Mr. 29<» Dienstag den 18. December 168S. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureatt t Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. b «11 un. ii ■ 1111 ■ i r . ■ ■ mnarn—bmz»m> AMttiHer Hheit. Nr. 27 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 12. d. M., enthält: (Nr. 1522.) Bekanntmachung, betreffend die Uebereinkunst mit den Vereinigten Staaten von Venezuela wegen gegenseitigen Markenschutzes. Vom 8. December 1883. Gießen, den 15. December 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen. hr. Roekmann. Deutschland. Berlin, 15. December. Seine Majestät der Kaiser empfing heute Vormittag den neuernannten Commandanten von Berlin, Generalmajor o. Spaugenberg, und konfertrte Nachmittags mit dem Staatssecretär Grafen Hatzfeldt. — Herrenhaus. Die Kreis- und Provinz'alordnungs-Vorlage für Hannover wurde einer Commission von 15 Mitgliedern überwiesen. Oberbürgermeister Struck- mann referirte über die Landgüterordnuna für Schlesien und empfahl die Annahme des Entwurfs mit den von der Commission beschlossenen Aenderungen. Die Vorlage wurde nach unerheblicher Debatte in der Fassung der Commission genehmigt. — Die „Worbb. Allg. Ztg." erklärt das Telegramm der »Germania", daß der Vatikan am 11. December die osfictelle Mittheilung von der Ankunft des Kronprinzen in Rom erhalten habe, für falsch. Dem Vatikan sei bis heute noch feine osfictelle Mitthetluug von der Ankunft des Kronprinzen zugegangen. Daß dieselbe rechtzeitig erfolgen werde, sei außer Zweifel. Die »Germania" irre auch, wenn sie behaupte, die Initiative zum Besuche des Kronprinzen beim Könige und beim Papste sei nicht vom auswärtigen Amte auSgegangen. Zu den Pflichten des auswärtigen Ressorts gehöre auch die Sorge für die Beachtung dec Regeln internationaler Höflichkeit zwischen Regierungen und Souveränen. , ,, M ,, r — In der gestrigen Plenarsitzung des BundeSrathS fanden die Ausschuß- Anträge, betreffend Abfertigung von inländischem Tabak auf Versendungsschein II. und betreffend d'e Entwerthung der StempUmarken zur Entrichtung der statistischrn Gebühr, die Zustimmung der Versammlung. Der Besoldung^- und PenstonSetat der Reichsbanlbeamten für 1884 wurde genehmigt. Mehreren Gesuchen wegen auSnahms-. weiser Zulassung zur Schifferprüfung und zur Ausübung des Gewerbes als Schiffer auf großer Fahrt gab die Versammlung Folge. Eine Eingabe, betreffend die Zulassung der Gnsuhr amerikanischen Schweinefleisches in Büchsen zur Wiederausfuhr nach außerdeutschen Ländern, wurde dem Reichskanzler überwiesen. Ablehnenden Bescheid ertheilte die Versammlung auf die Eingaben, bttr. die Rückerstattung eines angeblich überhobenen Betrags an Reichtz-Lotteriestrmpelsteuer; den zollfreien Wiedereinlaß von aus dem Zollgebiet bezog-nen Essen- und Thonfließen; den Erlaß von Verbotsbesttmmungen gegen das Taubenschießen. Nachdem die mit dem Großherzogthum Lüxemburg abgeschlossen- Uebereinkunst wegen gegenseitiger Zulassung der in der Nähe der Grenze wohnhaften Medicinalversonen zur Ausübung der Praxis die Zustimmung der Versammlung erhalten hatte, machte der Vorsitzende schließlich Mtttbeiluns über die auf Grund früherer Beschlüsse erfolgte Ueberweffung mehrerer Eingaben an die zuständigen Au^s^^En, 15. Deeember. Nach einer römischen Meldung deS »Berliner Tageblatts" sollen die Verhandlungen wegen eines Besuchs des Kronprinzen beim Papst gescheitert sein» Dänemark. Kopenhagen, 15. December. Dem Könige wurde heute eine Adresse mit 106 000 Unterschriften aus allen Ständen und Gegenden des Landes überreicht welche sich gegen die Linke und deren Opposition gegen VertheidigungS- maßreqeln ausspricht. Der König antwortete bei Entgegennahme der Adresse, öieielb? sei ein sicheres Zeichen, daß die lleber-eugung durchdringe, dag Verther- digunqsmaßregeln nothwendig seien; die Adresse stärke seine Hoffnung, daß dre bisheriaen Hindernisse bald überwunden sein würden. Der König schloß mit den Worten' „Ueberbringen Sie den Unterzeichnern meinen Dank, bitten Sie dieselben nicht zu ermüden in den Bestrebungen, die nothwendigen Vertheidl- aungsmaßregeln durchzuführen. Ich theile die Ueberzeugung: Opfer dürfen keine Hindernisse für die Bedürfnisse des Handes sein. Oesterreich. Wien, 15 December. Der „Presse" wird au» Arco in Tyrol ge- ineldet, daß die Herzogin Marie Amalie von Württemberg, Tochter des Herzogs Philipp von Württemberg, heute früh gestorben ist. Iran streich. Daris, 15- December. Bei dem heutigen Ministerrathe wurde der Betraa der neuen Kreditforderungen für Tongking auf 20 Millionen festgesetzt, non denen 3 Millionen zur Completirung des Materials der Arsenale verwen- d-t werden sollen während 17 Millionen für den Unterhalt des Expeditlons- Clrps im ersten Halbjahr 1884, sowie für die Entsendung neuer Verstärkungen bestimirtt imö. roegen der neuen Kredite für Tongking soll heute der Kammer zugehen. In den der Vorlage beigefügten Motiven wird die Zahl der abzusendenden Verstärkungen nicht angegeben, aber hervorgehoben, daß letztere beträchtlich sein sollen. Es bestätigt sich, daß General Millot die Edtruppen befehligen werde, mit Negrier und Briöre de l'Jsle