■' HeNdeg. egeben. MU enmehl, Raffiaade, ngeat, ldela, lthev, !vlade, Arae, mpfiehlt in bester : Preisen t?i\ Neustadt. empfiehlt n, Mthorstme- § ! Mt miß emW Kcft Thoma._ sser. Ira^t, \t 1888 Donnerstag den 20. December Mr. 296 Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen Erscheint ILzttch mH Ausnahme deü MsntsgS. Bareaur Schulstraße 7. tn G Prei- viert«!Ehrlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerkhn- Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 Pf. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Lorrespondenr-Bvrea«. Berlin, 18. December. Der Magistrat beschloß, die Einführung und Verpflichtung der neuen Stadtverordneten am 2. Januar vorzunehmen, woran sich die Constituirung der Stadtverordneten-Versammlung unter dem Alterspräsidenten alsbald anschließen wird. , , — Se. Maj. der Kaiser conferrrteL.heute Mittag mit dem siuheren Chef der Admiralität v. Stosch. t ~ __ Der Kardinal Hohenlohe wurde gestern von der Fran Kronprinzessin und heute Nachmittag von den Dtajestäten empsangen. Pesth, 18 December. (Tisza - Eszlarer Proceß m der AppellatronS- Instanz ' In der heutigen Verhandlung gab der Referent eine Zusammenstellung der Beweise und Jndicien, welche der Untersuchungsrichter als Belastungsmomente gesammelt hat und beleuchtete sodann die Aussagen der einzelnen Angeklagten» indem er sie mit den Depojitionen der Zeugen, auf welche sich diL Die Finanzen der französischen Republik sind, obgleich keineswegs auch nur annähernd so zerrüttet, als von den Feinden des bestehenden Regimes verkündet wirb, doch andererseits auch keineswegs so blühend, um dem Staate kostspielige Ausgaben, für welche kein absolut gebieterisches Bedürsnitz nachweisbar erscheint, sans g6ne zu gestatten. Daß für Tongkmg gleichwohl weitere 20 Millionen verlangt werden, mit dem stillschweigenden Vorbehalt, noch mehr zu fordern, falls die Umstände es erheischen sollten, beweist zur Genüge, wessen man sich von dem Fortgänge der Ferry'schen Politik in Ostasten versieht. Für einen bloßen militärischen Spaziergang an den Gestaden des Rothen Flusses ist das Ausgaben-Conto des Tongkingnesijchen Geschäfts denn doch ein Bischen zu hoch, und die 6000 Mann Verstärkungen, die demnächst nach Ost- asien' in See gehen, werden, am Orte ihrer Bestimmung angelangt, wo hl auch mehr zu thun finden, als sich mit ihren bereits daselbst anwesenden Kameraden in die Wahrnehmung des laufenden Garvisonsdienstes zu theilen. An der that- fächlichen Jnsurrectionirung Anams ist kaum noch zu zweifeln, und wenn, was wenigstens eine sehr naheliegende Vermuthung ist, chinesische Jntnguen dabei im Spiele sind, so verschlägt es für die faktische Seite der franco - chinesischen Beziehungen blutwenig, ob der äußerlich friedliche Charakter des beiderseitigen Verhältnisses gewahrt bleibt oder nicht. Frankreich könnte trotzdem in den Fall gerathen, von „Schwarz-Flaggen" und anamitischen Insurgenten zwischen zwei Feuer genommen zu werden und wenn auch die französischen Waffen den Erfolg für sich haben sollten, so wird er doch nicht ohne Opfer zu erkaufen sein, welche empfindliche Lücken in den Präsenzstand des Expeditions-Corps reißen müssen. Wie aber diese Lücken ausgefüllt werden sollen, ohne die Functionirung des französischen Mobümachungs-Tableaus ernstlich zu gefährden, ist em Problem, dessen Lösung erst noch gefunden werden soll. Schon durch die Entsendung der obenerwähnten 6000 Mann Verstärkungen dürfte der Stand der französischen FriedenS-Cadreö auf die Minimalgrenze seiner effectiven Leistungssährgkert herabgedrückt sein, und wird die öffentliche Meinung der Republik gut thun, sich schon jetzt mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß behufs definitiver Einmischung TongkingS in das ostasiatische Kolonialreich zu