Freitag den 23. Februar 1883, Mr. IS Bureaur Schulstraße 7. ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. .A or 3 - v a * -> PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlshn. Erscheint täglich mit Ausnahme des M-uragS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberstcht. (Sieben, 22. Februar. In der kirchenpolitischen Frage in Preußen bildet die Veröffentlichung der beiden Briese, welche der Papst im December und Januar an Kaiser Wilhelm gerichtet hat, int „Moniteur de Rome", dem ofiicieüen Organe des Vatikans, einen bemerkenswerthen Zwischenfall. Wie versichert wird, hat der preußische Gesandte beim Vatikan, Herr v. Schlößer, den Auftrag gehabt, der Kurie die Bitte um diese Veröffentlichung auszusprechen, welcher Bitte die Kurie detunach nachgekommen ist. Das österreichische Herrenhaus beschäftigte sich am Montag und Dienstag mit der Berathung der Novelle zum Volksschulgesetz. Die Schulfrage hat bekanntlich in Oesterreich eine politische und staatsrechtliche Bedeutung erlangt, welche sich namentlich in den Debatten des Reichsrathes im vorigen Jahre über den Antrag Lienbacher zum Schttlgesetz widerspiegelte. In Frankreich hat das Rumpf-Cabiuet Falliöres nunmehr definitiv das Zeitliche gesegnet und ^ernj die Bildung des neuen Ministeriums übernommen. In England fesselt der in Dublin spielende Mord-Cornplott-Proceß die öffentliche Aufmerksamkeit fast mehr, als es die Verhandlungen des Parlaments zu thun vermögen. Die Aussagen der Kronzeugen gestalten sich für die Angeklagten immer gravirender und besonders sind die Aussagen, welche der Zeuge Carey über die Ermordung von Lord Cavendish und Sir Thomas Bourke machte, höchst belastend für mehrere der Angeklagten. Die der Theilnahme au der Ermordung der beiden Staatsmänner angeklagten Gefangenen sollen zur Aburtheilung formell vor das Tribunal gestellt werden. Auch sollen in England ntehrere Verhaftungen wegen Theilnahme an den in Irland begangenen Mordthaten bevorstehen. Die Vorbereitungen zur Krönungsfeier in Moskau nehmen ihren ungestörten Fortgang und nach den Summen, welche hierzu ausgeworfen sind, zu "urtheilen, wird die Feier mit ungewöhnlichem Glanze begangen werden. Richt weniger als 17 Mill. Rubel sind dazu bestimmt, dem Krönungsfest jenen glänzenden Schimmer zu verleihen, durch welchen daffelbe in den Augen der Menge erst seinen wahren Werth erhält; freilicv wird von dieser Riefensnm'ne wohl mancher Rubel m fremde Taschen wandern, lieber den Krönungstag selbst verlautet noch immer nichts Bestimmtes und scheint es fast, als ob nmn m den maßgebenden Petersburger Kreisen der Ansicht ist, daß den Nihilisten doch nicht recht zu trauen ist. Während die Reorganisation der innern Verwaltung Egyptens unter der Leitung Englands entschieden Fortschritte macht, scheint sich der Aufstand im Sudan immer bedenklicher für die egyptische Negierung zu gestalten. Die Anhänger des „falschen Propheten" gewinnen immer mehr an Terrain und sie sollen sich bereits mit mehreren arabischen Stämmen in Verbindung gesetzt haben. Außerdem haben die Aufständischen die Brunnen, welche an den Straßen liegen, und die wenigen Garnisonen des aufständischen Gebietes mit einander verbinden, verschüttet, so daß es fast