en. eierloge: fall auf, 88- U Amt« l Uhr. 8351 ! ergebene Anzeige, i-Graveur 4 i mein Fach ein* nb billigst« Plk's- », Anhänge», 'e«. f. u>. awan. tarnt Nbevvs ^eiligen, «*!bk »irknng freunt* 1t Samstag den 22. December Mr. 298. 1893 ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Vureairr Schulstraße 7. Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Telegraphische Depeschen. Wolffs telrgr. Eorres-on-em-Vurea». Berlin, 20. D-c-mber- Mach hier vorltegend-u Nachrichten aus Petersburg soll Kaiser Aicrander aestern bei der Jagd aus dem Schlitten gefallen sein. Die Ver- letzukg soll durchaus unb-?Lt-nd ,-i« - Eine offiei-ll- Bestätigung aus Petersburg liegt ^^^°rddeutsche Allgemeine Zeitung- warnt vor der Erfindung und Der- breitung von Sensationsnachrichten, durch welche nur denen geschadet werde, die Mr Vrosverttät ihres Geschäfts der Ruhe im Lande und einer vor kriegerischen Bei- Wickelungen gesicherten Zukunft bedürften und weist dabet auf die erfundene Nachricht eines btefittn Blattes bin, daß bet dem hiesigen Etsenbahnbotaillon Unterricht in der Russischen Sprache ertheUt werde, was in' der Russischen Presse nicht geringe Auf- regnn^e^rg-rufin^hab^ Allgemeine Zeitung" sagt Fürst B.smarck s-i mtt d-m Minister von Putikamer in Betreff der Bekämpfung der geheimen Wahl vollständig ^verstanden und habe sich unter Beibehaltung der öffentlichen Stimmenabgabe sogar iür das allgemeine Stimmrecht auch bet den Landtags- und Gemeindervahlen erklärt. Die Preußische Regierung we de eist erwägen müffen, ob die geheime Aosttmmung bet den Reichstagswahlen für die Retchs'nsttiuttonen nachtheilig sei und eventuell ohne alle Ovvoriunilätslücksichten Aenderungsanträge stellen. Kölr? 20 Mcmber. Der linksrheinische Zug Nr. 36 vom Kempen kommend, ist heute Mutag bei der Einfahrt hier von einem von anderer Seite kommenden Tender in der blanke erfaßt worden. D-r Maschinist, der Hetzer und Bremser wurden sofort getödtet, mehrere Angestellte oerlcht. Reisende sind angeblich nicht verletzt worden. Der Verkchr^ertM^keme^UnNrbr chung.^^ Anhaltendes R-g-nwett-r herrscht, vom Oberrhetn und Main wird neuerdings wieder Steigen des Wassers gemeldet. — Nach amtlicher Meldung des EisenbahnbetrtebSamts wurde der Eisenbahn- Unfall durch den Zusammenfiotz der Locomotiven der beiden Züge herbetgesührt. Zwei Beamte wurden getödtet, einer schwer und einer I-tchl v-rl-tzl. Politische Uebersicht. Gietzen, 21. December. Das Weihnachtsfesi niit all' seinem Glanze, seinen großen und kleinen Freuden, steht wieder vor der Thür und allerorts hat man sich gerüstet, dasselbe nach althergebrachter Weise zu begehen. Wenngleich die Weihnacht^ feier ihren Haupteinfluß im häuslichen Kreise ausübt, so kann sich doch auch die Politik für gewöhnlich deren Einwirkungen nicht ganz entziehen, indessen, der Gang her großen Ereignisse ist nicht an die Feste der Völker gebunden und gerade diesmal gehen die politischen Wellen höher als sonst zur Weihnachtszeit. Für uns in Deutschland hat zunächst die spanische Reise des deutschen Kronprinzen einen erhöhten Pulsschlag des politischen Lebens hervorgerufen und mit steigendem Interesse verfolgte inan in der Heimctth den Verlaus dies er Reise und die Auszeichnungen, welche während derselben dem ritterlichen Erben des deutschen Kaiserthrones von Spaniens Herrscher und Volk zu Theil geworden sind. In noch erhöhterem Maße wendet sich aber nun die allgemeine Aus- merksamkeit bem Besuche des deutschen Kronprinzen in der italienischen Hauptstadt zu, namentlich deßhalb, weil dieser Besuch auch dem Papste mitgalt und selbst abgesehen von der kirchenpolitischen Frage, welche in Deutschland noch immer eine Hauptrolle spielt, würde der Besuch des zukünftigen deutschen Kaisers beim Oberhaupte der deutschen Christenheit unter allen Umständen seine Bedeutung behalten. Bezüglich der Wiederabreise verweisen wir aus diese an anderer Stelle unseres Blattes. Der Kaiser erfreut sich andauernd des besten Wohlbefindens und nimmt täglich die gewohnten Vorträge entgegen, wie er auch fast jeden Tag Audienzen ertheilt. Am Dienstag empfing er auch den Kardinal Fürsten Hohenlohe und kann man diese Audienz wohl in Anbetracht des Besuches, den Kronprinz Friedrich Wilhelm dem Papste abgestattet, eine besondere Bedeutung beimessen. . Das preußische Herrenhaus ist bereits am. Dienstag in bw Weihnachtsferien gegangen, während das Abgeordnetenhaus ihm am Mittwoch folgte. Vor seiner Vertagung hat das Herrenhaus nach zweitägigen Verhand- Ittnaen in zweiter Berathung noch die Vorlage über die neue Jagdordnung angenommen. Dieselbe weicht nach den Beschlüssen des Herrenhnusss von der bisher in Preußen bestehenden Jagdordnung in verschiedenen wichtigen Punkten ab' vor Allem ist die Jagd mit Schußwaffen und Hunden Sonntags nicht mehr gestattet, weiter ist die Schonzeit für Rehböcke vom 1. gebruar bis zum 15 Mai festgesetzt und ebenso hat die Schonzeit für das weibliche Rehwild, für Hasen und Elchwild eine weitere Ausdehnung erfahren. Ob das Abgeordnetenhaus diesen Aenderungen in der Jagdordnung beistimmen wird, ffr indessen noch fraglich. Was die Tätigkeit des Abgeordnetenhauses m den letzten Schungs- ragen vor Weihnachten anbelangt, so beschäftigte sich dasselbe am Montag und Dienstag lediglich mit dem Etat des Ministeriums des Innern, dessen einzelne Positionen fast durchgängig