1888 «ftta srr. irs slvahl. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. vureaur Schulstrahe 7. ten, Ohle > W aufmerksam * und vielleicht auch in Egypten engagir en, desto weniger haben wir von ihnen eine Beunruhigung des europäischen Friedens zu befürchten. Die Mörder von Lord Cavendish und Sir ThomasBourke büßen jetzt ihre grauenhafte That mit dem Galgen. Nachdem am Pfingstmontag der erste der Berurtheilten, Brady, den Tod durch Henkershand im Hofe des Dubliner Staatsgefängnisses erlitten, ist am Morgen des 18. Mai der zweite der wegen des Doppelmordes im Phönixparke zum Tode verurtheilten Fenier, Curley, hingerichtet worden. Die Ruhe wurde nirgends gestört. Die General-Debatte in der italienischen Deputirten- allen Seiten mit Spannung erwarteten Krönungs-Manifestes, über dessen Inhalt bis jetzt wenig mehr als Gerüchte coursiren. Petersburger Privatberichte versichern allerdings, daß dasselbe in sehr versöhnlichem Geiste abgefaßt ser. Dasselbe enthalte'eine Stelle über die Bemühungen des Czaren, den Wünschen aller Parteien, soweit sie mit dem Staatsinteresse vereinbar wären, gerecht zu werden. Auch die Hoffnung auf ein Andauern des Friedens in Europa soll zum Ausdruck gelangen; ferner wird das Manifest eine Amnestie für drei Grade von politischen Verbrechern ankündigen. Die zweite Kammer des schwedischen Reichstages hat m voriger Woche mit 135 gegen 62 Stimmen das neue Armee-Organisationsgesetz angenommen.' Dasselbe bestimmt, daß die Stammsoldaten der Armee fortan durch Anwerbung beschafft werden sollen an Stelle der jetzigen „eingetheilten (indelta) Armee." . „ . In den Kreisen der zur fenischen Sache neigenden Nordamen- kaner hat der Erlaß des Papstes an bie, irischen Bischöfe dieselbe ungünstige Aufnahme gefunden, wie Seitens der irischen National-Liga. Der Congreß- Deputirte Finerty, welcher der Gründung der amerikanisch-irischm Landliga in Philadelphia beiwohnte, bezeichnet in einem Zeitungs-Artikel das erwähnte Circular des Papstes als einen unerträglichen Schritt päpstlicher Emmifchung und empfiehlt, Meetings in Irland abzuhalten, um gegen die Handlungsweise des Papstes zu protestiren und die Beiträge zum Peterspsenmg emzustellen. — Letzteres hieße allerdings den Vatikan an einer wunden Stelle fassen, aber es ist trotzdem nicht anzunehmen, daß nun Leo XIII. seine Stellungnahme gegenüber der irischen Revolution verändern würde. . Die Nachricht von dem endlichen Friedensschluß zwischen Chile und Peru» scheint sich leider wiederum nicht zu bestätigen. Wenigstens ist dem Auswärtigen Amte in Washington, welches zuerst diese Friedenskunde brachte, eine Bestätigung derselben bis jetzt noch nicht zugegangen und dies mutz man als ein bedenkliches Zeichen betrachten. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 Pf. kammer über den Antrag Nicotera's, dem Cabinet de Pretis ein Mißtrauensvotum zu ertheilen, ist nach fast einwöchentlicher Dauer am vorigen Donnerstag beendigt worden. Am Schluß der Debatte hielt noch der Minister des Auswärtigen, Mancini, eine mit lebhaftem Beifall ausgenommene Rede, in welcher er die Politik des Cabinets energisch vertheidigte und dabei wiederholt deutlich durchscheinen ließ, daß die italienische Negierung die Agitationen der „Italia irredenla“ unter