he: rfeli üd. nz. >gler. ♦*♦** ehe",; 5#{ ♦ i Grund".' ♦»♦♦Hfl > Augst j W I. JFve Duill. eßens jijß t ohne UW l 2C. pN; i ZeseWaK, oöbt i-l.fii sch«>D ßcrg^ •rbe^J^ n irD balV^ 51«aD or> zrr. 1S1 Erstes Blatt. Sonntag den 19. August 1883. Kichmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mti Ausnahme des Preis vierteisSchrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlstzn, Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher THeit. Betreffend: Mckvergütung von Octroi für Lieferungen an die Militärverwaltung. Bekanntmachung. Mit Ermächtigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wird unter Abänderung der bezüglichen früheren Bestimmungen g. Bekanntmachung vom 15. April 1875, Regierungsblatt S. 240, pos. 13) die Rückvergütung des nach dem Tarife (s. Regierungsblatt von 1874, S. 791) für das von dem hier garnisonirenden Militär verbrauchte Fleisch gezahlte Octroi, wie folgt, geregelt. Es sind von je einem Kilogramm: 1) Ochsenfleisch 2) Kuhfleisch . 3) Rindfleisch 4) Kalbfleisch 5) Schweinefleisch . . 2,350 . 2,440 „ . 1,830 „ . 2,640 „ . 2,550 „ 6) geräuchertes und gedörrtes Fleisch, Würste (jedoch unter der Voraussetzung, daß es gut geräucherte s. g. Frankfurter Würste sind), Eutern, Zungen . . 5 7) eingesuhrte Fleischconserven die wirklich gezahlten Octroibeträge aus der Stadtkasse Gießen an das Regiment zurück zu zahlen. Bei den üblichen quartalsweisen Gesammtberechnungen der Mckvergütung soll ein Bruchtheil unter % A wegfallen und ein solcher über 1/2 für einen vollen Pfennig gerechnet werden. Die vorbemerkten Mckvergütungssätze treten mit Wirkung vom 1. Januar dieses Jahres an in Kraft. Gießen, den 17. August 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Gefundene Gegenstände: t Portemonnaie mit Inhalt, 1 Ohrring, 2 Lederriemen, 1 Federmesser, 1 Stück seid. Spitze, 1 wollener Strumpf, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Gießen, den 18. August 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ___Fresenius.______________________________________________ Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntniß des Handelsstandes, daß der Königl. Spanische Viceconsul in Mainz Herr Preetorius ermächtigt ist, die Beglaubigung von Ursprungszeugnissen für Spanien wieder vorzunehmen. Die seitherige Form wird beibehalten. Gebühren für die Beglaubigung werden nicht erhoben. Gießen, den 16. August 1883. Großherzogliche Handelskammer. I. V. d. V.: Georgi. —I———mtmiuuiiaumMmi—— — aniiwwMMHiiiwH ■wnw——mb—■—rrrrwiwiiintwi hh»»iiwum» Deutschland. Darmstadt, 16. August. Von heute ab werden bet sämmtlichen Reichs-Post- anftalten Gaben angenommen für bte Hinterbliebenen der Tausenden, welche bet der Katastrophe auf Ischia ihren Tod gefunden haben. W!r verbinden mit dieser Mtt- theilung die herzliche Bitte an unsere Leser, von der gebotenen Gelegenheit zur Linderung der Noth in der so oft bewährten Mtldthättgkeit allgemeinen Gebrauch zu machen. Als gegen Ende des verflossenen und zu Anfang dieses Jahres in unserer nächsten Nähe die entfesselten Wasscrmossen des Rheins Tausende unserer Landsleute hülfs- bedürftig machten, Ifinb bie Gaben zur Ltnberung b.r Noth zu einem beträchtlichen Tbeile vom Auslande, aus weiter Ferne gespendet worden. Eingedenk dieser noch in Aller Gedäcktniß lebenden Thatsach.n dürfen wir uns wohl der zuversichtlichen Hoffnung hingeben, daß Deutschland bei dieser Gelegenheit fremder Noth seinen Beistand nicht versagen wird. Dänemark. Kopenhagen, 