DZ l' &bet6«nblu„l rndor ?cV Jr ft • “ ■sÄ!* Lft« ^Gtraße 16. -ÄDvlmer, Ote* Euniethen. ^licenstraße 22 |i§( 3-4 Zimmer ÄLmiethen. ' ^eißbäckex. ^tes Zimmers ^rgerstraße 12, m zu vermiet^ Uorstraße 36. familienwöhnüü° 1er, Neustadt. 1 Meinbewohncii chreinermeister. Anzeigen. LIS Grstes Blatt. Sonntag den 20. Mai 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schulstraße 7. k Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bnngerlohn. Erscheint täglich mit Ausnahme des MautagS. Lurch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Betreffend: Die Anmeldung zur Stammrolle. Gießen, am 17. Mai 1883. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Groß herzoglich en Bürgermeistereien des Kreises. Von dem Königlich Preußischen Kriegsministerium ist dem Großherzoglichen Ministerium des Innern und der Justiz mitgetheilt worden, daß mehrfach aus dem Großherzogthum stammende, nach Preußen verzogene Militärpflichtige, nachdem sie in Preußen ihre Anmeldung zur Stammrolle bewirk haben und von Preußischen Ersatzbehörden auf ein Jahr zurückgestellt worden sind, in der Annahme, während der Dauer der Zuruckstellur^ zu werteren Meldungen nicht verpflichtet zu sein, ohne Abmeldung aus Preußen verziehen und sich bei der Musterung im zweiten oder dritten Militarpflichyahre im Großherzogthum m $ Da hi^olae dessen diese Militärpflichtigen, weil ihr Abgang nicht bekannt ist, bei der Musterung in Preußen aufgerufen und als ohne Entschuldigung fehlend bezeichnet, beziehungsweise bis zu ihrer Ermittelung und Ueberweisung in den Preußischen Listen weiter geführt werden, wahrend> sie zum(Theu zur Qelt der Gestellung ihrer Pflicht an anderen Orten genügen, so bedeuten wir Sie in Auftrag Großherzoglichen Mmrstermms, daß Sre dre ohne Abmeldung aus Preußen Verzogenen ohne Anmeldebescheinigung in die Stamnrolle nicht aufzunehmen, sondern zu nachträglicher Abmeldung anzuhalten haben. vr. B o e k m a n n. , inner mit Cabinrl igsplatzes gesuch!. (ffved. ds. Bl. Otter gesucht ouj w Pferde werb nnäranstalt durch daselbst. . Anstreichers sofort gesucht dou ig in Braunfels 20? d. Mts,: hie UHiikM 3 Uhr ab: tt. "3C 'iS#*V, ‘S W'bet1 W l"*6 ranf«* fil tNl ' s > Ulf L sich »“‘““’S®1’1'* ‘“Lw pf8, » :i Mllltltte mit i|«i t&ir »i|t «E i >ie sch * üD ligunH* 8te \ Büller^. SltiS ntb. ds- ->-1 dBLg-lN * Bekanntmachung. Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem landwirthschastlichen Bezirksverein Büdingen die Erlaubniß ertherlt, ber deni am 29. August d. Js. in Büdingen abzuhaltenden landwirthschaftlichen Feste des landwirthschaftlichen Provmzralverems eme Verloosung von Vieh, landwrrth- schastlichen Maschinen und Geräthen zu veranstalten. Es dürfen 10,000 Loose ä 50 H ausgegeben und müssen 60% des Erlöses zum Ankauf von Gewmn- gegenständen verwendet werden. Der Vertrieb der Loose im Großherzogthum wurde gestattet. Gießen, den 18. Mai 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. ____ Gefundene Gegenstände: 1 französisches Lehrbuch, 1 katt. Halstuch, 1 Brieftasche, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Eiswolltuch, 1 Handschuhknöpfer, 1 Taschentuch, 1 Windel, 1 woll. Halstuch, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Gießen, den 19. Mai 1883. Großherzogliches Polizeiamt Greßen. ___________ Fresenius. _____________ Deutschland. Darmstadt, 18. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 9. Mai den Director des Ludwig-Georgs-Gymnasiums zu Darmstadt Professor Dr. Andreas Weidner auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. October d. Js. an, aus dem Dienste zu entlassen. m. Darmstadt, 18. Mat. Aus dem Berathunqsmaterial, welches die nach Scklutz der bevorstehenden Kamtmrseffion zusammentretende evangelische Landessynode beschäftigen wird, thetlen wir das Folgende mit: Der Abgeordnete Oberpfarrer Dieffenbach (Scklttz) hat den Antrag gestellt, die Synode wolle an dle Kirchen- dehörde das Ersuchen richten, dieselbe wolle dahin wirken, daß der Conftrmattons- unb Schulentlassungs-Termin tn einer oder der andern Weise wieder zusammengelegt und damit ein in jeder Beziehung unbequemer und störender Zwiespalt beseitigt werde. Der Antragsteller hält Ostern für den angemessensten Termin für die Schulentlassung und den Sonntag nach Ostern für den geeignetsten Confirmalionstag, ersteres wegen der Uebcreinstrmmung mit allen höheren Schulen, letzteres wegen der Uebereinstimmung mit dem größten Thetle der evangelischen Kirche Deutschlands. Nach dem von dem Abgeordneten Schlich Namens des betreffenden Ausschusses der Synode erstatteten Bericht beantragt letzterer, die Synode wolle 1. erklären, daß der Theil des Antrages des Abg. Dieffenbach, wonach keine Kinder Zulassung zur Confirmation finden sollen, die nicht auch aus der Schule entlassen werden, durch die inzwischen erfolgte Verfügung Großh.Oberconsistoriums in diesem Betreff seine Erledigung gefunden hat, und 2. dem andern Theil des Antrages auf Verlegung des Confirmationstages von Pfingsten aus Sonntag nach Ostern oder einen andern Sonntag keine Folge geben. — Weiter hat der Abg. Dieffenbach den Antrag gestellt, die Synode wolle bet der Kirchenbehörde und bezw. im Verein mit derselben bet Großh. Staatsregierung dahin wirken, daß die Zahl der Religionsstunden tn den oberen Klassen der evangelischen Schulen des Landes wieder auf sechs Stunden wöchentlich vermehrt werde. Nach dem gleichfalls von dem Abg. Schlich erstatteten Bericht beantragt der Ausschuß, die Synode wolle ihre Ansicht dahin aussprechen, daß tn der Oberklosse der Volksschulen, um unserer Jugend die reltqtös-sitiliä>e Bildung zu gewähren, welche ihr nach dem Schulgesetz werden muß. zwei weitere Religionsstundm erforderlich sind, und aus diesem Grunde die Kirchenbehörde ersuchen, bet Großh. Ministerium dahin zu wirken, daß für nen fraglichen Unterricht zwei wettere Stunden innerhalb des Lectionsplanes vorgesehen werden. Aus Mittelfranken, 16. Mai. Bayern d. d. Nh. hat 4488 freiwillige Feuerwehren mit über 232,000 Mitgliedern, während mit den Pflicht- seuerwehren über 500,000 Mann den Feuerlöschdienst besorgen. Im 1. Quartale er. wurden für die freiwilligen Feuerwehren aus der Landes-Unterstützungskasse 11,027.06 tX Unterstützungen an Verunglückte bei Brandfällen oder Hebungen ausbezahlt. Amerika. Rio de Janeiro, 16. Mai. Die Kammern sind gestern mit einer Botschaft des Kaisers eröffnet worden. In letzterer werden die Beziehungen Brasiliens zu den auswärtigen Mächten als durchaus sehr freundschaftliche bezeichnet. Telegraphische Depeschen. Wolsf'S lelegr. Correspondenz-Bureau.' Berlin, 18. Mai. Der König von Sachsen, welcher Vormittags die Hygieine-Ausstellung besuchte, ist Nachmittags um 1 Uhr über Zorsen nach Dresden zurückgereist. Der Kaiser geleitete den König nach dem Anhalter Bahnhof, wohin auch der Kronprinz mit dem Herzog von Montpensier aus pölsdam gekomnien war. Außerdem waren dort anwesend der Poltzewrastdent v. Madai, der sächsische Gesandte v. Nostitz - Wallwitz und viele sächsische - Der StaatLmimster Graf Hatzfeldt tritt heute Abend seinen Erholungs- UrIaU (gffenad), 18. Mai. Der deutsche Statistiker-Congreß ist heute Vor- mittaa um 11 Uhr eröffnet worden. Zum Präsidenten wurde der Drrector des kaiserlichen deutschen statistischen Amtes, Geh. Ober-Regrerungsrath Becker aus Berlin, gewählt. . „„ ,,c . Dortmund, 18. Mai. Nach dem der „Rhem. Wests. Ztg." zufolge setzt bis auf einen kleinen Landort vollständig vorliegenden Ergebmß der gestrigen Reichstagserfatzwahl erhielt Kleine (nat.