keinen Umständen mehr dulden werde. Das Endresultat des langen Wortkampses zwischen den Radikalen und den Ministern — denn vor Mancini hatte auch de Pretis selbst schon unter großer Zustimmung der Kammer gesprochen — wird ohne Zweifel in der Ablehnung des von der äußersten Linken verlangten Tadelsvotums bestanden haben. An diesem Dienstag, den 22. Mai, hält das russische Kaiserpaar seinen feierlichen Einzug in Moskau, wo nunmehr wohl all' die fremden Fürstlichkeiten und Abgesandten der auswärtigen Staaten, die durch ihre Gegenwart der Kaiserkrönung noch ein glänzenderes Relief verleihen sollen, eingetroffen sein dürften. Es wäre nunmehr auch die höchste Zeit zum Erscheinen des von -3? werden- , z _ r m r In Dortmund war dieWahl des bisherigen fortschrittlichen Reichs- lags-Abgeordnelen Lenzmann aus verschiedenen Gründen annullirt und eine Neuwahl angesetzt worden. Dieselbe hat am Donnerstag stattgefunden und fit hierbei Herr Lenzmann, welcher von den Klerikalen unterstützt wurde, mit 13 4-20 Stimmen wiedergewählt worden. Der nationalliberale Candidat Kleine, welchem auch die Conservativen ihre Stimmen gaben, erhielt 11,169 und der Socialdemokrat Tölcke 696 Stimmen (siehe Dortmund). Die bevorstehende französische Expedition nach Tong- kina zeigt wieder einmal, wie sehr noch unfern westlichen Nachbarn die Lust an kriegerischen Abenteuern trotz aller bitteren Erfahrungen, welche sie in den letzten Jahren gemacht, anhaftet. Die chinesischen und anamesifchen Flußpiraten hatten die französischen Colonisten in Anam bisher wohl öfters belästigt, aber dafü-- wurden sie auch von dem Eommandeur der in Hüö stationirten gruppen jüngst derb gezüchtigt und es hätte darum keiner besondern Expedition bebmft, um die Piraten im Zaume zu halten. Aber darum hanoelt es sich auch nicht, denn Frankreich strebt, wie wir schon manchmal hervorgehoben haben, nach der förmlichen Annexion von Tongking und in zweiter Linie auch nach derjenigen von Anam Indessen, Deutschland wenigstens kann es nur recht sein, wenn das kriegerische Feuer der Franzosen dieselbe in überseeische Unternehmungen ilfiP W «peW-l hl. »b____ Meige»- ..... ............ ... ffc verstrickt und je mehr sie sich am Congo, in Hinter-Asien, auf Madagaskar .Lk Minnnir™ hpftn hflbttl TOTT non ibnen Politische Ueberficht. Gießen, 22. Mai. Während der Pfingstseiertage und auch die anschließende Woche hindurch haben die Anwesenheit des Herrn Waddington in Berlin, die Scholz- Puttkamer'schen Frictionen und hin und wieder die kirchenpolttffche Frage bei uns hauptsächlich die Kosten der politischen Discussion getragen. Mtt dem Wiederbeginn der parlamentarischen Verhandlungen in dieser Woche wird selbstverständlich dieser Gegenstand wieder das allgemeine Interesse in Anspruch nehmen und ist es zunächst die Gewerbeordnungs-Novelle, über welche — was den Reichstag anbelangt — in dritter Lesung definitiv entschieden werden soll. Das Gesetz, in der Form, welche es in den bisherigen Debatten erhalten hat, erscheint nur als ein Resultat schwankender Abstimmungen; die Conservativen sollen nun entschlossen sein, Alles aufzubieten, um die Gewerbeordnungs-Novelle durchweg nach den Beschlüssen der Commffsion wieder herzustellen. Sie finden sich aber hierbei einer sehr starken