als Brigadiers. Admiral Courbet wird den Oberbefehl über die Seestreitkräfte führen. England. London, 15. D-c-mb-r, Ein Artikel der „Times" bespricht die g-genwärtigm ÄZ aber diese Verminderung müsse von inneren R-sorm-n I‘«MM und könne nicht ausgesührt werden, wenn nicht irgend eine Macht die ^ntlialive zur Revision des LiquidationSgrsetzes ergreift. Die „Times" hegt das Vertrauen, daß tn diesem Falle das Gonrrt her ernopasschen Mächte d'e Schwierigkeiten lohn werde. Glasgow, 15. December. Der für den Norddeutschen Lloyd in Bremen hier erbaute Schnelldampfer „Eider" ist heute Mittag glücklich von Stapel gelaufen. Italien. Nom, 15. December. Die Vertreter des Königs und der deutsche Botschafter v. Keudell reisen heute Nachmittag nach Genua, roo die Ankunft des deutschen Kronprinzen für morgen Vormittag erwartet wird. Die Ankunft in Nom dürfte Montag Vormittag 11 Uhr stattfinden; doch ist die Stunde von der rechtzeitigen Ankunft in Genua abhängig. Der König, die Minister und die städtschen Behörden werden auf dem Bahnhöfe zum Empfange anwesend sein. — Die zu Ehren des Kronprinzen stattfindende Heerschau ist für den 19. ds. festgesetzt. Die Truppen werden unter dem Obercommando des Generals Mezzacapo stehen, der eigens aus Sardinien nach Rom gekommen ist; die beiden Divisionen werden von den Generälen Maraldi und Bocca, den Commandirenden in Nom und Florenz befehligt. Die Königin und der Kronprinz von Italien werden der Heerschau zu Wagen beiwohnen. Spanien. Barcelona, 15. December. Bei der Einschiffung des Kronprinzen falutirtcn die demschcn Kriegs sch ff?. Sämmtttche Schiffe trugen große Flaggengala. Sobald der Kronprinz an Bord deS „Adalbert" war, salutirte daS Hafenfort. Graf SolmS, der G-vc-alkavttän und der Gouverneur verabschiedeten sich auf dem „Adalbert-. SolmS r;)3ter den Kronprinzen bei dem von der Municipalttät gegebenen Diner und bei her TheaterfefioorfieHung. Der Bürgermeister toastete aus Kaiser Wilhelm, dessen erlauchte Familie und auf daS Gedeihen des deutschen Reichs. Solms trank auf daS Wohl des Königs von Spanien und auf das Gedeihen Spaniens und Kataloniens. Er fügte hinzu, der Kronprinz bedaure aufs Lebhafteste, den Aufenthalt in Spanten abkürzen zu müssen; er beabsichtige indessen, am 30. December wieder tn Berlin zu sein. Sehr warmes Witter, das Meer tst ruhig. Telegraphische Depeschen. WoLF'S trlegr. Eorrespondem-Brrrearr. Bromberg, 16. December. Die fliegende Fähre auf der Weichsel zwischen Fordon und Ostrometzko ist gestern, nachdem eine Kette gerissen, mit Fahrzeugen, Pferden und Menschen beladen, stromabwärts getrieben worden. — Die fliegende Fähre von Fordon ist tausend Schritte weit sortgerissea worden. Ein Uriglücksfall tst dabei nicht vorgekommen. Der Betrieb tst ungestört- Nom, 16- December. Der Bürgermeister von Rom, Herzog von Torlonia, veröffentlicht heute Morgen ein Manifest an die Einwohner Roms, in welchem er die für morgen erwartete Ankunft deS deutschen Kronprinzen anzeigt. In dem Manifest heißt es weiter-. Durch diesen Besuch würden die festen und herzlichen Bande zwischen dem deutschen und italienischen Volke noch enger geknüpft werden. AlS Dolmetscher der Gefühle des gesammten Italiens werde Rom dem deutschen Kronprinzen, dem Freunde des Königs und dem Vertreter des mächtigen Monarchen, der die Größe und Einigkeit Deutschlands zu begründen gewußt habe, einen freudigen und herzlichen Empfang — Im weiteren Verlaufe der Kammersitzung theilte der Minister des Aeußern mit, behufs der nothwendigen Arbeiten am oberen Etsch würden Schritte zu einem gemeinfamen Vorgehen mit der österreichischen Regierung eingelettet werden. Genua, 16. December. Das deutsche Geschwader tst tn Sicht. Prinz AmadeuS trifft heute Nachmittag hier ein. , m — DaS deutsche Geschwader mit dem Kronprinzen an Bord ist um 10 Uhr hier eingetroffm. Der Kronprinz ist um 11 Uhr 20 Mm. gelandet und hat sich unter enthusiastischen Zurufen der zahlreich zusammengeströmten Bevölkerung in einer königlichen Eauipage nach dem Polais begeben. — Bel der Ankunft des deulschen Geschwaders salutirt-n die Italienischen Kri-gs- sch ffe, während d-r deutsche Botschafter v Keudell, General Carava, der Ober-Eere- mon'-nmeister Giannatti, Major B.s-stt, der deutsche Consul Bamberg sich mitte» Barken an Bord des .Adalbert" begaben, um den deutschen Kronprinzen zu empsangen und zu begrüßen. Die Sp tz-n der siSdtlsch-n, politischen und militärischen Behörden waren zum oificlellen Empfang- an der Trepp- versammelt, di- den Namen des Kronprinzen führt, Im Augenblick d-r Landung erdröhnten Artillerie-Salven und ble Miltläkapell- auf dem Qual spielte die prcuß.sche Dolkshpmne, wahrend di- zahlreich anwes-nde Bevölkerung, di- M tglleder d-r deutschen Colonte, die Matrosen In den Raaen und die Insassen d-r zahlreichen f-stllch geschmückten Bargen, welche das kron- prinzltche Schiff bis zum Landungsplätze beglerteten, unaufhörlich stürmische Jubelruse ertönen ließen, Die im Hafen liegenden Schiffe hatten Galaflagg-N aufgizogeii. Nach dem Empfange d-r Behörden schritt d-r Kronprinz die Front der Truppenabthetlung entlang und fuhr alsdann, begleitet