teil uftf littet nnemcufj. Nv. 2LS Erstes Blatt. Sonntag den 21. Oktober 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Gureait: Schulstraße 7. tfrcf-eint tätlich mit Ausnahme des Montags. §,^^^^^liährlich 2 Mark 20 Pf. 'utt Vringerloh.". 7 u Durch bte Post bezogen vierteljährlich 2 Mark aO Pf. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Gefunden: 1 Wagenkapsel, 1 Hundehalsband, 1 silbernes Petschaft, 1 weißes Taschentuch, 1 evang. Gesangbuch, 1 Handtuch, 1 Portemonnaie mit Inhalt. Zugelaufen: 1 junger Neufundländer Hund. Gießen, den 20. October 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Frej enius. blieb* ertaste eh zur sagen nn. Dchter. Deutschland. Bremen, 18. October. Die Rettungsstation Juist der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Heute von der auf hiesiger Rhede im Sinken begriffenen Tiatk „Delphin", Kapitän Claassen, mit Steinen von Jemgum nach Juist bestimmt. 3 Personen gerettet durch das Rettungsboot „Leer" der Station Ostland. Sturm WSW. — Die Rettungsstation Cuxhaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegrarHirt: Am 18. October von dem Bremer Kahn „Hedwig", Kapitän Monje, gestrandet ous Kratzjand, mit Oelkuchen von Altona nach Strohhausen bestimmt, 2 Personen gerettet durch das Rettungsboot „Köln"; Schiff unter Wasser. Der Dampfer „Stromboli" ist beim Rettungsversuch gesunken, rur der Kapitän gerettet. Die „Köln" geht soeben nach einem in den Norder Gründen entmasteten Schuner. Sturm aus NW. mit Gewitter und Hagelböen. KranLreich. Paris, 18. October. Challemel-Lacour gab Vormittags im Minister- rathe ein Expose über die militärische Situation in Tongking und die diplomatischen Verhandlungen. Das Expose wird den Kammern am Anfang der Session vorgelegt werden. — Das „Journal des Debats" glaubt, General Forgemol erhalte in dem Commando m Tunis keinen Nachfolger. Die französischen Occupations- Truppen in Tunis würden aushören, ein besonderes Corps zu bilden und dem 19. algerischen Corps einverleibt werden. Spanien. Madrid. Die spanische Regierung hat mit der Firma Krupp in Essen einen Lieferungsvertrag über Geschütze von 26, resp. 30 Zentimetern abgeschlossen, mit denen bte spanischen Seeplätze mmtrt werden sollen. Characteriftisch erscheint hierbei, daß gerade ein französisches Blatt, „La Presse", es ist, welches haarklein über die näheren Details des in Rede stehenden Vertrags tnformtrt zu sein behauptet, wenigstens eine ganze Reihe diesbezüglicher technischer Daten seinem Leserkreise auftischt. Rußland. Petersburg. Vor zwei Jahren wurden in der russischen Provinz Archangel, an der Mündung des Umdaflusses, Lager silberhaltigen Bleies entdeckt, welche bedeutend silberreicher waren als bte ähnlichen Erzlager, die in Spanien vorhanden waren. Im vergangenen Jahre nun hat etn sächsischer Ingenieur Namens Richter die Ausbeutung der Lager begonnen und glänzende Resultate erz'elt, in Folge deren fitzt die Bildung nner Gesellschaft in St. Petersburg geplant wird, um den Stlberbergwerkbau in jenen Gegenden auf großem Fuße zu betreiben. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Corvespondenr-Gnesan. Berlin, 19. Oct. Der „Deutsche Reichsanzeiger" veröffentlicht heute die Verbote gegen bte Eirfuhr holländischen Rindvieh) (einschließlich der Kälber) nach dem Regierungsbezirk Düsseldorf und her Landbrostei Aurich. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht -ine Verordnung des Regierungspräsidenten in Breslau anläßlich der dort-gen Rinderpest, worin die Anzeigepflicht für Erkrankungen und Todesfälle eingeschärft, der Abtrieb von Rmdoichstücken, die Abhaltung von Viehmärkten, die Ausfuhr des Düngers, der thurischeu Theile und Lumpen aus der Stabt Breslau verboten und die Bestellung von Viehrevisoren in BreSlau und den Ortschaften der umliegenden Kreise ungeordnet wird. — Bei der heutigen Stadtoerordnetenwahl (2. Klasse) wurden sämmtliche Kandidaten der Liberalen gewählt. Bremen, 19. October. Die Rettungsstation Cuxhaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Atn 18. October, Abends, W dem deutschen Schuner „Emil", Kapitän Larsson, entmastet in Klotzenloch liegend, in Ballast von Itzehoe nach Drammen bestimmt, 4 Personen gerettet durch das Rettungsboot „Köln." Sturm mit schweren Hagelböen aus WNW. Wien, 19. October. Die „Polit. Corresp." meldet aus Petersburg, ier Mli!