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August, findet in Berlin die Dause des zweiten Sohnes des Prinzen Wilhelm von Preußen statt, welcher auf besondere Einladung Kaiser Wilhelms and) König Karl von Rumänien als Taufzeuge beiwohnt. Dagegen ist der ursprünglich für den 19. August angekündigte Besuch des Kronprinzen Rudolf oon Oesterreich wieder verschoben worden, da neueren Nachrichten zufolge der öslerreichische Thronerbe seine Berliner Reise erst beim Beginn der großen Herbstäbungen der hierzu bestimmten preußischen Armee-Corps antreten wird. Außer flinig Karl haben bei der Taufe noch Pathenstellen übernommen: Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden, der Herzog und die Herzogin von Edinburgh, Prinz und Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, Fürst Karl von Hohenzollern und die Herzogin Adelheid von Schleswig-Holstein. Vor Allem ist es die Anwesenheit des rumänischen Herrschers, welche der Tause des jüngsten Sprossen des preußischen Königshauses eine erhöhte Bedeutung giebt. Denn dieser Besuch ist einerseits ein Zeichen für die engen Beziehungen, welche zwischen dem Berliner Hofe und dem von Bukarest bestehen, andererseits wird man aber auch der Berliner Reise des Königs von Rumänien eine politische Ledeutung nicht absprechen können. Die rumänische Politik bekundet trotz aller Eifersüchteleien zwischen Oesterreich und Rumänien eine entschiedene Hinneigung zu der deutsch-österreichisch-italienischen Tripel-Allianz, in erster Linie ober zu Deutschland und man darf darum in dem Berliner Aufenthalte des rumänischen Herrschers eine neue Bürgschaft sür die fortdauernde Uebereinstimmung der rWänischen Staatslenker mit der von Deutschland im Bunde mit Oesterreich und Italien vertretenen Friedenspolitik erblicken. Die hohe Politik ist noch immer in ihren Sommerschlaf versunken und wenn nicht etwa große Ereignisse eintreten, zu denen gegenwärtig indessen gerade nicht viel Aussicht vorhanden ist, so wird die europäische Politik wohl noch eine Weile weiter schlummern. Allerdings ist die Lage in Spanien noch ziemlich bedenklich, es scheint aber doch, als ob es dem energischen Auftreten der Regierung Alfonso XII. gelungen ist, den republikanischen Ausstand bis auf einige noch flackernde Reste zu dämpfen und so erscheint eine gemeinsame Intervention der Mächte auf der Pyrenäen-Halbinsel unnöthig, wozu sie sich aber auch im Falle des Sturzes Alsonso's wohl nur schwerlich entschließen würden. Auch durch das in Aussicht stehende Ableben des Grafen Chambord wird sich die hohe Politik nicht weiter beeinflussen lassen. Graf Chambord war schon large politisch ein todter Mann und die Republik ist in Frankreich heute dergestalt befestigt, daß weder der „Roy" noch der Graf von Paris, sein muth- mtzlicher politischer Erbe, an der republikanischen Ordnung in Frankreich würden rütteln können. Was schließlich unsere inneren Angelegenheiten anbelangt, giebt augenblicklich die Anwesenheit des- Kardinals Howard in Kissingen -lnlaß zu eingehenden Combinationen und Erörterungen über die kirchenpolitische Lage. Die ultramontane Majorität der beiden Gemeinde-Collegien von Rünchen hat in der die bayerische Hauptstadt bewegenden Simultanschul-Frage Men entschiedenen Erfolg zu verzeichnen. Vom Cult^sminister v. Lutz ist die Aushebung der stark srequentirten Simultanschulen I und II und die Umwand- lung derselben in katholische Confessionsschulen verfügt worden. Daß schließlich auch die beiden andern Münchener Simultanschulen aufgehoben und in con- Monelle Schulen umgewandelt werden, ist nach Lage der Dinge kaum zu ^zweifeln. Die Unruhen in Pesth und Wien zuckten auch in dieser Woche !"ch nach. In Wien fanden in den