en 2L8. Donnerstag den 20. September 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. itrasse. ung im 1. Stock am rl. Oktober zuvmÄ-i _________F. Agn> .ßogi§ mit schömßM verrniethm. ren Stock meinet M von 4-6 Zimm sii zu vermieden. Briel, RechlM^^ Stock in meinem ciethen und am 15. Ct- lötber, NeuMi-l" -1 um Nebenhause ei«'«i I ihige Leute »Wffl Chr.,Tck>ofttt anfardenstock^!^ »oais vonsor.d^ üig zu vcruncM .«eh, saim*; Er, ßorribor M-J > FMilien zu.^k nem von HemU^ Hause sind M' abge^M Ä a er ; irteS 3imm*r n!vi i - -SS, Bureau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des «»Haft*. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn, Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. WMWWW»»MW»W»WW«WWW>WWWWMWW«DBI»«MWM»0«H Amtlicher Hh eil. Betreffend: Anlage von Feldwegen rc. in der Gemarkung Gießen. Bekanntmachung. Die Einweisung in den Besitz der neu gebildeten Parcellen in den Wiesen zwischen dem Wismarer Weg und der Lahn findet Montag den 24, l. MtS., Vormittags 9 Uhr, statt. Alle Betheiligten werden eingeladen, sich an Ort nnd Stelle einzufinden. Gießen, den 15. September 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Boekmann. Politische Uebersicht. Gießen, 19. September. Der Kaiser ist durch ein leichtes Unwohlsein leider verhindert worden, der Stadt Halle am Sonntag den im Programm -der Manöverfestlichkeiten vorgesehenen Besuch abzustatten. Statt seiner war der Kronprinz in Begleitung des Prinzen Albrecht und eines zahlreichen Gesolges in der alten Hallorenstadt erschienen und wurde von der Bevölkerung wahrend seiner Rundfahrt durch die Stadt überall stürmisch begrüßt; am Mittag kehrten der Kronprinz und seine Begleiter nach Merseburg zurück. Die Reichstags-Nachwahl im 19. Hannoverschen Wahlkreise Otterndors-Neuhaus, der alten Domäne des Herrn v. Bennigsen, hat ein für die nationalliberale Partei ungünstiges Resultat zur Folge gehabt. Während früher Herr v. Bennigsen gegenüber den Candidaten der Welfen und der Socialdemokraten mit großer Majorität gewählt wurde, muß sich diesmal der von den Nationalliberalen aufgestellte Candidat Hotteudors einer Stichwahl mit dem fortschrittlichen Candidaten Cronemeyer unterziehen, deren Ausgang kaum zweifelhaft erscheint. Die Welfen und die Socialdemokraten werden jedenfalls in der Stichwahl für Cronemeyer stimmen und fomit dürfte der Wahlkreis von der nationalliberalen Partei, welcher er seit der Constituirung des ersten norddeutschen Reichstages ununterbrochen gehört hat, an dre Fortschrittspartei übergehen Für die Nationalliberalen würde der Verlust eines so alten Stammsitzes höchst deprimirend sein; im Uebrigen liegt hierin aber nur ein weiterer Beweis für die seit dem Rücktritte Bennigsen's von der Führerschaft in der nationalliberalen Partei platzgreifende Zersetzung. Die „Nordd. Allgem. Zeitung" wendet sich wiederholt gegen die Versuche der „Times", die Franzosen gegen Deutschland zu hetzen, indem das englische Weltblatt in consequenter Verdrehung aller Thatsachen Deutschland der Bedrohung Frankreichs bezichtigt. Ein derartiges fortgesetztes Bemühen, in hinterlistiger Weise Zwietracht zwischen Nachbarn zu säen, müsse in bewen Ländern eine tiefe Verstimmung aller der Faktoren Hervorrufen, welche aufrichtig den Frieden wollten. Das englische Blatt werde hierbei von durchsichii- B et reffend: Die Wahl der Vertreter der Forensen. Gießen, den 15. September 1883. Das Großycrzoglrche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach Art. 2 des Gesetzes vom 22. November 1872, die Mitwirkung der Forensen bei der Festsetzung des Gemeindevoranschlags 6etr._ (Neg.-Bl. S. 416) jott unmittelbar nach den Gemeiuderathsergänzungswahlen die Wahl der Vertreter der Forensen stattfinden. Es hat daher diese Wahl, soweit es noch nicht geschehen sein sollte, in denjenigen Gemeinden, in welchen überhaupt Forensen (das sind diejenigen, welche, ohne in der Gemeinde zu wohnen, m der Gemarkung begütert find, oder eine Gewerbsanlage besitzen) vorkommen, und in welchen weiter Umlagen, an denen die Forensen Theil zu nehmen Haben, oder Anleihen, durch welche die Schuldenlast der Gemeinde erhöht wird, beabsichtigt sind, nunmehr stattzufinden, insofern die Gemeinderathsergänzungswahl voll- Wir verweisen Sie roegeit des Verfahrens bei der fraglichen Wahl im Allgemeinen auf die Wahlanleitung vom 26. November 1872. Als WahlcouiNiisston für die Forensenwahl fungirt die nämliche Commission, welche bei der Gemeinderathsergänzungswahl thätig war (s. § 8 das.). Diese Commission hat alle Forensen der Gemarkung zunächst in Unterabtheilungen nach ihren alphabetisch aufzuführenden Wohnorten, und innerhalb dieser llnterabtheilungen nach ihren Namen in alphabetischer Ordnung, vorerst ohne Beifügung von Ordnungsnummern, nach Formular 1 der Anleitung zu verzeichnen. Auch diejenigen Forensen, welche an der Wahl nicht Theil zu nehmen haben, sind in die Liste aufzunehmen, nämlich: . 1) der höchstbesteuerte Forense, welcher nach dem Gesetze vom 3. Mai 1858 (Neg.-Bl. S. 189) schon das Recht hat, selbst, oder durch einen Ver- treter in den Gcmeinderath einzutreten; r ... . , 2) diejenigen Forensen, welche in Folge eines richterlichen Urtheils der bürgerlichen Ehrenrechte für verlustig erklärt worden sind, 3) über deren Vermögen ein gerichtliches Concursverfahren noch anhängig ist; 4) welche für die Bedienung der Person oder der Haushaltung eines Anderen Kost oder Lohn empfangen. Es ist aber alsdann zu dein betreffenden Namen unter „Bemerkungen" anzUgeben, daß die fragliche Person aus dem bezüglichen, vorstehend unter 1—4 angegebenen Grunde, nicht stimmberechtigt ist. f -r- Die Listen sind dem Großherzoglichen Steuercommissariate mitzutheilen, nach dessen Benierkungen nothigenfalls zu berichtigen, sodann unter Beifügung von Ordnungsnummern nach Maßgabe des Vordrucks in Formular 1 abzuschließen, und nack vorausgegangener Bekanntmachung gemäß Formular 2 offen ;u legen, di ad) vollzoaener -vffenlegun» und Erledigung etwaiger Reclamatwnen (s. § 14—16 der Anleitung) pnd vre festgestellten Listen an uns einruscnden. Nachdem wir Ihnen solche mit Verfügung wie viele Vertreter der Forensen zu wählen find, wieder zugestellt haben werden, wollen Sie die Wahi veranlassen, wozu jedem stimmberechtigten Forensen eine Einladung nach Formular 3 mindestens 3 Mal 24 Stunden vor der Wahl zuzusenden ist. Für den Großherzoglichen Domanialfiscus sind die Einladungen den Großherzoglichen Obersörfterelen, und für die Großherzogliche Chausiee- nnd Fluß- baukasse den Großherzoglichen Kreisbauämtern mitzutheilen. t „ ,, , Die Wahl ist unter Beobachtung der Vorschriften der Anleitung abzuhalten. Insbesondere sind die mit fortlaufenden Nummern zu versehenden Stimmzettel schon im Voraus vorzubereiten, und die bezüglichen Handlungen unter Anwendung der Formnlarien 4 -7 der Anleitung vorzunehinen. Wir