16. August. Die Prinzessin von Wales ist mit ihren drei Töchtern heute hier argelangt und bat sich mit dem König, der Königin und den übrigen Mitgliedern des Königlichen Hauses, welche zum Empfang etngetroffen waren, noch Schloß Bernftoiff begeben. — Der Schraubendampfer „Nona" aus Flensburg, in Fahrt von England noch AarhuS, ist heute Nachmittag in der Nähe von Grenaa gesunken. Die Bemannung ist gerettet. Arankreich. Paris, 16. August. Wie die Journale melden, hätte die Regierung die Absicht, den Journalisten Boland auszuweisen. — Der „Francais" erklärt die Nachricht, daß Graf Chambord den Sohn des Grafen von Paris als seinen Nachfolger designiren wolle, für unbegrünbet. — Der „Temps" läßt sich aus Mabrib von gestern melden, der König werde '"ich am 17. b. M. nach den Norbpiovinzen begeben, um bte dortigen Garnisonen zu besichtigen. Das Gerücht von einer Ministerkrisis und der Demission des Krtegs- mimslers erhalte sich, für den Anfang nächsten Monats gelte eine Einberufung der Cortes, um denselben wegen der Suspenbirung der verfassungsmäßigen Garantien Rechenschaft zu geben, für wahrscheinlich, noch vor der Einberufung der Corics Derbe bas Cabtnet burch Sagasta reorganisirt werben- In Barcelona, Sevilla unb anderen Provinzial - Hauptstäbten werbe mit der Vornahme von Verhaftungen sortgefahren. Aegypten. Kairo, 16. August. Von gestern Morgen 8 Uhr bis heute Morgen 8 Uhr starben hier nur 5 Personen an ber Cholera. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Brrrearr. Berlin, 17. August. Der Geheime Oberpostrath Sachse in Berlin ist zmin Director im Reichspostamt ernannt worden. — Se. Majestät der Kaiser hat zu der Ischia-Sammlung 50,000 «X bewilligt. Breslau, 17. August. Der König von Rumänien ist Abends um 10V4 Uhr hier eingetroffen und auf dem Bahnhof von den Spitzen der königl. Behörden, im Schlöffe von sämmtlichen Osficieren der Garnison empfangen worden. Am Schlosse war eine Ehren - Compagnie des Infanterie-Regiiiients Nr. 10 aufgestellt. Karlsruhe, 17. August. Auf den 14. September ist der Ansangsiag der Wahlmännerwahlen für die Abgeordneten zur zweiten Kammer festgese t. Schmiedeberg in Schlesien, 17. August. Gestern früh wurden auf der Grube „Bergsreiheit" 7 Bergleute verschüttet; gestern Abend 11 Uhr gelang es, alle 7 Verschütteten gesund und wohlbehalten zu Tage zu fördern. Paris, 17. August. Aus Saigun wird das Gerücht gemeldet, daß der Commandant von Ram-Dinh, Badens, ein neues Gefecht bestanden und, ohne seinerseits irgendwelchen Verlust zu erleiden, de.., Feinde große Verluste beigebracht habe. Paris, 17. August. Einer Meldung ber „Agence Haoas" zufolge entschieb bie Regierung noch nichts betreffs Bolanb's. Der Minister des Innern befrug Ferry blos, ob es nicht rathsam fei, bas Gesetz über bie Ausweisung ber Auslanber gegen Bolanb anzuwenben- — „Temps" will wissen, bie chinesischen Staatsmänner an ben europäischen Höfen hätten ber chinesischen Regierung ihre Ansicht über d e Absenbung chinesischer Solbaten nach Tonkin mitgetheilt ueb habet hervorgehoben, biese inkorrekten militärischen Maßnahmen könnten tn Europa Übel ausgefaßt werben unb sie hätten beß- halb ersucht, bte angekünbigte Absenbung weiterer Truppen zu sisttren unb bte gegenwärtig mit ben schwarzen Flaggen kämpfenden regulären chinesischen Solbaten zurückzurufen. L . _ _ London, 17. August. Das Oberhaus nahm in dritter Lesung die schottische Pachtbill an. Rom, 17. August. Die „Agenzia Stesani" meldet aus Gibraltar: Die erste Division