neuen und kostspreugeu Organisationen geschritten werden muß. , Die spanischen Cortes sind am Samstag mit einer Thronrede eröffnet worden. Dieselbe gedenkt zunächst der Reisen, die König Alfonso in diesem Sommer nach Oesterreich und Deutschland unternommen habe und welche die Beziehungen Spaniens zu den genannten Staaten so herzlich gestaltet hatten. Natürlich thut die Thronrede auch des Besuches des deutschen Kronprinzen tn- Spanien Erwähnung. Die Zwischenfälle während der Anwesenheit des Königs Alfonso in Paris übergeht sie mit feinem Tacte. Dagegen betont sie die guten Beziehungen Spaniens zu Frankreich und weist sodann auf die nut Portugal, Italien, Dänemark und Holland angeknüpften Handelsbeziehungen hm. In Bezug auf die inneren spanischen Angelegenheiten druckt Re Thronrede die Hoffnung auf demnächstige Herstellung im Gleichgewicht des Budgets aus und kündigt einen Gesetzentwurf über die Anwendung des allgemeinen Stimmrechtes an,, worauf der Schluß der Cortes folgen folle, dem sich die Neuwahlen anschließen würden. ----- -------------- Politische Uebersicht. Gießen, 19. December. In Gegenwart der Kaiserin hat am vorgestrigen Tage im Ver- eüissaale des Ministeriums des königlichen Hauser zu Berlin das Central-Comitü des deutschen Rothen Kreuzes feine Arbeitsfitzungen eröffnet. An die Mittheilung über die Lage der Verhandlungen, betr. die Berufung einer internationalen Vereins-Conferenz des Rothen Kreuzes schloß sich der Bericht über die eingegangenen Acußcrungen der Landesvereine zu dem vom Central-Comitä ausgestellten Revisionsentwurf der Genfer Convention, bezüglich dessen nach den Allerhöchsten Jnteütionen keinerlei Initiative vom Central-Comitö ergriffen, sondern die Aufnahme derselben von Seiten der Staatsregierungen abgewartet werden soll. Der Vermogensstand des deutschen Central-Comitös beläuft sich auf nahezu 400,000 M. Auf dis Sitzung des deutschen Central-Comitäs folgte vie Generalversammlung des preußischen Vereins zur Pflege im Felde verwundeter Krieger, dessen Vermögensbestand am Ende des lausenden Jahres sich auf rund 356 000 M. beziffert. Aus den im Anschluß an die Generalversammlung gepflogenen Verhandlungen des preußischen Central-Comiiös ist hervorzuheben die Gnticheidung der Frage über die Bildung von Sanitäts-Kolonnen aus den Krie> gervereinen, welche in einem den anwesenden Vertretern der letzteren sehr ange- riehmein Sinne getroffen wurde. Die Errichtung eines deutschen Officier-Consumvereins beschäftigt die Aufmerksamkeit weiter Kreise, wie die verschiedentlich eingeleiteten Schritte von Handelskammern, sowie die Interpellationen in den Landtagen Sachsens Bayerns und Württembergs beweisen. Auch in der Armee selbst bat man, wie officiöserseits geschrieben wird, aus naheliegenden Gründen ein Interesse daran, über den weiteren Fortgang und über die Ausführbarkeit des qeplanten Unternehmens unterrichtet zu fein. Wie aus einer Bekanntmachung in her „Allg. Jllustr. Militür-Ztg." erhellt, ist indessen von einem sofortigen gßirfen des Officiervereins vorderhand keine Rede. Zuerst war Der Herbst tiefes Jahres, dann der 1. Januar 1884 als Termin festgesetzt, aber es durfte immerhin noch einige Zeit vergehen, ehe die Sache wirklich lebensfähig wird, lieber das Bedenkliche und Schwierige eines so großartig geplanten Unternehmens wie sich der deutsche Osficierverein nach dem zuerst veröffentlichten Pro- specte'darstellte, veröffentlichte bereits die „Köln. Ztg." unlängst einen Uufiatz -und kurz darauf brachten auch die „Neuen Milit. Blätter" eine längere Abhanden über den gleichen Gegenstand. Auch wurde das Facit dahmgezogen, daß der^Sache bedeutend engere Grenzen gesteckt und vor Allem solidere Grundlagen für ihre Lebensfähigkeit geschaffen werden mußten. Inzwischen hatte das Ab- Wäaen