, welche uns abermals eine hochbedeutsame Leistung der modernen Esienbahn Technik vorführt. Der Arlberg-Tunnel durchbohrt den gleichnamigen Gebrrgs -stock welcher die Grenze zwischen Tyrol und Vorarlberg bildet, m einer Lange von'mehr als 10 Kilometern und stellt eine birecte Verbindung zwischen den österreichischen Bahnen und dem Vahnnetze der Ostschweiz her. Die eigentlichen Erössnungs-Feierlichkeiten fanden in St. Anton, am östlichen Eingänge des Tunnels? statt, und wohnte ihnen u. A. auch der österreichische HanbelsMlNister bei, welcher Mebaillen an di- Arbeiter und Werkmeister vertheilte und An- fprachen an f^nzösisch-n Ministerpräsidenten gern) Mund- stück Nr. 2 ertheilt in einer Standrede gegen die „Times" den Briten und dem Rest der europäischen Großmächte einen derben Verweis Da die „Times F-rry den Rath zu ertheilen gewagt, er woge EnMnd,Mßlnndmck> die V^r .einigten Staaten als Schiedsrichter in fernem Streite mit China über Tongking aulasien fo antwortet der „National" vor ENitüstung. Wir sind den Engländern für ihre vortrefflichen Gesinnungen gegen uns zu großem Dank verpflichtet, nehmen uns jedoch di- ^reihest, zu bemerken, daß, wenn Frankreich dieses Schiedsgericht annähme, es zugeben wurde, daß die mit festes >ng 7706 stand. lschüler er= ehr mäßiges ds. Bl. ° Gießen, den 21. November 1883. Betreffend: Anssührnng des »m 20. In» 1881 über die Bq-ichnmg de« Rmmg-Me- der Sch-nkg-f-»-. Das Großherzogliche Krelsamt Gießen sä; »rr «ä beschriebenen Dießgefäße auf Kosten der Gemeinden an. N^kmanm - Preis vierteljährlich 2 Work 20 Pf. mit Vringerivhn. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. Anam abgeschlossenen Verträge zweifelhaft oder gar fehlerhaft feien und daß man sie zerreißen könnte. So denkt jedoch weder die Regierung noch die Kammer oder das Land. Die Tongkingfrage ist eine sranzösisch-chlnesische An- aeteaenbeit, welche nur durch Frankreich und China gelost werden kann. China behauptet, daß es Rechte auf Tongking besitze. Gegen diese Behauptung berufen wir uns auf die Vertrüge von 1874 und von yue. Wohl sind wir gewillt, die größten Opfer zu bringen, um einen Z^^mmenstoß zwischen unfern Truppen und den chinesischen zu verhüten; wie peinlich uns 1-b ch ein solches Ereianiß auch wäre, so würde es uns doch nicht bewegen kennen, aus Rechte zn verzichten, welche auf Verträge und Thatsachen gegründet sind. Tongking ist unser. Die Chinesen sollen es räumen, wenn es wahr ist, daß kaiserlich- Truppen den Widerstand daselbst organisiren mit Hintansetzung der Vertrüge. Wie bescheiden und anspruchslos sich Frankreich auch zeigt, wie fest es entschlossen sein mag, mit seinen Nachbarn in gutem Einvernehmen zu leben, so weit kann es doch di- Selbstentsagung nicht treiben, daß es der Besri-dlgung der Vorurtheile und der Beschwichtigung kleinlicher Mißgunst der andern Nationen seine Interessen opfert. Europa muß sich eben an den Gedanken gewöhnen, baft wir noch nicht auf bet nämlichen Stufe stehen, wie das ^urstmthum Monaco und d^N^ubll^von^Anborcu ift genau jener der Reden von Rouen und Havre und der Schluß zumal ist so, daß die, „Times antworten konnte . „Was nicht ist, kann noch werden, wenn Leute wie F-rry noch lange die Vorsehung ber französischen Nation spielen unb mit ber ganzen Welt Handel ^De?beutsche Kronprinz wirb bei seiner Landung in Valencia mit hoben militärischen Ehren empfangen werden. Nicht weniger als 10 Bataillen- ^nfanterie 2 Regimenter Kavallerie und 1 Regiment Artillerie werden bei feiner ÄÄ * z-ldg-!chü,- wird bie s°lu>,ch» °d. geben. Ein würdigeren Empfang konnte die spanische Regierung dem Sieger von Wörth und Weißenburg auch kaum bereiten. , Die Zustände im Innern Egyptens sind noch immer ziemlich bedenkliche Die aufständischen Gebirgsstämme in ber Gegend von ^makim haben abermals eine egyptische Truppenabtheilung niedergemetzelt, von 500 Mann entkamen nur 11 Die Ausrührer bedrohen sogar L-uakim selbst, wo ebenfalls Sn SÄ« Ä bei denen der -nzM- detbbtel « e. Diese Nachrichten sind für die egyptische Regierung sehr unangenehm, noch iin angenehmer aber bie Meldung, daß Hicks Pascha,,ber Anführer bes egyptrsch-u ExpebitionscorpS im Sudan, mit feinem ganzen H-er von den Rebellen emge- schlossen worden fein soll. - ~ Darmstadt, 20. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben „ifi.rn mnerböckisier Entschließung vom 15. L Mts. dem GerlchtS-Accessisten F°ü?vÄt- Ä dm -I- Cadlneidsecretnr ,u la‘,m Darmfladt, 21. N°°br. Se. Königl. bet «toWew) W ^bren Kal Großh Hoheiten dem Erbgroßherzog und den Prinzessinnen Vie- tot Nr El is ab et h und Alix haben Sich heute Vormittag auf hierzu ergan- ame Einladung zu Besuch Ihrer Kaiserl. Hoheit der deutschen Kronprinz-,sin, Höchstderen Geburtsfest heute gefeiert wird, nach Wiesbaden begeben. Die ÄfSme Freiin v. Gtancy, der Großh. FlugeladMnti Major^EGroßh.