-liberal) 11,161, Lenzmann (Fortschritt) 13,363, Tölcke (Socialdemokrat) 697 Stimmen. Lenzmann i)t somit guvähl^to 18. Mai. Die zweite Kammer des Reichstages nahm in der vergangenen Nacht mit 135 gegen 62 Stimmen die Paragraphen des Armee- Orqanisations-Gesetzes an, durch welche bestimmt wird, daß dre Stammsoldaten der Armee fortan durch Anwerbung beschafft werden sollen an Stelle der setzigen „einaeUjeilten (indelta) Armee." f ( a London, 18. Mai. Der Herzog und die Herzogm von Edinburgh und Lord Wolseley haben gestern Abend die Reise nach Rußland über Lalaw angetreten. — Sem „Reuter'schen Bureau" wird aus Karro gemeldet daß die Nachricht des „TempS", die englische Regierung habe das -lusgeben der Provinz Darfour und Kordosan gebilligt und dem Mahdi rhrc Vermittlung ange- boten, 18^01^ Der wegen seiner Betheiligung am ^omyparf* Morde am 18. April zum Tode verurtheilte Curlep ist heute sruh c Uhr hm- fiSÄSSÄ »M seinen beiden Söhnen gestern nach Moskau abgereist. , fetra» tms der Regierung für das diİmatische C°r^» Btt» ÄS **”***- » niOr9e@baka«DStai86ei)ton‘ Von dem Congreß-Deputirten Finerty, welcher . ... . aS?,'nhaebaltenen irischen Convention beiwohnte, wird m der Mgst in Philadelphia 9^* Qn bjc ^jsch^ Bischöfe erlassene Rund- elnem Zeltungsartikel^ das päpstlicher Einmischung bezeichnet. Zu- schreiben als em unert ag cher ü[ 3r(ant)j welche gegen das Vorgehen des^Papstes proMiren, und z.ir Einstellung der Zahlung von Peterspfennig- Beiträgen aufqefordert. — ■■ ■» -----iit^enctfll^erfamntlung des Landes-Lehrervcrems. TM, fünfxebnte ordentlich- G-n-ral-Ve-sammlung des Land-sl-hr-r°-r-tns bk am 17. Mai b-gÄlgt °°n dem schönsten Wetter, in Worms tagt-, war autzerordent- ein Anverfolgt in eine lanbes- sinb der gewissenhaften Controle eines Pflegeamtes zu unterstellen. — Zu B. Erziehung der verwahrlosten Kinder übergehend, wies der Referent darauf hin, daß nach § 55 des Strafgesetzes geschuldigter, welcher das 12. Lebensjahr nicht vollendet hat, nicht strafrechtlich werden kann, daß aber nach Maßgabe der Landesgesetze die Ueberbringung Erziehungs- oder Besserungsanstalt erfolgen kann, bet uns in Hessen aber diese gesetzlichen Bestimmungen fehlten, daher die Verbringung in eine Besserungsanstalt nur mit Genehmung der Eltern zulässig sei, die aber selten ertheilt werde. Diese unhaltbare Sachlage veranlafle ihn, folgende Resolution vorzuschlagen, die Versammlung erklärt es für ein dringendes Bedürfniß, daß auch für Hessen in Gemäß- heil der 88 55 und 56 des Strafgesetzes geeignete Bestimmungen getroffen werden, welche eine zwangsweise Verbringung tn Besserungsanstalten gestatten. Im Uebrigen wurden folgende Thesen in Vorschlag gebracht: 4) Die Pflicht, für die Sicherheit der Staatsbürger zu sorgen, ist Sache des Staats, dessen Schutzpflicht schon mit Rücksicht auf die Jugend beginnt. 5) Für die sittlich gefährdeten Kinder wird am besten und richtigsten gesorgt, wenn sie zur Pflege und Erziehung tn dazu geeigneten Familien untergebracht werden. 6) Für die sittlich verwahrlosten Kinder eignet sich weniger die Massenerziehung in den sog. Rettungshäusern, als vielmehr die Erziehung tn kleinen Famtlnnhäusern, welche sowohl bte Erziehung zu leiten, als den Unterricht zu ertheilen im Stande sind. 7) In den Familienhäusern dürfen nur Kinder von gleichem Geschlecht und möglichst gleichem Alter untergebracht werden. 