är-Attach6 bei der russischen Botschaft in Wien, Oberst Kaulbars, sei beauftragt, sich nach Sofia zu begeben und daselbst die Frage der Organisirung t)er bulgarischen Armee und der Stellung der russischen Officiere in derselben i-m Einverständniß mit dem Fürsten von Bulgarien zu regeln. Paris, 19. October. Ein Rundschreiben des Hanoelsministers setzt alle Ausnahmemaßregeln zum Schutz gegen die Cholera außer Wirksamkeit, da die- ßelbe in Egypten nahezu als erloschen anzusehen sei. Nur bezüglich der Pro- mnienzen aus Egypten, Indien und dem äußersten Orient, welche bis auf Weiteres als aus inficirten Ländern kommend angesehen werden sollen, bleiben Die Bestimmungen des Gesundheits-Reglements vom 22. Februar 1876 in Wirk- Ullmkeit. Der Finanzminister legte der Budgetcommission den berichtigten Budget- Entwurf, welcher in Einnahme und Ausgabe das Gleichgewicht durch eine .'Reouction der Ausgaben von 84 Millionen herstellt, welche durch AusgabeErsparnisse und den Ertrag der Convertirung erzielt werden sollen, vor. Eine Meldung aus Tanger bestätigt den Tod Si Slimans und fügt hinzu, der Kopf desselben sei dem Sultan von Marokko übersendet worden. Amsterdam, 19. October. Als der König der Belgier heute die belgische Abtheilung der Ausstellung besuchte, wurde er von dem Vorsitzenden der belgischen Ausstellungs-Commission, Andrimont, mit einer Ansprache begrüßt. Andrimont dankte Namens der belgischen Aussteller dem König für seinen Besuch und wies daraus hin, daß der Besuch des Königs am niederländischen Hofe die Verbindung zwischen den beiden Nationen wieder befestigt habe, die bestimmt seien, sich zu lieben und zu achten. Der König habe damit einen Herzenswunsch aller Belgier erfüllt. Der König der Belgier antwortete, er sei glücklich, daß er diesen Besuch habe abstalten können, der die Festigkeit der zwischen den Niederlanden und Belgien bestehenden Bande wieder hergestellt habe. Halifax, 19. October. In einem hiesigen. Hötel wurden zwei Individuen, Namens Bracker und Holmes, arretirt, deren Gepäck eine Quantität Dynamit-Patronen und zwei Uhrwerke enthielt. Am Leibe trugen sie gleichfalls Dynamit-Patronen, Holines außerdem zwei geladene Revolver. Die Gefangenen geben sich für Amerikaner aus. Konstantinopel, 19. October. In Chios und Umgegend finden fortgesetzt schwache Erdstöße statt, in Katapanja und Reisdere Zidga, welche durch das E.r-otzeben am Meisten gelitten haben, sind die meisten Häuser eingestürzt, die meisten Bewohner sind obdachlos, die bisher angegebene Zahl der bei der Katastrophe umgekommenen Personen scheint übertrieben. Der Sultan hat die sofortige Absendung von Hülfe und Unterstützungen angeordnet. — Der englische Botschafter, Lord Dufferin, und seine Gemahlin waren gestern vom Sultan zum Diner geladen, letzterer wurde vom Sultan der Chejkat-Orden verliehen. Madrid, 18. October. Wie sich die „Epoca" melden läßt, soll in Villanova in Portugal ein neuer Ausstand ausgebrochen sein. Die Behörden daselbst seien nicht im Stande gewesen, denselben zu unterdrücken und hätten die Stadt verlassen. L o ik a l e H. Gießen, 20. October. (THeater.) Frauenkampf, alias Damenkrieg, ist eines jener feinen, anmuthigen Lustspiele bes ebenso fruchtbaren als populären fran> zösischen Lustspieldichters Sende, bas mit Recht als eine bet unterhaltendsten unb erheiterndsten Saloncauserten beliebt und immer gern gesehen ist. Eme geistvoll und lebhaft fortgeführt: Jnlrigue mit den spannendsten Verwickelungen beschäftigt uns drei Acte hindurch auf das Angenehmste. Wenn auch die Darstellenden noch Manches von jenem „Chic", von jenem glatten noblen Auftreten vermisftn ließen, das dem leichtgeschürzten Kinde der französischen Muse erst das rechte Relief verleiht, so war doch jeder an seinem Platz bemüht, seiner Rolle nach Kräften gerecht zu werden. Die Damen Fräulein Pögner I. (Gräfin Autreval) unb Fräulein Ko hrsen I, sowie die Herren Schreiner (Präs-ct), Voigt (Gustav von Grignon) und Schönwasser (Henri von Flovignenl) vereinigten sich zu einer Lustspielgruppe, der es an heiterem bewegten L'ben nicht