des Dafür" und „Dagegen" in Sachen des Officiervereins auch in den Äreifen der Armee selbst das Urthell bedeutend geklärt und dazugesuhrt, die Angela nbeit Nicht mehr vom einseitigen theoretischen Standpunkte aus zu betrachten, -sondern die praktischen Erwägungen in erste Reihe zu stellen. Diese Erwägungen müssen nothwendiger Weise dazu führen, den ursprünglichen Plan zu modificiren und die berechtigten Interessen aller hierbei beteiligten Faktoren gebührend zu berücksichtigen. . r _ ,, D-r österreichisch- Reichsrath ist am frühesten von allen gegen- wärtia versammelten europäischen Parlamenten in die Weihnachtsferien gegan- nen 8benn er hat sich schon in voriger Woche bis nach Neu,ahr vertagt. Während der kurzen Zeit seines bisherigen Zusammenseins hat man allerdings nichts von den nationalen Reibungen gehört, zu denen es immer Österreich.- ■fdien Abaeordnetenhause zu kommen pflegt, aber nach seinem Zusammentri t wird es hieran nicht mangeln. Gleich in der ersten Sitzung nach den ^et^ uackts erien werden der Antrag Herbst, betr. die Sprachenverordnung, und ber Strtran Wurmbrandt bezüglich der Staatssprache zur Verhaiidlung gelangen und beibe ZeSanbe sind ganz darnach angethan wieder bie Natwna- rühren Im llebriqen sind bie deutschliberalen Abgeordneten mit ber kleinen Genugthuung in die Ferien gegangen, wieder einen Angriff der C echen 2 Feudalen abgewiesen zu haben, denn bei den Erganzungs-Wah n aus dem Großgrundbesitz wurden in Brünn die beiden liberalen Candidalen gewählt. Betreffend: Ausschlag für die Dekanatskosten zu Gießen. Lang-Göns, den 1 Dezember 1883. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an die Pfarrämter des Dekanats. Diejenigen unter Ihnen, welche in rubricirtem Betreffe noch nicht berichtet haben, werden hieran erinnert, baldigst nach Erkundigung ber den betr. Gemeinderechnern zu berichten, wie hoch das Steuerkapital der evangelischen Gemeindeglieder sich beläuft. ---------Betreffend: Feier des Lutherjubiläums: — ~~ , Lang-Göns den 17. Dezember 1883. Das Großhcrzogltche cvangrlischc Dekanat Gießen an die Pfarrämter des Dekanats. . . Diejenigen unter Ihnen, welche über die Lutherfeier in Ihren Gemeinden noch nicht berichtet haben, wollen dies baldigst nachholen, insbesondere auch angeben, wenn in Ihren Gemeinden in Folge der Feier kirchliche Gesangvereine entstanden sind. Angeklagten berufen haben, verglich. Es wurde namentlich constatirt, daß die Wiltwe Solyrnoffi anfänglich das Verschwinden ihrer Tochter Esther auf Vormittags zwischen 9 und 10 Uhr angegeben hat, während dieselben noch nach -der Mittagsstunde gesehen worden ist. Bei Erörterung des Leichensunds° in Dada ergeben die Akten nicht, ob diejenigen, welche Esther Solymossi zuletzt sahen, gefragt wurden, welche Kleider dieselbe trug, ob dieselben identisch mit denen seien, mit welchen die Leiche beneidet war. Schließlich fand eine mehrstündige Verlesung der Aussagen der Angeklagten ix der Schlußverhandlung statt. Paris, 18. December. Em Telegramm beß Gouverneurs von Cochinchina betätigt den gewaltsamen Tod des Königs von Anam. Der Adlatus dcs ßtodcoav Missa:S, Champeavx, habe die Regierung nicht anerkannt, Habs auch die ossiciellen Beziehungen zu derselben abgebrochen; er unterhalte jedoch mit dem neuen Ministerium noch geschäftlichen Verkehr. Dec E-.v lcomm.ssar Harmand sei nicht nach Hue gegangen. — Ein auS Saigon unterm 17. ds. in Paris eingegavgcries Telegramm berichtet, das Panzerschiff „Bayard", am 13. von Hue abgegangen, habe gleichfalls die Nachricht von dem Tode des Königs von Anam bestär-gt; es seien jedoch in Hue keinerlei Unruhen auSgcörochen und die französische Gesandtschaft laufe keine Gefahr. Die Garnisonen von Thuanan und Hue seien wieder frisch oerprooiantirt. Courdet habe feinen Marsch auf