machen Sie noch besonders darauf aufmerksam, daß nach 8 20 der Anleitung bestimmte Forensen persönlich abstmnnen dürfen (welche jedoch auch das Neckst haben, durch einen bevollmächtigten Stellvertreter abstimmen zu lassen), daß aber wieder andere Forensen nur durch einen bevollmächtigten Ttellv.rtreter abstimmen lassen können. Wählbar sind aber nur diejenigen Forensen, welche zur persönlichen Abstimmung berechtigt sind, sowie außerdem noch die zum Gemeinderath wählbaren Ortseinwohner. , , Hat kein Stimmberechtigter abgestimmt, so ist derjenige höchstb-steuerte Forense, welcher wählbar und Nicht berei t Gemeinderathsmitglied oder Gemeinde-Einnehmer ist, als Vertreter der Forensen zu erklären. Wenn also der hochstbesteuer e Forense eme Frau, der Staat re, kurz eine Persönlichkeit fein sollte, ivelche nur durch einen Stellvertreter, nicht persönlich, abstimmen kann, also nicht wahlbar ist, so muß der nächstfolgende wählbare hochstbesteuerte Forense als Vertreter der Forensen erklärt werden. Auch diese Ernennung des höchstbesteuerten Forensen ist unter Offenlegung der Akten mit entsprechender Anwendung eines Formulars 7 bekannt zu machen und den Betreffenden zu eröffnen. (f ( Nach Offenlegung der Akten sind uns solche mit Begleitbericht vorzulegen, in welchem Sie zedenfalls angeben wollen, ob der Gewählte, oder Ernannte, Gemeinderathsmitglied oder Gemeinde-Einnehmer ist. , c . r .. . Diejenigen Großherzoglichen Bürgermeistereien, in deren Gemeinden nach dem Eingangs Bemerkten keine Forensenwahlen stattzuftnden haben, wollen dies binnen 8 Tagen berichten. r Ür. Bookman n. _ Betreffend: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen. Gießen, am 18. September 1883. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern an die Einsendung der noch rückständigen Schülerverzeichnisse. Dr. Boekmann. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenz-Burearr. mm™ m/r n?wr°' S-pt-mber. Se. Maj-stät ber Kaiser begab sich heute Vor- t und ?.om<^e,rä00 ,ü0" ^"balk, dem Kriegsmintster Bronsart t>. Sch-ll-a- ' b b°"> Fürsten Dolgoruky begleitet, abermals mittelst Extrazugs nach Weißenfels gen und selbstsüchtigen Motiven geleitet, aber die Genugthuung, den französischen Hetzblättern und Revanchepredigern Liebesdienste geleistet zu haben, stehe doch wahrlich nicht im Verhältnisse zu den Früchten, welche die Verblendung der „Times" anderwärts zur Folge haben könnte; denn es könnte sich leicht ereignen, daß Hetzereien Dritter in der öffentlichen Meinung Deutschlands den Wunsch entstehen ließen, eine Verständigung zu suchen, welche vielleicht gar nicht so schwer zu erreichen sein und an welcher die „Times" gewiß noch viel geringere Freude erleben würde, als ihr der momentane Applaus der Boulevard- Presse zu bereiten vermöge. Als ernstes Blatt sollte aber die „Times" sich diesen Erörterungen nicht verschließen und ihren Beruf nicht in der Befriedigung friedensseindlicher Ambitionen suchen, deren Gefährlichkeit sich im gegebenen Falle keineswegs nur auf das von den „Times"-Politikern beabsichtigte Terrain einschränken lassen würde. Die amtliche „Elsaß-Lo thr. Zeitung" veröffentlicht zwei nicht unwichtige Verordnungen des Statthalters G.F.M. v. Manteuffel. Dieselben setzen die bisherigen Ausnahmen bezüglich der deutschen Geschäftssprache für die Gemeinden Diedenhofen und Metz, sowie für das Amtsgericht und die Gerichtsvollzieher in Metz mit dem 1. Januar 1884 außer Wirksamkeit. ,^ Es wird also an den betr. Stellen das Deutsche vom genannten Zeitpunkte ab die alleinige Geschäftssprache sein. lieber die Lage in Kroatien verbreiten sich widersprechende Gerüchte. Während osficiöse Meldungen dieselbe als eine wesentlich beruhigtere hinstellen, wird von anderer Seite gemeldet, daß sich die Dinge in Kroatien täglich ernster gestalten und es scheint fast, als ob letztere Auffassung die richtigere sei. Wenigstens sprechen die blutigen Zusammenstöße an der Banatsgrenze nicht für eine Verringerung des Ausstandes, sondern eher für das Gegentheil. Trotzdem hat es aber den Anschein, als ob man es nur mit localen Actionen und Zusammenrottungen zu thun habe, welche bei einem energischen Vorgehen der Truppen wohl bald bewältigt sein werden. Ueber den jüngsten Zusammenstoß, welcher in den ersten Septembertagen auf der Linie zwischen Hanoi und Sontay zwischen den Franzosen und den „Schwarzen Flaggen" stattgefunden hat, fehlen noch immer eingehendere Nachrichten. Es scheint aber, als ob der Kamps für die Franzosen nicht allzugünstig verlaufen ist; eine Meldung des „Reuter'schen Bureaus" besagt, daß sie sich, nach Einnahme der feindlichen Positionen, wieder zurückgezogen hätten, um Verstärkungen abzuwarten. Die Franzosen geben ihre Verluste in den dreitägigen Kämpfen bei Pallan auf nur 54 Mann an Todten und Verwundeten an, während die „Schwarzen Flaggen" ca. 1000 Mann und außerdem 2 Geschütze verloren haben sollen. Es ist recht merkwürdig, daß die „Schwarzen Flaggen" trotz der starken Verluste, welche sie fortwährend — wenigstens nach französischen Mittheilungen — erleiden, den Kampf noch immer mit ungeschwächtem Muthe fortsetzen. Entweder ist ihre Zahl so groß, daß im Vergleich hierzu die erlittenen Verluste beinahe unbedeutend erscheinen oder die französischen Berichte sind übertrieben und fast möchte man das Letztere annehmen. Einstweilen ist noch keine Aussicht vorhanden, daß der Kampf in Tongking so rasch zu Gunsten der Franzosen enden würde. Aus Rußland waren in letzter Zeit verschiedene Maßregeln zu verzeichnen, welche auf eine umfassende Reorganisation des russischen Heerwesens schließen lassen. Erst jüngst hat der Kriegsrath beschlossen, daß die Turkestani- schen und Westsibirischen Linien-Regimenter, das Tobolsk'sche, Olmsk'sche, Jrkutskffche, Krasnojarskffche und Semipalatinsk'sche Reserve-Cadre-Bataillon neue Etats erhalten sollen und daß in den Turkestanischen Schützen-Bataillonen außer den andern Chargen bei einem Zugbestande von 42 Reihen je 48 jüngere Unterofficiere, 70 Gefreite und 638 Gemeine zu unterhalten sind. Die Ernennung übercompleter Osficiere in den Turkestanischen Linien-Bataillonen ist künftig zu sistiren; die gegenwärtig übercomvleten Osficiere werden bis zu anderweitiger Verwendung bei ihren Bataillonen belassen. Der betreffende Beschluß ist vom Kaiser bereits vor einigen Tagen sanctionirt unö ebenso der Tagesbefehl, betreffend den Etat eines zu Kriegszeiten zu formirenden Krasnojarsk'schen Reserve-Infanterie-Regimentes zu zwei Bataillonen. Gleichzeitig ist Rußland auch eifrigst auf die Vermehrung seines Flottenmaterials bedacht. Auf den Werften des Schwarzen Meeres sind gegenwärtig vier mächtige Panzer-Fregatten, in Bau, auch in den Etablissements an der Newa sind zwei große Panzerschiffe im Bau begriffen, während zwei andere ihrer Vollendung entgegen gehen. In wenigen Jahren werden sich die 16 