von den zu seinem Empfang erschienenen Personen und zahlreichem Gefolge, fn königlichen Equipagen durch die retchbeflaggten Straßm, in welchen die Truppen Spalier bildeten, unter fortdauernden Hochrufen der Bevölkerung na» dem Schloss-, Dort angelangt, trat d-r Kronprinz alsbald an daS Kenster um d-r hier besonders dtchtgedrängt.n Meng- für die ununterbrochenen Herz- lichkn Kundgebungen bet Freude wiederholt zu danken. Der Kronprinz wird um Mitternacht die Reise noch Rom fortfetzen — Prinz Amadeus wird sich heute Nachmittag 2 Uhr von Turin nach Genua begeben- Das Wetter ist regnerisch. . , r t _ x m Genua, 16. December. Der deutsche Kronprinz begab sich heute Nachmittag 1 nhr begleitet von seinem Adjutanten, dem Botschafter v. Keudell und dem General Carava zu den Offizieren des deutschen Geschwaders, um dieselben nach Vollendung der Fahrt zu verabschieden und stattete alsdann dem italienischen Geschwader einen Mu* ab wobei d-r Kronprinz längere A-It auf dem .Duilio» verweilte. Um 5 Uhr finhet Im Schlosse Ewpsang der Behörden statt, um b Uhr ein Diner, an welchem «über d?m Kronprinzen nur die zum Empfange desselben abgesandten Personen deS itaU«iischm Hoses und das kronprinzliche Gefolge thestnehmen. Kopenhagen, 16. December. Wegen Fabrikation falscher Hundert- Kronenscheine im Betrage von 100,000 Kronen ist gestern hier der Buchhändler Riemenscheider verhaftet worden. Die Fälschung wurde sofort entdeckt, so daß nur wenige Falsifikate in Umlauf gesetzt worden find. Haag, 16. December. Im Ministerium wird dem Vernehmen nach aeaenwärtia ein neuer Steuerreformplan ausgearbeitet, welcher die Einführung -iner Reichöttasiensteuer, einer Abgabe auf Tabak und eines Eingangszolls auf Kaffee (für beide letzteren in Höhe von 10 Cts. pro Kilo) und die Einführung eines befferen Reglements für die Zucker-Accise bezweckt. Die dadurch zu gewinnenden Mehreinnahmen werden auf 11 Millionen veranschlagt. London, 16. December. Rach einer heutigen Meldung des „Reuler'- schen Bureaus" aus Shanghai ist daselbst nichts bekannt, wodurch das Gerücht von dem Ausbruch einer Palast-Revolution in Peking bestätigt würde. Auch liegen daselbst keinerlei Nachrichten über Unruhen irgendwelcher Art in Peking^vo^^ ^observer" meldet aus Kairo, daß eine Herabsetzung des Schuld- rinses nicht beabsichtigt sei. DaS Gesammt-Deficit, einschließlich der Entschädi- aung der Occupationskosten und der Rebellionskosten im Sudan betrage 6 Mill. Psd. Sterl. Die egyptische Regierung hofft, daß die Mächte gestatten, den für den Tilgungsfonds zurückgefetzten Betrag zu verwenden, welcher hinreiche, die Zinsen der neuen, zur Deckung des Deficits bestimmten Anleihe zu liefetn, einen mäßigen Tilgungsfonds zu sichern und die Verwaltung zu erleichtern. — Die Baumwolle- und Zucker-Ernte ist diesmal ausnehmend gut. Madrid, 16. December. In der Thronrede zur Eröffnung der Cortes wird am Schluffe die Hoffnung auf demnächstige Herstellung des Gleichgewichts im Budget ausgesprochen und ein Gesetzentwurf über die Anwendung des allgemeinen Stimmrechts angekündigt. Sobald dieses Gesetz votirt sein werde, werde die gegenwärtige Mission der Cortes beendet sein und solle sodann zu den Neuwahlen geschritten werden. Die Negierung deutet endlich die Absicht an, eine Revision der Verfassung in Vorschlag zu bringen, ohne jedoch nähere Mittheilungen über den Zeitpunkt und die Richtung, in der dies geschehen solle, zu machen. Washington, 16. December Der hiesigen japanesischen Gesandtschaft ist die Nachricht von Veränderungen im japanesischen Ministerium zugegangen. Danach hat der bisherige Justizminister Ogi das Unterrichts-Ministerium an Stelle Fukuoka'S übernommen, welcher letztere an die Spitze des Staatsrathes berufen wurde; der bisherige Minister des Innern, Iamada, ist zum Justizminister, und das Mitglied des Staatsrathes, Uamagata, zum Minister des Innern ernannt. Genua, 17. December. (Privat-Depesche.) Der deutsche Kronprinz ist Nachts halb 1 Uhr unter den begeisterten Hochs der versammelten Deutschen und unaufhörlichen Evivas der massenhaft herbeiqeströmten italienischen Bevölkerung nach Rom abgereist. Nachmittags hatte der Kronprinz die Behörden, Bürgermeister, eine Deputation Deutscher, welche eine Adresse überbrachte empfangen. Se. Kaiserl. Hoheit stattete dem Bürgermeister einen Besuch ab' Bei dem Diner brachte der Kronprinz einen Toast aus Genua, der Bürger-' meister einen solchen auf Kaiser Wilhelm und das Königshaus aus. Große Menschenmassen begrüßten den Kronprinzen, sobald er sich zeigte, unte^uvhüL? gefetzten Hochrufen. Lokale-. Gießen, 17. December. Schwurgerichtsverhandlung am 15. December gegen Julius Rotte von Scholten wegen Meineids. Angeklagter war angeschuldtgt: daß er am 10. October l. I. in der Strafsache gegen Jacob Müller von Schotten wegen Körperverletzung vor einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, nämlich dem Großh. Schöffengericht Schotten, wissentlich ein falsches Zeugnitz mit einem Eide bekräftigt habe. Die Geschworenen erkannten den rc. Rotte für nichtschuldig und wurde derselbe demgemäß von Strafe und Kosten sreigesprochen. Gieße«, 