im Sinne der Regierung angenommen wurden. Außerdem brachte Finanzminister v. Scholz am Dienstag auch die Gesetzentwürfe über die Einkommensteuer, durch welches Gesetz bekanntlich dw Aufhebung der dritten und vierten Einkommensteuerstufe m Preußen vorgeschlagen Wird 9unb über die Einführung der Capitalrentensteuer ein. Am Mittwoch erledigte das Haus noch verschiedene Theile des Etats des Handelsministeriums, des Staatsanzeigers, des Auswärtigen Amtes u. s. w. und vertagte sich sodann bis zum 8. Januar 1884, an welchem Tage die Sitzungen wieder Legmuen. . ^ichische Hauptstadt steht noch immer unter dem Ein- Drucke der Erregung, welche die Nachricht von der Ermordung des Polizei- Lonc visten Hlubek in vielen Schichten der Wiener Bevölkerung hervorgerufen bat Man Lmt an, daß Hlubek, welcher am 16. December dem Tage semer c Nt>nit>runas-Vertreter einer in dem Vororte Floridsdorf statt- nthmbS beigewohnt hatte, den socialistischen Fanatikern ÄS ° all n st W der That dringend verdächtig erscheint der ver- 'ä* "L ä? ffiSrhSf Unaarns hat in dieser Woche den Tisza - Eszkarer Procetz m zwettkr Instanz wieder ausgenommen, die Verhandlungen dürsten ,ed°ch diesmal 11UC ?e^Gr°ß'k°Raih von Bern hat den Antrag auf Aufhebung der 22T" ^Meldung'derff ÄÄÄS «vgelehnt. L)le uw. b aufgeqeben, zur Wiederherstellung b "8 ranzos « r, r Tongkinq-Expedition. Das Cabinet ist Gabe eine Vermehrung der Kosten der Dong ing xp ber Deputirten- bereits zu der Einsicht 9 Frcs. bei Weitem nicht ausreichen kammer für Tongkmg bewilligen » .u ... Durchführung der -»w hat °°n er Kammer noch 2- behufs^nergssq^ diener- SfÄ* ----- S'— b-mW diese Opserwilligkeit der Kammermehrheit sieht sich Die französische Negierung in den Stand gesetzt, kräftiger als bisher in Ostasien vorzugehen und wird noch vor Neujahr ein weiteres Corps von 8 bis 9000 Mann unter dem General Millot als Obercommandirender, dem die Brigade-Generäle Negrier und Briöre de I'Jsle untergeordnet sind, nach dem ostasiatischen Kriegsschauplätze abgehen. Aus diesem selbst bereiten sich ernste Dinge vor; Admiral Courbet ist nach längerem Zögern mit 6000 Mann gegen Sontay aufgebrochen und lagert 7 Meilen von dieser Stadt entfernt, welche von 20,000 Chinesen und „Schwarz- Flaggen" besetzt sein soll. Neuere Depeschen melden indessen, daß die feindlichen Haufen sich vor den Franzosen in die Gebirgswaldungen zurückziehen und daß Sontay wahrscheinlich ohne Gefecht besetzt werden würde. — 8000 Ofsiciere sollen sich beim französischen Kriegsminister zur Theilnahme an bet neuen Expe- dition nach Tongking gemeldet haben. — Am 22. November ging die Deputir- tenkammer zum Budget des Cultusministeriums über und nahm mit 360 gegen 146 Stimmen das erste Kapitel, betr. das Personal der Bureaux, an. Gegenüber der von der äußersten Linken verlangten Trennung der Kirche vom Staate bezeichnete der Justiz- und Cultusminister die. Trennung der Kirche vom Staat, welche die Geistlichkeit von jeder Ueberwachung befreie, als keine gute Maßregel für die Republik. Im gegenwärtigen Augenblick wolle die Mehrheit des Landes diese Trennung nicht, und sie werde sie noch weniger wünschen, wenn sie die entgegenstehenden Schwierigkeiten wahrnehme. Bei der Fortsetzung der Verhandlungen am 23. November wurden zwei vom Justiz- und Cultusminister bekämpfte Anträge auf Herabsetzung des Gehaltes des Erzbischofs von Paris von 45,000 auf 15,000 Frcs. und auf Streichung der staatlichen Stipendien in den Seminarien angenommen. ■ ,r . ,r m Die englischen Staatsmänner und namentlich der greise Premier Gladstone sind von neuen Anschlägen der fenisch-irischen Verschwörer bedroht. Mehrere Mitglieder der sog. „Unüberwindlichen", eines Geheimbundes der amerikanischen Fenier, sind von New-York nach London unterwegs und da man von ihnen wohl nicht mit Unrecht ein Attentat gegen Gladstone befurchtet, so sind zu deffen Sicherheit umfassende Maßregeln getroffen worden. Ferner haben die Londoner Stadtbehörden anonyme Briefe erhalten, in denen die Sprengung der Londonbrücke und des Newgate-Gefängniffes angedroh: wUd. Die Brücke und das Gesängniß werden streng bewacht. — Ein englisches Geschwader in der Stärke von 9 Schiffen ist unter Admiral Dowell nach den chinesischen Gewässern abgegangen. , Der Ansturm der vereinigten italienischen Oppositons- Fraktionen gegen das Cabinet de Pretis hat mit einem kläglichen Fiasko für jene geendet. In der Deputirtenkammer war bei Berathung des Cultus- Budaets vom Ministerpräsidenten de Pretis die Cabinetssrage gestellt worden und am Dienstag erfolgte die entscheidende Abstimmung. 