unmöglich ist, Truppen aus diesen Straßen vordringen zu lassen. Das Kriegsgericht zu Kairo hat von den der Ermordung des Professors Palmer angeklagten 13 Beduinen 5 zum Tode und die übrigen zu langen Freiheitsstrafen verurtheilt. Der Mitangeklagte Gouverneur des Gebietes, auf welchem die Ermordung geschah, wurde zur Amtsent- entsetzung und zu einjähriger Gefüngnißstrafe verurtheilt. Gegen 4 andere an- geklagte Beduinen wurde die Verfolgung eingeleitet. Kesterrcich. Pefth, 19. Februar. Bekanntlich wurde in den letzten Tagen in dem Unterrichts- Ausschuß des ungarischen Abgeordnetenhauses mit Zustimmung des UnterrlchtsministerS der Mtttelschulgesetzentwurf den Wünschen der Vertreter der Confessionen und der Nationalitäten entsprechend umgestaltet. In Bezug auf jene Punkte des gedachten Entwurfs, die von Seiten der siebenbürgtschen Sachsen am meisten beanstandet wurden, ist zwischen den sächssichen Abgeordneten und den andern Auöschußmitgltedern ein „Ausgleich" zu Stande gekommen. Die Sachsen haben den Ungarn begreiflich gemacht, daß es nicht billig fei, von den sächsischen LehrLMtscandtdaten zu fordern, daß sie die Befähtgungsprüfung in ungartfcher Sprache ablegen. Die sächsischen Candtdaten der Theologie vollenden ihre Studien meistens auf deutschen Universitäten; wenn sie hetmkehren, werden sie als Professoren in den Gymnasien angestellt, bis sie zu einer Pfarre kommen können. Während ihres Aufenthalts in Deutschland haben sie die Uebung der ungarischen Sprache verloren, wodurch ihnen die Ablegung der Prüfung in ungarischer Sprache beinahe unmöglich wird. Bekanntlich hat der Unterrichtsmtntsier diese Forderung der Sachsen erfüllt, indem er die bekämpfte Bestimmung des Entwurfs fallen ließ. Ferner hat der Minister auch dem Wunsche der Sachsen zugestimmt, daß die Reifezeugnisse auch in „lateinischer" Sprache ausgestellt werden sollen. Dagegen erklärten die sächsischen Abgeordneten, daß sie gegen die Einführung des Unterrichts der ungarischen Sprache in den Mittelschulen als unerläßlichen Lehrgegenstand nichts einzuwenden haben. Die in Angriff genommene Verwaltungsresorm wurde durch die Annahme der Vorlage über den Haushalt der Eomttate in die Richtung der Entwicklung der „Selbstverwaltung" geleitet. Das neue Gesetz sitzt eine Pauschalsumme fest, mit welcher der Staat das Comitat entlohnt für jene Verrichtungen, welche dasselbe in staatlichen Diensten zu versehen hat. Außerdem erhält das Comitat das Recht der „Selbstbesteuerung", indem es für Cultur- und Wohlthätigkeitszwccke einen drei- procentigen Steuerzuschlag einhebcn kann, und einen weiteren zweiprocentigen Zuschlag, diesen aber nur mit Zustimmung der Regierung Für die Verwendung der staatlichen Untelstützung ist dem Comitate ein großer Spielraum zugestanden. Letztere in Verbindung mit dem Recht der Selbstbesteuerung soll dem Comitate die Mittel zur Verbesserung der „Selbstverwaltung" bieten. England. London, 19. Februar. Das große Ereigniß im Proteste der Meuchelbande Teicgraphischt Dtpkschen. Wolff'» telcgr. Sorresponden,.Bureau. Berlin 21. Februar. Der vorgelegte Entwurf einer Verordnung, betr tui» Verbot der Einfuhr von Schweinen, Schweinefleisch und Würsten amerikanischen Ursprungs hat in der heutigen Sitzung die