17. December. Einen erhebenden Genuß gewährte gestern Nachmittag In Wenzel's Saalbau die Weihnachtsbescheerung des Kindergartens von Fräulein Härtel. Es war eine Luft, mit zuzuschen und zu hören, wie die Kleinen ihr frohes Spiel und munteres Liedchen vortrugen. Tante Härtel verstand es aber auch, in herziger Weise mit ihnen zu verkehren und man merkte es den Kleinen ordentlich an, mit welcher Liebe sie an ihr hinaufsahen und ihrem Wunsche Folge reisten. Eine große Menschenmenge, welche den geräumigen Saal ausfüllte, wohnte der schöne« Feier bei, nach deren Beendigung Fräulein Härtel von dm Eltern ihrer Zöglinge ein praktisches Weihnachtsgeschenk überreicht wurde. Gieße«, 16. December. (Theater.) Die uralte Posse: „Robert und Bertram", an der sich schon unsere Großmütter ergötztm, wurde, mit localen und modernen Anspielungen versehen, im Ganzen recht flott abgespielt. Es gibt einer solchen Posse gegenüber für den Kritiker nur zwei Standpunkte: entweder er gibt sich als einen Hochliterarischen Doctrinär oder tiefästhetischen Hypochonder, der es nicht für werth hält, seine Feder um „höheren BlödsinnS willen" in Bewegung zu setzen; oder erstreckt die kritischen Waffen und erzählt trocken und ohne Schmuck seinen Lesern, wie „göttlich" sich daS Publikum in der Vorstellung amüsirt, wie sehr es gelacht hat. Ich verkenne den wohlthätigen Einfluß nicht, den ein herzlich verlachter Abend auf den menschlichen Qrgantsmus auSübt, und so nehme ich keinen Anstand, zu erklären, daß „Robert und Bertram" mit seinen zahlreichen komischen Situationen, den vielen guten und schlechten Witzen, dem gesunden Humor und was man sonst noch in den Erzeugnissen dieses Genres vorzufinden gewöhnt ist, zu den besten Possen gerechnet zu werden verdient. Um die Aufführung machten sich die Herren Brautlecht und Voigt, die die Gestalten der beiden Vagabunden mit vieler Laune ausstatteten, tn ansehnlichem Grade verdient. Sie hatten die Lacher stets auf ihrer Seite. Einen merklichen Aniheil an dem Erfolge hatten auch die Herren Schreiner (Strambach), Peters (Michel) und Muff (Jppelmeyer). Die übrigen episodischen Rollen waren tn guten Händen. Herr Burghardt (Schildwache und italienischer Sänger) trug das Lied „Felice notte Marietta“ in feiner, künstlerischer Weise vor. — Eine ältere Frau stürzte heute Morgen beim Fensterputzen aus dem Fenster heraus. Schwer verletzt wurde sie nach der Klinik verbracht. — Am Mittwoch Abend der verflossenen Woche stürzte ein Arbeiter in einer Eishalle vor dem Wallthor und verletzte sich hierbei das Rückgrat. Am Samstag ist ber Bedauernswerthe seinen erlittenen Verletzungen in der Klinik erlegen. Gießen, 16. December. Am Samstag wurde die Leiche eines verunglückten Bergarbeiters tn der Leichenhalle secirt. ES ist dies die dritte gerichtliche Obductton im Laufe einer Woche. Zunächst wurde eine solche an der Leiche des Schulverwalters E. vorgenommen, der in der Nacht vom Sonntag zum Montag dahin verbracht wurde und sodann bei dem vermeintlichen Verbrecher aus Cassel. Der Körper deffelben liegt seit Dienstag Morgen dort und verbreitet einen pestilenztalischen Geruch in der Wohnung ves Frtedhofsaufsehers. Der von Cassel hierher zur Rccognoscirung der Persönlichkeit Abgesandte Beamte glaubte constatiren zu dürfen, daß die Papiere mtt denen des ver- folgtm Jnculpaten übereinstimmten und daß auch daS Signalement — mit Ausnahem des fehlenden Bartes — auf ihn paßte. Eingesandt. Wir habrn heute Nachmittag tn dem Schulhause der höheren Mädchenschule einer Chrrftbeschrerung deigewohnt, welche tn jeder Beziehung eine wohlgelungene genannt zu werden verdient. Herr Lehrer Curschmann bescyeerte nämlich 118 armen Kindern, 110 Mädchen und 8 Knaben. Die Bescheerung bestand in angeferttgten Kleidungsstücken, Bretzeln, Anis, Aepfeln, Nüssen u. dergl. Erstere waren tm unteren Gange wohlgeordnet auf- gehängt, letztere lagen auf den Subsellten der IX. Klasse und harrten der Empfänger. Von 2 Uhr an wurden die Kleider von Damen und Herren der Stadt eingehend besichtigt und allerseits sprach man sich lobenSwerth darüber aus. Um 4 Uhr nahm die Brscheerung Ihren Anfang: Der Chrtstbaum wurde angezündet, die Kinder tn den Bescheerungssaal geführt und daS Lied: „Ehre sei Gott in der Höhe" gesungen. Hierauf hielt Herr Curschmann an die Kinder eine kernige Ansprache, worin er namentlich betonte, dieselben möchten sich für die Gaben dadurch dankbar erweisen, daß si- in Schule und Haus durch fortgesetzten Fleiß und Gehsrsam und tn jtber Beziehung durch musterhaftes Betragen ihren Eltern und Lehrern Freude bereiteten. Auch die zum Theil anwesenden Eltern der Kinder ermahnte er, diese zu allem Guten anzuhaltm, damit sie einstens als nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft dastehen würden. Hierauf fand die Vertheilung der Gaben statt. Freudestrahlend nahmen die Kinder dieselben tn Empfang und wanderten wohlbepackt nach Hause. Wie wir hören, brschecrte Herr Curschmann in diesem Jahre zum 34. Male und wie wir glauben, nie so reichhaltig als jetzt. Wir fühlen unS veranlaßt, Herrn Curschmann für seine große Mühewaltung, ebenso den Schülerinnen, welche