des italienischen Geschwaders ist gestern von Algesiras nach Carthagena abgegangen, die zweite Division desselben befindet sich noch in Tanger. Die Meldung englischer Blätter von dem Abbruch der Verhandlungen zwischen der Regierung von Marokko und der italienischen Gesandtschaft und von dem Einziehen der italienischen Flagge wird als unrichtig bezeichnet, die Verhandlungen werden fortgesetzt. Madrid, 17. August. Dem Vernehmen nach dürften vor der Rückkehr des Königs von seiner demnächstigen Reise durch Spanien und in Deutschland keinerlei Veränderungen innerhalb des Ministeriums getroffen werden, auch würden dann erst die constitutionellen Garantien wieder hergestellt werden. Bukarest, 17. August. Der König ist gestern über Hatvan-Rutka nach Berlin abgereist, wo die Ankunft am Sonnabend erfolgt. In Breslau wird der König heute mit dem aus Aix - les - Bains zurückkehrenden Ministerpräsidenten Bratiano Zusammentreffen. Alexandrien, 17. August. Meldung des „Reuter'schen Bureaus." Gerüchtweise verlautet von einer Ministerkrisis. Riaz Pascha soll mit der Bildung eines neuen Cabinets beauftragt sein. Konstantinopel, 17. August. In Folge der Gefangennahme des Italieners Corti durch Briganten sind die Provinzialbehörden angewiesen worden, keine Reisebe milligungen für das Innere des Landes zu ertheilen, ausgenommen für bekannte Reiserouten. Lokaler. Gießen, 18. August. sSitzung der Stadtverordneten vom 16. Augusts Anwesend' Herr Bürgermeister Bramm, Herr Beigeordneter Hetz, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Baist, Diery, Gail, Grüneberg, Hoch, Homberger, Honstein, Kauf, Lüdektng, Ad.Noll, Aug.Noll, Pfannmüller, Scheel, Schopbach, Vogt, Wenzel und Wortmann. — Die Rechnung der Löber'schen Stiftung pro 1882/83 wird oorgelegt und erhält nach stattgehabter Prüfung die Genehmigung. — Die Feier des 2. September (in diesem Jahre am Sonntag) soll in seitheriger Weise statifinden, nämlich Choral vom Stadtthurm, Gottesdienst, Beflaggen der Häuser. — Die Quellwasserleitung betr. schlägt die Commission die Herstellung der Leitung aus dem Stollen nach der Sammelstelle mittelst gutzetserner Röhren vor, entgegen dem früheren Beschlüsse mittelst Thonröhren, da letztere sich für Waldboden nicht empfehlen dürften. Wetter wird auf gestellten Antrag hin beschlossen, die an der Quellwasserleitung beschäftigten Arbeiter gegen die Folgen etwaiger Verunglückung zu versichern und werden die hieraus entstehenden Kosten auf die Stadtkasse übernommen. — Hinsichtlich der für die Aufstellung der Brunnen zu bestimmenden Plätze wurde s. Z. beschlossen, solche an folgenden Plätzen aufzustellen: 1. An der neuen Realschule, 2. an der Grünbergerstratze (Ecke der Ltcher Straße), 3 Götheftraße (am Eingang von der Südanloge), 4. am Neuenweg (am Löwen), 5. am Teufelsluftgärtchen, 6. auf dem Kreuzplatz, 7. an der Bahnhofstratze (am Uebergang über die Westanlage), 8. in der Neustadt (an der Stadtpforte), 9. auf der Mäusburg (Eingang zur Wettergasse), 10. In der Schulstratze, 11. aus dem Lindenplatz, 12. auf dem Asterweg (Eingang zur Schlller- straße), 13. am Wallthor (am rechtsseitigen Thorhause), 14. in der Wallthorstraße (Eingang in die Brandgasse), 15. hinter der Stadtkirche. Die Commission, welche mit der Angabe der Standorte der Brunnen beauftragt wurde, schlägt vor: den für das Teufelslustgärtchen vorgesehenen Brunnen am Ausgange der Wolkengasse auf den Seltersweg (ob linke oder rechte Seite, ist noch zu bestimmen) aufzustellen, den