8) Die Hauseltern müssen die erforderlichen Eigenschaften besitzen, um durch strenge Ordnung, wohlwollend-ernste Zucht und sorgfältige Beaufsichtigung, durch Unterricht im Hause, durch Gewöhnung an eine regelmäßige Thätigkeit und durch möglichste Einfachheit in der ganzen Lebensweise einen gesicherten Einfluß auf die Zöglinge ausüben zu können. Redner, der scharf zwischen sittlich gefährdeten und verwahrlosten Kinder unterschied, hält die Massenerziehung solcher Kinder für ganz ungeeignet und empfahl nur eventuell für ganz sittlich verwahrloste Kinder das System der Rettungsanstalten, hie aber nicht zu groß angelegt werden dürften. — Zu 8. übergehend, wurde noch betont, daß wohl Lehrer, welche die gesetzliche Befähigung zum Lehramt besitzen, die geeignetsten Persönlichkeiten sein möchten. Die Versammlung zollte den Ausführungen des Referenten lebhaften Beifall. — Rach kurzer Pause trat man tn die Debatte über die Thesen ein. Zunächst ergriff Funk (Marienschloß) das Wort, um auszuführen, daß hier eine der wundesten Stellen unseres socialen Lebens in Frage stehe, denn wer eine Verbrecherlaufbahn näher betrachte, werde gewiß zu der Ueberzeugung gelangen, daß die Hälfte der Verbrechen durch verwahrloste Erziehung verursacht werde. Mit den Thesen 4 und 5 könne er sich einverstanden erklären, glaube aber noch einen Zusatzantrag dahin formuliren zu sollen, daß der Staat verpflichtet ist, Erziehungsanstalten für sittlich gefährdete Kinder zu erhalten und zu gründen. Mit der These 6 sei er dagegen nicht einverstanden, für solche verwahrloste Kinder, so führte Redner eingehend aus, sei die Familienerziehung ungeeignet, ein Ideal, denn wer wolle überhaupt solche verwahrloste Kinder nehmen, es bleiben schließlich nur die staatlichen Erziehungshäuser übrig. Reichs- und Landtags- Abgeordneter Dr. Schröder (Worms) bezweifelt, ob es schon aus finanziellen Grünben durchführbar sein werde, daß der Staat für sittlich, gefährdete Kinder sorge, erachtete vielmehr, daß die Kreise und Gemeinden das allergrößte Interesse hätten, hier etnzu- greifen, und verwies in dieser Beziehung auf die schönen Erfolge, welche das Mathilden- stift in Friedberg bereits zu erzielen vermocht. Anders liege die Sache mit den verwahrlosten Kindern und erscheine es absolut gehalten, auf dem Wege der Landes- pesetzgebung dem Vorgang Preußens, Sachsens und insbesondere Oldenburgs nachfolgend, Bestimmungen zu treffen, wonach Kinder, welche, weil noch keine 12 Jahre alt, nicht vom Strafrichter belangt werden dürfen, zwangsweise in Besserungshäuser verbracht werden können, in welcher Beziehung er bereits mit dem Abg. Böhm einen desfallsigen Antrag gestellt. Soweit keine solchen Besserungshäuser bereits vorhanden seien, habe der Staat für solche Sorge zu tragen. Kreisschulinspector Krämer (Bingen) sprach mit aller Entschiedenheit gegen das System der Massenerziehung solcher Kinder. Die Familienerziehung, namentlich in nicht gut fitutrten, wo die fraglichen Kinder zur Arbeit angehalten würden, sei das vorzüglichste Mittel zur Hebung sittlicher Gebrechen. Müßiggang, bekanntlich aller Laster Anfang. Unbedingt sei es geboten, daß solche Kinder aus der schlechten Gesellschaft, dem sittlichen Sumpf herausgezogen, also an einen anderen Ort gebracht würden. Die Erfahrung beweise, daß sich Familien genug zur Aufnahme solcher Kinder fänden und habe insbesondere der in Bingen bestehende Pestalozzi-Verein in dieser Beziehung bereits viel Gutes geleistet. Nur für Kinder, deren