Sontay am 11. ds. angetreten. — Die Deputirtenkammer bewilligte die Credite für Tongking mit 312 gegen 180 Stimmen. — Im Senate wurde heute die Vorlage betreffs der neuen Credite für Tong- king eingebracht und wurde alsbald der Commffsion, welche die früheren Credite be- rieth, zugcstellt. Die Commission trat sofort ;n Berathuung und wird Bericht erstatten. Jaureguiberry bezeichnete das Aufgeben Tongkings als unmöglich. Frankreich würde dadurch vor Europa herabgewürdtgr werden. Die augenblicklichen Verlegenheiten seien durch Langsamkeit verursacht. Man müsse der Negierung die Möglichkeit ^währen, offen zu sagen und zu zeigen, datz Frankreich refpeetnt sein wolle. Die Commission war einstimmig für die Bewilligung der Credite. Die Berathung ist auf nächsten Donnerstag festgesetzt. — General Millot reist morgen nach Tongking ab. — Einer Depesche des Journals „Paris" aus Hongkong vom 17. December zufolge begegnete Courbet auf dem Marsche nach Sontay nur schwachem Widerstande. Der Feind ziehe sich vor ihm in die Gebirge zurück. Sontay werde wahrscheinlich ohne Gefecht besetzt werden. — Dem „TempS" zufolge haben sich 8000 Offidere für die Expedition nach Tongking beim Kriegsminister gemeldet. Auch von Unterofficieren ünd Soldaten gingen zahlreiche Meldungen zur Einstellung in das Expeditionskorps ein. London, 18. Decbr. Wie verschiedene Abendblätter melden, sollen die Stadtbehörden zwei Briese erhalten haben, in welchen die Sprengung der Lon- Doner Brücke und des Newgate-Gefängniffes angedroht wird. Die Brücke und das Gesängniß werden in Folge dessen streng bewacht. — Wie die „Pall Mall Gazette" meldet, sind in Folge der Nachricht, daß mehrere Mitglieder der Partei der sog. „Unüberwindlichen" von New-Pock nach England abgereist seien, außerordentliche Vorsichtsmaßregeln für die Sicherheit des Premier Gladstone in Hawarden getroffen worden. Mehrere Polizei- Agenten sind in Hawarden stationirt. Rom, 18. Dec'wber. Der deutsche Kronprinz machte heute Vormittag einen Spaziergang aus dem Korso und der Piazza bi Venezia, von der Bevölkerung überall ehrfurchtsvoll begrüßt. Wenige Minuten vor 11 Uhr verließ der Kronprinz, welcher die Feldmarschalluniform mit dem Bande des Schwarzen AdleryrdenS trug, mit seinem Gefolge in drei Hoffquipagen den Quirinal und begab sich ohne vorherige Anmeldung nach dem Pantheon, wo er einige Zeit an ban Grabmale Victor Emanml's verwerlte. Kurz zuvor war dort ein prachtvoller Lorbeerkranz niedergelegt worden. — Ausführlichere Meldung. Kurz nach 1 Uhr begab sich der deutsche Kronprinz nach dem Vatikan, um dem Papste einen Besuch abzustatteu. Im ersten Wagen, einem Coup', saß der Kronprinz mit dem preußischen Gesandten von Schlözer, in 2 geschlossenen Landauern folgte das Gefolge des Kronprinzen. Alle 3 Wagen waren mit je 2 Pferden bespannt, die Kutscher und die Bedienung trugen schwarze Livree mit der preußischen Kokarde. Der Kronprinz und sein Gefolge waren in Uniform. Etwa 10 Minuten nach 1 Uhr trafen die Wagen auf dem St. Petersplatze ein und fuhren durch die Einfahrt, welche nach den Museen führt, in den Vatikan. Der Kronprinz verließ mit seinem Gefolge die Wagen in dem Hofe des heiligen Damasus vor der zu den Gemächern des Papstes führenden Ehrentreppe. An den Eingängen zum Vati- lau befand sich eine große Menschenmenge, welche den Kronprinzen ehrerbietigst begrüßte. An der Ehrentreppe standen päpstliche Gensdarmen in großer Uniform, die Treppe entlang waren päpstliche Palast- und Nobelgarden, ebenfalls in Gala, aufgestellt. Am Fuße der Treppe wurde der Kronprinz von Monsignore Cataldi, dem Ceremonien- meifter, empfangen, im Schweizersaal fand eine Begrüßung durch Monsignore Teodoli, den Majordomus des Papstes, sowie durch den Kammerherrn Monsignore Macchi "ftatt.,, Geleitet von