letzten Abenden wiederholt kleinere An- ßmmlungen von Arbeitern statt, die zwar durch das energische Einschreiten der Mizei-Organe rasch wieder zerstreut wurden, die aber trotzdem noch eine beendige Concentration der Wachmannschaften nöthig machen. Auch in Pesth lauten am Montag Abend erneute Excesse statt, indem ein starker Arbeiterhaufen mehrere Läden demolirte. Zwei Compagnien Militär gelang es schließ- ch । die Ruhe wieder herzustellen, nachdem 42 Verhaftungen vorgenommen worben waren. . Ju Frankreich beschäftigte man sich in dieser Woche fast ausschließlich Alt dem Resultate der Generalrathswahlen. Dasselbe liegt nunmehr vollständig definitiv gewählt sind 890 Republikaner und 411 Conservative, 136 Stich- machen sich erforderlich. Die Republikaner haben von den Conservativen 08 Sitze erobert, dagegen nur 31 verloren, sodaß sie einen absoluten Gewinn M 128 Sitzen zu verzeichnen haben und die Stichwahlen werden diese Zahl Me Zweisel noch vermehren. Im Ganzen haben jetzt die Republikaner in *< oon 90 französischen Departements die Majorität in den Generalräthen, wvß Herr Ferry mit dem Ausgang der Generalrathswahlen zufrieden sein , ueber die schwebenden Händel auf Madagaskar und in Tongking lagen m keme neueren Nachrichten vor, doch scheint eine Entscheidung auf dem roNgkingnesischen Kriegsschauplätze demnächst mit dem Sturme auf die Anami- W Hauptstadt Hue bevorzustehen. glück von Ischia hat gezeigt, welcher Sympathien sich die 3Zacl0n ,m Auslände und nicht zum wenigsten in Deutschland und ?nd die von allen Seiten reichlich fließenden Gaben für i-qia bethatigen diese Sympathien in kräftigster Weise. Das italienische Volk selbst hat sich bei diesem nationalen Unglück durchaus würdig benommen und vor Allem bewies König Humbert durch sein längeres Verweilen an der Unglücksstätte und durch den angreifenden Besuch der Spitäler von Neapel, welch' innigen Antheil er an dem erschütternden Ereignisse vom 28. Juli nimmt. Obgleich nun ein solcher Augenblick nationalen Schmerzes völlig ungeeignet zu politischen Kundgebungen ist, so haben doch die italienischen Socialisten und Republikaner in dieser Woche Congresse abgehalten, jene zu Ravenna, diese zu Bologna, ohne daß jedoch diese Versammlungen irgendwelchen Eindruck auf die Halbinsel hervorgebracht hätten. Nach wiederholtem Ausslammen scheint endlich der jüngste spanische Aufstand vollständig unterdrückt zu sein, wenigstens verkündigen osfi- ciöse Telegramme aus Madrid, daß die Ruhe in ganz Spanien wieder hergestellt sei. Indessen wird wohl in der innern spanischen Politik die durch die Pronunciamentos von Badajoz, Nagera, Seo de Urgel u. s. w. hervorgerufene Erregung noch längere Zeit nachwirken und sich zunächst in einem Ministerwechsel bemerklich machen. Die Stellung des Ministerpräsidenten Sagasta und des Kriegsministers Martinez Campos ist jedenfalls in Folge der Militär-Revolte unhaltbar geworden uni) nennt man bereits verschiedene Persönlichkeiten als Nachsolger Sagasta's. In erster Reihe wird Canovas del Castillo genannt, der Vorgänger Sagasta's im Präsidium des spanischen Ministeriums. Castillo weilte bis jetzt zur Kur in Karlsbad und ist durch telegraphische Aufforderung des Königs Alfonso sofort nach Madrid abgereist- Castillo ist das Haupt der Conservativen, er erfreut sich aber durchaus nicht der Sympathien des spanischen Heeres, und da dasselbe ausschlaggebend ist, so hätte eine abermalige Ministerpräsidentschaft Castillo's schwerlich Aussicht auf lange Dauer. DieNachrichten aus dem egyptischen Choleragebiete lauten verhältnißmäßig günstig, da die Epidemie in fast allen von ihr befallenen Städten, besonders in Kairo, ganz bedeutend nachläßt. Nur in Alexandrien scheint