fehlt. Fräule-n Pögner I brachte die geistreiche, entsagende Gräfin zu vollendetem Ausdruck. - Fräulein Kohrsen I (Leonie) zeigte sich wieder in günstigstem Lichte. — Die drollige Zaghaftigkeit, mit welcher der durch den Wetteifir zweier für das Leben des geliebten Mannes kämpfenden Frauen mit fortgerissene Grignon, eine im Grunde ehrliche und gutmüthige Natur, sich in diesem Kampfe bewegt, stand H-rrn Voigt recht gut, nickt minder der endliche erkünstelte Aufschwung von. der Memme zum Helden. — Herr Schön wasser gab den verfolgten edelsinmgen Bonapartiften Henri von Flavigneul in anerkennenswerther Weise. Daß er in kritischen Momenten mit seiner Mimik noch nicht ganz fertig war, wollen wir feiner Jugend unb dem raschen Wechsel der Situation zu Gute halten. Auch hat er noch in sprachlicher Hinsicht an sich zu arbeiten. - Der Präfect des Herrn Schreiner war wiederein fein durch- dackter unb verständig zur Durchführung gebrachter Charakter, nur die äußere Haltung war etwas ungelenk. Auch schien uns bie „Uniform keine für einen Civilbeamten geeignete zu sein. Das Lustspiel fand die beifälligste Aufnahme. Als Zugabe ward uns noch „Der Liebestrank" von F. Gumbert. Wenn ein Eina kl er zu recht durchschlagendem Erfolge gelangen soll, so müssen die Darsteller sich nicht allzusehr auf ihren guten Humor unb ihre Bühnengewandtheit verlassen, sondern auch jenem Dinge ihren Fleiß und ihre Aufmerksamkeit widmen, das man in der Theatersprache „die Rolle" nennt; allzu häufiges Versprechen, allzu viele Impromptus können für das Stück eine gefähiliche Klippe werden. In dieser Hinsicht war das Aeußerste noch nicht erreicht, cs bleibt für bte etwa folgenden Aufführungen noch gar Manches auszufeilen und zu befestigen. Fräulein Hoffmann (Pächterin) wa- mit dem musikalischen Theile ihrer Rolle im Reinen und so konnte sich auch das Spiel frei und ungezwungen entfalten. Der „Peter" des Herrn Peters konnte befriedigen. Der „Elsterwitz" des Herrn F. Brautlecht möchte wohl schwer zu übertreffen fein. Auch bte übrigen Rollen waren passend besetzt. Gießen, 20. October. Wegen Wechselfälschung wurde heute Morgen ein hiesiger Schreinermeister verhaftet. Vermischte 4» Aschaffenburg, 18. October. Seit i/i7 Uhr steht der südwestliche Theil der Fabrik des Herrn Commerzienraths Dessauer in Flammen- Man hofft, die angrenzenden Gebäude zu retten. MM October. 13. Taglöhner Ludwig Hoffmann zu Gießen mit Katharine Schön, Tockter des verstorbenen geschäftslosen Heinrich Scbön II zu Reiskirchen. 13. Steinbrecher Friedrich Valentin mit Luise Margarethe Nicolai, Tochter des verstorbenen Nagelschmieds Friedrich Karl Nicolai zu^GtML— Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. Frankfurt a. M. sDie vergessene Fahne.) „Mein Sohn, mein Sohn, geh' nicht an den Rhein, mein Sohn, ich rathe Dir gut", warnt Rückert, und er hat gewußt warum. Wer einmal am Rhein gewesen, dessen Sinnen und Trachten ist an den herrlichen Strom mit seinen Bergen, Burgen und Burschen, seinen Mädchen und feuern Wein für immer gefesselt, wer dort an den Usern des Rheins sitzt, der liebt, der trinkt und — vergißt Alles um sich her. Einen neuen Beweis für diese unumstößliche Wahrheit liefert jene jugendfröhliche Deputation aus Frankfurt, welche gelegentlich der Einweihung des Ntederwald-Denkmels stolz mit ihrer Vereinsfahne an den Rhein zog und Abends, als sie in Frankfurt wieder eintraf, nicht nur Herz und klaren Verstand, sondern auch ihre — Fahne in Rüdesheim gelassen hatte. Beim Wem und bet der Liebe war sie vergessen worden! Andern Tags ging eine Depesche mit bezahlter Antwort nach Rüdesheim ab. Die letzte besagte, daß die Fahne ruhig noch in der Ecke einer Wirthschaft stehe, in der die jungen Leute die Herrlichkeiten des rheinischen Lebens gekostet hatten. Vorigen Sonntag nun wurden mehrere Vereinsmttglteder, bekannt als zuverlässig und über Jugendthorhetten erhaben, nach Rüdesheim gesandt, um die Fahne zu holen. Doch, o Wunder, — o Rückert! Auch sie kehrten, voller Seligkeit und Sehnsucht im Herzen, aber — ohne die Fahne zurück! — Nach solchen Erfahrungen war der Beschluß, Rückert's Warnungen buchstäblich zu befolgen, sehr erklärlich, und so wandte man sich denn an den Rüdesheimer