Panzerschiffe ersten Ranges, welche die russische Flotte jetzt zählt, um neun gleich große Schiffe vermehrt haben, so daß die maritimen Bestrebungen Rußlands mit den Bemühungen, das Heer immer schlagfertiger zu gestalten, Hand in Hand gehen In Rom wird am 15. Octover die 7. General-Conferenz der europäischen Grademeffung zusammentreten. Die Frage der Vereinheitlichung der geographischen Längen durch Wahl eines einzigen ersten Meridians wird einen der wichtigsten Verhandlungs-Gegenstände der Conferenz bilden, auch der Vorschlag einer internationalen Zeit für den innern Verwaltungsdienst der Eisenbahnen, Posten und Telegraphen soll eingehend geprüft werden. Die Conserenz kann natürlich keineswegs beanspruchen, maßgebende Beschlüsse zu fassen, sondern es liegt vielmehr nur in ihrer Aufgabe, durch Berathung der wissenschaftlichen Seite der ersterwähnten Frage eine passende Grundlage für die allgemeine Annahme eines gemeinsamen Meridians und einer internationalen Zeit zu liefern; auf diese Grundlage soll dann eine specielle diplomatische Conferenz das weitere Werk ausbauen. Das Project hat bereits bei mehreren Regierungen eine gün» stige Aufnahme gefunden._____________________________________ Darmstadt, 18. September. Se. Königl. Hoheit der Großherzog wohnten gestern in Begleitung des Generalmajors v. Westerweller und des Oberstallmeisters Frhrn. v. Nordeck zur Rabenau den Manövern der Großh. 25. Division bei, welche zwischen Offenbach und Seligenstadt stattsanden. Die Einwohner von Heusenstamm hatten es sich nicht nehmen lassen, beim Durchpassiren Sr. Königl. Hoheit durch Hochrufen und Fahnenausstecken ihrer Freude einen herzlichen Ausdruck zu geben. Wolfsgarten, 17. September. Ihre Königl. Hoheiten der Herzog und die Herzogin von Connaught sind heute Vormittag 11'/r zu mehrtägigem Besuch der Großh. Familie dahier eingetroffen._____________________ 'kkmtlN 1^' l^Dieses Institut hat sich als Hauptziel gesetzt, so viel als irgend möglich dir Geschaststretbenden und Handwerker vor Verlusten zu schützen und eine Organisation durchzuführen, welche geeignet ist, die Fälle, in denen dem fleißigen, strebsamen Manne der Verdienst oft genommen wird, den er durch tage- und wochenlange Thätlgkcch errungen glaubte, auf das geringste Maß zu beschränken. Dieser Tendenz entsprechend hat der Verein in sein Programm die Punkte ausgenommen, seine Mitglieder durch vertrauliche Mittheilungen vor geschäftlicher Verlusten zu schützen und durch bie Verbindung mit auswärtigen Vereinen gleicher Strebens möglichst sichere Auskunftserthetlung auf dem Principe der Gegenseitigkeit herzustellen. ■■^rieben, richtig M Einträge "ehr,6 i: und Nahrungsim Lokale». G. Gießen, 19. Septbr. sSterblichkett in Gteßen.j Die Sterblichkeit in Gießen war wahrend der Woche vom 8. vis 15. September eine sehr geringe, da nur 2 Todesfälle zu verzeichnen waren. Ein Mann starb an Schlagfluß, ein Kind an Gehirnentzündung. Vermischtes. Groß-Linden, 18. September. Heute Abend brach in der Hofraithe des Ludwig Keßler Feuer aus, das sich, in den gefüllten Scheuern reichliche Nahrung findend, zu einem gewaltigen Brande entwickelte. Dank der von allen Seiten herbei- geeilten Hülfe gelang es, namentlich durch das kräftige Eingreifen der verschiedenen freiwilligen Feuerwehren, das Feuer nicht nur auf seinen Herd zu beschränken, sondern auch zu löschen. Wie man hört, soll ein Pferd im Feuer umgekommen sein. Dte Dreschmaschine, welche im Hofe stand, ist mit verbrannt. Aus Hungen. Um den Interessenten an Erbauung einer Zuckerrüben-Fabrik bet Hungen die Möglichkeit zu gewähren, schon vor der etnzuberufenden sammlung sich genau mit den Bedingungen bekannt zu machen, welche die Zuckertaorw Waghäusel ihrerseits für die Ausführung des Unternehmens stellt, hat es dle betrestenoc um dm zwischen Weißenfels und Naumburg stattfindendm Truppenmanöoern zuwohnm. Den Weg von We'ßenfelS bis Pettstädt legte Se. Majestät zu Waaen mriw °m ..Luftschiff" wurden die Ps.rde besingen. - Das Wetter .ft hübe fm 8 Ubr feiner Regen nieder. ' Weißenfels, 18. September. Se. Majestät der Kaiser traf bei Rraenweii,r auf dem Manöver felde südlich von Pettstädt ein, später jedoch klärte sich öq6 gn, auf. Bet dem heutigen Manöver hatte die Westdioision den Auftrag, von Dobickn» aus über Markröhlitz vorzugehen, um die Ostdivision vom Uebergang über die Sani, abzuschneiden und auf Merseburg zurückzuwerfen. Die Ostdivision führte einen Klopfen marsch von Roßbach über Pettstädt nach den Höhen von Langendes aus gedeckt bin* die kombintrte Kavallertedlwsion auf der rechten Flanke. Das Hauptgesecht fand ne rum dm Höhenzug bei Langendorf statt und endete um 12Vz Uhr. Die Ostdivision baN, früh 7 Uhr ein Detachement zum Brückenschlag nach Uecheritz gesandt, einzelne Truvoen- thetle der Ostdivision gingen später hier über die Saale. Se. Majestät der Kaiser' wiederholt enthusiastisch begrüßt, fuhr nach Beendigung des Manövers nach Weiü^ fels und Merseburg zurück. Berlin, 18. September. Die „Nat.-Ztg." hört, im Justizministerium werde der Gedanke erwogen, Rechtsanwaltschast und Notariat künstiq in Preußen durchweg zu trennen. Freiburg, 18. September. Die 56. Versammlung deutscher Naturforscher ist heute durch Professor Claus eröffnet worden. Von auswärts waren etwa 600 Personen anwesend. Die nächste Versammlung soll im Jahre 1884 in Magdeburg stattsinden. Kopenhagen, 18. September. Der König und die Königin, sowie die Mitglieder der königlichen Familie und alle hier anwesenden Gäste derselben nahmen heute auf Gladstone's Dacht „Pembroke Castle" das Dejeuner ein. London, 18. September. Einer Depesche aus Hongkong von gestern zufolge soll der französische Cioilcommiffar Harmand den General Bouet des Commandos über die französischen Truppen in Tongking enthoben und dasselbe den Obersten Bichot und Badens übertragen haben. General Bouet wird sofort nach Frankreich zurückkehren. — Das „Reuter'sche Bureau" läßt sich aus New-Dork melden, der Minister des Auswärtigen von Hawaii habe nach London, Paris und Washington einen Protest gegen Besitzergreifungen Seitens fremder Mächte im Gebiete deö Stillen Oceans gesandt. — Der Irländer O'Donnell, welcher Ende Juli d. Js. den Kronzeugen Carey unweit Capstadt an Bord eines Schiffes ermordete, wurde heute Nach, mittag, um den Formalitäten nachzukommen, die der Verweisung eines Angeklagten vor einen Assisen-Gerichtshof vorauszugehen haben, vor das Polizeigericht in Bowstreet gestellt. Auf den Antrag des StaatSprocurators wurde Die Verhandlung vor dem Polizeigerichte wegen AbweienSeit mehrerer Zeugen auf 8 Tage vertagt. -L des ^0] ?*■ s Heinrich °ls Controlem WNgönä ' ^-Achasts- ? worben. 