ihn tn seiner so umfangreichen Arbeit berettwtlligst unterstützten, im Namen der B-scheerten den wohlverdienten Dank auszusprechen. Durch die langjährige Bescheerung hat sich Herr Curschmann in den Herzen der Armen eine bleibende Erinnerung geschaffen. Möge es ihm vergönnt sein, dieses edle Werk zum Vortherl der Bedürftigen unserer Stadt noch eine Reihe von Jahren fortzusetzen! Gießen, den 16. December 1883. X. Vermischte-. Mainz, 15. December. Zum Eisenbahnunglück im Tunnel bet St. Goar ist zu melden, daß der heute Morgen um 11 Uhr 14 Minuten abgehende Zug die Strecke wieder passiren kann, auch ist der eingestellt gewesene Güterverkehr wieder geregelt. —- ®a§ „Hannoverische Tageblatt" vom 8. December schreibt über einen Sieg der deutschen Industrie. Am vergangenen Donnerstage war von der hiesigen Näh- maschinen-Fabrik A. Best & Comp. ein Wettnäheu deutscher und amerikanischer Maschinen arrangirt, wozu sich außer mehreren Damen auch etwa dreißig Herren eingefunden hatten. Es waren durchaus Sachverständige, theils mit der Herstellung des zu prüfenden Gegenstandes vertraute, wie Fabrikanten, Ingenieure, Mechaniker, theils Handwerksmeister, deren Beruf sich vorwiegend auf die Arbeit der Maschine stützt, die also in Sachen der Leistungsfähigkeit unbedingt als competente Richter anzusehen sind. Vier Maschinen deutscher Abkunft, von völlig unparteiischer Seite in hiesigen Magazinen willkürlich ausgcwählt. traten mit einer amerikanischen Original-Singermaschine in Concurrenz und mit Genugthuung und Stolz auf die Erzeugnisse unserer inländischen Industrie dürfen wir berichten, daß sich letztere im Gegensatz zu der amerikanischen Production wiederum glänzend bewährt haben. Schon bei oberflächlicher und laienhafter Besichtigung zeigten die Maschinen aus deutschen Fabriken zahlreiche Vorzüge. Dazu rechnen wir neben der wesentlich gefälligeren Ausstattung die solidere Construction der Trittvorrichtung, welche nicht — wie bei der Singer-Maschine — aus einem Gußstücke besteht, sondern auf einer schmiedeeisernen Stange basirt; die Vorrichtung zum Herausschnellen des Schiffchens, die Schutzmaßregel gegen das unzeitige Herausspringen desselben; der als „Selbstspuler" bezeichnete verbesserte Spulapparat, oer ohne Hülfe der Hand die Spindel in außerordentlich ebenmäßiger Weise mit dem Nähfaden bewickelt ohne daß inzwischen die Arbeit des Nähens eingestellt zu werden braucht; den „Fadenabschneider", der zugleich ein stets untrügliches Maß für den abzuschneidenden Faden angiebt; die verbesserte Spannoorrichtung für den Oberfaden, die weit leichter zu handhaben ist als die frühere und dabei nach Beendigung der Arbeit von selbst aussetzt. Von allen diesen Verbesserungen hatte die ausgestellte Original-Singer Maschine nichts aufzuweisen Zunächst prüften nun drei in diesem Fache sehr erfahrene Damen, Lehrerinen des hiesigen Frauenbildungsvereins, die ausgestellten Maschinen und gaben darauf übereinstimmend ihr Urtheil dahin ab, daß in Gang und Leistung das deutsche Fabrikat dem amerikanischen unbedingt überlegen sei und begründeten dies in eingehender, sachkundiger Weise. Dem Nichtfachmann selbst fiel ber dieser Probe der leichte geräuschlose Gang sämmtlicher deutschen Maschinen angenehm auf, gegenüber dem lärmenden Arbeiten der Sinaermaschine. Dann wurden durch einen anwesenden Techniker die Maschinen auseinander genommen, so daß nun eine Vergleichung der Arbeit in den Einzelheiten möglich war. Hierbei fiel nun sofort die größere Sauberkeit und Exactheit der deutschen Arbeit auf, die nirgends eine Unregelmäßigkeit zeigte, während die amerikanischen Maschinentheile sich in den Führungen weit lockerer erwiesen — daher das Geräusch beim Nähen — und überhaupt weniger sorgfältig hergestellt schienen. Verschiedene vollständig unparteiische Fachleute beleuchteten nunmehr von ihrem Standpunkt als .Mechaniker, Schneider- und Schuhmachermeister rc. die Herstellung sowohl als auch die Leistungsfähigkeit der ausgestellten Maschinen, und alle, selbst solche, die seit langer Zeit im Besitze von Singer-Maschinen waren und dieselben eingestandenermaßen noch wtzt täglich benutzen, mußten die entschiedenen Vorzüge der ausgestellten deutschen Fabrikate vor der amerikanischen Concurrentin anerkennen. Ein an Ort und Stelle aufgenommenes, vorgelesenes und von sämmtlichen Anwesenden unterschriebenes Protokoll sorgt dafür, daß diese Constatirung der Vorzüglichkeit deutscher, Nähmaschinen nicht in Vergessenheit gerathen wird. Wir können diesen bis dahin rein sachlichen Bericht nicht schließen, ohne den Wunsch auszusprechen, daß angesichts solcher Resultate unser deutsches Volk doch endlich von oer Vorliebe für Erzeugnisse des Auslandes zurückkommen möge. Man bedenke nur, welche Summen durch diese gelinde gesagt unpraktische Schwärmerei für das Fremde dem Vaterlande und der heimischen Industrie entzogen werden und daß wir in den meisten Fällen dafür nur Sachen einführen,, deren einziger Ruhm ist, daß sie „recht weit her" sind. Dabei dauert die Klage über die schlechten Zeiten fort und ftder meint, daß er mit seinen geringen Kräften nichts thun kann, um eine Aufbesserung der Verhältnisse herbeizuführen. Und doch bietet sich gerade in der Bevorzugung nachweislich concurrenzfähiger und gediegener, dazu in den meisten Fällen sogar noch billigerer Production der deutschen Industrie ein Hebel, an dem jeher met angrcifen kann. Wann werden wir Deutschen klug werden und unser Geld im Lande lasten? Weihnachtsliteratur. Heimathsklänge aus der Wetterau. Gedichte in Wetterauer Mundart von Friedrich von Trais. 