^Millisteriums des Innern und der Justiz vom 2? provisorische Amtsanwalt Georg D eff-n ach ;u Sriebbera zum Amtsanwalt unter vorläufiger Verwendung bei ben AmtSge- rübken Gießkn Hungen und Lich bestellt. Der Amtsanwalt Johs. Wagner zu Al'ev wurde zum Amtsanwalt bei den Amtsgerichten ^nedberg, Butzbach, Bad Nauheim und Vilbel, der Gerichts-Accessist Ernst Braun zu Darmstaot mm Anitsanwalt bei ven Amtsgerichten Alzey, Nieder-Olin Psedbersh-im und Wörrstadt ber Hülssgerichtsschreiber am Landgericht der Provinz Starkenburg ^udw a Bötticher z Z provisorischer Amtsanwalt zu Lauterbach, zum Amts- anwatt bei^den Ancksqerichten Lauterbach, Herbstein Schlitz und Mrichstem und der provisorische Hülssgerichtsschreiber bei dem Landgericht der Provinz Star- ke"b!rg Philipp Billharbt zum Hülssgerichtsschreiber bet diesem Gericht — bestellt. mnn,mher Avril 1879, dem Beginn der letzten Finanz- p-rtod- dttL dtt geturnte Staatsschuld 43,959,823 A der allerdings 13,333,169 Aktiven gegenüber standen, so daß die eigentliche Staatsschuld in runder Summe 30V, Millionen X betrügt und vorwiegend durch das oberhcssische Eisenbahnanlchen repiäsentirt ist. Hiernach hat sich in den Jahren 1876—78 die Situation unserer Staatsschuld um 2343,708 X verbessert. — Zur Sicuerrefonn in Hessen erhält dos „Frankfurter Journal" aus hessischen Rbgeordnelenkceissn solgende M «Heilungen: Die Verhandlungen der ersten hessischen Ltändekammer über tote drei Steuergesetzentwürfe flehen noch aus. In nächster Zeit soll jedoch der betreffende Ausschuß detzhalb wieder zusammentretcn. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß der vorgelegte Entwurf einer revidtrren Gewerbesteuer und derjenige einer neuen Eapttalrentensteuer auch in der ersten Kammer Annahme finden. Die revtdirte Einkommensteuer soll in mehreren Punkten beanstandet sein, vermuthlich auch hinsichtlich der Heranziehung der Actiengeselljchaften zu dies-r Steuer. Wenn es sich in nächster Zeit richbgstrllt, daß man in Preußen den für Hessen einseschlagenen Weg der Reform der directen Steuern ebenfalls betritt, worauf Manches hindräugt, so wird der Widerstand gegen die hessische R-form leichter gegenstandslos. An eine völlige Steuerbefreiung bis zu 900 und mehr X Einkommen ist aus mancherlei guten Gründen bet uns indessen nicht zu denken. Eng mit dieser Umänderung und Erweiterung der Gesetzgebung für dtrectc Steuern hängt die Feststellung über die Corn« munaldestcuerung zusammen. Letztere hat die staatlich« Besteuerung dir jetzt zur unbedingten Voraussetzung. Abänderungen in dieser Beziehung werden mit Ausnahme jener Steuergesetze leicht nothwendig. Auch die Frage, ob, wie bis heute, künftig die halben oder ganzen Einkommensteuerkapitalien zur Umlagebesteuerung herangczogen werden sollen, ist eine schwebende. Die untersten Einkommen und die festen Gehalt« der Beamten würden damit vielleicht mehr belastet. Aber die von der Regierung »vr- geschlagenen Steuerbefreiungen nach unten und vor Allem die nothwendige Herabsetzung des Ausschlagscoösfizienten — weil mit der Verwehrung der St«ue,kap>tali«n eine Minderung des Ausschlags verbunden fern muß — würden dagegen wieder wirksam erleichtert. Jedenfalls hat der im nächsten Sommer zu Ende gehende 24- hessische Landtag zu allen diesen Fragen noch Stellung zu nehmen- Aegypten. Kairo, 19. November. Dem Khedive ist heute ein Schreiben beS Gouverneur- non Suokmr zugcgangen, in welchem nunmehr ebenfalls bestätigt wird, daß die egyp- tischen Truppen von einer ihnen an Zahl unterlegenen Banditcnbande angegriffen und in die Flucht geschlagen worden fd«n. Die Soldaten hätten die türk scheu Officiere verlassen, die Munition und die Kleider sortgeworfen und seien an das Meer geflohen. Die Officiere seien erschlagen worden. Der Gouverneur verlangt dringend Verstärkungen, erklärt es aber für überflSssig, egyptische Truppen zu senden, da di-se doch nicht kämpfen wollten. Weder ein Angriff auf Euakim, noch die Flucht der europäischen Bevölkerung auf die Schiffe werden in dem Schreiben erwähnt- — Heute Abend hat unter dem Vorsitze des Khedive ein Ministerrath stattgefunden. In demselben ist beschlossen worden, morgen 150 Baschtbozuks von Kairo und 6 Compagnien Neger von Massowa nach Surkim zu senden. Die Garnison von Suakim wird aus diese Weise auf etwa 1000 Mann gebracht. Telegraphische Depeschen. Wolff'S lelrgr. CorresKondenz-Bueeau. Berlin, 21. November. Zur Geburtstagsfeier der Frau Kronprinzessin hatten viele Häuser Flaggenschmuck angelegt. Gratulanten in großer Anzahl und