lenzet Öffnung der Sonntag; M Sonntag i 1883: lichte M-eigen , ,i«°rr°»bri-KL nenri*“* niet w- ___/ ! un§ fÄ «’S ÄfcffiSfl Wenzel. ”5 5 *? Oifl, Hardt, fajei j ihren befielt £tf Ms“, Bockkihe» L Darmstadt der MM 21. b. OT, W • i Mtniann. «LAÄ »flSS ML Mr ■ » wrt 1888 Samstag den 21. Juli Nr. 166 nzerger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen PreiS vierteljährlich 2 Mark 2V Pf. mit Bringerlsh«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. Erscheint tLgttch mit Ausnahme des MSAta-S. Vttreaur Schulstraße 7. Politische Ueberstcht. ' Gießen, 20. Juli. . In welch' lebhafter Weise sich der Kronprinz des deutschen , Reiches und von Preußen sür sociale Probleme interessirt, hat der erlauchte Lerr auf's Neue durch den Besuch bewiesen, den er am Montag und Dienstag der Kolonie Wilhelmsdorf bei Bielefeld abgestattet hat. In dieser Kolonie unternimmt bekanntlich der Pastor v. Bodelschwingh im Vereine mit hochherzigen Freunden die Ausnahme und Besserung arbeitsscheuer Vagabunden mit großem Erfolge und geht nach Einblick in diese durch Privatmildthätigkeit entstandene und auf Landwirthschaft und Gartenbau basirende Kolonie das Bestreben des Kronprinzen dahin, die Errichtung derartiger Kolonien in allen übrigen Theilen Preußens und Deutschlands zu fordern und so aus eine praktische Art die Vagabundenfrage zu lösen. o . Das öffentliche Interesse in Deutschland wendet sich zur Zett mehr dem verheerenden Unwetter zu, welches zumal letzten Freitag wieder verschiedene Districte, namentlich die Umgebung von Glogau, Sprottau und Over- niak in Preußen und Zittau in Sachsen heimgesucht hat, als den politischen, jetzt ruhenden Fragen. Dabei wird es allgemein als ern schwerer Mangel empfunden, daß die Wetterkunde noch nicht im Stande ist, bedrohte Ortschaften rechtzeitig auf die Unwetter aufmerksam zu machen. Nach dem Gutachten der Hamburger Seewarte läge dies an dem Mangel genügender meteorologischer Stationen in Deutschland, zumal in Preußen und ist bei dem ungeheueren Interesse, welches zumal die Landwirthschaft an einer ausgebildeten Wettertunde hat, deren baldige vollständige und genügende Organisation im ganzen deutschen Die De^itschenhetze in Oesterreich führt zu tolleren und unverschämteren Demonstrationen denn je und ruht nicht einmal aus Respect vor der Person des österreichischen Monarchen. Als der Kaiser Franz ^osef jungst seine Reise in Kram unternahm, passirte in Laibach Folgendes: In. der sog. Champagnerhütte brachten deutsche Turner und Schützen ein „Hoch Oesterreich: aus, was den anwesenden slavischen Verein „Sokol" zu Gelachter und Pfeifen veranlaßte. Den Deutschen, die dagegen Einsprache erheben wollten, wurde, bedeutet, sie befänden sich hier auf „slavischem Boden" und hätten deshalb „das | Maul zu halten"! — Es entstand ein heftiger Wortwechsel, wahrend dessen ein slavischer Turner auf einen Tisch sprang und mtt Stentorstimme schne: „Hinaus mit den Fremden!" Nun entspann sich eine regelrechte Prügelei, ja, die vor dem Local angefammelte slavische Volksmenge machte Miene, dasselbe zu stürmen und wurde davon nur durch die gütlichen Vorstellungen der Polizei und die vernünftige Ansprache eines slovenischen Veteranen