5 Bogen. Eleg. drosch, mit 2 Tttelvignelten nach Zeichnungen des Herrn Möser, Zeichenlehrer tn Gießen. Preis 1 JL. Verlag von Emil Roth in Gießen. Ein herzig ausgestattetes Merkchen, daS eben noch rechtzeitig zu Weihnachten erscheint, eine recht empfehlenswerthe Seetüre für die Festtage. Der bekannte Professor Oberländer urtheilt über Friedrich von Trais tn einem seiner Werke, wie folgt: «Auch dieses Sprachidtom hat, ähnlich wie das norddeutsche Platte tn Fritz Reuter, so tn Prof. Weigand und Friedrich von Trais feine gemüthStiefen und humortsttschen Volksdtchter gefunden. Die frischen Wetterauer Mädchen mit all' dem Zauber natürlicher Anmuth und ländlicher Romantik, sei es tn Dorfidyllen oder ächtem Volkslied, lachen uns in zahlreichen Dichtungen entgegen. Von neueren Dichtungen zeichnen sich besonders die Friedrich von Trais aus durch ihre frische Natürlichkeit und ihren volksthümlichen Humor. Voll ächtem Humor ist „Der Gang auf den Markt"; „Das Erstemal auf der Eisenbahn"; „Wte's im Winter hergeht"; „Der Gang zur Kirmes". Welch innige Herzenstöne der Dichter tn diesem gemüthvollen Dialecte anzuschlaaen versteht, davon gibt: „Es hat nicht sollen fein" glänzendes Zeugniß. ' ^Ausnahry 1 ®Ntnföu[, 1'UOMchm h0^' NtllL hlgeordnel auf, Empfänge!. )töbt eingehend ff wurde an, ^E.scl Göttin kernige >(n dadurch .2^»rsam LEhttln Freude " e er, d.ch zu uschltchenGestll- eud nahknen dir e rum 34. Male erlaßt, Herrn u, °"lchr ihn in > der dgtscheerien Gerung hat sich nung geschaffen, 'ulftigen unserer X, Oann I bei Si. Goar abgehende Zug ervcrkehr wieder iber einen Sieg er hiesigen Nah: D amerikanischer ißig Herren ein- ' Herstellung des Mechaniker, theils aschinc stiiht, die r aiizusehen sind, sigen Magazinen ingcrmaschine in erer inländischen r amerikanischen sicher und laien- hlreiche Vorzüge. dereConsiruction aus einem Guß- Vorrichtung zum eHerausspringen der ohne Hülfe t dem Nähfadeu werben braucht mchuschueiden- •raben, bit weit der Arbeit von ÄtWx-- m W ckchm Men MMnen M und Leistung begründeten drev bei dieser Pro m auf, 9t«” eine« an®t|enin ®(r»IelWr S»'* % »eit fofoet jtnijet s°r«M« belenW'i?""" E 2'O s$B & JL 4::»< 'xjM !?•** M Schiffsnachrichten. Bremen, 15. December. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Poftdampfer Rhein, Capt. H. A F. Neynabcr, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. December von Bremen und am 4. December von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel und Verkehr. Grünberg, 15. December. (Fruchtpreise.) Weizen JL 19.30, Korn17.2-, Gerste JL 14.30, Hafer JL 14.10, Erbsen JL 17.00, Lein JL 00.00, Samen JL 00.00, Kartoffeln JL 0.00. Frankfurt, 15. December. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu JL 2.80-3.80, Stroh JL 3.30-3.60, Eier das Hundert JL 6.40—9.60, Butter 1. Qualität JL 1.15, 2. Qualität JL 1.25, Kartoffeln per Centner JL 2.00—2.25, Kohlrabi 3—5 H per Stück. Erbsen 100 Kgr. 19—28 JL, Rothkraut per St. 12—30 H. Poularden JL 0—0, Huhn 1.50—2.20, 1 Ente JL 2.00—3.00, 1 Taube 50—60 H, Hahn JL 0.75—1.30, Gans JL 5—8.00, Welsche JL 8-9. Arsrrrfirrtt a. M», 17. Decbr., Nachmittags 2 Uhr — Mim (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen) Creditactien 2975/b, Staatsbahnactien 263Vs, Galizier 244Va, Lombarden 117, Rord- westbahnactien —, Gotthardbahnactien 93, Darmstädter - Bankactien 1547g, Discorfto Commandit 188716, Oefterr. Silberrente 663/i, 4% Ungar. Goldrente 733/<, 40/0 1880er Ruffen 71, 5o/o 1877r Ruffen 897r, 2. Orient-Anleihe 567i, 4*/| Spanier 56, 5o/0 Rumänische Rente 937«, 4*7n Unific. Egypter 6374, 5% Türken — Marienburger 918/g, Hess. Ludwigsbahnact. 108. Tendenz: fest, still. Rrperioir der vereinigten Stadttheater?u Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 18. December: Czar und Zimmermann. Mittwoch den 19. December, NacbmttlagS 37t Uhr: Zum ersten Male wteden- holt: Der Struwwelpeter und König Nußknacker. Außer Abonnement. Ermäßigte Etnlrittspreise. Donnerstag den 20. December: Vorletztes Gastspiel deS König!. Kammersänger- Herrn Vs-l. Lohengrtn (Lohengrin: Herr Vogl.) Freitag den 21. December geschlossen. Samstag den 22. December: Abschieds-Vorstellung des König! Kammersänger- Herrn Vogl. Euryanthe. (Adolar: Herr Vogl) Außer Abonnement. Sonntag den 23. December, Nachmittags 37r Uhr: Struwwelpeter und König Nußknacker. Außer Abonnement- Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Der Wasserträger. Montag den 24. December, Nachmittags 37, Uhr: Struwwelpeter und König Nußknacker. Außer Abonnement. Ermäßigte Preise. EchnuspielhanS. Dienstag den 18. December: Im Bunde derDritte. Er muß aufS Land. Mittwoch den 19. December: Iphigenie auf Tauris. Donnerstag den 20. December geschlossen. Freitag den 21. December: Narctß. Samstag den 22. December: Versucherin. Er muß aufs Land. Sonntag den 23. December: Neu etnstudtrt: Richards Wanderleben, Anfang 7 Uhr. Montag den 24 December geschlossen- Kirchliche Anzeigen der rvangelifchrn Kirche. Heute, Montag, Abend 8 Uhr, in der Kleinlinderschule: Bibel- stunde, Apostelgesch. 