allen Ständen angehörig begaben sich in das kronprinzliche Palais und zeichneten sich in dem dort aufgelegten Buche ein. Die unter dem Schutze der Kronprinzessin stehenden Wohlthätigkeitsanstalten hatten besondere Festfeiern veranstaltet. Se. Mas. der Kaiser wohnte zu Ehren des Geburtstages einem von dem Prinzen Wilhelm in Potsdam stattsindenden Diner bei. Berlin, 21. Nommber. DaS Herrenhaus wählte Dr. Sulzer wieder als Mitglied der Slaareschuldrn-Commisfion. Minister Lucius legte die Entstehung des Jagdgesetzes dar, welches die übermäßig« Ausübung der Jagd verhindern und die Erhöhung der Gebühren für Jagdscheine bezwecken soll. Die Regierung glaubt sich bezüglich deS Ersatzes für Wildschaden von dem Uebrrgang auf das Eivilrecht wegen der Schwierigkeit der Materie fernhalten und es bet der bisherigen Judikatur belassen zu müssen. Es empfehle sich, die an einzelnen Orten bestehende Ordnung, wonach bei übermäßigem Wildstand polizeilich angeordnete Jagden veranstaltet werden, deren Ertrag den Geschädigt-» oder dem Fiskus zufällt. Das Haus verwies die Jagd- und Landgüter- Oldaung an eins Commission von 15 Mitgliedern. Nächste Sitzung unbestimmt. — Das Aogcordnetenhaus wählte auf Antrag Stengel das bisherige Präsidium (v. Köller, v. Heeremann und v. Benda) durch Akklamation wieder, ebenso auf Antrag Windthorst die bisherigen Schriftführer. Die nächste Sitzung findet am Montag statt. Auf der Tagesordnung steht die EtatSberathung. Marburg, 21. November. Bei der Reichstagsersatzwahl wurden bisher für Grimm (deutsch conserv.) 3200, für Westerkamp (nattonallib.) 1600 Stimmen gezählt- (Stimm’? Wahl ist gesichert- Koblenz, 21. November. Ein Brand, der um 8 Uhr früh im Gymnasium ausgebrochen ist und um 10 Uhr früh gelöscht wurde, hat den Dachstuhl der Jesuitenkirche und des Komplexes der Lrhrerwohnungen zerstört. Der Jesuitenthurm ist cingestürzt, das Innere der Kirche ist unversehrt, ebenso sind die Klasseugedäude und die Aula unversehrt. 21. November. Die königliche Tafel als Gerichtshof zweiter Instanz hat das gegen Spanga und Pitelp, die Mörder Mailaths, gefällte Todesurtheil bestätigt, dagegen das Todesurtheil gegen den Leibhusar Berecz wegen Thellnahme an diesem Morde in eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren abgeändert. Bern, 21. November. Die vom BundeSrath vorgcschlagens Diözssankonfcrenz in Sachen Lachst findet einstweilen nicht statt. Pefth, 21. November. (Unterhaus. Ehegesetzdebatte.j Der Justizminister bekämpfte die Ausführungen der Gegner und sagt, die Regierung beihätigt nur die noih- wendige Vorsicht, indem sie dem dringendsten Bedürfnisse abhilst und die vortbetlhasteste Lösung unter den gegebenen Verhältnissen vorschlägt- Die allgemeine Emsührnng der Cioilehe halte er noch nicht für zeitgemäß. Paris, 21. November. Wie der „Temps" ersährt, erhielt Tseng die Anwort China'S auf die letzten M tthellungen der französischen Regierung. Die in der Ant- worinote formulirten Vorschläge Chinas seien aber nicht annehmbarer als die früheren und könnten demgemäß die von der Kammer gutgeheißene Politik der französischen Regierung nicht ändern. — „National" bezeichnet das Gerücht von ministeriellen Veränderungen für unbegründet. — Nachrichten vom Congo vom 18. October melden, daß Brazza am Stanl-y- pool anaekommen ist. Panis, 21. November. Tseng erschien bei dem heutigen diplomatischen Empfange im Ministerium deS Auswärtigen und conferirte heute ziemlich lange mit Ferry. Die chinesische Gesandtschaft in Paris empfing keine Bestätigung der Meldung des „Standard" über die Anwerbung von 20,000 Chinesen. — Die „Agence Havas" erklärt die vom „Gaulois" gemeldete Nachricht, daß Ferry Say das Finanzministerium angeboten und daß Say acceptirt habe, bis zum gegenwärt gen Moment für unrichtig. London, 21. November. Nach einer Lloydsmeldung aus Fayal vom 10. ds. landete ein amerikanisches Schiff am 8. November in Fayal 21 Personen von der französischen Brigg „Roacaberg" (?), welche am 30. v. M. auf dem Wege von Saint- vierre-Miquelon nach Saint Malo untergegangen ist; 28 Mann Besatzung und Passagiere sind ertrunken. Valencia, 21. November. Das Journal „Prorfincias" sagt heute, e§ stehe die Ankunft dis Kronprinzen brS mächtigen Deutschen Reiches zu erwarten, welcher nach Spanien komme, um den Besuch des Königs Alfonso bei dem Kaiser Wilhelm zu erwidern. Der Besuch des Kronprinzen gelte nicht allein dem Königs und der Königs- Familie, sondern auch Spanien und ehre das spanische Volk- Der festliche Empfang des Vertret« 8 einer großen Nation sei Pflicht der Courto sie. Die Landuvo < Valencia entsprech- dem besonderen Wunsche des Kronpcir z-n, welcher dsifln Theil der pyrenä.schen