und geschloffenen Minorität gegenüber und wenn den Conservativen nicht die entschiedene Unterstützung des Centrums zu Theil wird, so könnte eine Ablehnung des ganzen Gesetzes leicht als Ergebmß der dritten Lesung sich Herausstellen. Inwieweit nach der definitiven Erledigung dieser Vorlage, sowie auch des Krankenkassen-GesetzeS der Reichstag noch zujammenzuhalten sein wird, läßt sich zwar nicht ermessen, indessen nach der in den letzten Tagen vor Pfingsten sich wiederholt geltend gemachten Beschlußunfahrgkett des Reichstags zu urtheilen, wird dieselbe auch jetzt, an der Schwelle des Sommers wieder hervortreten. Jede Leistungsfähigkeit hat eben ihr Ende und nachdem unser oberstes Parlament schon so lange getagt, erscheint eine wertere Spannung seiner Arbeitskraft bis in den Sommer hinein kaum mehr thunlrch In der letzten Sitzung des Bundesrathes ist demselben auch die zwischen dem deutschen Reich und Frankreich am 19. April d. Js. zu Berlin abgeschlossene Literar-Convention vorgelegt worden. Dieselbe ist behufs gegenseitigen Schutzes der Rechte an Werken der Literatur und Kunst vereinbart worden und bedeutet eine wichtige Annäherung beider Staaten auch nach dieser Richtung hin. Die Uebereinkunst ist vorläufig auf 6 Jahre geschlossen und dauert nach erfolgter Kündigung des einen oder andern Theiles noch em Jahr fort; sie tritt 3 Monate nach Auswechselung der Ratifications-Urkunden m Kraft. Die Denkschrift hierüber soll eventuell dem Reichstage mit vorgelegt i 8 • I * ’ÄW Darmstadt, 21. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allerqnädigst geruht: „ rr m Am' 12 Mai dem Buchhalter bei der Hauptstaatskasse, Rechnungsrath Karl Bader, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. - Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnadigst geruht. Am 9 Mai den ordentlichen Professor an der technischen Hochschule Philipp Waibler auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Septbr. d. Js. an in den Ruhestand zu versetzen. , - Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Elisabeth sind heMVormütag 7 Uhr 45 Min. über Köln und Vliessingen zu Be uch Ihrer Maiestat der Königin von England nach Windsor abgereist. Im Gefolge befinden sich Miß Jackson und Flügeladjutant Oberstlieutenant v. Herfs. Darmstadt, 21. Mai. Se. Großh. Hoheit Prinz Heinrich ist IN demselben Specialzuge, wie Se. Großh. Hoheit Prinz Alexander von Hessen, Prinz Karl von Baden und der Fürst von Bulgarien, am Sonntag Vormittag 9 Uhr 25 Min. wohlbehalten in Moskau angekommen und von den Großfürsten Wladimir, Nicolai, Michael und den anderen m Moskau anwesenden Großfürsten am Smolensker Bahnhof empfangen worden. Eme Ehren-Compagnie mit Fahnen war aufgestellt. Wohnung und Adresse des Prinzen und Gefolge: Powarskaja Dom Golaschkyna Moskau. w Darmstadt, 21. Mat. Im Anschluß an unsere letzte Mittheilung aus dem !Beratl)un0® amial bet d.mnächst Sufamment«tenben °v°ngE-n Land-ssynob-seün noch zwei Anträge erwähnt, über roeldje bte betreffenden Ausschußb-rtcht- ebenfalls be re-ts erstattet sind. Der erste Antrag fit non dem Adgeordn-ten Dr Stabe tnmer blnbung mit 10 melkten Abgeordneten gestellt und geht dahiN" „Dl Synode IN g an Großh. Oberconftftorfum die Aufforderung Achten, dasselbe wolle den Gemeinden Hessens den Vorschlag machen, aus Anlaß des 4 j fl f . Martin Lutheüs Beiträge zu bewilligen zur B-kUÜndung ','ahnn Stipendintenanstalt zu Gießen, welche den Namen „Luthers srung^^zu hat. Der Sitz der Stiftung tst Gießen. Sie steht untj g.