den genannten Würdenträgern begab sich der Kronprinz nach den Gemächern des Papstes. Der heilige Vater kam dem Prinzen bis in das Vorzimmer entgegen und lud denselben zum Eintritt in sein Gemach ein. Nach einer Unterredung, die über eine halbe Stunde währte, stellte der Kronprinz dem Papste sein Gefolge vor, welches außer dem preußischen Gesandten v. Schlözer und dem Gesandschastssekretär, aus 6 Personen bestand. Am Schluß des Besuchs bat der Kronprinz den Papst um die Erlanbniß, die Bibliothek und die Museen des Vatikans, sowie die Peterskirche lnrz besichtigen zu dürfen. Nachdem der Kronprinz auch dem Kardinal Jacodini einen besuch gemacht hatte, verließ er um 3 /2 Uhr den Vatikan und begab sich direct nach dem Quirinal. Rom, 18. Decemder. Als noch der Unterredung des dmrschen Kronprinzen mit bem P,pste die Vorstellung des klSnprinzUchen Gefolges stattfand, untrrhielt sich der Papst mit einzelnen Personen btffdbtn freundlichst und bemerkte u. A., daß er Leute vor dreißig Jahren zum Kardinal ernennt worden sei und damals schon den Kronprinzen auf dessen erster Reise nach Rom kennen gelernt habe. Als der Kron- vrinz sich später zu Jacobini begab, kam ihm der Kardinal bis zur Thür entgegen und geleitete denselben in seine Gemächer, wo der Kronprinz und der Kardinal sich fünfzehn Minuten unterredeten, während welcher Schlözer das kronprinzliche Gefolge bem Unter; staatssecrerär Mosennt vorstellte. Bet dem Besuche der Museen traf der Kroiivrini Wiederum mit Jacobrni zusammen. — Der König von Italien verlieh den Großcorbon des Mrrur tius Lazarus- ordens an den Grafen Blumenthal, den Großcordon der italienischen Krone an den Hofmarschall von Normann und den General von Loö. Nach den bisherigen Dis, Positionen reist der Kronprinz Donnerötag nach Bozrn und setzt von dort seine Reise nach Berlin fort. — In der Kammer stimmten bei der heute wiederholten Abstimmung über die bei Berathung deS Unterrichtsbudgets zu dem Kapitel „Bibliothek" gestellte Cabinets- frage 158 Abgeordnete für die Regierung. 82 enthielten sich der Abstimmung, 6 stimmten Segen die Regierung. Konstantinopel, 18. December. Aus Adalia wird vom 14. Decbr. gemeldet: In Folge heftigen Sturmes haben 6 große Schiffe und 15 Küstenfahrer Schiffbruch gelitten. Sämrntliche Bemannungen sind zu Grunde gegangen. Der hiesige Schaden ist sehr bedeutend. Lokales G. Gießen, 19. December. (Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 9. bis 15. Dkcember war eine gleich große wie in der unmittelbar vorhergehenden Woche, nämlich 11, welche sich auf 7 Erwachsene und 4 Kinder verthetlten. Von den Kindern befand sich eins noch im ersten Lebensjahre, es starb an Diarrhöe. Von 3 anderen Kindern zwischen dem 2. und 10. Lebensjahre erlag je eins Krampfen, der Diphtherie, einer Nierenentzündung. Von erwachsenen Personen fiarb eine durch Luftansammlung in der Brusthöhle, eine an Herzkrankheit, eine an Nierenentzündung. Drei Männer verunglückten, davon 2 durch Sturz in Keller, einer erlitt tödlliche Verletzungen in ein?m Bergwerke. Ein Mann legte sich in ftlbK- mördntsLer Absicht auf dte Schienen einer Eisenbahn und ließ sich überfahren. Gießen, 19. December. In der am 6. Decembcr stattgehabten GeneralrVer fammlung des Vereins für Krankenpflege wurden über die Thätigkctt d.^ Barmherzigen Schwestern einige statistische Zahlen znr Kennt»,ß der Serfamailur.& gebracht. In Thät'gkeit waren vom 1. Dccember 1882 bis 1. April 1883 120 Tage 2 Schwestern, „ 1. April 1883 dis 8. Juni 1883 65 3 „ 8. Juni 1883 bis 30. November 1883 172 „ 4 360 Tage, in der Zeit von 120 Tagen wurden geleistet 180 Tag-, 78 Nachtwachen. Total 258 68 , , 192 „ 137 , 329 1/2 , „ „ 370 „ 207 , . 