unter Nr. 1 bezeichneten Brunnen weiter bis an die Kreuzung der Ludwigs- und Btsmarck- straße zu verstellen und von demselben eine Abzweigung in den Hof der Realschule heezustellen, den für die Schillerstraße bestimmten Brunnen in den Hof der höheren Mädchenschule zu verlegen; weiter soll der für die Ecke der Grünberger- und Licher- straße vorgesehene Brunnen seinen Standort am Ludwigsplatz erhalten, da die Commission der Ansicht ist, daß dieser Stadttheil hinreichend mit gutem Trinkwasser versehen ist. Betreffs des Brunnens am Dr. Kübel'schen Hause hält die Commission, entgegen einem früheren Beschlüsse, durch welchen die Aufstellung eines Brunnens an gen. Stelle in Frage gestellt wurde, die Aufstellung in Rücksicht namentlich auf die zu erbauende Stadtmädchenschule an der Pipp'schen Schanze u. f. w. für geboten. Die Commissionsvorschläge werden genehmigt und schließlich in Betreff der Aufstellung eines Brunnens in der Schulstraße beschlossen, die Entscheidung hierüber der Commission anheimzugeben — Der in Betreff des Umbaues der Bahnhofsanlagen in der Sitzung vom 19 Juli d. I. über die Eingabe König!. Etsenbahn-Dtrection Hannover gefaßte Beschluß, die Genehmigung zum Umbau zu versagen, sofern nicht Ersatz für die vorhandenen, durch Vermehrung der Geleise aber sehr gefährdeten Uebergänge, namentlich bet Ktlom. 134,34 geschaffen, d. h. die früher beabsichtigte Unterführung hergcstellt und der ungehinderte Verkehr mit dem jenseitigen Terrain erhalten wird, ist von Großh. Bürgermeisterei an Großh. Kretsamt mit dem Gesuche eingereicht worden, für Beseitigung der bestehenden Uebelstände einzutreten. Großh. Kreisamt Gießen hat darauf an das Kgl. Eisenbahnbetriebsamt Cassel ein Schreiben gerichtet, in welchem gleichfalls als Aequtvalent für die projectirte Erweiterung der Geleise-Anlagen und der damit verbundenen Schwierigkeiten für den Verkehr mit dem jenseitigen Terrain die Herstellung geeigneter gefahrloser Ueber- resp. Unterführung verlangt wird. — Das hierauf erfolgte Antwortschreiben des Etsenbahn-Betriebsawtes drückt theilwetse Anerkennung der von hier auÄ gestellten Forderungen aus, betont jedoch, daß die hierfür bestimmten Geldmittel zu größeren Bauten nicht hinreichen, hält den bestehenden Uebergang bei dem angeblich geringen Personenverkehr an frag!. Stelle für genügend und ersucht schließlich, nachdem hervorgehoben, daß die beabsichtigte Erweiterung der Geleiseanlagen nur im Interesse der größeren Sicherheit des Verkehrs auf dem Personen-Bahnhofe erfolgen solle, um Zurückziehung des gegen das Project erhobenen Protestes. Die Stadtverordneten-Veisammlung beschließt indeß Beharren auf ihrem Beschluß vom 19. Juli, da durch Schreiben des Kgl. Eisenbahnbetriebsamtcs die geäußerten Bedenken nicht widerlegt sind. — Die auf Grund des § 26 des Volksschulgesetzes pro laufendes Schuljahr erfolgte Anschaffung von Schulbedürfnissen für Kinder unbemittelter Eltern wird genehmigt und die Kosten hierfür auf die Stad'.kasse übernommen. — Die Zurückerstattung der 152,50 JL betragenden Kosten für Aufrä rmungsarbeiten an der Alexander Mayer'schen Brandstelle in der Kaplaneigasse soll, da der jetzige Inhaber des Geschäftes, Herr Samuel Falck, sich weigert, diese Kosten zu erstatten, auf dem Wege der Klageerhebung gegen Letzteren erreicht werden. — Das Gesuch des Herrn Justus Lenz von Wieseck um käufliche Ueberlassung eines Bauplatzes am Ende der linken Häuserreihe der Grünbergerstraße wird nicht befürwortet, da vorerst