1 M 17 M KN 15. ©epi N Amtsgericht Dieses Ziel wird der Verein zweifellos ausgiebig erreichen, da die Vereine gleicher Richtung ein großes Tätigkeitsfeld beherrschen, also eine möglichst große Ver> breitung haben und da sich an jedem von ihnen vertretenen Platze viele Mitglieder befinden. Diese Bedingungen sind erfüllt und wird der hiesige Verein in der Lage fein, die ausgedehntesten und zuverlässigsten Erhebungen den Anfragen seiner Mitglieder gegenüber anzustellen und dementsprechende Auskunft zu geben. Ein weiterer Punkt des Programms lautet: Durch den Druck der Vereinigunt wird der Verein alte und zweifelhafte Ausstände einkassiren. So lange Aussicht vorhanden ist, auf dem Klagewege eine Forderung non einen solventen Schuldner zu erreichen, wird der Verein weniger in Anspruch genommen werden, die Intervention desselben wird erst dann zu erfolgen haben, wenn die Rechts- mittel entweder bereits erschöpft sind, oder Aussicht auf Erfolg nicht haben, daß vielmehr nur noch der moralische Druck, welchen die Perspective einer weitesten Bekannt gabe der Zahlungssäumigkeit in sich birgt, den Säumigen zur Erfüllung feiner Verpflichtungen drängt. Die Erfahrungen, welche bet den bereits bestehenden Veremer gemacht worden sind, bestätigen, daß von 100 Fällen in 80 das Ziel erreicht wird Ein durchschlagender Erfolg wird hier um so sicherer sein, wenn sich der Verein unter Berücksichtigung eines etwa vorhandenen nothletdenden Geschäftsganges oder sonstiger ungünstig auf die Zahlungskraft etnwirkender Factoren auf den Standpunkt dcrTheil- zahlung stellt. Bei dem segensreichen Wirken, welches die in vielen anderen Städten bereits organisirten Vereine für Hebung solider Creditverhältnisse entfalten, müssen wir bem hier gegründeten V-retn bestes Gedeihen wünschen, müssen wünschen, daß vornehmlich der Handels- und Handwerkerstand die Bedeutung des Instituts voll würdige uni dessen reformatorische Thätigkett auf dem (gebiete des Creditwesens durch recht warmes Interesse unterstütze. Nach dem veröffentlichten Programm ist Herr Bürgermeister a. D. Helm. Bismarckstraße, mit der Leitung der Vereinsangelegenheiten betraut. — Wie wir vernehmen, wird Sonntag und Montag den 7. und 8. Oktober der deutsche Ruderoerband (vertreten durch die Städte Berlin, Frankfurt a. M, Hamburg Köln, Mannheim, Wien und Gießen) hierselbst eine Ausschußsitzung abhalten, zv welcher die hiesige Rudergesellschaft ihr Vereinslokal, Hotel zum Einhorn, zur Verfügung gestellt hat; wie man uns weiter mittheilt, beabsichtigt die hiesige Gesellschafl gelegentlich der Anwesenheit obiger Vertreter eine größere Festivität und zwar der vorgerückten Jahreszeit wegen nicht an ihrem Bootplatz, sondern im Saale des Gasthofs zum Einhorn zu veranstalten. —h. bittt,a[en Ä X» ‘ bet M iE!1«"* jNn.o(t| Wi*.. sSfö jiltrf worden!n. 1 Gießen, 19. September. (Der neue Verein Cr ed i tr efo rm.j Jeder Geschäftsmann, dem es um die Förderung gesunder Creditoerhältnisse zu thun ist, wird vor einigen Tagen nicht ohne Genugthuung die Nachricht vernommen haben, daß auch in hiesiger Stadt unter der Firma: „Verein Creditreform" ein Institut ins Leden getreten ist, dessen Zweck die Anbahnung und Beförderung eines realen Creditwesens ist. Übet i SÄ Mi Aainz, 17. SeM -M Schreinemeiste! :t Der Lehrling tn : ui bewerkstelligen ' : flopp wollte den 3 Micheli ein Mar ’:j aus, die Körper Mchkeit entstellt. 1: - sVacante Steller A Mmt, Landbrieftc H • Jena, Großh. La M- Wörter, baar 180 „ M Marburg, Staats Kl Briestrüger, 872 <, flv. pro Jahr und f Marlenschloß, Gr ■(Wer 3. Elaste), ■Son der Bergstr Mistiger. Nicht a 81; ■ Hi zeigenden Net M s'hr und machen t Ml« Thai immer mei -jifmnt bleiben. * 15-Sept- .-Iwaarenhändlern ke ■ Le ber Gifte er. i .-M M ergo .sr.b bezüglich des 8 melden, drrU is und Wchyk ?te im Mittete fr den KreiiW wurde heute H eisung eines Ay vor das Polijy curators routöe Sie ehrerer Zeugen w wSlS*blli hkte tlJiN '0^2°^ Iwmniffion für zweckmäßig erachtet, nicht nur die genannten Bedingungen, sondern Kj. spectellen Rübenlleferungsaccorde drucken und zeitig vor der zu berufenden Itfifcmmlunfl den elozuladenden Interessenten zugehen zu lassen. — Aus diesen ntiünden mußte die Berufung der Versammlung auf Ende September L I. verschoben ^^Darmstadt, 15. September. Die aus englischen Blättern in die deutschen Mvgen übergcgangene Mittheilung, daß die Vermählung des Prinzen Ludwig von Mn berg mit der Prinzessin Victoria von Hessen in aller Kürze im Schlosse zu Msor stattftnden werde, beruht nach einer den „9L H. V." zugeganyenen Nachricht ijllia auf Unwahrheit. Soviel überhaupt bekannt, solle die Vermählung im Februar Men Jahres hier In Darmstadt stattfinden. Darmstadt, 18. September. Das „Tagebl." schreibt: Das seit einigen ?Qflen circulirende Gerücht, wonach von einem Mttgliede unserer evangelischen Gesinde ein größeres Capital zur Erbauung einer Kirche und zur Dotation einer Pfarr- jiile gestiftet worden sei, können wir aus guter Quelle bestätigen. Das 200,000 zagende Kapital soll den Vorstandsmitgliedern des Kirchenbauvereins zur Verfügung .sicht sein, unter der Bestimmung, daß die Kirche in dem nordöstlichen Thelle der -led: errichtlt werde. Der großherzige Stifter hat seinen Namen nicht genannt uud iifl unbekannt bleiben. Mainz, 15. September. Seit mindestens 10 Jahren ist bei den hiesigen 5a,ertalwaarenhändlern keine Untersuchung bezüglich der richtigen Erfüllung der über Handhabe der Gifte erlassenen Vorschriften vorgenommen worden. Gestern fand Mibe nun statt und ergab die großartigsten Unordnungen bet der Aufbewahrung von Wen und bezüglich des Verkaufs von Giftstoffen; in den wenigsten Fällen ist, wie Ns vorgeschrieben, richtig Buch geführt worden; bet einem der Händler waren seit 1$ keine Einträge mehr gemacht. In einigen Handlungen war das Gift mitten unter Ms- und Nahrungsmitteln aufbewahrt. Diese Untersuchung war demnach voll- iinblß am Platze. Mainz, 17. September. [Drei Menschen verunglückt.) Bet dem im Gartenfeld Menden Schreinermeister Rapp war die Abzugsröhre des Abortes heute Morgen Mopst. Der Lehrling kroch durch eine Oeffnung von ca. 36 Ctm. Durchmesser, um iljug zu bewerkstelligen und wurde von den sich entwickelnden Gasen erstickt. Der Wer Rapp wollte den Jungen retten, kroch ebenfalls hinein und fand auch seinen Üb; desgleichen ein Maurergehülfe, der beide retten wollte. Die Leichen sahen Mich auS, die Körper sind blau und schwarz angeschwollen, die Köpfe bis zur Mnntltchkett entstellt. — sVacante Stellen für Militäranwärter im Bereich des 11. Armeecorps.) lhry, Postamt, Landbrieftcäger, 644 JL Gehalt. Cassel, Postamt, Briefträger, 980 JL Wall. Jena, Großh- Landesheilanstalt, medicinische Abtheilung des Landkranken- MeS, Wärter, baar 180 JL und freie Station. Mainz, Postamt, Briefträger, 980 Walt. Marburg, Staatsanwaltschaft, Lohnschretber, Gehalt unbestimmt. Rinteln, kfiamt, Briestrüger, 872 X Gehalt- Wiesbaden, städt. Curdirection, Gartenaufseher, WO X pro Jahr und freie Dtenftkleidung. — Im Bezirk der Großh- Hessischen Aston: Martensckloß, Großh. Hess. Landeszuchthausdtrectton Martenschloß, Kranken- riiler (Aufseher 3. Classe), Gehalt 800 JL Von der Bergstraße, 14- September. Die Weinaussichten gestalten sich W günstiger. Nicht allein die warmen Tage und Nächte, sondern auch die am Rirflen sich zeigenden Nebel, die sog. „Traubendrücker", verdünnen die Häute der tauben sehr und machen diese brühig. Die Hoffnung auf einen guten 83er befestigt 'j in der Thai immer mehr. Die N«, hi ö;n Nr tzchd ’ Nw ein Aong von geh NNW Auel te hoben und dG Bourl wirb *• 4 tatl8t fiij, i MtkJhu Witterungskunde.') 