einstimunge Zustu >- ,uuug des Viludesraths elhalten. zu SDubl'ii ist der „Vcrrach" des Stadtraths James Carey. Er ist zum Angeber ge- worden oder vielmehr die Regierung hat sein Anerbieten, Angeber zu werden, angenommen. Denn es ist kein Geheimniß mehr, daß saft jeder der Bande sich dazu gemeldet hat; daß aber die Regierung, vorsichtig in ihrer Wahl, nur solche genehmigt, von deren Zeugniß sie die wcttg-hendste Aufklärung erwartet. Mit dem Stadtrath Carey ist sie besonders glücklich gewesen Nicht nur, daß er die Einzelheiten des Mordes im Phöaixpark therls aus eigener Anschauung, theils aus dem Munde der Thäter selbst vervollständigt; er hat aueu über das Wesen, den Rückhalt und die Hülfs- g.nllkn des geheimen Mordbundes ein neues Licht verbreitet- Gemäß seiner Aussage Heeßen die Mitglieder desselben die „Unbesieglichen" (Invincibles). Sie zählten anfangs deren nur vier und wurde 1881 durch einen gewissen Walsh gegründet, welcher im Auftrage eines englischen Centralbundes in London nach Dublin kam, um dort einen Hweigverein einzurichten. Diesrr Walsh, der seitdem spurlos verschwunden ist, trug sich mit großen Plänen. Sein Bund sollte Aufsehen in der Weltgeschichte macken dadurch, daß er Tyrannen aus dem Wege schaffte. Er vereidigte zunächst McCaffrey und dann unfern Carey. Die Eidesformel lautete ungefähr: „Ich will aus freiem Millen und ohne jedweden geistigen Vorbehalt allen mir von den irischen Unbesieglichen gegebenen Befehlen gehorchen und keine wetteren Fragen stellen, als die zur Ausführung dieser Befehle nothwendig sind." Jede Verletzung dieses Schwurs ziehe den Tod nack fick. Während dieses Schwures halten Vereidiger und Schwörer beide em Federmesser in der Hand- Letzteres erscheint etwas lackerlich, wird aber von Carey durchaus bekräftigt. Bald gesellte sich ihnen James Mullott und Daniel Curley zu, und von diesen vieren wurden dann weitere Rekruten geworben, bis daß Irland sein Con- lingcnt zu den 250, welches die Gesammtzahl aller m England, Schottland und Irland bcfindl'chen „Invincibles" sein solle, gestellt haben würde. Carey wiederholte eine Angabe des erstrn Angebers Farrell, nämlich, daß der Meuchelbund mit dem Femerthum nickts zu thun habe, daß aber keines seiner Mitglieder nicht vorher ein hervorragender Fenier gewesen. Nach Walsh's Verschwinden hielt McCaffrey die Verbindung mit London aufrecht, woher auch die Gelder kamen. Er zahlte einmal an die Kosse der Unbesieglichen 40 L- aus, um sie zu der Ermordung englischer Regierungsbeamten za begeistern. Carey persönlick erhielt seine Geldmittel von einem geheimnißvollen bekannten, welcher in dem Bunde als Nr. 1 bezeichnet ward, niemals seinen Nam'N angab und anscheinend zwischen England, Irland und Frankreich hin und her suh-. Er soll sehr anständig ausgesehen haben, von hohem Wüchse und militärischem Au-- treten gewesen sein und leickt gehinkt haben. Er gab Carey einmal eine Vierzigpsund- note und zweimal eine Zwanzigpfundnote, stieg gewöhnlich in einem außerhalb Dublins gelegenen Gastbofe ab und wurde dann auf längere Zeit unsichtbar. Anderen Nachrichten zufolge wäre Nr. 1, auch „General" genannt, 50 Jahre alt, l,/8 Meter hoch, nahm am amerikanischen Bürgerkriege und als Franktireur am