Wirth, der die Fahne gut verpackt der Poft anvertraute, die sie denn auch unverletzt mit bekannter Gewissenhaftigkeit hier an den Verein ablieferte. Einbeck (Provinz Hannover), 12. October. Bubenstücke, wie sie glücklicherweise in Deutschland zu den Seltenheiten gehören, setzen fett 8 Tagen das benachbarte Dorf Stöckheim in Aufregung. Am vorigen Sonntag wurde dort der neugewählte Pastor Harms in sein Amt etngeführt- Während einer Feftveretnigung, die im Anschluß an die Feier ftattfand, erschütterte plötzlich eine Detonation das Pfarrhaus und alsbald stand dasselbe in Flammen und brannte vollständig nieder. Es war eine Puloermme angelegt und mittelst einer Zündschnur zur Explosion gebracht worden. Das sämmtltche Mobiliar des Pastors verbrannte, und da die Umschreibung der Versicherung wegen des vor einigen Tagen erfolgten Umzuges noch nicht bewirkt worden war, so ist der Schaden für die Pfarrersfamtlte ein beträchtlicher. Man vermuthet allgemein einen Racheakt, bringt aber auch die Angelegenheit mit der Pfarrerwahl in Verbindung, welche das Dorf in zwei sich heftig befehdende Parteien gespalten hatte. Aber mit dem obenerwähnten einen Bubenstücke war es noch nicht genug; der Pastor zieht in ein anderes Haus und am Dienstag brennt dasselbe ebenfalls vollständig nieder. Dieser Brand kostete auch ein Menschenleben, indem ein Maurer von einer einstürzenden Wand erschlagen wurde. Zum dritten Male brannte es dann am Donnerstag in dem Dorfe und zwar fielen diesmal die Scheune und Stallungen des Lehrers zum Opfer. Man führt alle drei Brände auf Brandstiftungen zurück, einige Verhaftungen sind auch bereits vorgenommen und es wird hoffentlich gelingen, die Thäter ausfindig zu machen. Liverpool, 15. October. Wie bereits gemeldet, ist man in Liverpool Massen- Giftmorden auf die Spur gekommen. Vor einigen Tagen starb hier ein Mann Namens Thomas Higgius. Die zahlreichen Todesfälle in der Familie des Higgius und deren Verwandtschaft erregten den Verdacht der Lebensversicherungsanstalten, bei welchen die Verstorbenen mit ziemlich hohen Summen versichert waren. Als die Leiche des Higgius auf den Trauerwagen gehoben werden solle, erschien die Polizei und unterbrach die Feier. Die Leiche wurde von den Gerichtsärzten untersucht und eine Arsenckoergistung constatirt. Die Pflegerin der Higgius, eine Mrs. Flannagan, welche alle thre Verwandten ohne deren Wissen versichert hatte, ergriff gleich beim Erscheinen der Polizei die Flucht, wurde aber am Montag in Wavertree, einem Vororte Liverpools, verhaftet. Man glaubt, daß sie sieben Personen, darunter die nächsten Blutsverwandten, aus dem Leben geschafft habe und wurde deßhalb die Exhumirung der, wie man annimmt, Vergifteten angeordnet. — ^Erkenntnisse des Reichsgerichts.) Die Bestrafung d's Wuchers setzt nicht voraus, datz durch die Ausbeutung der Schuldner wirklich dem wrrthschaftlichen Rum entgegengeführt werde. Es genügt ein Geschäftsgebahren des Credttgebers, welches ohne Rücksicht auf die Gefährdung oder Vernichtung der wirthschaftlichen Existenz des Creditnehmers in der Nothlage, der Unerfahrenheit oder dem Leichtsinn desselben den alleinigen Gradmesser des zu erzielenden Gewinnes sucht. (2. Strafsenat, 8. Mai 1883.) Zum Thatbestande der wissentlich falschen Anschuldigungen wird nicht erfordert, daß die Behörde, bet welcher eine Anzeige erfolgt, eine sIlche ist, welche zur Verfolgung strafbarer Handlungen befugt ist. Auch eine bet einer andern Behörde gemachte Anzeige kann die Strafbarkeit begründen, wenn der Wille des Anzeigenden dahin erkennbar ist, daß seine Anzeige der zur Verfolgung zuständigen Behörde vorgelegt werde. (2. Strafsenat, 4. Mat 1883.) — sDas Ende eines Geizhalses.) Am 11. October wurde der vielfache Millionär Kiril Asanassjewitsch Kukm in seiner „Schatzkammer", d. h. im Kellergewölbe des von ihm bewohnten eigenen Hauses am Nowinskl-Boulevard in Moskau tobt aufgefunden. Der Verstorbene zeichnete sich durch einen ganz außerordentlichen Geiz aus. Alle seine Reichthümer, als baares Geld, Werthpapiere. Gold- und Silbersachen und Edelsteine barg er im Keller. Am Tage vor seinem Tode fand er, datz feine C editdillete und Werthpapiere etwas feucht geworden waren; er war dann mehrere