Halbinsel kennen leinen wollte. Für Jedermann in Vale^ erwachse daraus die Veranlassung, dem Kronprinzen den schmeichelhaftesten ffitraS zu bereiten, der des Volkes würdig wäre, das durch sein- Courtoiste und Höfliche,. bekannt ist. 1 - Um 6 Uhr 25 Min. begab sich das spanische G schwader von 4 Freaatpn an den Eingang des Hafens Grao, um bei Ankunft deS Kronprinzen SalwsLün. abzugeben. Außer den Behörden haben sich auch die Vertreter mehrerer Corporatiomn und eine Anzahl hervorragender Personen Valencias nach Grao begeben, von wo den Kronprinz alSbald nach der Landung mittelst Hofzuges nach Valencia fährt, nachher^ an Bord des „Adalbert" die Begtüßung des Kronprinzen durch den G-neraladjutanter des Königs, den Generalcapiiän, den dtutschen Gesandten, General Los und die spanisch-» Behörde» stattgefunden hat. Quai und Hafen sind illuminirt- Das Wetter ist die See ruhig. ' — Um 4 Uhr 50 Min. Nachmittags erschien das deutsche Geschwader in Sicht- die Behörden begeben sich zum Hafen, um den Kronprinzen zu empfangen. 1 — Das deutsche Geschwader hat sich dem Hafen nicht genähert, da es von der Dunkelheit überrascht wurde and Nebelwetter eingetreten war. Der Kronprinz land-t wahrscheinlich morgen früh. Die Behörden Valencias, welche sich nach dem liai-n begaben, sind hierher zurückgekebrt- J Ein Wort in ernster Sache. Schon seit geraumer Zeit ist die Ueberfluthung der Realschulen wie der Gymnasien Gegenstand der Aufmerksamkeit der öffentlichen Kreise und wenn an dieser Stelle darauf zurückgekommen wird, so geschieht btc5 vom landmirthschaftlichen Standpunkte aus, indem tm Allgemeinen der Landwirih das allergrößte Interesse, zunächst an der richtigen Berufswahl seiner Söhne, dann aber auch nicht minder an der Frage nach dem für dieselben zweckentsprechendste» Bildungsgrade« hat, außerdem im Besonderen die L«nd«irthschaft dringend wünschen muß, daß gründliche fachliche Ausbildung ihrer Vertreter über immer größer« Kreise sich verbreite, indem unbestritten dir individuelle Tüchtigkeit des einzelnen LandwirthS in seinem Fiche vor Allem Da-jenia- ist, was heute allein noch zu einem befriedigenden gewerblichen Erkolge führen kaum BuS allen Volksschichten drängen sich zahlreiche Elemente an obige Lehranstalten bezüglich welcher häufig die materiellen und persönlichen Voraussetzungen fehlen, nm dort entsprechende Vortheile für ihr ferneres Fortkommen erwarten zu können. ES sei ferne von uns, Jemanden abrathen zu wollen, seine Söhne an Gymnasien oder Realschulen zu schicken, damit ihnen eine weitere, vielleicht auch eine solche Vor- und Ausbildung werde, welche denselben den Weg zu höheren BerufSstellungen eröffnen, kann. Unser« Meinung geht vielmehr nur dahin, daß der Weg zu gesicherten Ledens- existenzrn nicht einzig und allein nur über die Gymnasien und Realschulen, sondern auch über die Fachschulen, in unserem Falle über die Ackerbauschulen führt, welche die anzustrebenden Lebensziele gewiß tu sehr vielen Fällen zweckmäßiger, billiger und auch früher erreichen lassen. Gegenwärtig stehen wir vor Beginn eines neuen Schuljahres der Ackerbau- schulen; wir m«hn«n daher die Landwirthe, bei der Wahl des Bildungsganges ihrer Söhne es sich doch wohl zu überlegen, ob eine fachliche, eine landwirtbschaflliche Ausbildung nicht unendlich viel besser wäre, al8 einige an Gymnasien oder Realschulen durchg'guälte Jahr«? Wie viel sachliches Wissen bringen di« jungen Leute mit beim? — Außer einer oft »och recht spärlichen Menge allgemeinen W ssens können und kennen si« nichts für ihren spätere« Lebensberus und kommen doch nur in den seltensten Fällen »och in dir Lag«, sich in ihrem Fach di« allernothwendigste Ausbildung zu erwerben;, waren si« doch schon auf emer „Schule" und haben so und so viel Geld gekostet. Wäre «s da nicht viel besser gewesen, dieselben hätten die ihren Verhältnissen entsprechende landwirthschastliche Fachschule besucht? Selbstredend mag Der, der mehr kann und will, so lange bet uns noch keine landwirthschaftlichen Mittelschulen vorhanden sind, seinen Söhnen die untere HSlste eines Gymnasiums ober einer Realschule und sodann den Besuch einer höheren land- wirthschaftlichen Lehranstalt zugestrhen. Wenn ersteres mit Erfolg geschehen, so wird damit zugleich die Berechtigung zum Einjährig-Freiwilliken-Dienst erworben. Wem solch eine Vorbildung aber zu »id oder zu kostspielig erscheint, dem stehen die Ackn- bauschulen zu Gebote, wo sich die Jugend mit verbälinißmäßig geringen Mitteln eine für die Mehrzahl unserer hessischen Verhältnisse vollkommen genügende landwirthschast- liche Fachbildung anetgnen kann. Die Landwirthe, welch« ihre Söhne an Gymnasien oder Realschulen anstatt an