nur die Bauplätze an der Wolfstraße und Licherstraße bebaut werden sollen. — Das Gesuch des Herrn Fabrikanten H. M y lius um Canalisation zur Ableitung von Abfallwasser wird nach dem Anträge der Baudeputation erledigt, desgl. dasjenige des Herrn Architect Stein in gleichem Betreff. — Die Herstellung eines Abflußgrabens nach der Lahn aus dem Grundstücke des Herrn Chr. Wallenfels wird demselben nach Angabe des Stadtbaumetsters gestattet. — Der Koftenvoranschlag über Erhöhung des Wißmarer Wegs über das Hochfluthperfil der Lahn wird genehmigt- — Der Voranschlag über die Pflasterung der südlichen Strecke der Bahnhofstraße wird vorgelegt und sollen die erforderlichen Arbeiten auf dem Submissionswege vergeben werden. — Die Kosten für die Ausweißung der Schulsäle in der Realschule und der Anstrich der Wände mit Qelfarbe bis auf 1 Meter 50 Ctm. Höhe werden bewilligt, während betreffs der Herstellung des Festsaales in gen. Schule die Baudeputation weitere Vorlagen machen wird. Gießen, 18. August. [14. Mittelrheinisches Turnfest.) In der gestern Abend stattgehabten Schlußsitzng des großen Comite's wurde von dem Vorsitzenden Rechenschaft über das finanzielle Ergebniß des Festes abgelegt. Trotz des ungünstigen Wetters während der Festtage wurde ein Ueberfchuß von JL 3,400—3,500 erzielt und dieser Betrag dem hiesigen Turnverein als Geschenk überwiesen. Die Einnahmen betrugen im Ganzen 22,235 JL. Vermischte S. Herborn, 14- August. Gestern Abend verunglückte auf dem Bahnhofe Dillenburg ein Bremser aus Gießen vom Güterzuge Nr. 721. Beim Anziehen des Zuges fiel derselbe, welcher, wie verlautet, der Ernährer einer zahlreichen Familie sein soll, so unglücklich von der Bremse, daß er unter die Räder kam und hier einen iahen Tod fand. Wesel, 13.August. Am 7.August d.I. hatte da? hier in Wesel garnisonirende 8. Wests. Infanterie-Regiment Nr. 57 eine Felddienstübung in der Umgegend von Drevenack. Gegen Vz? Uhr früh wurde hinter Drevenack zum ersten Rendezvous geblasen. Als die Gewehre zusammengesetzt wurden, wobei sich vielleicht eine kleine Un- Irdnung zutrug, versetzte der Lieutenant v. Dücker von der 4. Compagnie mehreren Musketieren der 1. Compagnie derartige Ohrfeigen, daß einem derselben, dem Musketier ! Sicdemann, da? Blut aus Mund und Nase strömte- Unter den mit einer Ohrfe'ge i Beglückten befand sich auch der 28jährige etnjährig-freiwilltge praktische Arzt Dr. med. | Evers. Bei diesem fand es der circa 20jährige Lieutenant v. Dücker für gut, sich nach- ! träglich zu entschuldigen. Herr Dr. Evers nahm die Entschuldigung jedoch nicht an, [ sondern erstattete am 9. ds. über den Vorfall Anzeige bet seinem Hauptmann. Erwähnt sei noch, daß Herr v. Dücker bereits wegen Mißhandlung eines Untergebenen mit Festung : vorbestraft ist. Bochum, 9. August. Ein höchst etgenthümlicher Wagen-Train, der, wenn man an seiner Spitze nicht den dampfenden Schlot einer Locomobile bemerkte, beim ersten Anblick leicht für den Train eines marschirenden Truppenthetls hätte gehalten werden rönnen, erregte dieser Tage allgemeine Aufmerksamkeit. Es war eine im Dienste der Provinzialverwaltung stehende Dampfwalze, bestimmt, die von vielem Fuhrwerk benutzte Chausseestrecke Bochum-Constantin, welche kürzlich mit neuen Steinlagen oer- ÄaVaJIL1! « auszuwalzen. Hinter der eigentlichen Walze folgte der Wohn- und (wagen des aus 3 Personen (Walzmetster, Lenker und Heizer) bestehenden Personals. In demselben befindet sich außer einem Kochofen, T'sch, Bank u. s. w. für