150 Deputirte stimmten für die Regierung, 82 Deputirte enthielten sich der Abstimmung und nur 6 Abgeordnete erklärten sich offen gegen die Negierung. Herr de Pretis und feine Ntinifter-Collegen haben demnach einen glänzenden und nacyhaltigen Sieg über die parlamentarische Opposition zu verzeichnen. Wie man den polnisch-galizischen Blättern ai^ Warschau tcle- araphirt hat General-Gouverneur Gurko dem römischen Bischof von Lublm, Pater Wronowski, und dem Bischof von Wilna, Pater Hryniewiecki, Passe mit dem Auftrag, Rußland unverzüglich zu verlassen, zustellen lassen. Auch die Stellung des Warschauer Erzbischofs Popiel soll erschüttert sein._______________ Darmstadt, 20. Decbr. In dem Befinden Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs und Ihrer Großh. Hoheiten der Prinzessinnen Victoria unl> Elisabeth ist eine erfreuliche Besserung eingetreten. Pest-, 20. Dccember. Tisza>Eszlarer Proceß in der Appellationsinstauz. Die Expertise über die Dadaer Lerche nahm fast den ganzen Tag tn Anspruch. Konstattrt wurde hierbei, daß ein Zeuge ausgesagt habe, noch vor der Obduktion sei das Gerücht entstanden, die Laiche sei dtcjen'ge einer verrufenen Person gewesen, er habe dteS von dem Abgeordneten Geza Onody gehört. Bet der hierauf oocgenommemn Verhandlung über den angeblichen Leichenschmuggel wurde festgestellt, daß der Untersuchungsrichter Bary der Verwaltungsbehörde d>e Zustellung des Signalements der Dadaer Lerche verweigerte. Zum Schluß der heutigen Verhandlung kamen die gegen die Flößer verübten GewalNhät'gkeiten zur Sprache. Pefth, 20. December. Tisza-Eszlarer-Pr-ceß in zweiter Instanz. Auch die heutige Verhandlung beschäftigte sich zumeist mit der Expertise über die Dadaer Leiche, wober auf Grund der Universitätsgutachten die Mängel und Unzukömmlichkesten der ersten Sekttoa der Leiche konstattrt wurden. Auch bemerken die Untversiläts-Experten, daß ein Auffangen des Bluts aus einer Schnittwunde am Halse unmöglich, well das Blut in Bogen hinausströme. Paris, 20. December. Dem Marineminister ist folgendes Telegramm des Admirals Meyer zugegangen: „Hongkong, 20. Dccember. D.rCapitän etncä egyptffchen Handelsschiffes, welches direct von Tovgkrng kam, brachte die Nachricht mit, daß die französischrn Truppen unter dem Befehle Courbets die äußeren V-rthetdigungSwerke von Sontay genommen haben und daß der Sturm auf Sontay definitiv am 17. ds. erfolgen sollte." Diese Nachricht hat keinerlei osfictellen Charakter, erscheint aber mcht unglaubwürdig. Paris, 20. December. Nach einer dem Marineminister zugegangenen Depesche CourbelS, dattrt von Sontay, 16. December, nahm das Expedittonscorps, welches am 11. December von Hanoi aufzubrechen hatte, das Fort „Phusa", sowie alle am Ufer des Songkai auf den Höhen (L-ontays errichteten Befestigungen fort. Der Angriff wurde durch die Marrne-Jnfanterte der algerischen Ttrailleurs ausgeführt, die Flotte unterstützte denselben wirksamst. Der sehr gut bewaffnete Feind Uiftrte unerschrocken Widerstand. Die Haltung der Truppen aller Waffengattungen war ausgezeichnet. — Einer „Havas" Meldung aus Saigun zufolge ist Aocduc zum König von Anam ernannt. Unter den Eingeborenen herrscht eine gewisse Erregung; man fürchtete einen Angriff auf die französische Gesandtschaft, doch hatte die feste Haltung Champeaux die Verwirklichung feindlicher Absichten verhindert. Dem „Fort Thuanan" sandte man aus Hu8 150 Mann Verstärkungstruppen. Es erscheint dringend nothwendig, Hu8 mit hinreichenden Streitkräften zu besitzen, an einen Widerstand daselbst glaubt man nicht. London, 20. December. Dem Reuter'schen Bureau wird aus Hongkong unterm Heutigen gemeldet: Die französischen Truppen nahmen zwei der äußeren Verthekdtg- ungswerke Sontays. Der Verlust der Franzosen beziffert sich auf 19 Officiere und 2000 Mann, der Verlust der Feinde ist sehr bedeutend. Man glaubt, daß die Citadelle bereits jetzt von Franzosen genommen ist. — Das Polizeigericht von Bowstreet beendete heute die Voruntersuchung gegen Wolff und Bonaurand wegen ungesetzlichen Besitzes von Sprengstoffen. Das Gericht überwies die Angeklagten dem Schwurgericht. Gibraltar,- 20. December. Der englische Transportdampfer „Euphrates", auf welchem sich nach Bomboy bestimmte Truppen befanden, ist an der Küste von Tarifs gescheuert. Ein Kanonenboot wurde zur Hülfe obgesandt. Rom, 20. December. Der deutsche Kronprinz besuchte heute Vormittag, begleitet von General Graf von Blumenthal, die Ueberrefte deS Forum'Romanum. Gegen Ende des nicht angekündigten Besuches erschien der Generaldirector der Alter- thümer, Senator Fiorelli. Um elf Uhr folgte das Königspaar, der deutsche Kronprinz, Prinz Amadeus und Prinz Ludwig Wilhelm von Baden einer Einladung des deutschen Botschafters, v. Keudell, zum Dejeuner. Zur Rechten des Königs saß die Ehrendame der Königin, Marchese di Villamariana, zur Linken Frau o. Keudell, gegenüber vom Könige hatte dir Kronprinz seinen Platz, mit der Königin zur Rechten und Madame Minghettt zur Linken. Unter den fünfzig Anwesenden befanden sich noch die Minister Mancini und Minghettt, die obersten Hofchargen und das Gefolge des Kronprinzen. Die Abreise über Bozen nach Berlin erfolgt heute um Muternacht mittelst Hofzuges; ein Vertreter des Königs geleitet den Kronprinzen bis zur Landesgrenze. Rom, 20. December. Der deutsche Kronprinz ist um Mitternacht von hier ab- gereist. Der König und die Prinzen geleiteten denselben zum Bahnhof, wo die Volksmenge enthusiastische Kundgebungen ausbrachte. — Während der heutigen Sitzung der Dcputirtenkammer warf ein Mann Namens Oldrini Flaminio, unter dem Muse „es lebe Oberdank!" kleine Zettel mit einem gedruckten Manifest darauf von der öffentlichen Tribüne in den Sitzungssaal. Derselbe wurde auf Befehl des Präsidenten unverzüglich verhaftet. Einige Minuten später warf ein Anderer von der reservirtcn Tribüne weitere Zettel mit Manifesten herunter unter den Rufen „es lebe Italien und^Oberdank!" Auch dieser wurde sofort festgenemmen. — Der Dcputirte Dezerbt ersuchte den Minister Mancini, im Namen der Insel Ischia dem deutschen Kronprinzen für die durch das deutsche Comite, dessen Präsident