-innode zu wählender De- torlums, welchem für jedes Dekanat ein ^r Decan synod i@(e6en nngcf)Brt. putirter und ein Mitglied der evangelischen theologisch n Fae DOn bem Mg. Dieses Curatorium wählt einen Verwaltungsausschutz. Bericht empfiehlt dieser Dr. Rieger Namens des betreffenden- Aus'»usses rst°tte.en Beacht mut^y I das Wesentliche des Antrags in folgender Fassung »u^nEm^. den Vor- Großh. Oberconsistortum, den Gemeinden der Lande cye ’ ö Geburtstages Martin schlag zu machen daß dieselben ti« aus synodaler Luther's Beiträge bewilligen zu einer L^ther't'ftug, m Vertreters der theologischen W > "«K». LMLL.»»«»—»-»» bet ihrem Studium zu Unterstützern Rieger erftatlelec Ausschußber cht über Schließlich liegt e n »chmnenneiste^ Mittwoch den 23 Mai : Gießener Anzeiger I Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Leben und die Entwickelung der Landeskirche und ihrer einzelnen Institutionen betreffenden Veröffentlichungen von jetzt an Sorge tragen zu wollen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenr-Bureau. Berlin, 21. Mai. Im weißen Saale des Königsschlosses nahm Prinz Wilhelm beute Mittag das silberne Hochzeitsgeschenk der 96 preußischen Städte entgegen, welches eine Deputation überreichte, bestehend aus den Oberbürgermeistern von Forckenbeck, Miquel Becker, von Winter und dem Stadtoerordnetenvorsteher Stratzmann. Oberbürgermeister von Forckenbeck hielt eine Ansprache, welche der Prinz mit warmen Dankesworten erwiderte. Die Prinzessin Wilhelm war verhindert, dem Empfange betzuwohnen. Sämmtltche bet der Anfertigung des Geschenkes thätige Künstler waren bei der Uebergabe zugegen- Nach der Uebergabe wurde die Deputation zum Dejeuner bet dem Prinzen eingeladen. — Ueber den Inhalt der letzten preußischen Note der Kurie meldet die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" folgendes: dieselbe führt aus, die Regierung lege auf die Auzetgepfltcht deshalb hervorragenden Werth, weil sie die gleichartige Behandlung mit anderen Regierungen hierbei als Ehrensache ansehe, ferner weil solche Mitwirkung die Vorbedingung der gemeinsamen Arbeit der geistlichen und weltlichen Behörden sei. Dte Regierung sei bereit, durch dte Gesetzgebung dte Zuständigkeit des kirchlichen Gerichtshofes für dte Anzetgepflicht zu beseitigen und auf dte Anzeigepflicht der nicht beneficirten Geistlichen zu verzichten, so daß dte Gctstlichkett ohne Mitwirkung der Regierung dem Mangel an Seelsorgern abhelsen und das Sacramenlspenden und Messelesen durch nichtbeneficirte Geistliche erfolgen kann- Unter Hinweis auf das bisherige Entgegenkommen der Regierung wird die Ueberzeugung ausgesprochen, Divergenzen würden sich geringer erweisen, sobald dte Curie durch Acceptirung der beschränkten Anzeigepfllcht den Boden der praktischen Verständigung betrete. Berlin, 21. Mat. Bet dem französischen Botschafter Baron de Courcel fand heute ein Diner statt, zu welchem der Kaiser eine Einladung angenommen hatte- Als Se. Majestät das Botschaftshotel betrat, wurde er von dem Botschafter, dessen