Stunden damit beschäftigt, diese Papiere auf Bindfäden zu lüften und zu trocknen. „ Alle ferne Schätze, die, wie behauptet wird, einen Werth von 50 Mill onen Rubel repräfentiren, verwahrte er in einem eisernen Kasten, der im Keller stanh. Des Morgens war er in den Keller hinabgesttegen und da er so lange ausblieb, gab man seinem in der Nachbarschaft wohnenden Sohne Nachricht davon. Dieser kam in der Begleitung von Pol'zet- Ossicianten; man ging in den Keller hinunter, wo man den Alten bereits tobt auffand. Wie der „Mosk. Listok" erzählt, hielten die Hände des Todten die Eisenklammern des Kastens umfaßt, wie wenn er Unberufene von feinen Schätzen fernhalttn wollte. Zu dem Nachlaß des Verstorbenen gehören ferner vier sehr große Häuser und eine Talgsiederei. — Im Jnseratentheile der „Magdeburger Zeitung" ist folgende Annonce des größten Leinengeschäfts Magdeburgs zu lesen: „Die Leinenhandlung von Peter Georg Palis, Inhaber Carl Rahmdohr, Kaiserftraße 97, am Alten Mrichsthor, sieht sich zu der Erklärung veranlaßt, daß sie ferner französische Artikel, Nouveautes de Paris, nicht mehr führen wird. Die noch vorhandenen Bestände werden zu zurückgesetzten Preisen verkauft." — Ein schmucker junger Mann hatte sich einen freien Tag gemacht, um dem Manöver bei Büdesheim beizuwohnen. Cr hatte richtige Erkundigungen eingezogen, daß Büdesheim gestürmt werden sollte und ließ sich im besagten Orte beim Frühstück nieder, gemächlich den Zeitpunkt erwartend, wann der er|tc Schutz 'hm das Signal rum Aufbruch vor den Ort in eine günstige Stellung geben sollte. Die Füsilade ließ denn auch nicht lange auf sich warten und flugs war unser Manöverfreund zum Dorf hinaus und mitten drin im Vergnügen. Als er aber zu seinem Schrecken die beiden feindlichen Corps aufeinander rücken sah, war es ihm auf feinem Platze, wo der Zusammenstoß staitfinden mußte, nicht mehr geheuer und er suchte und fand Schutz auf einem Arpfelbaum. Von dort oben konnte er nun aus allernächster Nahe beobachten, wie der Angriff auf das Dorf sich gestaltete. Mitten im Feuer beglückwünschte er sich schon zu seinem vorzüglichen Aussichtspunkt, als die Infanterie plötzlich abbog und eine seither rnaskirte Batterie bloslegte, die nun aus 20 Schlünden nach der Richtung hin wo unser Held in den Aeften saß, losdonnerte. Büdesheim wurde ja schließlich genommen und der Aepfelbaum steht jetzt noch, aber Derjenige, der ihn bestiegen hatte, war lautlos, halbtaub und pulvergeschwärzt heruntergeklettert und soll an dem einen Manöver genug haben. — sVacante Stellen für Militäranwärter im Bereich des 11. Armeecorps.) Bensheim. Postamt, Landbriefträger, 850 Gehalt und 144 Wohnungsgeldzuschuß. Darmstadt, Postamt, Packettrager, 750 Jü Gehalt und 180 JL Wohnungsgeldzuschuß. Dermbach, Direktion des 4 Verwaltungsbezirks, Hülfsschreiber, Gehalt 1—1 Vz JL per Tag. Näheres bet den Bezirksfeldwebeln. _________ mit Katharine Leinweber, Tochter des verstorbenen Ackermanns Karl Leinweber zu Gießen. 18. Konrad Balthasar Hahn zu H-ioclberg nut Margarethe Wiemer, Tochter des Direktors des Spar- und Credttoereins Heinrich Wiemer II. tn Eberstadt bei Darmstadt. Eheschließungen. Ociober. 13. Taglöhner Heinrich Spaar mit Elisabethe Büttner, Tochter des Ackermanns Johannes Büttner zu Gießen 13. Kaufmann Theodor Schmidt zu Mannheim mit Marie Magdalene Busch, Tochter des verstorbenen Kaufmanns Franz Busch zu Gießen. 14. Fuhrmann Johann Hankel mit Friederike Louise Appel, Tochter des verstorbenen Schuhmachermeisters Johann Heinrich Appel II zu Gießen. 14. Fuhrunternehmer Karl Gottfried Julius August Martin Jughard III, Wittwer, mit Anna Marie Stein, Tochter des verstorbenen Messerschmieds Eckhard Stein zu Gießen. 20. Der praktische Arzt Dr. Aloys Anion Wetzel zu Jugenheim mit Antonie Pauline Georgine Karol ne Plank, Tochter des Rentners Heinrich Plank zu Gießen. 20. Schuhmacher Philipp Becker mit Marie Katharine Rotz, Tochter des Arbeiters Heinrich Roß zu Gießen. Geborene. Oktober. 4 Ein Sohn von auswärts, Christian. 4. Ein Sohn von auswärts, Eduard. 5. Eine Tochter von auswärts, Anna Marie. 6. Dem Färber Adolf Vogt eine Tochter, Amalie Katharine. 7. Pern Bahnarbeiter Johannes Lemp eine Tochter, Auguste. 