der Würgengel der Cholera erst noch seinen Umzug halten zu wollen, da sich in dieser Stadt die Zahl der Cholera-Todesfälle täglich mehrt. Nach einem Ausspruch des Sanitätsrathes in Konstantinopel ist Smyrna nicht als verseucht zu erachten und ist daher sür die Provenienzen von dorther nur eine 24stündige Beobachtung in den Dardanellen vorgeschrieben. — Ueber die Ausdehnung der Cholera in Beirut liegen noch keine weiteren Nachrichten vor, bis jetzt wurden von diesem Platze nur 3 Todesfälle an Cholera gemeldet; vielleicht gelingt es hier, die Epidemie noch im Keime zu ersticken. Vermischte-. Frankfurt, 16. August. An der Börse unterhielt jman sich heute allgemein von einer nicht unbedeutenden, im Hause der Firma M. A von Rothschild u. Söhne entdeckten Defraudation. Es handelt sich um einen im Wechsclbureau angestellten Beamten, der seit Jahren schon großen Aufwand machte, Jagdliebhaber war und als solcher mit vielen namhaften Einwohnern verkehrte. Die Angaben über den fehlenden Betrag schwanken zwischen 50,000 und 250,000 JL Frankfurt a. M. Für den zweiten Deutsch - evangelischen Kirchengesangvereinslag, welcher am 26. und 27. September dahier abgehalten wird, ist folgendes Programm festgestellt worden: Mittwoch den 26. September. Nachmittags 3 Uhr: Sitzung der Statuten- Redactions-Commission im Saale der Rosenau. Abends 7 Uhr: Festgottesdienst in der Katharinenkirche unter Mitwirkung der Kirchengesangvereine von Darmstadt und Frankfurt. Prediger: Herr Hof- und Garnisonsprediger Emil Frommel aus Berlin. Abends 8Vr Uhr: Gesellige Bereinigung- Donnerstag den 27. September. Vormittags 9 Uhr: Hauptversammlung im Saalbau. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Klofterpropstes Frhrn. von Lllien- cron aus Schleswig über „Kirchliche Musik und Kirchenconcert". 2) Berathung und Beschlußfassung über den von der Redactions - Commission vorgelegten Entwurf der Statuten des Verbandes evangelischer Kirchengesangvereine für Deutschland. Nachmittags 2 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagsmahl. Zur Theilnahme an dem zweiten deutsch-evangelischen Kirchengesangvereinstage sind alle evangelischen Christen eingeladen, welche sich für die Sache des evangelischen Kirchengesanges interessircn, insbesondere auch die Herren Geistlichen, die Organisten und Lehrer, sowie Vorstände, Dirigenten und Mitglieder bestehender Kirchengesangverein- oder Kirchenchöre. Zur Bestreitung der Kosten des Kirchengesangvereinstags wird von den Theilnehmcrn der Versammlung ein Beitrag von 1 JL gegen Zustellung einer Legitimatlonskarte erhoben. Gegen Vorzeigung dieser Legitimationskarten, die nach Einsendung deS Beitrags an die auswärtigen Theilnehmer spätestens bis zum 15. September zur Versendung gelangen, werden denselben die seiner Zeit naher bekannt zu gebenden Fahrpreisermäßigungen gewährt, welche von den deutschen Eisenbahnverwaltungen zu hoffen sind. r z p Die Verlegung des zweiten evangelischen K rcheng sangvereinsttr,f der Geld haben wollte, unerbittlich gefressen würde. Eine so eigenthümliche SM- büchse sieht man nicht jeden Tag. Wer durchaus Geld haben will, muß sie zerbrecten, d. h. er muß die Krokodille tobten, was nicht ohne gewaltigen Lärm möglich ist, btin sie haben ein zähes Leben. Außerdem könnte der Erleger wähnen, er hätte sie rlltS gelobtet und dann doch noch eines, sei es in einer Höhle, sei es in einem Boumstamrrnu übrig bleiben, so daß des Schatzmeisters, der seine Kaffen erschließen wollte, gering# Vergnügen harren würde " — [Eine Erdbeben-Katastrophe in Amerika.) Die Insel Ometepee im See Nicaragua wurde durch einen vulkanischen Ausbruch gänzlich von einigen ßmfirontr überfluthet, der ganze Thäler aussüllte und unter