abgehalten. — Das m Oesterreich neugeschaffene Eisenbahn- und Telegraphen-Regiment wird ähnlich wie die Pioniertruppe bewaffnet sein, und auch die Uniformirung wird mit wenigen Abänderungen der des Pionier-Regiments gleichen. In der französischen Deputirtenkammer hat der Minister des Auswärtigen, Challemel-Lacour, Mittheilungen über den Stand der Dinge auf Madagaskar ertheilt, welche zwar keinerlei neues Licht auf bie anb angeklaqten Vorgänge in Tamatave werfen, aber erkennen lassen, daß die leitenden Persönlichkeiten der französischen Republik weit davon entfernt suw, eine den berechtigten Empfindlichkeiten Englands zuwiderlausende Politik zu dulden. Challemel-Lacour memte, Thatsachen, die theils nicht hinlänglich bekannt, theils falsch ausgelegt seien, könnten die Beziehungen Frankreichs zu England m keiner Weise stören. — Vom französischen Nationalfeste sind noch die beglückwünschenden Schreiben des Präsidenten Grävy und des Kriegsministers Thibaudm an den Gouverneur über das vorzügliche Gelingen der Truppenparade hervorzuheben, worin den französischen Truppen die schmeichelhafteste Anerkennung über ihre Ausbildung und Disciplin zu Theil wird. Gleichzeitig erinnert das Fach- blatt „Armee franyaise" daran, daß der Tag des Nationalfestes im Jahre 1870 auch der Tag war, wo der Kaiser die Mobilisirung des Heeres anoro- nete, welches im Kriege gegen Deutschland zerschmettert wurde und daß heute das Pflichtgefühl und die Fortschritte der französischen Armee eine solche Dernu- thigung unmöglich machten. Die englische Regierung ist durch das Suezkanal-Arrangement, welches sie wegen Zollerleichterungen mit dem Director Lesseps der Suezkanal- Gesellschaft abschloß, in eine Menge Verlegenheiten gerathen, denn abgesehen von der Unzufriedenheit, welche die englischen Kreise noch immer über dieses Arrangement zeigen, protestirt auch die Türkei aus Grund ihrer Oberherrlichkeit über Egypten gegen jede Aenderung in den Suezkanal-Angelegenheiten. Trotzdem glaubt man, daß das Ministerium Gladstone den Engländern begreiflich machen werde, daß das Arrangement das Beste wäre, was England hinsichtlich eines erleichterten Verkehrs erreichen könne, und aus papiernen Protesten der Türkei macht sich bekanntlich England nicht viel. — Hinsichtlich der Choleragefahr hat zwar England die Durchsuchung choleraverdächtiger Schiffe in seinen Häsen an- aeordnet, aber sich noch immer zu keinen Quarantäne-Maßregeln entschließen können, denn der Handelsprosit geht in England über Alles. Erst wenn das Gutachten des nach Alexandrien entsandten Generalarztes Hunter eine von der Cholera drohende europäische Gefahr constatirt, will England zu den strengsten MaßregelntgreiseNtwo^ der preußische Gesandte beim päpstlichen Stuhle Herr v. Schlözer, Rom verlassen, nachdem er vorher noch eine Audienz beim Papste gehabt hatte. Es heißt, daß Herr v. Schlözer seinen gewöhnlichen Sommerurlaub angetreten habe, manche Stimmen wollen aber auch wissen, daß er Rom auf unbestimmte Zeit verlassen habe und seine Rückkunft von dem weiteren Verlause der Kirchenfrage abhänge. Die russische Regierung hält es für dringend notwendig, daß in dem Besteuerungswesen, in welchem in den letzten 20 