jeden ein schönes Bett. Der Raum für den Walzmeister ist abgesondert- Angeh'änat ist dann die Schmiede, ein Werkzeug- und Materialwagen, ein Wagen für das mit zunehmende nothwendtge Wasser, sowie ein Brückentrain, der, falls zu Überfahrende Brücken dem Führer für die schwere Walze nebst Maschine zu schwach erscheinen das Material zur Legung einer stärkeren Brücke enthält. Diese Einrichtung besteht in Westfalen erst seit zwei Jahren. Tas Ganze liefert, wie der „Mmk. Spr." hinzusuat ein neu.8 Zeugniß für das unaufhaltsame Fortfchrciten des menschlichen Geistes auf' dem Gebiete praktischer industrieller Erfindungen. Aus Bayern, 13 August. Am vergangenen Samstag ereignete sich auf Oberwtesenfeld ein bedauerlicher Unglücksfall. Bet einer Attaque, welche das zu den Regiments-Ucbungen gegenwärtig dort versammelte 3. Cheoeauxleger-Regiment ausführte, stürzte ein Wachtmeister der 1. Escadron; das ganze, im Galopp befindliche Regiment fetzte über den Unglücklichen hinweg, welcher so schwere Verletzungen erlitt daß er nach zwei Stunden den Geist aufgab. Roßdorf bet Darmstadt, 16. August. Am 26. d. M. feiert der auf der Weiß- mühle wohnende Müller und Mühlenbesitzer Friedrich Ammann und seine Frau Susanne das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich noch einer seltenen Rüstigkeit und Getstesfrische. Aus Cas amicctola, den 13. August, schreibt uns ein Freund unseres Blattes: „Seit einigen Tagen befinde ich mich mit mehreren jungen Leuten der Neapeler deutschen Colonte auf Ischia, um, so viel es geht, den Mitgliedern des „Rothen Kreuzes" beizustehen. Man macht sich trotz aller schrecklichen Berichte in den Zeitungen keinen Begriff von der Größe des Unglücks und der Zerstörung. Das Wetter ist feit einigen Tagen schlecht, es regnet: die Leute sind in Baracken untergebracht und es ist ein entsetzlicher Anblick, dieselben fast vom Nöthigsten entblößt, frierend und weinend umherlaufen zu sehen. Wir theilen Brot, Lebensmittel und Kleidungsstücke aus. Gestern kam Frau Oscar Menricoffre mit einem Schiff voll Kleidungsstückm und Lebensmitteln und nun geht es mit neuen Kräften an die Vertheilung. Außer den Sanitätsoereineu befinden sich von Soldaten noch eine Adtheilung Bersaglieri hier, welche sich musterhaft benehmen." Hiernach ist die weitgehendste Mildthätigkeit immer noch gut angebracht. (F. Z.) London, 15. August. Ein furchtbares Grubenunglück ereignete sich heute Morgen in dem Zinnbergwerke „Wheel Agar Mine" bei Redrutb. Dreizehn Bergleute hatten die Nachtschicht vollendet und wurden im Aufzuge zu Tage gefördert. Als der Käsig den Landungsplatz nahezu erreicht hatte und die Welle die letzte Umdrehung machte, um den Leuten den Austritt zu ermöglichen, riß plötzlich das Förderseil. Ein Mann sprang noch rasch auf die Landung und rettete sich in dem Augenblicke, als hinter ihm seine unglücklichen Kameraden mit einem markerschütternden Schrei 'n die Tiefe stürzten. Für eine Minute hörte man den Karren mit feiner lebenden Fracht die Wände des 600 Fuß tiefen Schachtes anschlagen und dann trat eine unheimliche Stille ein, welche keinen Zweifel über das Sch cksal der armen zwölf Bergleute aufkommen ließ. Sofort fuhren einige Bergknappen an, um Hülfe zu leisten, wenn noch Hülfe zu leisten war; auf der Sohle des Schachtes angelanqt, fanden sie aber nur zwölf furchtbar verstümmelte Leichname mit zerschmetterten Gliedern und zum Theil abgetrennten Köpfen- — [Eine Schlange im Moorbad!) Folgende ergötzliche Geschichte wird