der Kronprinz war, geleistete Beihülfe zu danken. Der Minister erwiderte, er werde sich glücklich schätzen, dem Kronprinzen den Dank Dezerbi's und der übrigen Deputaten Neapels für Ischia übermitteln zu können. Genua, 20. December. Die von der hiesigen deutschen Colonie zu Ehren der Officiere der deutschen Kriegsschiffe „Prinz Adalbert" und „Sophie" vera»staltete, in Diner und Ball bestehende Festlichkeit findet heute Abend im „Hotel de la Ville" statt, die Festräumlichkeiten sind bereits mit Flaggen und Blumen auf bas Reichste geschmückt. Newyork, 20. December. Dem „Newyork Herald" wttd aus Hongkong g-- meldet: Die Franzosen nahmen die hauptsächlichsten, tn fünf befestigten Dörfern bestehenden Vorposten Sontays nach hartnäckigem Widerstand. Der Verlust der Franzosen wird auf 200 Mann und 12 Officiere an Tobten und Verwundeten angegeben. Von Courbtt's Truppen waren nur 4000 beim Gefechte beteiligt, die übrigen 3000 bildeten die Reserve. Die Chinesen hielten die Festung besetzt. Der Sturm auf diese vom Lande und von der See aus war auf den 17. ds. festgesetzt. Lokales. Gießen, 21. December. Oeffentliche Sitzungen des Provinzialausschuffes finden statt und kommt zur Verhandlung: Donnerstag den 27. l. M-: 1. Klage des Ortsarmenverbandes Darmstadt gegen den Ortsarmenverband Ober-Florstadt wegen Unterstützung der Elisabeths Schiel Wittwe. 2. Den Wirthschaftsbetrieb des Wirths Karl Welker (zum Gambrinus) in Gießen, hier: Antrag auf Entziehung der Wirthschaftsconcession. 3. Die regelmäßige Ergänzungswahl des Kreistages des Kreises Gießen, hier: Recurs des Fabrikanten Otto Kempf tn Gießen. Freitag den 28. l. M-: 4. Reclamation gegen die Bürg^rmeisterwahl zu Rodheim. 5. Recurs deS Heinrich Weber von Holzhausen, dessen Ausscheiden aus dem Gemeinderath wegen Verlustes der Wahlfähigkeit betr. 6. Reclamation gegen die Bürgermetsterwahl in Ober-Gleen. 7. Klage des Ortsarmenverbavdes Essen gegen den Ortsarmenverband Ober- Seibertenrod, wegen Unterstützung der Familie Heinrich Schuckard. Gießen, 21. December. Wie man uns mtttheilt, hat die Familie Clemm die sehr werthvolle und aus mehreren Tausend Bänden bestehende B'bliothck des verstorbenen Herrn Professor vr. W. Clemm unserer Universität zum Geschenk gemacht. Im Laufe des gestrigen Tages wurde diese Bibliothek der Universitäts-Bibliothek einverleibt und in einem besonderen Local ausgestellt. Vermischte-. Darmstadt, 19. December. (Mtlstärdieastnachrichten.) Andersen, Unteroffizier vom 2. Großh. Jnf-Rgt. (Großherzog) Nr. 116, Leesemann, Vogel, Unteroffiziere vom 3- Großh. Jnf-Rgt. (Leib-Rgt) Nr. 117, Wilms, Unteroffizier vom 1. Großh. Drag.- Rgt. (Garde-Drag.-Rgt ) Nr. 23, zu Portepeefähnrichs befördert; Simons II., Second- lieuttnant vom 3. Großh. Juf.-Rgt. (Leib-Rgt-, Nr. 117, ä la suite des Regiments gestellt; Hanesse, Premrerlieutnant vom 4 Großh. Jnf.-Rgt. (Prinz Carl) Nr. 118, non bem Commando als Jaspectionsoffizier bei der Kriegsschule in Kassel entbunden; v. Schwertzell. Vtcewachtmetster vom 1. Bat. (Marburg) 1. Hess. Landw.-Rgts. Nr. 81, zum Secondlieutenant der Res. des 2. Großh. Drag -Rgts. (Leib-Drag.-Rgts.) Nr. 24, Schmitt, Vicesildwebel vom 1. Bat. (Gießen) 2. Großh. Landw.-Rgts. Nc. 116, zum Secondlieutenant der Res. des 1. Großh. Inf. (Leibg -)Rgts. Nr. 115, Windecker, Vicewachtmeister von demselben Bataillon, zum Secondlieutenant der Res. des 2. Großh. Drag.-Rgts. (Lerb-Drag-Rgts.) Nc. 24, Gerbe!, V-c.sildwebel vom 1. Bat. (Mainz) 4. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 118, zum Secondlieutenant der Res. deS 1. Bad. Leib- Gren -Rgts. Nr. 109, Heinz, Vicefeldwebcl von demselben Bot., zum Secondlieutenant der Res. des 3. Gcoßh. Jnf.-Ngts. (Letb-RgtS) Nr. 117, Michel, Vicewachtmeister voa demselben Bat., zum Secondlieutenant der Res. des 2. Großh. Drag.-RgtS. (Leib-Drag.- Rgts.) Nr. 24, Ludwig, Vicefeldwebel vom 1. Bat. (Mainz) 4. Großb. Landw.-Rgts. Nr. 118, zum Secondelteutenant der Res. des 1. Bad. Feld-Art.-Rgts. Nr. 14 Thomas. Müller, Dicefeldwebels vom 1. Bat. (Mainz) 4. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 118, zu Secondlieutenants der Res. des Brandenburg. Fuß-Art-Rgts. Nr. 3 (Generol-Feld- zeugmetfter) befördert; Dieffenbach, Secondlieutenant von der Landw.-Jnf. des 1. Bats. (Gießen) 2. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 116, Kramer, Scherer, Pauli, Secondlieutenants von der Landw.-Jnf. des 1. Bats. (Mainz) 4. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 118, der Abschied bewilligt. Darmstadt. (Verein zur Unterstützung und Besserung der aus den Strafanstalten Entlassenen.) (Indem wir im Nachstehenden einen Protokoll - Auszug aus den Verhandlungen der diesjährigen Generalversammlung zum Abdruck bringen, empfehlen wir den Beitritt zu vorstehendem Verein mit dem Bemerken, datz Anmeldungea als zahlende Mitglieder sowohl als auch Vertrauenspersonen von den Großherzoglichen Bürgermeistereien jederzeit zur Beförderung an die Bczirkoereins-Commffsion angenommen werden. Die Redaction.) Nachdem am 27. September 1881 die 21. Generalversammlung des Vereins zu Mainz abgeholten worden war, fand Die 22. am 8. November d. I. dahier unter dem Vorsitz des Viceprüsidenten, Hofgerichtsdtrectors Dr. Zimmermann statt. Zunächst wurden die neuen Statuten vom 27. November 1882 näher charakterisnt und heroor- gehoben, daß in den 18 Verwaltungsbezirken (Kreisen) unter dem Vorsitze deS jedesmaligen Kreisamtsvorstehers zwei gewählte Vereinsmitglieder gemeinsam sämmtliche Vereinsangelegenheiten besorgen sollten. Der 22. Houvirechenschaftsdertcht, der sodann vorgetragen wurde, umfaßt Die Jahre 1880 und 1881. Die Einnahmen betrugen in diesen Jahren zusammen 10,115 75 H, und die Ausgaben . 