Jahren sich uianche große Ungerechtigkeiten ausgebildet hätten, schon vor Beginn einer allgemeinen Reform einige Aenderungen vorgenommen würden. Es fei dies ein Gebot der Gerechtigkeit. Besitzer von Industrie- und Handels-Etablissements sollten einer etwas höheren Steuer unterworfen und dadurch der Ausfall an der theilweise ausgehobenen Kopfsteuer gedeckt werden. Bezeichnender Weise würde die betreffende Reform aber nicht ohne Weiteres durch einen kaiserlichen Ukas bewirkt, sondern der Entwurf soll erst im Herbste dem Reichsrathe vorgelegt werden. In dem spanischen Cortes haben die Republikaner und Demokraten unter der Führung Castelar's und Marto's einen stürmischen Anlauf gegen das Ministerium Sagasta unternommen, jeden Regierungsakt desselben getadelt und Reformen sür Einführung größerer politischer Freiheiten verlang. Es ist in- dessen dem Minister-Präsidenten in einer ruhigen und treffenden Rede gelungen, die Anklagen der demokratischen Opposition zu entkräften, zumal, was den Begriff, „politische Freiheit" anbetrifft, indem Sagasta ausfuhrte, daß erschon deshalb nicht der schmachvolle Reactionär fern könne, weil die Oppositionspartei mehrmals geneigt gewesen sei, mit ihm gemeinsame Sache zu machen, woraus alle Anträge der Opposition abgewiesen wurden. . Die Thatsache, daß die Chole.ra sich immer mehr in Unter- Eqypten ausbreitet und auch in Kairo und Alexandrien viele Fälle vorgekommen sind, kann nicht mehr geläugnet werden. Es muß aber auch hervorgehoben werden, daß diese Epidemie trotz der schlechten gesundheitlichen Zustande m Eaypttn bisher verhältnißmäßig wenig Opfer gefordert hat und daß in Damiette und Mansurah die Todesfälle an der Cholera sich bereits bedeutend vernundert haben. Die internationale Sanitäts-Commission hat noch 7 Aerzte nach den Cholera-Herden gesandt, um Hülfe zu bringen und die Epidemie zu localisiren. Berlin. Das neueste „Militär-Wochenblatt" enthält in seinem nichtamtlichen Theile folgende Berichtigung: In dem neuerdings durch den Marschall Bazaine veröffentlichten Buche: „Episodes de la guerre de 1870 et le blocus de Metz. Madrid. Gaspar findet sich eine^von^der Unter'suchungscommission nach dem Kriege abgegebene Erklärung des Marschalls Mac Mahon in Bttreff der Ereignisse vor L-edan. In d.m Bestreben, seme Maßnahmen zu rechtfertigen hat, wie jetzt «st bekannt geworden, Marschall Mac Mabon ausgesagt (pag. 148 des genannten Buches). . , Je le rSpMe, 8i ä six heures du matin en avait attaqud dans la direction de Carignan il y avait des chances pour culbuter 1’ennemi. Jo vous dirai que des offiXt ’saxons ont pridentu , qu’ils avaient pendant long emps dan^e tri» vives inquiitudes. Le prince de Saxe, qur est venu me voir le lendemam k Sedan m’a dit qu'il avait donnS Vordre de battre en retraite et que o 6tait un de ses gdndraux qui lui avait dit: Tenons encor un moment. ) Die Dorfiebenb angeführte Stelle enthält mehrere Jrrthümer und entspricht so nickt aam dem Thalsächlichen. Im 8. Heft der Geschichte des deutsch-franzostichen @rieae5 1870,71 iS 11kl bis 1143) Ist es betaiairt dargkstellt, wodurch di- Maas- Armee o-r«nl°U wurde, in der Nacht vom 31. August zum 1. September, früh l-/7ubr h°- drei