deutsch-franzost- scken Theil Nock vor zwei Monaten ward er in Dublin gesehen, soll sick jetzt IN 9 nbon befinden, so daß bte Polizei jeden Augenblick ihre Hand auf ihn legen kann. C eregentliche Anfragen bet seinem Bankier lautete n stets günstig, eine Antwort lautete: Der He-r bat anscheinend unbegrenzte Mittel durch seinen Credit in Amerika". Wir stehen also am Vorabende neuer Enthüllungen. Was eigentlich die Dubliner am meisten bei diesen Enthüllungen erschreckt hat, waren die Beziehungen, welche Partiell mit der Mordbande mittelbar wenigstens unterhalbn haben soll — wenn wir Carey unbedingten Glauben schenken können. Carey erwähnte einen gewissen Sberidan als Ihätiges Mitglied der Mordbandc. Nun ist dies aber jener A I. Sberidan, besten Name beim Kilmainhamer Vertrag so häufig genannt ward. Partiell ließ Forster zur Leit durch O'Shea versprechen, er werde unter gewissen Bedingungen fick dieses Sheridan bedienen um die geheimen Verbindungen zn unterdrücken. Jetzt erinnert man sich auch, daß Patrick Egon, der in Paris wohnende Schatzmeister der Landl ga wohl mit der Mordbandr Fühlung haben mußte, denn als nach dem Morde Cavendisds und BurkeS in Freeman's Journal der Vorschlag gemacht wurde die Landliga solle tausend Pfund Sterling auf die Entdeckung der Mörder sehen, drohte Egon ofort mn seiner Abdankung. Daraus wird geschlossen, daß Egon vielleicht die Unbesieglichen xn t Geld unterstützte, was ihm um so leichter geworden, als er kaum Rechenschaft abzulegen brauchte. In Dublin kennt die Wuth gegen Carey keine Grenzen, denn wenn man sick auch über die Enthüllungen freut, so weiß man doch andererseits, daß er der Hauptanstifter der Morde war, andere zum Verbrechen anreizte und jetzt alle preisgibt, um seinen Kopf zu retten. Vor drei Jahren war er noch ein armer Maurergeselle, letzt bat er ein hübsches Vermögen, wahrscheinlich vom Blutsolde zusammengesammelt, und als er vor Kurzem zum Stadiratb gewählt worden, ließ er sich eine große Kupfer- platte: J. Carey, T. C. (Town Counciller), auf seiner Thür anbringen. Seine M t- verschworenen nannten ihn nur den Gentlemen Carey; der mit der ewigen Zigarre wr Munde einberschlenderte, während die übrigen die Blutarbeit verrichteten. Es fchemi, daß feine Frau die Behörden der Burg bewog, ihn als Angeber zu genebmifltn, ve- mutblick, weil sie ihnen Nachrichten über höher stehende Persönlichkeiten gab, welche in die Verschwörung verwickelt seien. Carcy würde jetzt in Dublin unzweifelhaft gelyncht werden, wenn er sich auf der Straße zeigte. Dublin, 20. Februar. Der Kronzeuge Carey hat die Ehefrau des Sekretär- der Land: und Arbeitsltga-Association. Byrne, als die Ueberbringerin der beim gebrauchten Messer nicht zu tdentisictren vermocht und ist letztere in Folge dessen Wiede, auf freien Fuß gesetzt worden. Amerika. — Die deutsche Einwanderung war im letzten Jahre eine bedeutende und hat so das Deutsch,hum's-störkt. Deutscher G-.st griff >mach, kI UM st», « ^d,-Mhlr-,ch neuen Turn- und Gesangvereine zeigen Mehr Amertkaneroenn t r deutsch. Deutsche Sitte findet 9cachabmung in amerikan sch ^,.se zwei Mäßigkeit--- tcreffe der Amerikaner für deutsche Feste 2Beini wn SchnapS. Dre getränke, verdrängen immer mehr und mehr den nmerikan W-iri wen ^wnap lichte und heitere germanische Weltanschauung gre ft m ck 6 $ Deutsck- Mehr Amerikaner und Demsch-Amer rraner denn sonst b^en ihre Kindes nach^ land geschickt, damit diese dort ihre ^uLb ldung v U d .