Gemahlin, sowie dem gesammten Botschaftspersonal empfangen. Der Kaffer reichte seinen Arm der Baronin Courcel, zwischen welcher und der Fürstin Bismarck er auch seinen Platz bei Tisch und zwar gegenüber dem Botschafter einnahm. Auch Unterftaatsseccetär Busch, Gras Wilhelm Bismarck und dte Hofmarschälle Grafen Pückler und Perponcher waren unter den Gästen. Während der Anwesenheit des Kaisers wehte dte Kaiserflagge cuf dem Ministerhotel. Dortmund, 21. Mai. Bei der im hiesigen Wahlkreffe am 17. d. Mts. stattgehabten Reichstagsersatzwahl wurden laut osficieller Feststellung im Ganzen 25,292 Stimmen abgegeben. Davon erhielt Lenzmann 13,420, Kleine 11,169, Tölcke 696 Stimmen. München, 21. Mai. Die heute Nachmittag in Gegenwart der Mini- sterial-, städtischen und Regierungs-Behörden veranstaltete Generalprobe mit der clectrischen Beleuchtung des tönigl. Residenz-Theaters ist vortrefflich gelungen. Es wurde ein sehr Helles und dabei mildes Licht erzielt, welches im Gegensatz zur Gasbeleuchtung äußerst angenehm wirkte. Eine Steigerung der Temperatur war v.n Zuschauerraum und auf der Bühne während der einen Stunde nicht wahrzunehmen. Das Hof- und Rational-Theater soll noch in diesem Jahre mit der elektrischen Beleuchtung nachfolgen. Moskau, 21. Mat. Der Kaffer und die Kaiserin empfingen heute Nachmittag im Petrowskipalaft dte Botschafter und das diplomatische Corps, dessen Mitglieder vollzählig erschienen waren. — Dte Stadt hat seit der Ankunft des Kafferpaares ein außerordentlich belebtes Aussehen gewonnen, dte Bevölkerung ist von ganz unbeschreiblichem Enthusiasmus und Jubel erfüllt, im Kreml drängt sich eine Masse von Neugierigen, um sich dte zur Thetlnahme an der Krönung erschienenen Deputationen und dte fremden Trachten und Costüme anzusehen. Die Vertreter Der ausländischen Presse erhielten heute die Erlaubniß, das Innere der Kathedralen und des Kremlpalastes zu betreten und die Vorbereitungen zu den Krönungsfeierlichkelten, sowie die Krönungs- nsignien m Augenschein zu nehmen. Die Journalisten sind mit silbernen Abzeichen und mit einem ihre Photographie enthaltenden Passirschein versehen worden. Das Wetter ist sehr schön geworden. Der feierliche Einzug des Kaisers und Der Kaiserin t: folgt morgen. London, 21. Mai. Trotz des päpstlichen Schreibens haben gestern an den Thüren der katholischen Kirchen in Kildysert, Kilmurry nnd Coolnien Zeichnungen für einen Parnell-Testimonial-Fond stattgesunden. Die Priester hatten die Pfarr-Eingesessenen ermahnt, Beiträge zu leisten. In Mullagh, wo der Pfarrer der Kirche es abgelehnt hatte, die Annahme von Zeichnungen an der Thür seiner Kirche zu gestatten, wurde nicht weit davon von einzelnen Personen ein Tisch ausgestellt, an welchem Zeichnungen entgegengenommen wurden. Dublin, 21. Mai. Die gegen Delaney wegen Theilnahme an dem Morde im Phönixparke erkannte Todesstrafe ist im Gnadenwege in lebenslängliche Zwangsarbeit verwandelt worden. Tunis, 21. Mai. In Folge von in der vergangenen Nacht zwischen der Polizei und einer Bande Einbrecher vorgekommenen Thätlichkeiten, wobei mehrere Gensd'armen verwundet wurden, hat hier heute eine Zusammenkunft der auswärtigen Consuln stattgefunden, um über die gegen verbrecherische Vorkommnisse zu ergreifenden Maßregeln zu