Armeekorps zu ollarrniren und deren VorwSrtsbeweeung gegen das Thal der ©Wonne spätestens früh S Uhr zu besehden. (V-rgb D sP°s i°n sar n 1 ^entember 1870 Morgens l3/4 Uhr. Anlage Nr. 46 des bez. HetteS v.) Hane diel- Allarmiruna und frühe Vorwärtsbewegung nicht stattgesunden, wäre vt.lmehr der vorn Marschall "Mac Mahon galante Vorstoh in dir Richtung «“t 8« raschend auf das kantonntrende Garde, und 12. Corps gestoßen,« soware A»nchm, So wie^dfe^VerhältMsse^ aber^thwsächl!ch^lag"n,°"st ^^bauf7?es ganpm L September vorgegangene 24 Division gegen 8 Uhr einen harten G > dem Kampf- wetl die linke Flügelkolonne des Gardecorps erst ^^ A^rmee dock kein Grund zur platz erschien, so lag für das Ober-Commando der ftr ten Gardecorps B-sorgniß vor, w-ll man sich sagen “""'e'2“l,nit^X n^n ^n b^m oXeWit^ vor Daigny sich die Sache anders geüa"cn mußt. "nn (n. Sachsen, Höchstunter „Le prince de Saxe“ Seme Königliche t p »emerfen ba§ Höchft- kommandirender der Maas-Armee, gemeint sem so , f erst am 5- September derselbe Nicht „le lendemain“ - besucht hat. in Sedan gewesen ist und erst an diesem Tage den lQber ermächtigt, auf das Bei dieser Unterredung bin ich nicht zugegen gerves.ch Kronprinz von Sachsen Bestimmteste zu erklären, daß Se.ne Königliche Hoheit der f^nprinz^o^^^u-, niemals die ihm vom Marschall Mac Mahon tm gallte des 1. September in züglich eines Brfehls zum Rückzüge S^han h , zu denken. Marschall keinem Augenblick Veranlassung vorgelegen, " z^g ber durch d;e Mac Mahon hat zweifellos nicht abfichtlich in f l ck | & Mißverständniß aber schwere Verwundung hervorgerufene >zustano o wohl erklärlich erscheinen. Kassel, den 30. Juni 1883. ö£)1t Schloth eim General der Kavallerie und kommandirender General des 11. Armee-Corps, im Feldzug 1870/71 Chef des Stabs der Maas-Armee. ■ ÄT . Hpherfcbuna: Ich wiederhole, wenn man um 6 Uhr Morgens ), In deutscher Ueverfetzung ^ Möglichkeit gewesen wäre, den in der Richtung von Carignan angegr ff n Y ne. m ö » bQ§ sächsische i länger." X Witterungskunde.*) 3B3E32E Neues GrünKorn eingetroffen. 4826 4465 3592 Ein Haus mit schönem Laden, inmitten der Stadt gelegen, ist zu verkaufen durch I. Blitz. Ca. 20 000 Winterkohlpftanzen Nnd^ abzugeben bei 4865 Wirth Leib am Philosophenwal d *) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juli, abgeschlossen am 15. Juni (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 JLY — Nachdruck verboten. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau. Vertin, 19. Juli. General-Feldmarschall Graf v. Moltke antwortet- auf das Schreiben, welches ihm zur Unterzeichnung des Aufrufs für das Luther- Denkmal in Berlin einlud, er betheilige sich grundsätzlich nicht an Aufrufen, für das Unternehmen selbst stelle er aber seine Mithülfe in Aussicht. Wien, 19. Juli. Wie die „Wiener Zeitung" meldet, hat der Handelsminister die lOtägige Observations-Reserve auch auf die Schiffe mit unverdächtiger Ueberfahrt und diplomirtem Arzt an Bord, sowie auf sämmtliche Schiffe indischer Provenienz, welche den Suezkanal passirt haben, ausgedehnt. Nyiregyhaza, 19. Juli. Tisza - Eszlarer Proceß. Mehrere Zeugen sagen aus, der Sicherheits-Commiffar Bay habe die Jnquisiten tortuirt, was