■ . ^sehen und Einfluß J denn >auVÄ SÄ für es st°.« W» und begeistert ge- kämpft hat. ........ ......■____ . . .„.izz— ~ m" Oefterr. Silberrente 67 Ve, 4u/n -llNsk aus 29 fcr 5% Rumänische Gottharbbahnoetieir h der jüril Montag Wscbru. bcn WKerzotzürdc im a M dem Gard W- 10 Zinür. *05 „ ■ 118 Rmlr. USO Velleu . iemer W Ben, j Ajen " ! Du B 6 Jfr 4160 und Wrfebr. 8 i nt b it r g, 21. Februar. Rother Weiten X 17.25, Weißer Weizen vA 17.20, Korn X 11.75, Gerste AL 8.45, Hafer X 6.55, Erbsen X —.—, Kartoffeln ,//£ — '3 io, Spanier 62H/to, 1 Durchsorllu Bau-, B und bis 43 |i)i2 Wen- W , j Berlin, 21. Februar. Abgeordnetenhaus. Steuererlaß Debatte. Bet der Beratung der Vorlage des Erlasst der 4 untersten Ktassensreuerstufen wird über die bie Lizenzsteucr betreffenden Paragraphen vorweg adgestimmt und werden dieselben mit allen Stimmen gegen 3 oder 4 Conservative adgelehnt. Der Ftnanzmintster stimmte den Beschlüssen der Commission zu, welche die Absichten der Regierung in Bezug auf die Beseit.gung der Steuerexekutionen größtentheils verwirklichen, dagegen bat er, den Antrag Hammerstein, welcher einen Zuschlag zu den oberen Stcuerstufen will, ab- zulehnen. Nachdem Rickert, Büchtemaun, Bennigsen und Wlndthorst den CommtssionS- antrag befürwortet und den Antrag Hammerstein bekämpft, wurde letzterer abgelebnt und $ 1 in der CommissionSfassung genehmigt. Der Antrag Büchtemann, einen Para- grapd-n einzuschieben, wonach die Vergünstigung der Zurücksetzung in eine niedrigere Steuerstufe auf die erste dis einschließlich fünfte Stufe der Einkommensteuer sich erstrecken soll, wird unter Zustimmung der Regierung angenommen. Der Rest der Vorlage wird nach den Commissionsanträgen genehmigt. Die zu 8 3 aufgeworfene Frage, ob durch diesen Paragraph nicht Schädigung des Wahlrechts eintreten könne, wird nach Antrag Bennigsen'S an die Commission o.rwiesen. Fortsetzung morgen. München, 21. Februar. Der König hat das Abschiedsgesuch des Jn- specteurs der Artillerie und des Trains, Generals Graf Bothmer, genehmigt und an dessen Stelle den bisherigen Stadt-Commandanten, Generalmajor Ritter von SDiud ernannt. An Stelle des Letzteren tritt General-Lieutenant v. Heckel. Nour, 21. Februar. Wie der „Agenzia Stefani" aus Tripolis gemeldet wird, hat der Appellgerichtshof gestern dos Erkenntniß erster Instanz, durch tvelcheS die beiden der Beleidigung des italienischen ConsulatS angeklagteu Personen zu 5 resp. 7 Tagen Hast verurtheilt worden tvaren, abgeändert und gegen den angeklagten Kapitän Giamil auf eine 45tägige und gegen den mitschuldigen Telegraphen-Beamten aus eine dreimonatliche Gesängnibstrafe erkannt. Der itatlenische Botschafter, Graf Corti, hatte, wie der „Agenzia Stefani" aus Konstantinopel berichtet wird, entsprechend den au ihn ergangenen Weisungen aus Bestrafung der an den letzten Vorfällen in Tripolis Betheiligten und auf emen Akt öffentlicher Genugthuung gedrungen. Die Pforte hat die Billigkeit dieses Verlangens anerkannt und den General-Gouverneur von Tripolis rele- graphijch