berathen. Man beschloß, der Localpolizei das Recht zu verleihen, Einbrecher von jetzt ab ohne Rücksicht auf ihre Nationalität in vorläufige Haft zu nehmen, worauf jedoch den zuständigen Behörden davon Nachricht zu geben sei. Lokales, Gietzert, 22. Mai. Samstag den 26. d. Mts., Vormittags 9% Uhr, findet eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Gießen tm Regierungsgebäude dahier statt. Es kommen zur Verhandlung: 1. Recurs des Maschinenfabrikanten Adam Menges dahier gegen einen Polizeibefehl betr- Geschäftsbetrieb. 2. Desgleichen des Julius Buch dahier betr. Bauerlaubniß. 3. Desgleichen des Kaufmanns Fritz Flimm dahier. 4. Reklamation des Feist Katz I. und Genossen zu Steinbach gegen den Voranschlag dieser Gemeinde für 1883/84 wegen Nichtausschlags der allgemeinen evang. Kirchensteuer auf die Pflichtigen. 5. Desgleichen des Johannes Keßler II. und Karl Haas VI. daselbst wegen des Gememdenutzens. 6. Desgleichen des Karl Ludwig Zimmer II. und Genossen zu Nieder- Bessingen wegen des Gemeindenutzens rc. Gießen, 22. Mai. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 24. Mai 1883, Nachmittags 4 Uhr. 1. Die Erbauung eines neuen Schulhauses für die Stadtmädchenschule. 2. Bestand der städtischen Schulen. 3. Dte Verwerthung der Grassamenernte in den städtischen Waldungen für das Jahr 1883. 4. Das Feuerlöschwesen. 5. Die Wahl eines Spritzenmeisters. 6. Bedürfnisse für die Turnanstalt. 7. Die Kleinkinderschule betr. 8. Veräußerung von Bauplätzen an der Ludwigsstraße. 9. Straßenanlagen auf der Ostanlage. 10. Die Zurückziehung verpachteter städtischer Triebviertel. 11- Die Verpachtung der Wieseckböschungen. 12. Statistische Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernte-Ertrags im Deutschen Reich. -3170 oti 13. Gesuch des Steinhauermeisters Emil Kalbfleisch dahier um Entfernung von Trottotrwandfteinen. 14. Gesuch des Karl Ockel dahier um pachtweise Ueberlassung von Wtesen- gclänbe. 15. Reparatur des städtischen Pflasters. 16. Kostendecreturen. 17. Dte neuen Steuergesetze betr. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde Gießen Gottesdienst am Jahresfest des Vereins für innere Mission in Oberhessen, Mittwoch den 23. Mai: Vormittags 10 Uhr: Prof. Dr. Harnack. (Unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins.) Aeilgeöo WH, " Slhmj * N,i„ ' Der MO 29 DieM, । J BormE dem W!” oiif Baltsikiils DieAnseckMS^ ifjuW«8 'N «SubimsMOS' Die Angebate Md VonintW «Glossen bei Huch-Pin einzmch die Bedingungen k. ; Wen. n Meßen, am 21. » Der K 3557 ® Lubun »tat Wi 3501 C 1 *■—52^ Wafferwärrue der Lahn. Am 22. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: +12« R-, Luftwärme + 15« R- L. Chr. Rübsamen. Die Anfeckgung r Mck FMraMaä lau eines Schuh soff a. d. Lahn nifsionsweg vergeb' Die Angebote st Samstag den ! Nachmitta ®erjd)tofien auf un •Sirenen, ivofelbft tingungen ic. jur ( Äendoff a. d.Lah 8r-Bürgermeisterei Ä M Boi Frcilsg den 5 Nachmittagc wo vor dem Gemein M ü. d. Lda. i Locomobile nn J Mithüriger J 3 ninbc Tische, 1 Commode, 1 desal. mit Gl. J vollständiges $ ■K " Stühle 9 ®4en, den 19. Mj Ä66 $ Großh. tz Vermischtes. Darmstadt, 19. Mai. Gestern Abend hat sich die etwa 17jährige Tochter des dermalen in Italien weilenden Kochs W- mittelst Schwefelsäure vergiftet. Der