dieser indeß in Abrede stellt, mit dem Bemerken, die Zeugen seien von den Juden bestochen. Es kam tn Folge dessen zu einem heftigen Auftritt zwischen dem Commissar und den Vertheidigern. Der Staatsanwalt Szeyffert verlangt die Vorladung des Abg. Onody, um denselben darüber zu vernehmen, ob er in Eszlar noch vor der Section der Leiche das Gerücht gehört habe, daß Die Dadaer Leiche die einer Prostituirten sei. Nach Schluß der Sitzung forderte Onody den Staatsanwalt, Letzterer lehnte unter Berufung auf die Ergebnisse der Verhandlungen die Forderung vorläufig ab. Rom, 19. Juli. Der preußische Gesandte v. Schlözer, der österreichische Botschafter Graf Ludolf und der bayerische Gesandte v. Tautphoeus find abgereist. Petersburg, 19. Juli. Die hiesige deutsche Kolonie beabsichtigt die 400jährige Jubelfeier der Geburt Luthers in Kirchen und Schulen festlich zu begehen, auch die Errichtung von Stipendien für arme Kinder und eine festliche Bewirthung armer lutherischer Glaubensgenoffen ist außerdem in Aussicht genommen. Bukarest, 19 Juli. Die Regierung hat für alle mit regelrechtem Patente in Sulina und Kustendsche landenden Schiffe und Reisende nebst Wagen und Waaren eine gesundheitspolizeiliche Revision, für andere Schiffe eine 8tägige Quarantäne angeordnet. Der Hafen von Mangalia ist gegen alle Provenienzen geschlossen worden. Alexandrien, 19. Juli. (Telegramm des „Reuterffchen Bureaus"). Der englische General-Consul Malet hat in London telegraphisch um die Ent- senoung von 12 Aerzten nach Egypten ersucht. Rew-Uvrk, 19. Juli. Nach hier eingegangener amtlicher Duldung aus Veracruz sind daselbst im Monat Mai d. Js. 90, im Monat Juni 261 und im Monat Juli bis zu Abgang der Meldung 144 Personen am gelben Fieber gestorben. Wafferwarwe der Lahn. Am 20. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4- 12t/? R-, Luftwärme 4- 15° R L. Ehr. Rübsamcn. Lokales. Gießen, 20. Juli. Man schretbt der „Darmst. Z." aus M ü n ch e n, daß am 10. ds. der Geheime Regterungsrath Dr. Gustav Heyer, Professor der Forstwissenschaft an der Universität München, auf tragtfche Weise das Leben verloren hat. Er hatte an genanntem Tage in der ausgesprochenen Absicht, zu seiner am Nachmittag stattfindenden Vorlesung zurückzukehren, eine Tour nach dem Flüßchen Ammer unternommen, um zu angeln, kehrte jedoch nicht zurück. Angehörige und Amtsgenossen begaben sich auf die Suche und conftatirten an Ort und Stelle, daß ihm em Unfall zugestoßen fein müsse, wie vermuthet wird, ein Schlaganfall. Erst am 14. dieses Monats wurde die Leiche gefunden. Das Unglück erregt in allen Münchener Kreisen das größte Aufsehen und die wärmste Theilnahme. Die Universität verliert eine ihrer größten Zierden Heyer war ein Hesse, in Gießen geboren, als Sohn des dortigen Professors Dr. Karl Heyer, dessen Nachfolger auf dem forstlichen Lehrstuhl er spater wurde. Nach wenigen Jahren einer erfolgreichen Lehr- und literarischen Thättgkeit bekam er seitens der königlich vreußischen Regierung den ehrenvollen Ruf ernes Dtrectors der neu gegründeten Forstakademte Münden bet Göttingen, welche zur Blüthe zu bringen ihm rasch gelungen war. Als eifrigstem Vertheidtger der Unioersitstsbildung der Forstleute