10,362 „ 04 „ also die letzteren mehr 246 JL 29 H, was später durch den Betrag'von zwei zur Rückzahlung gelangten Obligationen wieder ausgeglichen wurde. Die Unterstützung der Pfleglinge des Vereins betrug in diesen beiden Jahren 6794 JL 76 X wahrend in den beiden vorhergehenden Jahren 1878 und 1879 nur die Summe von 5497 „ 59 „ verwendet worben war, woraus zu entnehmen ist, daß sich die Ansprüche an die Kaffe gesteigert haben. Die Verwendungen durch Vermittelung der vorzugsweise aus dem Stande der Geistlichkeit ernannten Beistände fanden statt: 1) Zur Ermöglichung des Betriebs eines Handwerks oder sonstiger Handarbeiten», durch Anschaffung von Werkzeug, ArbtitsklLidern u. s. w. 2) Zur Anschaffung von Hausgeräth und Bettwerk, zur Erlösung gepfändeter unentbehrlicher Gegenstände, zur Zahlung rückständiger Wohnungsmteth- gelder u. s. w. Von den 884 Pfleglingen, welche Ende 1881 unter dem Schutze des Vereins standen, waren nach Abzug der mährend der dreijährigen Dauer dcr Aufsicht verstorbenen (50) abwesenden (161) und ausgetretenen (13) — 660 Personen verblieben^ von welchen li als gebessert entlassen wurden 113, 2) als gut qualisicirt wurden 311, während 182 als „schlecht" bezeichnet und 54 als „unverbesserlich" ausgestoßen werden mußten. An einzelnen Beispielen wurde nachgewiesin, daß die Hülfe des Vereins sogar ausgezeichnet gute Erfolge herbeigeführt hatte. Im laufenden Jahr sind für 133 Pfleglinge bis Ende October bereits 2930 Jü verwilligt worden. Es wurde wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß für die erste Zeit nach der Entlassung aus den Strafanstalten die vorläufige U.tterbrrngung der Pfleglinge ein wahres Bedürfniß sei, bis für dieselben ein gesicherter Erwerbszweig ausfindig gemacht werden könne. Nach einer Mittheilung des Herrn Oberbürgermeisters Ohly soll dahier im nächsten Jahre mit der Vergrößerung des Armenhausis begonnen werben, wobei ein derartiges Asyl wohl geschaffen werden könne. Die Zahl der Mitglieder war im Jahre 1877 auf 478 mtt 834 JL jährlichen Beiträgen gesunken, hat sich aber erfreulicher Weise von da an wieder gehoben, so daß. im laufenden Jahre 1297 zahlende Mitglieder vorhanden sind, worunter sich 26 Gemeinden befinden. Deren jährliche Beiträge belaufen sich auf. . . 1954 JL 84 H, Der Reservefond besteht jetzt tn Wertpapieren im Nominalbeträge von 36,128 58 (angekauft zu 33,677 .M- 51 ^), welche zu 4 pCt. einen jährlichen Zinsenertrag oOwerfen von 1445 „ 16 „ so daß mit dem Zuschüsse aus der Staatskasse mit . 1000 „ — „ die Einnahme im Voranschläge für 1884 und 1885 auf rund 4400 von der Generalversammlung angenommen wurde. Für Unterstützungen der Pflegl nge werden per Jahr annäherungsweise 3300 «X vorgesehen. Die Bureaukosten hatten 1880 betragen 684 JL 27 H, wurden aber mit Rücksicht auf den wegen Drucks des Rechenschaftsberichts zu erhödenden Aufwand für 1884 auf 850 JL festgestellt, während man für 1885 mit 710 JL auszukommen hofft. In den vier Strafanstalten war die Zahl der in den Jahren 1881 und 1882 darin befindlich gewesenen Personen fast genau dieselbe geblieben, nämlich: 1881: 1996, 1882: 1986. Da die Einwohnerzahl deS GroßherzogthumS noch der Zählung vom 1. December 1880 936,340Anwesende betrug, so würde auf 468Einwohner ein Strafgefangener zu rechnen sein. — In Preußen ist dagegen die Zahl der Gefangenen, nach der statistischen Uebersickt über die Straf- und Gefangenenanstalten, die zum R.ssort des Ministeriums des Innern (tm Gegensatz zum Ministerium der Justiz) gehören, für daS Jahr 1881—82, in Summa 153,751 bet.ntrte Personen betragend, gegen das vorhergehende Jahr um 10,273 Köpfe gestiegen. Es läßt sich hieraus schließen, daß aus der momentanen geringen Verminderung der Strafgefangenen im Großherzogthum Hessen nicht auf deren Fortdauer zu rechnen ist. Die Kosten sind, im Vergleiche zu dem Jahre 1879-80, in dem Etatjahr für 1881—82 an Zuschüssen auS der Staatskasse für die Strafanstalten um den Betrag von 43,927 «A gestiegen. Hieran schloß sich ein Antrag des Herrn Majors Kattrein, des jetzigen DirectorS des Landeszuchthaufes zu Marienschloß, daß der Verein seine Wirksamkeit auf die Reform des Gesängnißwesens ausdehnen möge, was wohl durch Bestellung einer Commission aus fachkundigen Mitgliedern des Vereins geschehen könne. Da bei der Versammlung des Vereins der deutschen Strafanstalts-Beamten zu Wien am 21. September l. I. unter Anderem auch der Beschluß gefaßt wurde, daß die Fürsorge für die aus den Strafanstalten Entlassenen unablässig zu fördern sei, so ergibt sich, daß man von Seiten der bttreffenden Beamten selbst das Bedürfniß fühlt, mit den Vereinen in nähere Verbindung zu treten, welche ähnliche Zwecke wie der unserige verfolgen. Die Generalversammlung nahm den Antrag mit Interesse auf und beschloß, daß er der obersten Staatsbehörde zur geeigneten Berücksichtigung vorgelegt werde. Allgemein wurde noch von der Generalversammlung die segensreiche Wirksamkeit des Vereins anerkannt und darauf aufmerksam gemacht, daß das Interesse für denselben durch öftere Bekanntmachungen in den öffentlichen Blättern und Aufrufe zum Beitritt zu demselben noch mehr geweckt und gefördert werden möchte. Schließlich wurden in den Ausschuß für die Periode bis zur nächsten Generalversammlung tm Jahre 1885, welche in Gießen abzuhalten ist, folgende Mitglieder (Unter Beifügung von zwei Substttuten) gewählt: 16 „ JL 76 4 „ 59 , idje an die Kasse dem Stande der jer Handarbeiten, ijunq gepsandeter Wohnungsmtethr uhe des Vereins dir Aufsicht Der? Ionen Derblieben, iSgesioßen werden t des Vereins so? ; bereits 2930 JL ßeßelt nach btr r Wf em MM MM x% M W dxtzvnnen werden - 834 Jk MW« t aeboben, so daß unter B 26 G. . i' DeM “S'S-1 $ä> <«•$?