Tod trat erst nach etwa halbstündigem entsetzlichen Leiden ein. Marburg, 19. Mai Wie mir hören, wurden gestern in einem von einem hiesigen Metzger geschlachteten Schweine du ch Herrn Fleischbeschauer Pohle Trichinen entdeckt- Von den vorschriftsmäß'g zu untersuchenden 10 Stücken Fleisch wurde nur tn einem eine Trichine gefunden; tn später noch entnommenen Fletschstücken von der Zungenwurzel und dem Zwergsell fanden sich dieselben jedoch massenweise. Auf polizeiliche Anordnung wurde das Fleisch dem Wasenmeister zur Vernichtung Übergeben. Das Schwein stammt aus der Gegend von Frankenberg und war gewöhnliche Landrasse. (O- Z-) Mainz, 17. Mai. In der Nähe von Hanau wurde heute Morgen einem Wagenwärter der Hess. Ludwigsbahn bet einer Durchfahrt durch einen Viaduct der Kopf vollständig zerschmettert Der Unglückliche stand auf dem Wagen, als der Zug die ver- hängmßvolle Stelle pafftrte. Bockenheim, 20. Mai. Am Freitag Abend hat sich ein in der Neugasse wohnender 72 Jahre alter Mann auf dem Abort mit einem Taschenmesser tn selbstmörderischer Absicht einen Schnitt in den Hals beigebracht, damit auch die Speiseröhre und die Luftröhre durchschnitten, aber die Pulsader nicht verletzt, so daß der Schnitt vorläufig nicht den Tod brachte. Er muß, wie der „93. A." meint, von da fort und in die Stetnkaute gelaufen sein, wo er jedoch auch da seinen Tod nicht sand, vielleicht wegen eingetretener Mnthlosigkeit. Gegen 2 Uhr wurde er auf dem Steinweg tn ganz durchnäßtem Zustand von 2 Nachtwächtern angetroffen, welche ihn nach seiner Wohnung brachten und einen Arzt benachrichtigten. Der Unglückliche kann natürlich m Folge Luftrohrenverletzung nicht mehr sprechen, war aber gestern Mittag noch am Leben Er soll die That begangen haben, weil er sich für überflüssig hielt und des Lebens überdrüssig war. Kassel, 18- Mai. (Meuchelmord! Ueber den vor einigen Tagen in der Gegend von Jesberg vorgekommenen Mord erfahren wir das Folgende. Der Handelsmann Wilhelm Koch aus Schönau war auf dem Markt zu Treisa gewesen und fuhr tn der Nacht zum Donnerstag mit seinem einspännigen Wagen nach Hause. Auf der Landstraße zwischen Treisa und Gilserberg wurde er überfallen und dergestalt mißhandrlt, daß der Tod etntrat. Zeuge der dunkeln That war nur das Pferd des Erschlagenen; dasselbe jagte mit dem Wagen der Heimath zu. Das veranlaßte einige Einwohner, nach Koch zu suchen, dessen Leichnam denn auch bald aufgefunden wurde. Der Thal dringend verdächtig waren einige Individuen, mit denen Koch einige Zeit vorher im Wtrtbshause zu Schönau gelegentlich eines Tanzvergnügens, wobei sämmtltche Betheiligte etwas zu tief ins Glas geguckt hatten, in Streit gerathen war. Es waren zwei Männer von Gilserberg darunter, die damals Redensarten von Todtschlagen und dergleichen batten fallen lassen- Diese Beiden wurden verhaftet und nach einigem Zaudern räumten sie die gräßliche That ein. Auch benannten sie noch zwei andere Männer als Mit- thäter, welche denn auch alsbald verhaftet werden konnten. Königshütte, 19. Mai. Von einem Löwen gebissen wurde vor einiger Zeit ein hiesiger Arbeiter, der die Menagerie des Thierbändigers Montenegro besuchte. Der Arbeiter war in einer derartig „angeheiterten" Stimmung, daß es ihm einfiel, dem Löwen ein „Patsche!" zu geben. Der