konnte ihm vor etwa 6 Jahren ein glanzender Ruf noch München gelegentlich der Gründung forstlicher Leyrftühle an der dortigen Universität nur willkommen fein — er sollte leider verhängnißvoll für ihn werden. Heyer starb im Zentth geistiger Productionsfähigkeit, erst 57 Jahre alt; hochgeachtet von Fach- und Amtsgenossen, beliebt bet seinen Schülern, war er zugleich bahnbrechend im Forstfach, hauptsächlich in den mathematischen und statischen Dls- ciplinen, sein Name ist in der Forstwissenschaft durch mehrere Werke unsterblich und sein engeres Vaterland kann stolz auf ihn sein. Gottesdienst in öer Synagoge. Freitag Abend 7'- Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 845 Uhr. Schulzmdorferstraße 19, ereignete, erhalten wir folgende Details. In der neunten Vormittagsstunde war der Arbeiter Wilhelm L'phard, 39 Jahre alt und In der Steinstraße 37 wohnhaft, an einem mit siedender Äalilauge gefüllten großen Kessel beschäftig! Bei dieser Arbeit verlor er das Gleichgewicht und stürzte, obwohl er sich an einem anderen neben ihm stehenden Arbeiter festzuhalten versuchte, kopfüber in die kochende Flüssigkeit und zwar dergestalt, daß er vollständig untertauchte. Sofort herbeieilenden anderen Arbeitern gelang es, den Unglücklichen noch lebend aus dem Kessel zu ziehen doch hatte er bereits so schwere Brandwunden am ganzen Körper daoongetragen dab er auf Anordnung des sofort hinzugerufenen Sanitätsraths Dr. Solger schleunigst in die Chariiö geschafft werben mu&ie. Sein Zustand ist ein ganz enifitzlicher und nach Ansicht der Charit6-Aerzte ist fast jede Hoffnung ausgeschlossen, den Aermsten am Leben zu erhalten. Er ist total verbrüht, die Haut fällt in langen Fetzen herab, ebenso löst sich Kops- und Barthaar ab. Der Unglückliche ist Familienvater und hinterlaßt eine Frau, die demnächst ihrer Niederkunft entgegen sieht. Der zweite Arbeiter, an dem sich Liphard festzuhalten versuchte, erlitt habet ebenfalls schwere Brandwunden im Gesicht und an den Händen, jedoch ist er in der Lage, sich in seiner Wohnung ärztlich behandeln zu lassen. — (Desinficirung eines £elegramm§.) Der „Slovenski Narod" berichtet folgenden komischen Vorfall aus Laibach: „Gestern brachte ein Depeschenausträger dem Herrn S. welcher Verwandte in Damiette hat, ein Telegramm. Beim Aufmach n der Depesche bemerkte S, daß die Depesche schon vor 24 Stunden in Laibach angekommen fei. Er war darüber ungehalten und sagte dem Austräger: „Das ist aber doch zu viel datz mir das Telegramm erst nach 24 Stunden zugestellt wird. Glauben Sie, daß so etwas nichts zu bedeuten habe? Ich werde Ihnen das schon zeigen!" Darauf antwortete der Telegraphendiener ruhig und gelassen: „Das Telegramm ist richt-g vor 24 Stunden angekommen, aber wir mußten dasselbe, da es aus einem Lande kommt, wo Cholera grassirt, nach den Befehlen der Sanitätsbehörde während dieser Zett d'sinficiren " (’) — Eine hübsche Amcdote wird aus Oldenburg erzählt. Ein Arbeiter, der von den in Hamburg auf der Internationalen Viehausstellung erteilten Preisen gehört hatte, dachte daran, sich ein Musterexemplar eines Schweines großzuziehen. In Gegenwart seiner Frau unterhandelte er mit einem Händler über ein Mutterschwein. Da