angewiesen, in Person dem itallenischen Consul einen osstciellen Besuch abzustatten und demselben über das Vorgesallene sein aufrichtiges Bedauern auszusprechen. New-Uork, 21. Febr. In der hiesigen deutschen katholischen Schule, in welcher gegen 500 Mädchen und 200 Knaben der unteren Volksklasten zum Unterricht versammelt waren, brach gestern ein unbedeutendes Feuer aus. Alles wurde von panikartiger Bestürzung ergriffen und eilte den Ausgängen zu, auf den Treppen wurden die Kinder so ineinander gedrängt, daß 16 derselben das Leben einbüßten und 6 andere verletzt wurden. Viele Mütter waren nach der Schule geeilt, um ihre Kinder zu retten. SchiffSbericht. Mttgethesit von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen. B remen, 21. Februar. Der Postdampfer General Werder, Capt- H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. Februar von Newyork abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 9 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 86 Passagiere und volle Ladung. Bremen, 21. Februar. sPer transatlantischen Telegravh.^ Der Postdampsck Donau, Capt. N. Rmgk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. Februar von Bremen und cm 6. Februar von Southampton abgcgangen war, ist beute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Rewnork angekommen. 202 Bi’ 41 ftijjii _ Mi D-eosta A btr. j reisig m 5°/o 1877r Russen , . . Rente —, 4°/o Unific. Egypte^72"/^ Disconto Coinm. 1963/e, 1083/4. Tendenz: fest. V — In einer jünst in Licgnttz stattgehabten Gerichtsverhandlung vei weigerte der Angeklagte den Manifestationseid, weil er angab, denselben n'cht leisten zu können, da er ein goldenes Füufmarkstück verschluckt habe und dasselbe noch im Magen festsitze. ** Die in Wilhelmsdorf bei Bielefeld gegründete Colonie für Arbeitslose scheint auch anderwärts Nachfolge zu finden. Die nächste im großen Styl angelegte derartige Anstalt wird jetzt in der Provinz Sachsen vorbereitet. Bei Jüterbogk ist nämlich ein dem Staate gehöriges etwa 1000 Morgen Moorboden umfassendes Terrain iüt biefen Zweck in Aussicht genommen. So großartig wird man nicht überall beginnen können, erwünscht wäre eS aber, daß auch anderwärts an Arbeitslose gedacht würde. Wer nichts zu leben hm, dem muß ja bie officielle Armenpflege entsprechende Unterstützungen gewähren Wie segensreich würde es aber für den zu Unterstützend.m, wie vo^th ilhaft für das Gemeinwesen sein, wenn dem Betrag in Geld an Nothdürftige in allen Fällen eine Arbeitsleistung gegenüber stände. Der berühmte Deutsch-Amerikaner Astor, welcher in New-York verschiedene Wohlthätigkcitsanftalten gründete und ein warmes Herz für die „Enterbten" hatte, gab nie einem Bettler ein Geschenk, aber jeder Arbeitslose erhielt Arbeit und bestand sie auch nur darin, daß er einen Haufen Steine von Rechts nach LtnkS und wenn das geschehen war, wieder von Links nach Rechts tragen mußte. Wer über solche Arbeit raisonnilte oder fi* wohl gar als völlig nutzlos und zwecklos bespöttelte, wurde ohne Gnade und ohne Hülfe weiter geschickt, denn Arbeit segnet! war Astors Wahlspruch. Mittellos war er tm Jahre 1783 von Waldorf im Badischen nach Amerika ausgewandert, wo er sich durch rastlose Thättgkeit e 7 tc ttnbbneW ‘•..