Löwe verstand aber die wohlgemeinte Begrüßung falsch und biß dem Unvorsichtigen drei Finger ab. Kassel, 17. tfflat. Durch die Untersuchung in der Hierselbst ermittelten großartigen Briefmarken-Fälschungsaffaire hat sich, nach dem „Jll- Anz. f. C- u. B.", herausgestellt, daß nahezu 140,000 Stück Falsifikate ä 50 Pf., also ca. für 70,000 JL tn das Publikum gebracht worden sind. Wie früher schon mitgetheilt, sind die Marken täuschend nachgeahmt. Selbst einem Berliner Postbeamten, der behufs Entdeckung solcher Fälschungen mit einer sehr stark vergrößernden und exakt gearbeiteten Lupe ausgerüstet ist, wollte es nicht gelingen, auch nur die Spur eines Unterschiedes zwischen den echten und falschen Marken zu entdecken. Selbst nach Loslösung der Gummirung und Befestigung der so präparirten Marken an die sonnenbeschienene Fenstersche be vermochte das doch geübte Auge des Postbeamten keinen Unterschied festzuftellen. Nur die Sachverständigen der Reichsdruckerei, in der bekanntlich die Postwerthzeicken hergestellt werden, wußten das in einem ganz unbedeutenden Pünktchen bestehende Merkmal d 'r Unechtheit herauszufinden. Die Reichshauptstadt scheint den Fälschern ein günstiges Feld für den Absatz der Falsifikate geboten zu haben. — (Vacante Stellen für Militäranwarter im Bereich des 11. Armeecorps.) Cassel, Postamt, ständiger Posthülfsbote, 1,80 Tagegeld, Königliches Eisenbahn- Betriebsamt, 5 Bureau-Aspiranten, täglich je 2,50 JL Diäten; Darmstadt, Postamt, Briefträger, 980 JL Gehalt jährlich; Eisenach, Bahnpostaml, Packetträger, 824 Jt. Gehalt jährlich; Frankfurt a- M-, König!. Eisenbahndirection, 6 Bureau-Aspiranten, Anfangs 80 Gehalt monatlich; Gotha, Postamt, Packetträger, 824 Gehalt jährlich; Salzungen, Herzog! Amtseinnahme, Amtsdiener und Executor, 760Gehalt jährlich; Weimar, Postamt, Stadtpostbote, 824 Jü Gehalt jährlich; Wiesbaden, städtische Cur- Dtrection, Portier, 1200 Gehalt pro Jahr und freie Dienstkleidung. — Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division. Darmstadt. Großh. Ministerium des Innern und der Justiz, Canzleiwärter, 680 «X Gehalt jährlich und alle 2 Jahre eine Dienstkleidung. GchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 19. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Fulda, Capt. Chr. Leist, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. Mai von Bremen und am 10. Mai von Southampton abgegangen war, ist heute 4 Uhr Morgens wohlbehalten tn Newyork angekommen. Bremen, 19. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Neckar, Capt. N. Bussius, vom' Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 6. Mat von Bremen und am 8. Mat von Southampton abgegangen war, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel und Vermehr. Gießen, den 22. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund Jt. 1.30—1.50 Hühnereier Stück 5^,2 St. 9 Käse per Stück 4—9 Käsematte 3 4 Erbsen per Liter 22 4, Linsen 30 4, Tauben per Paar JL 0-65—1.00, Hühner per Stück 5 illustr. Sonnlagsblati zum Preise von nur ' Mk. 1.75. Witzblatt ----- - ... ^Deutsche Lesehalle", ^Mittheilungen über w .°<° entgegen genommen von allen Postanstalten sammen. Lui» Probe-Alionnenient geeignet. Fussboden Anstrich. 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