8. Eine Tochter von auswärts, Johanna. 8. Dem Bergmann Friedrich Lenhard zu Möttau, Amt Weilburg, ein Sohn, Heinrich. 12. Ein Sohn von auswärts, Heinrich. 12 Dem Schneider Georg Löb eine Tochter. 13. Dem Postsecretäc Johann Balthasar Stetter ein Sohn, Johann Michael Wilhelm. 13. Dem Schlosser Friedrich Philipp Bindewald ein Sohn. 15. Ein Sohn von auswärts. 16. Dem Fuhrmann Wilhelm Gans ein Sohn, Ludwig Wilhelm. 17. Dem Schaffner bei der Main- Weser-Bahn Konrad Weller eine Tochter. 19. Dem Schlosser Karl Schultz ein Sohn, Emil August. Gestorbene. Oktober. 12. Katharine Horn, geb. Kalbfleisch, 28 Jahre alt, Ehefrau des Kreisboten Valentin Aloys Horn. 12. Elisabethe Stuckert, ged. Rückert, 59 Jahre alt, Wittwe des Karl Stuckert. 13. Anton, 2 Jahre alt, Sohn des TaglöhnerS August Werner. 13 Eine Tochter von auswärts, Elise Lucie, 1 Monat alt. 14. Schuhmacher Karl Körber, 35 Jahre alt, von Wieseck. 15. Friseur Georg Petri, 42 Jahre alt. 16. Dem Taglöhner Heinrich Seng eine Tochter, 17 Tage alt. 16. Luise Jacobi, geb. Koch, 64 Jahre alt, Wittwe des Schreinermeisters Wilhelm Jacobi. 17. Der Corpsdiener Karl Weil, 69 Jahre alt. 17. Elisabethe Henriette Wilhelmine, 2 Jahre alt, Tochter des Taprziers Heinrich Malkomesius. 18- Josephine Reiber, geb. Röder, 66 Jahre alt, Wittwe des Districts-Einnehmers Karl Reiber. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 13. October. Theodor Schmidt, Kaufmann zu Mannheim und Maria Magdalene Busch, ledige Tochter des verstorbenen Kaufmanns Franz Busch zu Hambura. Den 14- October. Johann Hankel, Fuhrmann zu Gießen und Friederike Luise Appel, ledige Tochter des verstorbenen Schuhmachermeisters Johann Heinrich Appell!, zu Londorf. Denselben. Carl Gottfried Julius August Martin Jughard III., Fuhrunternehmer zu Gießen, ein Wittwer, und Anna Marie Stein, ledige Tochter deS verstorbenen Messerschmieds Eckhard Stein zu Oder-Ohmen. Denselben. Heinrich Spaar, Tagelöhner zu Gießen und Elisabethe Büttner, ledige Tochter des Ackerers Johannes Büttner zu Reinhardshatn. Getaufte. Den 14. Oktober. Dem Schutzmann Andreas Göbel ein Sohn, Carl Georg Max, geboren den 21. August. Denselben. Dem Fuhrmann Konrad Schmidt eine Tochter, geboren den 15. September. Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Seng eine Tochter, Wilhelmine, geboren den 28. September. Denselben. Dem Heizer Heinrich Waag eine Tochter, Anna Katharine, geboren den 28. August. Denselben. Dem Postschaffner Philipp Christian Pfaff eine Tochter, Auguste Margarethe, geboren den 21. August. Denselben- Dem Aufseher Carl Drescher eine Tochter, Lina Marie Johanna, geboren den 9. September. Denselben. Dem Communal-Pfandmeister Valentin Aloys Horn eine Tochter, Käthchen Luise Eleonore, geboren den 25. September. Denselben. Dem Bremser Ernst Franz eine Tochter, Johanna, geboren den 17. September. Den 18. October. Dem Metzgermeister Heinrich Kiefer ein Sohn, Heinrich Ludwig Phil-pp Konrad Georg, geboren den 3. Oktober. Denselben. Dem Arbeiter Wilhelm Sktbmski eine Tochter, Anna, geboren den 12. September. Beerdigte. Den 14. Oktober. Käthchen Horn, geb. Kalbfleisch, Ehefrau des Communal- Pfandmeisters Valentin Aloys Horn, alt 28 Jahre, starb den 12. October. Den 17. Oktober. Georg Petri, Friseur, alt 42 Jahre, starb den 15. Oktober. Den 18. Oktober Luise Jacob', geb. Koch, Wittwe des Schreinermeisters Wilhelin Jacobi, alt 64 Jahre, starb den 16. Ociober. Den 19. October. Carl Weil, Lohndiener, alt 69 Jahre, starb den 17. October. geft. Beachtung Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheiluug über Inserate rc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freima-rke für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Exp dition fru keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten gegenteiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen. Brodpreise vom 21. October bis 4 November 188 3. der Bäcker H 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 28 bei M. Lenz u. C. Steinberger 27 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 56 bei M- Lenz u- C. Steinberger 54 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 25 bei M. Lenz u. C. Steinberger 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 