& «ji#*1 fltfn Shlbfftj m, S-ä B- ■ N°"-r°l-F-iL des 1. J0Q|§ ftn’?s J r‘ H8, der .«•5* “S*“ <Ä? !.M sSä»* M ^gsweise 3300^ 5?Sfi ,n 1881 U"d *• j1 N«6 nag ätW'Mi«nn Nedaclion.) M Smte» * “"ter bgattonen wieder 1. Herr Dr. Goldmann, Geheimcrath in Darmstadt, 2. „ v. Kretz, Justizrath , „ 3. , v. Marquard, Prootnzialdircctor a „ 4 „ Ohly, Oberbürgermeister „ „ 5. „ Rcksert, Stadtpfarrer „ „ 6. „ Schenk, Oberappellations- und Cessationsgertchtsrath u w 7. , D Zangen, KretSsssessor 8. „ Dr. Boekrnann, Provinziald'rector in Gießen, 9. , Küchler, P oornztaldtrector in Mainz. Mechernich, 18. Tncember. Im hiesigen Grubenbetrieb des Mechernicher Bergwerks-Actien-Vereins ist seit einiger Zeit durch die Firma Siemens und Halske elektrische Beleuchtung eingeführt worden. Die großen Vortheile, welche diese für die unterirdischen Arberten hat, springen bei einem Besuche der Gruden sofort in die Augen. Das elekttische Licht, welches Ne riesigen Abbau-Hallen überallhin beleuchtet, vermindert für die Arbeiter ganz bedeutend bie Gefahren und ermöglicht eine schnellere und bessere Förderung. Vergangenen Sonntag hat der Hofphotograph Anselm DchM'tz aus Köln eine solche 100 M. Hobe, 30 M. lange und 20 M. breite Halle, in der die Bergleute an ih-en Arbeitsstellen standen, auch ein bespannter Förderwagen aufgestellt war, photographisch ausgenommen. Die Beleuchtung wurde durch 9 elektrische Lampen bewirkt. Für gewöhnlich werden die Hallen durch zwei Lampen ausreichend erhellt. Ix nächster Zeit sollen auch die Gänge, die bis jetzt noch durch Gasflammen beleuchtet werden, ebenfalls elektrisches L cht erhalten. Auch wird eine Telephouleitung angebracht werden, welche die unter der Erde Schaffenden mit der Oberwelt in Verbindung sitzen wird. Telephon und elektrisches Licht sind für die Bergwerke Erfindungen von hoher Bedeutung. Eingesandt. Heuchelheim, 20. December. Die gestern hier stattgehabte Bürgermeisterwahl verlief zu unserer allgemeinen und größten Freude sehr ruhig und ohne auch nur irgend welche Siö^ung, so daß man sie als eine Musterwahl hinstellen dürfte. Es wurde unser allgemein geachteter seitheriger Gemetnderath Jacob Kreiling IV. mit 193 Stimmen zum Bürgermeister gewählt (es machten nur 2/a der Wähler Gebrauch von ihrem Wahlrechte, nämlich nur 195). Der Gewählte entspricht den Hoffnungen, die man hierorts hegt, möge Hin Wirken segensreich und von Dauer sein- — Abends versammelten sich die Wähler in den Wirthschaften bet einem Glase Bier, welches auf das Wohl des neugewählten Bürgermeisters getrunken wurde. Zwei Gesangvereine brachten inzwischen demselben ein Ständch n, bet welcher Gelegenheit ein Toast auf das Wohl der ganzen Gemeinde, unter Leitung ihres neugewählten Bürgermeisters, aus- gebraLt wurde und mit einem Hoch auf denselben endigte. Die übrige Feier verlief sehr ruhig und auf allen Gesichtern sah man nur Freude mit der Hoffnung auf neuen Frieden hier im Ort. Zar gcfl. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilnng über Inserate rc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelcgt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Erp ditwn zu keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten gegenteiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen. Ein Weihnachtsgeschenk, nicht allein von bleibendem Werthe, sondern auch von so großem Nutzen, baß es die einmalige Ausgabe jedes Jahr selbst wieder elu- brtngt, also das denkbar praktischste, bildet unstreitig die Nähmaschine. Sie ist die anspruchsloseste und fleißigste Dienerin in der Familie, jederzeit ohne Murren bereit, schnelle Hülfe zu leisten, jede Näharbeit corrrct imb schön, besser und dauerhafter, als die gescy'ckteste Hand eü vermag, auszusühren. Unter allen ausgeprtesenen Nähmaschinen hat die Original Singer Nähmaschine wegen ihrer einfachen, soliden Construction und leichten Handhabung sich allein einen Weltruf erworben. Diese Fabrik war während ihres dreißigjährigen Bestehens stets bestrebt, das Beste zu liefern und bat jetzt aufs Neue durch wichtige Erfindungen und Neuerungen am Tretgestell und Conftruirung neuer Apparate gezeigt, daß sie es versteht, ihr wohlerworbenes Renommee beim Publikum zu erhutten und zu befestigen. Das Resultat der Amsterdamer Ausstellung, wo den Original Singer Nähmaschinen die höchste Auszeichnung — das Ehrendtplom — verliehen wurde, gibt hiervon wieder das glänzendste Zeugniß. Die Haupt-Niederlage der echten Singer Nähmasch ncn befindet sich bet Herrn G- Neidltnger htersilbst, Bahnhofstraße. Die Schaufenster dieses geschmackvoll ausgestatteten Ladens gewähren uns schon von der Straße aus einen hübschen