landwirthschaftlich« Lehranstalten schicken, die Landwirthe, welche mit dem Gelbe für di« fachliche Ausbildung derselben knausern, d«e Landwirthe, welche «uS eigener Bequemlichkeit sich nicht entschli-ßen können, ihre Söhne über die Schulzeit vom Hofe zu entfernen, sie all« sollten sich die goldenen Worte vor Augen halten, welche sich über dem Thore der Ackerbauschule zu CSrignon befinden und die da lauten: „Landwirthe! Schickt Eure Söhne in Ackerbauschulen rind sie werden Euch dankbarer dafür sein, als für manchen Heciar geerbten Landes!" Möge die? Wort in ernster Sache ein Wort zur rechten Zeit gewesen sein. Lokale«. Gießen, 21. November. fTheater.j Unser „Stadttheater", das die starken Wurzeln ferner Kraft vorzugsweise im Lustspiel, der Posse und den verwandten Spielarten dramatischer Erzeugnisse sieht und sie auch mit Fug nur darin suchen darf, hat in der letzten Zeit recht gezogen. Die „Karlsschüler", „Der tolle Wenzel", ja selbst „Die Räuber- hatten das Theater bis auf den letzten Platz gefüllt; heute war ein Rückschlag eingetreten. Der hübsche Moser'sche Schwank „Der Bibliothekar" war kein Zugstück. Das Haus war leer, und vielleicht wirkt« auch dieser Umstand darauf hin, daß die ganze Aufführung den Eindruck des Unfertigen machte. In der Darstellung des Schneiders Gibson zeigte sich Herr F. Brautlecht wiederum als wirkungsvoll gestaltender Komiker. Mit vollem Lobe nennen wir auch d-e spiritistische Jungfrau der Frau Brede und den Bibliothekar des Herrn Peters. Fräulein Kohrsen I. (Edith Marsland) bat uns schon bessere Leistungen geboten.— Der Aufschrei d«r beiden jungen Damen (Edith und Eva) war gar zu naturalistisch. Der MarLland des Herrn Rickelt und Macdonald senior des Herrn Schreiner konnten befrieblaen. 3 t ? m i f t H, Holzheim. Bei der am 15. d. M. stattgefnndenen Bürgermeisterwahl wurde unser seitheriger treubewährter Bürgermeister Herr Peter Jäger IX. mit 138 Stimmen wiedergewählt. Sein Gegencandidat erhielt 68 Stimmen. Groß war die Freud« übet das Wahlresultat, welcher Freude denn auch durch einen Umzug im Orte mit Musikbegleitung Ausdruck gegeben wurde. Möge es Herrn Jäger noch lange vergönnt sein, zum Segen der Gemeind« Holzheim zu wirken- Wettershatn, 21. November. Bei der am 19. d-M. dahier stattgebabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Wilhelm Faulstich mit bedeutender Majorität wiedergewählt. Da der Genannte schon 25 Jahre an der Spitze der Gemeind« steht, so ist diese Wiederwahl eine ehrende Anerkennung für ihn seitens seiner Mitbürger und ein neuer Beweis von ,seiner allseitigen Tüchtigkeit und feiner gewissenhaften Amtsführung, welche ihn des vollen Vertrauens seiner Mitbürger würdig macht. Darmstadt, 19.November. Aus den Kreisen der landwirthschaftlichen Consum- vereine wird laut, daß man sich daselbst mit dem Plane trägt, hier einen Saatgutmarkt ins Leben zu rufen, weil für viele nicht rheinische Interessenten der Wormser Markt zu abgelegen erscheint- Mainz, 19. November. Niemand hat eine Ahnung, wie leicht zugänglich das Publikum noch in heutiger Zeit für außergewöhnliche Dinge ist und wie viel Zulauf mancher Wunderdoctor hat, der tiefe Schwäche der Menschheit richtig auszuoeuteu versteht- Nicht nur das ungebildete Volk, nein, auch geistig sehr hochstehende Leute sind nicht selten willige Abnehmer der fabelbaftestcn Dinge, welche als Mittel gegen Krankheiten heimlich „aus Gefälligkeit überlassen" werden- So gibt es hier in Mainz einen Herrn, welcher mit großem Erfolg die Gelbsucht mittelst eines Pulvers zu vertreiben im Stande fein soll- Gar mancher hiesige Bewohner hat hinter dem Rücken seines Hausarztes diesen Schwindler befragt und jenes Pulver gekauft und genossen. Und aus was beliebt das Mittelchen? Aus gebrannten und gestoßene!! — Menschenknochen. Wer das weiß, dem wird jedenfalls die Lust nach dem Genüsse des Wundermittels etwas verleidet sein- Stu MNprinzet «ter junge ( fatnmi dm flehen- Ne gtbensaksich Kar in Stuttgai macht« ^ers „ölkenwg! schödigung Nblickt auf Bet dieser i ist bemzujo emfchlägig- «erlebt zu Mtchellmn Wirkung «u keitssian in vuzeu ist n j«a drv 6- nöml-ch zu leicht 26 di hart und s braunem A wie er sich fragt die „! seiden eine wickelte un des Manu! die M-x-J Mann in t ju warten, die besagte Ausjpritz-n verbreitete, anderer R' Itch tm Po hat sich, w eine Anzah znzablen. die Fraücn SamstagS ferner das tags fein ( zu;ubrtn«ci kaffen fast Raubmörd letzten Stu Jungfrau, hingt ront Strafe für heiligen M weil er, fc hebe, vom Die ktjte ! gekommen schlief kaur in dem au Samst 's soll (Ulf d Loos Ste M. 128.8 werden. Gießen Großh 7726 Nerka der Gl soll 150 Fstm werden. Kauflie verschlosst schrift „S längstens 28. Rovei Stoße ein Die & in Gegen liebhaber mittags der Gr. Rieder, Großh. 