50 bei M. Lenz u. C. Steinberger 48 1 (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 22 bei M. Lenz u. C. Steinberger 21 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 44 bei M- Lenz u. C. Steinberger 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei L. Keil, Ludwig Schneider, Carl Wallenfels, Georg Müller, K. Haas 66 der Brodverkäufer 4 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 28 2 „ (4 „ ) „ .....56 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 25 bei Hch. Rain 22 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 50 bei Hch. Rain 44 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte - 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte A bei Hch. Rain 2 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 44 bei Hch. Rain 42 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 60 Gießen, den 20. Oktober 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ________ Fresenius.________ Ä M iÄÄ ■Oft & di.« 9W/i, Ltac Indien w li $ ,Wetten 156 - A, ® «*?SÄ IW M H vorliegender orts W besitzt Fre :tvon Nordeck z I Jedelhausen in d Ms a. Lda. ei DMundstückZ 131a Wiese, Kopp seit unvordenklicher Wvorsahren bei albert v.Nordei 1 besuchen hat und hv übergegangen Eintrag der vorgen, seinen Namen im tz, vermag jedi chumsnachmeis nie werden daher Alle w- oder sonstige bi mche an vorbezeichr Mzukönnen glaube ? so gewiß binnen Aanzumelben.alsso Ne ertheili und ( Ätmsverzeichmß Men, den 15. Ofi GMH. Amtsgerich Mriwtii Mchrerz TM jj «taten burtf UM Pum «UmMr X. 5 tiMgmtg, [W1 ®elbftrafe ,7. £wnt. 4 T, L.ltl die Äoften KL 1,11 W Df vlwoeit i ■< teit des pby:N i, iWS?; Leinweber w ! l’Jta bei . eimtbt » Mw :k. u 2,. mit V ; I« ®s. Intonte NnM, 1 von auswälts der Adolf Vogt HP eine Tochter, jmann Friedrich n von auswärts, tsecretär Johann hlosser Friedrich wm Fuhrmann bet der Ma'v- chultz ein Sohn, t, Ehefrau des rt, 59 Jahre alt, glöhnerg August A. Schuhmacher i, 42 Jahre alt. 6. Luise Jacobi, Zacobt. 17. Der limine, 2 Jahre >er, geb. Röder, iietzkll. seim und Maria fusch zu Hamburg, d Friederike Luise Heinrich Appei U- Fuhrunternehmer »es oerftorbcnen lisabethe Büttun. ohn, Earl Aeorg (r, gtfortn int helmtue. geboiev itharine, geboM Achter, AuM Rar le JohaM m eine ToW .a, seboren M Sohn, rtna, gehörend-- Cov^^ 15. Octvd-l' rM it kerne vee Wi-Ls--- 183. KM jk ' • /Ji ‘ k 1 WA b« WgorffÄ bei+’r Sorte., <-jSz «r Handel und Berkehr. Gießen, den 20. Oktbr. Auf dein heutigen Markt kostete: Butter per Pfund a 0.95—1.05, Hühnereier per Stück 6—7 Käse Stück 5—9 -9>, Käsematte 3.^, ßrfifett per Liter 26 Linsen 32 H, Tauben per Paar 60—75 Hühner per J4 0.90—1.30, Hahnen per Stück «X 0.65—1.40, Enten pr. St. H- 1.35—1.70, Ocksenfleisch per Pfund 70—72 Kuh- und Rindfleisch 56—60 Kalbfleisch 50 bis ni 4 Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 62—70 Kartoffeln per 100 Kilo #2 50—4.00, Milch pr. Ltr. 13—18 H. Gänse pr. Pfd. 40—50. Zwiebeln per Ctr vJl 7.00-8.00. »♦ M., 20. Octbr., Nachmittags 2 Uhr — Mtn. (Telegraphischer Kursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) breditactien 239Vz, Staatsbahnactten 2643/4, Galizier 241, Lombarden 123, Nord- westbahnactien 1563/4, Gotthardbahnactien 1013/6, Darmstädter - Bankactien 1515/8, Disconto Commandit 1865/g, Oesterr. Silberrente 6613/16, 4% Ungar. Goldrente 73Vz, 4o/0 1880er Russen 707/8, 5% 1877r Russen 903/3, 2. Orient-Anleihe —, 4o/0 Spanier 58^4, 5v/o Rumänische Rente 93 Vr, 4% Unific. Egypter 685/s, 5% Türken —, Marienburger 1027/9, Hess. Ludwigsbahnact. 1093/g. Tendenz: flau.______________ WitterungSkunde.*) 21. October. Sonntag. Herbstlich angenehm bis heiter; gegen Abend zunehmend gewttterhaft bedeckt, wtndtg mit kurzen Niederschlägen, nachher wieder klarer bis fternig. 22. Oetober. Montag. Trocken, Morgens heiter, auf Mittag zu mäßige Schleier, die Nachmittags wieder abnehmen. Allgemein herbstlich angenehm, im Nordosten mehr nebelig bis dunstig. 