20. September. Donnerstag. Fortdauer des Morgens und spätnachmittags bis Abends aufgebesserten Mittags und kurze Zeit Nachmittags veränderlichen bis gewitterhaft drohenden Wetters. Zunehmende Niederschläge spätnachts zumal nach Süden zu. 21. September. Freitag. Morgens aufgeheitert bis herbstlich angenehm, auf Mittag zu weiß bis dunkel zerstreut wolkig, örtlich mit kurzen Niederschlägen, Nachmittags aufgebesscrt bis schön, später bedeckt bis gewitterhaft, Nachts vielfach gewttter- bafte Niederschläge, besonders nach Süden und Westen zu. In Folge der zunehmenden Niederschläge steigen die Wasserstände. An den westlichen Küsten ist es stark windig bis stürmisch. *) Aus Dr. L. Overzler's Wetter-Prognose für den Monat September, abgeschlossen am 15. August (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 JLY — Nachdruck verboten. Frankfurt a. M., 19. Septbr., Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 251^2, Staatsbahnactien 2737/b, Galizier 2515/8, Lombarden 130Vs, Nord- weftbahnactien 1663/8, Gotthardbahnactien IIOV4, Darmstädter - Bankactien 156Vr, Disconto Commandit 1963/i6, Oesterr. Silberrente 6613/iß, 4% Ungar. Goldrente 741/2, 40/0 1880er Russen 72V4, 5°/g 1877r Russen -, 2. Orient-Anleihe 573/16, 4°/v Spanier 57 V2, 5% Rumänische Rente —, 4% Unific. Egypter 7113/18, 5% Türken 1015/ig, Marienburger 110, Hess. Ludwigsbahnact. 1141/». Tendenz: —. Hauswirthschaftliches. Wirklich Gutes bricht sicv Bobnl Diesen Satz können wir mit Recht auf das unter dem Namen „Dr» Linck's Fettlaugenmehl^ in den Handel kommende Waschmittel anwenden, welches sich nun schon seit 10 Jahren allgemein bewährt hat. Täglich gehen dem Fabrikanten, Herrn Julius Bcssey in Stuttgart, von Staatsanstalten, Hotelbesitzern und Privathaushaltungen freiwillige Anerkennungsschreiben zu, in welchen die Vorzüglichkeit des Dr. Linck'schen Fettlaugenmehls als billigstes, kräftigstes und unschädlichstes Wasch- und Reinigungsmittel mit größter Anerkennung ausgesprochen wird. Jede praktische Hausfrau, die mit dem empfohlenen Waschmittel noch keinen Versuch gemacht hat, sollte sich zu einem solchen entschließen; wir sind überzeugt, daß derselbe sie vollkommen befriedigen und zu dauernder Anwendung des Dr. Linck'schen Fettlaugenmehls veranlassen wird. Dasselbe dient nach der Gebrauchsanweisung für feinste wie für grobe Wäsche, Wollen«, Baumwollen- und Seidenstoffe, waschlederne Handschuhe, für Gläser, Porzellan, Steingut, Fußböden, Linoleum, Lamperien rc. und wird Überall angewandt, wo es sich um leichte Entfernung hartnäckiger, zumal fettiger Unreinigkeiten aus Stoffen und Materialien aller erdenklichen Art handelt. Vorräthig ist Dr. Lmck's Fettlaugenmehl in allen besseren Colonial- und Specerei- waarenhandlungcn; da jedoch Nachahmungen existiren, so-t Hut man gut, beim Einkauf ausdrücklich Dr. Linck'sches Fettlaugenmehl zu verlangen und dabei zu beachten, daß die Packete mit der Dr. Linck'schen Schutzmarke und dem Namen des Fabrikanten, Julius Bessey in Stuttgart, versehen sind. O. 8. — Abermals eine Auszeichnung ist dem Hause H. Underberg-Albrecht in Rheinberg am Niederrhein geworden, indem die Jury der Internationalen Ausstellung für Colonien und Export in Amsterdam feinen Boonekamp of Maag- Bitter mit der silbernen Preis-Medaille ausgezeichnet hat. ' Bekanntmachung. IAn Stelle des Johannes Wag- ir VII. ist Heinrich Henrich von Möns als Controleur der Spar» Leihkaffe Langgöns e. G. bestellt >d im Genossenschafts-Register einigen worden. Gießen, den 15. September 1883. Großh. Amtsgericht Gießen. Dr. Gilmer. 6231 «,ta, «iih, f« .Lui Sterblichkeit in W Inge, ba nur 2^ in Kind an Wte m.] Jeder n thnn ist, mltj r.-: Haden, daß ö8$u tut ins Leben M reditwesens Jft s irgend wr nd eine Organs in, ftrebfamtn^-j'-' ^ochenlange W1 mm bkN£ n vor ges-tza - am Vereinen M im 5'S# W LÄLÄ Konkursverfahren, pn dem Konkursverfahren über das Stögen des Pflasterers Karl Port 3 Steinbach, dermalen in Gießen, • jur Abnahme der Schlußrechnung p Verwalters, zur Erhebung von Sendungen gegen das Schluß- !^;eichniß der bei der Vertheilung zu ^cksichtigenden Forderungen und zur Wußfassung der Gläubiger über '^icht verwerthbaren Vermögensstücke Schlußtermin auf Attwoch den 17. Oktober 1883, Vormittags 11 Uhr, ^.dem Großherzoglichen Amtsgericht Ndbft bestimmt. ^ßen, den 17. September 1883. Neidhart, 6228 ^nchtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Amtliche Bekanntmachung Jn dem Concurs über das Vermögen Earl Port in Gießen werden die Mbiger benachrichtigt, daß bei der vor- Nirnenben Schlußvertheilung «X 4631 unbevorrechtigie Forderungen zu Umsichtigen sind, und der verfügbare Mubeftanb je 383,34 4 beträgt. Ein «ljeichniß der zu berücksichtigenden Forde- Mn ist auf der Gerichtsschreiberei des Amtsgerichts niedergelegt. Men, den 19. September 1883. 6239 __M. Pilger, Concursverwalter. Nintag den 24. September, Vormittags 10 Uhr anfangend, .t-n oie der hiesigen Gemeinde und Wei gehörigen Aepfel und Nüsse ^bietend versteigert werden. £4 Zusammenkunft ist im Ort. 1 ^Sersheim, den 18. September 1883. | M9. Bürgermeisterei Bellersheim. Lj Bopp. Lligcmeiner Anzeiger. Obst-Vcrsttigerilng. Freitag den 21. l Mts., des Morgens um 10 Uhr anfangend, soll das hiesige Gemeindeobst, bestehend in Aepfeln und Birnen, öffentlich versteigert werden. Der Anfang ist beim Teich im oberen Theil des Orts. Die Beerntung ist vom 22. l. Mts. an erlaubt. Rödgen, den 17. September 1883. Großh. Bürgermeisterei Rödgen. 6199 Jnderthal. Donnrrstag dm 20. d. M., Nachmittags 2 Uhr, oerftetgere ich auf meinem Bureau gegen Baarzahlung: 1 Winterüberzieher, 1 Sornrnerüber- zieher, 1 Kaisermantel, 8 Anzüge, 1 Schlafrock, 9 Hemden, 33 Hemdenkragen, Taschentücher, Strümpfe und sonstige Kleidungsstücke, 1 Jagdtasche, 1 Paar Wasserstiefel. 1 Koffer, diverse Bücher (darunt.Heiue's Werke) u- a. m Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 18. September 1883. Geißler, 6219 Großh. Gerichtsvollzieher. Donnerstag den 20. Septbr., Nachmittags 3 Uhr, sollen in dem im hiesigen Bürgerhospitale befindlichen Pfandlokal verschiedenartige Kleidungsstücke, darunter ein Regenmantel, eine Sammettaille u. ein Sammetrock, gegen baareZahlung versteigert werden. 