*4 -7 ‘Bf Bi! icat, xanbbriftn^' 4 ^rl-ch nebst V« J 3 ^ert Ä kr jM । 750 J1 r7-satter azo | Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Rm. Rm. Wellen. 21 — 3950 21,2 64 3600 _____ib. M :?r. W, «« * . ... y.d"n *1 ‘ T, Ronofrtt, M • bik L'l" V .^.'7 nicht; 'lb d' SVdr* crfnetrk;ßJ Ärs« berg): 10 Rmtr. Buchen-Scheitholz, L rn Her'ia, bH (fagunr b/t^ 2 .. schrt'km Hmt!, dsilegikN ’l 29 Rmtr. Buchen-Scheitholz, j 237 „ Buchen, Eichen- u. Kiefern- Prügelholz, / 52 Rmtr. dgl. Stockholz, 44-50 Wellen dgl. Reisholz und „ ii. Eichen-Prügel- na District „Münchwald" (Zusammen- " kunft aus dem Schlagweg): Bau-, Werk- und Nutzholz: 399 Fichten-Stämme m. 116,84 Fstm. und bis zu 37 Ctm. Durchm., 43 Eichen-Stangen mit 1,40 Fstm., 1072 Fichten- „ „ 59,68 „ 6000 „ Bohnenstangen. Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger-Straße, am Bahnwärterhäuschen. , -ab ß Gießen, den 20. Februar 1883. ‘ J: Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. - x 1CÖN Holzverfteigerung ^77^”7 im Gießener Stadtwald. 7’tr|:ü6* I Montag den 26. Februar l. I., m ' von Vormittags 9 Uhr an, “nc^nor soll im Gießener Stadlwald in den ■ Districten Haingesboden und Unterhag 77?il!0,e erhch I mchverzeichnetes Holz versteigert werden: •Äs . »«I , Siblin I Eichen S,8 totateMF lfi»r= 01a, von Morgens 10 Uhr an, ':H,::' im District „Höler" (Zusammenkunft - ...... ' «auf dem Garbenteicher-Weg an: Kellersei 11. Srmlicor^st .* munithi, na) i-l." A mor.otlij,■ ta:, ^n:bneftr6gn. n INA tijlii; 7-;7'7 AI . 4880 Wellen dgl. Reisholz; : im Wiesecker Gemeindewald. »l Dienstag den 27. d. MtS., von Morgens 9 Uhr an, soll in dem hiesigen Gemeindewald, !district Heegwald, nachstehendes Holz versteigert werden: . i? 235 - 1010 Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Dienstag b^n 27. d. M., Nachmittags 2 Uhr, sollen die von Großherzoglichem Polizeiamt abgelieferten gefundenen, von den Verlierern binnen der gesetzlichen Frist nicht reclamirten Gegenstände, darunter goldene Ringe, Brochen, Medaillons, Portemonnaies, Cigarren-Etuis, Uhrketten, Armspangen, Korallenketten, Brillen, Schirme rc., zu Gunsten der Armenkasse gegen Baarzahlung in dem Saale des alten Rath Hauses öffentlich versteigert werden. Gießen, den 21. Februar 1883. Die Armen-Deputation der Staöt Gießen A. Bramm.___ Billiger als von Hamburg bezogen offerire ich bei Abnahme von mindestens 5 Pfund Kaffee a 70, 80, 90 und 100 H, garantirt rein und gutschmeckend, feinere Sorten höher. Gebrannt, fein und reinschmeckend, a 1.—, 1.20, 1.40 und 1.60. Hochfst. caramelirt, der in Aroma und Geschmack nach Monaten nichts einbüßt, ä t//£. 1.50 und 1.80 H. Bei größerer Abnahme entsprechend billiger. io5i_______Chr. Wallenfels, Geschäfts Verlegung. Meiner verehrten Kundschaft, sowie verehrtem Publikum zur Nachricht, daß sich mein Barbier- und Friseur-Geschäft von heute ab im Hause des Herrn W. Plank, Bahnhofstrasse IS, befindet. Hochachtungsvoll 1207_________________B. Mello r._____ Den Empfang meiner neuen Frühjahr- und Sommrc-Klciderstolfe beehre mich erg' benst anzuzeigen und bietet mein Lager eine überaus reichhaltige Auswahl, zu billigst berechneten Preisen. 1223 8. Weimersiieim Naehf. Täglich gebrannte Mocca-Melange-KafTee’s vorzüglich im Geschmack, zu 90