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Wem die Mitteln eine irthfchaft- instatt an Melde für Bequem- fe zu ent- über dem ie werden 3!" sein. ie starken :en Spielbar f, hat ja selbst e war ein Car“ war nb daraus autlecht wir auch Peters. eboten. — uralistisch. chretner rhl wurde Stimmen eube über itt Musik- jönnt sein, tfgtbabten stich mit der Spitze hn seitens und seiner Mitbürger i Consum- tßutmaitfc Markt Jir rqlich bas -l Zulauf iszuüeuteu Leute stnb en Krank- ainz einen vertreiben len seines fe«. Unb enknochen. bermittel& Stuttgart, 21. November. Im Bankgeschäft von Heilbronner «. Co. in der ».»nnttiuenstratze hinter bet Staaishauptkasse brachen heuie Nachmittag um 5 Uhr "i® jUtl8e Strolche ein, schlugen mit spitzigen Bleischlägern ben Ches an der Kasse (mrni einem anwesenden Bekannten nieder, raubten die Kasse aus unb ent- floljen. Nebenan befindet sich eine frrqutnte Wirthschast. Be:be Opfer schweben m ^^"^g^iZrube, 21.November. Einer der Attentäter auf den Bankier Heilbronner , Stuttgart wurde in Pforzh.im i»r NachtschneUzug verhaftet. Bei seiner Verhaftung machte derselbe einen Selbstmordversuch. ” __ Die Veschüdigung des Liebig - Monuments hat unter der gejammten ve- «ülkerung Münchens eine gerechte Entrüstung he> vvrgerufen, zumal aus der zur Be» iSSdigung vnwmbeten Flüfsigk-lt Nicht ein gewöhnlicher »grober Unfug", sondern die äbficbt auf dauernde Beschädigung ober Zerstörung brr Statue gefolgert werden konnte. «et dieser B-schSdtguns mutz die Hand »inrS Sachkundigen mngewirki haben, und e8 S demzufolge nicht nur baS öffentliche Interesse, sondern such die SiandeSehre der ei»lckläaig-n GeschäftSkresie engagirt, um den Thät-r zu ermitteln unb vor ba« Stras- aeticbt zu bringen. Der kö-ttzsichen Polijeibirekrivn sind in bufrr «ichtuvg bereits Mtiheüungen geworben, welche zum gewünschten Ziele führen können, wenn die Mck- «irkung eine allseitige ist und persönliche Nückstchtrn in diesem Falle vom Gerechtigkeitssinn in ben Hinlergrund gedrängt werde«. Nach ben bisher gepflogenen Erheb» imaeu ist mit großer Wahrscheinlichkeit onzunehme«, baß die Beschädigung am DienS« tag d-w 6 I. MtS. in früher Morgenftunoe, kurz nach 6 Utz'-, ftattfan». ES wurde nämtid? Ju dieser Stunde ein anscheinend dem Stibeitcrftanbe ougehöriger Mann, v el- leicht 26 bis 30 Jahre alt, mittelgroß, nicht besonders kräftig, nt dunklem Schnurr, iart und solchem geträufelten Knedeldart, mit schwarzem, »redeiem, flachem Filzhut, draunem AebeitSrock» unb dunkler Hose, em besagten Monument beobachtet und gesehen, «ie er sich eben mit Bespritzen der Statue befaßte. (Gesehen und nicht ergriffen? fragt die »Allg. Ztg.", der wir diese Mittheilung entnehmen.) Auch würbe bei dem« (eiben eine Meiallspritze bemerkt, welche er nach vollbrachter Thal tn Papier ein- niiddte unb bann in die Rocktasche steckte. Gleichzeitig nahm er auch eine am Sockel des Monuments b-fi»,bliche Steinflasch« wieder zu sich unb entfernte sich hierauf gegen di- M»x-Joseph-Straße zu Dortselbst schien ein den besseren Stäube« angehöriger Mann in den mutieren Jahren, glaublich mit dunklem Lolloart, gut gekleidet, auf ihn ,,i warte«, denn beim Zusammentreffen sprachen sie mitsammen und gingen sodann die besagte Straße entlang ErwähnenSwertd möchte vielleicht auch sein, daß die zum Siusspritzm gebrauchte Flüssigkeit tn nächster Nähe d-S MonuweniS einen üblen Geruch uerbrettete. Anhaltspunkte, welche die hier angeregte BerdachtSlime bestärken unb nach anderer Richtung zur Ausmittelung des ThäterS führen, werben schriftlich ober mündlich im Polizeibvrcau Nr. 24/0 entgegengenommen. — (Der Freitag als Zahltag.) Nach einer Miftheilung beS .Arbeiterfreund" hat sich, wie in Englanb schon vielfach gebräuchlich ist, nunmehr auch in Dcutschlanb eine Anzahl Firmen bereit gesunden, ihrem Personal ben Wochenlohn Freitags aus- znzaklen. ES wird für diese Einrichtung hauptfächsich geltend gemacht, daß dadurch di- Fraürn der v-.rbeiraiheten Aideiter bie Einkäufe für bie lauftnde Woche schon SamsiagS machen töanen unb brr Sonntag für die Erholung der Familie bleibe, ferner das in bet Einrichtung ein Sparsystem liege, weil ber Arbeiter, wichet Freitags sein (Selb bekomme, sich nicht so leicht verleiten lesse, den Abend im WirthShauS jmubringcn, ba fü» ihn ber folgende Tag ein ArbeMag fei; endlich, daß die Spar» faffen fast alle Samstags, aber nur selten Sonntags geöffnet seien. — (Starke Hoffnung.) In Raab wutbe vor einigen Tagen der fünffache Raubmörder Wendelin Binditsch hingerichtet. Der Delinquent bezweifelte bis zur letzten Stunde, daß er wirklich HMgenchtet werde; er hoffte zuversichtlich, „bie