Ueber- bsick über die sorgsam geordnete Ausstellung der Maschinen in allen Größen und Ausstattungen und für alle Zweck-.. De ausliegendcn Näharbeiten geben uns ferner etn Bild von der Großartigkeit und Verschiedenheit, w.rs eine gute Nähmaschine zu leisten im Stande ist. Treten wir ein, so wird in zuvo»kommender Weise nähere Auskunft erthellt und die verschiedenen Maschinen und Apparate in Thätigkeit gezeigt. Wir erfahren, daß der Nähunterricht durch ein g-schultes Personal dem Käufer gratis ertheilt wird und daß süc Denjenigen die coulantesten Bedingungen gestellt werden, der nicht gleich gegen baar kaufen möchte, indem bie Maschinen auch gegen geringe Ratenzahlungen abgegeben werden. Wir empfehlen m't Recht diese bewährte Firma bei Einkäufen em-r praktischen Gabe für den Wetbrwcbtslisck). Kirchliche Arrzeigeu der St^dt Greffen. Evangelische G e m e i tt d e. G 0 t t e s d i e n st. Sonntag, den 23. December (4. Advent). Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Professor Dr Gottschick. Die Kinderkirche sällt aus. Am Montag, den 24. December, dem Bescheertag, Nachmittags halb 4 Uhr, findet ein Weihnachts-Kindergottesdienst statt; bei demseiben sind die Plätze im Schiff der Kirche nur für die Kinder bestimmt, die seither die Kinder- kirche besucht haben; für die Angehörigen dieser Kinder sind die Bänke in den Seitengängen der Kirche bestimmt; alle übrigen Besucher des Gottesdienstes werden gebeten, die Plätze auf den Emporbühnen einzunehmen. Katholische Gemeinde. 4. Sonntag des Advents. Von 7 Uhr an: Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Commn- nion. Val0 Uhr: Hochamt und Predigt- 5 Uhr: Christbeschecrung der armen Kinder der Gemeinde, hierauf Salve. Gottesdienst in der Lynagoge. Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Morgen 8'° Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 4W Uhr. Bekanntmachung. In dem Firmen-Register des unter» Sddjneten Gerichts wurden folgende Einträge vollzogen: 1) am 15. November 1883 die Firma Dröscher & Simon zu Gießen wurde in Folge Aufgabe des Gc- fchästs gelöscht; 2) am 16. November 1883 Ferdinand Göbel zu Gießen betreibt daselbst ein Manufactur - Maaren - rc. - Geschäft unter der Firma Feld. Göbel; 3) am 24. November 1883 Carl Schüler daselbst unter der Firma seines Namens ein überseeisches Import- und Exportgeschäft; . 4) am 3. December 1883 die Firma Carl Wenzel zu Gießen wurde in Folge Aufgabe des Geschäfts gelöscht; 5) am 7. December 1883 Gotthard Schäfer daselbst betreibt einen Metallwaarenhandel unter der Firma seines Namens; 6) am 19. December 1883 die Firma S. H. Cohn zu Wörlitz hat den Kaufleuten Otto Gal und Arthur Zacobi daselbst Collectiv-Procnra in der Art verliehen, daß^dieselben berechtigt sein sollen, die Firma in Gemeinschaft zu vertreten und zu zeichnen und soll diese Eollectw- Procura auch für die Zwergniederlassung Gießen Geltung haben. Gießen, am 21. Decbr. 1883. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. 8393 I. V.: Dr. Berchelmann. Werkzeugkasten, Laubsagekasten, Schlittschuhe empfiehlt Wilh- Seibert, Marktstraße. Allgemeiner Anzeiger. (Äoeaiaele imd C’acao aus der bewährten Fabrik der Herren Jsh. Ph» Wergrier 8» Co. in Mainz empfiehlt 8398 Bmil Fischbach. I Soeben erschien: Zllarli» Luther in Worms | und sein Fortleberr in der deutschen Nation | von | Bör» Wi8Bse5iifc OaiclkeBa, | c>. ö. Professor a. d. Universität Gießen, Herausgeber der „Allgem. Weltgeschichte | in Einzeldarstellungen." Hochelegant brochirt. Local-Preis für Gießen 50 H, nach Auswärts 60 Gießen, Weihnachten 1883. 8392 Emil Hotis, Verlagsbuchhandlung. Wkihnachts -Kescheerung der Kleinkinder-Bewahranstalt. Zu der Weihnachtsbescheerung unserer Kinder, die nächsten Sonntag, den 23. Dezember, Abends 6 Uhr, in der städtischen Turnhalle stattfinden soll, laden wir alle Freunde und Wohlthäter unserer Anstalt freundlichst cim Wie immer werden wir auch diesmal zum Eingang in den Saal selbst 20 H und für die Galleri en 10 H als Eintrittsgeld erheben; der Eingang geschieht von der Südanlage aus. Außerdem werden wir eine Anzahl besonders ab- ge s ch l o s s e n e r P l ä tz e Herrichten, für die wir Karten z u o 0 ausgeben; ber Eintritt zu diesen Plätzen geschieht vom Hofe der Turnhalle aus; diejenigen, welche solche Karten wünschen, wollen dieselben bei den Schwestern in der Kleinkinderschule oder bei dem Unterzeichneten abhoten lassen; soweit der Platz ausreicht, sind sie auch noch am ^onntag Abend an der Kasse zu haben. Für die Angehörigen unserer Kinder, welche die letzteren zur Turnhalle bringen, werden gleichfalls besondere Plätze hergerichtet, zu welchen man durch die Stube gelangt, in der die Kinder den Schwestern übergeben werden. Die Turnhalle wird um halb 5 Uhr geöffnet; wir bitten aber dringend, die Kinder nicht vor 5 Uhr zu bringen. Gießen, den 19. Dezember 1883. Der Vorstand der Kleinkinder-Be!vahranstalt. Dr. H ttumann, Pfarrer. van HouteiVs reiner Caca©, reiner Ca©a© empfiehlt (8400) E'Siltl Samstag d. 2. Fcdruar 1884, Nachmittags 2 Uhr sollen auf dahicsigenl Ortsgericht bic Grundstücke der Christian Horeyseik Eheleute Flur XIX/165 516 Mir. Acker am Mittelweg, „ X1X/166 500 Mtr. Acker daselbst, „ XLX/167 300 Mtr. Acker daselbst, „ XIX 168 1137 Mtr. Acker daselbst, „ XXIX/79 2875 Mtr. Wiese am Erdkauter Weg, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 21. December 1883. 