feiner feurigen Masse alle SV siedelungen, große Viehheerden und die särnnttlichen fruchtbaren Ländereien begrit Der Ausbruch begann am 19 Juni, wo sich ein neuer Krater öffnete, dem unter ot ständigem Erdbeben ein Lavastrom entquoll, welcher sich gegen Las Pilas wanttt Zwei Tage später barsten mehrere Berge; die Lava strömte überall hervor unt>bi< entsetzten Bewohner der unglücklichen Insel wandten sich zur Flucht. Von Gran cd-. Riva und anderen Städten holte man sie mit Booten ab; einige Landleute flüchte sich unglücklicher Weise auf einen Hügel, der bald wie eine Insel aus dem ßaDanre« hervorragte. An eine Rettung war nicht zu denken und die armen Leute gingen iwj elend zu Grunde. Die ganze Insel gleicht heute einem glühenden Lavahaufen untnü gänzlich unbewohnbar geworden. Jeitgeöotenes. 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Auch ein Lehrling kann sogleich eintreten. 5552 Ein solides, tüchtiges Dienst- Mädchen gesucht. Brandgasse 5 Einige tüchtige Bergarbeiter sofort gesucht. 5537 Jacob Grünewald. 5419 Ein gesetztes, tüchtiges Dienste Mädchen mit guten Zeugnissen per 1. September gesucht. Wo? sagt die Exped. ds. Bl._________ 5566 Unterricht in gesucht. Auskunft ertheiltdie Exped- ds-B> Die Besitzung Weidig's Aardt soll mit Oekonomie, Wirthschaftsinvento sowie ca-17 Morgen Land aus freier Har^ verkauft event- auch verpachtet werden. 511 Angebote beliebe man an Herrn Au l- Weidig auf der Hardt, woselbst aus nähere Auskunft ertheilt wird, zu richten Aufruf! Der Aufruf Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen vom 10. d. Mts. vereinigt die deutschen Herzen und Hände zur Linderung der Noth im befreundeten Lande, zur Hilfe für die so schwer heimgesuchte Insel Ischia. Es gilt rasch Gaben zu sammeln unv umsichtig zu verwenden. Wir folgen Höchster Aufforderung Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Frau Kronprinzessin, indem wir zu einem Eentral-Comite zusammentreten, um selbst zu sammeln und Sammlungen in allen Gauen des Vaterlandes anzuregen. Im Vertrauen auf bewährte Opferfreudigkeit bitten wir unsere Landsleute, dem höchsten Aufrufe in der Weise Folge zu gsben, daß überall sofort Local-Comit6's zur schleunigen Veranstaltung von Geldsammlungen gebildet werden. Sämmtliche Reichs-Postcnstalten und Reichs-Bankstellen sind ermächtigt, bis Ende dieses Monats von Comites wie von Einzelnen Beiträge anzunehmen und an die Reichsbank als Hauptsammelstelle abzuführen. An die verehrlichen Zeitungs-Redactionen dürfen wir die Bitte richten, unserem Aufruf möglichste Verbreitung zu geben, indem wir uns gern bereit erklären, auch die bei ihnen eingehenden Beiträge ihrer Bestimmung zuzuführen. Jede Gabe wird willkommen sein und über die Verwendung der Sammlung gemäß der Bestimmung unseres durchlauchtigsten Vorsitzenden öffentliche Mittheilung erfolgen. Berlin, den 13. August 1883. Das Central-Comite ?ur Sammlung von Gaben für Ischia: v. Deckend, Reichsbank-Präsident. Graf t>. Hatz- feldt, Staatsminister. Mendelssohn, Geh. Com- merzienrath. Dr. du Bors-Reymond, Geh. Mevicinal- rath und Professor. Graf v. Lerchenfeld- Graf v. Seckendorfs, Kammerherr. Dr. v. Forckenbeck, Oberbürgermeister. ^Maybach, Minister der öffentlichen Arbeiten. Dr. Stephan, Staatsseeretär des Reichs- Postamts. v Sommerfeld, Oberst-Lieutenant. Jede Postanstalt sowie die Reichsbanknebenstelle Hierselbst nimmt Gaben entgegen und liegt daselbst eine Liste zum Einzeichnen auf. Darmstädter Pserdemarkr-Liwsc (Ziehung am 20. Oktober) sind ä 2 Mk. in der Expedition ds. Bl. zu haben. 603,39® Original Singer Nähmaschinen wurden im vorigen Jahre verkauft, oder 42,000 Stück mehr, als 1881. 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