Heisig, Jungfrau zu Klein-Mariazell werbe es so fügen, baß ber Strick, mit welchem er gedüngt wnben soll, im entscheidenden Augenblicke entzweireiße unb er bann von jeder Strafe für immer befreit fei. Zur Sühnung seiner Thot wollt« er bann fünfmal zur heiligen Maria nach Klein-Mariazell wallfahren. Die That aber mußte er begehen, weil er, so sehr unb so oft er auch Goit um Beistanb gegen die Versuchung angefl-ht bade, vom Teufel hierzu aufgefordert wurde." Dies die eigenen Worte des Mörders. Di- letzte Nacht verbrachte derselbe im Gespräch mit feiner Mntter, bie au8 Asvany gekommen war unb ihm Speisen gebracht Hatto, die ihm sehr gut mundeten. Er schlief kaum eine Vierielstunbe. Früh nahm er Kaffee zu sich. Die Hinrtchiung fand in dem außerhalb der Stadt befindlichen Comitais-Holzgarten statt. — Die größte Eishöhle in Ärain ist am 2. August vom Professor L'nhart an? Laibach wieder entdeckt worden. Dieselbe war bisher nur in einem kleinen Kreise von Jägern und Holzarbeitern bekannt, die auf ihren einsamen Waldwegen hier unb da zufäll q an ben Rand der gewaltigen Erdöffnung gerieten. Die „Friebrichsteiner EiShöhl?*, so ist sie von dem Entdecker genannt worden, ist von Gottschee aus in zwei bis drei Stunden mit Hilfe eines Führers zu erreichen. U-ber dieselbe schreibt Professor Linhart: .Plötzlich steht man am Rande de8 Abgrundes, überwältigt von dem Anblicke solch einer gewaltigen Erdöffnung. Die obere Deffnung ist ein mächtiges Rechteck; die Dimensionen desselben konnten des Gestrüppes unb ber Bäume wegen, bie ben Rand umgeben, vorläufig nicht genau gemessen werden. Die Rückseite der Erdöffnung ist von einer 80 Meter senk echt abfallenden kahlen Kalkwand abgeschlossen, tief unten sieht man ein gewaltiges Thor, umrahmt von meterlangen Eiszapfen- Die beiden Settenwände fallen ebenfalls ziemlich senkrecht ab, die vordere Begrenzung der Erd- öffnung senkt sich sehr abschüssig gegen das untere Thor zu. Hier ist allein die Eishöhle zugänglich. Die Fläche ber Sohle beträgt nahezu 450 Quadratmeter unb ist ziemlich kreisförmig gestaltet; betrübet wölbt sich ein Dom von weißem Kalkstein von überwältigender Große. Tue ebene Sohle ber Höhle ist mit meterdickem Eise bedeckt, sodatz die Angabe, die Gottscheer Brauerei batte vor etliche« zwanzig Jahren ihren gelammten EtSbedarf diesem natürlichen EiSk- ller entnommen, ganz glaubhaft erscheint. Links vom Eingänge stürzt em gewaltiger E'Swildbach in mehreren Absätzen in bie Höhle. Rechts vom Eingänge öffnet sich ein zweiter Schlund senkrecht nach abwärts, der bis zu einer Tiefe von 20 Metern gemessen werden konnte und dessen Eingang mit einem wunderbar schönen Eisvorhang halb verdeckt ist. In gewaltigen Zapfen hängt baS E!S hier und da von der Deck« herab. Bedenkt man, daß die Eisbildung tn den Eishöhlen im August allgemein am meisten geschwunden unb zurückgegangen ist und erst tn ben Monate« April unb Mal bie größte Ausdehnung erreicht, fo muß die 80 Meter tiefe »Friebrichsteiner Eishöhle' zu ben großart gsten der überhaupt bekannten gezählt werden; sie ist eine Sehenswürdigkeit Krains." — sEin Knabe in der Mädchenschule.) Zu dem Oberlehrer einer Wiener Communalichecke kam dieser Tage ein junger Mann und bat um Auswechslung seines auf einen Mädchennamen lautenden Schulzeugnisses gegen et« Zeugniß mit einem Knabennamen. Erstaunt frug der L-hrer, wie man un ihn ein solches Ansinnen stelle« könne. Der junge Mann bat den Lehrer, er möge doch fein G-sicht näher ansehen, er werbe in ihm eine seiner ehemaligen Schülerinnen in zwei Schulen erkennen. »Ich erinnere mich/ antwortete der Lehrer, „Sie sehen einer meiner Schülerinnen auffallend ähnlich!" Darauf probucirte ber junge Mann einen Bescheib der Statthalteret, in welchem anerkannt wirb, daß er das Recht habe, einen Knabennamen zu führen unb- worin zugleich ber Schulleiter angewiesen wird, das Zeugniß entsprechend zu ändern. Der Knvbe hat von seinem neunten biS zum sechSzehuten Jahre Mädchenkleider getragen. sich als Mädchen betragen, dem Unterrichte in weiblichen Handarbeiten bet- gewobnt, und erst in jüngster Zeit, als bereits auf seinen Wange« sich die Zeichen der Männlichkeit zeigten, reclamtrte er fein Knabenrecht. (Neues Wiener Tgbl.) SchiffSnachrichten. Bremen, 21. November. (Pertransatlantischen Telegraph.s Der Postdampfer Habsburg, Capi. H. Hellmer«, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 4. Novdr von Bremen und am 7. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten in Neisymk angekommen. Handel und Verkehr. Frankfurt, 21. November. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner He« X 3.00-3.80, Strohs 3.20—3.50, Eier das Hundert ^6 20—7.20, Stück 7 H, Butter 1. Qualität X 1.40, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Centner X 1.70—1.75, Kohlrabi 3—5 H per Stück, Erbsen per Pfd. 00—00^, Rothkraut per St. 12—30 Poularden X 0—0, Huhn^ä 1.50—2.20, 1 Ente X 2.00—3.00, 1 Taube 50—60,3?, Hahn X 0.75—1.30, Gans X 5—9.00, Welsche X 8—9. Limburg, 21. November. Rother Weizen X* 17-10, weißer Weizen X —.—, Korn X 13.15, Gerste X 10.25, Hafer X 6.90, Erbsen X —, Kartoffeln X —. Druckfehler-Berichtigung. In unterer gestrigen il-bersicht wolle man im 2. Absatz Zeile 5 lesen statt umsonst verlangt: umsonst erlangt unb Zeile 8 re. an die Aoresse des -ettlschen Reiches anstatt russischen Reiche? re. Samstag den 24.. L Mts, Vormittags 11 Uhr, soll auf dem städtischen Baubureau ein Loos Steinsuhrlohn, veranschlagt zu X 128.80, wiederholt versteigert werden. Gießen, den 22. November 1883. Großh.. Bürgermeisterei Gießen. 7726 A. Bramm. Verkauf von Grubenholz der Gemeinde Nieder-Ohmen. ,Er sollen auf dem Submissionsweg 150 Fstm. Kiefern-Grubenholz verkauft werden. Kaufliebhaber wollen ihre Gebote, verschlossen, frankirt und mit der Aufschrift „Submission auf Holz" versehen, längstens bis zum Abend des 28. November l. Js. bei unterzeichneter Stelle einreichen. , Die Eröffnung der Gebote erfolgt 'n Gegenwart der erschienenen Kaufliebhaber am 2 9. November, Vormittags 10 Uhr, auf dem Bureau der Gr. Bürgermeisterei. Nieder-Ohmen, den 21. Nov. 1883. Aroßh. Bürgermeisterei Nieder-Ohmen. "15 Ohnacker. Jeikgeöotenes. 7717 Ein feuerfester Cassaschrank nnd ein Halbvsrdeck, beides fast neu, 51UTg M verkaufen durch I. Blitz. Neue türk. Zwetschen ^»getroffen. 7727 Wilh, Weidig. 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Wenzel hier unterhält ebenfalls Lager von biefen Weinen und werben solche auch im Glas bei demselben verabreicht. 3231 Allgemeiner Anzeiger. Die foloniiihviiiireiiliiiiHlluns von Neustadt 23 H©b Ort Stuhl Meustadt 23 empfiehlt ihr Lager in üaffFee, wovon roh einen Guatemala ä 90 sowie einen gebrannten a jl 1.20 als ganz besonders kräftig und wohlschmeckend. Bei Abnahme von 10 Pfd. per Pfd. 5 billiger. 7443 Frische Schellfische, Kieler Sprotten, Geräuch» Lachs, Frische Bratbückings empfiehlt 7719 C. G-< Hl@inh.enn, 1 Kreuzpl. Telicateffenhdlg., Kreuzpl. 1. verbesserte Theerseife, ohne ben lästigen Theergeruch, ans ber Königl.Bayer.Hofparfümeriefabrik von C. D. Wunderlich, Nürnberg, preisgekrönt B- Lbs.-Ausst-1882. Seit 19 Jahren mit größtem Erfolg eingefuhrt unb von vielen Aerzten empfohlen gegen Hautausschläge aller Art, insbesondere gegen Hautjucken, Flechten. Grind, Kopf- unb Bartfchnppen, Frostbeulen, Schweißfüße und Krätze, ä 35 nebst Anweisung. 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J 2) Festsetzung der Ausflüge für das Jahr 1883/84. Schaut»^ stud. foresl, z. Z. Schriftführer. 7690 Ein Sopha, in gutem Zustande, Lillig abzugeben. Eaplansgasse 5. Wollene Hemden^ Unterjacken, Unterhofen, Socken, Leibbinden etc. empfiehlt in allen Größen und Weiten 6253 II. mühsamen. Bermischte Anzeigen. 7716 Zu Neujahr 1884, spätestens- 1. Marz, ist auf dem Rittergute „Oberweimar" (Marburg, Reg.-Bez. Kassel) eine Berwalterstelle zu besetzen- Nur fleißige,. praktische, gebildete Landwirthe wollen fid) melden- —Bezahlung nachUebereinkommen. Auch steht daselbst ein starkes, blindes Arbeitspferd und ein dämpfig. Pferd (zum Schlachten) billigst zu verkaufen- Wermletyungen. 7718 Wolkengasse 26 sind zwei kleine Stuben zu vermiethen. Kistler. - 7720Ein fein möblirtes Zimmer mit Eabinet zu vermiethen- F. Holberg, Kirchenplatz 8. 700 8.00 9.00 1.20 1.20 „ Ctr. ins Haus Eigenes Fabrikat. Korbwaaren jeglicher Art zu den Lilligsten Preisen- Aug. Werner. Korbmacher, Löwengasse. NB. 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Ausstattg. empfiehlt Franz Schmidt, 7675 Scltersweg 2 (am Kreuz). Die Nr- 7 enthält: Er lebt! (Fortsetzung.) Eine Erzählung von E. Oswald (Bernhardine Schulze- Smidt.l — Eine ungezogene Gesellschaft. Bild von Henriette Ronner. Des Pfarr- Herrn Jubiläumsgruß an Dr. Luther. Gedicht von Karl Gerok. — Das Reich der Czaren und die Russen. Von Th- H Pan- tenius. — Die Diätetik des Heizens, insbesondere der Kirchenheizung. Von Dr. F. E. Clasen. — Der illustrirte Don Quixote- Mit zwei Illustrationen. — Das Grabdenkmal für General v. Goeben. Von Adolf Rosenberg. — Am Familicn- tisch: Wie die Altvordern schmausten. — Buchbolzens in Italien. — Das Sobieski- sche Schild. — Von K. Kiesewetter. — RechtSrath. — Briefkasten. — In unserer Spielecke. r. Mit zwei illustrirten Beilagen: Therestna Tua. Mit Abbildung. - Das zweihnndcrt- jährige Jubiläum der Deutsch-Amerikaner. 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