6148_________Kemmer, Pfandmeister. Samstag dm 22. September, Nachmittags 2 Uhr, lasse ich im Adlerhofe 6238 eine Parthie altes Bauholz, Ofen- j Guß- ! Röhren, Gas- ) Steinplatten, Thüren, Treppen, Fenster rc. versteigern.L. Kauf. Ireitag den 21. d. M., Nachmittags 2 Uhr, 6227 wird in Wenzel's Garten eine große Parthie altes Bau- «.Brennholz, Ziegeln re. gegen Baarzahlnng an den Meistbietenden versteigert. Marktanzeige. Donnerstag den 27. d. M. findet in Biedenkopf wieder ein Krämer-, Rindvieh- und Schweinemarkt statt. Am vorigen Markt waren aufgetrieben: 715 Stück Schweine und 57 Stück Rindvieh; des strömenden Regens wegen wurde ein großer Theil des zum Markt gebrachten Rindviehs gar nicht ausgetrieben, sondern in Ställen eingestellt. Hoffentlich wird der nächste Markt von besserem Wetter begleitet und der Auftrieb an Rindvieh ein stärkerer sein. Biedenkopf, den 18. September 1883. Der Bürgermeister 6243___________________________________Unverzagt._______ Lebensversicherungs- & Ersparniss-Bank in Stuttgart. In verflossenem Monat August sind 463 Anträge mit JL 2092700. und seit Januar d. I. 2151 Anträge mit „ 17284100. eingegangen. Der reine Versicherungsstand hat sich im Laufe d. I. von 193230700. auf v4L 202800000. gehoben. Die Sterblichkeit blieb bis jetzt wesentlich hinter solcher des Vorjahres zurück und läßt sich daher voraussichtlich wieder ein günstiges Rechnungsergebniß pro 1883 erwarten. Die Ueberschüfse kommen einzig und allein nur den Versicherten zu gut. Dieselbm können von Anfang an in vollem Maße oder in successive steigender Weise bezogen werden. In letzterem Falle reducirt sich die zu leistende Prämie alljährlich der Art, daß nach 34 Jahren nichts mehr zu bezahlen und von da ab eine jährlich steigende Rente zu gewärtigen ist. Die Auszahlung der Sterbfallsummen erfolgt fofort. Bei dem Erlöschen der Versicherung durch Nichtzahlung der Prämie wird Abfertigung wie bei der Kündigung gewährt. Umwandlung der Police in eine prämlen- freie Versicherung wird schon nach Leistung einer Jahresprämie und überhaupt jede mögliche Erleichterung gestattet, da die Bank kein anderes Streben kennt, als die Förderung der Interessen ihrer Versicherten. An Beamte werden Darlehen zur Cautionsbestellung gegen äußerst bequeme und mäßige Bedingungen bewilligt. Anträge nimmt entgegen , die Agentur Giessen., 6247 H. Fllek, Westanlage 28. Prima Heffenbrücker-Hammer Braunkohlen, Prima melirte Steinkohlen, „ Nußkohlen 6248 empfiehlt zu den billigsten Preisen ljOtz» Wir beabsichtigen, die Lieferung unseres Bedarfs an Grubenhofi pro 1884 zu vergeben. Näheres ist auf unserem Bureau zu erfahren. Braunfels im September 1883. Krupp'sche Bergverwaltung 6204 Braunfels-__ Selbstgefertigte 1560 lackirte Möbel aller Art stets vorräthig zu billigsten Preisen bei Carl Steller, Schillerstraße 60. 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London, Äordb, Allg- Ztg clei^tillfl über < Staaten [« 8« riolk In Dtrnünfti Verträge könnten^ könne ni-l vages land bitte der Ä stören werbe, das Allgemeinen ein h nerbonfen. ausgeführt nach den Patenten der Herren Gebr. Buderus und Franz Lönholdt. Die Oefen erhielten auf der Patent-Ausstellung |zu Frankfurt a. M. die höchste Auszeichnung, das gEhrendiplom, wurden prämiirt in London 1881 Lohnender Verdienst. Durch den Verkauf von in Deutsch« land gesetzlich gestatteten Loosen, welche bestimmt binnen 3 Jahren mit Treffern gezogen werden müssen, können tüchtige Personen lohnenden Verdienst erwerben. Franco-Offerten sub 9400 an Adolf Steiner, Annoncen - Exped iti on, Hamburg. 6244 Ein äußerst anregender Roman aus der Feder des altbewährten Kämpen Schmidt-Weissenfels, der die hochinteressante vormärzliche Sturm- und Drangperiode behandelt und mit der großen Bewegung des 18. März abschließt, erscheint im nächsten Quartrl im Feuilleton des „Berliner Tageblatt". Hochachtungsvoll Allgemeine Deutsche Ausstellung auf dem Gebiete der Hygiene und des Kettungswesens, Berlin 1882/83. Der Ausscheiss. gez. Kyllmann, Kgl. Baurath. 6245 Zu Michaeli ein braves Mädchen gesucht, das alle Hausarbeit versteht. Frau Clara Lüttickerr, Ludwigsstr. 12. Heute Abend: Gebackene Fische. 6249 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.Bahnhofstraße 10, 3. St. Mermiethungen. 6225 Möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. E. Plank, Marktplatz. 6224 Familienlogis verschiedener Größe zu vermiethen.__________Mühlgasse 21. 6246 Kleines Familienlogis zu Der; miethen bei Th. Schmidt, Ederstraße 6. Mlm,. verbot b« ®J “ ;ss»4 inte»«“" 9,111 5987 Ein mehrstöckiges Wohnhaus mit Hintergebäude und Garten, in bet*" Stadt gelegen, ist preiswürdig zu ver- kaufen- Näheres bei der Exped. ds. BH fand am 14 ds. 1 I chsten Weller vo Schauspiel Buscha wickelte sich auf k>< Seiten rückten die Leiterwagen bis g Mßbach. Von 1 Leitung von Stall steigen sollten. Di Dom 10. Aruieekoe im Hauptquartier Officiere nicht mt untergebracht und bit Herren nach (5 aus beiden Selten gesucht. Die 2rui Paradeausstellung sand. Die Kriege des PIM, wo 1 selben hatte der < Krieges von 187 Treffen begrüßte Hund reichte.) s'ld auf das Bef Zöger, Pioniere i ganze ParaA cm bis erste Treffen Kavallerie Freiher ber Kronprinz, P KoburgrGolha, He "adh Fürst Reuß ble Generale von berg-Wernigerobe einen ben franchsi Feldzug 1870 xri- h bei der Ka Mttrn von Wa Udzugs |n sg0§n Impfen an der 3 HkneralstMchef h Ä ble englische ^rnlflcr- stund bi tolonnt, Artillerie ^uenant @raf8 ?ferb Alexander u Wn Galopp |n ^"icht und bei ^begann das Parat betör Train hPr Wb Sofort M besetzen! Bei einer Großherzoglich hessischen Bürgermeisterei ist die Stelle des ersten Bureaugehülfen oacant. Nur solche wollen sich melden, welche bereits längere Zeit bei einer hessischen Bürgermeisterei oder einem hessischen Kreisamt gearbeitet haben und beste Empfehlungen besitzen. Bewerber müssen selbstständig arbeiten können. Gehalt reu -------------- Ofen Nr. 1 heizte einen ganzen Stadtbahnbogen, ca. 500 Cubikmeter, Ofen Nr. 3 einen Raum von ca. 200 Cubikmeter, vollständig gleich- 6223 Ein Gymnasiast, Primaner oder Secundaner, welcher geneigt ist, einem Gymnasial-Vorschüler täglich Nachhülfe- stunden gewissenhaft zu ertheilen, kann unentgeltlich Logis erhalten. Offerten unter H. F. in der Exped. ds. Bl. niederzulegen.____________________________ Mittagstisch tut Abonnement empfiehlt 6222 C. Welcker, „Gambrinus". Maurer und Handlanger finden dauernde Beschäftigung bei Aepfel kaust. 5717 Heinrich Schäfer, Daubringen. 6138 Unterzeichnete empfiehlt sich den geehrten Herrschaften zur Erimethung von Dienstpersonal unt. Zusicherung prompt.Be- dienung. Frau Hüttenberger, Vermietherin, Grünbcrger-Straße (bei Stühle r). vermischte Anzeigen. 6241 Ich suche alsbald einen ersten Gehülfen mit guten Zeugnissen. _________Steuer-Commissär Süffert. 5909 Schöne und gut möblirte Zimmer können jederzeit nachgewiesen werden von Wilh. Krämer, Bleichstraße 3. 