fiel ihm seine Frau in das Wort: „Wat schält wie mit bat Swien dohn, Du kümmsl jo doch den Abend aß en Swien to Hus." Der Mann erwiderte: „Dett iß en Snack de hört hier gar ntch her," kaufte indessen das Schwein nicht. J. CwHickeH. Mitglied der deutschen Möbeltransport-Gesellfchast, Darmstadt, ______ Bleichstraße Nr. 2 9. Vermischtes. Darmstadt, 19. Juli. Der diesjährige (11.) Hessische Feuerwehrtag, der wahrend der Tage vom 21. bis 23. Juli hier stattfinden wird, verspricht einen besonders glanzenden Verlauf zu nehmen. Angemeldet sind nicht weniger als 50 ver- fcmebene Cvrporationen, die eine Gcsammtzahl von ca. 2300 Mitgliedern nebst vierzehn eigenen Mustkkorps^zu den Feierlichkeiten entsenden. Der Haupttheil der letzteren entfallt, wahrend der Samstag theilwetse den geschäftlichen Verhandlungen gewidmet ist, auf den Sonntag, für welchen außer dem großen Festzuge durch die Hauptstraßen der Stadt auch eine große Uebung der hiesigen Feuerwehr auf dem Markte mit einem Mastenangriff auf die (in Brand gedachte) Hofapotheke und die umliegenden Hauser proiektirt ist. Dazu u. a. am Nachmittag und Abend ein gewähltes Concert im Saalbau unter Mitwirkung der auswärtigen Feuerwehrkapellen. Schade wäre es wenn etwa in Folge des jetzt täglich zu fürchtenden schlechten Wetters die vortrefflichen Arrangements nicht zu ihrer vollen Entfaltung und Wirkung gelangten. Sprottau, 15. Juli. In vielen Orten des Kreises haben gestern und vorgestern schwere Gewitter, verbunden mit orkanartigem Sturm und Hagelschlag großen Schaden angerichtet. In mehreren Ortschaften hat der Blitz etngeschlagen. Dle Vavie'-- fabrik in Eilau ist niedergebrannt. _ Berlin, 16. Juli. sU»glücksfall.) Ueber einen ganz entsetzlichen Unglücksfall, der sich am gestrigen Sonntag Vormittag in der chemischen Fabrik von Dr. Marasse 21. Jult. Samstag. Der Morgen ist besser, namentlich in Westdeutschland, der Mittag und Nachmittag zerstreut ballig dis gewitterhast bedeckt, der Abend gut Nach Osten sind die Nachmittage bet mittägigen Gewittern noch aufgebessert bis heiter und warm; nach Süden Vor- und Nachmittags stellenweise ergiebige Niederschläge, nach Norden keine oder nur mäßige Niederschläge. 22 Juli. Sonntag. Morgens schön, Mittags und Nachmittags zerstreut wolkig und gewttteihaft veränderlich mit Aufhellung kurze Zett Nachmittags, Abends besser bis schön. , $ormiltag6 7 ““i bent Mai * Ri ' 0|® fi9- offen *NafM o 20. M Outet -Jyiidfi Mu toT Um Möbel-Transport in geschlossenen und offenen Wagen über Land und per Bahn ohne Umladung, sowie Verpackung von Instrumenten, Glas, Porzellan, Spiegel re. prompt und billigst. Referenzen stehen jeder Zeit zu Diensten! KirehZich-e Anzeigen der Stadt GreGen. Evangelische G e in e i n i> e. M.vrteSdienK: Sonntag den 22. Juli (9. nach Trinitatis). Vormittags 9>/2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann und Superintendent Dr. Habicht aus Darmstadt. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Der Großherzogliche Superintendent wird an diesem Sonntag in hiesiger Gemeinde die alle 5 Jahre wiederkehrende ordentliche Kirchenvifitation abhalteir. Derselbe wird, auch zur Gemeinde redend, beiden Gottesdiensten beiwohnen und zugleich in denselben eine Prüfung unserer neuconfirmirten Jugend vornehmen msseil. Deshalb sollen die neuconfirmirten Mädchen im Vormittagsgottesdienst sich einfinden und ihre alten Consirmandenplätze einnehmen, und sämmtliche Neuconfirmirte aus dem Gymnasium, der Realschule und der Stadtknabenschule sollen im 9c a ch m i t t a g s g o t t e s d i e n st erscheinen und die Bänke um den Altar einnehmen. Die Angehörigen unserer Gemeinde, besonders auch die Mitglieder der Gemeindevertretung, werden freundlichst gebeten, zur Feier der Kirchenvisitation an den Gottesdiensten zahlreich theilzunehmen. Kinderkirche: Vormittags 8 Uhr, Pfarrer Schlosser. -x xx Sonntag, den 29.Juli, findet die Feier des heiligen Abendmahls ftatt; die Beichte wird am Sanistag zuvor, Nachmittags 2 Uhr, gehalten werden. Die Pfar r ge schäfte in der Woche vom 22. bis 28. Juli beforat Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. . 10. S o n n t a g n a ch P f i n g st e n. ,n Bon 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communioii. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht. 4934 »» .*7n N DM ^rantfurt a. M., 20. Juli, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Kursbericht. MttgSeilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 251V2, Staatsbahnactien 277y4, Galizier 2503/4, Lombarden 1343/4, Nord- westbahnactien 173, Gotthardbahnactien 113V4, Darmstädter - Bankactien 1543/fl, ^^^^L^ommandit 1953/., Oesterr^Silberrente 673/4, 4% Ungar. Goldrente 75%, 4% 1880er Swssen 72"/io, o% 1877r Russen 92%, 2. Orient-Anleihe 57, 40/n Spamer 633/ie, 5% Rumänische Rente 93’/8, 4% Unistc. Egypter —, 5% dürfen —, Marienburger —, Hess. Ludwigs bah nact. — Tendenz: —. Aisü 20. M Sw Wj äS? a >1: 1 4945 Gr xLS- 11» * sind bir Äff 4888__tL- M 8t. 6Kinfo^ 40 „ d'-I-r» in der. ü das Justiz^ fit das öta!s,ahr U«Mg «r8,'t’ln Offerten ” I rtriftwrtW1 ^mittags 10 Ulir. Deien Behörde. Lferiings - Bedinga arbeit können. em;u gießen, den 18. v $et Wchchchreibki zertcht der Proor « Loew ^nnrrflag Öen Nackmittafls M auf hiesigem C Lilien des Ludwig j 1/609, 38 M. j Neuenweg, 1.611,31 Mtr. daselbst, 1/629,69 M. H 1/669,12 Mir. H selbst versteigert we 1 Kitzen, den 9. Juli Grotzher;oglic 1 K_______Lüd 1 Simftag dm I Nachmittags WttMmdertzletl'sch' N toridjranf ■ 3 SopKas, l f I 1 Nähmaschine ■ chigert. ■ Aen, den 19. )uli ■ ... L I ''I^Grohh. tz Neuheiten in Spitzen in allen Farben, Krausen, FichuS, Glacö- L^andschuhen, Knöpfen und Vefätzen jeder Art sind neu eingetroffen und empfiehlt zu billigsten Preisen Je Kaan jr., 4932 Kreuz. 2908 Ein 3stöckiges Wohnhaus, mitten in hiesiger Stadt gelegen, ist zu dem ivirl- ttch billigen Preis von 13000 .X zu ver- f uten durch I. Blitz. (vorm. G. C. Spruck). Zu verkaufen eine hochelegante, 9jährige Schwarz» braunstute (Offizierspferd), 1,75 Mtr. groß, für jedes Gewicht geeignet, fehlerfrei. Preis 1200 JL Jegliche Garantie- Näheres befördert die Exped. ds. Bl- unter 6. P. 375. 4892 ytalli. im 2. Stock. 3098 Kleines Logis zu vermiethen. 2l. Hotz, Schützenstraße 11. 293 Aliceftraße 26 ist der 3, Stock, bestehend aus 6 Zimmern mit Zubehör, zu vermiethen. Professor Or. 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