au5 einem bekannten Badeorte des Königreichs Sachsen berichtet Aus einer Moorbadezelle ertönt eines Tages vlötzl ch ein so heftiges Klingeln, daß nicht nur das betreffende Bademädchen, sondern auch die Schließerin und die Übrigen Bademädchen des ganzen Moorbadeflügels zusammenlaufen. Schon draußen vor der Zelle hören sie die im Moorbade befindliche Dame laut und angstvoll rufen: „Hilfe, eine Schlange, eine Schlange." Entsetzt öffnet das Personal die Thür, um die Dome, schon halb ohnmächtig vor Schreck, in der Moorba bemanne zu sehen, mit der Hand ihnen bedeutend, daß in dem Moor eine Schlange sei. Entschlossen greift das eine Bademädchen in die zähe, dunkle Masse und bringt nach einigem Herumfischen, während Alles athemlos zuschaut, zum Vorschein — den wundervollen, jetzt zur Schlange gewordenen Zopf der badenden Dame. Tableau! Wenn auch am nächsten Tage die „Schlange" wieder als Kopfputz prangte, so ging die Discretion der Bademädchen doch nicht soweit, daß die Mehrzahl her Kurgäste auch fernerhin das schone Haar der Dame als natürliches Product bewunderte, wohl aber wurden die neu angekommenen Fremden bet passender Gelegenheit auf die „Dame mit der Schlange" aufmerksam gemacht. — Die Lebensversicherungs- und Ersparniß-Bank in Stuttgart hat sich eines fortgesetzt lebhaften Zugangs zu erfreuen. Im Laufe dieses Jahres bis Ende Juli sind 1782 Anträge mit JL 15 200000 und in den letzten 5 Jahren für die Summe von JL 115813 600 bei derselben gestellt worden. In Kraft stehen derzeit 43 863 Policen mit JL. 201600 000. Durch die hohen Dividenden, welche die Bank seit 24 Jahren vertheilen konnte, wurden die von den lebenslänglich Versicherten zu leistenden Tarif-Prämien um 33 bis 46pCt. und die von den abgekürzt Versicherten um 40—60p(St. der einfachen Prämie alljährlich ermäßigt. Diejenigen, welche ihre Dividenden in steigender Weise beziehen, werden innerhalb 33—34 Jahren von jeder Prämienzahlung frei und haben von da ab sogar eine jährlich steigende Rente zu erwarten. Beim Erlöschen der Versicherung in Folge Nichtzahlung der Prämie wird entweder gleich hohe Abfertigung. wie bei der Kündigung, die zu jeder Zeit gestattet ist, oder Umwandlung in eine prämienfreie Police gewahrt, wobei, wenn z. B. die Vev sicherung auf Lebenszeit lautet, seiner Zeit eventuell die doppelte Summe der eingc- zahlten Prämie ausgezahlt wird. An Beamte werden Darlehen zur Cautionsbestellung zu sehr mäßigen Bediag- ungen abgegeben._________________________________________________ Witterungskunde.*) 19. August. Sonntag. Morgens und spätnachmittags heiter, Mittags und einige Zest Nachmittags wolkig bis drohend. Im Allgemeinen besonders frühmorgens unti spätnachmittags bis Abends noch ziemlich heiter und angenehm, wenn auch die Temperatur frühmorgens etwas niedrig ist. 20. August. Montag. Frühmorgens ziemlich beiter, auf Mittag zu und Nachmittags wolkig und windig, spätnachmittags wohl aufgebessert, Abends unbestimmbar. Im Allgemeinen mäßig kühl. In den südlicheren Gebieten sind stürmische Regenböen mit Hagel Vormittags strichweise zu erwarten. 21. August. Dienstag. Im Allgemeinen noch unruhig und veränderlich. Normal ist Morgens mit steigernder Sonne Anfangs Aufheiterung zu erwarten. Der Mittig und Nachmittag ist zerstreut schleierig bis wolkig, strichweise aufgehellt. Der Spätnachmittag ist dichter bedeckt bis regnerisch. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die unruhige Witterung die Aufhellungsperioden örtlich verschiebt und verdeckt. *) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für denMonatAugufi, abgeschlossen am 20. Juli (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köl», Preis 1 JL). — Nachdruck verboten. Handel und Berkehe. Gießen, den 18. August. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 0.90—1.05, Hühnereier per Stück 5—6 \ Käse Stück 5—8 Käsematte 3 H, Erbsen per Liter 22 H, Linsen 32 H, Tauben per Paar 65—80 Hühner per Stück .AL 0.85—1.40, Hahnen per Stück JL 0.55—1.20, Enten pr. St. en Schrei 'n | enden Frach, s lnheimliche M leute auffomm- m noch Wu nur zwölf suff 'heil abgetrennt chichte wird oi ner Moorbades ir daS betr-ffei! idchen des gani hören sie die i te Schlange, n , schon halb o| > ihnen bedeuta ademödchen tnl d Alles atbeml lorbenen Zopf l ! «■ l u Armen, b *4% —" Nachmittags 1/22 Uhr, soll ein der Gemeinde Beuern zuge- Magsund^ Dienstag den 21. August, Nachmittags 2 Uhr, IpÖ im Hause des Herrn I. G. D.Bapst, Stock, die Möbelversteigerung, welche int „Anzeiger" auf den 14. August angelten war, abgehalten werden. ..Gießen, den 16. August 1883. J55-38 Müller, Ortsgerichtsmann. Kinderhüte „ vnlheilen toid irfimlen um33k einfachen W >n, werben tunt । da ab sogar in Für den Neubau eines Lagerhauses beabsichtige ich die Maurer-, Zimmer-, Dachdecker-, Spengler-, Weißbinder-, Schreiner-, Glaser- und Schlosserarbeiten an einzelne Unternehmer zu vergeben und wollen Reflectanten ihre Offerten bis zum 24» d. SOI. bei mir abgeben. Pläne und Voranschläge liegen bei Die Lieferung von 33 Raummeter Buchen Scheitholz soll im Submissionswege vergeben werden, und sind desfallsige Offerten bis zum 25. d. Mts. bei Armenkasserechner Laub er verschlossen abzugeben. Gießen, am 14. August 1883. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. A. Bramm. »fr J« 8-: UH«alÄi ;,nbw11 rt hat sich tlff nit JL 15 2000 :i derselben gistti aus den Standesamlsregistern des Standesamts Gießen. * 3 ö Aufgebote. 91 uauft 13. Schmied Ernst Döll m.t Katbartne Pfeif zu Gießen. 15. Kaufmann att.tttuv E.nil Eduard Karl Heinrich Hermann Sack mit Bertha Gertraude Fricdercke Se?P Tochter des Mühlenbesitzers Heinrich Möser zu Gießen. 16. Kaufmann Jo- Dern mit Luise Eltsaberhe May, Tochter des verstorbenen Schmtedemeisters »»*“■ Auaust 15. Weißbinder Karl Döpfer mit Katbarine Schmidt, Tochter des weiters Hartmann Schmidt zu Gießen 17. Arbe ter Karl Schneider mit Wilhelmine N tzTochter des Wagners Jacob Moritz zu Güßen. 17 Maurer Johan«» Faust m, Slifavethe Insel, geb. Becker, Wittwe des Dachdeckers Georg Insel zu Gießen. m Geborene. Auaust- 7. Dem Schlosser Joseph Huber ein Sohn. 8. Dem Schneider August r1utbmann eine Tockter, Wilhelmine ülunufte. 8. Dem Mechanikus Georg Boger ein Lin 9 Eine Tochter von auswärts, Elisabeth, 10. Dem Sergeant tm II. Großh. felfifdien Jnsanterie-Regiment Nr. 116 Georg Tröller eine Tocht» Louise Marie s onore Georgine Karolme. 10. Dem Glasermeister Hermann Scherst ein n. 12. Dem Fuhrmann Wilhelm Balthasar Hosmann eine Tochter, Elise Marie. 15. ©ne 7Mer von auswärts. Gestorbene. c August. 12. Jacobtne Schalch, geb. Emmerich, 38 Jahre alt, Ehefrari des StNiontzsssistenten Konrad Schalch. 16. Wilhelm Hans Jonas Robert Adolf, 4 Jahre alt Sohn des Fabrikanten Ludwig Heinrich Myltus. 16. Marte Christiane, 1 Monat a t Tochter des Briefträgers Peter Hanauer. 16. Schuhmacher Georg Konrad Bender, 25 Jahre alt. 16. Dienstmädchen Marie Wagner, 21 Jahre alt. 10262.79 Gewinn- und Soll. An Gewinn aus 1882/83