6229 Kinderlose Leute (in Ludwigshafen a. Rhein wohnend) wünschen ein Kind in Pflege zu nehmen. Dasselbe könnte vielleicht auch später adoptirt werden. Allenfall.Briefe unter 0. V/. !9 postl. Gotha zu richten. 6232 bmkntkn re Theil des von Konrad iissenfeis 'egung des ^werden, r W Börse .umfassend, Berliner ?Mungs- ne. sowie °rt nach er-! ^raphisch^ 'lungen ber1 n bereits in nb Sport- L" unb 7 Reich: ou'gkeiten '.."ltcressante utz nach einer orientirenden rnst, Litte- Feuilleton °S in geistvoll tlteller. Der ;n Reichspost- nehnren, nur o Blätter sultate, uni g Beilage p Nr. 218 des „Giessener Anzeiger". Feulschland. Berlin, 16. September. Das von der deutschen Re chsregterung erlassene verbot der Einfuhr amerikanischen Schwein.fleisches tat das Washingtoner Staats- orpartement auf die vielfachen gesundheitsschädlichen Manipulat onen, die in dieser Handelsbranche von gewissenlosen Jnterissenten vorgenommcn wurden, gelenkt Es hi nunmehr von Regterungtzwegen die 9tteders tzung einer aus fünf Mitgliedern zu d ldcnden Sachoerslündtgen - Commission tn Aussicht genommcn, welche sich über die ^age und den Betrieb des Schweinefle'schgescl.äsiS gründlich unterrichten soll. Wenn d e projectirte Maßregel in der Thal zur Ausführung gelangt, so darf man einem sehr interessanten Bericht entgegensehen. England. London, 17. September. Die „Times" erwidert auf den jüngsten A tikel der „Nordd. Allg. Ztg", England wünsche mit Frankreich auf gutem Fuße zu leben, sei gleichzeitig aber auch Deutschland wohlgeneigt, England trachte nicht danach, mcki- inrische Bündnisse mit Frankreich oder Deutschland abzuschlnßcn, sondern biete beiden Staaten seine Freundschaft an, das Wohlwollen Englands sei keine Gabe, welche ein Volk in vernünftiger Stimmung gleichgültig beh md^la bü ff. Ohne diplomatische Verträge könnten Freundschaftsbündn sse zwischen Völkern geschlossen werden England könne nicht vergessen, daß es mit Deutschland Vieles gemein habe, ein starkes Deutschland biete der Welt eine Bürgschaft dafür, daß keine Macht den Freden so leicht stören werde, dos deutsche Reich habe seine Stärke gut angewcnbet, sein Einfluß sei tm Allgemeinen ein heilbringender gewesen und dies sei zumeist dem Kaiser W lhelm zu verdanken. Die große Parade des 4. Armeekorps fand am 14 ds. Mts. auf dem historischen Schlachtfelde von Roßbach bet dem Herr- 1 chsten Wetter vor dem Kaiser statt. Von nah und fern hatte das seltene militärische Schauspiel Zuschauer in großen Massen herbeigelockt. Schon früh am Morgen entwickelte sich auf den zum Paradelelde führenden Straßen ein buntes Leben. Von allen Seiten rückten die verschiedensten Truppentheile an. Lange Wagenzüge, vom primitiven Leiterwagen bis zum eleganten Vierspänner, Reiter und Fußgänger, All s strömte nach Roßbach. Von Merseburg gingen die kaiserlichen und prinzl chen Reitpferde unter Leitung von Stallmeistern nach Gr.-Kayna, woselbst die hohen Herrschaften zu Pferde steigen sollten. Dort waren auch die für die fremdiändlschen Officiere bestimmten Pferde vom 10. Armeekorps gestellt und von Kaoallerie^Ordonnanzen geführt, aufgestellt. Da im Hauptquartier Merseburg die zu den Manövern erschienenen fremdländischen Officiere nicht mehr einquartirt werden konnten, so waren di.selben in Naumburg untergebracht und gingen per Extrazug bis zur Station Corbetha, woselbst Extraposten die Herren nach Gr-Keyna brachten. Der Platz, auf dem die Parade stattsand, war nuf beiden Seiten des Denkmals zur Erinnerung an die Schlacht von Roßbach ausgesucht. Die Truppen hatten westlich des Denkmals mit der Front nach Gr.-Kayna Paradeaufstellung genommen, während der Vorbeimarsch östlich des Denkmals stattfand. Die Kriegerveretne, wohl in Sräike von 7000 Mann, waren zu beiden Seiten des Platzes, wo der Vorbeimarsch stattfand, in Linie ausgestellt. Das Commando derselben hatte der General von Köthen, zuletzt Commandant von Torgau, während des Krieges von 1870 Commandeur des Königs - Regiments. (Nach dem Abretten der Treffen begrüßte der Kaiser seinen alten Commandeur, tr bem er ihm freundlich die Hand reichte.) Zwei große Tribünen boten dem Publikum G l genheit, das Parade- Mb auf das Beste zu übersehen. Die Truppen standen in zwei Treffen, Infanterie, Jäger, Pioniere im ersten, Kavallerie, Artillerie und Train im zweiten Treffen. Die ganze Parat)' commandirte der commandirende General des 4 Corps von Blumenthal, das erste Treffen der General-Lieutenant v. Grolmann, das zweite der General der Covollerie Freiherr v. Salmuth. Am Hütten Flügel der Parade hatten sich aufgestellt: der Kronprinz, Prinz Wilhelm, Prinz Friedrich Karl, Prinz Albrecht, Herzog von Koburg-Gotha, Herzog von Altenburg, Herzog von Anhalt, Fürst Schwarzburg Rudolstadt, Fürst Reuß f. L. Außerdem bemerkten wir Gmeral-F ldmarschall Graf Mottke, die Generale von Franseck', v Treskow, v. Zychttnski, v. Bredow, den General Stolberg-Wernigerode in der Uniform der Garde du Corps, und von fremdländischen Osfi- cieren den französischen General Baron de Lannay, z. Z. Commandeur der 5. Division (im Feldzug 1870 war der General Commandeur des 19. Infanterie-Regiments und gerieth bei der Kapitulation von Metz tn Gefangenschaft), den österreichischen General Freiherrn von Waldstätten, Commandeur der 6. Infanterie-Division (während des Feldzugs tn Bosnien nahm die Brigade Waldstätten hervorragenden Anlh il an den Kämpfen an der Bosna), den italienischen General Ernesto Gmdotti (tm Feldzug 1866 Generalstabschef des General Medici), den englischen General Sir Drury Lowe (führte zuletzt die englische Kavalleriediviston in Aegypten). Die Truppen waren bereits um 9 Uhr in's Alignement gerückt; die Infanterie, im Paradeanzug mit weißen Hosen und Tornister, stand bataillonsweise in Compagniefrontcolonne, Kavallerie in Escadrons- colonne, Artillerie und Train in Linie. Der Kaiser traf, begleitet vom General- Lieutenant Graf Lehndorff kurz vor 10 Uhr in Gr. Keyna ein, bestieg dort sein Leib- pferd Alexander und setzte sich nach dem rechten Flügel der Paradeaufstellung tm kurzen Galopp in Bewegung. Nachdem der General v. Blumenthal den Frontrapport überreicht und der Kaiser die Fürstlichkeiten und fremdländischen Officiere begrüßt hatte, begann das Abreiten der Treffen. Während dieser Zeit hatten die Truppen sich bereits zum Parademarsch formirt. Derselbe fand zuerst bet der Infanterie tn Com- pagniefront, bet der Kavallerie in Halbescadrons, bei der Artillerie in Battericfront, beim Train, der eine Pontoncolonne bespannt hatte, in Compagniefront statt; der zweite Vorbeimarsch für die Infanterie in Regimentscolonne, Kavallerie, Artillerie und Train im Trabe. Bei den Vorbeimärschen führten die Chefs ihre Regimenter, die Generale a la suite cotoyirten die betreffenden Regimenter. Nach Schluß der Parade besichtigte der Kaiser noch die Kriegervereine, verschiedentlich Dekorirte begrüßend und ansprechend. Der Staub war kolossal, aber der hohe Herr ließ sich durch nichts beirren und erst nach 1 Uhr wurden die Wagen bestiegen. Vermischte». Darmstadt. Die von den Großh. Kreisämtern aufgestellten Uebersichten über die im Jahre 1882 in entgeldlicher Pflege befindlich gewesenen Kinder unter 6 Jahren weisen deren Gesammtzahl zu 1536 und damit fast genau so viele als tm Jahre 1881 mit 1540 auf; es entfallen davon auf Starkenburg 859, auf Oberhessen 335 und auf Rheinhessen 442. Von der Gesammtsumme aller Pflegekinder waren ihrer Abkunft nach eh.