577 742 422 1164 während des ersten Jahres wurden im Ganzen 74 Personen verpflegt und zwar nach Confessionen getrennt 40 Evangelische mit 419 Tag- und 274 Nachtwachen, 5 Israeliten „ 1U9 „ „58 „ 29 Katholikm „ 214 „ „ 90 v 74 742 ' 422 Der sodann erstattete Cassabericht weist an Einnahmen auf: 1. ordentliche Einnahmen .... ^4 2047.50 2. außerordentliche Einnahmen . . . , 487.— 3. Zinserträgniß vorübergehend, angelegter Beträge....... 18 60 X 2 553.10 wogegen an Ausgaben erwachsen sind: 1. Anschaffung an Mobiliar rc. . . . JL 486.76 2. Miethe 503.47 3. Unterhalt der Schwestern w 1382.61 4. Gehalt des Dieners und diverse kleine Ausgaben 106 31 JL 2 47915 verbleibt Ueberschuß . . . JL 73.9^ Der seitherige Vorsitzende, Herr Professor Dr. Gareis, legte, weil durch seine amtlichen Geschäfte als Kanzler in Anspruch genommen, bar Vorsitz nieder und wurde alsdann zum Ehrenpräsidenten ernannt. — Den Vorsitz für das lauf-noe Jahr führt Herr Rechtsanwalt Curt mann. Gießen, 19. December. Gestern Abend passiiten in Begleitung dreier Gendarmen zwei Individuen, welche wegen Verdachts des bekannten Rauvmords in Stuttgart. ba£- etne in Hamburg und bas andere m Bremen, er gr. ff en worden sind, die hiesige Station, um nach Stuttgart gebracht zu werden. GermisrHtskH. Kairo, 29. November. Eine Sehenswücdigkc-t erstcn Ranges bildet hier die in der Nähe von Kairo gelegene Straußcnzucht d's Herrn Werter. Man wird den Ausflug um so wewger bereucn, wenn man das Glück hat, von bem liebenswürdigen Herrn selbst herumgefühtt zu werdm. Herr Wetter hat vor ungefähr vier Jahren mit 24 Straußen angefangen und es bereits auf 210 gebracht; auch ist er nun über das Versuchsstadkum hinaus und kann auf einen großen finanziellen Erfolg Hinweisen. Jeder erwachsene Strauß bringt für ungefähr Frs. 700 jährlich Federn oder rcntirL sich auf FrS. 300 jährlich netto; die Henne legt ca. 48 Eier, wovon etwa der vierte Theil schlecht ist; von den bleibenden drei Dutzend überlaßt man die Hälfte den Alten zum abwechselnden Ausbrüten, die andere Hälfte muß künstlich behandelt werden, in durch Wasser von oben erwärmten, mit Wolle bedeckten Sandkästen. In dieser' K:.-nst steht Herr Wetter wohl einj'g da und obwohl eine algierische Gesellschaft ihm den besten Gehilfen „ausflespannt" hat, kann sic noch kein annäherndes Resultat auf? weisen- Die Hauptschsterigkell besteht tu der Bcibchaltung gleicher Wärme und in dem Ausklopftn der Eter zur richtigm Zeit und am rechten Fleck. Die Anlage ist nach .Art unserer Zellengefängmsse strahlenförmig angelegt natürlich in kolossalem Maßftabe und oben offen. D?e verschiedenen Jahrgänge werden truppweise in je einer Zelle, gehalten und nur brütende Paare werden abgesondert, geberben sich dann sehr wild und sind gefährlich. Eine unangenehme Arbe-t ist das Ausreißen Der Federn, wober oft drei Araber des Vogels kaum Herr werden. Herr Wetter züchtet nicht nur den große» Jagdstrauß, sondern auch bin weniger geschätzten Nemenstrciuß, beide liefern aber bessere Federn als der Kapstrauß. Das Fleisch fft dem Rtndfleffch ähnlich und jedes volle Er wiegt ca. 2 Kilo. In dem Magen eines einigen Vogels wurde jüngst so viel Sand gefunden, um einen kleinen Kohleneimer zu füllen. — Der Katserl-che Consul in (Santon hat eine Sammlung von Mustern fremder Importe für den Chinesischen Markt und sprciell denjenigen von (Santon und Hongkong an den Henn Reichskanzler gesandt, und di- Sammlung, welche den beteiligten industriellen Kreisen zugänglich gemacht werden wird, mtt einer Anweisung versehen, die im Decemberhrft des „Deutschen Handels-Archivs^ veröffentlicht wird. Der Bericht, legt dar, daß erfahrungsmäßig enes der wesenilichsim Hindernisse der Hebung und Ausdehnung unseres E»porthandels nach China in dem Umstande liegt, daß den Anforderungen des Chintsischrn Marktes heim'schersrits, sei eß aus ungenügender Kenntniß, sei es, was noch