moralische Verkommenheit gewiss-r- maßen auf eine Art Irrsinn zurückzuführen sei, empfehle sich die Verbringung in eine Rettungsanstalt, wie auch der Staat die Geistiggestörten durch Unterbringung in Anstalten für die übrige Gesellschaft unschädlich mache. Redacteur Schmidt (Darmstadt) wies darauf hin, daß er bereits im Jahre 1840 in einer Broschüre hie Nothwendigkett der Errichtung von Rettungsanstalten nachgewiesen, seit 1845 die Frage im Landtag wiederholt angeregt worden, allein stets der Mangel an Mitteln der Ausführung entgegengetreten sei. Bürgermeister Küchler (Worms) erklärte sich dafür, die sittlich gefährdeten Kinder auf Kosten der Kreise in Familien unterzubrtngen, wo sie noch gerettet werden können, verlangte bezüglich der verwahrlosten dagegen Entfernung uus der Volksschule und Verbringung in Rettungsanstalten. Mit Rücksicht auf die weit vorgeschrittene Zeit wurde Schluß der Debatte angenommen, die vorgeschlagenen Thesen sammt der Resolution angenommen, nachdem der Funk'sche Antrag zurückgezogen war. Ein weiter angekündigter Vortrag des Herrn Schuhmacher (Worms) über die Schule und das Elternhaus mußte ausfallen, dagegen wurde, und zwar ohne Debatte, ein von Dr. Schneider (Worms) gestellter Antrag angenommen, wonach eine Commission von Sachverständigen zusammentreten soll, um dem überhand ent^öemutreten1"0” Druck der Schulbücher durch Aufstellung besonderer Normen Versammlung"^ SefimaW "»-«niste sodann den größten Th-tl der Th^lnehmer der lich zahlreich, von nahezu 800 Lehrern besucht und vermochte das große, sehr geschmackvoll decortrte Worret'sche Lokal kaum die Masse der Erschienenen zu fassen. Der Obmann des Landes-Lehrervereins, Backes-Darmstadt, eröffnete die Versammlung, zu der zahlreiche Begrüßungstelegramme eingelaufen waren, mit einer sehr beifällig aufgenommenen Ansprache, in der namentlich betont wurde, daß der wahre Lehrer nur tiefe Verachtung für Diejenigen haben könne, welche durch Kriecherei und Gleißneret um die Gunst der Vorgesetzten buhlen, sowie daß die hessische Lehrerschaft noch treu auf dem Boden unseres Schulgesetzes stehe und in unwandelbarer Treue zur Schulbehörde halten werden, so lange sie sich auf dem Boden dieses Gesetzes bewege. (Lebhafter Beifall.) Hierauf ergriff Geh. Oberschulrath Becker das Wort, um an Stelle seines durch ein leichtes Unwohlsein verhinderten Collegen Gr etm die Versammlung Namens der Schulabtheilung und der Regierung zu begrüßen und zwar umsomehr, als die Liebe zum Beruf, die Treue im Amt und Beständigkeit in der Arbeit durch Versammlungen wie die heutige nur gefördert werden könnten. Weiter begrüßte Bürgermeister Küchler die Anwesenden im Namen der Stadt Worms, ebenso der Schulinspector des Kreises Worms, ein Pfälzer Lehrer aus Oppau überbrachte freundnachbarliche Grüße von dort. Aus dem alsdann erstaiteten Rechenschaftsbericht ist zu entnehmen, daß der Landes-Lehrerverein etwa 1700 Mitglieder zählt, ihm also 85 pCt. der hessischen Lehrer angehören. Die Kassenverhältnisse sind befriedigend. Die Rechnung des Lehrer- Waisenstifts, das schon manche Thräne getrocknet, gab zu keiner Beanstandung Anlaß und wurde der Antrag des Obmanns, die Frage der Vereinigung mit der Ludwig- und Alicestiftung noch in der Schwebe zu lassen, kurzer Hand ohne Debatte acceptirt. Hierauf trat man in die Berathung der Frage über die Erziehung der Waisen, resp. verwahrlosten Kinder ein. Der Referent, Seminarlehrer Buxbaum, erklärte sich zunächst entschieden gegen die Waisenhauserziehung, verwies auf bte treffliche Fürsorge, die Frankfurt seinen Waisen, für die es durchschnittlich 