-liche 461 (gegen 499 tn 1881) und uneheliche 1075 (1041). — Von ihren noch lebenden Eltern oder einem Elterntheil tn Pflege gegeben waren 1113 (1120) Kinder unb bavon eheliche 193 (225) unb uneheliche 920 (895). Waisen, bezw. Lanbes- waisen würben gezählt 100 (95), bavon eh l'che 87 (86) unb uneheliche 13 (9). Auf bem Wege ber öffentlichen Armenpflege in Pflege gegeben waren unb zwar einschließlich der ausländischen Waisen 323 (325) und von diesen eheliche 181 (188) unb uneheliche 142(137). Was de Heimathsverhältnisse ber von ihnen noch lebenben Ellern ober einem Elterntheil in Pflege gegebenen Kinder anlangt, so waren von diesen insgesammt 1113 Pfleglingen am Pfl gorte ortsangehörsg 395, davon eheliche 71 unb uneheliche 334. Ortsfremde inländische Kinder wurden gezählt 341, eheliche 69 und uneheliche 272 ortsfremde ausländische Kinder 377 unb davon eheliche 53 und uneheliche 324. — Die Zahl ber im Laufe bes Jahres abgegangenen Pflegekinder belief sich auf 457. Von diesen waren mit Vollendung des 6. Lebensjahres auS der Ueberwachung entlassen 155 K'nder ober 10 pCt. aller Pfleglinge. Durch Wegzug, Uebergang tn andere ent- g'ldliche Pflege außerhalb des Kreises ober in unentgelbltche Pflege ober zu ben Eltern rc. vor Vollendung des 6. Lebensjahres abgegangen waren 202 Kinder. Mit Tod abgegangen waren 100 Pflegekinder (eheliche 14 unb uneheliche 86) überhaupt 6,5 pCt. aller Pfleglinge gegen 6,3 pCt. 1881. Am Jahresschluß waren in Pflege verblieben 1079 Pflegekinder, damit hatte der Gesammtdestand der Pfleglinge eine Verminderung um 30 pCt. erfahren, wovon auf Abgang aus ber Pflege mit vollenbetem 6. Lebensjahr 10,0 pCt, auf Wegzug rc. vor diesem Zeitpunkt 13,2 pCt. unb auf Abgang durch Tob 6,5 pCi. entfallen. — Was bte Sterblichkeit anlangt, so erreichte dieselbe unter den Pflegekindern den höchsten Betrag tm Kreise B ngen. ES starben daselbst von den Pflegekindern überhaupt 16 pCt., von den ehelichen 6,3 pCt. und von den unehelichen 21,4 pCt Jrn Kreise Mainz war die Mortalität 15 pCt., dann folge' die Kreise Darmstadt, Heppenheim, Offenbach und Gießen mit einer Sterblichkeit oe- 7—9 pCt., während in den Kreisen Friedberg, Alsfeld, Büdingen, Lauterbach utr Erbach Sterbfälle bei Pflegekindern überhaupt nicht vorkamen. — Während in den Kreisen Mainz, Bensheim, Darmstadt, Groß-Gerau und Offenbach auf etwa 400 Einwohner der Civilbevölkerung ein Pflegekind gezählt wurde, entfällt tn den Kreisen Büdingen, Alsfeld und Alzey erst auf 12—14,000 Einwohner ein Pflegekind. Frankfurt, 16. September. In der Husarenkaserne zu Bockenheim hat sich nach dem „B- A." am Freitag Nachmittag zwischen 1 und 4 Uhr ein Soldat im Arrest erhängt. Derselbe hatte einem Kameraden 20 «A gestohlen, war Überfühlt worden und sah wohl keinen angenehmen Tagen entgegen. München, 14. September. Die Dampftrambahn von hier nach Nymphenburg hat gestern bereits ihr zweites Opfer seit der kurzen Zeit ihres Bestehens gefordert, indem ein 9jähriger Knabe beim Ueberschreiten bes Geleises von der Maschine erfaßt unb sofort gelobtet wurde. Da die Gefahr sich mit dem Eintreten bes Winters ganz erheblich vergrößert, so tritt an alle zuständigen Stellen, Behörben, Eltern unb Lehrer, bte bringenbe Pflicht, unablässig zur größten Vorsicht beim Ueberschreiten ber Geleise zu mahnen, bie Behörde dürfte aber außerdem auch ernstlich zu untersuchen haben, ob nicht durch die gegenwärtige Art des Betriebs, Fahrgeschindigkeit, Signale rc. bas Vorkommen von Unglücksfällen begünstigt wirb. Uns scheint in letzterer Beziehung bisher noch nicht Alles gethan zu sein, was geschehen könnte. Es wäre sehr zu beklagen, wenn bas an unb für sich so begrüßenswerthe Unternehmen burch häufigere Unglücks fälle bei bem Publikum in Mißkrebit käme. — Im hiesigen Milttärgefängniß hat sich, ber „Gerlchtsztg." zufolge, gestern ein Solbat bie Adern geöffnet; derselbe wurde in das Lazartth verbracht. * Die diesjährige Entlassung ber zur Reserve zu beurlaubenden Mannschaften bet ben an ben Herbstübungen theilnehmenben Truppen erfolgt am ersten ober, zweiten Tage nach Beenbigung biefer Hebungen ober nach bem Eintreffen in ben Garnisonen. Für alle Truppentheile aber, mit Ausschluß des pommerschen und schleswig-holsteinischen Fußartillerie-Regiments (welche schon am 31 v. Mts. entlassen wurden) ist ber 29. b. M. ber späteste Entlassungstag ber Reservisten. Die zu halbjähriger aktiver Dienstzeit eingestellten Trainsoldaten werben am 31. Oktober dieses unb 30. April fünft'gen Jahres, bie Otkonomiehanbwerker am 29. ds. Mts. entlassen. Die Beurlaubungen zur Disposition ber Truppentheile (sog. Königsurlaub) erfolgen in btefem Herbst an ben Terminen zur Entlassung ber Resermsten unb bie Zahl ber zu Beur- laubenben wirb von ber Zahl ber einzustellenben Rekruten abhängen. Rüb es heim, 14. September. Gestern unb heute würben bte 3 Gußtheile bes großen Hauptreliefs auf den Niederwald befördert. — Hatte schon das ©ettenreltef „Kriegers Abschied" durch seine herrliche Darstellung der rührenden Trennungsscenen überrascht, so findet tn noch höherem Grade die lebendige Wirkung der zahlreichen Porträts enthaltenden Figuren des Hauptreliefs unsere volle Bewunderung. Der mittlere Haupitheil mit der Reiterstatue Kaiser Wilhelms, sowie die heute eingetroffene „Rbein- und Moselgruppe" sind von Herrn C. A. Bierling in Dresden, die Seiten- theile von ber Gießerei Lauchhammer bafelbft gegossen, letztere Firma hat auch ben gestern bereits ausgestellten riesenhaften Adler geliefert — Von Seiten bes Comitös wird auf vielseitigen Wunsch eine „Germania-Verloosung" veranstaltet werden, zu welcher als Hauptgewinne von Herrn Professor Schilling modellirte, bei Herrn H. Gladenbeck und Söhne in Berlin gegossene Denkmal-Statuen (ca. 1 Meter hoch) angeschafft worden. Die Lotterie hat den Zweck, einen Beitrag zu den der Stadt Rüdesheim durch das Fest erwachsenden gewaltigen Unkosten zu liefern, gleichzeitig aber durch die Verbreitung der zahlreichen und werthvollen Gewinne, welche sich alle aufs Denkmal beziehen müssen, das Interesse für das große Nationalwerk im deutschen Volke noch mehr als seither zu wecken und nähren. Bekanntlich hat hierzu die Verbreitung der Photographien des Denkmals schon sehr viel beigetragen. Jeikgeöotenes. 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