häufiger der FM, wril man der strikren Befolgung der von den Jmporthäuscrn dieserhalb gegebenen Instructionen nicht den nöth'grn Werth beilegt, nur ungenügend Rechnung getragen w rd. Mit Bezugnahme auf die gesandten Jmport- muster werden deshalb Anweisungen für den Einfuhrhandel mit China gegeben, die für den gesammtcn Deutschen Handelsstand von größter Bedeutung sind. Den all- gemeinen Bemerkungen über Schutzmarken, Aufmachung, Vcrpackung (mit Abbildungen^ Verschiffung, Creditverhälmisje, Münzfuß und Curse, Maße und Gewichte rc. folgen eingehende Mittheilungen über jede einzelne Waarengattung und über die Mittel, ihre Adsatzsäh'gkett zu erhöhen. Zuletzt wird behufs Erleichterung der Anknüpfung von Gtschaftsbczichungen eine ganze Reihe Deutscher Jmpottfirmeu von China und deren Vertrttungen namhaft gemacht. — Wie durch diesen ConsulatSbericht weiden die Deutschen HandklStnt^rrssrv auch durch die Herausgabe eines Werkes gefördert werden, das soeben als Ergänzungsdand zum Hanbels-Ai ch«v erscheint: „Die Zolltarife de^ In- und Auslandes". In gedrängter Kürze und aus amtlichen Quellen sind die. gegenwärtig gtlt gcn Zollsätze von 73 Ländern üdersichtl.ch zusammengestellt und ist damit ein Handbuch geschaffcn, wie cs seit Jahren sowohl von Seiten dcs Handelsstandes als auch von Behörden und Corporationen gewünscpt wurde. — (653 Selbstmordes Im abgelaufenen Quartale sind in den größeren deutschen Städten mit mehr als 15,000 Einwohner im Ganzen 653 Selbstmorde vorgekommen. Es treffen auf Berlin 84, Hamburg, einschließlich Vororte, 52, Breslau 30, Dresden 18, Königsberg 17, Leipz'g 15, München und Danz'g je 13, Frankfurt a. M. 12 u. f. w. — (Zur Weltlage.) In einer Berliner Possen-Novität wurde vor Kurzem ein Couplet mit dem Refrain „Ader sonst tst die Stimmung im Ganzen famos" gesungen. Eine Strophe dieses Coupllts stellt tn recht gelungcnrr Weise die gegenwärtige politische Weltlage dar: In Deutschland die Heere kriegen neue Gewehre, In Oesterreich kriegen neue Gewehre die Heere, In England das Heer kriegt ein neues Gewehr. Zu Rußland ein neues Gewehr kriegt das Heer; Dagegen macht Frankreich neue Gewehre jetzt blöd — Aber sonst tst die Stimmung im Ganzen famos. — Ein internationaler Congreß von Gewohnheitstrinkern, Quartalssäufern und gemeinen Trunkenbolden soll im nächsten Sommer tn London abgehalten werden. Drei Tage hintereinander soll ein scharf-s Wetttrinken in starken Getränken stattsinden und mit einer solennen Maffenschlägerei die Feier beschlossen werden. Bei dieser, hofft man, werden Diejenigen, welche das Wetttrinken überstanden haben, den Rest bekommen. Eingesandt. Der von den hiesigen Geistlichen herausgegcbine Gießener Kirchen- Kalender für 1884, 3. Jahrgang, wird in den nächsten Tagen erscheinen und tn *tn Familien angeboten werden. Sein Erscheinen hat sich durch unabwendbare Hinder^ MU* »"-LM. vesterv, M 258 » 3*29 . 577 iltiT tob Psr nach n, .50 60 Ä 2 553.10 .76 .47 .61 31 4 2479.15 4~W e, weil durch feine nieder und wurde mfcnde Zahr führt. ; dreier Gendsrmeir > in (Stuttgart, daL- die hiesige Stuttau, rges bildet hier die Man wird btn m liebenswürdigen hr vier Jahren wit i er nun über doL Erfolg hinweiseu. federn oder rcniiit von etwa der vierte rvss S"'-K WH tisS «“ÄS* d« »"‘„"„Lh dttl» ll^ei?Rrhd werd-N' *Ä? en ßu?ät und ist S?S>" iide. . n grSßereir «»«*$$• ?