4, Pfarrer Dr. Naumann. Allgemeiner Anzeiger. Versteigerungsanzeige. Nächsten Mittwoch, den 19. De- cemtier l. A, Nachmittags 2 Uhr, in der Flett'schenHofraithedahier, werde ich nachbezeichnete Gegenstände zwangsweise gegen Baarzahlung versteigern, nämlich: a. 2 Kleiderschränke, 1 runden Tisch, 1 Nachttischchen, 2 Comoden, 4 Stühle, 1 Spiegel, 3 Bilder, 1 Wandkorb, 1 Wecker, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz ; b. 1 Comode mit Glasaufsatz, 1 runden Tisch, 1 Waschtisch, 1 kleines Tischchen, 1 Comode, 1 Spiegel, 3 Bilder; c. 1 Sopha, 1 Comode; d. 1 Comode, 1 einthüriges Schränkchen, 1 ditto Kleiderschrank, 2 Oelbilder, 1 Spiegel, 3 Vogelkäfige, 1 Broncc- Figur; e. 1 Kleiderschrank; f. 1 Waschtischchen, 1 Kleiderschrank, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz: g. 1 Sopha, 3 Stühle, 1 Tisch, 1 Spiegel, 1 Kleiderschrank, 1 Kiste, 1 Kinder« tischchen, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, 2 Lamprequins mit Gallerten, 1 Album, 1 Petroleumlampe; h. 1 dovpelspänner neuer Wagen und 1 tragbare Kuh- Gießen, den 16. Dezember 1883. Engel, 3296 Gerichtsvollzieher. Holzversteigenmg . im Oppenröder Gemeindewald. Mittwoch den 19. December, von Dormittags 9 Uhr an, foll im Oppenröder Gememdewald in dem District Steinertsberg nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 629 Nadel-Stämme von 14—33 Ctm. Durchm., 4—10 M. Länge, 235 Nadel-Stangen, von 5—10 M. Länge, 900 Fichtenstangen von 5—10 M. Länge, von Nachmittags 1 Uhr an 167 Nadel-Knüppel und Stöcke, 2825 Nadel-Wellen. , Die Zusammenkunft ist m der Nahe der Staatsstraße bei der Leppermühle in dem District Steinertsberg, Oppenrod, den 12. December 1883. Großherzogl. Bürgermeisterei Oppenr.d Petri. 8248 Mittwoch dm 19. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, _ werben in der Flett'scheu pafraithe dahier gegen Baarzahlung versteigert. 1.1 Sopha, 2 Kleiderschranke, 1 Kommode, 1 Pianino, 1 Nähmaschine, 1 Wagen, . II 2 Sopha's, 1 großer ovaler Spiegel, 1 ovaler Tisch, 1 Secretär und ein großer viereckiger Tisch. Die Versteigerung der Gegenstände unter II. findet bestimmt statt. Geißler, g2S0 Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Von Mittwoch den 19* dieses Monats an und die folgenden Tage, jedesmal von Nachmittags 1 Uhr cm, werden Christbäumchen zu 10, 20, 40 und 60 H im städtischen Magazin am Krämermarktplatz ausgegeben. Gießen, den 17. December 1883. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 8285___A. Vramm.______________________ BetarmLmachmrg. Aus der Stiftung des Gemeinderathsmitgliedes Louis L a b r o i s s e ist im Januar nächsten Jahres Brennmaterial an zehn arme Familien zu vergeben. Bewerbungen nimmt Herr Armenkasserechner Laub er bis zum 31. d. Mts. entgegen. Gießen, am 15. December 1883. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. A. Bramm. I Jch empfehle meinen 8 Chriftbaum-Schrree “3^C § lflammensicher imprägnirte, blendend weiße Wolle) S* als neueste und schönste Zierde unserer Christbäume. M Verpackt in Päckchen zu 20 Gramm; Preis per Packetchen 23 H, Detailverkauf 40 » Musterpacketchen gegen Einsendung von 50 Pf. in Marken stehen franco zu Diensten Versandt per Nachnahme nicht unter 50 Päckchen. 3? 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Braurecht an die Exped- d- Bl- 8281 SustMlBW S^BaierlloIz^ geb. Naumann, August SchierBlolz, Herzog!. Bauinspektor. Ernst ScBiierholz, stud. philol. Freunden und Bekannten hiermit statt besonderer Mittheilung die schmerzhche Nachricht, dass heute Morgen gegen 1 Uhr unser guter Gatte und Vater Wegen Vorbereitung zu „Schöne Galath4e" und „Zehn Mädchen und kein Mann" bleibt Montag das Stadttheater vermischte Anzeigen. 8146 Ein junges Mädchen des Tags über zu einem kleinen Kinde gesucht von H. Kühn, Seltersweg 36. Musiklehrer Georg Schierholz im 77. Lebensjahre nach langem Leiden sanft entschlafen ist. Giessen, den 17. December 1883. Berliner Tageblatt. Gklesrnste und verbreitetste Zeitung Deutschlands. „Her? und Missen der in Englandein ungewöhnlich esAufsehenerregthat. Er übertrifftan Spannungsreiz und dichterischen W e r t h s a st alle früheren Romane, bieder erfindungsreiche Verfasser der „Frau in Weiß" bis jetzt veröffentlicht hat. DieFäden der Handlung sind so künstlerisch verschlungen, daß das Interesse bis zum letzten Augenblick inAthemgehalten wird. Außerdem empfangen die Abonnenten des „Berliner Tageblatt" die werthvollen Separat-Beiblatter: ,.ULK“, illustrirtes Witzblatt. /»Deutsche Lesehalle", illustrirtes belletristisches Sonntagsblatt. „Mittheilungen über Landwirth- schäft, Gartenbau und Haus- wirthschast." /»Industrieller Wegweiser." Ehre dem die Ehre gebührt! Sehr bescheiden spricht der Ritter, Wohl geborgen an der Burg, Dich zu beneiden wär' nicht bitter, Ich bin zufrieden und damit ist's durch. O, wie schön ist Deine Lehre, Sie kommt wohl vom Dichten her? Das, was Hänschen einst nicht lernte. Das lernt Hans auch nimmermehr. Herrscht unbeschränkt, ihr großen Verse, Fahrt fort, au füllen dieses Blatt, Denn bald oie Völkerschaaren schreien: ' Mir haben Euch jetzt aber satt- 8280 Der beschämte Hans. Stahlstiche, Lithographien, Photographien, nach neueren und älteren Malern, in der 8294 Ferber,fd)en Univ.