23. October. Dienstag. Vorwiegend heiter und trocken, Mittags einige zerstreute weiße bis dunkle Ballen, die Nachmittags wieder abnehmen. Allgemein herbstlich angenehm. Stellenweise Abends Bedeckung mit geringen Niederschlägen. *) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat October^ abgeschlossen am 20. September (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln/ Preis 1 J£). — Nachdruck verboten. Allgemeiner Anzeiger. Oeffeulliche Aufforderung. Nach vorliegender ortsgerichtlicher Bereinigung besitzt Freiherr Adalbert von Nordeck zurRabenau in Friedelhausen in der Gemarkung Mendorf a. Lda. ein noch nicht katastrirtesGrundstück, nämlich: Flur XII Nr. 131a Wiese, Koppelhuth, welches sich seit unvordenklicher Zeit im Besitze der Rechtsvorfahren des Freiherrn Adalbert v.Nordeck zur Rabenau befunden hat und durch Erbgang auf ihn übergegangen ist. Derselbe hat Eintrag der vorgenannten Parzelle auf seinen Namen im Grundbuch beantragt, vermag jedoch urkundlich Eigenthumsnachweis nicht zu erbringen und werden daher Alle, welche Eigen- thums- oder sonstige dingliche Rechtsansprüche an vorbezeichnete Liegenschaft machen zu können glauben, aufgefordert, solche so gewiß binnen drei Monaten dahier anzumelden, als sonst Eigenthums- mkunde ertheilt und Eintrag in das Mutationsverzeichniß verfügt werden wird. Gießen, den 15. Oktober 1883. Großh. Amtsgericht Gießen. I. B.: 7004 Dr. Berchelmann.______ In der Privatklagesache des Werkführers Theodor Speier von Wieseck, vertreten durch Herrn Rechtsanwalt Bai st, Privatklägers, gegen den Melchior Schäfer X., Angeklagten, wegen Beleidigung, hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 20. September 1883 für Recht erkannt: Angeklagter wird wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von zwanzig Mark event. 4 Tage Gesängniß und in die Kosten, einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen nothwendigen Auslagen, verurtheilt. Zugleich wird dem Privatkläger die Befugniß zugesprochen, die Ber- urtheilung des Angeklagten innerhalb 8 Tagen, von Zustellung einer Abschrift an gerechnet, einmal im „Gießener Anzeiger" auf Kosten desselben bekannt zu machen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. Gießen, den 2. Oktober 1883. Neidhart, 7000 Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Aeikgeöotenes. SaUtkartoffeln (Mäuschen) y J.Echäfer, Kirchenplatz. 7012 Gute Salatkartoffeln verkauft _________G. Fischer, Mühlgasse 4. V isitenkarten und Gkschästs-Empsehlungskarten per Hundert von 65 H an bis zu den feinsten empfiehlt Äug» Daudt9 7027 ___Buchbinder, Bahnhofstraße 11. 7016 Eine schöne Theke und etliche Regale, fast neu, zu verkaufen. —___ Bahnhofstraße 58. Gießen I: Samstag den 2?. d. Mts. Fr. Seibel. 3709 im G-ambrixius 7035 zu ar MM» ß3 jeden Druckauftrag effectuiren. Preis-Courante, Rechnungen, Statuten, Adress- und Visit-Karten, Plakate, Wein- und Speise - Karten, Programme, Etiquetten, Ball-Karten, Concert-Billets, Memorandum, Formularien jeder Art, grössere Werke, Avise, Verlobungsbriefe, Circulare, Couverte, Briefköpfe, Tabellen, Einlagebüchelchen für Pfennigsparkassen etc. etc. Die Brüli!’sdie Druckerei (Fr. Chr. 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Vertreter für Gießen: Herr Ludwigsplatz 6. Soeben eingetroffen das erste Heft des nenen (26 ten) Jahrgangs von lieber Kand u. Meer, Frische Seemuscheln per Portion 40 H Mr die Minter-Saison alle Neuheiten bereits vorräthig, insbesondere in großer Auswahl: elegante Damen- und Kinder-Mäntel, ebenso,Paletots, Schuwaloffs und Kaisermäntel für Herren und Knaben, superfeine Salon- und Promenade-Anzüge, Jagd- und Hausjoppen, Schlafröcke:c- Neueste Stoffe zur Anfertigung nach Maß Große Auswahl Damenkleiderstoffe, Seidenzeuge, Sammte, Leinen, Ausstattungsartikel re- rc. zu billigsten festen Preisen bei Gebr. Stamm. Vorjährige Sachen sämmtlicher Artikel zu bedeutend herabgesetzten Preisen. 7018 7022 Gute Speisekartoffel (verschied- Sorten) werden auf Bestellung geliefert- Näh. Auskunft bei Marktmeister Moll im Nathhaus._______ GeslWMchkl von3. C.König & (Mackr und Edler & Krische, Hannover zu Fabrikpreisen. 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Deutz 641, 1230, 455. ^ulda 645, ll55, 5. Lauterbach 6", 1155, 5, 73°. Gelnhausen 825, 12«, 4«. Nidda 825, 12« 440, 7". Ankunft in Gießen von: Frankfurt l11, 813, 933*, 11<\ l13*, 2<3, 430, 715, 836*, 1045 1212*. Marburg 624, 721. Caffel 226, ll23, 429, 6^*, 115. Wetzlar 72”. 8^, 9