300 ache solsender- agm und 30-4G nd verlangt E>0- mde mehreremale TabMflf mm Schein unter werfen sie w" Mühe gelang es .kanval eist recht < Steine foulten egenden Müden zurück, und n° und!' Bruders, ein« mue eilt er den ftehtu zu ble'ben. ÄSx ,L-n I“ * ■ a , Bande unltt r. de; us werde" nch eine" — f@ln Hund als Lebensretters Passanten der Sophienbrücke tn Wien waren oor einigen'Tagen Zeuge eines seltenen Schauspiels. Um 9 Uhr Vormittags sprang unterhalb der Sophienbrücke ein elegant gekleideter Mann in den Donaukanal. Ein Herr der mit einem Hunde über die Brücke ging, sah dies, riß dem Hund den Maulkorb herab und hieß ihn in's Wasser springen und den Ertrinkenden fassen. Der Hund folgte auf den Wink, sprang tn die Fluth und ergriff mit seinen Zähnen den Selbst mord-Candtdaten. Dieser suchte sich von dem Hunde frei zu machen und sich der, Rettung m entziehen- Allein der Hund ließ ihn nicht los und blieb so lange mit ihm über Wasser, bis herbe^geetlte Personen beide den Wellen entzogen. Der Gerettete meinte kaltblütig, er hätte nicht geglaubt, „daß das Ertrinken so viel Zett In Anspruch uehme.^ Echternacher Springprozession, welche am Dienstag abgehalten wurde, bat mehr Theilnehmer gesehen als im vorigen Jahre. Es waren im Zuge: 9528 Svringer 1678 Tänzer, 1789 Beter, 128 Musikanten, 68 Schwarze u- a. m., im Ganzen 13811 Personen gegen nur 11,269 im Vorjahre. Einen jämmerlichen Anblick gewährten namentlich wieder die armen Epileptischen, die mitunter mit Wein gewaschen werden mußten, wenn sie vor Elendigkett zusammengebrochen waren und kaum mehr im Stande waren, den Hexentanz noch weiter mitzutanzen. Die Zahl der Zuschauer mag wieder an die 15,000 betragen haben- Bälle, Tanzmusiken, Schießbuden u. dergl. ^abrmarktskram mehr sorgten für das fernere Amüsement der thörtchten Menge. — Ein Strtke ganz eigenthümlicher Art ist in Valladolid ausgebrochen. Dort besteht nämlich ein königlich spanisches Zuchthaus und die Insassen dieser Anstalt - elfhundert an der Zahl - haben nach gemeinschaftlicher Verabredung plötzlich die Arbeit eingestellt. Sie verlangen Verkürzung des Normalarbettstages, kräftigere Kost und Entfernung einiger mißliebiger Aufseher. Die Verhandlungen zwischen der Direktion und den Strikenden sind im Gange. Ein bischen spanisch, nicht wahr? Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 16. Mai. Karl Ernst August Philipp Engel, Pfarrer zu Hermannstein Md Elisabeth Funk, Tochter des Aktuars L P. Justus Funk zu Gießen. Getaufte. Den 13. Mai. Dem Schreiner Emil Beil ein Sohn, Adam Albert, geboren bm ^^Denselben. Dem Schuhmacher Theodor Stohr ein Sohn, Wilhelm Valentin, geboren den 16. April. Kandel und Verkehr. Gießen, den 19. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund JL. 1.20—1.50, Hühnereier Stück 5 H, 2 St. 9 Käse per Stück 4—10 Käsematte 3 Erbsen per Liter 22 Linsen 30 Tauben per Paar 0.65-1 00 Hühner per Stück X 1.30—1.60, Hahnen per Stuck X 1.50—2.20, Enten per Stück 2—2.50, Ochsenfleisch per Pfund' 66—70 Kuh- und Rindfleisch 06—60 H Kalbfleisch 45 bis Schweinefleisch 60—64 4, Hammelfleisch 60-70 4, Kartoffeln per 100 Kilo M 8.00—9, Zwiebeln per Centner X 3.00—5.00, Milch per Liter 13—18 H. »tattifurt a. M., 19. Mai, Nachmittaas 2 Uhr - Min. (Telegraphischer Eoursbcricht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gletzen.) Erebitactten 261«/-, Staatsbahnactien 287, Galizier 258%, Lombarden 131°/,, Nord- westbahnactien 172'/., Gotthardbahnactien 1193/8, Darmstadter-Bankactien 153«/-, Disconto Commandit 202, Oesterr. Sllberrente 67-/», 4% Ungar ©olbrente 75 fern H üÄ di« ,'»r