-Buchhandlung. selbe die großen Erfolge verdankt, sind: Die hervorragenden Erscheinungen der LLtteratur und Wissenschaft werden allwöchentlich in besonderen Essay's besprochen. Theater und Kunst finden im täglichen Feuilleton des Berliner Tageblatt" sorgfältige Behandlung. Auch erscheinen darin die Romane und Novellen der ersten Autoren. So bringt das tägliche Feuilleton des nächsten Quartals den neuesten Roman von WBIkie Collins: Verantwortliche Redaction: A- Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. Die besonderen Vorzüge, denen da Täglich zweimaliges Erscheinen als Morgen- undAbendblatt. Freisinnige, von allen speziellen Fraktionsrücksichten unabhängige, politische Haltung. Zahlreiche Spezial - Telegramme von eigenen Korrespondenten an den Hauptweltplätzen, durch welche das „BerlinerTageblatt" mit den neuesten Nachrichten allen anderen Zeitungen stets voran zu eilen im Stande ist. Ausführliche Kammerberichte des Abgeordneten- und Herrenhauses, sowie des Reichstages. Eine kurzgefaßte resumirende Uebersicht folgt den Verhandlungen bis kurz vor Beginn des Drucks des Abendblattes. Vollständige Handels-Zeitung, sowohl die Fonds-Börfe, als den Produkten- u. Waarenhandel umfassend, nebst einem sehr ausführlichen Courszettel der Berliner Börse. Ernte berichte. Eisenbahn- Einnahmen. Ziehungslisten der Preußischen und Sächsischen Lotterie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere. Patent- Ertheilungen. Graphische Wetterkarte nach telegraphischen M ttheilungen der Deutschen Seewarte. Militärische und Sport - Nach- richten- Personal - Veränderungen derCivil- u. Militär-Beamten. Ordens-Verleihungen. Reichhaltige und wohlgesichtete Tages-Neuigkeiten aus der Reichshauptstadt und den Provinzen; interessante Gerichts-Verhandlungen. Sehr geeignet für billige Weihnachtsgeschenke. Versteigerung nächsten hieustag und Miitwoch, von 2 Uhr an im Br a mm'schon Local, Neustadt: Gewebte und Sioffkaputzcn für Kinder, lange Shwaks (Palatinen), Handschuhe, gewebte Gamaschen (Jäger), Strümpfe, Beinlängen, Unterhosen mit Leibchen für Kinder, Filzsohlen, Holzschuhe mit Ledersohien für Personen von 6—16 Jahren, Cigarren, Weine, Spirituosen, ferner fünf Strickmaschinen, ein Faß Putzpulver, Herrenkleider und Stiefel, sowie einige Hundert Wein- und Bierflaschen. I. A. Erscheint täglich zweimal (als Morgen- u. Abendblatt) in einer Auflage von 73,000 Exemplaren, wovon außerhalb Berlins 38,000 Abonnenten. ogoodooooo 00000020 8 Stadt-Theater. g ^Mittwoch den lO.Deccmber 1883.2 y 3. Vorstellung im 4. Abonnement. R10 Mädchen und kein Mann. R q Komische Operette in 1 Akt v. Supp6. Q n Vorher: Q u Die schöne Galäthee. O Q Kom ische Opeerette in 1 Akt v.Henrion. ö 8 Musik von Snpps. 7L Q Anfang 7VZ Uhr. — Ende 10 Uhr. ö F. Brautleeht. U ODOOOOOODQ csooaooo Prodenummern gratis. Man abonnire frühzeitigst bei der nächstgelegenen Postanstalt, damit die Zustellung des„VerlinerTageblatt"oom 1. Januar 1884 ab pünktlich erfolge. Giessen, Neuenweg 7 VJ Werkstätte, 2248 Jk UhrniRCberei, Elec.rro- mochanik. ji^'j Bausteiegraphcnanlage. Dermietyungen. Zunmer an 2 solide Arbeiter zu verm. 8292 Fr. Schmidt Ww., kl. Mühlg. 7. 8287 Eine Stube, mit oder ohne Bett zu vermiethen- Wallthor 49._ 6978 Zwei ineinandergehende, unmöblirte Zimmer zu vermiethen. ^Näheres in der Exped. ds. Bl. 7583 Wohnung (1. Stock), 3 Zimmer, auf Wunsch auch Küche und Zubehör, per 1. Januar zu vermiethen. Wilh. Friedel, Bahnhofstr. 33. 7466 Ein Familienlogis zu vermiethen und per 1. Februar zu beziehen. H. Schassstädt, Bahnhofstraße. Die untere Etage des v. 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Die gegen G e o r g B l e i von Nieder- Vessingen in der Wirthschaft des Johannes Steuernagel IV. dahier von mir ausgesprochene Beleidigung nehme ich als nicht der Wahrheit gemäß hierdurch zurück. 8277 Nieder-Bessingen, d. 12.Decbr. 1883. Johannes Willbrand. Ein schönes Logis, in guter Lage, bestehend aus '4 Zimmern mit Gartenan- theil, gesucht. Offerten unter Nr. 1533 HzmmaUs Abendblatt) in iflage von 'xemplaren, rhalb Berlins bonnenten. att. ijlaniw. verdankt, sind: escheinungen der Wtffenschaft h in besonderen finden im tög- . berliner SNe: janbliing- M Romane inw , en Autoren. ,che FmWon ' dm ollins: jBiff«“, :>Ls r»S$ iS tf>* m l-d"" gehalten SÄ- •*?»w :"Sxr lU ll|lb 8 Beilage gl Ur. 294 des „Eichener Anzeiger". Aeilgeöotenes. Offerire X». Köln. Raffinade, pr. Pfund 43 deSgl. in ganzen Broden, „ 40 „ 1ä Würfel°Raffinade, „ 45 „ fft. Blüthenmehl, „ 22 „ Vorfchuf;mel)l, „ 19 „ X» Stampf-Melis, „ 43 „ Reue Elenrc-Rostnen, „ 35 „ Neue Corinthen „ 35 „ Mandeln, pr. 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