8390 Großherzogliches OrtsgerichU Müller. Samskag ben 5. Januar 1884, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Johannes Förtsch dahier Flur Mtr. 1/1057 325 Hofraithe in der Wetzsteingasse, I/10..>8 194 Hofraithe daselbst, 1/1060 25 Grabgarten daselbst, 1/1061/4 406 Grabgarten hinter dem Stadthaus, X/349 1112 Felfenkeller auf der Hardt und die zur Brauerei gehörigen Jnven- targegenstände meistbietend versteigert werden. Gießen, den 14. December 1883. Großherzogliches Ortsgericht. 8235 Müller. Versteigerung. Donnerstag den 27. December, Nachmittags 2 Uhr, wird in der Wohnung des Herrn Philipp Rheinländer zu Launsbach eine Scheuer ans gut erhaltenem Eichenholz auf den Abbruch versteigert Launsbach, den 20. December 1883. 8388 Elisabeth« Strack. Jeikgeöotenes. Wisitkarten, Jleujatjrs^ratib lalionskarlen liefert in eleganter Ausstattung 8130 Dl. Seltersweg. Todes-Anzeige nach längerem Leiden dem Herrn sanft entschlafen ist. Gross-Linden, den 19. December 1883. 8384 Dio trauernden Hinterbliebenen. Neuen Bauen 21. 8387 Die Beerdigung findet Sonntag den 23. December, Nachmittags 2 Uhr statt. Franks. Würstchen empfiehlt 6285 40 Der Director: 8386 fft. Tafelschrnalz, pr. Pfund 60 4. So Elsoffer. 74 80 in Der Vorstand 8312 -] zugleich im Namen der übrigen Verwandten. 8394 8396 empfiehlt Emil Fischbach. 8389 Geld - CourS besgl. in ganzen Broden, la Würfel-Raffinade, fst. Blüthenrnehl, Vorschußmehl, I» Stampf-Melis, Neue Gleme-Nofinen, Zugesagt. 8304 J. Schäfer^ Kirchenplatz. Freunden und Bekannten statt besonderer Mittheilung die schmerzliche Nachricht, dass heute Abend gegen 5 Uhr unser guter Gatte, Vater, Schwiegervater und Grossvater Marzipan-Torten Feinste Brenten, verschiedene Marzipanfachen schönster Ausführung empfiehlt F8e. Gothaer Cervelatwurst, Pommerische Gänsebrüste, Zungen in Gelse, Hummer irr Dosen Grossh. Bürgermeister ZÖrb zu Cro$s*Linden 20-Francs-Stücke . . do. in Vs Englische Souoereigns Russische Imperiales . Ducaten ..... Dollars in Gold . . Einer verehrten Einwohnerschaft Giessens und der Umgegend hiermit die ergebene Anzeige, dass ich am hiesigen Platze Seltersweg TL eine Handlung von Droge» unö Chemikalien eröffnet habe. Indem ich streng reelle und aufmerksame Bedienung zusichere, bitte bei Bedarf in meinen Artikeln meines Geschäfts gütigst gedenken zu wollen. Hochachtungsvoll Otto Schaaf. Giessen, den 22. December 1883. OkerhcsstscheUehvrrstcherungsanstlüt. Generalversammlung: Freitag, den 28. December I. J., Vorm. 101/2 Uhr im Gasthause zum Solmser Hof in Hungen. Tagesordnung: Nechuungsabhör, Vorstandswahl und Berathung über Vereinsangelegenheiten. Lich, den 19. December 1883. 22 19 43 33 33 Krieget-Verein Weihnachtsdeschcerung Sonntag den 23. December, 6 Uhr Abends auf Lony’s Bierkeller. Die Kameraden, welche sich an der Verloosung betheiligen, wollen die Gegenstände beim Kamerad Hoos (Marktplatz) abgeben. Der Zitherverein „AlpenröSchen" hat seine Mitwirkung freundlichst Jermielyungen. . Eine Wohnung von 3—4 Zimmern nebst Zubehör u. Gartenantheil zu oermiethen. 8395 Dr. Weber. 7182 Der mittlere Stock unseres Hauses ist zu vermiethen und sogleich beziehbar. Gebrüder Schmoll, Neuen-Büue 27. 7583 Wohnung (1. Stock), 3 Zimmer, auf Wunsch auch Küche und Zubehör, per 1. Januar zu vermiethen. __ Wilh^ Friebel, Bahnhosstr. 33. 8341 Der 2. Stock Grünbergerstr. 44 pr. März zu vermiethen. 6978 Zwei ineinandergehende, umnöblirte Zimmer zu vermiethen. Näheres in der Exped. ds. Bl._________ Danksagung Für die herzliche Theilnahme und den reichen Blumenschmuck seitens des verehrt. Theaterpersonals und werthen Bekannten, welche uns bei dem Begräbniß meiner unvergeßlichen Frau zu Theil geworden ist, insbesondere auch Herrn Pfarrer Dr. Naumann für seine trostreichen Worte am Grabe sage ich hierdurch meinen aufrichtigsten Dank. A. Hofmann, Schaumweine aus der Fabrik der Herren G-ebr. Höhl in Geisenheim a. Rh. empfiehlt, die Flasche von M 2.40 an goldsijche deutsche, sehr haltbar, bei Nr Verlosungen empfehle SO Artikel Zu gleicher Zeit empfehle in schönster Auswahl Brochen, Medaillons, Kreuze, Colliers, Armreife u. f. w. zu billigsten Preisen. Johannes Zufialt, @mil Fischbach. 8134 Kirrdersptelwaaren billig, sowie Wollen- u. Kurzwaaren unter Einkaufspreis. E Timm, Sovnenstr. 13.2 Tr. Frische Hefe bei Ludwig Herbert, 8240 Mäusburg 1. Heinrich 8357 Conditor. 8399________________________ Frische Hefe •8380 bei Georg Euler, Wallthorstr. 8385 Eine ältere Person wird zur Führung einer kleinen bürgerlichen Haushaltung zu miethen gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. 8381 Ein schönes Logis, in guter Lage, bestehend aus 4—5 Zimmern mit allem Zubehör, gesucht. Offerten unter Nr. 1440 an die Exped. d. Bl.______________________ Ein zuverlässiger und ordentlicher Kutscher wird sofort gesucht im 8370 Hötel Prinz Carl. Ein junges braves Mädchen vom Lande gesucht auf Weihnachten. Näheres in der Expedition. 8213 Neue Corintheu Mandeln, pr. Pfund unscheffenze, „ Ligueure empfiehlt in den feinsten Qualitäten 8397 Emil Fischbach. Prima holl. Vollhäringe ä 6 Pfg. empfiehlt 8401 8. EIsofiTer. Jt. 16 15—18 16 14—18 20 30—34 16 67-72 9 67—71 4 17—21 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brüb loschen Druckerei (F r. Ehr. Vietschl in Gießen. Die heutige Rümmer enthält 1 Blatt und 1 Beilage.