>>< ton die Hülste den ch behandelt werdm «en. An dieser He MW !h? mbes Wtet auf» iir ®änne und m Die Mage Iftnaä? Male« Maßstabe ; in ie ein« M ö W W * . dn N«n, lvovet . hiet nicht nur den - fircufi beide liesern I ^Kühnlich und ;ojel§ wurde MB Ttiffe sehr verspätet. Ders-lbe enthält eine genaue Ueberficht der kirchlichen Verhältnffie innrer Gememde, eine eingehende Chronik auä dem Jahre 1882/63, tn welcher de- lonbeiS auch des Lutherjubfläums gedacht ist, uub sonstige Mttlherlungen. Außerdem ist die von Pfarrer Schlosser am Lutherjubiläum gehaltene Festpredigt abgedruckt. Ter Preis deS Kalenders ist wieder 30 Pfennige. — Unter den mannigfach .n Veretnsgcbilden, welche zur Erreichung ihrer gemeinnützigen Bestrebungen wieder und wieder die thatki ästige Mrth'lfe bt6 Publikums tn ben weitesten Kreisen Deutschlands anrufen müssen, nimmt ohne Zweifel der vor 2 Jahren von dem leider -u früh abgtrufuun Professor Bmeke g Habla V. Castellano ? (Span.) 3. Aufl. Geh. M. 1.20, cart. M. 1.50. Faila Vmce portuguez? (Portug.) Geh. M. 2.50. Spreskx Gij de Hollandsche taal? (Holl.) 2. Aufl. Geh. M. 1.50. Taler Oe Oansk? (Dän.) Geh. M. 1.50. Talar Ni svenska? (Schwed.) Geh. M. 1.50. Tud ön magyarul? (Ungar.) Geh. M. 1.50. Möwisz Pan PO polsku? (Poln.) Mit Aussprache. Geh. M. 2. Sprechen Sie russisch? 2. Aufl. Mit Aussprache. Geh. M. 2.50. Tiirkdsche söjlemisiniz? (Türk.) Geh. M. 2.50. cO[j.iXeiTs cE)Ai)vixd; (Neugriech.) Geh. M, 2.50. Snake Jim Hollunder? (Helgoländisch.) 2. Aufl. Geh. M. 1.20. Leipzig. C. Verlag. Nürnberger Lebkuchen (aus der Fabrik des Herrn G. G oeß in Nümberg) empfehlen zu Fabrikpreisen Gebr. Adamx, 7995 im „Ritter". Mma Drangen unö (üitronen empfiehlt Heinrich Kinkel, 8355___Conditor._________ Für Schmückung der Grüber öfterire Movskränze, in reicher Auswahl, von 50 H an, Bouquets von 40 an. O-Gorg Moll, 8358 Gärtner, _____________dem Friedhof gegenüber. KucheKMilch empfehle in meiner Oeconomie. 8340__Ernst Wallenfels. ChrWüumchen im Hofe ber 8353 Restauration Stein, Seltersweg. Eine neue Puppenküche zu verkaufen bei Carl Hüttenberger, 8366 Grünbergerstraße. Irische Bierhefe 8359 bei Frau Nau, Dreihäuserg. 11. 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Wie immer werden wir auch diesmal zum Eingang in den Saal selbst 20 H und für die Gallerien 10 H als Eintrittsgeld erheben; der Eingang geschieht von der Südanlage aus. Außerdem werden wir eine Anzahl besonders ab- geschlossenerPlätze Herrichten, für die wir Karten zu 50^ ausgeben; der Eintritt zu diesen Plätzen geschieht vom Hofe der Turnhalle aus; diejenigen, welche solche Karten wünschen, wollen dieselben bei den Schwestern in der Kleinkinderschule oder bei dem Unterzeichneten abholen lasten; soweit der Platz ausreicht, sind sie auch noch am Sonntag Abend an der Kasse zu haben. Für die Angehörigen unsererKinder, welche die letzteren zur Turnhalle bringen, werden gleichfalls besondere Plätze hergerichtet, zu welchen man durch die Stube gelangt, in der die Kinder den Schwestern übergeben werden. Die Turnhalle wird um halb 5 Uhr geöffnet; wir bitten aber dringend, die Kinder nicht vor 5 Uhr zu bringen. Gießen, den 19. Dezember 1883. Der Vorstand der Klcinkinder-Vewahranstalt. _______________________JJr. IVautnann^ Pfarrer._______ Bürger-CM. Samstag den 29. Dcremlrcr: Abend - Unterhaltung mit Wrihuochtsbrschrming in „WexiaeVs Saalbau“. Die zur Bescheerung bestimmten Gegenstände wollen die Mitglieder Avohlverpackt am Samstag, Nachmittags zwischen 1 und 5 Uhr, im Hause des Herrn Anton Petri abgeben. 8363 Der Vorstmule 8349 >, aus Die trauernden Hinterbliebenen- Donnerstag Nachmittag 3 Uhr Verwandten, Freunden und Bekannten statt besonderer hierdurch die traurige Nachricht, daß gestern Abend 6 UI guter Gatte und Vater Die Beerdigung fin vom Sterbehause, Steinst Schutzmann ach langem Leiden sanft entschlafen ist. U Gießen, 19. December 1883. Wenzel s Garten. flm 2- unö 3. Mihimchls-Feierlage: Kroßes Lsocert vou der mit so großem Beifall auf. genommenen Kapelle drS 28. Rh. Jnf.-Rcg. aus Koblenz unter Direktion des Violiii-Virtuosen Herrn Kapellmeister Schierer. Anfang ‘laS Uhr. — Gnde 11 Uhr. Entree 50 Pfg. 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